CH217827A - Verfahren zur Erhöhung der Streckgrenze von hochprozentigen Magnesiumgusslegierungen. - Google Patents
Verfahren zur Erhöhung der Streckgrenze von hochprozentigen Magnesiumgusslegierungen.Info
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Description
Verfahren zur Erhöhung der Streckgrenze von hochprozentigen Magnesinmgusslegierungen. Bei allen Formgussstücken, von denen Masshaltigkeit unter mechanischer Beanspru chung verlangt wird, ist neben den Dauer eigenschaften die Streckgrenze des Werk stoffes:
jene Eigenschaft, von dew die Höhe der zulässigen Beanspruchung in erster Linie abhängt. Insbesondere bei der Verwendung von Leichtmetallen zur Herstellung von Mo torenteilen für den Flugzeugbau und andere Fahrzeugantriebe sind plastische Formände rungen im Betriebe auch im geringsten Aus mass unzulässig. Eine Erhöhung der Streck grenze des verwendeten Wemkstoffes erlaubt. daher höhere zulässige Banspruchungen und führt so zu dem Vorteil eines geringeren Baugewichtes,.
Die technische Aufgabe, die mechanischen Eigenschaften von LeichtmetaIlformguss mög lichst zu verbessern, hat bei zahlreichen Legierungen auf Grund ihrer thermischen Vergütbarkeit cinei brauchbare Lösung gefun- den. Während aber diese Vergütungsver- fahren;
auf @d@em Gebiete der Aluminium legierungen im grossen und ganzen zufrieden- stellendei Ergebnis-se gezeitigt haben, hat die thermische Vergütung von Magnesiumfärm- guss bisher die Erwartungen nicht erfüllt.
Für Ma.gnesiumlegierungen steht derzeit praktisch nur ein Vergütungsverfahren in Anwendung, bei dem, als erste Behandlungs- stufe ein Glühen @(Lösungs,- odeir Homogeni- sierungsglühen genannt) bei einer Tempera tur von 400' C oder wenig darüber mit an schliessendem Abschrecken oder Abkühlen vorgenommen wird.
Als zweite Stufe folgt eine Anlassbehandlung bei niedrigerer Tem peratur, vorteilhaft unter 200' C.
Dieses Zweistufenverfahren bringt eine Reihe von Gefahren für das Farmgussstück mit sich. Bei der hohen. Temperatur des Lösungsglühens besitzt das Werkstück nahe zu keine Festigkeit mehr und neigt zum Ver- ziehen, falls es nicht auf das sorgfältigste unterstützt wird. Die Brandgefahr ist bei dieser Temperatur schon gross und muss durch zusätzliche Vorkehrungen (Salzbad, Schutz gasatmosphäre oder Vakuum) bekämpft wer den. Beim nachfolgenden Abschrecken ent stehen leicht innere Spannungen oder Risse, die das Gussstück unbrauchbar machen kön nen.
Ausserdem hat sich gezeigt, dass im Werkstoff durch diese Wärmebehandlung mikroporöse, Zonen entarten und so zur Ent stehung fehlerhafter Stellen von sehr gerin ger Festigkeit führen.
Das Endergebnis dieser Wärmebehand lung ist, dass wohl an einzelnen Stellen des Werkstückes hohe Festigkeitseigenschaften erreicht weirden können, hingegen im übrigen Gussstück mittlere und niedrige Werte vor herrschen. Der Streuungsbereich der Festig keitswerte ist dergestalt unbefriedigend gross. Die Streckgrenze wird durch das Lösungs glühen und Abschrecken praktisch nicht ver ändert. Sie kann nur durch ein nachfolgendes Anlassen gesteigert werden.
Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Erhöhung der Streckgrenze. von hochprozentigen Magnesiumgusslegierungen, die Mangan und Aluminium, ferner allen falls auch Zink enthalten, durch Anlassen. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass Formgussstücke: aus Magnesiumgusslegie- rungen mit einem Gehalt von 0,1 bis 2 Mangan und 1 bis 8 % Aluminium ohne vor ausgehende Vergütung bei höheren Tempera turen einer Wärmebehandlung zwischen 100 und 250 C unterworfen werden.
Die Wärme behandlung bei so niederen Temperaturen lässt die Festigkeit des Werkstoffes so gut wie unverändert, die Dehnung nimmt sogar etwas ab; hingegen wird die Streckgrenze durch sie! sehr wesentlich erhöht. Im Ver gleich mit dem oben geschilderten Zwei stufenverfahren wird daher hei der Ver gütung von Magnesiumgusslegierungen gemäss der Erfindung auf die Erhöhung der Festig keit, die durch das Lösungsglühen mit nach folgender Abschreckung doch nicht gleich mässig erzielt werden kann und überdies mit.
der Gefahr verbunden ist, dass die Ausschuss- wa@re ein sehr hohes Anteilverhältnis erreicht, vorsätzlich verzichtet und statt dessen die Streckgrenze als die für die zulässige Be anspruchung wichtigste Eigenschaft in einem einfachen, sicheren; und billigen Verfahren erhöht.
Diese Wirkung der Wärmebehand lung @lässtsich bei allen üblichen manganhal- tigen Magnesiumgusslegierungen erreichen, die neben einem Gehalt von 0,1 bis 2 % Man gan 1 bis höchstens 8 % Aluminium und gegebenfalls noch weniger als 4 % Zink ent halten.
Geringe Mengen weiterer Elemente können zulegiert werden, sofern hierdurch der Grundcharakter der Legierungen und der Einfluss des Zusatzes von Mangan und Alu minium (und allenfalls auch von Zink) inner halb der angegebenen Grenzen nicht ver ändert wird. So kann ein kleiner Anteil von Antimon oder Wismut oder von beiden Metal len (etwa zwischen 0,05 und 2 %) zur Ver- hesserung der Korrosionseigenschaften die nen.
Vorzugsweise wird die Wärmebehandlung bei Temperaturen zwischen 140 und<B>250'</B> C durchgeführt. Bei diesen Temperaturen be trägt, die Behandlungsdauer 24 bis 72 Stun den oder auch mehr.
Im Gegensatz zu bereits bekannten Wärmebehandlungsverfahren ist die Erhö hung der Streckgrenze, die der ausschliessliche Zweck des vorliegenden Verfahrens ist, mit einem Aluminiumzusatz bis zu 8 % erreich- bar,der bis zu 2 % (und sogar noch darunter) hinabgehen kann. Unter diesen Verhältniseen führt die einmalige Wärmebehandlung zwi schen 100 und 250 C aber nur zum Ziel, wenn neben Aluminium (oder Aluminium und Zink) auch Mangan in der Legierung enthalten ist.
Ob nun durch Ausscheidung des Mangans ein wesentlicher Beitrag zuz Er höhung der Streckgrenze geleistet wird oder nicht, so bewirkt doch die Gegenwart dieses weiteren Zusatzmetalles in Mengen von 0,1 bis 2 %, dass jene Vergütung der Legierung, die das Ziel der Erfindung ist, schon bei einem so niedrigen Aluminiumgehalt in einem sehr beträchtlichen Ausmass auftritt. <I>Aus f</I> ührungsbeispieie: 1.
Es wurden Probestäbe mit einem Schaftdurchmesser von 12 mm aus einer Legierung mit 6 % Al, 3 % Zn und 0,3 % Mn, Rest Mg in Sand gegossen und durch zwei Tage bei 175 C angela@s@sen. Durch diese Be handlung :stieg die 0,1%-Streickgrenze von 8,65 auf 11,2 kg/mm@, die 0,2%-Streckgrenze von 10,25 auf 12,8: kg/mm'.
2. Probestäbe mit 17 mm Schaftdurch messer aus einer Legierung mit 4 % Al, 3 Zn und 0,3 % Mn, Rest Mg zeigten gegossen eine 0,1-Streckgrenze von 6,1 kg/mm@ und eine 0,2-Streckgrenze von 7,55 kg/mm@. Nach einer Anlassbehandlung bei 175 C durch 24 Stunden betrugen die entsprechenden Werte 7,8 und 9,45 kg/mm'.
3. Von zwei gegossenen Probestäben aus einer Legierung mit 3,5 % Al, 2 % Zn, 0,2 Mn und 0,3 % S<B>b</B>, Rest Mg wurden an einem .die mechanischen Eigenschaften im Gusszu- stand, am. andern nach zweitägiger Wärme behandlung bei 140' C bestimmt. Es betrug die 0,2-Streckgrenze 7,95 kg/mm' im gegos senen Zustand gegen 9,5 kg/mm' am ange lassenen Stab. Die Festigkeit und Bruchdeh nung wurde bestimmt mit 19,8 kg/mm@ und 8 % am gegossenen und 19,9 kg/mm2 und 6,5 % am angelassenen Stab.
4. Eine Gusslegierung mit 7 % Al, 0,3 Mn und 0,3% .Sb zeigte eine Steigerung der 0,1-Streckgrenze von 8,4 auf 9,8 kg/mm2, der 0,2-Streckgrenze von 9,9 auf 11,8 kg/mm' durch dreitägiges Anlassen bei 175 C.
5. Dieselbe Behandlung ergab bei einer Gusslegierung mit 2 % Al, 0,3 % Mn und 0,3 ,Wo Sb eine Steigerung der 0,1-Streck- grenze von 4,2' auf 5,9 kg/mm2, der 0,2- Streckgrenze von 5,25 auf 6,9 kg/mm2. 6.
Bei einer Magnesiumgusslegierung mit 7 % Aluminium und 0,7 % Mangan wurde durch Anlassen bei 240 C während 23 Stun den eine Erhöhung der 0,1-Streckgrenze von 8,25 auf 10,2 kg/mm2 erzielt, wogegen die 0,2-Streckgrenze durch dieselbe Wärmebe handlung von 9,7 auf 12,1 kg/mm' gebracht wurde.
7. Aus einer Magnesiumlegierung mit 8 Al, 0,5 % Zn und 0,3 % Mn wurden in einer eisernen Kokille Probestäbe von etwa 12 mm Durchmesser gegossen. Die 0,2@Streckgrenze betrug 10,3 kg/mm' und wurde durch eine 45stündige Wärmebehandlung bei 175 C auf 14,3 kg/mm@ erhöht.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erhöhung der Streckgrenze von hochprozentigen Magnesiumgusslegierun- gen, die Mangan und Aluminium enthalten, durch Anlassen, dadurch gekennzeichnet, dass Formgussstücke aus Magnesiumgusslegierun- gen mit einem Gehalt von 0,1 bis 2 % Man gan und 1 bis 8 % Aluminium ohne voraus gehende Vergütung bei höheren Temperatu ren einer Wärmebehandlung zwischen 100 und<B>250'</B> C unterworfen werden.UNTERANSPRUCH: Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, d#ass der Wärmebe handlung Formgussstüeke aus Magnesium- gusslegierungen mit einem Gehalt von 0,1 bis 2 % Mangan, 1 bis 8 % Aluminium und weniger als 4 % Zink unterworfen werden.
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