CH224414A - Verfahren zur Herstellung von Kunstfäden aus Polymerisaten auf nassem Wege nach dem Verfahren hergestellter Kunstfaden und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstfäden aus Polymerisaten auf nassem Wege nach dem Verfahren hergestellter Kunstfaden und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

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CH224414A
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Haas G M B H Roehm
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Roehm & Haas Gmbh
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Description


  Verfahren zur Herstellung von Kunstfäden aus     Polymerisaten    auf nassem Wege  nach dem Verfahren hergestellter Kunstfaden und Vorrichtung  zur     Durehführung    des Verfahrens.    Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung von Kunstfäden auf  nassem Wege aus     Polymerisaten    von die  Gruppe     CH2    - C  <  aufweisenden     Monomeren,     das dadurch gekennzeichnet ist, dass man den  Spinnstoff von unten her in eine in einem  mindestens annähernd vertikal angeordneten  Leitorgan von unten nach oben strömende  Flüssigkeit einführt und den gebildeten Fa  den am     obern    Ende des Behälters abzieht.  



  Aus der deutschen Patentschrift Num  mer 700     006/29b    ist es bekannt,     Polymerisate     von Homologen der     Acrylsäure    oder von  funktionellen Derivaten dieser Homologen  oder Mischungen vorgenannter     Polymerisate     von die Gruppe     CH2    = C  <  aufweisenden       Monomeren    mit oder ohne Zufügung anderer  organischer Stoffe zur Herstellung von Kunst  fäden zu benutzen, derart, dass man die durch  Auspressen aus engen Öffnungen in Faden  form überführte Spinnmasse durch geeignete  Mittel zum Erstarren bringt.

      Arbeitet man beim Verspinnen von Lö  sungen der erwähnten     Polymerisate    nach de*  Vorschlag der französischen Patentschrift  Nr.<B>837392</B> nach dem     Nassspinnverfahren        in     Spinntrichtern, dann zeigt sich, dass bei An  wendung der normalen     Triehteranordnung     das Spinnen auf unerwartete Schwierigkei  ten stösst, die mit dem meist geringeren     spez.     Gewicht des organische Lösungsmittel ent  haltenden Spinnstoffes aus obigen Substan  zen gegenüber Wasser oder     wässrigen    Lösun  gen zusammenhängen.

   Die zu feinen Fasern  geformte Spinnlösung besitzt, insbesondere  beim Anspinnen, die Neigung, nicht der strö  menden     Fällflüssigkeit    nach unten zu folgen,  sondern ihrem leichteren     spez.    Gewicht  entsprechend nach oben zu steigen. Es tritt  infolgedessen oft ein Verstopfen der Brausen  öffnungen ein. Die gleiche Schwierigkeit tritt  auf, wenn während des Spinnens die Fäden       reissen.      Beim Arbeiten nach dem erfindungs-      gemässen Verfahren wird das Anspinnen       bezw.    der gesamte Spinnvorgang bei Verwen  dung vorerwähnter Lösungen in überraschen  der Weise verbessert und vereinfacht.  



  Eine Vorrichtung zur Durchführung des  Verfahrens lässt sich in einfacher Weise da  durch herstellen, dass man einen zur Durch  führung des     Streckspinnverfahrens    an sich  geeigneten Spinntrichter um 180   umkehrt.  



  Infolge des konisch zulaufenden Spinn  kanals wird die     Badflüssigkeit    auch in die  sem Falle beschleunigt, so dass die gewünschte       Vorstreckung    der Fäden erfolgt. Dank ihrem  geringeren spezifischen Gewicht treten beim  Anspinnen oder später bei Fadenrissen wäh  rend des Spinnens niemals Schwierigkeiten  auf. Ein weiterer Vorteil dieser umgekehrten  Spinnvorrichtung besteht darin, dass ein Ab  spleissen     bezw.    Abschlagen von Einzelfasern  durch die Wucht des den Trichter verlassen  den Wasserstrahls ausgeschlossen ist.

   Dar  über hinaus liegt     ein    nicht zu unterschätzen  der     Vorteil        bei        Verwendung    dieses umge  kehrten Trichters     in    der Tatsache, dass der  Menge der je Zeiteinheit benutzten Fäll  flüssigkeit nach unten keine Grenzen gesetzt  sind.  



  In der beigegebenen Zeichnung ist     eine     Ausführungsform eines zur Durchführung  des erfindungsgemässen Verfahrens geeig  neten Trichters schematisch dargestellt.  



  In der Zeichnung bedeutet 1 einen Spinn  stoffbehälter, aus dem der Spinnstoff mit  tels der Pumpe 2 entnommen und durch die  Düse 3 in den mit     Fällbad    gespeisten Bad  behälter 4 gepresst wird. Das entstehende  Fadenbündel wird durch das von unten nach  oben strömende     Fällbad    durch den Trichter 5  geführt und am obern Ende des verlänger  ten Trichters bei 8 entnommen und der wei  teren     Verarbeitung        zugeleitet.    Das     Fällbad     tritt bei 6 in den     Badbehälter    ein, durch  strömt denselben von oben nach unten, um  alsdann in der Nähe der Düse 3 in den  Trichter 5 zu gelangen, in dem es unter Mit  nahme des Fadenbündels nach oben steigt,  wo es aus 7 abfliesst.

      Versuche ergaben; dass Fäden aus obigen  Stoffen von besonders wertvollen Eigen  schaften dadurch erhalten werden,     daB    man  sie einer mehr oder weniger grossen Nach  streckung     unterzieht.    Diese bewirkt, wie       experimentell    festgestellt wurde, eine bis über  das 20fache hinausgehende Bruchfestigkeits  steigerung bei gleichzeitiger Erhöhung der       Dehnung    und überdies     überraschenderweise     eine erhebliche Abnahme der Wärmedehn  barkeit. So erleiden     unverstreckte    Fäden bei  einer 5 Minuten     dauernden    Belastung, wie  z.

   B. 2 g bei 100   eine plastische Verformung  in Gestalt einer     Verlängerung    um 242     %,    sol  che Fäden dagegen, die eine Streckung von  400%     erfuhren,    nur eine Dehnung von<B>27%.</B>  



  Die     Verstreckungsvorrichtung    besteht,  wie üblich, entweder aus im Zickzack ange  ordneten, unbeweglichen Fadenführern oder  aus zwei     bezw:    mehreren Rollen, die mit ver  schiedener     Geschwindigkeit    laufen, und um  die das Faserbündel     herumgeführt    wird. Mit  gleich guter     Wirkung    kann man auch     zweck-          mässig        angeordnete    konische Rollen benutzen.  



  Die     Verstreckung    selbst erfolgt entweder  in Luft, da die Fäden unmittelbar nach ihrer  Koagulation noch über eine genügende Pla  stizität verfügen, oder in gegebenenfalls er  wärmten Bädern. Letztere Art der     Verstrek-          kung    ist leichter     beeinflussbar,    da man durch  die Wahl der Temperatur die gewünschte  Plastizität und damit auch die     Verstrek-          kungsfähigkeit    von     vornherein    festlegen  kann.  



  <I>Ausführungsbeispiel:</I>  1. Eine 25     %        ige        Aeetonlösung    eines durch  gemeinsame     Polymerisation    von 65 Teilen       Methylmethacrylat    und 35     Teilen        Methyl-          acrylat    oder     Vinylacetat        erhaltenen    Misch  polymerisates wird bei     Anwendung    einer  Spinnbrause mit 25 Löchern von 0,2 mm  Durchmesser mit Hilfe eines auf den Kopf  gestellten Spinntrichters in Wasser von 35  versponnen, wobei die     minutlich    abfliessende.

    Wassermenge 700     eins    beträgt. Die so gebil  deten Fäden werden durch     Vermittlung    von  Fadenführern zu den     freiliegenden    Streck  organen geführt und     in    freier Luft     um    200     %         gestreckt.     Als    Ergebnis erhält man Fäden,  deren Festigkeit und Dehnung weit über der  jenigen. der     ungestreckten    liegt.  



  2. Eine 30%ige     Acetonlösung    einer Mi  schung von 95 Teilen     Methylmethacrylat    und  5 Teilen     Phthalsäuredibutylester    als Weich  macher wird, wie in     Beispiel    1 angegeben,  verarbeitet. Die entstehenden Fäden besitzen  eine wesentlich grössere Festigkeit und Deh  nung als     ungestreckte    Fäden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCH: I. Verfahren zur Herstellung von Kunst fäden auf nassem Wege aus Polymerisaten von die Gruppe<B>CH"</B> = C < aufweisenden Monomeren, dadurch gekennzeichnet, dass man den Spinnstoff von unten her in eine in einem mindestens annähernd vertikal an geordneten Leitorgan von unten nach oben strömende Flüssigkeit einführt und den ge bildeten Faden am obern Ende des Behäl ters abzieht. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Polymerisate ver wendet werden, die durch gemeinsame Poly- merisation von untereinander verschiedenen Monomeren hergestellt wurden. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Polymethacryl- säuremethylester verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Mischungen von Polymerisaten mit Zusatzstoffen verwendet werden. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Mischungen von Polymerisaten mit Weichmachern verwendet werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass während des Spin nens die Geschwindigkeit der strömenden Flüssigkeit in dem Leitorgan in Richtung von unten nach oben vergrössert wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die Fäden in plastischem Zustande einer Nachstreckung unterzieht. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man den plastischen Zustand der Fäden durch Wärmewirkung herbeiführt. PATENTANSPRÜCHE: II. Kunstfaden, hergestellt nach dem Verfahren des Patentanspruches I. III. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein von unten nach oben sich verjüngendes Rohr als Leitorgan für die strömende Flüssigkeit aufweist.
CH224414D 1940-11-04 1941-09-25 Verfahren zur Herstellung von Kunstfäden aus Polymerisaten auf nassem Wege nach dem Verfahren hergestellter Kunstfaden und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. CH224414A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE974749C (de) * 1951-10-09 1961-04-27 Phrix Werke Ag Verfahren zur Herstellung von Faeden od. dgl. aus Polymerisaten des Acrylnitrils

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE974749C (de) * 1951-10-09 1961-04-27 Phrix Werke Ag Verfahren zur Herstellung von Faeden od. dgl. aus Polymerisaten des Acrylnitrils

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