CH227821A - Verfahren zur Untersuchung des Verformungszustandes eines Prüfkörpers auf röntgenographischem Wege. - Google Patents

Verfahren zur Untersuchung des Verformungszustandes eines Prüfkörpers auf röntgenographischem Wege.

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Description


  



  Verfahren zur Untersuchung des Yerformungszustandes eines Prüfkörpers auf   röntgenographischem    Wege.



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Untersuchung des Verformungszustandes eines Prüfkörpers auf   röntgenographischem    Wege.



   Bei einer elastischen Verformung irgendeines kristallinen Gefüges, zum Beispiel eines aus Metall bestehenden Werkstückes, erfahren die Kristalle je nach dem Verformungsgrad eine mehr oder minder starke homogene   Gitterverformung.    Aus der Änderung der Gitterabmessungen kann man auf die   Grole    der Verformung des kristallinen Gegenstandes schliessen. Es ist bekannt, diese homogenen Gitterverformungen, die ja   eine Xnde-    rung der Netzebenenabstände bedeuten, auf   röntgenographischem    Wege zur Verformungsund damit auch zur Spannungsmessung zu verwenden. Die Aufnahmen können als   Rück-      strahlaufnahmen    mit einem ebenen, kegelförmigen oder zylindrischen Film durchgeführt werden.



   Die genaue Auswertung des Verfahrens erfordert die Ausmessung der Interferenzen auf mindestens       0,01   mm.    Besonders in zwei Fällen bereitet die Ausmessung der Interferenzen grosse Schwierigkeiten bezw. wird sie sogar ganz unmöglich. Bei dem einen Fall handelt es sich um die Verformung von äusserst feinkristallinen Gefügen oder von solchen Gefügen, deren Gitter sehr stark gestört sind, wie zum Beispiel von ge  härteten    oder hochvergüteten Stählen. Im zweiten Fall handelt es sich um Werkstücke, die ein verhältnismässig grobkristallines Gefüge aufweisen. Derartige grobe Gefüge bestehen aus Kristalliten, deren   Eantenlänge    etwa   10, u    oder mehr beträgt.



   Im erstgenannten Fall sind die Interferenzen, die man erhält, sehr verwaschen.



  Dies macht eine exakte Bestimmung des Schwärzungsmaximums praktisch unmöglich.



  Im zweiten Fall erhält man durch den zu sätzlichen Einfluss der   Brechung    der   Rönt-    genstrahlen an den Kornoberflächen der   gro-    ssen Kristallite Interferenzen, die von der theoretischen Lage erheblich abweichen   kön-    nen und damit eine präzise Bestimmung der Gitterkonstanten unmöglich machen.



   Abgesehen von den genannten Fällen ist eine Verformungsmessung mit den üblieherweise zu diesem Zweck verwendeten grossen   Glanzwinkeln    dann nicht durchführbar, wenn keine geeignete Röntgenstrahlung zur Ver  fügung    steht, um von dem untersuchten Werkstoff Interferenzen mit einem Glanzwinkel von nahezu   90  zu    erreichen. Dies ist zum Beispiel der Fall bei der Prüfung von Legierungen, die Titan enthalten.



   Bei einem andern ebenfalls bekannten Verfahren erfolgt die Bestimmung des Verformungszustandes durch Messung der Breite der Interferenzpunkte in tangentialer Richtung. Die Aufnahmen können als   Rück-    strahlaufnahmen mit Planfilm,   Kegelfilm    oder Zylinderfilm durchgeführt werden. Dieses bekannte Verfahren ist naturgemäss nur auf solche Werkstoffe beschränkt, die im Rückstrahlverfahren Interferenzen liefern, die in einzelne   Interferenzpunkte      aufgelost    sind. Es versagt zum Beispiel bei allen   ge-    härteten und legierten   Stahlen.   



     SchlieBlich    ist es auch bekannt, den Verformungszustand durch Messung der Breite der kantig begrenzten Interferenzlinien zu untersuchen. Dieses Verfahren setzt eine scharfe   Linienbegrenzung    der Interferenzlinien des Prüfkörpers voraus. Es versagt dann, wenn keine scharfe   Linienbegrenzung    vorhanden ist, zum Beispiel bei allen Elementen mit hoher Ordnungszahl, zum Beispiel Blei.



   Bei Werkstücken, die keine kristalline Struktur besitzen, wie etwa Holz, Glas, Gummi usw., schaltet   eine röntgenogra-    phische   Verformungsmessung    nach den bisher bekannten Methoden von vornherein aus.



   Die   Erfindung zeigt einen A\reg. wie mall    der aufgezeigten   Sehwierigkeiten    Herr werden kann, und besteht darin, dass mindestens ein Teil des Prüfkörpers mit einem festhaftenden, der Verformung des   Prtifkörpers    fol  genden,    kristallinen Überzug versehen wird und dass der   Verformungszustand    des Prüfkörpers durch rontgenographische. Messung des Verformungszustandes des Uberzugstoffes untersucht wird.



   Zweckmässig wird dafür Sorge getragen dass der   tberzug in    einer   zusammenhängen-    den Form auf den Prüfkörper aufgebracht wird. Man wird selbstverständlich den   tuber-    zugstoff so auswählen, dass sein thermischer Ausdehnungskoeffizient möglichst nicht wesentlich von demjenigen des Grundstoffes abweicht. In den meisten Fällen wird man einen Metallüberzug, und zwar aus reinem oder legiertem Metall benutzen, der in verschiedener Art und Weise auf den zu untersuchenden Prüfkörper aufgebracht werden kann, zum Beispiel auf elektrolytischem Wege, durch   Isathodenzerstäubung    durch Spritzen, Tauchen usw.



   Die   KorngrössedesÜberzugstoffesrichtet    sich nach der Art des   röntgenographischen      Untersuchungsverfahrens, das benutzt    wird.



  So erfordert zum Beispiel eine Untersuchung durch Messung der Änderungen des Netzebenenabstandes im allgemeinen einen Überzugsstoff, der besonders feinkörnig ist.



   Vorteilhaft wird die   rontgenographische      Verformungsmessung mit    einer   Strahlungs-      art durchgefiihrt, die    mit dem jeweiligen Uberzugstoff hauptsächlich Interferenzen eines   GHanzwinkeIs      vonnahezu90"ergibt.   



  Bei dieser Ausführungsform des Verfahrens werden Interferenzen erzielt, die sich besonders einfach und exakt   ausmessen    lassen.



   Beispiele von   Uberzugsstoffen und    von   Iiöntgenstrahlungen, mit    denen sich hauptschlich Interferenzen eines   Glanzwinkels    von nahezu   90  erzielen    lassen, sind etwa folgende : 
Bei dem Verfahren nach der Erfindung werden nicht mehr die verformten Gitter des Werkstoffes selbst zur Messung herangezogen, sondern es werden die Verformungen der auf den Werkstoffen niedergeschlagenen festhaftenden Überzüge gemessen.

   Dadurch können Werkstoffe, deren Gitter bisher eine exakte Ausmessung sehr erschwerte bezw. unmöglich machte oder die überhaupt keine Gitter besitzen, nunmehr   rÏntgenogra-    phisch untersucht werden.   l3ieraus ergibt    sich der weitere Vorteil, dass die verschiedensten Werkstoffe bei Verwendung des gleichen   'Uberzuges    und der gleichen Strahlenart stets unter gleichen Aufnahmebedingungen und dadurch mit der gleichen Messgenauigkeit untersucht werden können.

Claims (1)

  1. PATENTAN SPRUCH : Verfahren zur Untersuchung des Verformungszustandes eines Prüfkörpers auf ront genographischem Wege, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Prüf- körpers mit einem festhaftenden, der Verformung des Prüfkörpers folgenden, kristallinen Überzug versehen wird und daB der Verformungszustand des Prüfkörpers durch röntgenographische Messung des Verfor mungszustandes des Uberzugstoffes untersucht wird.
    UNTERANSPRtCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungszustand des Prüfkörpers durch Messung der Änderung der Netzebenenabstände des tuber- zugstoffes untersucht wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungszustand des Prüfkörpers durch Messung der peripheren Breite der vom Uberzugstoff bewirkten Röntgenstrahlen-Interferenzpunkte untersucht wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungszustand des Prüfkörpers durch Messung der Breite der vom Uberzugstoff bewirkten Rönt- genstrahlen-Interferenzlinien untersucht wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Prüfkörper ein Überzug aus reinem Metall aufgebracht wird.
    5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Prüfkörper ein Überzug aus legiertem Metall aufgebracht wird.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen desUberzugstoffeselektrolytisch erfolgt.
    7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen des Überzuges durchEathodenzerstäubung erfolgt.
    8. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Durchführung der röntgenographischen Untersuchung eine Röntgenstrahlung verwendet wird, die mit dem jeweiligen Uberzugstoff hauptsächlich Interferenzen eines Glanzwinkels von nahezu 90 ergibt.
    Uberzugstoff Strahlung Glanzwinkel Gold Zn- : Ka, 84 25'51" Gold Ni-K a t 84 42'45" Silber Ni-K at 83 38'14" Silber Zn-K 83 24'6" Kupfer Co-ga 1 81 42' Wickel Fe-Kp 85 29'36"3 Molybdän Ni-K a t 80 12'46"
CH227821D 1941-12-01 1942-07-13 Verfahren zur Untersuchung des Verformungszustandes eines Prüfkörpers auf röntgenographischem Wege. CH227821A (de)

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BE446516A (fr) 1942-08-31

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