CH238761A - Verfahren zum Abtöten von Mikroorganismen in Produkten. - Google Patents

Verfahren zum Abtöten von Mikroorganismen in Produkten.

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CH238761A
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Description


  Verfahren zum     Abtöten    von     Nikroorganismen    in Produkten.    Die vorliegende Erfindung betrifft ein  Verfahren zum Abtöten von Mikroorganismen  in. Produkten, welche Produkte an sich nicht  die Möglichkeit einer     Auskeimung    der Sporen  bieten, sondern unter solche Züchtungsbedin  gungen gebracht werden, dass allfällig vor  handene Sporen auskeimen können, wonach  das so erhaltene Material sterilisiert wird.  Die Produkte können organische Stoffe jeder  Art oder Stoffe mit organischen Konstituen  ten sein, die Mikroorganismen, Bakterien,  Pilze oder Sporen enthalten, wie Därme für       Katgut,    Fasern und Haare.  



  Die bisher allgemein zur Anwendung ge  brachten Verfahren zum Sterilisieren eines       sporenhaltigen    Materials oder eines von Spo  ren verunreinigten Materials, z. B. Därme für       Katgut,    weisen den Nachteil auf, dass sie  keine vollkommene Sterilisierung, sondern  nur eine     gewisse        Desinfizierung    gewährlei  sten, weil sie nicht die     widerstandsfähigen     Bakteriensporen, z. B.     .Sporen    der Milzbrand-,    Starrkrampf- und     Gasödembazillen,    töten. Es  hat sich z.

   B. gezeigt, dass die allgemein käuf  lichen     Katgutfäden,    die man auf verschiede  nen Stufen der Bereitung durch Erwärmung,  gegebenenfalls zu     wiederholten    Malen, auf  120-150  in organischen     Flüssigkeiten    oder  dergleichen zu desinfizieren gesucht oder in  irgendeiner desinfizierenden Flüssigkeit,     z.B.     einer Jodlösung, behandelt hat, reich an wi  derstandsfähigen     Sporenbildnern    sind, die  auch nicht durch eine gegebenenfalls vom  Arzt vorgenommene weitere     Desinfizierung     getötet werden.

   Überdies leidet die Qualität  der organischen Stoffe stark durch die Be  handlungen, insbesondere die Wärmebehand  lungen,     denen    sie ausgesetzt werden; das     Kat-          gut    bekommt z. B. eine verhältnismässig ge  ringe Zugfestigkeit, weshalb es im Gebrauch  leicht zerreisst. Diese Mängel werden durch  das vorliegende Verfahren beseitigt.  



  Nach dem vorliegenden Verfahren wird  das Material, z. B. das rohe Darmmaterial,      für die     Kaigutherstellung    so behandelt, dass  etwaige Sporen der     sporenbildenden    Mikroben  auskeimen können, und die Züchtung wird     i.n     so kurzen Zeitspannen ausgeführt, dass die  Sporen zwar auskeimen, den Mikroben jedoch  nicht die Zeit gelassen wird, um neue wider  standsfähige Sporen zu bilden, wonach die  Mikroben dadurch getötet werden, dass das  Material einem folgenden     Desinfizierungs-          oder        Sterilisierungsvorgang    ausgesetzt     wird,     der infolge des Zustandes, in welchen die Mi  kroben nunmehr gebracht worden sind,

       nicht     die Tötung     widerstandsfähiger    Sporen anzu  streben braucht. Da es sich lediglich darum  handelt, vegetative     1Llikrobeformen    zu töten,  die der Sterilisierung leichter zugänglich sind  als die widerstandsfähige     Sporenform,    lässt  sich mittels eines geeigneten Verfahrens so  wohl erreichen, dass die     Sterilisierung    eine  vollständige wird, als dass das Material dabei  nicht wesentlich beeinflusst wird.  



  Es wurde bereits versucht, eine zuver  lässigere     Katgutsterilisierung    dadurch     zii    er  reichen,     da.ss    man vor diesem Vorgang das  Darmmaterial in einer Nährflüssigkeit züch  tete - wie in den Beschreibungen der deut  schen Patente Nr. 600512 und 612968 an  gegeben.

   Es hat sich aber um langwierige,  mindestens 4     bezw.    10 Tage dauernde Züch  tungen gehandelt, bei denen reiche     Möglicb-          keiten    einer erneuten     Sporenbildung    bestehen,  welche Sporen nicht leichter durch die fol  gende     Desinfizierung    getötet werden,     ivesha        1b     hierdurch keine zuverlässigere     Sterilisierung     als ohne die vorherige Züchtung und jeden  falls keine vollständige Sterilität erreicht  werden dürfte.

   Dabei wird überdies das     14late-          rial    während der langwierigen Beeinflussung       seitens    der Nährflüssigkeit und der darin  wachsenden Mikroben geschwächt, die u. a.  die Bildung alkalischer Zersetzungsprodukte  verursachen, die das ersterwähnte Patent  durch Zugabe einer Säurequelle zu neutrali  sieren erstrebt. Keines der beiden     Patente    ist  übrigens noch in Kraft.  



  Die vorliegende Erfindung ist dadurch  gekennzeichnet, dass man die     Bebrütung    zu  dem Zeitpunkt unterbricht, an welchem alle    Sporen,     anaerobe    wie     aerobe,    zum Auskeimen  gelangt sind, während neue resistente Sporen       nocb    nicht gebildet sind, das Ganze derart,  dass das     Produkt    selbst durch die Behandlung  nicht wesentlich beschädigt wird. Die eigent  liche     Bebrütungsdauer    kann so gewählt wer  den, dass sie kürzer ist als '72     Stunden.    Sie  kann oft zweckmässig     \weniger    als 24 Stunden  betragen.

   Bei einer     geeigneten    Ausführungs  form des     Verfahrens    erstreckt sich die     Be-          brütungsdaiier    auf weniger als eine bis     höch-          siens    4-6 Stunden, wobei man oft zweck  mässig     Leberbouillon    oder andere die Aus  keimung der Sporen fördernde Nährböden  oder Substanzen verwendet.  



  Die Behandlung kann, gegebenenfalls  nach erforderlicher     Vorbehandlung    der Ware,  dadurch vorgenommen werden, dass dieselbe  in     einem        Ziichtungsapparat    bei geeigneten,       gegebenenfalls    wechselnden Temperaturen  und mit     einem    oder mehreren geeigneten, ge  gebenenfalls     sauerstoffbindende    Mittel ent  haltenden Nährboden angebracht wird. Diese  Mittel     können    organische oder anorganische  Chemikalien oder organische Substanzen, z. B.       Gewebestüclze,    sein.

   Die Züchtung kann unter       wechselnden    Atmosphären, unter     aeroben    und  anaeroben Verhältnissen - z. B. unter Was  serstoff,     liolilendiorvd,    Stickstoff, Sauer  stoff     usw.    oder     @liscliungen    solcher Gase   oder im     Vakuum    erfolgen. Danach     wird    mit       mikrobentötenden    Mitteln, z. B. Chemikalien  oder ultraviolettem Licht oder     besonderen     Formen von     Wärmesterilisierung    behandelt,  wodurch sämtliche Mikroben, auch die aus  gesprossten Sporen, getötet werden.

   Diese Be  handlung     \vi.rd    gegebenenfalls ausgeführt,       nr,chdem    die Ware von Nährflüssigkeit be  freit ist. Die     Wärmebebandlung    kann bei  spielsweise an der schnell     getrockneten    Ware       vorgenommen        werden.    Durch die schnelle  Trocknung werden die     sporenbildenden    Bak  terien keine oder nur wenige,     geschwächte     und nur wenig widerstandsfähige Sporen bil  den, die durch die     Wärmebehandlung    leicht  getötet werden.

   Häufig wird es zweckmässig  sein, die     Wasserstoffionenkonzentration    wäh  rend der     Züclitunig    zu ändern.      In gewissen Fällen mag die Wäre solcher       Beschaffenheit    sein, dass sie sich nicht in  einem besonderen Nährboden für die Züch  tung anbringen lässt, noch darin angebracht  zu werden braucht. Durch Zugabe geeigneter  Stoffe, Änderung der     Wasserstoffionenkon-          zentration    während der Züchtung oder durch  sonstige Behandlung kann man sie dazu brin  gen, an sich geeignete Möglichkeiten der     Spo-          renauskeimung    darzubieten und sozusagen  selbst als Nährboden zu wirken.

      Um mit der grösstmöglichen Sicherheit  arbeiten zu können, mag es in gewissen Fäl  len erwünscht sein, das Material der erwähn  ten Züchtung mit folgender Sterilisierung  zwei- oder mehrmal zu unterwerfen. Sind       Chemikalien        für    die     Sterilisierung        zur    An  wendung gebracht, müssen sie vorher elimi  niert, z. B. neutralisiert,     vernichtet    oder so  weit entfernt werden, dass eine wiederholte  Züchtung stattfinden kann. Man kann bei den  wiederholten Züchtungen und Sterilisierun  gen gegebenenfalls die benutzten Behand  lungsvorgänge ändern, z. B. während längerer  Zeit,     in    andern Nährflüssigkeiten züchten  <B>USW.</B>  



  Bei der Sterilisierung von     Katgut    hat es  sich erwiesen,     da.ss    das     im    Beispiel angeführte  Verfahren mit einer einzigen Züchtung und  einer folgenden     Sterilisierung    die vollständige  Tötung aller im Ausgangsmaterial vorkom  menden Mikroben bewirkt, indem man durch  umfassende     Kontrollzüchtungen    in verschie  denen besonders geeigneten Nährflüssigkeiten  unter sowohl     aeroben    als verschiedenen an  aeroben Verhältnissen während Zeiträumen  bis zu einem Monat kein     Mikrobenwachstum     irgendwelcher Art nachweisen konnte.  



  Wird das Verfahren auf einer frühen  Stufe der Bereitung der betreffenden Ware  zur Anwendung     gebracht    - wie im Beispiel  betreffend das     Kaigut    - muss die weitere  Behandlung der Ware steril oder vorzugs  weise steril erfolgen und     im    letzteren Fall  durch eine     nachherige    Sterilisierung abge  schlossen werden, die jedoch keine grossen  Anforderungen stellt, da man sich leicht    sichern kann, dass das     Material    nur mit nicht       sporenbildenden    Luftbakterien und derglei  chen infiziert oder verunreinigt wird, die sich  leicht töten lassen.  



  Die nach dem Verfahren sterilisierten       Eatgutfäden    konnten somit nach einer nur  teilweise sterilen Weiterverarbeitung in so  schonender Weise nachsterilisiert werden,  dass die Zugfestigkeit der fertigen Ware der  des gewöhnlichen Kaigutes um 30-100  überlegen ist. Das Verfahren ergibt somit  ausser einer durchaus sterilen Ware auch die  Herstellung eines sehr starken     gatgutes     Hierzu     kommt    noch, dass man ausser den jetzt  allgemein zur Anwendung gelangenden Schaf  und Hammeldärmen häufig auch weit billi  gere, leicht resorbierbare Darmsorten, z. B.

    Schweinedärme, anwenden kann, die bisher  nicht zur Anwendung gelangen konnten, weil  sie durch die bisher benutzten     Sterilisierungs-          verfahren    zu stark geschwächt wurden, oder  aber man kann Därme zur Anwendung brin  gen, die bisher wegen eines zu grossen Bak  teriengehaltes als unbrauchbar verworfen       wurden.     



  Ausser für     Katgut    kann     das.    Verfahren  auch vorteilhaft zur Sterilisierung, u. a. von  Bürsten, Haaren und Fasern jeder Art und  Form in unbearbeitetem und bearbeitetem  Zustand zur Anwendung gelangen. In diesem  Zusammenhang sei angeführt, dass es bisher  mit grossen     .Schwierigkeiten    verbunden war,  tierische Bürsten und Haare, die Milzbrand  sporen enthalten, in effektiver Weise zu steri  lisieren. In mehreren Fällen sind daher in  folge der Anwendung nicht genügend des  infizierter Bürsten und Haare, z. B. für. Ra  sierpinsel,     grankheits-    und Todesfälle ein  getreten.  



  Von andern praktisch wertvollen Anwen  dungsgebieten sei ferner die Sterilisierung  von aus tierischen Organen oder pflanzlichen       Ausgangsmaterialien    gewonnenen Erzeug  nissen, z. B. Hormonpräparaten und Konser  ven erwähnt. Die Sterilisierung wird vor  zugsweise in einer die Ware schonenden  Weise vorgenommen.

             Beispiel:     Schafdärme werden in an sich bekannter  Weise vorbehandelt, bis sie durch Schaben  von überflüssigem Material befreit und in  passenden Längen abgemessen sind, an deren       Enden    die gewöhnlichen     Bindfadenschlingen     befestigt sind, wonach sie in     ZiiehtungsgIii-          sern    mit frisch ausgekochtem Leberbouillon,  dessen     Wasserstoffionenkonzentration    gleich       p$    7,6 ist, so angebracht werden, dass das  ganze Material von der Nährflüssigkeit be  deckt ist.

   Danach wird das Züchtungsglas in  einem mittels einer     Ölpumpe    auf Vakuum  ausgepumpten     Zeisslerbehälter    angebracht  und während 3 Stunden im Thermostat bei  37  belassen. Dann wird das     Ziichtungsglas     aus dem     Zeisslerbehälter    genommen und bleibt  nun 1-2 Stunden unter     aeroben    Verhältnis  sen im Thermostat bei 37 . Das Material wird  alsdann in eine Lösung von Jod 1 %     -j-        Jod-          kalium        1r/2    % in sterilem Wasser, in sterilen  Glasbehälter gegossen, eingebracht, worin es  während     24-48    Stunden behandelt wird.

    Nach dieser Behandlung wird das Material  steril in einen Behälter mit steriler Lösung  von 10%     Natriumtiosulfat        -f-    1 % Natrium  karbonat in Wasser eingebracht und während  24 Stunden darin behandelt,     wodureli    der  grösste Teil des Jodes vom Material entfernt  -wird. Das Material wird alsdann in einen Be  hälter mit sterilem Wasser zwecks     Auswässe-          rung    eingebracht. Das Züchtungsergebnis  lässt sich durch wiederholte,     vorzugsweise     während eines längeren Zeitraumes erfolgte  Züchtung nachprüfen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Abtöten von Mikroorga nismen in Produkten, welche Produkte an sich nicht die Möglichkeit einer Auskeimung der Sporen bieten, sondern unter solche Züch tungsbedingungen gebracht werden, dass all fällig vorhandene Sporen auskeimen können, wonach das so erhaltene Material sterilisiert wird, dadurch gekennzeichnet, da.ss man die Bebrütung zu dem Zeitpunkt unterbricht, an welchem alle Sporen, anaerobe wie aerobe, zum Auskeimen gelangt sind, während neue resistente Sporen noch nicht gebildet sind, das Ganze derart, dass das Produkt selbst durch die Behandlung nicht wesentlich beschädigt wird. UNTERANSPRMHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Bebrüt.ungs- dauer kürzer ist als 72 Stunden. <B>2</B>. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Bebrütungs- dauer kürzer ist als 24 Stunden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Bebrütungs- dauer sich von weniger als 1 Stunde bis höch stens 4-6 Stunden erstreckt.
    4. Verf ihren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Ware mit der artigen Stoffen in Berührung gebracht wird, so dass die Ware selbst geeignete Möglichkei ten der Auskeimung der Sporen darbietet. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ware mit solchen Stoffen, die sie be züglich ihrer Wasserstoffionenkonzentration ändern, in Berührung gebracht wird, so dass die Ware selbst geeignete Möglichkeiten der Auskeimung der Sporen darbietet. 6. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung in mehreren verschiedenen Nährböden vorge nommen wird. 7.
    Verfahren nach Patentanspriieh, da durch gekennzeichnet, dass der Nährboden sauerstoffbindende Stoffe enthält. B. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre vorgenommen wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, class die Züchtung unter sauerstoffreier Atmosphäre vorgenom men wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung im Vakuum vorgenommen wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung ab- wechselnd unter sauerstoffhaltiger und sauer- stoffreier Atmosphäre vorgenommen wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung unter wechselnden Temperaturen vorgenommen wird. 1d. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung bei wechselnden Wasserstoffionenkonzentratio- nen vorgenommen wird. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilisierung ausgeführt wird, nach- dem die Ware vom Nährboden befreit worden ist. 15. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Sterilisie- rungsvorgang an der schnell getrockneten Ware ausgeführt wird. 16.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Züchtung und der Sterilisierungsvorgang wiederholt wer den, nachdem die vorher zur Tötung zur An wendung gebrachten Chemikalien unwirksam gemacht worden sind.
CH238761D 1941-05-20 1942-04-22 Verfahren zum Abtöten von Mikroorganismen in Produkten. CH238761A (de)

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