CH241652A - Verfahren zur Darstellung eines Thiophanabkömmlings. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines Thiophanabkömmlings.

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CH241652A
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F Hoffmann- Aktiengesellschaft
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Hoffmann La Roche
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  Verfahren zur Darstellung eines     Thiophanabkömmlings.       Das     Biotin,    welches für viele Organismen  von lebenswichtiger Bedeutung ist, wurde als  Abkömmling des     3,4-(2'-Oxo-tetrahydroimid-          azol)-thiophans    erkannt.  



  Es wurde nun gefunden, dass man für die  Herstellung von in     2-Stellung        einen        Alkyl-          rest    oder einen     co-substituierten        Alkylrest     tragenden     Abkömmlingen        Thiophan-on-(3)-          carbonsäureester    als Ausgangsverbindungen       verwenden        kann.    Als     Substituenten        kommen     neben     Alkylresten    auch z.

   B.     co-Oxyalkyl-,          o)-Alkoxyalkyl-,        co-Aryloxyalkyl-        oder_co-Ha-          logenalkylreste    in Betracht.  



  Man führt die     Thiophan-on-(3)-carbon-          säureester    (I), die in der     2-Stellung    einen ge  eigneten     Substituenten    tragen, zunächst z. B.  mit Hilfe von Blausäure in die entsprechenden       Cyanhydrine        (II)    über. Letztere werden, z. B.  ohne weitere     Reinigung,    verseift und die ent  stehenden     Dicarbonsäuren        (IH)    verestert. Die  in     2-Stellung    substituierten -     3-Oxy-thiophan-          3,4-dica.rbonsäureester    (IV) sind destillier-    bare Öle.

   Bei der Umsetzung mit Halogeniden  des Phosphors und des Schwefels, z. B.     Thio-          nylchlorid,    gehen sie in die     3-Chlorester    (V)  über. Durch reduzierende Mittel kann das  Halogen eliminiert werden, wobei man die in  der     2-Stellung    substituierten     Thiophan-3,4-          dicarbonsäureester        (VI)    erhält.

   Von diesen  gelangt man zu den entsprechenden Säure  aziden, indem man mit     Hydrazinhydrat    die       Hydrazide        (VII)    herstellt und diese mit Na  triumnitrit umsetzt.     Aus    den     Aziden        (VIII)     erhält man durch Erwärmen mit Alkoholen  die in der     2-Stellung    substituierten     3,4-Di-          (carbäthoxyamino)-thiophane    (IX) und diese  gehen beim Erwärmen mit Halogenwasser  stoffsäuren, z.

   B.     Bromwasserstoffsäure,    in  die Salze der entsprechenden in der*     2-Stelle     substituierten 3,4 -     Diamino    -     thiophane    (X)  über. Durch     Verrühren    mit     Phosgen    in  schwach alkalischer Lösung, erhält man     aus          ihnen    die     3,4-(2'-Oxotetrahydroimidazol)-2-          X-thiophane    (XI).

      
EMI0002.0001     
    In diesen Formeln bedeuten: R = niederes     Alkyl     X =     Alkylrest    oder     co-subst.        Alkylrest.       Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur Darstellung eines     Thio-          phanabkömmlings,    welches dadurch gekenn  zeichnet ist, dass man auf     2-Methyl-3-oxo-          thiophan-4-carbonsäureäthylester    ein     Cyanid     einwirken lässt, das gebildete     Cyanhydrin     verseift, die entstandene     Carbonsäure    ver-         estert,

      auf den Ester nacheinander ein     Ha-          logenierungsmittel    und ein Reduktionsmittel  einwirken lässt, den entstandenen     Dicarbon-          säureester    mit     Hydrazinhydrat    umsetzt, auf  das gebildete     Hydrazid        Natriumnitrit    einwir  ken lässt, das erhaltene     Azid    durch     Einwir-          kung    von Alkohol zum     Diurethan    abbaut,      dieses durch     Säureeinwirkung    spaltet und das       Spaltprodukt    mit     Phosgen    umsetzt.

    



  Das bisher unbekannte     3,4-(2'-Ogo-tetra-          hydro-imidazol)-2-methyl-thiophan    ist eine  farblose, kristalline     Verbindung,    welche bei  längerem Erhitzen auf 350-360  verkohlt.  Sie ist in Alkohol und Essigsäure     leieht,    in  Aceton schwerer, in Äther; Benzol und  Wasser schwer     löslich.    Sie soll als     Zwischen-          produkt    zur Herstellung     pharmazeutisch        ver-          tvendbarer    Stoffe mit der Wirkung des  Biotuns verwendet werden.

      <I>Beispiel:</I>  Zu einer Lösung von 188 Gewichtsteilen  2 -     Methyl    - 3 -     oxo    -     thiophan    - 4 -     carbonsäure-          äthylester    in 500     Volumteilen    Äther gibt  man 80     Gewichtsteile        fein    gepulvertes     .Ka-          liumcyanid.    Unter Rühren und gutem Kühlen  tropft man     nun    90     Volumteile    konzentrierter  Salzsäure innerhalb     etwa    2     Stunden    ein.

    Hierauf wird der Äther verdampft, der zu  rückbleibende     2-Methyl-3-oxy-3-cyan-thio-          phan-4-carbonsäure-äthylester    mit 300     Vo-          lumteilen    Äthylalkohol und 300     Volumteilen     konzentrierter Salzsäure versetzt und dadurch  verseift, dass man zunächst langsam den Al  kohol     abdestilliert    und hierauf noch 2 Stun  den im siedenden Wasserbad hält.

   Durch       Einengen    im Vakuum gewinnt man die  2 -     Methyl    -3-     oxy-thiophan    -3,4-     dicarbonsäure,     die ohne weitere     Reinigung    mit Hilfe- von       Äthylalkohol    und Salzsäure in den     2-Methyl-          3    -     ogy    -     thiophan    - 3,4 -     dicarbonsäure    -     diätlhyl-          ester    übergeführt     wird.    Er siedet unter  0,05 mm von 10l-102  als fast farbloses,  dickflüssiges 01.  



  262 Gewichtsteile     2-Methyl-3-oxy-thio-          phan-3,4-dicarbonsäure-diäthylester    werden  in 500     Volumteilen    Chloroform gelöst- und       nacheinander    unter guter     Eiskühlung        mit     80 Gewichtsteilen     Pyridin    und 119 Gewichts  teilen     Thionylchlorid    versetzt.

   Man lässt zu  nächst 2     Stunden    stehen und erwärmt hierauf  im kochenden Wasserbad     etwa    40 Minuten  bis zum Aufhören der     Gasentwicklung.     Darauf wird auf Eis gegossen, im Scheide  trichter getrennt und mit Wasser und ver-         dürinter        Södalösung    bis zum Eintritt neutra  ler Reaktion gewaschen. Der vom     Chloroform          getrennte        2-Methyl-3-chlor-thiophan-3,4-di-          carbonsäure-diäthylester    siedet unter 0,1 mm  von     100-102 .     



  Zu einer Auflösung von 280 Gewichts  teilen 2 -     Methyl    - 3 - chlor -     thiophan    - 3,4 -     di-          carbonsäure-diäthylester    in 4000     Volumteilen          80%iger    Essigsäure werden<B>186</B> Gewichts  teile     Natriumjodid-hydrat    gefügt     und    unter  Rühren innerhalb etwa 4 Stunden insgesamt  1400     Gewichtsteile'    Zinkstaub in kleinen       Portionen    eingetragen. Jedes Mal tritt  schwache Erwärmung ein.

   Nach weiterem  Verrühren während     etwa    12 Stunden wird  vom Zinkacetat getrennt, die Essigsäure  durch Destillation entfernt und der Rück  stand nach     gründlichem    Waschen mit Wasser  und     Sodalösung    im Vakuum destilliert. Der       2-Methyl-thiophan-3,4-dicarbonsäure-diäthyl-          ester    siedet unter 0,02 mm von 88-90  als  farbloses 01.  



  246 Gewichtsteile     2-Methyl-thiophan-3,4-          dicarbonsäure-diäthylester    werden in 250     Vo-          lumteilen        abs.    Alkohol gelöst und die Lösung  mit 50     Gewichtsteilen        Hydrazinhydrat    etwa  10     Stunden    am     Rückfluss    erwärmt. Nach  einiger Zeit beginnt das     Hydrazid    auszufal  len.

   Der     Niederschläg    vermehrt sich im Ver  laufe des     Erhitzens.    Nach dem     Abkühlen;     wird das     2-Methyl-thiophan-3,4-dicarbon-          säure-dihydrazid    abgetrennt und aus heissem  Wasser umgelöst. Es schmilzt bei 241-242   unter vorherigem Sintern.  



  Man     überschichtet    unter Rühren und  Kühlen     eine    Lösung von 218 Gewichtsteilen  2 -     Methyl    -     thiophan    - 3,4 -     dicarbonsäure    -     di-          hydrazid        in    670     Volumteilen    3 n Salzsäure  mit 2000     Volumteilen    Äther und tropft eine  Lösung von 140 Gewichtsteilen Natrium  nitrit in     .800        Volumteilen    Wasser zu. Das  entstehende     Säureazid    ist ätherlöslich.

   Die  Ätherlösung wird nach beendeter Umsetzung  von der Salzlösung getrennt, der Äther ver  jagt und das als leicht gelbliches 01 zurück  bleibende 2 -     Methyl    -     thiophan    - 3,4 -     dicarbon-          säure-diazid    mit 2000     Volumteilen        abs.    Al  kohol versetzt. Die klare     Lösung    wird     auf         etwa     65     erwärmt, bei welcher     Temperatur     starke     Stickstoffentwicklung    einsetzt. Diese  ist nach etwa 30     Minuten    beendet.

   Die klare,  fast farblose Lösung wird mit Wasser bis  zur     beginnenden        Trübung    versetzt und     ab-          gekühlt.        Durch        Nutschen        wird    das farblose,  in feinen     Nädelchen        kristallisierende        2-Me-          thyl-3,4-äi-(carbäthoxyamino)-thiophan    vom       Schmelzpunkt    182-183  gewonnen.  



  . Man erwärmt 276     Gewichtsteile    dieses       Urethans    zusammen mit 2760     Volumteilen     45     %igei        Bromwasserstoffsäure    bis     zum    Auf  hören der     Kohlensäureentwicklüng    etwa  1 Stunde auf 105-1l0 : Beim     Einengen    im  Vakuum bleibt das     2-Methyl-3,4-diamino-          thiophan-dihydrobromid    als feste Masse zu  rück: Es kann aus verdünntem Aceton oder       verdünntem        Alkohol    umgelöst werden.

   Die  farblosen, 2     Kristallwasser    einschliessenden       Kristalle    schmelzen unter Zersetzung bei  225-227 . Das     Diamin    ist durch folgende  Derivate     charakterisiert.     



  Das 2 -     Methyl    - 3,4 -     diureido    -     thiophan          schmilzt    bei 262  unter Zersetzung. Das  2 -     Methyl    - 3,4 -     diamino    -     thiophan    -     dipikrat     schmilzt bei 243  unter     Zersetzung.    Das  2     -Methyl    - 3,4 -     di-        (benzoylamino)        -thiophan          schmilzt    bei 271-272 . Das     2-Methyl-3,4-di-          (acetylamino)-thiophan    schmilzt bei 260 bis  261 .  



  330 Gewichtsteile     2-Methyl-3,4-diamino-          thiophan-dihydrobromid    werden     in    2000     Vo-          lumteilen        n-Natronlauge    gelöst     und    unter       Kühlen    gut verrührt.

   Zu der Lösung tropft  man gleichzeitig so, dass     immer    schwach  alkalische Reaktion vorherrscht, einesteils  2000     Volumteile        n-Natronlauge    und andern  teils 100 Gewichtsteile     Phosgen    in Form         einer    20     %        igen    Lösung in     Tolüol.    Sofort       beginnen    farblose Kristalle -- auszufallen.  Die Umsetzung ist bald nach Beendigung  des     Eintropfens    vollständig. Der Kristallbrei  wird     genutscht    und mit Wasser gewaschen.

    Das 3,4 - (2' -     Oxo    -     tetrahydroimidazol)    - 2     -          methyl-thiophan        kann    aus verdünnter Essig  säure oder     verdünntem    Alkohol umgelöst wer  den. Es     ist        in.    Alkoholen und Essigsäure  leicht, in Aceton schwerer, in Äther, Benzol  und Wasser schwer löslich. Es verkohlt bei  längerem Erhitzen auf 350-360 .

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines Thio- phanabkömmlings, dadurch -gekennzeichnet, dass man auf 2-Methyl-3-oxo-thiophan-4- carbonsäure-äthyiester ein Cyanid einwirken lässt, das gebildete Cyanhydrin verseift, die entstandene Carbonsäure verestert, auf den Ester nacheinander ein Halogenierungsmittel und ein Reduktionsmittel einwirken lässt,
    den entstandenen Dicarbonsäureester mit Hydr- azin umsetzt, auf das gebildete Hydrazid Natriumnitrit einwirken lässt, das erhaltene Azid durch Einwirkung von Alkohol zum Diurethan abbaut, dieses durch Säureein wirkung spaltet und das Spaltprodukt mit Phosgen umsetzt.
    Das bisher unbekannte 3,4-(2'-Oxo-tetra- hydro-imidazol)-2-methyl-tliiophan ist eine farblose, kristalline Verbindung, welche bei längerem Erhitzen auf 350-360 verkohlt. Sie ist in Alkohol und Essigsäure leicht, in Aceton schwerer, in Äther, Benzol und Wasser schwer löslich.
CH241652D 1944-04-26 1944-04-26 Verfahren zur Darstellung eines Thiophanabkömmlings. CH241652A (de)

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