CH246473A - Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung bestimmtem Zucker. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung bestimmtem Zucker.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung bestimmtem Zucker. Bei der Verzuckerung von Zellulose mit verdünnten Säuren wurde gehon vor Jahr zehnten als Hydrolysierflüssigkeit schweilige Säure in Mischung mit Schwefelsäure und Salzsäure bei kurzer Reaktionszeit angoe- wandt. Das sogenannte Perkela-t-ionsverfah- ren, das heute in erster Linie ausgeübt wird und vorzugsweise mit Schwefelsäure oder Salzsäure arbeitet, ist dadurch charakteri siert,
dass die Zuführung der Hydrolysier- ilüssigkeit oder deren Komponenten und die Entfernung des gebildeten Zuckers au6 dem Reaktionsraum während der Druckerhitzung erfolgt.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur<B>Ei</B> rnährung bestimmtem Zucker durch Hydrolyse von zellulosehal- tigem Material, insbesondere von Holz, mit verdünnten Säuremischungen uni-er Druck bei Temperaturen von 120-220' und bei einer Gesamtdauer der Reaktion von<B>5</B> bis <B>30</B> Stunden, wobei Zuführung des Hydroly- sierungsmittels sowie die Entfernung des sieb bildenden Zuckers während der Druckerhit zung stattfindet, das dadureli,Oekennzeiehnet ist,
dass als Ilydrolysierungsmittel verdünnte Lösungen von schweiliger Säure in Misehung mit mindestens einer andern verdünnten Mineralsäure, vorzugsweise Schwefelsäure iind/oder Halogenwasserstoffsäure, zur Ein wirkung kommen.
Es kann dabei teilweise Rückführung oder Wiederverwendung der abgezogenen Zuckerlösung stattfinden, auch kann das Ver fahren in Einzelaefässen oder in Geaenstrom- batterien zur Anwendung kommen.
Überra.schenderweise hat sich gezeigt, da.ss die Anwendun- solcher SäurekombiDationen Ausbeuteeffekte gegenüber der Anwendung der einzelnen Komponenten ergibt, mit an dern Worten: Man kann mit der vorgeschla genen Säurekombination eine etwas, höhere Ausbeute und Konzentration an Zucker er zielen als dies bisher mit verdünnten Lösun gen der einzelnen Säurekomponenten belie biger Konzentration möglich war. Unter ver- gleiehbaren Bedingungen lässt sich die Nor malausbeute an reduzierendem Zucker aus Holz von<B>50 %</B> um einige Prozente steigern.
Bei der vorgeschlagenen Säurekombina tion dient die starke Mineralsäure, also, z. B. die Schwefelsäure, in erster Linie zur Auf - reoliterhaltung der Wasserstoffionenkonzen- tration, während der schwefligen Säure eine eigentümliche Nebenwirkung zukommt. Der Prozess wird, wie oben se, on <U>gesagt,</U> bei Tempera,turen zwischen 120 und 9h0' durch geführt, vorzugsweise bei Temperaturen zwi schen<B>150</B> und 200'. Je höher die Temperatur ist, desto geringer sollte die Konzentration an starker Mineralsäure sein.
Eine wirt- schaftlieh optimale Temperatur kann nicht allgemein angegeben werden, da die zu wäh lende Temperatur von dem Zustand der vor handenen Apparaturen und ihrer Korrosions- beständigkeit abhängt, so dass in vielen Fäl len mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet werden muss, als dies vielleicht vom Stand punkt der Sä.urearsparnis aus erwünscht wäre.
Der Gehalt an schwefliger Säure kann bis zu 4% betragen, wird aber vorzugsweise zwischen 0,2 und 1,5% liegen, wä;hrend der Gehalt an Schwefelsäure bei Reaätionstem- peraturen zwischen<B>150</B> und<B>170'</B> 0,2 -2% zwischen<B>170</B> und<B>180'</B> 0,05-1% zwischen<B>180</B> und<B>190'</B> 0,02-0,5% zwischen<B>190</B> und 200' 0,01-0,3% betragen soll.
Die Schwefelsäure kann auch durch Oxy dation aus schwefliger Säurelösung<B>(Z.</B> B. durch Luftzufuhr) vor oder wäliTend der Reaktion gebildet werden.
Die Schwefelsäure kann, insbesondere bei den obigen Beispielen, ganz oder teilweise auch durcli Salzsäure vertreten werden, wo bei etwa<B>0,5</B> Gewiülltsteile Chlorwasserstoff oder etwa<B>0,25</B> Gewichtsteile Fluorwasser- stoffsäure <B>1</B> Gewichtsteil Schwefelsäure er setzen können.
Bei dem Verlauf der Verzuckeruno, kann ma,n zwei Phasen unterscheiden: In der .ersten Phase worden im wesentlichen die Ilemizellulosen, insbesondere die Pentosane, abgebaut.<B>In</B> der zweiten Phase geht dann in der ZD Hauptsache die Hydrolyse der wesentlich widerstandsfähigeren Zellulose selbst von statten.
Während der ersten Phase werden die Reaktionstempe.raturen allmählich gesteigert, z. B. von<B>130</B> auf<B>165' C.</B> Als Reaktionstem peratur wird der Einfachheit halber die Tem peratur der ablaufenden Zuckerlösung ange sprochen, da, eine direkte Temperaturmes3ung der Masse im Innern des Rea;ktionsgefässes nicht möglich ist und überdies die Tempera turen und Drucke bekanntlich dauernden Schwankungen unterworfen werden.
Das Verfahren kann auch in der Weise tssus,-eübt werden, dass in der ersten Phase ausschliesslich oder vorwiegend sehweflige Säure und in der zweiten Phasedie Mischunc von seliwefliger Säure, mit starker Mineral- Säure (1-I2S04,HCI oder HF) angewandt wird. Diese Modifikation eignet sieh beson ders fürdie Verzuekerung von Laubholz und Stroh.
In andem Fällen, in welchen z. B. die<B>An-</B> wesenheit von seliwefliger Säure mit Rück sicht auf die Weiterverarbeitung der Zucker lösung in der zweiten Phase unerwünse-lit ist, ka,nn auch so gearbeitet werden, dass auf die Zugabe von se,1-iwefliger Säure in der zweiten lfa-uptphas#e ganz verzichtet wird. Diese Ar beitsweise eignet sich insbesondere, wenn Glukose aus den Zuekerlösungen der zweiten Phase hergestellt werden soll.
Die nach dem Verfahren erhaltenen Zuk- kerlösungen, insbesondere die Lösungen der ersten Phase, werden zweel-,mässigerweise bei Temperaturen von 90-140' einer Nach hydrolyse unterworfen. Vorzugsweise wird bei 95-100' naehhydrolysiert, nachdem vor- 'her ein Zusatz von starker Mineralsäure er folgt ist.
Ausführungsbeispiel: Versuchsanordnung: Nadelholzsägespäne werden nach dem bekanuten Perkelations- verfaliren mit<B>18</B> Schüben in<B>7</B> bis 12 Stun den verzuckert. In bekannterWeise sind die eintretenden Flüssigkeitsschübe jeweils 20' kälter als das Zellulosematerial. Der Prozess wird so gesteuert, dass pro Tonne Zellulose- material 12 in' Zuekerlösung anfallen.
Nach jedem Seliubablauf wird von unten mit Dampf aufgeheizt. Die Temperatur der aus tretenden Würze entspricht ungefälir der durchschnittlichen Reaktionstemperatur. Die Reaktionstemperatur wird in den erst-en Stunden des Prozesses, also während der ersten Phase, von<B>130</B> auf<B>165'</B> bezw. von <B>150</B> auf<B>185'</B> gesteigert und dann konstant gehalten. Die erhaltene Lösung (Perkolat) wird bei<B>100' 16</B> Stunden lang nachhydroly siert, nachdem der Lösung vorher pro m# <B>10 kg</B> Schwefelsäure zugesetztwurden.
Die einzelnen Daten sind aus der folgen den Tabelle ersichtlich. Die Arbeitsweisen 1. 2,<B>5</B> und<B>6</B> sind hierbei keine Ausführungs beispiele deserfindungsgemässen Verfahrens, sie sollen lediglich zum Vergleich dienen.
EMI0003.0001
Laufende <SEP> In <SEP> <B>100</B> <SEP> cm' <SEP> Hydrolysierflüssigkeit <SEP> Haupt- <SEP> Prozess- <SEP> Ausbeute
<tb> Anfangs- <SEP> Reaktions- <SEP> dauer <SEP> an <SEP> red.
<tb> Nummer <SEP> sind <SEP> enthalten: <SEP> temperatur
<tb> <B>0</B> <SEP> temperatur <SEP> in <SEP> Stunden <SEP> Zucker
<tb> <B>0 <SEP> C, <SEP> g/100 <SEP> g</B>
<tb> <B>2,93 <SEP> g <SEP> 130 <SEP> 165 <SEP> 11</B> <SEP> 41
<tb> <B>0,78 <SEP> g <SEP> HSO#, <SEP> 130 <SEP> 165</B> <SEP> 12 <SEP> 49
<tb> <B>3 <SEP> 0,26 <SEP> <I>g</I></B> <SEP> II:
,SO" <SEP> <B>+ <SEP> 0,78 <SEP> g</B> <SEP> II,SO, <SEP> <B>130 <SEP> 165</B> <SEP> 12 <SEP> <B>52</B>
<tb> 4 <SEP> <B>0,50 <SEP> g</B> <SEP> H#eSQ, <SEP> <B>+ <SEP> 0,32 <SEP> g <SEP> HCI <SEP> 130 <SEP> 165 <SEP> 11</B> <SEP> 54
<tb> <B>5</B> <SEP> 1,2 <SEP> <B><I>g <SEP> H'So#,</I> <SEP> 150 <SEP> 185 <SEP> 7</B> <SEP> 49
<tb> <B>6 <SEP> 0,17 <SEP> g</B> <SEP> H, <SEP> <B>ss0, <SEP> 150 <SEP> 185</B> <SEP> 12,5 <SEP> 49
<tb> <B>7 <SEP> 0,96 <SEP> g <SEP> llSO#, <SEP> + <SEP> 0,07 <SEP> 9</B> <SEP> 1-12S04 <SEP> <B>150 <SEP> 185 <SEP> 8 <SEP> 55</B>
<tb> <B>8 <SEP> 0,91 <SEP> g <SEP> H2S0, <SEP> +</B> <SEP> 0,14 <SEP> <B>g</B> <SEP> I-Ii#SO, <SEP> <B>150 <SEP> 185 <SEP> 7 <SEP> 55</B>
<tb> <B>9 <SEP> 0,89 <SEP> g</B> <SEP> H2S0z, <SEP> <B>+ <SEP> 0,1 <SEP> g <SEP> HCI <SEP> 150 <SEP> 185 <SEP> 7,
5 <SEP> 55</B>
<tb> Der <SEP> Prozess <SEP> gilt <SEP> als <SEP> beendet <SEP> und <SEP> wird <SEP> abgebrochen, <SEP> wenn <SEP> der <SEP> Gehalt <SEP> an <SEP> organischer
<tb> Substanz <SEP> unter <SEP> <B>1 <SEP> -</B> <SEP> in <SEP> <B>100</B> <SEP> cm' <SEP> Lösung <SEP> sinkt.
<tb> <B>el</B>
<tb> Dae <SEP> in <SEP> dem <SEP> Dampfraum <SEP> vorhandene <SEP> Schwefeldioxydgas <SEP> ist <SEP> in <SEP> den <SEP> angegebenen <SEP> Zah len <SEP> nicht <SEP> berüAsichtigt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCII: Verfahren zur Herstellung von nicht haupt sächlich, zur Ernährung bestimmtem Zucker durch Hydralyse von zellulosehaltigem Mate rial, insbesondere von Holz, mit verdünnten Sä,uremisGhun--en unter Druck bei Tempera turen von 120-220' und bei einer Gesamt dauer der Reaktion von<B>5</B> bis<B>30</B> Stunden, wobei Zuführung des Hydrolysierungsmittels, wie auch Entfernung des sich bildenden Zuk- hers während der Druckerhitzung stattfindet-, dadurch gekennzeichnet,dass als Hydrolysie- lungsmittel verdünnte Lös:ungen von schwef liger Säure in Mischung mit mindestens einer andern verdünnten 31inera-Isäure zur Einwir- kun- kommen.<B>n</B> UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass bei Reaktions- tn temperaturen von 150-170' Säuremischun- gen mit einem GehaIt bis zu<B>3 %</B> schweilige Säure und 0,2-2% Schwefelsäure zur Ein- wi,rkung gebracht werden. 2.Verfahren nach Patenta.nspruch, da durch gekennzeichnet, dass bei Reaktions- tempera.turen von 170-180' Säuremischun gen mit einem Gehalt 'bis<B>zu 3 %</B> sellweflige Säure und<B>0,05-1 %</B> Schwefelsäure zur Ein wirkung gebracht werden.<B>3.</B> Verfahren nach Patenfanspruch, da,- durch gekennzeichnet, dass bei Reaktions temperaturen von 180-190' Säuremischun gen mit einein Gehalt bis zu<B>3%</B> schweflige Säure und<B>0,02-0,5 %</B> Schwefelsäure zur Einwirkung gebracht werden. 4.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass bei Rüaktions- temperaturen von 190-200' Sä.uremisehun- ,gen mit einem Gehalt bis zu<B>3</B> llo seliweflige Sä,ure und<B>0,01-0,3 %</B> Schwefelsäure zur Einwirkung gebracht werden.<B>5.</B> _Verfahren nach PatentansprucE, da durch gekennzeichnet, dass 'bei einer Reak- tionstemparatur von 180-190' Säuremisohun- gen mit einem Gehalt bis zu<B>3 %</B> schweflige Säure und 0,01-0,25 <B>%</B> HCl zur Einwir kung gebracht werden.<B>6.</B> Verfahren nach Patentanspruph, da durch gekenn eichnet, dass bei einer Reak tionstemperatur von 180-190' Säuremischun gen mit einem Gehalt bis zu<B>3 %</B> schweflige Säure und<B>0,005-0,125 %</B> HF zur Einwir kung gebracht werden. <B>7.</B> Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass bei Reaktions temperaturen von 190-200' Säuremischun gen mit einem Gehalt bis zu<B>3 %</B> schwef lige Säure und 0,00-5-0,15% HCI zur Einwir kung gebracht werden.<B>8.</B> Verfahren nach Patentansprueh, da durch gekennzeichnet, dass bei Reaätions- tempcraturen, von 190-200' Säurssmiseliun- gen mit einem Gehalt 'bis zu<B>3 %</B> schweflige Säure und 0,0025-0,075% HF zur Einwir kung- gebracht werden.<B>9.</B> Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass in der ersten Hälfte des Prozesses, in der die Verzucke- runo- der Hemizellulosen erfolgt, mindestens vorwiegend schweflige Säure angewandt wird und die Anwendung der Mischungen von schwefliger Säure mit starker Mineralsäure in der Hauptsache auf den eigentlichen Zel- lulosea.bbau beschränkt wird.<B>10.</B> Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die zweite Hälfte des Prozesses mindestens überwie",.end mit Lösungen starker Mineralsäuren durchge führt wird. <B>11.</B> Verfahren nach Patentanspruch-, da durch gekennzeichnet, dass die in der ersten Hälfte des Prozesses anfallenden Zucker lösungen nachhydrolysiert werden. 12. Verfahren nach Patentansprueh und Unteransprueli <B>11,</B> dadurch gekennzeichnet, dass die Naellhydrolyse unter Zugabe von starker Mineralsäure bei Temperaturen zwi schen<B>90</B> und 140' erfolgt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE246473X | 1944-01-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH246473A true CH246473A (de) | 1947-01-15 |
Family
ID=5935136
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH246473D CH246473A (de) | 1944-01-12 | 1944-10-03 | Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung bestimmtem Zucker. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH246473A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0051237A1 (de) * | 1980-10-30 | 1982-05-12 | Hoechst Aktiengesellschaft | Verfahren zur Gewinnung wasserlöslicher Saccharide aus cellulosehaltigem Material |
-
1944
- 1944-10-03 CH CH246473D patent/CH246473A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0051237A1 (de) * | 1980-10-30 | 1982-05-12 | Hoechst Aktiengesellschaft | Verfahren zur Gewinnung wasserlöslicher Saccharide aus cellulosehaltigem Material |
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