CH255328A - Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3,4-dimethyl-isoxazol. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3,4-dimethyl-isoxazol.

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CH255328A
CH255328A CH255328DA CH255328A CH 255328 A CH255328 A CH 255328A CH 255328D A CH255328D A CH 255328DA CH 255328 A CH255328 A CH 255328A
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F Hoffmann- Aktiengesellschaft
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Hoffmann La Roche
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  Verfahren zur Herstellung von     5-Sulfanilamido-3,4-dimethyl-isoxazol.       Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur       Herstellung    von     5-Sulfanilamido-isoxazolen          de,r    allgemeinen Formel  
EMI0001.0005     
    worin R' und     R"    niedrige     Alkyl-    oder nied  rige     Alkoxyalkylgruppen    bedeuten.  



       Bekanntlich    wurden Hunderte von     Sulf-          z)        riilamiden        synthetisch    hergestellt,     unter-          @ucht    und in der Literatur beschrieben, von  denen jedoch nur wenigen therapeutische  Wirkung zukommt. Die     meisten    der     thera-          pc.utisch    verwendbaren     Sulfonamidpräparate     weisen mehr oder weniger grosse     Nachteile     auf.  



  Ein Nachteil bekannter     Sulfanilamide     liegt darin, dass sie schwache Säuren sind       mid        infolgedessen        Natriumsalze    bilden, die in        -;is.eriger    Lösung stark alkalisch     (pH-Wert          ')-11)        reagieren    (New     a.nd        Nonofficial        Re-          medies        F-1943],    S. 187:     Feinstone    et     a1.,        Chem.          .lbstract[1941,    S. 1509;

       Ellingson,    J. Am.       Chem.        Soe.    63 [1941],     S.        25\34).    Die stark       alkalischen    Lösungen können nicht durch  Kochen oder Erhitzen im     Autoklaven    steril       ("emaelit    werden, da, sie unter derartigen     Be-          unbeständig    sind (vergleiche New       :ind        Nonofficial        Remedies    [19431,     S.187    bis  <B>189).</B> Sie können nur intravenös und nicht    intramuskulär verabreicht werden, da sie die  Gewebe stark reizen;

   selbst bei intravenöser  Injektion werden nicht selten Thrombosen  verursacht.  



  Ein weiterer Nachteil gewisser     Sulfon-          amidpräparate    besteht     in    ihrer U     nlöslich-          keit    oder ihrer sehr geringen Löslichkeit in  wässerigen     Lösungen    bei dem     pH    der Kör  perflüssigkeiten, insbesondere des Urins, mit  einem     pH    von 5,5-7.

   Die Ausscheidung  dieser Präparate in der Niere in     Form    von       Kristallen    (bestehend aus den     Sul'fonamid-          präparaten    selbst oder deren     p-N-Acetyl-          derivaten)    verursacht manche Unannehmlich  keiten und kann zu schwerwiegenden Folgen  führen:

   in der     medizinischen    Literatur sind  bereits viele Fälle von     Nierensteinbildung,          Beeinträchtigung    der Harnausscheidung,     töd-          1'ich    verlaufender     Toxikämie    und     Urämie    be  kanntgeworden.  



  Ziel der Erfindung war somit die     Herstel-          lang    von Präparaten, die die genannten  Nachteile nicht besitzen. Es wurde nun fest  gestellt,     da.ss    die Verbindungen der obigen  allgemeinen Formel, welche einen     disubsti-          tuierten        Isoxazolring    enthalten,     einen    ver  hältnismässig hohen Säuregrad aufweisen,  der die Bildung von neutralen oder beinahe  wasserlöslichen Salzen mit starken Basen .ge  stattet.

   Dank dieser überraschenden     physico-          chemischen    Eigenschaft besitzen diese Salze  wesentlich bessere therapeutische Eigen  schaften als die meisten bekannten     Sulfon-          aMidverbindungen    und können ohne Reiz-      Wirkung durch     Injektionen    verabreicht  Werden.  



       Sulfaniiamidderivate,    welche den     Isoxazol-          ring        enthalten,    wurden bereits     in    der Litera  tur beschrieben. Die Verbindungen unter  scheiden sich jedoch zum Teil     dadurch    von  denen .der obigen Formel, dass sie in     4-Stel-          lung    des     Isoxazolringes    durch den     Sulfanil-          amidrest        substituiert        sind;

          Berichte    über  deren     chemotherapeutische    Eigenschaften  oder deren     therapeutische    Wichtigkeit sind       bisher    ausgeblieben (Carlo     Musante,        Gazz.          Chim.        Itah    71 [1941], S. 565).  



  Es ist auch ein     Sulfanilylderivat    des       5-Amino-isoxazols,    nämlich das     5-Sulfanil-          amido-3-methyl-isoxazol,    bekanntgeworden.  Diese Verbindung wurde erstmals durch       Backer        und    de     Jonge        (Ree.        Trav.        Chim.    d.       Pays-Bas    61 [1942], S. 465) beschrieben,  jedoch     ohne    Einzelheiten über ihre     chemo-          therapeutische    Wirkung.

   Später     stellten        An-          derson,        Faith,        Marson,        Winnek    und     Roblin     (J.

   Am.     chem.        Soc.    64 [1942], S. 2903) die  gleiche     Verbindung        synthetisch    her und       konnten    auch     eine        gewisse        bacteriostatische     Wirkung, jedoch nur eine sehr geringe Wir  kung bei     experimentellen    Infektionen von  Tieren feststellen.     Experimente    der     Anmel-          derin    haben diese     negativen        Resultate    be  stätigt.  



  Es wurde nun gefunden, dass vollständig  andere Ergebnisse erzielt werden, wenn die  3- und     4-Stellung    des     Isoxazolringesdieser          Sulfanilamidderivate    durch     Alkyl-    und/oder       Alkoxyalkyl'reste    substituiert sind, entspre  chend der 'obigen     allgemeinen    Formel. Die       disubstituierten    Derivate besitzen einen hohen       Wirkungsgrad    bei     experimentell        durchge-          führten    Infektionen von Tieren.

   Zahlreiche  Experimente haben gezeigt, dass die heilende  Wirkung an     Mäusen,        welche    mit     hämolyti-          sehen        Streptokokken,        Pnenmokokken    Typus  1, 2 und 3,     Meningokokken    und     Staphylokok-          ken        infiziert    wurden, mit derjenigen der  besten     Sulfonamidpräparata    vergleichbar     ist     und sie in gewissen Fällen, insbesondere bei       Meningokokken    und     Pneumokokken,    über-    trifft.

   Ihre akute und chronische     Giftigkeit     ist sehr gering; bei Kaninchen, welche täg  lich     Injektionen    von 1,0     g/kg    während  4 Wochen erhielten, und bei     Fütterung    von  Ratten mit einer normalen, 2 %     5-Sulfanil-          amido    - 3,4 -     dimethyl    -     isoxazol    enthaltenden  Diät während 8 Wochen konnte keine beach  tenswerte     .Veränderung    des     Blutbildes,    der       Niere,    der Leber und der Magenschleimhaut  festgestellt werden, während die Tiere gleich  zeitig an Gewicht zunahmen.

      Die neuen Verbindungen     können    durch  Kondensation eines     5-Amino-isoxazolderivates     der allgemeinen Formel  
EMI0002.0096     
    worin     RI    und     RII    eine niedere     Alkylgruppe,     z.

   B.     eine        Methyl-,        Athyl-,        Propyl-,        Iso-          propyl-,        Butyl-,        Isobutyl-    und     tert.        Butyl-          gruppe,    oder eine     alkoxysubstituierte,    niedere       Alkylgruppe,    beispielsweise einen     Methoxy-,          Ä.thoxy-,        Propoxymethyl'-,        -äthyl-,        -propyl-,

            -isopropyl-,        -butyl-,        -isobutyl-    oder     -tert.          butylrest        bedeuten,    mit einem     substituierten          Benzolsulfonsäurehalogenid,        welches    in     p-Stel-          lung    zur     Sul'fohalogenidgruppe    einen     Ni-          tro-    oder     Acylaminorest    trägt,

   und durch Be  bandeln des erzielten     Kondensationsproduktes     zwecks Bildung des gewünschten     Isoxazol-          derivates    erhalten werden.  



  Man kann     beispielsweise        p-Acetylamino-          benzolsulfochlorid    zur Kondensation verwen  den und das Kondensationsprodukt     unter     Abspaltung der     Acetylgruppe        aus    dem  so erhaltenen     Acetaminobenzolsulfonami4o-          isoxazoIderivat    verseifen.  



  An Stelle von     p-Acetyl-aminobenzolsulfo-          chlorid    kann man auch     p-Nitro-benzolsulfo-          chlorid    für die Kondensation verwenden.  In diesem Falle muss man die erhaltenen  Nitroverbindungen zu den entsprechenden       Aminoverbindungen    reduzieren.      Als wasserlösliche Salze der so erhält  lichen neuen Verbindungen mit neutraler  oder annähernd neutraler Reaktion kommen  Alkali-,     Erdalkalisal'ze    oder Salze starker  organischer Basen in Frage.

   Zur Bildung des       Natriumsalzes    kann man sich des     Natrium-          hy        droxyds,        -carbonats    oder     -bicarbonats    be  dienen. Die freien Verbindungen können       als    monobasische Säuren<B> </B> mit     n-Alkali    in  50     %        igem    Alkohol     titriert    werden.

   Es lassen  sich leicht Lösungen für Ampullen zu In  jektionszwecken aus den     Alkalisalzen    der  neuen Verbindungen mit einem PH von 7,2       I,is    7,4 herstellen; diese Lösungen sind be  ständig und können durch Kochen oder Be  handeln im Autoklaven ohne Zersetzung  steril gemacht werden. Sie verursachen  keinerlei     Reizwirkung,    wenn     sie    subkutan  oder     intradermal    (Rücken und Ohr der Ka  ninchen) verabreicht werden, und zwar selbst  bei Konzentrationen von 10 % und mehr.  



       Renale    Komplikationen infolge der Aus  fällung von     Sulfonamidkristallen    oder sol  chen ihrer     Acetylderivate    hängen von der  Löslichkeit im Urin bei verschiedenem     pH    ab.

         Gilligan    und     Plummer    haben diese Löslich  keiten für drei     Sulfonamidpräparate    mit       Pyrimidinkern        (Sulfadiazin,        Sulfamerazin     und     Sulfamethazin,        Proc.        Soc.        Exp.        Biol.          Med.    53 [l.943], S. 142) bestimmt. Selbst  verständlich sind bloss Löslichkeiten bei  einem     p11-Wert    von weniger als 7 massgebend,       rla,        der    Harn in den meisten Fällen sauer ist.

    .Es wurde nun die Löslichkeit eines     charak-          teristisehen    Vertreters der neuen Verbindun  gen, des 5 -     Sulfanilamido    - 3,4 -     din-@ethyl-          ioxazols,    bei verschiedenen     pH-Werten    be  stimmt und mit den Kurven von     Gilligan    und       Plummer    verglichen.

   Die Einzelheiten sind       z        au        ,#        der        Patentschrift        Nr.        248965        zu        ersehen.     



  Es zeigt sich klar, dass das     5-Sulfanilamido-          3,4-dimethyl-isoxazol    erheblich günstigere       Löslichkeitseigenschaften    besitzt als die       Pyrimidinverbindungen.    Die Löslichkeit bei       pH-Werten    von 5-7 ist derart gross, dass  weder die Verbindung selbst noch ihr     Acetyl-          derivat    in der Niere ausscheiden wird.

      Gegenstand des vorliegenden     Patentes    ist  ein Verfahren zur Herstellung von     5-Sulf-          anilamido-3,4-dimethyl-isoxa.zol,    welches da  durch gekennzeichnet     ist,    dass     3,4-Dimethyl-5-          amino    -     isoxazol    mit p -     Nitro    -     benzolsulfon-          Säurechlorid    kondensiert, das 5 - (p -     Nitro-          benzolsul'fona,mido)-3,4-dimethyl-isoxazol    aus  dem Reaktionsgemisch isoliert und die     Nitro-          gruppe    reduziert wird.

    



  Die Löslichkeit des in schönen, bis 2 cm  grossen Prismen kristallisierenden und 5     Mol     Kristallwasser enthaltenden     Natrium:salzes     des     5-Sul'fanilamido-3,4-dimethyl-isoxazols    in  Wasser beträgt bei 37 <B>16%,</B> bei 25  7,4%,  bezogen auf die wasserfreie Substanz.  



  Die Löslichkeit der 4     Mol    Kristallwasser  enthaltenden grossen Prismen des     Lithium-          sal'zes    in Wasser beträgt über 20 % zwischen  0 und 5 .  



  Wird das     Natriumsalz    in     Wasser    gelöst,  und die wässerige Lösung mit einem Über  schuss an 5 -     Sulfanilamido    - 3,4 -     dimethyl-          isoxazol    geschüttelt, so senkt sich der     pH-          Wert    von wenig über 8 auf 7,2. Die filtrierte  Lösung kann bei 100  ohne     Veränderung     ihrer Eigenschaften steril gemacht werden.  



  Eine entsprechende Lösung des     Lithium-          salzes    ergibt einen     pH-Wert    von 7,2-7,4. Die  Lösungen der     Calcium-    und     Magnesiumsalze     verhalten sich ähnlich wie die     obenerwähn-          ten    von     Lithium    und Natrium.  



  Hochkonzentrierte, beständige Lösungen  von Salzen -des 5 -     Sulfanilamido    - 3,4 -     di-          methyl-isoxazols    mit     Diäthanolamin,        Äthanol-          amin    oder     Äthylendiamin        zeigen    ein     pH    von  7,2-7,4.  



       Beispiel:     224     Gewichtsteile        3,4-Dimethyl-5-amino-          isoxazol    werden in einem     .Gemisch    von 160  Raumteilen     Pyridin    und<B>160</B> Raumteilen  Aceton gelöst und langsam unter Kühlen  mit 370 Gewichtsteilen     p-Nitro-benzol'sulfon-          säurechlorid    versetzt. Nach     10stündigem     Stehenlassen bei     Zimmertemperatur    gibt man  Wasser hinzu, Es scheidet sieh ein 01 aus,  welches bald in kristalliner Form erstarrt.  Die     Kristalle    werden abgesaugt und mit  Wasser gewaschen.

   Das rohe 5-(p-Nitro-           benzolsulfonamido)-3,4-dimethyl-isoxazol    ent  hält etwas     Bis-(p-Nitro-benzolsulfonamido)-          dimethyl-isoxazol        (Smp.    207 ) und     kann    von  letzterem dank     seiner    Löslichkeit in Alkali  abgetrennt werden. Das reine     5-(p-Nitro-          benzolsulfonamido)    - 3,4 -     dimethyl    -     isoxazol          kann    aus verdünntem Alkohol umkristalli  siert werden und schmilzt dann bei 164 .  



  40     Gewichtsteile    des     5-(p-Nitro-benzol-          sulfonamido)    - 3,4 -     dimethyl-isoxazols    werden  in 200 Raumteilen Alkohol und 150 Raum  teilen konzentrierter     Salzsäure    suspendiert  und auf 60-70  erhitzt.     Unter    Rühren trägt  man allmählich 40     Gewichtsbeile    Zinkstaub  ein. Nach Beendigung der     stürmischen    Reak  tion hält man das Gemisch unter     Rückfluss     während 30 Minuten auf dem Siedepunkt  und filtriert hierauf von ungelöstem Zink  pulver.

   Dann werden 200 Raumteile Wasser  und 100     Gewichtsteile        kristallisiertes    Na  triumacetat     hinzugefügt.    Bald beginnt das       5-Sulfanilamido-3,4-dimethyl-isoxazol    auszu  kristallisieren, worauf es     abgesaugt    werden    kann. Es bildet weisse Prismen vom Schmelz  punkt 193 .

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von 5-Sulf- anilamido-3,4-dimethyl-isoxazol, dadurch ge- kennzeichnet, dass 3,4 - Dimethyl - 5 - amino- isoxazol mit p-Nitro-benzolsulfonsäurechlorid kondensiert, das 5 - (p - Nitro - benzolsulfon- amido)-3,
    4-dimethyl-isoxazo1 aus dem Reak tionsgemisch isoliert und die Nitrogruppe re duziert wird. Die Löslichkeit des 5 Mol Kristallwasser enthaltenden Natriumsalzes des 5-Sulfanil- amido-3,4-dimethyl-isoxazols in Wasser be trägt bei 37 <B>16%,</B> bei 25 7,4%, bezogen auf die wasserfreie Substanz, diejenige des Lithiumsalzes mit 4 Mol Kristallwasser be trägt über 20% zwischen 0 und 5 . Hoch konzentrierte wässerige Lösungen der Salze mit Caleium, Magnesium,
    Diäthanolamin. Äthanolamin und Äthylendiamin sind be ständig und besitzen ein pH von 7,2-7,4.
CH255328D 1944-07-11 1946-01-07 Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3,4-dimethyl-isoxazol. CH255328A (de)

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