Vorrichtung zur Durchführung von Hilfsbewegungen an Webmaschinen. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung von Hilfsbewegungen an Webmaschinen bei der Behebung von Störun gen.
Wenn beim Weben ein Webfehler auftritt, wird bekanntermassen der Webbetrieb selbst tätig auf irgendeine bekannte Art unter brochen, und dann werden die verschiedenen Teile der Maschine von dem Bedienungs personal in eine für die Behebung der Web fehler geeignete Stellung gebracht. Nach der Behebung des Fehlers, z. B. nach dem Weg nehmen eines zerrissenen Schussfadens oder dem Knüpfen eines zerrissenen Kettfadens, werden die verschiedenen Teile der Web maschine wieder in eine Stellung gebracht, aus welcher der Webbetrieb störungsfrei fort gesetzt werden kann. Bei grösseren Web- mnaschinen kann für solche Hilfsbewegungen zur Behebung von Störungen die Antriebs vorrichtung der Webmaschine benutzt wer den.
Dies bedingt einerseits, dass bei auftre tenden Webfehlern der normale Gang des Webstuhls unterbrochen wird, anderseits, dass ein Hilfsantrieb eingekuppelt wird, der für die Durchführung der Hilfsbewegungen an der Webmaschine dient und zweckmässig von der gleichen Antriebsvorrichtung aus ange trieben wird und dass dann, sofern notwen dig, die verschiedenen Teile der Webmasehine wieder in eine für die Fortsetzung des nor malen Webbetriebes geeignete Ausgangslage gebracht werden. Die hiefür erforderlichen Kupplungen und Steuerorgane beanspruchen meist einen bedeutenden Platz und weisen einen äusserst verwickelten Aufbau auf, so dass die Übersicht über die Maschine er schwert und ihre Pflege sowie die Bedienung umständlich ist, was oft zu Störungen im Webbetrieb Anlass gibt.
Diese Nachteile sollen dadurch vermieden werden, dass gemäss der Erfindung minde stens ein Paar Kupplungen vorgesehen ist, von denen eine dem Webbetrieb und eine andere zum Durchführen einer Hilfsbewe gung dient, wobei ein Kupplungsteil der ersten Kupplung mit einem Kupplungsteil der zweiten Kupplung durch ein Schalt gestänge verbunden ist und ferner der erst erwähnte Kupplungsteil in entkuppelter Stel lung jeweils durch ein Sperrorgan in einer Lage gehalten wird, in der er zum Abstüt zen beim Einkuppeln des zweiten Kupplung"- teils mit. Hilfe des Gestänges dient.
Bei Störungen im Webbetrieb, wie z. B. beim Bruch eines Schuss- oder Kettfadens, wird zweckmässig auf bekannte Weise der Webvorgang selbsttätig und innert kürzester Zeit stillgesetzt.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des rein schematisch dargestellt, und zwar zeigt: Fig.1 die Seitenansicht. einer Webmasehine von deren Gestellwandseite mit den Schalt vorrichtungen her, Fig. 2 die Ansicht der Maschine von der Warenseite her in kleinerem Massstab, Fig. 3 eine Schaltvorrichtung mit einem nicht automatisch arbeitenden Kupplungs paar in der Stellung während des normalen Webbetriebes, Fig.
4 dieselbe Schaltvorrichtung, nach dem ein Schaltorgan von Hand in einer Rich tung bewegt worden ist, bei unterbrochenem Webbetrieb, wenn ein fehlerhaft eingetra gener Schussfaden ausgewechselt wird; Fig. 5 zeigt die Schaltvorrichtung nach einer zweiten Bewegung des Schaltorganes in der entgegengesetzten Richtung bei unter brochenem Webbetrieb; Fig. 6 stellt als Ausführungsvariante eine gleiche Schaltvorrichtung wie Fig. 3 dar, jedoch für selbsttätige Betätigung; Fig. 7 zeigt die durch ein überwachungs- organ selbsttätig betätigte Schaltvorrichtung nach Verstellung eines Schaltorganes in einer Richtung bei unterbrochenem Webbetrieb;
Fig. 8 zeigt die gleiche Vorrichtung nach der zweiten Bewegung des Schaltorganes in der entgegengesetzten Richtung und bei unter brochenem Webbetrieb; Fig. 9 stellt eine Schaltvorrichtung mit einem Paar Kupplungen dar, die dazu dient, die Schäfte selbsttätig in die Stellung für geschlossenes Fach zu bringen und nachher teilweise selbsttätig die Offenfachstellung der Schäfte zu erzielen;
Fig. 10 zeigt die Vorrichtung nach Fig. 9 nach Erreichung der geschlossenen Fachstel lung der Schäfte bei unterbrochenem Web- betrieb; Fig. 11 veranschaulicht die Vorrichtung nach Fig. 9, nach einer zweiten Betätigung eines Schaltorganes in der entgegengesetzten Richtung, um die Offenfachstellung der Schäfte bei unterbrochenem Webbetrieb zu erzielen.
Gemäss Fig. 1 und 2 hat die Webmaschine zwei Ständer l und 2. An dem Ständer 1 ist ein Elektromotor 3 und ein Vorgelege mit den Keilriemen 4 und den beiden Reibscheiben 5 einer Reibumgskupplung, die gleichzeitig als Schwungräder dienen, angeordnet. Die beiden Reibscheiben 5 drehen sich frei auf der Hauptwelle 6. Zwischen den beiden Reib- scheiben 5 ist der fest mit der Hauptwelle ver bundene Reibkranz 7 angeordnet. Ferner sitzt auf der Hauptwelle 6 die Bremsscheibe einer Bandbremse 8, die die Hauptwelle 6 nach Auskuppeln der Reibungskupplung 5, 7 rasch zum Stillstand bringt. Die Hauptwelle 6 treibt das Triebwerk des Schützens, das in den Gehäusen 9 und 9a auf der Innenseite der beiden Ständer 1 und 2 untergebracht ist.
Von dem im Gehäuse 9a untergebrachten Schützentriebwerk wird über das Winkelrad getriebe 10 die quer zur Hauptwelle 6 ange ordnete Welle 11 angetrieben.
Teile der Maschine, die bei der Behebung einer Störung zu bewegen sind, sind z. B. der Kettbaum 30 mit den Kettfäden 31 und der Gewebebahn 37, der Warenbaum 39, das Riet 35, die Schäfte 34 und das Schafttrieb werk 22.
Die Klauenmuffe 12 bildet den einen Teil einer Klauenkupplung und ist drehfest, aber axial verschiebbar auf der Welle 11 befestigt; sie wird mittels der Feder 15 (Fug. 1) nach rechts gedrückt. Der zweite Kupplungsteil ist der Klauen ring 13, der mit dem Kettenrad 14 verbunden ist, wobei Ring und Rad auf der Welle 11 frei drehbar, jedoch in axialer Richtung nicht verschiebbar sind. Die Klauen- k,tpplung 12, 13, die während des normalen Webbetriebes wirksam ist, ist mit einem.
Sperrorgan, der Klinke 16, ausgerüstet, welche in entkuppelter Stellung der Kupplung 12, <B>1.3</B> zwischen die Klauenmuffe 12 und den Klauenring 13 einschwenkt und während eines bestimmten Drehwinkels, beispielsweise 360 , der treibenden Muffe 12 das Einrük- ken. derselben und somit die Mitnahme des getriebenen Kupplungsteils 13 mit dem Ket tenrad 14 vorübergehend sperrt.
Wenn die beiden entkuppelten Kupplungsteile 12 und 13 sich jeweils um diesen Winkel relativ zu einander verdreht haben, so wird die Sperr klinke 16 selbsttätig ausgerückt und die Kupp lung 12, 13 unter dem Druck der Feder 15 wieder eingekuppelt.
Das Kettenrad 15 ist iriittels der Ketten 19 mit den Kettenrädern 17 und 18 verbun den. Das Kettenrad 17 ist auf der Hilfswelle 20 aufgekeilt, die in den an der Aussenseite des Ständers 2 angebrachten Lagern 21 ge lagert ist. Das Kettenrad 18 treibt das am Ständer 2 befestigte Sehafttriebwerk 22 an, das in an sich bekannter, nicht dargestellter Weise die Bewegungen der Schäfte 34 be wirkt.
Vom Kettbaum 30 sind die Kettfäden 31 einzeln über den Spannbaum 32, durch die Kettfadenwächter 33 die beim Auftreten eines Kettfadenbruches in Tätigkeit treten, die Litzen der Schäfte 34 und das Riet 35 bis zum Ende des Faches geführt. Nach er folgter Eintragung des Schussfadens und nachdem das Riet 35 den Schussfaden 36 an geschlagen hat, läuft die aus Kette und Schuss erzeugte Gewebebahn 37 über den Umlenk baum 38 zum Warenbaum 39, auf den sie auf gerollt wird.
Die Schaltung des Kettbaumes 30 erfolgt von der Hilfswelle 20 aus über das Kegel radgetriebe 23, 24. Das Kegelrad 23 ist mit dem Reibrad 25 verbunden, das mit der auf der Welle 27 aufgekeilten axial verstellbaren Reibscheibe 26 zusammenarbeitet. Die Welle 27 treibt den Kettbaum 30 mittels der Schnecke 29 und dem Schneckenrad 28.
Der Spannbaum 32 ist beidseitig in Wip pen 43 gelagert, die schwenkbar an an den Ständern 1 und 2 befestigten Supports 44 an geordnet sind. Das untere Ende der Wippen 43 ist durch einen gemeinsamen Lenker 42 und den Winkelhebel 41 mit der Muffe 40 der Reibscheibe 26 verbunden. Die Wippen 43 sind zum Spannen der Kettfäden mittels der Zugfedern 45 belastet. Die Stellung der den Antrieb des Kettbaunmes 30 regelnden Reib scheibe 26 regelt sich selbsttätig in Abhängig keit von der Stellung des Spannbaumes 32. Am rechten Ende (Fug. 1.) der Hilfswelle 20 ist eine Schnecke 46 aufgekeilt, die über das Schneckenrad 47 und ein in Fig. 1 und 2 angedeutetes Zahnradgetriebe den Waren baum 39 antreibt.
Der Schussfadenwächter 48 lehnt sich wäh rend des Schussfadeneintrages ins Fach federnd an den gespannten Sehussfaden 36 an. Der Wächter 48 kann über die elektrisclhe Leitung 58 auf die zentrale Wächterwelle 59 wirken. Wenn der Wächter 48 beim Fehlen eines Schussfadens 36 oder beim Bruch des selben nach rechts (Fug. 1) ausschwingt, wird die zentrale Wächterwelle 59 gedreht.
Die Wächterwelle 59 wirkt über ein an sich bekanntes, in Fig. 2 angedeutetes Über tragungsgestänge 60, welches mechanischer, hydraulischer oder elektrischer Art sein kann, auf die Reibscheiben 5 in der Weise ein, dass die Drehung der Welle 59 um einen bestimm ten Winkel das Entkuppeln der Kupplung 5, 7 und das Anziehen der Bremase 8 und somit das Stillegen der Hauptwelle 6 bzw. des Welt betriebes zur Folge hat. Das Kegelrad 49, welches mit den Kupp lungsteilen 54, 55 verbunden ist und frei aui' der Hilfswelle 20 drehen kann, wird von der Welle 53 über das Kegelradgetriebe 52 und die Welle 50 mittels des Kegelrades 51 angetrieben.
Die Welle 53 wird über das Untersetzungsge- triebe 3a vom Motor 3 so angetrieben, dass das Kegelrad 49 im Sinne des punktierten Pfeils (Fug. 1) entgegengesetzt der Drehriehtun,, der Hilfswelle 20 während des Webbetriebes umläuft. Die Kupplungsteile 54 und 55 des Kegelrades 49 bilden die Gegenkupplungsteile zu den verschiebbar angeordneten Kla.uen muffen 56 und 57. Bei stillgelegtem Web- betrieb infolge ausgerückter Kupplung 5, 7 kann die Hilfswelle 20 zur Durchführung von Hilfsbewegungen bei der Behebung von Stö rungen durch den Hilfsantrieb 49 bis 53 an getrieben werden.
Die Klauenmuffe 56 kann auf der Keil hohlwelle 61 bis zum Bund 62 verschoben werden. Diese Welle 61 ist, wie Fig. 9 bis 11. zeigen, frei drehbar auf der Hilfswelle 20 zwischen dem Kegelrad 49 und dem am Ständer 2 befestigten Kupplungsteil 69 ge lagert. Links vom Bund 62 ist die Hülse 65 mit dem Kettenrad 64 auf der Hohlwelle 61 befestigt. Wenn die Kupplung 54, 56 ein gerückt ist, treibt das Kettenrad 64 über die Kette 66 das Kettenrad 67 an, wobei die Schäfte 34 mittels des Schafttriebwerkes 22 aus irgendeiner Betriebsstellung in die dem Geschlossenfach entsprechende Stellung bzw. aus letzterer in eine für die Fortsetzung des Betriebes erforderliche Offenfachlage verstellt werden.
Auf dem linken Ende (Fug. 1 und 9) der Hohlwelle 61 ist die Klauenmuffe 68 axial verschiebbar angeordnet und dreht sieh mit der Welle 61. Zwischen der Muffe 68 und der Hiülse 65 ist. eine Druckfeder 71 vorge sehen. Der Kupplungsteil 69 ist fest, also nicht drehbar am Ständer 2 angeordnet und mit einer Sperrklinke 70 versehen, die jeweils zwischen die Klauen des Kupplungsteils 69 und die ausgerückte Kupplungsmnuffe 68 ein fällt. Nach einer bestimmten relativen Dre hung der beiden Teile gegeneinander wird die Klinke 70 selbsttätig ausgeschwenkt, so dass durch den Druck der Feder 71 die Kupp lung 68, 69 selbsttätig einrückt.
Die Kupp lungsteile 56 und 68 sind mit Nuten versehen, in die Schaltringe 72 bzw. 73 eingreifen, die unter sich durch ein Schaltgestänge verbun den sind, welches aus den mittels eines Gelen kes 74 miteinander gekuppelten Schalthebeln 75, 76 besteht. An den Schalthebel 76 ist die Stange 77 angelenkt, die mit dem Schaltorgan 78, einer Pedale, verbunden ist. Das Schalt organ 78 ist im Lager 79 gelagert, und sein freies Ende wird mittels der Zugfeder 80 nach oben gezogen.
Die Schaltgabel 81 greift in eine Nute der Klauenmuffe 12 ein und ist am zweiarmigen Schalthebel 82 angeordnet, der im festen Drehpunkt 83 gelagert und mittels des Ge lenkes 84 mit dem Hebel 85 verbunden ist (Fug. 1 und 3). Die Wächterstange 86 ist zwischen dem Drehpunkt 83 und dem Gelenk 84 am Schalthebel 82 angelenkt und berührt den Winkelhebel 87 auf der Wächterwelle 59. Dadurch wird, solange die Kupplung 12, 13 nicht völlig eingerückt ist, die NW äclhterwelle 59 in ihrer Sperrstellung gehalten, so dass die Kupplung 5, 7 nicht eingekuppelt und die Bremse 8 (Fug. 2) nicht gelöst werden kann.
Indem daher der Motor 3 nur bei vollständig eingerückter Kupplung 12, 13 die Welle 20 und das Schafttriebwerk 22 für den Web- betrieb antreiben kann, sind Fehlschaltungen des Bedienungspersonals durch diese selbst tätige Überwachungsvorrichtung vermieden.
Am untern Ende des Schalthebels 85 ist die Steuerstange 88 befestigt, die im Sup port 89 gelagert ist und deren Bewegung nach rechts durch den Anschlag 90 begrenzt ist. Die Stange 88 trägt eine Schaltgabel 91, die in die Klauenmuffe 57 eingreift. Durch cdas Gelenk 133 am Schalthebel 85 ist ein Schalt organ, die Schaltstange 92, befestigt, die mit tels der Gabel 93 und der Welle 94 vom Schaltorgan 95 betätigt werden kann. Die an der Schaltstange 92 befestigte Zugfeder 115 wird jeweils beim Ausrücken der Kupp lung 12, 13 gespannt.
Am Schaltring 73 auf der Klauenmuffe 68 ist die Wächterstange 97 angeordnet, die ebenfalls den Winkelhebel 8 7 der Wächter welle 59 berührt und letztere so lange in einer Sperrstellung festhält, in welcher das Einkuppeln der Kupplung 5, 7 unmöglich ist, als die Kupplung 68, 69 nicht vollständig ein gerückt ist, durch welches Einrücken jeweils die Hohlwelle 61 und das Kettenrad 67 still gesetzt werden. Mit der Wächterstange 9 7 ist der Kontakt 98 fest verbunden, der mit demn festen Gegen kontakt 99 und den Kontakten der Kettfaden wächter 33 in den Stromkreis 100 mit. dem elektrischen Relais 101 eingeschaltet ist. Der Kern 102 des Relais 101 ist über das Ge stänge 103 bis 106 mit dein an dem Schalt organ 77 gelenkig angeordneten Kippriegel 107 verbunden.
Die an der Stange 10-1 be festigte Zugfeder 108 wirkt dem Zug des Relais 101 entgegen. Bei geschlossenen @Kon- takten uni Stromkreis 100 wird der Kern 302 des Relais<B>101</B> angezogen und der Kipp riegel<B>1.07</B> nach rechts (Fug. 1 und 9 bis 11. in seine Arbeitsstellung bewegt, so dass er durch den Schwinghebel 109, der vom Ex zentergetriebe 110 in schwingender Bewegung gehalten ist, betätigt werden kann. Das Ex zentergetriebe<B>110</B> auf der Welle<B>111</B> wird von der Welle 53 angetrieben.
Der Kern 102 ist mit einem Pilz 112 versehen, unter den der zweiarmige Hebel 113 greift, dessen linker Arm mittels der Stange 114 mit dem Winkel hebel 87 der Wächterwelle 59 verbunden ist.
Für das Rückschalten des Faches, z. B. zum Auswechseln eines fehlerhaft eingetra genen Schussfadens, sind die Sehaltstellungen nach den Fig. 3 bis 5 erforderlich. Während des normalen Webbetriebes ist die Hilfswelle 20 mittels der eingerückten Kupplung 12, 13 und der Welle 11 mit demn Schützentriebwerk im Gehäuse 9a gekuppelt. Die Kopplung 5, 7, die von der zentralen Wächterwelle 59 ge steuert wird, ist eingeschaltet, so dass die Hauptwelle 6 vom Motor 3 angetrieben wird. Reisst nun der Schussfaden 36, so schwingt. der Schussfadenwächter 48 aus der Lage nach Fig. 3 in die in Fig. 4 gezeigte rechte End- lage aus und dreht über den Stromkreis 58 und das Relais 150 die Wäehterwelle 59 um einen bestimmten Drehwinkel.
Dadurch wird das Gestänge 60 zum Lösen der Kupplung 5 und 7 und zum Anziehen der Bremse 8 be tätigt, so dass der Webbetrieb unterbrochen wird. Die Hilfsbewegung für das Rückschal ten der Schäfte 34 erfolgt bei der Vorrich tung nach Fig. 1 und 3 bis 5 nicht selbst tätig, sondern wird durch das Bedienungs personal eingeleitet.
Zu diesem Zweck wird der Handgriff 95 aus der Stellung in Fig. 3 in die Stellung in Fig. 4 gedreht. Die Sehaltstange 92 verschiebt sich dadurch nach rechts, und die Zugfeder 115 wird gespannt. Durch diese Verschiebung nehmen die Hebel 8i und 82 die geknickte Lage nach Fig. 4 ein, und der Hebel 85 schwingt dabei unm das Gelenk 135, weil der Anschlag 90 am Support 89 anliegt. Der Schalthebel 82 dreht sieh um den festen Dreh punkt 83, wodurch die Klauenmuffe 12 ent gegen dem Druck der Feder 7 5 nach links verschoben und vom Klauenring 13 ausge kuppelt wird. Dabei fällt die Sperrklinke 16 zwischen die beiden Kupplungsteile 12, 13 ein und verhindert deren Wiedereinrücken.
Bei der Drehung des Schalthebels 82 verschiebt sich gleichzeitig die Wächterstange 86 nach rechts, so dass der Hebel 87 und die Wächter welle 59 in der Sperrstellung gehalten wer den. Wird nun der Handhebel 95 losgelassen, so schwingt er unter der Wirkung der Feder 115 auf die Stange 92 in seine Ausgangs stellung nach Fig. 3 zurück, wobei die Stange 92 nach links verschoben wird. Der Schalt- lhebel 85 dreht sich nun infolge der im ent- kuppelten Zustand verriegelten Kupplungs muffe 12 - auf welche sich der Hebel 82' abstützt - um das Gelenk 84 in die in Fig. 5 gezeigte Stellung.
Infolgedessen verschiebt sich die am Hebel 85 angelenkte Steuerstange 88 nach links und rückt mittels der Gabel 91 die Klauenmuffe 57 in den am Kegelrad 49 befestigten Kupplungsteil 55 ein, so dass die Muffe 57 sich nun im Sinne des punktierten Pfeils (Fig. 1) dreht.
Die Hilfswelle 20 und das auf ihr be festigte Kettenrad 17 drehen sich nun in folgedessen im Sinne des punktierten Pfeils entgegen der Drehrichtung während des Web- betriebes, die durch den ausgezogenen Pfeil dargestellt ist. Durch die eine Kette 19 und das Kettenrad 18 wird das Schafttriebwerk 22 ebenfalls zurüekgedreht. Die zweite Kette 19 dreht ebenfalls das auf der Welle 11 frei drehbare Kettenrad 1.4 mit dem Klauenring 13.
Wenn letzterer sich relativ zu der still stehenden Muffe 12 um einen für die Rück schaltung eines Schusses erforderlichen Win kel, beispielsweise 360 , zurückgedreht hat, wird die Sperrklinke 16 selbsttätig nach aussen geschwenkt. und die Kupplungsmuffe 12 durch den Druck der Feder<B>17</B> nach rechts ver schoben.
Die Kupplung 12, 13, die während des Webbetriebes wirksam ist, wird infolge dessen wieder eingekuppelt, wobei gleichzeitig die Kupplung 55, 57, die zum Durchführen der Hilfsbewegung wirksam war, ausgerückt wird; denn durch die Bewegung der Kupp lungsmuffe 12 dreht sieh mittels der Schalt gabel 81 der Hebel 82 um den Drehpunkt 83 in die Lage in Fig. 3 zurüek. CTleichzeitig schwenkt der Schalthebel 85 um das Gelenk 133 an der Schaltstange 92,
so dass die Stange 88 bis zum Anliegen des Anschlages 90 nach rechts verschoben wird und die Schaltgabel 91_ die Klauenmuffe 57 aus dem sieh drehen den Kupplungsteil 55- herauszieht. Dadurch sind die Teile der Maschine, die bei der Be- hebung der Störung in umgekehrter Richtung als im Webbetrieb zu bewegen sind, von demn Hilfsantrieb 49 bis 53 losgekuppelt und wie der mit der noch stillstehenden Welle 11 ge kuppelt, die nun durch Betätigung des Hand griffes 63 (Fug. 1 und 2) wieder in Betrieb gesetzt werden kann. Bei der Betätigung des Handgriffes 63 wird die Kupplung 5, 7 ein gerückt und die Bremse 8 gelöst, so dass die Hauptwelle 6 wieder vom Motor 3 angetrie ben wird.
Das Rückschalten des Faches bei fehler haft eingetragenem oder gerissenem Schuss- faden 36 erfolgt bei der Vorrichtung nach Fig. 6 bis 8 selbsttätig, also ohne Hilfe des Bedienungspersonals. Der Handgriff 95 muss also zur Durchführung der oben beschrie benen Hilfsbewegungen nicht bedient werden. Der Schussfadenwächter 48 ist zu diesem Zwecke nicht nur mechanisch über das Ge stänge 58a mit der zentralen Wächterwelle 59 verbunden, sondern ausserdem über einen elektrischen Schalter 116 im Stromkreis 117.
In diesem Stromkreis 117 ist ein zweiter elektrischer Schalter vorhanden mit einem ortsfesten Kontakt 118 und einem beweglichen Kontakt 119, der unbeweglich auf der ver schiebbaren Wächterstange 86 befestigt ist. Der Stromkreis 117 speist das elektromagne tische Relais 120, dessen Kern 121 am zwei armigen Hebel 122 angelenkt ist. Der Kern 121 trägt am obern Ende einen Pilzkopf 123, gegen den der zweiarmige Hebel 124 anliegt, welcher über die Stange 125 mit dem Win kelhebel 87 auf der zentralen Wächterwelle 59 verbunden ist.
Der Hebel 122 ist mittels der Stange 126 mit dem Kippriegel 127 verbunden, der schwenkbar an der Schaltstange 92 befestigt ist und von der Zugfeder 128 in die Ruhe stellung gezogen wird. In der Arbeitsstel lung arbeitet der Kippriegel 127 mit dem Schwinghebel 129 zusammen, der am das orts feste Gelenk 130 drehbar ist. Der Schwing hebel 129 wird vom Exzentergetriebe 110 ständig angetrieben, indem der Schenkel 131 des um den festen Drehpunkt 134 sich dre- henden Schwinghebels 109 unter Zwischen schaltung des Lenkers 132 die Schwinge 129 in oszillierende Bewegungen versetzt.
Während des normalen Webbetriebes ist der Schalter 116 (Fug. 6) geöffnet und der Schalter 118, 119 geschlossen. Somit ist der Stromkreis 117 unterbrochen und das elektro magnetische Relais 120 stromlos. Durch den Zug der Feder 128 wird der Kippriegel 127 in der Ruhelage gehalten, in welcher er ausser Bereich der Schaltschwinge 129 liegt. Der Kern 121 steht in der obern Endlage.
Dreht sich nun z. B. infolge des Reissens eines Schussfadens 36 der Schussfadenwächter 48 nach rechts, so wird über das Gestänge 58a nicht nur die -#Väehterwelle 59 in die Sperrstellung gedreht und dadurch die Kupp lung 5, 7 ausgerückt und die Bremse 8 an gezogen, sondern der Schalter 116 schliesst den Stromkreis 117; dadurch spricht das elektromagnetische Relais 120 an, und der Kern 121 wird nach unten gezogen. Der Hebel 1.24 ist bereits infolge der Drehung der Wäch terwelle 59 in seine Endlage nach Fig. 7 geschwenkt worden.
Der nach unten gehende Kern 121 dreht den Kippriegel 127 entgegen der Wirkung der Zugfeder 128, so dass sein linkes Ende in die Bewegungsbahn der Schaltschwinge 129 eingeschwenkt wird. Infolgedessen wird der Kippriegel 127 und mit ihm die Schaltstange 92 nach rechts verschoben. Dadurch wird das Schaltgestänge 82, 85 in die in Fig. 7 dar gestellte Stellung gebracht, die mit der Stel lung in Fig. 4 übereinstimmt.
Die Wächterstange 86 hat sich dabei nach rechts verschoben und durch Mitnahme des Kontaktes<B>119</B> den Schalter 118,<B>119</B> geöffnet und den Stromkreis 117 wieder unterbrochen. Die Feder 128 zieht den Kippriegel 1.27 aus der Bahn der Schaltschwinge 129 heraus, so dass nunmehr die Schaltstange 92 durch die Feder 115 nach links verschoben wird. Weil die Kupplung 12, 13 wegen der eingeschwenk ten Sperrklinke 16 nicht eingerückt werden kann, dreht sich der Hebel 85 um das Ge lenk 84 und zieht die Steuerstange 88 nach links, wodurch die Klauenmuffe 57 in den Kupplungsteil 55 des sieh drehenden Kegel rades 49 einrückt.
Die Rückschaltung des Faches um einen Schuss, die erneute Kupplung der Hilfswelle 20 mit der Welle 11 und das Entkuppeln der Hilfswelle vom Hilfsantrieb 53 erfolgt in gleicher Weise wie an Hand der Fig. 3 bis 5 beschrieben.
In den Fig. 9 bis 11 sind verschiedene Schaltstellungen der Schaltvorriehtung ge zeigt, mittels welcher die Schäfte 3a bei unter brochenem Webbetrieb ans der Offenfaeh- in die Geschlossenfaehlage und ans dieser wieder in die Offenfaehlage gebracht werden können, wie dies beispielsweise beim Einziehen eine gebrochenen Kettfadens 31 notwendig ist.
In der in Fig. 9 gezeigten Betriebsstel lung ist der Stromkreis 100 unterbrochen, weil die als Kontaktbrücken wirkenden Kettfaden- wäclhter 33 sieh auf die Kettfäden 31 abstüt zen und demzufolge von den elektrischen Kontaktstellen abgehoben sind. Reisst nun einer der Kettfäden 31, so fällt der betref fende Kettfadenwäehter 33 auf die zugeord nete elektrische Kontaktstelle und schliesst den Stromkreis 100, so dass das elektromagne tische Relais 101 anspricht und den Kern 102 anzieht.
Dadurch wird der Hebel 113 und der über die Verbindungsstange 114 mit demselben ver bundene Winkelhebel 87 in die Stellung ge mäss Fig. 10 gebracht und setzt die zentrale W äehterwelle 59 in Bewegung, welche über das Steuerbewegungsübertragungsgestänge 60 (Feg. 2) die Kupplung 5, 7 ausrückt und die Bremse 8 betätigt, so dass die Hauptwelle 6, das heisst der Webbetrieb, zum Stillstand gelangt. Der an den abwärtsversehobenen Re laiskern 102 angelenkte zweiarmige Hebel 103 ist in die Stellung gemäss Fig. 10 geschwenkt worden und hat über das Gestänge 104, 105, 106 den Kipphebel 707 in die Arbeitsstellung gerückt, wobei die an der Stange 104 an greifende Zugfeder 108 gespannt worden ist.
Der Kipphebel 107 ist in die Bewegungs bahn des Schwinghebels 109 gelangt, welcher mittels der Exzenterwelle 111 über das Ex zentergetriebe 110 oszillierende Bewegungen ausführt. Der Sellwinghebel 109 drückt in seinem Aufwärtsgang den Kipphebel 107 und das mit diesem verbundene Schaltorgan<B>77</B> nach aufwärts, so dass eine Kniekung des Sehaltge stänges 75, 76 in der Gelenkstelle 74 stattfindet. Der am Schaltring 72 angelenkte Hebel 76 stützt sieh über die Klauenmuffe 56 am Wellenbund 62 ab, wodurch über den Hebel 75 der Schaltring 73 und damit die Klauenmnuffe 68 nach rechts gezogen wird, so dass letztere aus dem festsitzenden Kupplungs teil 69 ausrückt.
Der Sperriegel 70 schwenkt zwischen die Klauenmuffe 68 und die Klauen des Teils 69 ein und verhindert deren Kupplung. Durch die Ausrückung der Klauenmuffe 68 ist die Feder 71 zusammengedrückt worden. Die am Schaltring 73 befestigte Schaltgabel 96 hat die Wächterstange 97 nach rechts verschoben, so dass dieselbe am Winkelhebel 87 anstösst. Der Sehalter 98, 99 hat sieh geöffnet, wo durch der Stromkreis 100 unterbrochen wird.
Die Zugwirkung im Relais 101 hört damit auf, so dass der Kipphebel 107 zufolge der Zugwirkung der Feder l08 aus der Bewe gungsbahn des Schwinghebels 109 ausrückt. Die Feder 80 am Bedienungsorgan 78 zieht dasselbe in die obere Endlage, wodurch die Schaltstange 77 die Hebel 75, 76 in die Strecklage naclh abwärts zieht. Da die Klauen- mnuffe 68 infolge der Verriegelung durch den Sperriegel 70 nach links nicht ausweichen kann, wird über den Schaltring 72 die Klauenmuffe 56 nach rechts in die Klauen des Teils 54 des sieh drehenden Kegelrades 49 eingerückt.
Die Sehaltvorriehtung nimmt damit die in Fig. 1.7. dargestellte Stellung ein. Die ein gekuppelte Klauenniuffe 56 dreht siele im entgegengesetzten Drehsinn der Hilfswelle 20 beim Webbetrieb und nimmt die Keilhohl welle 61 mit. Die auf der Keilhohlwelle 61 auNekeilte Hülse 65 mit dein Kettenrad 6-l wird mitgedreht und treibt über die Kette 66 das Kettenrad 67 an, welches über das Schafttriebwerk ?? die Schäfte 3-1 in die Geschlossenfaehlage bringt.
Die sieh drehende Keilhohlwelle 67. nimmt gleichfalls die Klauenmuffe 68 mit, die sich dabei gegenüber der festsitzenden Kupplungs hälfte 69 so weit dreht, dass die Sperrklinke 70 ausgeschwenkt wird, wodurch sich die Klauenmuffe 68 infolge des Druckes der Feder 71 nach links verschiebt (Fig.1 und 9). Dadurch wird die Klauenmuffe 56 mittels der Hebel 75, 76 aus dem sich weiterdrehenden Kupplungsteil 54 herausgezogen und die Klauenmuffe 68 rückt in die festsitzende Kupplungshälfte 69 ein. Der Antrieb der Keilhohlwelle 61 über die Antriebswelle 53 ist damit unterbrochen.
Die Übersetzung vom Kettenrad 64 zum Kettenrad 67 ist derart gewählt, dass der für die Ausschwenkung der Sperrklinke 70 erforderliche Drehwinkel der Keilhohlwelle 61 der Bewegung des Schaftantriebes aus der Offenfach- in die Geschlossenfachlage ent spricht.
Damit ist der Webbetrieb ohne Einwir- kung seitens des Bedienungspersonals, nur mittels eines auf die Schaltvorrichtung ein wirkenden Kettfadenwächters 33 unterbro chen und die Geschlossenfachlage hergestellt worden, in welcher bei der in Fig. 9 gezeig ten Stellung der Teile der Kettfadenfehler behoben werden kann. Die Schaltbewegung zur Erzielung der für die Wiederinbetriebsetzung der Webmaschine erforderlichen Offenfachlage wird durch Be tätigung des als Pedal ausgebildeten Schalt- organes 78 eingeleitet, das aus der in Fig. 9 gezeigten Ruhestellung entgegen der Zugwir kung der Feder 80 in die Lage gemäss Fig. 10 gedrückt wird.
Dabei gelangen die Hebel 75, 76 in die geknickte Stellung gemäss Fig. 10 und ziehen dadurch die Klauenmuffe 68 aus der festsitzenden Kupplungshälfte 69 heraus, welche durch den einschwenkenden Sperr- riegel 70 am Wiedereinrücken verhindert wird. Das Schaltorgan 78 wird nun frei gelassen, so dass die Zugfeder 80 die beiden Hebel 76, 75 wieder in die gestreckte Stel lung gemäss Fig. 11 zieht, wodurch die Klauenmuffe 56 in den sich drehenden Kupp lungsteil 54 eingerückt wird.
Die Keilhohl welle 61 mit dem Kettenrad 64 wird dadurch vom Motor 3 über die Welle 53 direkt an getrieben und bringt die Schäfte 34 über die Schaftantriebsmaschine 22 in die Offenfach- lage. Ist diese erreicht, so ist durch die gleichzeitige Drehung der Kupplungsmuffe 68 um einen entsprechenden Drehwinkel. der Sperriegel 70 ausgeschwenkt worden. Zufolge des Druckes der Feder 71 rückt die Klauen muffe 68 nach links und zieht über die Hebel 75, 76 die Klauenmuffe 56 aus dem Kupp lungsteil 54 heraus, so class der Antrieb des Kettenrades 64 unterbrochen wird.
Die Schalt vorrichtung gelangt damit wieder in die Stel lung gemäss Fig. 9, in eleher die _N\Teb- masehine erneut betriebsbereit ist. Durch Betätigung des Handgriffes 63 (Fug. 1 und 2 kann die Webmaschine in der bereits be schriebenen -'i7eise wieder in Betrieb gesetzt werden.