CH280552A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Augenhaftschalen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Augenhaftschalen.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Augenhaftschalen.
Es sind im Laufe der Zeit eine Reihe von Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Augenhaftschalen, auch Kontaktschalen oder Haftgläser genannt, bekannt geworden.
Während zu Beginn der Entwicklung die einzelnen Schalen aus Silikatglas von Hand freihändig geblasen wurden, führte der nächste Schritt dazu, besondere Glasformen zu verwenden, um eine höhere Gleichförmigkeit des Endproduktes zu erreichen. Seit dem Bekanntwerden von glasähnlichen Kunststoffen werden Augenhaftschalen nahezu aussehliess- lich aus solchen Kunststoffen, und zwar an fänglich aus Zelluloid oder Zellon, heute aus Plexiglas und dergleichen, unter Verwendung geeigneter Pressformen hergestellt.
Es werden hierhei dünne Kunststoffolien über einer der endgültigen Gestalt der Augenhaftschalen entsprechenden Matrize eingespannt und ent- weder durch Dampf-, Gas-oder Luftdruck in erwärmtem Zustand in diese hineingepresst oder durch eine Patrize, welche der Matrize genau entspricht und sich lediglieh um die veränderliehe oder gleiehe Wandstärke des Augenhaftglases von dieser unterscheidet. In letzterem Fall, also bei Verwendung von Alatrize und Patrize als geschlossener Form, ist auch ein Spritzen oder Giessen der Augen haftsehale möglieh und bereits vorgeschlagen worden.
Allen diesen bekannten Verfahren ist eigentümlieh, dass mit jeder Form, besteht diese nun aus nur einem Teil (Matrize) oder aus zwei Teilen (Matrize und Patrize), nur ein ganz bestimmtes Augenhaftglas mit ein deutig festgelegten optischen und haptischen Eigenschaften hergestellt werden kann.
Es ist ferner bekannt, dass eine Augenhaft- schale zweckmässig mindestens aus drei verschiedenen Elementen aufgebaut werden sollte, dem optischen Teil, dem Über brückungsteil, aueh Zwischenring genannt, und dem haptischen Teil, wenn sie zur Korrektur des Sehfehlers einerseits und zum einwandfreien, das heisst reizlosen Tragen auf dem Augapfel anderseits geeignet sein soll.
Zur Korrektur des Sehfehlers dient der optische Teil der Haftschale, der je nach der erforderlichen Korrektur eine verschiedene Wölbung und eine verschiedene Wandstärke i Linse) aufweisen muss. Um alle Arten der Fehlsichtigkeit mit genügend feiner Abstufung ausgleichen zu können, sind nach prak- tischer Erfahrung etwa 30 verschiedene Krümmungsradien des optischen Teils er forderlich.
An den optischen Teil schliesst sich als Bindeglied zum haptisehen Teil der Augenhaftschale, der auf dem Augapfel ruht, in bekannter Weise der Überbrückungsteil an. Je nach Ausbildung der aus dem nahezu kugelförmigen Teil des Augapfels vorspringenden Hornhaut muss dieser uberbrüekungsteil verschiedene Höhen aufweisen, damit einerseits die besonders leicht reizbare und empfindliche Zone der Limbusrandgefässe überbrückt wird, anderseits der optische Teil nicht auf der Hornhaut aufsitzt. Aueh ein zu grosser Abstand zwischen Hornhaut und optischem Teil ist nicht zweekmässig, da in diesem Falle die zwischen Hornhaut und optischem Teil sich bildende Wasserlinse (aus Tränenflüssigkeit) ausläuft oder Luftblasen bekommt.
Um. den versehiedenartigen Ausbildunge des menschliehen Augapfels weitgehend gerecht zu werden, muss deshalb, wie erwähnt, auch der Überbrückungsteil verschiedene Hohen aufweisen. Je grösser die Variationsmöglichkeit ist, um so leichter kann für den einzelnen Träger die passende, das heisst reizlos zu tragende Augenhaftschale durch Aus- rnessen der Hornhautkrümmung und probe weises Einsetzen gefunden werden. Auf Grund praktischer Erwägungen sollten des- halb wenigstens acht versehieden dimensio- nierte tiberbrüekungselemente vorhanden sein.
Das letzte wesentliche Element der Augen haftsehale ist der haptische Teil, der die Form einer am Scheitel abgeschnittenen Kugelkalotte aufweist und als tragendes Element auf dem Augapfel ruht. Hierfür müssen je nach Gestalt des Auges versehiedene Krüm- mungsradien und Kalottenhohen gewählt wer- den.
Während jedoch für die Hohe der Kalotte keine besondere Form erforderlich ist, da diese durch einfaches Abdrehen der gepressten Schale nachträglich individuell ver kleinert werden kann, sind entsprechend der versehiedenen Form des menschlichen Aug- apfels mindestens acht verschiedene, unterein- ander fein abgestufte Krümmungsradien er forderlich.
Die Gesamtzahl der erforderlichen Formen ergibt sich somit aus dem Produkt der Einzel- varianten, also zu 30 X 8 X 8 = 1920 Formen, sofern es sich um Matrizen handelt. Sind dagegen Matrizen und Patrizen in Verwendung, so erhöht sich die Zahl der Präzisionsteile auf den doppelten Betrag.
Um die Zahl der erforderlichen Formen zu verringern, hat man vorgeschlagen, die Hoche des Zwisehenringteils in Abhängigkeit von der Hohe des haptischen Teils in der Weise zu variieren, dass bei Zunahme der Höhe des Zwi schenrings die Hohe des haptischen Teils entsprechend abnimmt, so dass die Schale angenähert die Form einer Paraboloidkalotte besitzt. Wenn diese Ausbildungsform auch der Gestalt des menschlichen Auges entgegen- kommt, so handelt es sich hier doch immer nur um eine mehr oder weniger unvollkommene Annäherung, da der menschliehe Organismus sich durch keine mathematische Form be schrieben lässt.
Es steht ausser jedem Zweifel, dass die absolut richtige Form einer Augenhaftschale, das heisst die Form, die von dem Träger ohne Beschwerden getragen werden kann, individuell bestimmt werden muss und dass eine solche Form um so besser gefunden werden kann, je hoher die Zahl der Variationsmog- lichkeiten ist.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Augenhaftsehalen durch Einpressen einer Kunststoffolie in eine Form und ist dadurch gekennzeiellnet, dass die Haftschalen in einer mehrteiligen Matrize gepresst werden, die aus einem optischen, einem haptischen und einem zwischen diesen liegenden Uberbrückungsteil besteht, um so aus der Gesamtzahl der vorhandenen optischen, haptischen und Überbrückungsteile je den dem betreffenden Auge entsprechenden Teil auswählen zu können, und dass diese Teile nacheinander in eine Formhülse eingesetzt werden, worauf die erwärmte Folie eingepresst wird.
Die Zentrierung der Formteile untereinander wird zweekmässig bei der Matrize dadurch erreicht, dass die einzelnen Formteile als flache Zylinder mit gleiehem Aussendurehmesser ausgebildet und von einer gemeinsamen Hülse umfasst sind. Bei Verwendung von Matrize und Patrize kann aueh die Patrize an den Stellen, wo auf Grund des Mittelwertes der praktisch auftretenden Augenformen ein unveränderlicher Durchmesser zulässig ist, geteilt ausgeführt sein. Die Zentrierung erfolgt hier zweckmässig durch einen durch die Haupt- achse der Formteile gehenden zylindrischen Stift.
Dieser Stift kann zum Beispiel an der optischen Positivform so angearbeitet sein, dass auf ihm scheibenartig die Positivform des Überbrückungsteils und die Positivform des haptischen Teils nacheinander aufgeschoben werden können,
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird nachfolgend an Hand der beigegebenen Zeichnung näher erläutert :
Fig. 1 zeigt den Aufbau der Matrize. Diese setzt sich zusammen aus der allen Formteilen gemeinsamen Formhülse 1, die zum Entweichen der Luft seitliehe Öffnungen 2 und zum Auswechseln der eingelegten Formteile die Ausstossoffnung 3 besitzt.
In die Hülse l wird zunäehst eine der zum Beispiel dreissig, je einen andern Krümmungsradius r aufweisenden und die optische Zone enthaltenden Formteile 4 eingelegt, die alle den gleichen Anfangsdurchmesser d besitzen.
Alsdann wird einer der zum Beispiel acht t,'berbrüekungsteile 5 draufgelegt, die unter sich verschiedene Hoche h, aber am Ende sämt- liche den gleichen obern Durchmesser d und den gleichen untern Durchmesser D besitzen.
Die Verbindung der beiden öffnungen mit den konstanten Durchmessern D und d kann dabei je nach der Hoche d, im Axialsehnitt gesehen, geradlinig oder nach einer beliebig nach aussen oder innen gewölbten Linie erfolgen. Zum Schluss wird in die Hülse 1 einer der acht haptischen Formteile 6 eingelegt, die gleichen Anschlussdurehmesser D, jedoch je einen andern Krümmungsradius R besitzen.
Infolge der unveränderlichen Grosse der beiden Anschlussdurchmesser d und D lässt sich zu jedem optischen Formteil 4 jeder beliebige Cberbrückungsteil 5 und zu jedem solchen auch jeder haptisehe Formteil 6 verwenden.
Mit zum Beispiel dreissig optischen, acht überbrückungs-und acht haptischen Formen, also mit insgesamt seehsundvierzig Formteilen, können somit 1920 verschiedenartige Augen haftschalen in höchster Präzision hergestellt werden.
In Fig. 2 ist die zu der Matrize nach Fig. 1 gehörige Patrize dargestellt. Diese besteht gleichfalls aus je einem optischen Teil, einem Überbrückungsteil und einem haptisehen Teil.
Die dreissig optischen Teile 7 besitzen je einen andern Krümmungsradius r, weisen jedoch alle den gleiehen ETbergangsdurehmesser d' auf. An den optischen Teil 7 ist der Zentrierstift 8 angearbeitet. Die acht ilberbruckwbs- teile 9 besitzen gleiche T : bergangsdurchmesser d'und D', jedoch versehiedene Höhen h'.
Schliesslich ist in Fig. 2 einer der acht haptischen Teile 10 dargestellt, welche alle den gleichen Übergangsdurchmesser D'und je einen andern Krümmungsradius R'besitzen.
Die Formteile 9 und 10 werden mit dem Formteil 7 durch Aufschieben auf den Zentrierstift 8 in Richtung der Hauptachse zusa. mmengehalten bzw. zentriert.
Fig. 3 zeigt eine zusammengesetzte Matrize nebst der zugehörigen zusammengebauten Patrize.
Bei der Herstellung der Augenhaftschalen ist in der Regel nur die Matrize erforderlich, da eine linsenartige Ausbildung des optischen Teils, die infolge vorgeschriebenen Wandstärkenverlaufes nur mittels Matrize und Pa l-rize hergestellt werden kann, selten benötigt wird. Das gegenüber der einfachen Einpres- sung erwärmter Kunststoffolien in Matrizen mittels Druckluft oder Druckgas wesentlich schwierigere Pressverfahren mit Matrize und Patrize kann somit auf Sonderfälle beschränkt bleiben.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I : Verfahren zur Herstellung von Augenhaftschalen durch Einpressen einer Kunststofffolie in eine Form, dadurch gekennzeichnet, dass die Haftschalen in einer mehrteiligen Matrize gepresst werden, die aus einem optischen, einem haptischen und einem zwischen diesen liegenden Cberbrückungsteil besteht, um aus der Gesamtzahl der vorhandenen optischen, haptisehen und Cberbriickungsteile je den dem betreffenden Auge entsprechenden Teil auswählen zu können, und dass diese Teile nacheinander in die Formhülse eingesetzt werden, worauf die erwärmte Folie eingepresst wird.UNTERANSPRÜCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die erwärmte Kunststoffolie mittels eines gasförmigen Druckmittels in die Matrize gepresst wird.2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die erwärmte Platine mit Hilfe eines Stempels in die Matrize gepresst wird.PATENTANSPRUCH II : Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Stempel und einer mehrteiligen Matrize besteht, die aus einer Formhülse besteht, in die ein optischer, ein haptischer und ein zwischen diesen liegen- der Überbrückungsteil eingelegt ist.UNTERANSPRUCHE : 3. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelteile der Matrize als Flachzylinder mit gleichem Aussendurchmesser ausgeführt und in eine Hülse eingesetzt sind, die mit Luftaustritts öffnungen und einer Ausstossoffnung versehen ist.4. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass auch der Pressstempel aus je einem optischen, einem haptischen und einem Überbrückungsteil besteht.5. Vorrichtung nach Unteransprueh 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den optischen Teil des Stempels ein Zentrierstift zum Auf- steeken der beiden andern Stempelteile angearbeitet ist.6. Vorrichtung nach Patentansprueh II, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung der Matrize optische und haptische Formteile mit verschiedenen Krümmungshalbmessern, aber gleichbleibenden Öffnungsdurchmessern an den Enden und Überbrückungsteile dienen, welche verschiedene Höhen, jedoch an den beiden Enden je dieselben Öffnungsdurch- messer besitzen.7. Vorrichtung nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dal3 zur Zusammen- setzung des Stempels optisehe Teile, Ober- brückungsteile und haptische Teile mit an den Enden gleichen Aussendurchmessern, aber versehiedenen Krümmungshalbmessern und versehiedenen Höhen dienen, wobei für alle Formteile die Durchmesser des Zentrierstiftes und der zu dessen Aufnahme dienenden Bohrungen gleich gross sind.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0170141A3 (en) * | 1984-07-28 | 1986-07-09 | Bayer Ag | Preforms for contact lenses with finished backside geometry, process for their manufacture and manufacturing process of the contact lenses |
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1950
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