CH284068A - Verfahren zur Herstellung von 21-Acetoxy-pregnan-trion-(3,11,20). - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 21-Acetoxy-pregnan-trion-(3,11,20).

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CH284068A
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    • C07J5/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen, substituted in position 17 beta by a chain of two carbon atoms, e.g. pregnane and substituted in position 21 by only one singly bound oxygen atom, i.e. only one oxygen bound to position 21 by a single bond
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  Verfahren zur Herstellung von     21-Acetoxy-pregnan-trion-(3,11,20).       Aus der     Nebennierenrinde    können eine  Mehrzahl von Steroiden mit wertvollen thera  peutischen Eigenschaften isoliert werden. Be  sonders die Steroide mit am     Kohlenstoffatom     11 angelagertem Sauerstoff oder sauerstoff  haltigen Gruppen, wie das     11-Dehydrocortico.          steron    und das     Corticosteron    zeigen sehr wert  volle Eigenschaften.  



  Bis anhin hatte man in der Natur kein  Ausgangsmaterial aufgefunden zur syntheti  schen Darstellung der genannten Rinden  hormone, welches bereits ein an das Kohlen  stoffatom 11 angelagertes Sauerstoffatom auf  wies. Demzufolge musste auf chemischem Wege  das Sauerstoffatom in Stellung 11 eingeführt.  werden. Zu diesem Zweck wurden in jüng  ster Zeit verschiedene Methoden ausgearbeitet  (vgl. T. F.     Gallagher    in      Recent    Progress in  Hormone Research      vol.    1 p. 83, Verlag:     Aca-          demic        Press,    New York 1947).

   Sie sind alle  schwer durchführbar und zu umständlich für    die Herstellung von     Corticosteron    und     De-          hydrocorticosteron    im technischen Massstab.  



  Es wurde nun gefunden, dass     Cortico-          steron    und     Dehydrocorticosteron    bzw. deren  Ester leicht erhalten werden können, aus  gehend von     Sarmentogenin    oder von     Sar-          mentocymarin,    die verhältnismässig einfach  aus gewissen     Strophantus-Samen    gewonnen  werden können.

   Aus dieser überraschenden  Tatsache kann der Schluss gezogen     werden.,     dass die im Jahr 1936 von     Tschesehe        (Ber.     Deutsche     Chem.    Ges. 69. 2499)) aufgestellte  Formel I für     Sarmentogenin    sehr wahrschein  lich durch die Formel     II    ersetzt werden muss,  denn eine .Substanz mit einer     Isokonfiguration     beim     Kohlenstoffatom    9 und mit einer     Struk-          tur    des Ringes E, die nicht leicht überführ  bar ist.

   in die für die     Rindenhormone    charak  teristische     Ketolgruppe    am     Kohlenstoffatom     17, würde nur sehr geringe Möglichkeiten er  öffnet haben zur Herstellung von     Cortieo-          steron    oder     Dehydrocorticosteron.     
EMI0001.0039     
    Nicht.

   nur     Sarmentogenin    und     Sarmento-          cymarin,    sondern auch solche Derivate      nie          Sarmentogenon    sowie Ester und     .Äther    ge-    nannten Substanzen können als Ausgangs  stoffe dienen für die Herstellung der genann  ten     Nebennierenrinden-Hormone.    Das Öffnen      der Doppelbindung im Ring E einer     Substanz.     nach Formel     II,    das heisst von     Sarmento-          genin,        Sarmentocymarin    oder eines Esters  derselben,

   kann vorteilhaft durch     Ein .ir-          kung    von Ozon erfolgen. Es können jedoch  auch andere Oxydationsmittel, zum Beispiel.  Kaliumpermanganat oder Chromsäure, ver  wendet werden, wobei auch die     Hydroxyl-          gruppen    an den     Kohlenstoffatomen    3 und 11       zu        Ketogruppen    oxydiert werden können.  



  Die     Ketolgruppe    am     Kohlenstoffatom    17  lässt sich durch     Verseifung    freilegen und die       Hydroxlgruppe    am     Kohlenstoffatom    14 durch       Einwirkung    eines wasserabspaltenden     Mittels       beseitigen, unter     Einführung    einer Doppel  bindung. Man kann so beispielsweise     Pregnen-          14-triol-3,11,21-on-20    erhalten, welches durch       Acetylierung,    Hydrierung und Oxydation     21-          Acetoxy    -     pregnan-trion-3,11,20    ergibt.

   Diese  Substanz wurde bereits von A.     Lardon    und       T.        Reichstein        (Helv.        Ghim.    Acta. 26.     7-17.     1943) auf anderem     Wege    hergestellt. Sie ist  ein wichtiges Zwischenprodukt, da sie durch       Einführung    einer Doppelbindung zwischen  den     Kohlenstoffatomen    4 und ö in der von  genannten Autoren beschriebenen Weise in  11-     Dehydrocorticosteron    -     acetat    übergeführt  werden kann.

    
EMI0002.0038     
      Gegenstand des Patentes ist     ein.    Verfahren  zur Verstellung von     21-Acetoxy        -pregnan-trio:i-          (3,11,20),    welches dadurch gekennzeichnet ist.

         class    im Ring E des     Sarlnentogenins    die     C,C-          Doppelbindung    durch oxydierende Mittel ge  sprengt, die     Ketolgruppe    am     Kohlenstof        f-          atom    17 durch     Verseifung    des Reaktionspro  duktes freigelegt, die     Hydroxylgruppe        am          Kohlenstoffatom    14 durch Einwirkung eines  wasserabspaltenden Mittels, unter Bildung  einer Doppelbindung beseitigt,

   sodann die       Ketolgruppe        acetyliert    und das als Zwi  schenprodukt erhaltene     Pregnen    - (14) -     t.riol-          (3,11,21)-on-(20)-acetat-21    durch Hydrierung  und Oxydation in das gewünschte 21-     Acetoxy-          pregnan-trion-3,11,20        übergeführt    wird.  



  Die Beseitigung der     Hy        droxylgruppe    am       Kohlenstoffatom    14 durch Einwirkung eines  wasserabspaltenden Mittels kann geschehen  beispielsweise durch Erhitzen allein oder mit       Pyridin,    ferner mittels anorganischer Säuren,  zum Beispiel alkoholische Salzsäure, mit     Phos-          phoroxychlorid    in     Pyridin,    oder mit     karbon-          sauren    Salzen, wie Silber- oder     Kaliumaeetat.     Eine derartige Abspaltung wurde bereits be  schrieben in dem Schweizer Patent     Nr.    270450.  



  Wird das     Clyoxylsäure-Derivat    (Formel       1I)    mit verdünnter     -LNIineralsälire    erhitzt, so  erhält man in einem Arbeitsgang das     Pregnen-          (14)-triol-(3,11,21)-on-(20)    (Formel IV).

      <I>Beispiel:</I>    1 g     Sarmentogenin    vom     Schmelzpunkt          365     C     -wurde    in heissem     üthylacetat    aufgelöst  und die Lösung schnell auf -80  C abgekühlt;  sodann wurde im Verlaufe von 20 Minuten  im ganzen 400     em3    trockener ozonisierter  Sauerstoff (4,5 % Ozongehalt)     durchgeleitet.     Die blauviolette Lösung blieb während wei  teren 20 Minuten bei einer Temperatur von  -80  C stehen, wobei die Färbung erhalten  blieb, und wurde dann im Vakuum auf ein  kleines Volumen eingedampft.

   Hier, sowohl  wie bei den folgenden Arbeitsstufen, wurde  sorgsam darauf geachtet, dass das Material     vor     Verunreinigung insbesondere durch Gummi  partikel geschützt blieb.    Die eingeengte Lösung     wurde    zur Zerset  zung des gebildeten     Ozonids    unter     Umschüt-          teln    allmählich mit 10     em3    Eisessig und Zink  staub versetzt. Hierbei wurde Wärme ent  wickelt, so dass durch äusserliches Kühlen die  Temperatur des Reaktionsguts auf 30 bis 35  C  gehalten wurde. Sobald ein Tropfen der Lö  sung feuchtes     Jodkaliumstärke    Papier nicht.

    mehr bläute, wurde sie     abfiltriert,    mit Chloro  form nachgewaschen und im Vakuum einge  engt. Der Rückstand     -wurde    in Chloroform  aufgenommen, einige Male mit eiskaltem Was  ser ausgewaschen, mit einer kalten     Natrium-          karbonat.lösung    behandelt, nochmals mit eis  kaltem Wasser in sehr geringer Menge ausge  waschen, sodann über     entwässertem    Natrium  sulfat getrocknet und eingedampft.  



  Es wurde ein farbloser Rückstand in einer  Ausbeute zwischen 0,91 und 1,0 g     erhalten,     der stark     reduzierend    auf eine alkalische Lö  sung von     Silberdiamin    einwirkte.  



  Das erhaltene     Glyoxylsäitre-Derivat    der  Formel     1I    wurde in 20     em3    Äthanol aufgelöst  und am     Rüekflusskühler    eine halbe Stunde mit.  1     em3        konzentrierter    Salzsäure erhitzt. Nach  Zusatz von 10     em3    Wasser wurde der Alkohol  im Vakuum     abdestilliert,    die Lösung noch  mals 10 Minuten auf eine Temperatur von  70  C erhitzt, sodann abgekühlt und wieder  holt mit Chloroform ausgeschüttelt.

   Die       Chloroformlösung    wurde mehrmals mit etwas  gesättigter     Kaliumbikarbonatlösung    ausgewa  schen und bei einer Temperatur von 0  C im  Vakuum vollständig eingedampft. Als Rück  stand wurde eine gelblich gefärbte glasige  Masse in einer Ausbeute von ungefähr 0,7 g  erhalten, das Rohprodukt der Formel IV.  



  Die partielle     Acetylierung    des genannten  Rohproduktes wurde ausgeführt durch Auf  lösen der Masse in 2 bis 3     em3    absolutem     Dio-          xan,    Zusatz von 0,4     cm3        Pyridin,    und nach  Abkühlung der Mischung auf -20  C, von  0,29     ems        Acetanhydrid.    Die Lösung blieb  unter Ausschluss von Feuchtigkeit eine Stunde  bei -20  C, dann weitere 16 bis 24 Stunden  bei 0  C und schliesslich eine weitere Stunde  bei 15 bis 20  C stehen. Die Aufarbeitung nach  üblichen Methoden lieferte das rohe Mono-           acetat    (Formel V) in einer Ausbeute von  etwa 0,8 g.  



  Das eben genannte Produkt wurde in  10     cms    reinstem Eisessig aufgelöst und die  Lösung zwecks Entfernung von     Katalysator-          Giften    über Aktivkohle     abfiltriert,    die vorher       mehrmals    mit heissem Wasser und Eisessig       ausgewaschen    wurde. Nach Zusatz von<B>0,2g</B>  Platinoxyd zum Filtrat wurde die Lösung so  lange in einer Wasserstoffatmosphäre geschüt  telt bis     mindestens    so viel Wasserstoff     adsor-          biert    war, um 1     Mol    H2 zu addieren und den  Katalysator zu reduzieren.

   Die Lösung     wurde     filtriert, mit etwas Eisessig     nachgewaschen     und sodann eine Lösung von 0,4 g Chrom       trioxyd    in 1     cm3    Wasser     und    8     ems        Eisessig     zugesetzt. Die Mischung wurde 4 Stunden  der Ruhe überlassen bei einer     Temperatur     von 15 bis 20  C.  



  Es wurde eine Probe auf freie Chromsäure  gemacht. Falls keine freie Chromsäure nach  weisbar war, wurde in solchem     Ausmass    mehr       Chromsäurelösung    zugesetzt bis nach 4 Stun  den eben noch freie Chromsäure nachweisbar  war.  



  Die Lösung     wurde    im Vakuum zu einem       Sirup    eingedampft, etwas Wasser zugesetzt       und    mit Äther ausgeschüttelt. Der erhaltene  Extrakt wurde mit etwas verdünnter Schwe  felsäure ausgewaschen, sodann mit verdünn  ter     Sodalösung    nachgewaschen und darauf  über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet.  Nach     Abdunsten    des Äthers wurde als Rück  stand eine farblose Masse in einer Ausbeute  von ungefähr 0,65 g erhalten. Diese wurde in       Benzol-Petroläther    aufgelöst.

   Nach     Chromato-          graphie    über 20 g Aluminiumoxyd,     Eluier    en    mit absolutem Benzol und     Umkristallisieren     aus     Äther-Petroläther    wurde das     21-Aeetoxy-          pregn.an-trion-3,11,20    (Formel     VIII)    in Ge  stalt von farblosen Nadeln vom Schmelzpunkt  151 bis 153  C erhalten. Diese Substanz ist  identisch mit der bereits von A.     Lardon    und  T.     Reichstein    auf anderem Wege erhaltenen  Verbindung     (Helv.        Chim.        Acta.26.747.1943).  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von 21-Acetoxy- pregnan-trion-(3,11,20), dadurch gekennzeieh_ net, dass im Ring E des Sarmentogenins die C,C-Doppelbindung durch oxydierende -Mittel gesprengt, die Ketolgruppe am Kohlenstoff- atom 17 durch Verseifung des Reaktionspro duktes freigelegt,
    die Hydroxylgruppe am Kohlenstoffatom 14 durch Einwirkung eines %vasserabspaltenden Mittels, unter Bildung einer Doppelbindung beseitigt, sodann die Ketolgruppe acetyliert und das als Zwi schenprodukt erhaltene Pregnen - (14) - triol- (3,11,21)-on-(20)-acetat-(21) durch Hydrie rung und Oxydation in 21-Acetoxy-pregnan- trion-(3,11,20) übergeführt wird. UN TER AN SPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da.ss als oxydierendes Mittel zur Sprengung der C,C-Doppelbindung im Ring E des Larmentogenins Ozon veren det wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Glyoxylsäure- Derivat (Formel 1I) durch" Erhitzen mit ver dünnten Mineralsäuren in das Pregnen-(14)- triol-(3,11,21)-on-(20) übergeführt wird.
CH284068D 1947-09-13 1948-09-06 Verfahren zur Herstellung von 21-Acetoxy-pregnan-trion-(3,11,20). CH284068A (de)

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