CH285941A - Verfahren zur Herstellung von orthopädischen Fussstützen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von orthopädischen Fussstützen.

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CH285941A
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Zscherp Herbert
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    • A61F5/01Orthopaedic devices, e.g. long-term immobilising or pressure directing devices for treating broken or deformed bones such as splints, casts or braces
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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von orthopädischen Fussstützen.



   Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von orthopädischen Fussstützen aus mit härtbaren Kunstharzen durehtränkten Platten, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass die in den Platten enthaltenen Kunstharze bis zum vollständigen Erhärtungszustand (C-Zustand) bei der endgültigen Verformung der Platten ausgebacken werden.



   In beispielsweiser Durchführung des Verfahrens werden die herzustellenden Einlagekörper in   abgewiekelter    Form aus ebenen, durch mit härtbaren Phenolharzen getränkten Schichten gebildeten Platten nach einer Vorbehandlung ausgesehnitten, bei welcher die in ihnen enthaltenen Harze zunächst zu nicht mehr als 90   O/o    ihres vollständigen   Erhärtungs-    zustandes ausgebacken werden; anschliessend werden die Zuschnitte unter erhöhten Temperaturen erhitzt und mit hohem Druck in Pressformen unter Ausbackung der Kunstharze bis zur Erreichung des C-Zustandes verpresst.



   Unter orthopädischen Fussstützen werden hierbei Schuheinlagen zur Korrektur von Senk-, Spreiz- und   Kniekfüssen,      Spreizfussein-    lagen zur Wölbung durchgetretener Mittelfussknochen,   Gelenkfedern    zum Einbau in orthopädische Schuhe,   löffelartige    Durchausgelenkfedern für orthopädische Schuhe, zum Beispiel für   Vorfuss- und    Zehenamputierte, Stützkeile als Federn für Schuheinlagen aus Leder und ähnlichem oder Teile solcher verstanden.



   Die bekannteste Herstellungsmethode zur   Herstellung    von Sehuheinlagen als Fussstützen geht von   Schichtpappe    oder andern Füllstoffen aus, die mit Kunstharzen durchsetzt sind, wobei die Fussstützen in abgewickelter Form aus im Handel käuflichen ebenen Platten ausgeschnitten und die Ausschnitte in druckfesten, beheizten Formen, durch Wärme erweicht, mit leichtem Druck geformt und die erhaltenen fertigen Formstücke durch Abkühlen erhärtet werden.



   Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass die Fussstützen nicht formbeständig sind und unter Einwirkung von Körperwärme und Körpergewicht die Neigung haben, teilweise in die ursprüngliche, ebene Tafelform zurückzugehen.



   Ein anderes bekanntes Verfahren ist das Imprägnieren von Faserstoffen mit einem thermoplastischen Kunstharz, wozu ein Anilinharz auf der Basis Anilin-Formaldehyd verwendet wird. Eine solche Fussstütze wird aus lageweise geschichteten Papierblättern, die das thermoplastische Anilinharz in gleichmässiger Verteilung enthalten und zum Teil auch als oberer und unterer Abschluss mit einer ebenfalls mit Anilinharz getränkten   Gewebeschicht    versehen sind, aus noch unverpresstem Rohstoff hergestellt.



   Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass die auf diese Weise hergestellten Fussstützen ihre   Stützwirkung verfehlen, weil das Material nicht ausreichend bruchfest ist. Die einzelnen, zu Fussstützen verpressten Schichten lösen sich auch unter der dauernden Belastung durch das Körpergewicht und durch die Inanspruchnahme des Materials infolge der Federung bei jedem Schritt.



   Die Tatsache weiterhin, dass Fussstützen dieser Art nicht formbeständig sind, kann darauf zurückgeführt werden, dass sie durch die Verwendung thermoplastischer Kunstharze nicht härtbar sind. Es hat sich gezeigt, dass bei Verwendung eines erst bei über   1000 C    umformbaren Xunstharzes, welches sich allgemein durch Körperwärme nicht so weit erwärmen lässt, um dem Stück eine andere Form geben zu können, doch offenbar die Körperwärme in Verbindung mit der gleichzeitigen Belastung durch das Körpergewicht und die Art der Beanspruchung ausreicht, die dem Material ursprünglich gegebene Form zu verändern.



   Die Fussstütze büsst hierdurch im Wir  kungsgrad    ihrer Stützkraft ein und bedarf von Zeit zu Zeit der Wiederherstellung durch   Nachformlmg.    Infolge der Voraussetzungen für die Durchführung dieser Nachformung ist der Benutzer auf eine entsprechende Betriebsstätte angewiesen.



   Die nach dem Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellten Fussstützen sind demgegenüber unbedingt formbeständig, ohne Rücksicht auf Körperwärme   und    Belastung und bedürfen nicht einer lästigen Nachformung an dritter Stelle, dadurch, dass die mit Kunstharzen durchtränkten Platten erst im Zustande ihrer endgültigen Verformung Temperaturen ausgesetzt sind, die einer vollständigen Erhärtung des in ihnen enthaltenen Kunstharzes, z. B. Phenolharzes, bis zur Erreichung vollständigen Ausbackens, das heisst zur Erreichung des sogenannten C-Zustandes, ausgesetzt sind.



   Man kann zum Beispiel aus mit härtbaren Phenolharzen getränkten ZelIulose-, Papier-, Gewebe- oder Pappeschichten gebildete Platten verwenden.



   Gemäss einer besonderen   Durchführungs-    form des neuen Verfahrens werden die in den Platten enthaltenen Harze zunächst bis zu 85   O/o    ihres vollständigen Erhärtungszustandes ausgebacken; die daraus hergestellten Ausschnitte werden zwecks weiterer Verformung zu fussorthopädischen Artikeln der genannten Art in einem Heizgerät, insbesondere auf 180 bis   190"C,    erhitzt   und    sodann unter hohem   Druck    in Pressformen aus Rotguss oder Phosphorbronze verpresst, die zu einer völligen Ausbackung des Harzes führt.



   Die so hergestellten Artikel werden also erst im letzten Arbeitsgang in den sogenannten C-Zustand des Kunstharzes versetzt.



  Durch die zweimalige Bearbeitung unter starker Hitze und hohem Druck ist es ausgeschlossen, dass sich die einzelnen Schichten wieder lösen, obwohl diese fussorthopädischen   Prodnlrte    unter elastischer Federung, ähnlich wie Federstahl, arbeiten.



   Während bisher bekanntlich härtbare Phenolharze in noch nicht ausgehärtetem Zustand nochmals erreicht wurden, um in eine bestimmte Form gebracht zu werden, und in diesem Falle das   Material    noch so weich war, dass auch nach der zweiten Erhitzung und nochmaliger Verformung der C-Zustand nicht erreicht wurde und bei Verwendung ebener Platten aus mit härtbaren Phenolharzen getränkte Schichten, die bereits im gehärteten C-Zustand sieh befanden, eine nochmalige Verformung ausgeschlossen war, hat es sieh gezeigt, dass durch eine vollständige Aus  backung    unter den Bedingungen gemäss der Erfindung für fussorthopädische Artikel Eigenschaften bezüglich Formbeständigkeit, Festigkeit und Federung erreicht werden, die sämtliche, an solche Gegenstände zu stellende Bedingungen vorzüglich erfüllen.



   Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind auch Abwandlungen gegenüber der beschriebenen Ausführungsform möglich, zum Beispiel insofern, als die Fussstützen aus mit Auflagen versehenen Platten, zum Beispiel aus solchen Platten bestehen können, die noch ein- oder beidseitig   trberzüge    mit Gewebeschichten aufweisen, die mit beliebigen Kunst  stoffen, wie Kunstharzen, Zellulosederivaten und ähnlichem, getränkt oder bestrichen sind.



  Anderseits können die Schichten als Zwischenschichten oder Zwischenlagen ausgebildet werden, derart, dass sich jeweils zwischen zwei Platten eine Zwischenschicht befindet, die auf beiden Seiten mit den benachbarten Platten vereinigt wird.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von orthopädi schen Fussstützen aus mit härtbaren Kunstharzen durchtränkten Platten, dadurch gekennzeichnet, dass die in ihnen enthaltenen Kunstharze bis zum vollständigen Erhärtungszustand (C-Zustand) bei der endgültigen Verformung der Platten ausgebacken werden.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die herzustellenden Einlagekörper in abgewickelter Form aus ebenen, durch mit härtbaren Phenolharzen getränkten Schichten gebildeten Platten nach einer Vorbehandlung ausgesehnitten werden, bei der die in ihnen enthaltenen Harze zunächst zu nicht mehr als 90 O/o ihres vollständigen Erhärtungszustandes ausgebacken werden, und dass schliesslich dieZuschnitte unter erhöhten Temperaturen erhitzt und mit hohem Druck in Pressformen unter Ausbakkung der Kunstharze bis zur Erreichung des C-Zustandes verpresst werden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprueh 1, dadureh gekennzeichnet, dass die mit härtbaren Phenolharzen getränkten Schichten aus Zellulosesehiehten bestehen.
    3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit härtbaren Phenolharzen getränkten Schichten aus Papierschichten bestehen.
    4. Verfahren nach Patent anspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit härtbaren Phenolharzen getränkten Schichten aus Gewebeschichten bestehen.
    5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit härtbaren Phenolharzen getränkten Schichten aus Pappeschichten bestehen.
    6. Verfahren nach Patentanspruch und linteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Platten enthaltenen Harze zu nicht mehr als 85 O/o ihres vollständigen Erhärtungszustandes ausgebacken werden.
    7. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschnitte bei Temperaturen von 180 bis 190"C erhitzt werden.
    8. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschnitte mit hohem Druck in Pressformen aus Rotguss verpresst werden.
    9. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschnitte mit hohem Druek in Pressformen aus Phosphorbronze verpresst werden.
    10. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit dem gehärteten Kunstharz imprägnierten geformten Platten mit Schichten, die einen Kunststoff enthalten, verbunden werden.
    11. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten als überzüge auf die Platten aufgebracht werden.
    12. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten als Zwischenschichten zwischen je zwei Platten angeordnet und mit diesen vereinigt werden.
    13. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den gehärteten Kunstharzen versehenen geformten Platten mit Ge webeschichten, die mit Kunststoff getränkt sind, verbunden werden.
    14. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten mit Kunststoff bestrichen sind.
CH285941D 1949-10-12 1950-06-20 Verfahren zur Herstellung von orthopädischen Fussstützen. CH285941A (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1093950B (de) * 1955-03-07 1960-12-01 Dr William M Scholl Vorrichtung in Form einer Zange zum Formen von Fussstuetzen oder aehnlichen Fusskorrekturbehelfen aus durch Druck verformbaren Stoffen
DE3506809A1 (de) * 1985-02-27 1986-09-04 Manfred 2081 Heist Koch Schuheinlage

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1093950B (de) * 1955-03-07 1960-12-01 Dr William M Scholl Vorrichtung in Form einer Zange zum Formen von Fussstuetzen oder aehnlichen Fusskorrekturbehelfen aus durch Druck verformbaren Stoffen
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