CH289693A - Verfahren zur Herstellung von Leder. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Leder.

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CH289693A
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The Forestal Land Timb Limited
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Forestal Land Timber And Railw
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/18Chemical tanning by organic agents using polycondensation products or precursors thereof

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Description


  Verfahren zur Herstellung von Leder.    Normalerweise wird Leder aus Häuten  hergestellt, indem man diese in eine wässerige  Lösung von aus Polyphenolen bestehenden,  vegetabilischen Gerbstoffen, von als Syntane  bekannten sulfonierten     Phenol-Formaldehyd-          Harzen    oder von andern Stoffen (z. B. Chrom  salzen, Formaldehyden usw.), die für ihre  Gerbwirkung bekannt sind, hineinhängt. Über  den Gerbvorgang bestehen in diesen Fällen  noch Meinungsverschiedenheiten, doch wird  allgemein anerkannt, dass, abgesehen von Ver  fahren wie die Formaldehyd-Gerbung, das  Vorhandensein von phenolischen     Hydroxyl-          Gruppen    in einem organischen Gerbmittel er  forderlich ist.

   Mehrere Gerbverfahren, die in  den letzten Jahren entwickelt wurden, ent  sprechen dieser Auffassung nicht, so z. B. die  Umwandlung der Haut in Leder durch das  Einlagern von Harnstoff-Formaldehyd- oder  Melamin-Harzen in das Hautgewebe     (USA-          Beschreibung    Nr. 2316751 und 2322959); Ger  bung mit Polyisoeyanaten (B. I. 0. S., Schluss  bericht Nr. 762) ; und Gerbung durch Behand  lung mit     Glyoxal    und dann mit harzbildenden  Reagenzien, wie Harnstoff     (Winheim-Doherty-          Verfahren,    Ind. Eng. Chem., Aug. 1948).

   In  all diesen letzteren Fällen wird die Haut in  Leder umgewandelt, indem man sie mit einem  Material von niedrigem Molekulargewicht be  handelt, welches sich entweder in sitze poly  merisiert oder in sitze mit andern Reagenzien  von niedrigem Molekulargewicht kondensiert    wird, wobei ein Harz mittleren bis hohen  Molekulargewichtes entsteht Wahrscheinlich  reagieren solche Harze wenig oder überhaupt  nicht mit der Hautsubstanz, währenddem im  Gegensatz dazu zwischen den pflanzlichen  Gerbstoffen oder den Syntanen und der Haut  Reaktionen stattfinden, so dass möglicherweise  die durch solche Harze bewirkte Gerbtung  mehr physikalisch als chemisch bedingt ist.

    Keines dieser Verfahren wird wahrscheinlich  je im selben Ausmass wie die üblichen     Gerb-          verfahren    angewandt werden, allein schon     aus     wirtschaftlichen Überlegungen. Sie haben je  doch besondere Anwendungsbereiche und sind  schon darum von Interesse, weil sie die Mög  lichkeit bieten, Leder durch in-situ-Bildung  eines Harzes von hohem Molekulargewicht zu  machen, im Gegensatz zu dem üblichen     Gerb-          verfahren    mit Lösungen, die bereits einen  Stoff mit hohem Molekulargewicht enthalten.  



  Es ist bekannt, dass Kondensationspro  dukte aus Aldehyden und Ketonen erhalten  werden können (vgl. z B. White and Haward,  J. C. S. (1943), 25; brit. Patentbeschreibun  gen Nr. 551219, 553305, 560669 und 19087/09,  und     USA-Patentbeschreibung    Nr. 2378573).  Es ist ferner bekannt, dass diese Kondensa  tionsprodukte sich in Anwesenheit starker     Al-          kalien    zu dunklen, oft nicht     schmelzbaren     Harzen -unbekannter Struktur     weiterkonden-          sieren    lassen (vgl. z.

   B.     Ellis         Chemistry    of       Synthetyc        Resins ,    1935, Band 1, Abschnitt      25, Seiten 540-583). Eine solche Harzbil  dung ist bei der Herstellung vieler Aldole und  Ketole eine störende Erscheinung.  



  Die vorliegende Erfindung betrifft nun  ein Verfahren zur Herstellung von Leder, das  dadurch gekennzeichnet ist, dass die Häute  mit einem praktisch nicht verharzten Konden  sationsprodukt aus mindestens einem Aldehyd  mit mindestens einem Keton imprägniert wer  den, worauf die imprägnierten Häute mit  einer alkalischen Lösung behandelt werden,  deren Alkalitätsgrad zur Verharzung des  Kondensationsproduktes ausreicht, dagegen  nicht hoch genug ist, um die Häute innerhalb  der zum Verharzen des Kondensationsproduk  tes nötigen Zeit merklich zu schädigen.  



  Die vorzugsweise für die Imprägnierung  der Häute verwendeten Kondensationspro  dukte sind wasserlöslich, da dies ihre Anwen  dung erleichtert, aber auch wasserunlösliche,  praktisch nicht verharzte Kondensationspro  dukte können verwendet werden.  



  Die Kondensationsprodukte sind vorzugs  weise solche, die durch die Kondensation von  Aceton und Formaldehyd,     Methyl-Äthyl-Ke-          ton    und Formaldehyd, Methyl-Propyl-Keton  und Formaldehyd, Aceton und Acetaldehyd,  Methyl-Äthyl-Keton und Acetaldehyd oder  Aceton und Crotonaldehyd erhalten werden.  Andere ähnlich gebildete Aldehyd-Keton-Kon  densationsprodukte können ebenfalls verwen  det werden. Die oben genannten Kondensa  tionsprodukte können vor der Anwendung  auf den Häuten in jedem Verhältnis gemischt  werden, oder dann können Mischkondensate  durch Kondensation zweier oder mehrerer Ke  tone mit einem oder mehreren Aldehyden oder  einem oder mehreren     Ketonen    mit zwei oder  mehreren Aldehyden hergestellt werden.  



  Zur Herstellung wasserlöslicher Kondensa  tionsprodukte ist es vorteilhaft, wenn auch  nicht immer nötig, wenn das     Keton    in einem  grossen Überschuss über das stöchiometrisch  berechnete     Molverhältnis    hinaus angewendet  wird.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung kann  für alle Hautarten verwendet werden, doch ist  es besonders geeignet für die gespaltenen    Häute, Oehsenhäute und Schafshäute. W enn  eine gekalkte Haut verwendet wird, wie z. B.  gekalkte Ochsenhaut, wie sie für Sohlenleder  benützt wird, so sollte diese vor der Imprä  gnierung entkalkt werden, z. B. mit 1- bis  2 % iger Ammoniumchloridlösung, oder sie  sollte während der Imprägnierung entkalkt  werden, z.

   B. durch Hinzufügung eines     Ent-          kalkungsmittels    (z B. einer Säure oder von  Ammoniumchlorid) zu dem Kondensations  produkt, weil sonst infolge des hohen     pH-Wer-          tes    der kalkhaltigen Haut eine weitere Kon  densation des     Aldehy        d-Keton-Kondensations-          produh-tes    mit Bildung eines unlöslichen Har  zes an der Oberfläche der Haut stattfindet,  bevor das Kondensationsprodukt in die Haut  eingedrungen ist.  



  Gemäss einem Ausführungsbeispiel der Er  findung wird die Haut in ein unverdünntes,  praktisch nicht verharztes Kondensationspro  dukt aus einem oder mehreren Aldehyden mit  einem oder mehreren     Ketonen    oder in eine  wässerige Lösung oder Dispersion davon ein  gehängt, bis eine gründliche     Imprägnierung     der Haut stattgefunden hat, worauf die im  prägnierte Haut mit einer alkalischen Lösung  behandelt wird, die einen     p11-Wert    von min  destens 11 hat, der aber nicht hoch genug ist,  um den Häuten in der zur Einlagerung eines  unlöslichen Harzes in der ganzen Haut nöti  gen Zeit nennenswerten Schaden zuzufügen.  



  Im allgemeinen wurde festgestellt, dass  eine befriedigende Imprägnierung der Haut  mit dem praktisch nicht verharzten     Aldehyd-          Keton=Kondensationsprodukt    bei Zimmertem  peratur in drei Tagen erfolgen kann. Eine  zufriedenstellende Imprägnierung kann je  doch bei geeigneten Verhältnissen in einer viel  kürzeren Zeitspanne erzielt werden, z. B.  durch Behandeln in rotierenden     Trommelei     oder durch Verwendung eines     Dispersionsmit-          tels.     



  Bei der Behandlung mit einer alkalischen  Lösung hat es sich als vorteilhaft erwiesen,  eine     10gewiehtsprozentige        Natriumcarbonat-          lösung    mit einem     pH-Wert    von 11 zu verwen  den. Es wurde festgestellt, dass     Natrium-          hydroxyd-Lösungen    dazu neigten, eine brü-      chige Faser zu geben, wenn sie nicht in An  wesenheit von     Natriumcarbonat    oder hohen  Konzentrationen anderer, meistens neutraler  Salze verwendet wurden.  



  Die folgenden Beispiele zeigen, wie das Ver  fahren gemäss der Erfindung ausgeführt wer  den kann.  



  1. Die ursprüngliche Kondensation wurde,  wie durch White und Haward (loc. cit.) be  schrieben, ausgeführt durch Verwendung von  31.5 g Paraformaldehyd, welches mit 3 Litern  Aceton in Anwesenheit von 25 cm3 einer 1,6-n  Pottaschelösung in Methylalkohol am Rück  fluss gekocht wurde, bis eine Prüfung mit  Tollens-Reagens negativ blieb. Überschüssiges  Aceton wurde von dem neutralisierten, gefil  terten Reaktionsprodukt A abdestilliert, wobei  eine durchschnittliche Ausbeute von 2480 cm3  Aceton und 735g Kondensationsprodukt ent  stand. Dieses letztere, obgleich es ursprüng  lich vollständig in Wasser löslich war, kon  densierte ausserordentlich schnell weiter, wenn  es mit einer alkalischen Lösung bei irgend  einem über 7 liegenden PH-Wert erwärmt  wurde, und ergab dann ein stark gefärbtes,  wasserunlösliches Harz.

   Die Verharzung er  folgte langsam mit Alkali bei Zimmertempera  tur, wobei sich der Grad der Verharzung be  trächtlich mit dem pH-Wert erhöhte.  



  Eine Kondensation ähnlich wie diese, aber  mit einer doppelten Menge Alkali-Katalysator,  ergab ein zähflüssiges, orangegelbes Konden  sationsprodukt (B), welches grösstenteils in  Wasser unlöslich war (Ausbeute = 745 g).  



  Beide Arten vTon Kondensationsprodukten  (A und B), das heisst wasserlösliche und was  serunlösliche, wurden zum Gerben verwendet.  Gespaltene Häute und mit 1- bis 2 % o iger Am  moniumchloridlösung entkalkte Sohlenhäute  wurden in das Kondensationsprodukt bei Zim  mertemperatur während 72 Stunden einge  hängt und dann 24 Stunden lang in Lösungen  mit 10 Gewichtsprozenten Na2C03 (pH =11)  verbracht. Nach dem Auswaschen wurden die  Lederstücke bei Zimmertemperatur getrock  net, einige mit, einige ohne Einfettung.  



  Die eingefettete, behandelte, gespaltene  Haut wdies eine Schrumpftemperatur von 72  C    auf und, obgleich sie bei 10 Minuten lan  gem Kochen in Wasser um etwa 25 % ein  schrumpfte, trocknete sie zufriedenstellend zu  einem     Produkt,    welches die lederartigen Ei  genschaften beibehielt. Das ursprüngliche Le  der war eher rauher als eine entsprechende,  ungefettete, vegetabilisch gegerbte, gespaltene  Haut. Das entsprechende gefettete Leder er  gab ein mässig biegsames Tapeziererleder von  zufriedenstellender Fülle, welches für die Her  stellung von Polsterungsleder, Taschenleder  usw. verwendbar schien. Es hatte eine blass  gelbe Farbe, die durch eine längere Einwir  kung von ultraviolettem Licht nicht dunkler  wurde.

   Es bestand wenig oder kein Unter  schied zwischen mit wasserlöslichen     und    was  serunlöslichen Kondensationsprodukten erhal  tenem Leder.  



  Das Sohlenleder war ausserordentlich fest,  aber es war leer und leicht, und der Ertrag  war ungefähr 60 %. Es ergab eine gute Grund  lage für darauffolgende Füllung und Be  schwerung mit vegetabilischen Gerbmitteln.  



  2. 300 g     Paraformaldehyd,    2500     cm3        Me-          thyläthylketon    und 10     cms        2-n-Pottasche-          lösung    in Methylalkohol wurden am Rück  flusskühler erhitzt, bis die     Tollens-Probe    nega  tiv blieb.

       Aus    dem neutralisierten, gefilterten  Produkt wurde das überschüssige     Methyl-          äthyllieton    durch Destillation entfernt, was  1850     cm3        Keton    und 810 g     Kondensationspro-          dakt    ergab. Dieses     letztere    verharzte     in    der  gleichen Weise wie das     Aceton-Formaldehyd-          Kondensationsprodukt    mit     Alkali    und ergab  ziemlich hell gefärbte, flüssige Harze. Die Re  aktion verlief etwas langsamer.  



  Gespaltene Haut und     entkalkte    Ochsenhaut  wurden, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit  diesem Kondensationsprodukt gegerbt, näm  lich durch Einhängen in die     Kondensatlösung     während 72 Stunden und darauffolgende     Ver-          harzung    in     situ    mit Lösungen, welche ent  weder 10 Gewichtsprozente     Na2C03    oder 10  Gewichtsprozente     Na2C03        -I-    1 Gewichtspro  zent     NaOH    oder schliesslich nur 2 Gewichts  prozente     NaOH    enthielten.

   Das letztere ergab  ein     -unbefriedigendes,    verhorntes Produkt,  was auf den hohen p$- und den niedrigen      Salzgehalt zurüekzuführen ist. Wieder wurde  das Leder mit oder ohne Einfetten getrocknet,  was praktisch gleiche Produkte ergab wie die  durch das     Aceton-Formaldehyd-Kondensa-          tionsprodukt    des Beispiels 1 erhaltenen, wenn  auch mit einer eher geringeren Schrumpftem  peratur von 65  C.  



  3. 30 g Paraformaldehyd und 344 g     Me-          thyl-Propyl-Keton    wurden wie in Beispiel 1  in Anwesenheit von 3 cm3 2-n-Pottaschelösung  in Methylalkohol kondensiert, was zum Schluss  90 g Kondensationsprodukt ergab, woraus sich  bei der Behandlung mit Alkali ein flüssiges,  gelbes, wasserunlösliches Harz bildete.  



  Die gespaltene Haut wurde in eine     60ge-          wichtsprozentige    wässerige Lösung des Kon  densationsproduktes drei Tage lang bei Zim  mertemperatur eingehängt und dann während  24 Stunden bei Zimmertemperatur mit einer  10gewichtsprozentigen Na2C03-Lösung oder  mit einer 10 Gewichtsprozent Na2C03 + 1 Ge  wichtsprozent NaOH enthaltenden Lösung be  handelt, wodurch ein     blassgeblichweisses    Leder  mit einer Schrumpftemperatur von 65  C bzw.  ein gelblichweisses Leder mit einer Schrumpf  temperatur von 65  C erhalten wurde. Beide  waren in gefettetem Zustande voll und weich.  



  4. Zu 500 g Aceton und 3 cm3     2-n-Pott-          aschelösung    in Methylalkohol wurden unter  Kühlung in einem Eisbad 100 g Acetaldehyd  im Laufe von 15 Minuten eingerührt, wobei  der pH-Wert der Reaktionsmischung 9 war.  Die Mischung wurde über Nacht bei Zimmer  temperatur belassen, mit 2-n-HCl in Aceton  neutralisiert, filtriert und das überschüssige  Aceton dureh Destillation entfernt. Die Aus  beute an Kondensationsprodukt war 175 g.  



  Bei einem entsprechenden Versuch mit  25 em3 2-n-KOH in Methylalkohol wurde nur  15 Minuten lang gerührt und das Kondensa  tionsprodukt wie oben isoliert. Die Ausbeute  war 165 g. Das Endprodukt war in beiden  Fällen wasserlöslich und verharzte leicht bei  Erwärmung mit wässerigem Alkali, unter Bil  dung eines roten, wasserunlöslichen, flüssigen  Harzes.  



  Die gespaltene Haut wurde     durch        72stün-          diges    Einhängen in dieses Kondensationspro-         dukt    und     nachheriges    24stündiges Einhängen  in eine l0gewichtsprozentige Na2C03-Lösung  gegerbt. Das getrocknete, ungefettete Leder  war weich und biegsam, von angenehmem  Griff und verhältnismässig glatter Narbe. Es  war entschieden besser     als    die vorher beschrie  benen Produkte und liess sich beinahe mit den  gefetteten fertigen Mustern vergleichen, wel  che bei Verwendung der Aceton- oder     Methyl-          äthylketon    - Formaldehyd - Kondensationspro  dukte der Beispiele 1 und 2 erhalten wurden.

    Ein ähnliches Resultat wurde erzielt, indem  man das ursprüngliche Kondensationsprodukt  durch eine 10 % ige wässerige Lösung des letz  teren mit dem pH 3 ersetzte und dann wie üb  lich mit einer l0gewiehtsprozentigen     Na2Co3-          Lösung    verharzte.  



  5. 100 g Acetaldehyd wurden unter Rüh  ren innert 15 Minuten zu einer eisgekühlten  Mischung von 750 g Methyläthylketon und  25 cm3 2-n-KOH in Methylalkohol hinzuge  fügt. Nach weiteren 15 Minuten wurde die  Mischung mit 2-n-NCl in Methyläthylketon  neutralisiert, filtriert und das überschüssige       Keton    unter vermindertem Druck     abdestil-          liert.    Dabei wurden 565 cm3     Methyläthyl-          keton    zurückgewonnen. Die Ausbeute an Kon  densationsprodukt war 270 g. Dieses letztere  bildete bei     Erwärmung    mit wässerigem Alkali  blassgelbe, wasserunlösliche, flüssige Harze.  



  Die gespaltene Haut wurde in das Kon  densationsprodukt 72 Stunden lang einge  hängt und dann 24 Stunden lang mit Lösun  gen, die 10 Gewichtsprozent Na2CO3 oder 10       Cxewichtsprozent        Na2C03        -I-    1     Gewiehtsprozent          NaOH    enthielten, behandelt. Die erstere Lö  sung ergab ein     blassgelbliches,    weiches, volles  Leder und die letztere ein steifes, eher volles  Leder mit einer     Sehrumpftemperatur    von 60  bis 62  C.  



  6. 50 g     Crotonaldebyd    wurden im Laufe  von 10 Minuten in eine Mischung von 315     em3          Aeeton    und 10     em3        2-n-KOH    in     Methvlalko-          hol    eingerührt, wobei die Reaktionstempera  tur durch Kühlung im Eisbad unter     5     C ge  halten wurde.     Naeh    weiterem, 5 Minuten lan  gem Rühren wurde die     Reaktionsmisehung     durch Einleiten von C02 neutralisiert, dann      filtriert und das überschüssige Aceton ab  destilliert, was 80g Kondensationsprodukt er  gab.

   Dieses letztere war grösstenteils in Was  ser löslich und verharzte bei Erwärmung mit  Alkali leicht zu einem wasserunlöslichen,  roten, flüssigen Harz.  



  Es ist zu beachten, dass die Kondensation  infolge der Verharzungstendenz der     Croton-          aldehyde    unter alkalischen Verhältnissen un  terhalb von 5  C und in Anwesenheit eines  grossen Acetonüberschusses durchgeführt wer  den musste.  



  Das Einhängen der gespaltenen Haut wäh  rend 72 Stunden in das Kondensationsprodukt  und dann während 24 Stunden in 10 Gewichts  prozent Na2CO3 enthaltende Lösungen ergab  bei weitem das beste Leder von allen Beispie  len, indem es ohne Einfetten zu einem bieg  samen, weichen Leder mit glatter Narbe trock  nete. Das Leder schien ähnlich einer guten,  vegetabilisch gegerbten, gespaltenen Haut zu  sein und hatte eine Schrumpfungstemperatur  von 76  C.  



  7. 44 g Acetaldehyd zusammen mit 70 g  Crotonaldehyd wurden innert 30 Minuten un  ter Rühren zu 464 g Aceton und 20 cm3  2-n-KOH in Methylalkohol hinzugefügt, wo  bei die Reaktionstemperatur durch Kühlung  im Eisbad unter 5  C gehalten wurde. Nach  715 Minuten langem weiteren Rühren wurde  die Reaktionsmischung durch Einleiten von  CO2 neutralisiert, dann gefiltert und der  Überschuss an Aceton abdestilliert, was 178 g  Kondensationsprodukt ergab. Dieses letztere  war grösstenteils in Wasser löslich und orange  farben.  



  Die gespaltene Haut wurde während 72  Stunden in eine 70gewichtsprozentige (Ge  wicht/Gewicht) wässerige Lösung des Kon  densationsproduktes und dann 24 Stunden  lang in eine 10 % ige wässerige Lösung von  Na2C03 eingehängt. Die Haut wurde 15 Mi  nuten lang gewaschen, leicht eingefettet     und     getrocknet. Die Schrumpftemperatur war  75  C. Das Leder war rehfarben, voll und  weich.  



  B. 70 g Crotonaldehyd zusammen mit 162 g  37%iger wässeriger Formaldehyd-Lösung wur-    den innert 30 Minuten unter Rühren zu 116 g  Aceton und 2 g Na2CO, gefügt, wobei die  Temperatur durch Kühlung im Eisbad     unter     10  C gehalten wurde. Gegen Ende dieser Zeit  spanne wurde der pH-Wert durch allmähliches  Hinzufügen von 5 em3 20%igem NaOH auf  10,5 bis 11 gehalten. Die Temperatur wurde  dann innert 15 Minuten auf 35  C erhöht und  durch leichtes Kühlen     eine    halbe Stunde lang  auf 35 bis 40  C gehalten. Nachdem die Mi  schung über Nacht stehengelassen worden war,  wurde sie 3 Stunden lang auf 40  C erwärmt,  wobei der pH-Wert durch allmähliches Zu  fügen von 3 cm3 20%igem NaOH auf 10,5  bis 11 gehalten wurde.

   Die Mischung wurde  mit 5 cm3 10%iger H2SO4 neutralisiert und  filtriert; sie ergab 360 g einer wässerigen Lö  sung des Kondensationsproduktes. Diese war  vollständig mit Wasser mischbar, von gelber  Farbe und zeigte nur eine leichte Reaktion  mit Tollens-Reagens.  



  Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden  lang in das Kondensationsprodukt und dann  24 Stunden lang in eine 10 % ige wässerige  Na2CO,-Lösung eingehängt. Darauf wurde sie  15 Minuten lang gewaschen, leicht eingefettet  und     getr        ocknet.    Die Schrumpftemperatur war  80  C. Das Leder war cremefarben, voll und  weich.  



  9. 44 g     Acetaldehyd    zusammen mit 162 g       37%iger        wässeriger        Formaldehyd-Lösung        wur-          den    innert 30 Minuten unter Rühren zu einer  durch Kühlen im Eisbad     unter        10     C gehal  tenen Mischung von 58 g Aceton, 72 g     Me-          thyläthylketon    und 2 g     Na2C03    zugegeben.

    Gegen Ende dieser Zeitspanne wurde der  PH-Wert durch allmähliches Hinzufügen von  5     cm-3        20        %        igem        NaOH        auf        10,5        bis        11        ge-          halten.    Die Temperatur wurde dann innert  15 Minuten auf 35  C erhöht     und    für weitere       11,?    Stunden auf ungefähr 40  C gehalten,

   wo  bei der     pH-Wert    durch allmähliches Zufügen       weiterer    3     cm3        20        %        igem        NaOH        konstant        ge-          halten    wurde. Die Mischung wurde dann mit  6     cm3        10%iger        H2        S04        neutralisiert        und        ergab     354 g einer wässerigen Lösung des Kondensa  tionsproduktes.

   Diese war vollständig mit      Wasser mischbar,     blassgelb    und hatte nur eine  schwache Reaktion mit Tollens-Reagens.  



  Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden  lang in das Kondensationsprodukt und dann  24 Stunden lang in eine 10%ige wässerige  Na2CO3-Lösung eingehängt. Die Haut wurde  15 Minuten gewaschen, leicht eingefettet und  getrocknet. Die Schrumpftemperatur war  81  C. Das Leder war blass-cremefarben und  weich.  



  10. 22 g Acetaldehyd zusammen mit 35 g  Crotonaldehyd und 162 g 37 % ige wässerige  Formaldehydlösung wurden innert 30 Minu  ten unter Rühren zu 58 g Aceton, 72 g     Me-          thyläthylketon    und 2 g Na2CO3 hinzuge  fügt, wobei die Temperatur durch Kühlen im  Eisbad unter 10  C gehalten wurde. Gegen  Ende dieser Zeitspanne wurde der pH-Wert  durch allmähliches Hinzufügen von 5 cm3  20 % igen NaOH auf 10,5 bis 11 gehalten. Die  Temperatur wurde dann im Verlauf von 15  Minuten auf 35  C erhöht und anschliessend  durch leichte Kühlung eine     Stunde    lang auf  35 bis 40  C gehalten, wobei der pH-Wert  durch allmähliches Hinzufügen von weiteren  5 cm3 20 % igen NaOH konstant gehalten  wurde.

   Die Mischung wurde dann über Nacht  stehengelassen und dann mit 5 cm3 10 % iger  H2SO4 neutralisiert, was 367 g einer wässeri  gen Lösung des Kondensationsproduktes er  gab. Diese war vollständig mit Wasser misch  bar, blassgelbfarben und zeigte nur eine sehwa  che Reaktion mit Tollens-Reagens.  



  Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden  lang in das Kondensationsprodukt und dann  24 Stunden lang in eine 10 % ige wässerige  Na2CO3-Lösung eingehängt. Anschliessend  wurde sie 7.5 Minuten lang gewaschen, leicht  eingefettet und getrocknet. Die     Schumpftem-          peratur    war 80  C. Das Leder war cremefar  ben und weich.  



  11. 243 g 37 % iges wässeriges Formalde  hyd wurde im Verlaufe von 30 Minuten unter  Rühren und 58 g Aceton, 72 g     Methyläthyl-          keton    und 2 Na2CO3 hinzugefügt, wobei  die Temperatur 3 Stunden lang auf 35 bis  40  C gehalten wurde. Die Mischung wurde  über Nacht stehengelassen und dann für wei-    tere 5 Stunden auf ungefähr 40  C gehalten,  wobei der pH-Wert durch allmähliches Hinzu  fügen von 3 cm3 20 % igem N aOH auf 10,5 bis  11 gehalten wurde. Die Mischung wurde mit  6 em3 10%iger H2SO4 neutralisiert, was 300 g  wässerige Lösung des Kondensationsproduktes  ergab. Diese war vollständig mit Wasser  mischbar,     blassgelb    und wies nur eine schwache  Reaktion mit     Tollens-Reagens    auf.  



  Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden  lang in das Kondensationsprodukt und dann       24        Stunden        lang        in        eine        10        %        ige        wässerige          Na2C03-Lösung    eingehängt. Die Schrumpf  temperatur war 74 C. Das Leder war sehr  blass und ziemlich fest in der     Struktur,    jedoch  weich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Leder, da durch gekennzeichnet, dass die Häute mit einem praktisch nicht verharzten Kondensa tionsprodukt aus mindestens einem Aldehyd mit mindestens einem Keton imprägniert wer den, worauf die imprägnierten Häute mit einer alkalischen Lösung behandelt werden, deren Alkalitätsgrad zur Verharzung des Kon densationsproduktes ausreicht, dagegen nicht hoch genug ist, um die Häute innerhalb der zum Verharzen des Kondensationsproduktes nötigen Zeit merklich zti schädigen. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die alkalische Lö sung ein pH von mindestens 11 aufweist.
    \?. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Kondensations produkt wasserlöslich ist. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung durch Eintauchen der Häute in ein unver dünntes, praktisch nicht verharztes Kondensa tionsprodukt aus mindestens einem Aldehyd mit mindestens einem Keton geschieht. 4. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung durch Eintauchen der Häute in eine Lösung eines praktisch nicht verharzten Kondensa- tionsproduktes aus mindestens einem Aldehyd mit mindestens einem Keton geschieht. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung durch Eintauchen der Häute in eine Disper sion eines praktisch nicht verharzten Konden sationsproduktes aus mindestens einem Al dehyd mit mindestens einem Keton geschieht. 6. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Keton Aeeton ist. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Keton Methyl- äthylketon ist. B. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Keton Methyl- propylketon ist. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Aldehyd Form aldehyd ist. 10. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Aldehyd Acet- aldehyd ist. 11.. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Aldehyd @Cro- tonaldehyd ist.
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