Verfahren zur Herstellung von Leder. Normalerweise wird Leder aus Häuten hergestellt, indem man diese in eine wässerige Lösung von aus Polyphenolen bestehenden, vegetabilischen Gerbstoffen, von als Syntane bekannten sulfonierten Phenol-Formaldehyd- Harzen oder von andern Stoffen (z. B. Chrom salzen, Formaldehyden usw.), die für ihre Gerbwirkung bekannt sind, hineinhängt. Über den Gerbvorgang bestehen in diesen Fällen noch Meinungsverschiedenheiten, doch wird allgemein anerkannt, dass, abgesehen von Ver fahren wie die Formaldehyd-Gerbung, das Vorhandensein von phenolischen Hydroxyl- Gruppen in einem organischen Gerbmittel er forderlich ist.
Mehrere Gerbverfahren, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, ent sprechen dieser Auffassung nicht, so z. B. die Umwandlung der Haut in Leder durch das Einlagern von Harnstoff-Formaldehyd- oder Melamin-Harzen in das Hautgewebe (USA- Beschreibung Nr. 2316751 und 2322959); Ger bung mit Polyisoeyanaten (B. I. 0. S., Schluss bericht Nr. 762) ; und Gerbung durch Behand lung mit Glyoxal und dann mit harzbildenden Reagenzien, wie Harnstoff (Winheim-Doherty- Verfahren, Ind. Eng. Chem., Aug. 1948).
In all diesen letzteren Fällen wird die Haut in Leder umgewandelt, indem man sie mit einem Material von niedrigem Molekulargewicht be handelt, welches sich entweder in sitze poly merisiert oder in sitze mit andern Reagenzien von niedrigem Molekulargewicht kondensiert wird, wobei ein Harz mittleren bis hohen Molekulargewichtes entsteht Wahrscheinlich reagieren solche Harze wenig oder überhaupt nicht mit der Hautsubstanz, währenddem im Gegensatz dazu zwischen den pflanzlichen Gerbstoffen oder den Syntanen und der Haut Reaktionen stattfinden, so dass möglicherweise die durch solche Harze bewirkte Gerbtung mehr physikalisch als chemisch bedingt ist.
Keines dieser Verfahren wird wahrscheinlich je im selben Ausmass wie die üblichen Gerb- verfahren angewandt werden, allein schon aus wirtschaftlichen Überlegungen. Sie haben je doch besondere Anwendungsbereiche und sind schon darum von Interesse, weil sie die Mög lichkeit bieten, Leder durch in-situ-Bildung eines Harzes von hohem Molekulargewicht zu machen, im Gegensatz zu dem üblichen Gerb- verfahren mit Lösungen, die bereits einen Stoff mit hohem Molekulargewicht enthalten.
Es ist bekannt, dass Kondensationspro dukte aus Aldehyden und Ketonen erhalten werden können (vgl. z B. White and Haward, J. C. S. (1943), 25; brit. Patentbeschreibun gen Nr. 551219, 553305, 560669 und 19087/09, und USA-Patentbeschreibung Nr. 2378573). Es ist ferner bekannt, dass diese Kondensa tionsprodukte sich in Anwesenheit starker Al- kalien zu dunklen, oft nicht schmelzbaren Harzen -unbekannter Struktur weiterkonden- sieren lassen (vgl. z.
B. Ellis Chemistry of Synthetyc Resins , 1935, Band 1, Abschnitt 25, Seiten 540-583). Eine solche Harzbil dung ist bei der Herstellung vieler Aldole und Ketole eine störende Erscheinung.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von Leder, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Häute mit einem praktisch nicht verharzten Konden sationsprodukt aus mindestens einem Aldehyd mit mindestens einem Keton imprägniert wer den, worauf die imprägnierten Häute mit einer alkalischen Lösung behandelt werden, deren Alkalitätsgrad zur Verharzung des Kondensationsproduktes ausreicht, dagegen nicht hoch genug ist, um die Häute innerhalb der zum Verharzen des Kondensationsproduk tes nötigen Zeit merklich zu schädigen.
Die vorzugsweise für die Imprägnierung der Häute verwendeten Kondensationspro dukte sind wasserlöslich, da dies ihre Anwen dung erleichtert, aber auch wasserunlösliche, praktisch nicht verharzte Kondensationspro dukte können verwendet werden.
Die Kondensationsprodukte sind vorzugs weise solche, die durch die Kondensation von Aceton und Formaldehyd, Methyl-Äthyl-Ke- ton und Formaldehyd, Methyl-Propyl-Keton und Formaldehyd, Aceton und Acetaldehyd, Methyl-Äthyl-Keton und Acetaldehyd oder Aceton und Crotonaldehyd erhalten werden. Andere ähnlich gebildete Aldehyd-Keton-Kon densationsprodukte können ebenfalls verwen det werden. Die oben genannten Kondensa tionsprodukte können vor der Anwendung auf den Häuten in jedem Verhältnis gemischt werden, oder dann können Mischkondensate durch Kondensation zweier oder mehrerer Ke tone mit einem oder mehreren Aldehyden oder einem oder mehreren Ketonen mit zwei oder mehreren Aldehyden hergestellt werden.
Zur Herstellung wasserlöslicher Kondensa tionsprodukte ist es vorteilhaft, wenn auch nicht immer nötig, wenn das Keton in einem grossen Überschuss über das stöchiometrisch berechnete Molverhältnis hinaus angewendet wird.
Das Verfahren gemäss der Erfindung kann für alle Hautarten verwendet werden, doch ist es besonders geeignet für die gespaltenen Häute, Oehsenhäute und Schafshäute. W enn eine gekalkte Haut verwendet wird, wie z. B. gekalkte Ochsenhaut, wie sie für Sohlenleder benützt wird, so sollte diese vor der Imprä gnierung entkalkt werden, z. B. mit 1- bis 2 % iger Ammoniumchloridlösung, oder sie sollte während der Imprägnierung entkalkt werden, z.
B. durch Hinzufügung eines Ent- kalkungsmittels (z B. einer Säure oder von Ammoniumchlorid) zu dem Kondensations produkt, weil sonst infolge des hohen pH-Wer- tes der kalkhaltigen Haut eine weitere Kon densation des Aldehy d-Keton-Kondensations- produh-tes mit Bildung eines unlöslichen Har zes an der Oberfläche der Haut stattfindet, bevor das Kondensationsprodukt in die Haut eingedrungen ist.
Gemäss einem Ausführungsbeispiel der Er findung wird die Haut in ein unverdünntes, praktisch nicht verharztes Kondensationspro dukt aus einem oder mehreren Aldehyden mit einem oder mehreren Ketonen oder in eine wässerige Lösung oder Dispersion davon ein gehängt, bis eine gründliche Imprägnierung der Haut stattgefunden hat, worauf die im prägnierte Haut mit einer alkalischen Lösung behandelt wird, die einen p11-Wert von min destens 11 hat, der aber nicht hoch genug ist, um den Häuten in der zur Einlagerung eines unlöslichen Harzes in der ganzen Haut nöti gen Zeit nennenswerten Schaden zuzufügen.
Im allgemeinen wurde festgestellt, dass eine befriedigende Imprägnierung der Haut mit dem praktisch nicht verharzten Aldehyd- Keton=Kondensationsprodukt bei Zimmertem peratur in drei Tagen erfolgen kann. Eine zufriedenstellende Imprägnierung kann je doch bei geeigneten Verhältnissen in einer viel kürzeren Zeitspanne erzielt werden, z. B. durch Behandeln in rotierenden Trommelei oder durch Verwendung eines Dispersionsmit- tels.
Bei der Behandlung mit einer alkalischen Lösung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, eine 10gewiehtsprozentige Natriumcarbonat- lösung mit einem pH-Wert von 11 zu verwen den. Es wurde festgestellt, dass Natrium- hydroxyd-Lösungen dazu neigten, eine brü- chige Faser zu geben, wenn sie nicht in An wesenheit von Natriumcarbonat oder hohen Konzentrationen anderer, meistens neutraler Salze verwendet wurden.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie das Ver fahren gemäss der Erfindung ausgeführt wer den kann.
1. Die ursprüngliche Kondensation wurde, wie durch White und Haward (loc. cit.) be schrieben, ausgeführt durch Verwendung von 31.5 g Paraformaldehyd, welches mit 3 Litern Aceton in Anwesenheit von 25 cm3 einer 1,6-n Pottaschelösung in Methylalkohol am Rück fluss gekocht wurde, bis eine Prüfung mit Tollens-Reagens negativ blieb. Überschüssiges Aceton wurde von dem neutralisierten, gefil terten Reaktionsprodukt A abdestilliert, wobei eine durchschnittliche Ausbeute von 2480 cm3 Aceton und 735g Kondensationsprodukt ent stand. Dieses letztere, obgleich es ursprüng lich vollständig in Wasser löslich war, kon densierte ausserordentlich schnell weiter, wenn es mit einer alkalischen Lösung bei irgend einem über 7 liegenden PH-Wert erwärmt wurde, und ergab dann ein stark gefärbtes, wasserunlösliches Harz.
Die Verharzung er folgte langsam mit Alkali bei Zimmertempera tur, wobei sich der Grad der Verharzung be trächtlich mit dem pH-Wert erhöhte.
Eine Kondensation ähnlich wie diese, aber mit einer doppelten Menge Alkali-Katalysator, ergab ein zähflüssiges, orangegelbes Konden sationsprodukt (B), welches grösstenteils in Wasser unlöslich war (Ausbeute = 745 g).
Beide Arten vTon Kondensationsprodukten (A und B), das heisst wasserlösliche und was serunlösliche, wurden zum Gerben verwendet. Gespaltene Häute und mit 1- bis 2 % o iger Am moniumchloridlösung entkalkte Sohlenhäute wurden in das Kondensationsprodukt bei Zim mertemperatur während 72 Stunden einge hängt und dann 24 Stunden lang in Lösungen mit 10 Gewichtsprozenten Na2C03 (pH =11) verbracht. Nach dem Auswaschen wurden die Lederstücke bei Zimmertemperatur getrock net, einige mit, einige ohne Einfettung.
Die eingefettete, behandelte, gespaltene Haut wdies eine Schrumpftemperatur von 72 C auf und, obgleich sie bei 10 Minuten lan gem Kochen in Wasser um etwa 25 % ein schrumpfte, trocknete sie zufriedenstellend zu einem Produkt, welches die lederartigen Ei genschaften beibehielt. Das ursprüngliche Le der war eher rauher als eine entsprechende, ungefettete, vegetabilisch gegerbte, gespaltene Haut. Das entsprechende gefettete Leder er gab ein mässig biegsames Tapeziererleder von zufriedenstellender Fülle, welches für die Her stellung von Polsterungsleder, Taschenleder usw. verwendbar schien. Es hatte eine blass gelbe Farbe, die durch eine längere Einwir kung von ultraviolettem Licht nicht dunkler wurde.
Es bestand wenig oder kein Unter schied zwischen mit wasserlöslichen und was serunlöslichen Kondensationsprodukten erhal tenem Leder.
Das Sohlenleder war ausserordentlich fest, aber es war leer und leicht, und der Ertrag war ungefähr 60 %. Es ergab eine gute Grund lage für darauffolgende Füllung und Be schwerung mit vegetabilischen Gerbmitteln.
2. 300 g Paraformaldehyd, 2500 cm3 Me- thyläthylketon und 10 cms 2-n-Pottasche- lösung in Methylalkohol wurden am Rück flusskühler erhitzt, bis die Tollens-Probe nega tiv blieb.
Aus dem neutralisierten, gefilterten Produkt wurde das überschüssige Methyl- äthyllieton durch Destillation entfernt, was 1850 cm3 Keton und 810 g Kondensationspro- dakt ergab. Dieses letztere verharzte in der gleichen Weise wie das Aceton-Formaldehyd- Kondensationsprodukt mit Alkali und ergab ziemlich hell gefärbte, flüssige Harze. Die Re aktion verlief etwas langsamer.
Gespaltene Haut und entkalkte Ochsenhaut wurden, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit diesem Kondensationsprodukt gegerbt, näm lich durch Einhängen in die Kondensatlösung während 72 Stunden und darauffolgende Ver- harzung in situ mit Lösungen, welche ent weder 10 Gewichtsprozente Na2C03 oder 10 Gewichtsprozente Na2C03 -I- 1 Gewichtspro zent NaOH oder schliesslich nur 2 Gewichts prozente NaOH enthielten.
Das letztere ergab ein -unbefriedigendes, verhorntes Produkt, was auf den hohen p$- und den niedrigen Salzgehalt zurüekzuführen ist. Wieder wurde das Leder mit oder ohne Einfetten getrocknet, was praktisch gleiche Produkte ergab wie die durch das Aceton-Formaldehyd-Kondensa- tionsprodukt des Beispiels 1 erhaltenen, wenn auch mit einer eher geringeren Schrumpftem peratur von 65 C.
3. 30 g Paraformaldehyd und 344 g Me- thyl-Propyl-Keton wurden wie in Beispiel 1 in Anwesenheit von 3 cm3 2-n-Pottaschelösung in Methylalkohol kondensiert, was zum Schluss 90 g Kondensationsprodukt ergab, woraus sich bei der Behandlung mit Alkali ein flüssiges, gelbes, wasserunlösliches Harz bildete.
Die gespaltene Haut wurde in eine 60ge- wichtsprozentige wässerige Lösung des Kon densationsproduktes drei Tage lang bei Zim mertemperatur eingehängt und dann während 24 Stunden bei Zimmertemperatur mit einer 10gewichtsprozentigen Na2C03-Lösung oder mit einer 10 Gewichtsprozent Na2C03 + 1 Ge wichtsprozent NaOH enthaltenden Lösung be handelt, wodurch ein blassgeblichweisses Leder mit einer Schrumpftemperatur von 65 C bzw. ein gelblichweisses Leder mit einer Schrumpf temperatur von 65 C erhalten wurde. Beide waren in gefettetem Zustande voll und weich.
4. Zu 500 g Aceton und 3 cm3 2-n-Pott- aschelösung in Methylalkohol wurden unter Kühlung in einem Eisbad 100 g Acetaldehyd im Laufe von 15 Minuten eingerührt, wobei der pH-Wert der Reaktionsmischung 9 war. Die Mischung wurde über Nacht bei Zimmer temperatur belassen, mit 2-n-HCl in Aceton neutralisiert, filtriert und das überschüssige Aceton dureh Destillation entfernt. Die Aus beute an Kondensationsprodukt war 175 g.
Bei einem entsprechenden Versuch mit 25 em3 2-n-KOH in Methylalkohol wurde nur 15 Minuten lang gerührt und das Kondensa tionsprodukt wie oben isoliert. Die Ausbeute war 165 g. Das Endprodukt war in beiden Fällen wasserlöslich und verharzte leicht bei Erwärmung mit wässerigem Alkali, unter Bil dung eines roten, wasserunlöslichen, flüssigen Harzes.
Die gespaltene Haut wurde durch 72stün- diges Einhängen in dieses Kondensationspro- dukt und nachheriges 24stündiges Einhängen in eine l0gewichtsprozentige Na2C03-Lösung gegerbt. Das getrocknete, ungefettete Leder war weich und biegsam, von angenehmem Griff und verhältnismässig glatter Narbe. Es war entschieden besser als die vorher beschrie benen Produkte und liess sich beinahe mit den gefetteten fertigen Mustern vergleichen, wel che bei Verwendung der Aceton- oder Methyl- äthylketon - Formaldehyd - Kondensationspro dukte der Beispiele 1 und 2 erhalten wurden.
Ein ähnliches Resultat wurde erzielt, indem man das ursprüngliche Kondensationsprodukt durch eine 10 % ige wässerige Lösung des letz teren mit dem pH 3 ersetzte und dann wie üb lich mit einer l0gewiehtsprozentigen Na2Co3- Lösung verharzte.
5. 100 g Acetaldehyd wurden unter Rüh ren innert 15 Minuten zu einer eisgekühlten Mischung von 750 g Methyläthylketon und 25 cm3 2-n-KOH in Methylalkohol hinzuge fügt. Nach weiteren 15 Minuten wurde die Mischung mit 2-n-NCl in Methyläthylketon neutralisiert, filtriert und das überschüssige Keton unter vermindertem Druck abdestil- liert. Dabei wurden 565 cm3 Methyläthyl- keton zurückgewonnen. Die Ausbeute an Kon densationsprodukt war 270 g. Dieses letztere bildete bei Erwärmung mit wässerigem Alkali blassgelbe, wasserunlösliche, flüssige Harze.
Die gespaltene Haut wurde in das Kon densationsprodukt 72 Stunden lang einge hängt und dann 24 Stunden lang mit Lösun gen, die 10 Gewichtsprozent Na2CO3 oder 10 Cxewichtsprozent Na2C03 -I- 1 Gewiehtsprozent NaOH enthielten, behandelt. Die erstere Lö sung ergab ein blassgelbliches, weiches, volles Leder und die letztere ein steifes, eher volles Leder mit einer Sehrumpftemperatur von 60 bis 62 C.
6. 50 g Crotonaldebyd wurden im Laufe von 10 Minuten in eine Mischung von 315 em3 Aeeton und 10 em3 2-n-KOH in Methvlalko- hol eingerührt, wobei die Reaktionstempera tur durch Kühlung im Eisbad unter 5 C ge halten wurde. Naeh weiterem, 5 Minuten lan gem Rühren wurde die Reaktionsmisehung durch Einleiten von C02 neutralisiert, dann filtriert und das überschüssige Aceton ab destilliert, was 80g Kondensationsprodukt er gab.
Dieses letztere war grösstenteils in Was ser löslich und verharzte bei Erwärmung mit Alkali leicht zu einem wasserunlöslichen, roten, flüssigen Harz.
Es ist zu beachten, dass die Kondensation infolge der Verharzungstendenz der Croton- aldehyde unter alkalischen Verhältnissen un terhalb von 5 C und in Anwesenheit eines grossen Acetonüberschusses durchgeführt wer den musste.
Das Einhängen der gespaltenen Haut wäh rend 72 Stunden in das Kondensationsprodukt und dann während 24 Stunden in 10 Gewichts prozent Na2CO3 enthaltende Lösungen ergab bei weitem das beste Leder von allen Beispie len, indem es ohne Einfetten zu einem bieg samen, weichen Leder mit glatter Narbe trock nete. Das Leder schien ähnlich einer guten, vegetabilisch gegerbten, gespaltenen Haut zu sein und hatte eine Schrumpfungstemperatur von 76 C.
7. 44 g Acetaldehyd zusammen mit 70 g Crotonaldehyd wurden innert 30 Minuten un ter Rühren zu 464 g Aceton und 20 cm3 2-n-KOH in Methylalkohol hinzugefügt, wo bei die Reaktionstemperatur durch Kühlung im Eisbad unter 5 C gehalten wurde. Nach 715 Minuten langem weiteren Rühren wurde die Reaktionsmischung durch Einleiten von CO2 neutralisiert, dann gefiltert und der Überschuss an Aceton abdestilliert, was 178 g Kondensationsprodukt ergab. Dieses letztere war grösstenteils in Wasser löslich und orange farben.
Die gespaltene Haut wurde während 72 Stunden in eine 70gewichtsprozentige (Ge wicht/Gewicht) wässerige Lösung des Kon densationsproduktes und dann 24 Stunden lang in eine 10 % ige wässerige Lösung von Na2C03 eingehängt. Die Haut wurde 15 Mi nuten lang gewaschen, leicht eingefettet und getrocknet. Die Schrumpftemperatur war 75 C. Das Leder war rehfarben, voll und weich.
B. 70 g Crotonaldehyd zusammen mit 162 g 37%iger wässeriger Formaldehyd-Lösung wur- den innert 30 Minuten unter Rühren zu 116 g Aceton und 2 g Na2CO, gefügt, wobei die Temperatur durch Kühlung im Eisbad unter 10 C gehalten wurde. Gegen Ende dieser Zeit spanne wurde der pH-Wert durch allmähliches Hinzufügen von 5 em3 20%igem NaOH auf 10,5 bis 11 gehalten. Die Temperatur wurde dann innert 15 Minuten auf 35 C erhöht und durch leichtes Kühlen eine halbe Stunde lang auf 35 bis 40 C gehalten. Nachdem die Mi schung über Nacht stehengelassen worden war, wurde sie 3 Stunden lang auf 40 C erwärmt, wobei der pH-Wert durch allmähliches Zu fügen von 3 cm3 20%igem NaOH auf 10,5 bis 11 gehalten wurde.
Die Mischung wurde mit 5 cm3 10%iger H2SO4 neutralisiert und filtriert; sie ergab 360 g einer wässerigen Lö sung des Kondensationsproduktes. Diese war vollständig mit Wasser mischbar, von gelber Farbe und zeigte nur eine leichte Reaktion mit Tollens-Reagens.
Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden lang in das Kondensationsprodukt und dann 24 Stunden lang in eine 10 % ige wässerige Na2CO,-Lösung eingehängt. Darauf wurde sie 15 Minuten lang gewaschen, leicht eingefettet und getr ocknet. Die Schrumpftemperatur war 80 C. Das Leder war cremefarben, voll und weich.
9. 44 g Acetaldehyd zusammen mit 162 g 37%iger wässeriger Formaldehyd-Lösung wur- den innert 30 Minuten unter Rühren zu einer durch Kühlen im Eisbad unter 10 C gehal tenen Mischung von 58 g Aceton, 72 g Me- thyläthylketon und 2 g Na2C03 zugegeben.
Gegen Ende dieser Zeitspanne wurde der PH-Wert durch allmähliches Hinzufügen von 5 cm-3 20 % igem NaOH auf 10,5 bis 11 ge- halten. Die Temperatur wurde dann innert 15 Minuten auf 35 C erhöht und für weitere 11,? Stunden auf ungefähr 40 C gehalten,
wo bei der pH-Wert durch allmähliches Zufügen weiterer 3 cm3 20 % igem NaOH konstant ge- halten wurde. Die Mischung wurde dann mit 6 cm3 10%iger H2 S04 neutralisiert und ergab 354 g einer wässerigen Lösung des Kondensa tionsproduktes.
Diese war vollständig mit Wasser mischbar, blassgelb und hatte nur eine schwache Reaktion mit Tollens-Reagens.
Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden lang in das Kondensationsprodukt und dann 24 Stunden lang in eine 10%ige wässerige Na2CO3-Lösung eingehängt. Die Haut wurde 15 Minuten gewaschen, leicht eingefettet und getrocknet. Die Schrumpftemperatur war 81 C. Das Leder war blass-cremefarben und weich.
10. 22 g Acetaldehyd zusammen mit 35 g Crotonaldehyd und 162 g 37 % ige wässerige Formaldehydlösung wurden innert 30 Minu ten unter Rühren zu 58 g Aceton, 72 g Me- thyläthylketon und 2 g Na2CO3 hinzuge fügt, wobei die Temperatur durch Kühlen im Eisbad unter 10 C gehalten wurde. Gegen Ende dieser Zeitspanne wurde der pH-Wert durch allmähliches Hinzufügen von 5 cm3 20 % igen NaOH auf 10,5 bis 11 gehalten. Die Temperatur wurde dann im Verlauf von 15 Minuten auf 35 C erhöht und anschliessend durch leichte Kühlung eine Stunde lang auf 35 bis 40 C gehalten, wobei der pH-Wert durch allmähliches Hinzufügen von weiteren 5 cm3 20 % igen NaOH konstant gehalten wurde.
Die Mischung wurde dann über Nacht stehengelassen und dann mit 5 cm3 10 % iger H2SO4 neutralisiert, was 367 g einer wässeri gen Lösung des Kondensationsproduktes er gab. Diese war vollständig mit Wasser misch bar, blassgelbfarben und zeigte nur eine sehwa che Reaktion mit Tollens-Reagens.
Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden lang in das Kondensationsprodukt und dann 24 Stunden lang in eine 10 % ige wässerige Na2CO3-Lösung eingehängt. Anschliessend wurde sie 7.5 Minuten lang gewaschen, leicht eingefettet und getrocknet. Die Schumpftem- peratur war 80 C. Das Leder war cremefar ben und weich.
11. 243 g 37 % iges wässeriges Formalde hyd wurde im Verlaufe von 30 Minuten unter Rühren und 58 g Aceton, 72 g Methyläthyl- keton und 2 Na2CO3 hinzugefügt, wobei die Temperatur 3 Stunden lang auf 35 bis 40 C gehalten wurde. Die Mischung wurde über Nacht stehengelassen und dann für wei- tere 5 Stunden auf ungefähr 40 C gehalten, wobei der pH-Wert durch allmähliches Hinzu fügen von 3 cm3 20 % igem N aOH auf 10,5 bis 11 gehalten wurde. Die Mischung wurde mit 6 em3 10%iger H2SO4 neutralisiert, was 300 g wässerige Lösung des Kondensationsproduktes ergab. Diese war vollständig mit Wasser mischbar, blassgelb und wies nur eine schwache Reaktion mit Tollens-Reagens auf.
Die gespaltene Haut wurde 72 Stunden lang in das Kondensationsprodukt und dann 24 Stunden lang in eine 10 % ige wässerige Na2C03-Lösung eingehängt. Die Schrumpf temperatur war 74 C. Das Leder war sehr blass und ziemlich fest in der Struktur, jedoch weich.