Büstenhalter. Gegenstand der Erfindung ist ein Büsten halter mit vier Brusttaschenhälften, wobei jede Brusttasche ein einziges zusammenhän gendes Stoffstück bildet.
Die Erfindung ist nun darin gelegen, dass bei den nebeneinandergelegten Taschenhälften ihre Grundlinien einen Spitzbogen mit einem Scheitelwinkel von 110 bis 130 bilden, wobei jede Brusttasche nach oben durch zwei diver gierende Linien begrenzt ist, die von dem Punkt ausgehen, der im fertigen Halter zu vorderst liegt und die bis zum Angriffspunkt des Achselbandes reichen, von welchem Angriffspunkt - aus sich zwei weitere obere Begrenzungslinien erstrecken, die eine bis zum mittleren tiefsten Punkt des Ausschnit tes und die andere zum Rückenverschluss, das Ganze derart, dass durch die vier Brusttaschen hälften Mittellinien laufen,
die sich in einem gemeinsamen Punkt schneiden und von denen benachbarte einen Winkel von 30 bis 35 ein schliessen.
Ein. Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnung erläutert, in welcher Fig. 1 den Stoffzuschnitt der Brust taschen und Fig. 2 den fertigen Büstenhalter schematisch veranschaulicht.
In Fig. 1 sind die vier Brusttaschenhälften mit 1, 2, 3, 4 bezeichnet. Ihre Grundlinien 5, 6 bilden einen Spitzbogen mit einem Scheitel- winkel von 110 bis 130 , vorzugsweise von 120 , dessen Mittellinie in die Gesamtsymme- trale 7 fällt.
Der Scheitel dieses Spitzbogens ist, wie dargestellt, über einen kurzen Bereich geradlinig begrenzt, was das Anliegen des Halters am Körper verbessert. Die Brnst- taschenhälften sind nach oben von Linien 8, 9 begrenzt, die die Form von divergierenden konvexen Bögen haben. Der Ausgangspunkt 10 dieser Bögen entspricht dem Punkt einer Tasche, der im fertigen Zustand, wenn der Halter getragen wird, am weitesten nach vorn vorsteht.
Die Begrenzungen 8, 9 werden durch eine Naht miteinander verbunden (die Naht zugabe ist im Schnitt nicht ersichtlich ge macht), welche im fertigen Halter nur über die obere Hälfte der Brusttasche verläuft, sie setzt sich also in den Stützbereich der Brust tasche, das heisst in die untere Partie der selben, nicht fort; dadurch werden unange nehme Hautdruckstellen vermieden. Es ist demnach ersichtlich, dass der Verlauf der Begrenzungskanten 8, 9 für die Profilform jeder Tasche massgebend ist. Die Begrenzungs kanten 8, 9 endigen bei 11, 12, das heisst an je dem Punkte, an dem, wenn. die Tasche ge näht ist, das jeweilige Achselband angreift.
Die von den Punkten 11, 12 zu Punkt 13 tiefster Piwkt des Ausschnittes - und 14 Übergang zum Rückenversehluss - verlau fenden Begrenzungsränder haben eine Form, die innerhalb weiterer Grenzen, etwa nach modischen Gesichtspunkten, gewählt werden kann.
Der gesamte Zuschnitt ist nun so beschaf fen, da.ss durch die vier Brusttaschenhälften 1-4 Mittellinien 15 denkbar sind, welche sich im Punkt 16 schneiden. Von diesem Punkt 16 haben alle Punkte 10 bzw. 11 und 12 gleichen Abstand.
Die Mittellinien 15 schliessen miteinander Winkel von ungefähr 30 bis 35 ein; zweckmässig betragen der innere Winkel 30 , die beiden äussern Winkel 35 , so dass zwischen den beiden äussersten Xittellinien ein Gesamtöffnungswinkel von ungefähr 100 eingeschlossen wird. Obgleich vorliegendenfalls von Mittellinien gesprochen wird, versteht es sich, dass dies nich in einem strengen geometrischen Sinne zu verstehen ist.
Der dargestellte stoffsparende einfache Materialzuschnitt sichert auch bei Körper formen von beträchtlichen Verschiedenheiten gute Passform und formt die Brust in einer den Erfordernissen von Mode und Ästhetik entsprechenden Weise.
In der Konfektion von Büstenhaltern be steht das Bestreben, mit möglichst wenig verschiedenen Zuschnitten eine möglichst grosse Zahl verschiedener Körpergrössen Lind -formen gut passend bedienen zu können. Die dargestellte Machart erlaubt es, dieses Ziel mit einer beschränkten Anzahl von Zuschnit ten m-t erreichen, die untereinander als geo metrisch ähnliche Gebilde anzusehen sind, wobei die gute Passform des Büstenhalters und seine die Büste formende Wirkung nicht beeinträchtigt ist, indem die Zuschnitte den Unterschieden im Bau des menschlichen Körpers,
die nicht nur rein proportionale, grössenmässige Abwandlungen einer Grundform vorstellen, vielmehr häufig auch dispropor- tionale Abweichungen aufweisen, angepasst werden können. Die Fertigstellung des Halters aus den Zuschnitten ist dabei einfach und zeitsparend.
-Es hat sich gezeigt, dass ein Zuschnitt, der auf dem dargestellten Winkelsystem auf gebaut ist, die vorstehenden Forderungen nach guter Passform, wirtschaftlichem Stoff verbrauch und vereinfachter Herstellungs möglichkeit sehr gut erfüllt.
Durch Beibehal tung des Mittelpunktes 16 lässt sich, durch blosse Verkleinerung des Radius R auf R, und eine damit einhergehende proportionale Ver- kleinerung aller übrigen Abmessungen, ein Zuschnitt erhalten, der, wie strichpunktiert in Fig. 1 angedeutet, mit dem in vollen Linien eingezeichneten Schnitt im wesentlichen geo znetrisch ähnlich ist. Überraschenderweise erweist sich dieser im wesentlichen propor tional verkleinerte Schnitt als für entspre chend kleinere Figuren sehr gut brauchbar.
R; ist bei sonst gleichen Abmessungen für das Voliunen der Brusttaschen massgebend.
In der Praxis wird man den aus Fig. 1 ersichtlichen Schnitt nicht aus einem einzi gen Stück Stoff herstellen, sondern zweck mässig nur je zwei zusammengehörige Taschen hälften; die beiden so erhaltenen Hälften des Halters werden dann in der Mittellinie 7 zusammengenäht. Dabei ist es zweckmässig, die Kettenfäden des Gewebes so verlaufen zu lassen, dass sich diese, wie in Fig. 1 durch Schraffen angedeutet, in der Mittellinie 7 unter ungefähr rechtem Winkel kreuzen.
Dann verlaufen, wenn der Halter getragen wird, die Kettenfäden geneigt zur Schwer kraftwirkung, was - wie sieh gezeigt hat eine bessere Anpassung des Gewebes an die anatomische Form der Brust bedingt, ohne dass dadurch die Stützwirkung leidet.
Der fertige Büstenhalter ist andeutungs weise aus Fig. 2 ersichtlich, in welcher für gleiche Teile die gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 verwendet sind. Der dargestellte Halter zeichnet sich auch dadurch aus, dass er den Oberkörper der Trägerin so formt, dass eine mehr oder weniger ausgeprägt vor handene Verbreiterung des Oberkörpers in Richtung von der Taille zu den Schultern betont wird.