Verfahren und Einrichtung zur willkürlichen Wiederholung nicht verstandener Textteile bei automatischen Telephonographen. Bei den bisher bekanntgewordenen Tele- plionogra.phen kann ein bei der Wiedergabe nicht verstandener Textteil nochmals zur Wie dergabe gebracht werden, indem dem Tele- pflonogTaphen über die Telephonleitung be stimmte, für diesen Zweck reservierte Vokale zugesprochen werden. Auf diese Weise kann die Wiedergabe eines nicht. verstandenen Text teils willkürlich beliebig oft wiederholt wer den.
Es hat sich nun aber gezeigt, dass die bisher für solche willkürliche Einleitungen voll -\Viederholungen bekanntgewordenen '3chaltungen nicht genügend zuverlässig arbei ten. Befinden sich beispielsweise auf dem Torfträger Aufzeichnungen von einer Fre quenz, welche das der Wiederholungseinrich tung vorgeschaltete Filter hindurchlässt, so spricht die Wiederholungseinrichtung selbst tätig an, und der Tonträger kann nicht mehr in seine Endstellung laufen.
Es wurde bereits versucht, diesen Nachteil durch besondere Sehaltungsmassnallmen zu beheben, beispiels weise dadurch, da.ss eine Brüekenschaltung finit Dämpfungsgliedern bzw. Nachbildungen vorgesehen wurde.
Diese Lösung hat jedoch deli Nachteil, dass sie eine genaue Abstim- niun- des Telephonographen mit der Tele- plionleitung zur Voraussetzung hat, was ;jedoch praktisch nicht durchführbar ist, da. die Daten der Telepli.onleituilg sich bei jeder neuen Verbindung ändern, während diejeni- f,*eli des Telephonographen konstant bleiben.
Ein weiterer Nachteil dieser Lösung ist, dass sie nicht mehr wirksam ist, wenn die Lei tung während einer Wiedergabe vorzeitig unterbrochen wird, da dann die Symmetrie der Brückschaltung sofort gestört ist, so dass eine unbeabsichtigte Einleitung einer Wie derholung sofort. stattfindet. Die Verwen dung eines einzelnen Vokals für die Einlei tung einer Wiederholung ist aber bereits an sich nicht sehr zweckmässig, da bei v er- schiedenen Sprachen, und wenn der Anrufende erkältet ist, ein einwandfreies Arbeiten der Wiederholungseinrichtung sofort in Frage ge stellt ist.
Die vorliegende Erfindung umgeht alle diese Nachteile durch ein besonders einfaches Verfahren, welches sich dadurch auszeichnet., dass der Anrufende zwecks Einleitung einer willkürlichen Wiederholung dem Telephono- graphen ein mindestens zweisilbiges Wort über die Telephonleitung zuspricht.
Die Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass eine mehrere Elektronen röhren, Relais, Kondensatoren Lind Wider stände aufweisende Prüfeinrichtung vorge sehen ist, welche die Dauer der über die Tele- phonleitung zugesprochenen Wörter prüft und bei einer vorbestimmten Si-naldatier eine Wie derholung einleitet, während sie auf Sprach impulse von der Tonträgerseite her, die eben falls die genannte Signaldauer erreichen, un wirksam ist,
In der beiliegenden Zeichnung ist eine bei spielsweise Ausführungsform der erfindungs- gemässen Prüfeinrichtun- dargestellt, an Hand welcher nueh das erfindungsgemässe Verfah ren beispielsweise erläutert wird. Von denn Telephonographen, in welchem diese Einrich tung eingebaut. ist, wurden dabei nur die jenigen Teile dargestellt, die für die Erläu terung der Erfindung notwendig sind.
In der Zeichnung bedeuten 1, '' zwei Lei tungsadern, über welche ein Übertrager 3 des Telephonographen finit einer Telephonzentrale verbunden ist. Die Prüfeinrichtung- ist für den Fall dargestellt, daI> der Anrufende über die Zentrale bereits eine Wiederholung ein geleitet hat und die Wiedergabe abhört.
Dies geschieht über den folgenden Weg: Tonträger 7, Tonkopf 6, Wiedergabeverstärker 4, Über- trager 3 und Zentrale über die Leitungsadern 1, 2.
Die durch den C bertrager 3 übersetzten Sprachimpulse. gelangen gleichzeitig auch zu einem Regelverstärker 5, an dessen Ausgang eine Elektronenröhre 8 finit Steuergritter 17 angeschlossen ist.
Die Spraehinipulse werden daher ein Relais 9 im Anodenkreis der Elek tronenröhre 8 erregen. Das Relais 9 ist ein möglichst. trägheitslos arbeitendes Relais.
Et, spricht auch bei gewissen Konsonanten an, die durch die heutigen Telephonleitungen rieht gut übertragen werden,
(las heisst das Relais 9 wird während der Übertragung der <B>.</B> S praeli- impulse ständig flaeket-ii. Dadureli wird das Steuergitter 14 einer Elektronenröhre 13 über einen L'msehaltekontakt 1.0 des Relais 9 fort- tvährend über einen -Widerstand 12 an die Minusklemme einer
60-Volt-Batterie gelegt und über einen @V iderstand 11 geerdet. hn Anodenkreis der Elektronenröhre 13 ist ein Relais 25 eingeschaltet, weleltes anzugsverzögert und etwas abfallverzögert arbeitet. Diese Ar beitsweise ist in bekannter Weise durch die Serieschaltuneines Kondensators 15 mit dein Widerstand 11 bzw. 12 bedingt.
Fällt das Relais 9 ab, \fr wird auch das Relais 25 strom los, da. dann das Steuergitter 14 der Elektro nenröhre 13 und der Kondensator 15 über den Widerstand 12 negativ aufgeladen werden.
Wird das Relais 9 erregt, so schaltet der Cmschaltekontakt 10 auf den Widerstand 11 uni, und der Kondensator 15 begHnit sich nach Ma1.hrabe des Widerstandes 11 zu ent laden, wobei das Steuergitter 14 immer posi tiver wird. Sobald der nunmehr einsetzende Anodenstrom einen bestimmten Wert. erreicht hat, spricht das Relais 25 an.
Durch Ver änderung des Wertes des Widerstandes 11 kann daher die Anzugsverzögerung- des Relais ')5 in weiten (Treuzen eingestellt werden. Bei spielsweise sind die Verhältnisse so gewählt, dass das Relais 25 eine: Anzugsverzögerung von etwa 300 ms aufweist. Analog wird die Abfa-llverzö gerung des Relais 25 durch den Widerstand\ 12 eingestellt. Diese Abfallver- zögerung betrage beispielsweise etwa 100 ms.
Messungen haben nun ergeben, class einsilbige Wörter, Zahlen usw. zwischen 400 und 600 ins, zweisilbige zwischen 900 und 1200 ms und mehr als zweisilbige, z.
B. das Wort Wieder holen , zwiseben 1300 und 1.600 ms zum Aus sprechen benötigen. Ferner wurde festge stellt, dass zwischen zwei Wörtern eine Zeit dauer von mindestens 150 bis 200 ins liegt.
Die Relais 9 Lind 25 werden demnach nach jedem Wort abfallen, wobei das Relais 25 bei seiner Erregung einen Kontakt 29 ein schaltet und das Steuerg,ittex- 44 einer Elek tronenröhre 43 an Erde\ legt. Dadurelt wird ein für Anodenkreis der Elektronenröhre 43 angeordnetes Relais 4:, erregt, welches sich über seinen L:
niselialtekonlakt 48 selbst hält, und zwar dadurelt, dass ein bisher einladen gehaltener Kondensator 49 an das Steuergit- ter 44 geselialtet wird. Das Relais 45 bleibt so lauge erregt, bis der Kondensator 49 über einen an minus 60 Volt angeschlossenen Wi- derstand 30 g@enügeiid auf--eladen ist.
Da aber das Relais 2.5 bei jedem gesprochenen Wort einmal erregt wird und seinen Kontakt 29 schliesst, wird sieh der Kondensator 49 jeweils wieder entladen. Das Relais 45 fällt also bei stromlosem Relais 25 verzögert ab. Diese Verzögerung sei bei beispielsweise zu 7 Sekunden gewählt.
Bei erregtem Relais 45 wird dessen Kontakt 47 -eseldossen und ein Kupplungsmagnet 54 für den Vorwärts antrieb des Tonträ"ers 7 an Spannung ge- legt, und zwar über einen Umschaltekontakt :12 eines Relais 51. Diese Bewegung des Ton trägers 7 tritt bei einem Telephonographen dann ein, wenn dem Anrufenden eine Wie dergabe über die Telephonleitung <I>zuge-</I> leitet. wird.
Sollte nun der Anrufende irgend einen Textteil. nicht richtig verstanden haben, so kann er beispielsweise das mehrsilbige Wort Wiederholen in sein Mikrophon sprechen, wodurch parallel zu den Sprachimpulsen, die vom Tonträger 7 bzw. dessen Sprechkopf 6 ausgesandt werden und das Relais 9 erregen, auch noch von der Zentrale her über- den L'hertrager 3 und den Regelverstärker 5 und die Elektronenröhre 8 die dem Wort Wie derholen entsprechenden Sprachimpulse ein treffen. Da, der Anrufende ein v erhältnis- mässig langes Wort spricht, wird jetzt das Uelais 51 erregt.
Letzteres liegt im Anoden kreis einer Elektronenröhre 40, deren Steuer gitter 41 in der Ruhelage über den Umschalte kontakt 26 des Relais 25 und einen -Wider- "fand 28 an minus 60 Volt liegt, wodurch ein ain Steuergitter 41 angeschlossener Konden sator 42 negativ aufgeladen ist. Sobald nun das Relais 25 seinen Umschaltekontakt 26 be tätigt, beginnt der Kondensator 42 sich über einen Widerstand 27 zu entladen, wodurch die Spannung am Steuergitter 41 positiver wird und der Anodenstrom der Elektronen röhre 40 zu fliessen beginnt.
Sobald die An- spreelistromstärke des Relais 51 erreicht ist, spricht. dieses an, das heisst das Relais 51 be sitzt eine vermittels des Widerstandes 27 in weiten Grenzen einstellbare Anzugsverzöge- rung. Diese ist nun so gewählt, dass sie zu sammen mit, der Anzugsverzögerung des Re lais 25 etwas kürzer ist als die Zeitdauer, die der Anrufende für das Aussprechen des die Wiederholung einleitenden Wortes, z. B. das Wort Wiederholen , benötigt. Durch das Aussprechen dieses Wortes wird also das Re lais 51 erregt.
Es schaltet seinen Kontakt 53 inn, wodurch ein Kupplungsmagnet 53 für den Rückwärtsantrieb des Tonträgers 7 an Spannung gelegt wird, während gleielizeitig der Kupplungsmagnet 54 abgeschaltet wird. Dieser Zustand dauert um die Abfallver- zögerung des Relais 51 länger, vom Zeitpunkt des Abfallens des Relais 25 an gerechnet. Die Abfallverzögerung des Relais 51 ist vermit tels eines Widerstandes 28 einstellbar und wird so gross gewählt, dass der Tonträger 7 um einen mehreren Sätzen entsprechenden Be trag rückwärts angetrieben wird.
Fällt das Relais 51 ab, so wird der Kupplungsmagnet 53 für die Rückwärtsbewegung stromlos und der Kupplungsmagnet 54 für den Vorwärts antrieb wird wieder erregt.
Es besteht nun ohne weiteres die Möglich keit, dass sich auf dem Tonträger 7 auch derart lange Wörter aufgezeichnet. befinden, wie dasjenige, welches für die Einleitiulg eines Wiederholungsvorganges gewählt wurde. Durch solche Wörter würde jeweils eine un beabsichtigte Wiederholung eingeleitet. Um dies zu veimeiden, wird dem Relais 51 ein besonderes Signal zugeleitet. Die Sprach impulse, die vom Tonträger 7 ausgehen, wer den dem Steuergitter 19 einer weiteren Elek tronenröhre 18 zugeführt, in deren Anoden stromkreis ein Relais 20 vorgesehen ist, zu des sen Wicklung ein verhältnismässig grosser Kondensator 22 parallel geschaltet ist, wo durch dasselbe eine verhältnismässig grosse Anzugsverzögerung von z.
B. 1200 bis 1400 ms erhält, welche etwas kleiner als die Summe der Anzugsverzögerungen der Relais 25 und 51, jedoch grösser als die Anzugsverzögerung des Relais 51 allein ist. Das Relais 20 wird jedes mal erregt, wenn von der Tonträgerseite her ein langer Sprachimpuls ausgesandt wird. Diese Erregung dauert jedoch nur kurzzeitig, da die Anodenleitung der Elektronenröhre 18 jeweils sofort durch den Kontakt 21 des Re lais 20 unterbrochen wird. Der Kondensator 22 wird mittels eines Widerstandes 57 jeweils sofort entladen, somit ist die Anzugsverzöge- rungszeit immer dieselbe.
Das kurzzeitige An sprechen des Relais 20 genügt, um über des sen Kontakt 23 einen negativen Impuls auf das Steuergitter 41 der Elektronenröhre 40 abzugeben, so dass der am Steuergitter 41 an geschlossene Kondensator 42 wieder voll nega tiv aufgeladen wird. Dadurch wird verhin dert, dass das Relais 51 von der Tonträger- Seite her anspricht und eine unbeabsichtigte Wiederholung einleitet.
Es ist noch zu erwähnen, dass alle Sprach impulse, die kürzer sind als derjenige des für die Wiederholung gewählten Signalwortes, das Relais '?0 nicht zum Ansprechen bringen können, auch dann nicht, wenn rasch aufein- anderfolgende Impulse abgegeben werden, da der Kondensator 22 immer sofort über die Wicklung des Relais 20 entladen wird.
Wenn keine Aufzeichnungen mehr auf dem Tonträger 7 vorhanden sind, so werden die Relais 9 und 25 nicht, mehr erregt, so dass nach etwa 7 Sekunden das Relais .I5 stromlos wird. Dies hat zur Folge, dass der Kupp lungsmagnet 54 für den Vorwärtsantrieb des Tonträgers 7 ebenfalls stromlos wird, so dass der Tonträger 7 anhält.
Sämtliche Relais der beschriebenen Prüf einrichtung werden mit -#\'eehselstrom betrie ben, wodurch eine besondere Gleiehrichter- anordnung entfällt. Ferner werden sämtliche Relais vorzugsweise in der Ausführung von Gleichstromrelais verwendet, die in der An schaffung billiger sind als Weehselstromrelais. rin sie an den Wechselstrombetrieb anzupas sen, werden parallel zu den Relaiswicklungen Kondensatoren 24, 46, 50 und 56 geschaltet.
Der hauptsächlichste Vorteil der beschrie benen Einrichtung liegt darin, dass bei ihr keine Filter Verwendung finden. -Wie es sich erwiesen hat, gestatten solche Filter keine einwandfreie Unterscheidung zwischen Sprach impulsen, die vom Anrufenden über die Tele- phonleitung her kommen und solchen, die durch den Tonträger erzeugt werden. Da durch sind unbeabsichtigte Einleitungen von Wiederholun@-,en kaum zu vermeiden. Dem gegenüber weist die beschriebene Einrichtung eine grosse Betriebssicherheit auf. Durch ein fache Bemessung der verschiedenen Relais verzögerungen kann die Einrichtung mühelos für zwei-, drei- oder mehrsilbige Signalwörter eingestellt werden.