CH292590A - Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12.

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CH292590A
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Vitamin   B12.   



   In der Literatur sind versehiedene Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B12 aus Leber und aus Gärbrühen angegeben. Beispielsweise wurde von Riekes   u.    a. in Science   108, 634-35 (1948), nachgewiesen, da#    Vitamin   B12    aus   Gärbrühen erhalten werden    kann, welche durch Kultivieren von Streptomyces griseus erzeugt wurden. Ferner haben Pierce u. a., J. A. C. S. 71, 2952, gezeigt,   da#    Vitamin   Bl2    ebenfalls aus Gärbrühen erhalten werden kann, welche durch Strepto  myces aureofaciens erzeugt werden.    Die Gärbrühen, die durch Kultivieren von Vitamin B12 erzeugenden Mikroorganismen erhalten werden, stellen an sich brauehbare Quellen für die technische Herstellung von Vitamin B12 dar.

   Untersuchungen auf diesem Gebiet haben ergeben, dass solche Brühen auch   Gärungsprodukte    enthalten, welche mit Vitamin B12 nahe verwandt sind, jedoch nur einen Bruchteil der Wirksamkeit gegen   pernieiose    Anaemie und hinsichtlich des ani  malisehen      Proteinfaktors,    verglichen mit der  jenigen    von Vitamin B12 selbst, zeigen. Bei der   IIerstellung    von Vitamin   B 12 von gleich-    mässiger Reinheit war die Entfernung dieser   vitamin-Bl2-ähnliehen    Substanzen ein   schwie-    riges Problem, das nur durch Anwendung komplizierter und kostspieliger Verfahren gelöst werden konnte.



   Es wurde nun gefunden, da. es moglieh ist, diese vitamin-B12-ähnlichen Substanzen durch Zusatz von Cyanionen liefernden Substanzen nahezu quantitativ in Vitamin   Bl2    umzuwandeln und dadurch nicht nur die Iso  lierung    von reinem Vitamin   B12 erheblich zu    vereinfachen, sondern gleichzeitig die Ausbeute an Vitamin   B12    beträchtlich zu   erhohen.   



   Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12 aus bei der Kultivierung von Vitamin   B 13    er  zeugenden    Mikroorganismen neben Vitamin B12 entstandenen vitamin-B12-ähnlichen Stoffen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass diese Stoffe mit einer Cyanionen liefernden Substanz behandelt werden.



   Die Umwandlung der   vitamin-Bi2-ähn-    lichen Substanzen in Vitamin   B12    kann unter verschiedenen Bedingungen und unter Verwendung verschiedener Quellen von Cyanionen bewirkt werden. Beispielsweise kann man als Cyanionen liefernde Substanzen Metallcyanide, Ammoniumeyanid oder Cyanwasserstoff verwenden. Die Umsetzung kann in Gegenwart von Lösungsmitteln erfolgen. Als Lösungsmittel sind zum Beispiel Wasser, Gemische von Wasser und organischen   Losungsmitteln    oder organische   Losungs-    mittel, in welehen die B12-ähnlichen
Substanzen löslich sind, geeignet. Für praktische Zwecke wurde es als zweckmässig befunden, die Reaktion in wässrigem Medium auszuführen.

   Untersuchungen haben gezeigt, dass an sich pro Mol B12-ähnliche Substanz ein Mol Cyanionen erforderlich ist ; es ist jedoch zweckmässig, einen   übersehuss    an Cyanionen zu   verwenden, um die vollständige Umwand-    lung sicherzustellen. Wenn man die Umsetzung in wässeriger alkalischer Losung unter Verwendung eines Überschusses an Metallcyanid, zum Beispiel Natrium-oder Ammoniumeyanid, durchführt, entsteht ein   purpurfarbiges    Zwischenprodukt. Diese   purpurfarbige    Verbindung seheint die gleiche Substanz zu sein wie diejenige, welche gebildet wird, wenn Natriumcyanid einer   wässrigen Losung    von Vitamin   B 13 zugefügt wird.

   Nach Ansäuern    einer diese   purpurfarbige Verbindung ent-    haltenden Losung nimmt die Lösung wieder die rote Farbe an, welche für Vitamin B12 charakteristisch ist. Wenn man dagegen   keinen Überschu#    an Metalleyanid verwendet bzw. in nicht alkalisehem Medium arbeitet, so wird die   purpurfarbige      Verbindung nicht ge-    bildet. Wenn Cyanwasserstoff als Quelle von Cyanionen verwendet wird, wird die purpur  farbigeVerbindung selbst    dann nicht gebildet, wenn ein erheblicher Überschuss verwendet wird. Das bei dieser Reaktion erhaltene Vitamin   B12    ist in jeder Beziehung identisch mit dem Vitamin B12, welches unmittelbar aus Gärbrühen erhalten wird.

   Diese Identität i ; wurde naehgewiesen an Hand der ultravioletten, sichtbaren und infraroten Ab  @   der optischen Drehung, der Elementaranalysen, der   Wristallstlxlktur,    der   sehmelz-oder Zersetzungspunkte,    der Phasen  lösliehkeit,    des   polarographischen    Verhaltens und des Verteilungskoeffizienten, ferner aueh durch mikrobiologische und klinische Versuche.



   Der Zusatz der Cyanionen liefernden
Substanzen kann in   versehiedenen    Stadien der Verarbeitung der   Gärbrühen    erfolgen. So kann die Substanz beispielsweise der Gärbrühe als solchen oder einem Konzentrat, aus dem das   Vitamin Bis gegebenenfalls    schon entfernt worden ist, zugesetzt werden.



     Au.    so behandelter Gärbrühe kann das Vitamin B12 mit Hilfe von Adsorptionsmitteln, zum Beispiel   Fuller-Erde,    Holzkohle usw., entfernt werden. Das Adsorbat kann zur   Vitaminisierung    animalischer Nahrungsmittel verwendet werden oder auch als Ausgangsmaterial zur Gewinnung von reinem Vitamin    Bis. Vorzugsweise geht man von einem    Konzentrat der vitamin-B12-ähnlichen Materialien aus, da hierdurch das Volumen der zu   behandelndeta    Materialien vermindert wird und die   Schwierigkeiten verringert werden,    welche mit der Entfernung der nicht zur Reaktion gelangten Cyanide verbunden sind.



  Es ist auch   vorzuzielen,    ein Konzentrat zu behandeln, welches das ursprünglich gebildete Vitamin B12 noch   enthalt,    da dadurch die   Schwierigkeiten linsichtlieh    der Isolierung   des Vitamins Bis verringert werden.   



   Nach Zusatz der Cyanionen liefernden Substanz zu einem flüssigen Produkt wird die    Mischung zweckmä#ig gründlich gerührt und    dann einige Zeit, zum Beispiel etwa 15 bis 45 Minuten, stehengelassen. Hierbei können beliebige   Cyanionen    liefernde Substanzen verwendet werden, zum Beispiel flüssiger oder gasförmiger Cyanwasserstoff, ein Metall- oder das   Ammoniumsalz der Blausaure oder eine    Blausäure liefernde Mischung eines Metallcyandis und einer Säure. Gut geeignet sind die Alkali- und Erdalkalieyanide, beispielsweise die Cyanide von Natrium, Kalium, Barium, Calcium.



   Man kann auch ein festes Konzentrat mit    flüssigem oder gasförmigem Cyanwasserstoff    behandeln ; die Blausäure ist genügend    ionisiert, da# die Reaktion auch in Abwesen-    heit eines   Losungsmittels stattfindet. Die       Reaktion zwisehen den vitamin-Bl2-ahnlichen Materialien und Salzen der Blausäure wird    jedoch vorzugsweise in Gegenwart eines Lösungsmittels durchgeführt, welches die Ionisierung des Salzes begünstigt, z. Beispeil von Wasser, von Alkohlolen mit zwei oder drei    Kohlenstoffatomen und von Mischungen von    Wasser mit   organischen Lösungsmitteln,    in welchen die vitamin-B12-ähnlichen Materialien und die Cyanionen liefernde Substanz   loslich sind.

   Beim Arbeiten    in teelinisehem Massstab wird die Reaktion am zweck  mä#igsten und ökonomischsten    in wässeriger. alkalischer Lösung ausgeführt.



   Die   günstigste Menge der Cyanionen    liefernden Substanz wird zweckmässig für   , edes Ausgangsmaterial experimentell    bestimmt, da die Zusammensetzung der   verschie-    denen   Briihen    und Konzentrate erheblieh variiert. Eine angenäherte Bestimmung der erforderlichen   Cyanidmenge    kann auch durch Messen der optischen Dichte einer Probe des zu behandelnden Materials unter Verwendung von Licht von 5500   A    erfolgen, einer der charakteristischen Absorptionsspitzen für reines Vitamin B12. Der erhaltene Wert, welcher der vom Vitamin   B1. 2 herrührenden    Farbe, falls solches vorhanden ist, plus derjenigen, welche von vitamin-B12-ähnlichen Substanzen herrührt, entspricht, kann als massgebend gewertet werden.



   Für   1    mg derart berechnetes wirksames Vitamin   B 12 werden vorzugsweise    etwa 0, 5   I) is 2 mg Cyanionen verwendet,    was als erheblicher   Überschu# zu betrachten ist.   



   Normalerweise sind zahlreiche nicht identi  fizierte    Verunreinigungen zusammen mit den vitamin-B12-ähnlichen Materialien vorhanden.



  Insofern diese Verunreinigungen auch mit C'yanionen reagieren, ist es angezeigt, einen   solchen Überschlu#    an Cyanionen vorzusehen,   daL,    nach Umsetzung der Verunreinigungen noch genügend Cyanionen für die vollständige Umwandlung der B12-ähnlichen Materialien vorhanden sind.



   Wenn die Reaktion in wässeriger Lösung unter Verwendung eines Metalleyanids bei   alkalischem pg ausgeführt    wird, so zeigt die Bildung der vorerwähnten purpurfarbigen Verbindung unmittelbar an, dass   ein Über-      schuss    an Cyanid zugefügt wurde. Die purpurfarbige Verbindung kann durch Ansäuern des Reaktionsgemisehes auf ein PH von etwa 5 oder weniger in Vitamin   B12    umgewandelt werden. Hierfür kann zum Beispiel Salz-, Schwefel- und Essigsäure verwendet werden.



     Atan kann aueh    mit weniger als der zur vollständigen Umsetzung erforderlichen Menge   ('yanid arbeiten, da    selbst dann eine erheb  liche    Erhöhung der Ausbeute an Vitamin   B12      errielt    wird, wenn nieht   alle vitamin-B12-      ähnliche Substanzen umgesetzt    werden.



   Nach Beendigung der Reaktion kann allenfalls nicht umgesetztes Cyanid durch Ansäurern und   Wegdampfen    der in Freiheit gesetzten Blausäure entfernt werden. Das   Wegdampfen    erfolgt   zweckmä#ig    bei einer Temperatur von 50-60  C und unter vermindertem Druck. Das   Wegdampfen    wird am besten so lange fortgesetzt, bis annähernd der gesamte Überschuss an Cyanwasserstoff entfernt ist. Wenn ein festes Konzentrat mit   flüs-    sigem oder gasförmigem Cyanwasserstoff zur Reaktion gebracht wurde, kann die überschüs  sige Blausäure ebenfalls durch Weddampfen    im Vakuum oder bei Atmosphärendruck erfolgen.



  Wenn eine Lösung mit einem Cyanid zur Reaktion gebracht wurde, ist es manchmal ratsam, einen Stickstoff-oder Luftstrom zum Beschleunigen der Entfernung des über  schüssigen    Cyanids zu verwenden.



   Die Isolierung des Vitamins   B12    kann auf verschiedene Arten erfolgen. Zum Beispiel hat sich folgende Arbeitsweise als zweckmässig erwiesen : Die   Vitamin-Bl2-Losung    wird mit einem anorganischen Salz (zum Beispiel Am  moniumsulfat,    Natriumchlorid, Natriumsulfat oder Aluminiumsulfat) gesättigt, die   gesät-    tigte Lösung mit Benzylalkohol extrahiert, der benzylalkoholische Extrakt getrocknet, zum Beispiel durch Erhitzen im Vakuum auf etwa 75-80    C,    und   Xther    zu der getrockneten benzylalkoholischen   Losung    zugefügt, um das rohe Vitamin   Bl2 auszufällen.    Der   Nieder-    schlag wird darauf in mit Benzylalkohol ge  sättigtem    Wasser,

   welches etwa 2-3 % Eisessig enthält, gelost. Diese Lösung und ein etwa gleiches Volumen von mit Benzylalkohol gesättigtem Wasser werden in Gefässe gefüllt und darauf nacheinander mit angenähert gleichen Mengen von mit Wasser gesättigtem Benzylalkohol extrahiert. Diese Extraktionen können fortlaufend oder durch   aufeinander-    folgendes Extrahieren der beiden ersterwähnten Lösungen mit   6-8    Teilen mit Wasser gesättigtem Benzylalkohol erfolgen. Die vereinigten benzylalkoholisehen Extrakte werden dann getrocknet und reines Vitamin   B12    wird durch Zugabe von Äther ausgefällt. Dieser Niederschlag kann in Wasser gelöst und auskristallisiert werden, wobei man Vitamin B12 von etwa 95% Reinheit erhält, welches für klinische Zwecke gut geeignet ist.

   Weitere Reinigung kann auch durch Umkristallisieren aus Wasser erfolgen.



   Falls der bei der Extraktion mit Benzylalkohol erhaltene Niederschlag nicht genügend rein ist, um naeh der Kristallisation Vitamin   Big    von 95%oder höherer Reinheit zu erhalten, kann der   Niedersehlag    weiter gereinigt    der-    den durch Lösen in Methanol, Adsorbieren des Vitamins B12 aus der   Losung    an eine Kolonne aus aktivierter Tonerde, Entwickeln und Eluieren der Kolonne mit   Methanol.

   Das    Eluat ergibt, mit Äther versetzt, einen weiteren   Niedersehlag    von gereinigtem Vitamin   12    Die   veitere      Reinigung    kann anderseits auch durch Wiederholen der Benzylalkohol Extraktion   erfolgen.Mankanndiewässerigen    Rückstände der   Benzylalkohol-Extraktion und    bei der ehromatographischen Reinigung anfallende Fraktionen des Eluates mit geringem Vitamin-B12-Gehalt nochmals mit Cyanion in der beschriebenen Weise behandeln und so zu  sätzliehe 3Iengen    von   Vitamin Bis gewinnen.   



   Zur Bestimmung der Menge von Vitamin   B12    in den   versehiedenen    Stadien des Verfahrens hat sieh eine Methode als vorteilhaft erwiesen, welche auf einer Extraktion mit wässerigem Benzylalkohol im   (tegenstrom    beruht. Dieses Verfahren stiitzt sich auf einen experimentell bestimmten Verteilungskoeffi  zienten für Vitamin Big    von 1, 2 für das   System Wasser/Benzylalkohol.   



   Bei diesem   Bestimmungsverfahren    wird Material mit unbekanntem Vitamin-B12-Gehalt einem   Gegenstrom-Verteilungssystem    mit acht Platten zwischen gleichvolumigen Teilen von Wasser und Benzylalkohol unterworfen. Es wurde gefunden, dass   vitamin-B12-ähnliche    und andere störende Substanzen erheblich höhere   Verteilungskoeffizienten besitzen und    sieh in den ersten   drei Platten des Verteilungs-    systems finden. Allenfalls vorhandene Substanzen mit niedrigen Verteilungskoeffizienten werden in den letzten drei Platten des Systems gefunden Die Verteilungskurve für reines Vitamin   B12    weist eine Spitze bei der vierten Platte auf.

   Die optische Dichte des Inhaltes der vierten (oder fünften) Platte wird mit   Lie'iit    von   5500    A gemessen ; der erhaltene   'Wertentspricht    der von Vitamin   B12    herrührenden Farbe. Durch Vergleich mit der optischen Dichte von reinem Vitamin   B12    (E1 cm1% = 63) kann der   Vitamin-B12-Gehalt    der Platte berechnet werden. Die vierte Platte enthält 29,1% (die fünfte Platte 24,2%) des gesamten in dem unbekannten Material ent  haltenen    Vitamins B12. Auf diese Weise kann die gesamte vorhandene Menge an Vitamin B12 berechnet werden.

   Dieses Bestimmungsverfahren liefert in der Regel gute Werte für Vitamin B12, wenn das unbekannte Material einen hohen Vitamin-B12-Gehalt aufweist, das   hei#t    mehr   als etwa T5"/o,    je nach der Natur der   Verunreinigung. Mit abnehmender    Reinheit ist das Verfahren weniger zuverlässig.



  Das   Bestimmungsverfahren gibt dann nur    an, wie viel Vitamin   Bl2    maximal vorhanden sein kann.   Rohmaterialien, welche einen sehr ge-    ringen Vitamin-B12-Gehalt besitzen und störende Farbstoffe enthalten, können einer    Gegenstrom-Verteilung mit nachfolgender    LLD-Probe der vierten (oder fünften) Platte anstatt der Farbmessung unterworfen werden.



  Die maximale   Alenge    des vorhandenen Vitamins B12 wird dann auf der Basis von 11 000 000 LLD-Einheiten pro mg Vitamin   B12      bereelmet.    Im folgenden wird ein Beispiel   fiir    die Ausführung des vorerwähnten Be  stimmungsverfahrens angegeben.   



   In jedes von acht   15-em3-Zentrifugen-       gläsern werden 5 em3 mit Benzylalkohol gesät-    tigtes Wasser eingebracht. Dem ersten Glas wird eine solche des zu untersuchenden festen   Materials zugefügt, welche schätzungs-    weise etwa 1-10   mg Vitamin B enthält.   



  Dem ersten Glas werden dann 5 em3 mit    'WassergesättigterBenzylalkoholzugegeben,    worauf das Glas geschüttelt wird und die Phasen durch Zentrifugieren getrennt werden.



  Die untere   (benzylalkoholisehe) Phase    wird in das zweite Glas übergeführt und das Verfahren wiederholt. Das Verfahren wird in jedem   nachfolgenden    Glas wiederholt, bis die   benzyalkoholisehe    Phase im Gleich  gewieht    mit dem   Wasserdesachten    Glases ist. Eine zweite Menge von 5 cm3 mit Wasser gesättigtem Benzylalkohol wird dann   naeheinander    durch jedes Glas in der   leiehen    Weise gebracht, bis es mit dem Wasser des siebenten Glases im   Gleichgewicht    ist.



     DiesesVerfahren    wird mit sechs zusätzlichen Teilen Benzylalkohol fortgesetzt, worauf alle acht Gläser zwei Phasen im   Gleichgewicht    entlialten. Dem Inhalt des vierten (oder fünften)   blases    werden 10 cm3 Chloroform zugefügt, um das Vitamin   B12    in die Wassersehicht zu   iiberfiihren.    Die optisehe Diehte der Wasser  srhielit wird    dann in einer   1-cm-Zelle    mit Lielit von   5500      Abestimmt.    Die totale vorhandene   Vitamin-Bi2-Menge    wird dann aus diesem Wert in der oben   beschriebenenWeise    berechnet.



   Beispiel 1 : Herstellung von Vitamin-B12-Konzentrat.



   8300 Liter Gärbrühe, welche aus der Verarbeitung eines Stammes von   S.    griseus erhalten wurde und deren   LLD-Wirksamkeit    zu 4630   Einh./cm3    festgestellt wurde, wird durch Filtrieren mit Diatomeenerde geklärt, mit Phosphorsäure auf pH 2, 5, dann mit   Natrium-    hydroxyd auf pH   7-8    eingestellt und nochmals mit Diatomeenerde filtriert. Das Filtrat   wird dann mit 40    kg aktivierter Holzkohle behandelt, um die aktiven Faktoren zu adsorbie  ren.    Nach Filtrieren wird die Holzkohle mit 170 Litern n-Butanol 15 Min. gerührt. Der Mischung werden   132    Liter Wasser und   11,    3 kg Filtermaterial zugefügt und das Gemiseh   45 Min. gerührt.   



   Die festen Bestandteile werden auf der Zentrifuge abfiltriert und dann mehrmals auf der Zentrifuge mit einer Gesamtmenge von etwa   150    Liter Wasser, welches vorangehend mit Butanol gesättigt wurde, mehrmals gewaschen. Das Filtrat und die Wasehflüssigkeit werden vereinigt und die   Butanol-lmd    Wasserschichten getrennt. Die   Wassersehieht,    welche praktiseh das gesamte   LLD-wirLsame      Alatelial enthält,    wird zwecks   Abtrennmng    der Kohle filtriert. Der erhaltenen filtrierten Wasserschicht (325 Liter) werden   56,    7 Liter Benzylalkohol und 193 kg Ammoniumsulfat zugefügt. Das Gemisch wird 15 Min. gerührt und dann eine Stunde stehen gelassen.

   Die Wassersehicht wird abgetrennt und nochmals mit 32, 5 Litern Benzylalkohol extrahiert. Die   benzylalkoholischen    Extrakte werden vereinigt und über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet. Das Volumen der getrockneten Extrakte beträgt etwa 106 Liter. Der Volumenzuwachs beruht auf der Anwesenheit von Butanol.



   Die benzylalkoholisehe Losung wird dann mit 20 kg aktivierter Tonerde chromatographiert. Wenn die gesamte Lösung der Kolonne zugeführt ist, wird die Kolonne mit einem Gemisch von Methanol und Aceton im Verhältnis von 1 : 2 gewaschen, bis die ausfliessende Flüssigkeit farblos ist. Die Kolonne wird dann mit Methanol entwickelt, wobei das Eluat (52 Liter) mit roter Farbe aufgefangen wird. Diese 52 Liter enthalten die wertvollen Bestandteile.



   Das Eluat wird bei einer Temperatur unter   35     C bei vermindertem Druck auf etwa 2 Liter eingeengt, und ein Volumen Aceton und 4 Volumen Äther werden zugefügt.



   Der dabei entstandene Niederschlag wird mehrmals mit Methanol extrahiert, bis ein weisser   Rüekstand    zurüekbleibt. Die optische Dichte der methanolischen Lösung wurde mit Licht von 5500   A    gemessen und zeigte ein Maximum von 416 mg Vitamin B 12 und vitamin-B12-ähnliche Materialien. Ein   aliquo-    ter Teil der methanolischen Lösung wurde mit Äther behandelt und. der entstandene Niedersehlag einer   8-rohrigen      Gegenstrom-    Verteilung in dem System   Benzylalkohol-    Wasser unterworfen. Die maximale vorhandene   Vitamin-Bt2-Menge,    welche durch das   Gegenstrom-Verfahren    bestimmt wurde, betrug 187 mg.



   Umwandlung der vitamin-B12-ähnlichen
Materialien mit Cyanid.



   Die restliche Losung wird in Hälften unterteilt und der einen Hälfte Äther zugefügt. Der entstandene Niederschlag wird in etwa   100    cm3 Wasser gelöst. 8 cm3 1%ige   wässrige Kaliumcyanidlosung    wird unter Rühen zugegeben und die Lösung etwa 15 Min. tehen gelassen. Die Losung wird dann durch 3ehandeln mit Salzsäure auf ein   pn    von etwa   @ eingestellt.    70   g    Ammoniumsulfat werden zugefügt und das Gemisch nacheinander mit ; @   cm3,    10 em3 und 10 cm3 Benzylalkohol extrahiert.

   Die benzylalkoholisehen Extrakte    tverdendurchErhitzenauf75-80 Cunter      v-emindertem    Druek getrocknet, die   entstan-    dene   Losung    wird filtriert und Äther zugefügt.



   Der entstandene Niedersehlag wird in 20 cm3 Wasser gelöst, welches vorher mit Benzylalkohol   gesättigt wurde und welchem    0, 5   em3    Eisessig zugegeben worden waren.



  Die   Losung wird    in   ein 40-em3-Zentrifugen-    glas gebracht. In ein zweites 40-cm3-Zentri    fugenglas    werden   20    cm3 mit Benzylalkohol gesättigtes Wasser gebracht. Sieben Teil mengen von 20 cm3 mit Wasser gesättigtem
Benzylalkohol werden dann durch die beiden
Gläser im Gegenstrom geleitet, wobei jede Teilmenge Benzylalkohol dazu verwendet wird, zunäehst das   Glas Nr. l und dann    das Glas Nr. 2 zu extrahieren. Die   benzylalkoholi-    sehen   Losungen    werden darauf vereinigt, durch Erhitzen unter vermindertem Druck getrocknet und darauf zwecks Fällung Äther zugefügt.



   Der Niederschlag wird in 1, 1 cm3 Wasser gelöst und d   Auskristallisierens    stehen s gelassen. Die Kristalle werden durch Zentri  fugieren    abgetrennt und durch   Loden    in 10 cm3 Wasser umkristallisiert, wobei Aceton (etwa 120 cm3) bis zur Trübung zugefügt und die   Losung    stehen gelassen wird. Das Gewicht der erhaltenen, bei 100  C unter vermindetem   Drues    getrockneten Kristalle betrug 127 mg.



   Sie zeigten bei einer Gegenstrom-Verteilungs bestimmung eine Reinheit von 95%. Die
Identität dieser Kristalle mit auf anderem
Wege gewonnenem Vitamin B12 wurde durch
Vergleich der physikalischen und chemischen
Eigenschaften   nachgeprüft.    Die Resultate sind in folgender Tabelle angegeben : Vergleich des durch Behandeln mit Cyanid erhaltenen Produktes mit auf anderem Wege erhaltenem Vitamin B12.



      Produkt aus dem Vitamin B12
Cyanid-Verfahren    Verteilungskoeffizient    Wasser/Benzylalkohol    1,   2      1, 2       Absorptionsspektrum, # max. (Ä) 2780, 3615, 5500 2780, 3610, 5500    Infrarot-Absorption Beide lIaterialien stimmten bis in die
Einzelheiten miteinander überein.



   Refraktions-Indices :    a 1,    618 ¯ 0,002 1, 616       0, 002  ss 1,650 ¯ 0,002 1,652 ¯ 0,   002       γ 1,668 ¯ 0,002 1,664 ¯ 0,002   
Optische Drehung [a]6563    23  - 61  # 9 - 59  # 9    Löslichketis-Vergleich
Die Bestimmung sowohl der absol. uten Los  lichkeit    in wässriger   Losung als auch der       gemischten Loslichkeit in einer mit authenti- schen Vitamin gesättigten Losung zeigten an,    dass beide Materialien   iclentiseh    sind. 



   Die aus der oben   beseliriebenen      modifi-       zierten Gegenstromvert. eilung zurüekbleibende wässrig'e Losung wird nochmals mit Kalium-    cyanid behandelt, die   Losung      nochmals ange-    säuert, dann mit einem Gemisch von Kohlen  stufftetrachlorchlorid und Kresol    im Verhältnis von 2 :   1    extrahiert und dem Extrakt Äther zugefügt. Der dabei entstandene Niederschlag wird in einer geringen Menge Methanol   telöst nnd    wiederum   Nther    zugegeben. Der entstandene Niederschlag wird dann in 0,   13    cm3 Wasser gelost und auskristallisiert.



  Die Kristalle werden in   wässrigem Aeeton um-      krista. llisiert. Es wurden 47    mg Kristalle er  haltes    (bei   100     C unter vermindertem Druck getrocknet). Durch die Gegenstrom  Verteilungsbestimmung    wurde festgestellt, dal   @ die Kristalle 73%    reines Vitamin   B12    enthalten.



   Auf diese Weise wurde das Äquivalent von 153,3 mg reinem Vitamin   Bis    aus   4160    Liter erhalten.



   Die zweite Hälfte der ursprünglichen met. hanolisehen Losung ergab eine Ausbeute von etwa 50 mg Vitamin   B12    bei der Behandlung in angenähert gleicher Weise wie bei der ersten Hälfte, mit der Ausnahme,   da#    die Behandlung mit dem   Cyanid fortfiel,    woraus sich ergibt, dass die Behandlung mit Cyanid eine Erhöhung der isolierten Vitamin   Bjs-      Venge    auf das   dreifaehe    ergibt.



   Bei Wiederholung dieses Verfahrens unter Verwendung von   Ammonium-,    Barium-und   Calciumeyanid    an Stelle von Kaliumcyanid, zeigten die Resultate in jedem Fall eine Erhöhung der Vitamin-B12-Menge auf ungefähr das dreifache.



   Beispiel 2:
Ein durch Kultivieren von S. griseus erhaltenes Konzentrat, welches Vitamin   B12    und   vitamin-B12-ähnliche    Substanzen enthält, wird durch Gegenstromverteilung zwischen Wasser und Benzylalkohol gereinigt, wobei   zwei Roliren vemvendet    werden und durch jede derselben nacheinander eine Gesamtmenge von 7 Teilen Benzylalkohol in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise geleitet wird.



  Das Konzentrat wurde vorher nicht mit Cyanid behandelt. Das in den benzylalkoholi  schen    Extrakten gereinigte Material wird zur Erzeugung von reinem Vitamin B12 weiter verarbeitet. Die   Wassersehichten,    welche vitamin-B12-ähnliche Materialien, eine geringe Menge Vitamin B12 und unbekannte   Verun-    reinigungen enthalten, werden vereinigt imd mit Äther behandelt, wobei sich ein amorpher Niedersehlag bildet, welcher isoliert und   ge-    trocknet wird. Beim Arbeiten nach den bisher bekannten Methoden wurde dieser   Nieder-    schlag   gewöhnlieh    nochmals mit andern minderwertigen Fraktionen verarbeitet, um eine zusätzliche Menge Vitamin B12 nach zahlreichen   Reinigungsmassnahmen    zu ergeben.



  Hierbei trat jedoch noch ein beträchtlicher Verlust an aktiven Substanzen ein.



   Ein Teil des amorphen Niederschlages wird für   Vergleiehszweeke    behandelt und andere Teile werden in folgender Weise mit Cyanid behandelt : a) Ein Teil des   Niedersehlages    wird in Wasser gelöst und   spektrographisch    analysiert. Adsorptionsspitzen werden bei   3610      und   5200      A    00 Ä beobachtet. Die Lösung wird dann der Gegenstromverteilung zwischen Wasser und Benzylalkohol in der   beschrie-    benen Weise unterworfen.

   Die Messungen der optischen Dichte in der fünften   Robre    der Gegenstromverteilung ergab, dass ein Maximum von   51 /o,    der Summe von   Vitamin B12    und der   vitamin-Bi2-ähnlichen    Substanzen tatsächlich Vitamin B12 waren, was 0, 112 mg Vitamin pro mg der ursprüngliehen festen Stoffe darstellt.    b)    10, 5 mg des amorphen Niederschlages werden in 3 em3 Wasser gelöst und 0, 2 em3 flüssige Blausäure zugefügt. Die Lösung wird nach kurzem Stehenlassen auf 50-60  C er  hitzt, um    die übersehüssige Blausäure zu entfernen.

   Die   spektrographische    Analyse der entstandenen Lösung ergibt Adsorptionsspitzen bei 3610  , 5200   A    und 5500 A, was eine Änderung gegen das Vitamin-B12 Spektrum hin anzeigt. Die Lösung wird der Gegenstromverteilung zwischen Wasser und Benzylalkohol unterworfen.

   Eine Messung der optischen Dichte der Lösung in der fünften   Robre    zeigte, dass   88,      3 /o    der Summe von Vit  amin Big und    der   vitamin-Bl2-ähnlichen    Substanzen Vitamin B12 ist ; dies entspricht 0,   220    mg Vitamin B12 pro mg des   Ausgangs-    materials bzw. einem Zuwachs von 96 %. c) 9, 6 mg des amorphen Niedersehlages werden in 2 cm3   31ethanol gelöst    und 0, 2 em3 und wasserfreie flüssige Blausäure zugegeben.



  Die   Losung    wird in einem Eisbad 15 Min. gekühlt und dann bei 50-60  C zur Trockne eingedampft. Der Rüekstand wird in Wasser gelöst. Die   spektrographische    Analyse ergibt Adsorptionsspitzen bei 3610 A, 5200 A, 5500   A,    was   eineÄnderung    gegen das Vitamin-B12 Spektrum hin erkennen lässt.



   Die wässrige Lösung wird der   Gegenstrom-    Verteilung zwischen Wasser und Benzylalkohol unterworfen. Die Messung der optischen Dichte der Materialien in der fünften   Robre    zeigt, dass   81 /o    der Summe von Vitamin   B12    und   der vitamin-B12-ähnliehen    Substanzen Vitamin   B12    ist ; dies entspricht 0, 219 mg Vitamin B12 pro mg   Ausgangs-    material bzw. einem Zuwachs von 95, 5%.



   Drei weitere Teile des amorphen Niederschlages werden mit flüssiger wasserfreier Blausäure   inÄther,    Benzylalkohol-bzw.



     Kresollösung    anstatt der Methanollösung behandelt. In allen Fällen werden Zunahmen des Vitamin-B12-Gehaltes erhalten, wobei die Zunahme in der gleichen   Grossenordnung    ist, wie diejenige, welche unter Verwendung von   Zlethanol    erhalten wird. d) 10, 8 mg amorpher   Niedersehlag    werden mit 2, 2   em3    flüssiger wasserfreier Blausäure gründlich gemischt und stehen gelassen, bis der Cyanwasserstoff verdampft ist. Der Niederschlag wird in Wasser gelost. Die   spektrographische    Analyse der entstandenen Lösung ergibt Adsorptionsspitzen bei 3610 Ä, 5200   A    und 5500 A, was eine Änderung gegen das   Vitamin-Bi2-Spektrum    hin anzeigt.

   Die wässrige Lösung wird der   Gegenstromver-    teilung zwischen Wasser und Benzylalkohol unterworfen. Eine Messung der optischen Dichte der fünften   Robre    zeigte an, dass   81"/o    der Summe von Vitamin   B12 und    der vitamin  B12-ähnliehen    Substanzen Vitamin B12 ist, was 0, 198   mg Vitamin B12    pro   mg Ausgangs-    material bzw. einem Zuwachs von 77% entspricht.



   Beispiel 3 :
11300 Liter Gärbrühe aus verschiedenen Chargen, welche durch Kultivieren eines Stammes von S. griseus erhalten wurde, werden an Holzkohle absorbiert, mit wässrigem Butanol eluiert, mit Benzylalkohol extrahiert, ehromatographiert und, wie im Beispiel 1 be  schrieben,    zur Aufällung gebracht. Der   teste    Niederschlag wird mit Methanol extrahiert, bis ein   wei#er    Rückstand zurückblieb. Die optische Dichte der erhaltenen   Methanol-    lösung wird durch Messung mit Licht von 5500   A    bestimmt. Ein Vergleich mit dem Wert für reines Vitamin   B12      ergibt, dass 540    mg Vitamin B12 und   vitamin-Bl2-älmliehe Sub-    stanzen anwesend sind.

   Die methanolisehe Lösung wird durch Zugabe von Aceton und Äther zur Ausfällung gebracht, bis die Flüssigkeiten keinen rosa Farbstoff mehr enthalten.



   Der Niederschlag wird in 300 em3 Wasser gelöst und durch   wässriges Natriumhydroxyd      auf ein pg    von etwa   8    eingestellt. Dieser   Lösung werden 2, 7 g Natriumcyanid zugefügt,    worauf sie unter   zeitweisem Rühren 45 Min.    stehen gelassen wird. (Die Losung ist purpurfarbig, was   anzeigt, da# ein Überschu# an    Cyanid zugefügt worden ist).

   Die   Losung    wird dann mit Salzsäure auf   pjj    3 eingestellt, worauf Stiekstoff zur Entfernung der Blau  säure durch die Losung geleitet    wird. 210 g Ammoniumsulfat werden zugefügt und darauf die   Losung mit    50 cm3, 25 cm3, 25 cm3 und   ssehliesslieh    mit 10 cm3 Benzylalkohol extrahiert. Die Extrakte werden durch Er  hitzen    auf   75-80     C bei vermindertem Druelc getrocknet und die   getroekneten    Extrakte durch ein gesintertes   Glasfilter    filtriert. Das Filtrat wird dureh Zugabe   von Äther zur Aus-    fällung gebracht.



   Der   Niedersehlag    wird in einem Gemisch von 100 cm3 Wasser und   2      em3    Eisessig gelöst und in eine zweite Röhre werden 100 em3 mit Benzylalkohol gesättigtes Wasser gebracht.



  Ein Reinigungsverfahren mit Gegenstromver teilung wird in der Weise ausgefiihrt,   dass 7    Port. ionen von 100   em3    mit Wasser   gesättig-    tem Benzylalkohol nacheinander durch jede Rohre geleitet werden, wie im Beispiel   1    be  schrieben. Nach    Entfernen aus der 2. Röhre werden die   benzylalkoholischen    Extrakte ver  einigt.    Die vereinigten Extrakte werden durch   Erhitzen auf 75-80     C bei vermindertem Druck getrocknet. Den getrockneten   Extrak-    ten wird Äther zugefügt.



   Der entstandene   Niedersehlag    wird in Methanol gelöst und mit aktivierter Tonerde chromatographiert, wobei die Kolonne mit   AIethanol entwielçelt wird.    Die wertvolle Fraktion des Eluats wird   zweeks    Fällung mit Äther versetzt. Die letzten Fraktionen der Chromatographie weisen eine Farbe von 5500 A auf. Als Vitamin   B12    berechnet, ergibt dies ein Äquivalent von etwa 90 mg Vitamin B12. Diese Fraktionen werden zur Weiterverarbeitung aufgehoben. Der   Niedersehlag    wird in   1,    9   em3    Wasser. gelöst und auskristallisier. Die roten Kristalle werden in 20   em3    Wasser gelöst und die   Losung    filtriert.

   Weitere 20 em3 Wasser werden zum Waschen der Apparatur verwendet und der Lösung zu ,, Nach Zugabe von   520    cm3 Aceton tritt Kristallisation ein. Die Kristalle wurden durch Zentrifugieren abgetrennt, mit   Aeeton    gewaschen und bei   56     C unter vermindertem Druck getrocknet. Die Ausbeute betrug   ") 24,    7 mg rote Kristalle. Eine Probe der Kristalle verlor beim Trocknen bei   100       C      =) o/o    ihres Gewichtes. Die getrocknete Probe   envies    sich als 94%iges Vitamin B12 bei der   Gegenstrom-Verteilungsbestimmung,    was einer Ausbeute von 290 mg reinem Vitamin B12 entspricht.



   Es zeigte sich, dass angenähert die gleichen Resultate erhalten werden, wenn die Behandlung mit Cyanid in wässriger Methanol-und wässriger   Äthanollosung    ausgeführt wird.



   Beispiel 4 :
Die Behandlung mit Cyanid zur Umwandlung der   vitamin-B12-ähnlichen    Materialien in Vitamin   B12    wird auf die Gärbrühe angewendet und die Umwandlung durch Verwendung des   Gegenstrombestimmungsverfah-    rens geprüft. 3 Liter Gärbrühe, welche durch Kultivierung eines Stammes von S. griseus erhalten wurden, werden mit 2, 1 g in einer kleinen Menge Wasser gelöstem Natriumcyanid behandelt. Die Lösung wird 2 Stunden gerührt und mit konzentrierter Salzsäure auf   pli    4 eingestellt. Im Vakuum wird über Nacht in Blasen Luft durch die Flüssigkeit gesaugt.



  Der Lösung werden 2150 g Ammoniumsulfat und 30 em3 Benzylalkohol zugegeben. Die Mischung wird gerührt, bis zur Entmischung stehen gelassen und die   benzylalkoholische    Schicht abgetrennt. Die wässrige Schicht wird darauf nochmals mit einer Teilmenge von   20    em3 und 3 Teilmengen von   10    em3 Benzylalkohol extrahiert.   Die Wasserschicht, welclie    keine   LLD-Wirksamkeit    aufweist, wird entfernt.

   Die vereinigten   benzylalkoholisehen    Extrakte werden mit 2 Volumen Chloroform verdünnt und mit 3 Teilen von 5   em3    Wasser extrahiert. 10 cm3 der wässrigen   Losung,    welche etwa   300000 LLD-Einheiten    pro cm3 enthalten, werden einem 8-Platten-Gegen  stromverteilungssystem    mit Benzylalkohol unter Verwendung von 10-cm3-Phasen unterworfen. Die Resultate der Gegenstromverteilung sind in der nachstehenden Tabelle angegeben.



   Eine identische Behandlung wurde auf   3    Liter der gleichen Brühe angewendet, mit der Ausnahme, dass kein Natriumeyanid zugefügt wurde. Die ursprüngliche wässrige Lösung, welche durch benzylalkoholische Extraktion erhalten wurde, wurde wieder der Gegenstromverteilung mittels Benzylalkohol unterworfen. Weitere Resultate sind in der Tabelle angegeben. 



  Die Wirkung von Natriumcyanid in bezuy auf die Umwandlung der LLD-Wirksamkeit der   Brille    in Vitamin B12.



     (Resultate des Gegenstromverteihmg-Bestimmungsverfahrens in dem    System    Benzylalkohol/Wasser).   



   Prozentuale Verteilung Rohr Nr. Unbehandelte Brühe Behandelte Brühe Reines Vitamin   B,,   
1 28,7 1 1,4    2 19, 1 6, 1 8,    3    3 23, 4 29, 0 20,    9    4 15, 5 29, 2 29,-]   
5 5,4 20,9 24,2
6 3,9 11,2 12, 1   
72, 62, 63, 3
8 0, 7 0, 9 0, 4   
Die obige Tabelle zeigt eine   ausgesprochene      Ändertmg    der   LLD-Wirksamkeit    bei der   Gegenstromverteilung in Richtung gegen    das reine   Vitamin B12    hin nach Behandeln der Brühe mit Natriumcyanid.

   Aus den obigen Daten ist es nicht   möglieh,    die Mengen von Vitamin   B12    genau zu berechnen, welche in den behandelten und unbehandelten Brühen enthalten sind. Es ist jedoch ersichtlich, dass die Verteilung der behandelten Brühen von der unbehandelten Brühe versehieden und sehr   ähnlieh    der Verteilung von reinem Vitamin B12 ist. Weiter ist ersichtlich, dass die Wirksamkeit der behandelten Brühe in der vierten   Robre    (welche den maximalen Vitamin-B12-Gehalt aufweist), angenähert doppelt so   gro#    ist wie diejenige der unbehandelten Brühe.



      Beispiel 5 :   
100 Liter einer Gärbrühe, erhalten durch Kultivierung eines Stammes von S. griseus, werden mit Salzsäure auf PH 2, 5 eingestellt. Die Brühe wird dann mit 220 mg Natriumeyanid behandelt und das Gemisch 10 Min.   gerührt.    100 g Fullererde und 100 g Diatomeenerde werden zugefügt, die entstandene   Aufsehlemmung    30 Min. gerührt, das Adsorbat abfiltriert und bei   50"C getrocknet.   



  Es zeigte eine Wirksamkeit von   843000      Einh.      pro g bei    einem   Versueh    mit   L.    Laetis Dorner mit der Sehalenmethode, sowie eine Förde  rung    des Wachstums von Kücken.



   Unter den beschriebenen Bedingungen wird durch Behandeln mit   Fullererde    im wesentlichen sämtliches aktives Material der Brühe adsorbiert. Da der   Vitamin-Bl2-Gehalt    der Brühe durch die Behandlung mit Cyanid ausgesprochen erhöht wird, wie im Beispiel 4 nachgewiesen ist, wird   derVitamin-Bl2-Gehalt    des so aus der behandelten Brülle hergestellten Adsorbates proportional erhöht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12 aus bei der Kultivierung von Vitamin B12 erzeugenden Mikroorganismen neben Vitamin B12 entstandenen vitamin-Bl2-ähnliehen Stof fen, dadurch gekennzeichnet, dass diese Stoffe mit einer Cyanionen liefernden Substanz behandelt werden.
    UNTEBANSPRÜCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit der Cyanionen liefernden Substanz in Gegenwart eines Losungsmittels ausgeführt wird.
    2. Verfahren naeh Pa, tentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Losungsmittel Wasser benutzt wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel ein Alkohol mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen benutzt wird.
    4. Verfahren nach Patentansprueh, dadurch gekennzeichnet, dass als Cyanionen liefernde Substanz ein ionisierbares Salz der Blausäure verwendet wird.
    5. Verfahren naeh Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Natriumeyanid benutzt.
    6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Ammoniumcyanid benutzt.
    7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeiclinet, dass als Cyanionen liefernde Substanz Blausäure verwendet wird.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprueh 7, dadurch gekennzeichnet, dass man ein festes Produkt mit wasserfreier Blausäure behandelt.
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