CH297190A - Verfahren zur Herstellung eines blutgerinnungshemmenden Mittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines blutgerinnungshemmenden Mittels.

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CH297190A
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CH
Switzerland
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acid
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polysulfuric
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sulfuric acid
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Inventor
F Hoffmann- Aktiengesellschaft
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Hoffmann La Roche
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B37/00Preparation of polysaccharides not provided for in groups C08B1/00 - C08B35/00; Derivatives thereof
    • C08B37/006Heteroglycans, i.e. polysaccharides having more than one sugar residue in the main chain in either alternating or less regular sequence; Gellans; Succinoglycans; Arabinogalactans; Tragacanth or gum tragacanth or traganth from Astragalus; Gum Karaya from Sterculia urens; Gum Ghatti from Anogeissus latifolia; Derivatives thereof
    • C08B37/0063Glycosaminoglycans or mucopolysaccharides, e.g. keratan sulfate; Derivatives thereof, e.g. fucoidan
    • C08B37/0069Chondroitin-4-sulfate, i.e. chondroitin sulfate A; Dermatan sulfate, i.e. chondroitin sulfate B or beta-heparin; Chondroitin-6-sulfate, i.e. chondroitin sulfate C; Derivatives thereof

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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung eines blutgerinnungshemmenden Mittels.



   Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung eines blutgerinnungshemmenden Mittels durch ein Verfahren, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man   Chondroitin-    schwefelsäure hydrolytisch auf eine Viskositätszahl   (Zy)    unter 0,25 (Konzentration in   gllO0      cm"    und Viskositätszahl gemessen in   0, in      NaGl-Lösung)    abbaut und die erhaltene Verbindung durch Sulfierung in einen Polyschwefelsäureester überführt.



   Nach dem neuen Verfahren wird zunächst   Chondroitinschwefelsäures    beispielsweise aus   Knorpel    nach der Vorschrift von K. H. Meyer et al. (Helvetica ChimicaActa, Band 31 [1948], Seite 1402) hergestellt, vorzugsweise mit verdünnten Mineralsäuren, zum Beispiel Salzsaure, hydrolytisch abgebaut. Bei diesem Abbau wird vor allem der Polymerisationsgrad verringert, indem die Glukosidbindungen der Monosaccharid-Einheiten gespalten werden; es tritt dabei jedoch auch eine teilweise Desacetylierung und Desulfierung ein, so dass das hydrolytisch abgebaute Produkt nicht mehr als Chondroitinschwefelsäure angesprochen werden kann. Um einen gezielten, reproduzierbaren Abbaugrad zu erhalten, müssen die Abbaureaktionsbedingungen so gewählt werden, dass das Fortschreiten des Abbaues viskosimetrisch verfolgt werden kann.

   Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass man eine   5% ige    wässerige Lösung von Chondroitinschwefelsäure in einem Rührkolben im Thermostaten auf   65"    C erhitzt, mit dem   zweihunderteten      Raumteil      konzentrier-    ter Salzsäure versetzt und den   Abbaugrad    laufend durch Viskositätsproben verfolgt.



  Nach Erreichen einer relativen Viskosität der Abbaulösung   Wrel    etwa 2,6 und weniger (je nach dem gewünschten Abbaugrad), wird die Hydrolyse durch Neutralisieren der Reaktionslösung mit Alkali unterbrochen. Die neutralisierte Reaktionslösung kann hierauf durch Dialyse oder eine andere gleich wirkende Operation entsalzt, unter vermindertem Druck auf ein geringes Volumen eingedampft und mit einem Fällungsmittel, wie zum Beispiel Alkohol oder Aceton, ausgefällt und getrocknet werden. Dieses Abbauprodukt besitzt eine Viskositätszahl   (Z)    zwischen 0,25 und 0,10, wenn die Abbaulösung ein   oder    zwischen 2,6 und 2,0 hatte.

   (Dabei ist die Konzentration in g/100   cm3    angegeben und die Viskositätszahl in einer Lösung von   0,5n    NaCl bei   25     C gemessen.)
Die   Sulfierung    kann nach einer an sich bekannten Methode durchgeführt werden, zum Beispiel in der Weise, dass man das abgebaute Produkt in ein etwa   70"    0 warmes Gemisch von Chlorsulfonsäure und Pyridin unter Rühren einträgt. Dabei ist es von Vorteil, mit der Reaktionstemperatur nicht wesentlich über   80  C    zu gehen, da dadurch der Polymerisationsgrad des Endproduktes und damit seine Viskositätszahl beeinflusst werden kann.



  Die Sulfierung kann auch mittels   SO3,    Oleum, usw. und andern organischen Basen als Pyridin, wie beispielsweise Chinolin, a-Picolin usw., durchgeführt werden,  
Die Isolierung des sulfierten Produktes geschieht mit Vorteil in der Weise, dass man die abgekühlte Reaktionsmischung mit Eis versetzt und die erhaltene wässerige Lösung mit Alkohol fällt; sodann wird das ausgefällte Pyridinsalz in Wasser gelöst, mit Alkali, zum Beispiel Natronlauge, in das Alkalisalz übergeführt und erneut mit Alkohol gefällt.



  Zwecks Reinigung kann das rohe Natriumsalz in ein schwerlösliches Alkaloidsalz, zum Beispiel in das Narcotinsalz, übergeführt werden, indem man die wässerige Lösung des Natriumsalzes mit Narcotinhydrochloridlösung versetzt und das ausgefällte Narcotinsalz durch Filtration isoliert; nach Auswaschen des Niederschlages wird das Nar  cotinsalz    mittels Soda in das Natriumsalz zurückgeführt und durch Umfällen gereinigt.



   Der so erhaltene Polyschwefelsäureester ist ein farbloses bis leicht gefärbtes Pulver, welches sehr gut wasserlöslich ist. Er besitzt eine ausgezeichnete   gerinnungshemmende    Aktivität in vitro und in vivo, und seine Toxizität ist überraschenderweise nur von der Grössenordnung derjenigen des Heparins. Für Injektionszwecke verwendet man vorzugsweise Lösungen der Alkalisalze der neuen Verbindung.



      Beispiel:   
100 Gewichtsteile Chondroitinschwefelsäure werden mit Wasser ad 2000 Raumteilen gelöst und im Thermostaten auf   650    C erhitzt.



  Dann wird mit 40 Raumteilen konzentrierter Salzsäure versetzt und bei   650    C gerührt. Sobald die relative Viskosität einen Wert von 2,3 erreicht hat, wird die Wärmequelle entfernt und der Abbau durch Neutralisation der Lösung mit Natronlauge unterbrochen.



  Sodann wird die Lösung durch 24stündiges Dialysieren gegen laufendes Brunnenwasser entsalzt. Nach Einengen unter vermindertem Druck auf ein Volumen von etwa 400 Raumteilen wird das abgebaute Polysaccharid mit Methanol gefällt und getrocknet. Die Viskositätszahl dieses isolierten Produktes   (Zy)    beträgt 0,20 (Konzentration in g/100   cm3    und Viskositätszahl gemessen in 0,5n NaCl-Lösung). Dieses Produkt wird sodann in eine Mischung von 665   Raumteilen    Pyridin und
160 Raumteilen Chlorsulfonsäure, welche auf   70"    C aufgewärmt worden ist, unter Rühren eingetragen. Nun wird die Temperatur der Reaktionsmischung auf   80"C    erhöht und   5/4    Stunden bei   SO"C    und nachher noch 2 Stunden ohne Erwärmen weitergerührt.



  Dann wird die Reaktionsmischung mit 350 Gewichtsteilen Eis versetzt, die viskose Lösung durch Cellulose filtriert und mit etwa 8000 Raumteilen Methanol unter Rühren gefällt. Das etwas bräunlich gefärbte Pyridinsalz wird sodann in etwa 500 Raumteilen Wasser aufgenommen, mit Natronlauge auf   p,    8-9 eingestellt und das entstandene Na  triumsalz    durch Eintragen in Methanol erneut gefällt. Die wässerige Lösung des Natriumsalzes wird anschliessend am Rührwerk mit etwa 2500 Raumteilen   l0ok,iger    Narcotinhydrochloridlösung versetzt abgesaugt, gewaschen und mit etwa 500 Raumteilen Wasser aufgeschlämmt.

   Diese Aufschlämmung wird zwecks Überführung ins Natriumsalz mit   10% der    Sodalösung etwa   2    Stunden ausgerührt und vom ausgefallenen   Nareotin    abgesaugt. Das Filtrat wird mit Eisessig neutralisiert, unter vermindertem Druck eingeengt und mit Methanol versetzt. Das dabei ausfallende Produkt zeigt einen Schwefelgehalt von etwa 14%;   Zrj      =      0,075    (Konzentration in g/100   cm3    und Viskositätszahl gemessen in 0, 5n NaCl-Lösung).   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines blutgerinnungshemmenden Mittels, dadurch gekennzeichnet, dass man Chondroitinschwefelsäure hydrolytisch auf eine Viskositätszahl (zu1) unter 0,25 abbaut und die erhaltene Verbindung durch Sulfierung in einen Polyschwefelsäureester überführt.
    Dieser Polyschwefelsäureester ist ein farbloses Pulver, das sich in Wasser leicht löst.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet dass man die Chon droitinschwefelsäure durch Einwirkung einer verdünnten Mineralsäure bei einer Temperatur von 50-800 C abbaut.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die abgebaute Chondroitinschwefelsäure durch Einwirkung von Chlorsulfonsäure in Gegenwart von Pyridin in einen Polyschwefelsäureester überführt.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Polyschwefelsäureester über ein Alkaloidsalz reinigt.
CH297190D 1951-07-12 1951-07-12 Verfahren zur Herstellung eines blutgerinnungshemmenden Mittels. CH297190A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1000366B (de) * 1954-09-10 1957-01-10 Hoffmann La Roche Verfahren zur Herstellung von Polysaccharidpolyschwefelsaeureestern

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1000366B (de) * 1954-09-10 1957-01-10 Hoffmann La Roche Verfahren zur Herstellung von Polysaccharidpolyschwefelsaeureestern

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