CH299538A - Verfahren zum Erweichen von geformten, schwefelhaltigen Skleroproteinen, wie z. B. von Haaren. - Google Patents

Verfahren zum Erweichen von geformten, schwefelhaltigen Skleroproteinen, wie z. B. von Haaren.

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CH299538A
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Description


  Verfahren zum Erweichen von geformten, schwefelhaltigen     Skleroproteinen,      wie z. B. von Haaren.    Die     Skleroproteine    haben im Tierreich die  Rolle von     Gerüststoffen    und sind in Nasser  und Salzlösungen unlöslich. Man rechnet     zu     ihnen vor allem das     Keratin,    d. h. die Substanz  der Haare, Federn, Nägel usw., ferner das  Gerüsteiweiss der Sehnen und anderer elasti  scher Gewebe, das Kollagen der     Knochen,     Knorpel, Bindegewebe usw.  



  Es wurde     nun    gefunden, dass man derartige  geformte     Skleroproteine,    soweit sie schwefel  haltig sind, dadurch erweichen kann, dass man  sie mit Lösungen von     Thioharnstoffen    behan  delt. Der     Thioharnstoff    kann gegebenenfalls  auch an einer     Aminogruppe    substituiert sein.  Geeignete     Substituenten    sind z. B. die     3llethyl-          gruppe,    die     Äthylgruppe,    die     Propylgruppe     u. a. m. Jedoch dürfen diese Gruppen die  Verbindungen nicht .unlöslich machen.

   Auch  sollen sie, da das wirksame Prinzip der Ver  bindungen die     -S-Gruppe    ist, kein zu hohes       Molekulargewicht        aufweisen,    da sonst der  Schwefelgehalt der     Verbindungen    zu gering  wird.  



  Je nach den Temperatur- und Konzentra  tionsbedingungen, den     p..-Verhältnissen    und  dem angestrebten Zweck muss die Behandlung  der geformten,     seliwefelhaltigen        Skleroproteine     kürzere oder längere Zeit erfolgen. Es ist im all  gemeinen nicht notwendig, hohe     Temperaturen     anzuwenden. Z. B. erweichen Haare bereits bei  Temperaturen von     25-40o    in durchaus trag  baren     Zeiträumen,    z. B, bei einer Konzen-         tration    der Lösungen von etwa 5-15'/o     in          1/z    Stunde bis 2     Stunden.     



  Durch     Einwirkung    der     Thioharnstoffe    wer  den in den     Skleroproteinen    vorhandene     disul-          fidartige        Schwefelbindungen    unter     Bildung     von -SH-Gruppen aufgespalten. Diese Wir  kung wird     sehr    gefördert, wenn die     Lösungen     ausserdem     alkalisch    reagierende Stoffe enthal  ten.

   Es ist daher vorteilhaft, den     Lösungen     alkalisch reagierende Salze, wie     Trinatrium-          phosphat,    Soda, Borax,     Metaborat    oder     Ätzal-          kalien,    wie     Ätznatron,    Ammoniak und dgl. zu  zusetzen. Die     Thioharristoffe    werden im all  gemeinen in     wässrigen    Lösungen angewandt;  jedoch- ist es mitunter auch angebracht, Alko  hole, wie     Äthyl-,        Propylalkohol    oder andere  wasserlösliche Lösungsmittel mit zu verwenden.  



  Die Produkte können in fester Form oder  als gebrauchsfertige     Lösungen    in den Handel  gebracht     werden.    Ausser den erwähnten alka  lischen     Zusatzstoffen    können die Lösungen  auch noch andere Zusätze enthalten, wie z. B.       Duftstoffe,    Netz- und     Emulgiermittel    usw.  Man kann auch weitere Reduktionsmittel, wie       Hydroxylamin,    zufügen.  



  Die Wirkung der     Thioharnstoff    e kann durch       eine        nachträgliche    Behandlung     mit    oxydieren  den     Mitteln    wieder aufgehoben werden. Solche  oxydierenden Mittel sind z. B.     V@Tasserstoffsuper-          oxyd    und seine Derivate, wie     Perverbindungen,     und     Anlagerungsverbindungen    an Harnstoff  und dgl. mehr, ferner     Bromate    und dgl.      Durch diese     Reoxydation    werden wieder       Disulfidbindungen    hergestellt.

   Man kann die  gebildeten -SH-Gruppen aber auch mit andern  reaktionsfähigen Verbindungen umsetzen, z. B.  mit     alkylierenden    Mitteln.  



  Das Verfahren gemäss     vorliegender    Erfin  dung lässt sich auf vielfache Weise     anwenden.     So kann man z. B. den mit den     Thioharn-          Stoffen    behandelten, geformten schwefelhaltigen       Skleroproteinen,    die dadurch ihre Elastizität  verloren haben, eine andere Form geben und  danach die erweichende Wirkung     durch        Reoxy-          dation    wieder aufheben. Die     Skleroproteine     bleiben dann unter Wiedergewinnung ihrer  elastischen Eigenschaften in dem verformten  Zustand.     In    dieser Weise lässt sich das Ver  fahren z.

   B. zur Herstellung von Dauerwellen  in lebendem oder totem Haar auf kaltem Wege,  oder auch zum Glätten von naturkrausem Haar,  z. B. bei Negern, ausnutzen. Eine andere     An-          wendungsmöglichkeit    ist das Entfernen von  Haaren und dergleichen.  



  Nach der Behandlung wird im allgemeinen  mit - Wasser gewaschen, um die wasserlös  lichen Verbindungen, wie überschüssige Reak  tionsteilnehmer, Zusätze und dergleichen zu  entfernen.         Beispiel:     15 Gewichtsteile     Thioharnstoff    werden  unter Zusatz von 3 g     Ätznatron    und 4 g     Te-          tranatriumpyrophosphat    in 100     cm3    Wasser  aufgelöst.

   Der Lösung werden 0,2g     Alkyl-          benzolsulfonat    zugesetzt.     (p"    der Lösung 11,8.)    Zur Anfertigung einer kalten Dauerwelle  wird das lebende menschliche Haar auf etwa  50-60 Holzwickel von Bleistiftstärke aufge  wickelt und danach mit der vorgenannten  Lösung durchfeuchtet. Zur Stauung der Kör  perwärme wird um das Haar ein trockenes  Tuch gelegt. Nach etwa 30-40 Minuten wird  die     Erweichung    des     Keratins    durch mehr  maliges Behandeln des Haares mit verdünnter       Wasserstoffsuperoxydlösung    aufgehoben und  dadurch das Haar in der Wellenform fixiert.

    Nach einer gründlichen Kopfwäsche nach vor  herigem Entfernen der     Holzwickel    ist das Haar  bleibend in Form einer Krause gewellt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Erweichen von geformten, schwefelhaltigen Skleroproteinen, wie z. B. von Haaren, dadurch gekennzeichnet, dass man die Skleroproteine mit Lösungen von Thioharn- stoffen behandelt. UNTERANSPRLTCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man wässrigen Lösungen wasserlösliche Lösungsmittel zusetzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Lösungen al kalisch reagierende Stoffe zusetzt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Lösungen Netz mittel zusetzt.
CH299538D 1949-04-14 1951-07-25 Verfahren zum Erweichen von geformten, schwefelhaltigen Skleroproteinen, wie z. B. von Haaren. CH299538A (de)

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CH299538D CH299538A (de) 1949-04-14 1951-07-25 Verfahren zum Erweichen von geformten, schwefelhaltigen Skleroproteinen, wie z. B. von Haaren.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1126839B (de) * 1961-02-16 1962-04-05 Therachemie Chem Therapeut Mittel zur Behandlung schwefelhaltiger Skleroproteine

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1126839B (de) * 1961-02-16 1962-04-05 Therachemie Chem Therapeut Mittel zur Behandlung schwefelhaltiger Skleroproteine
DE1126839C2 (de) * 1961-02-16 1973-05-03 Therachemie Chem Therapeut Mittel zur Behandlung schwefelhaltiger Skleroproteine

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