CH301809A - Verfahren zur Herstellung von Melamin. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Melamin.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Melanin. Die Herstellung von Melanin aus melamin- bildenden Stoffen-, wie Dicyandiamid, Harn stoff oder ähnlichem, welche im allgemeinen, aber nicht unbedingt nötig, in flüssigem Am moniak durchgeführt wird, hat. grosses Inter esse gefunden.
Dieses Verfahren besitzt aber den Nachteil, dass bei den zur Melaminbil- dung notwendigen hohen Temperaturen das Innere des Reaktionsgefässes angegriffen wird, wodurch die Lebensdauer des Reaktionsge fässes herabgesetzt und im Melanin Verun- reiniguingen erzeugt werden.
Bei diesem Ver fahren werden normalerweise Temperaturen zwischen<B>275</B> und 600 C und Ammoniak drucke von 7 kg/cm2 bis zu oder sogar höher als 3:i0 kglcm2 verwendet. Unter solch starken Bedingungen ist der Angriff auf das Innere der üblicherweise verwendeten Reaktionsrohre sehr stark.
So hat es sich zum Beispiel ge zeigt., dass Reaktionsgefässe aus rostfreiem Mahl, Platin oder Silber durch einige dar melaminbildenden Stoffe rasch angegriffen werden und dass nichtmetallische Oberflächen wie Borsilicat-;Glas, keramische Röhren und glasierte Metalle zwar korrosionsbeständig sein können, aber der thermischen Einwir kung nicht widerstehen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist. ein Verfahren zur Herstellung von Mel anin durch Erhitzen von melaminbildenden Substanzen in einem auf eine Temperatur von 275 bis 600 C erhitzten Reaktionsraum unter einem Druck von mindestens 7 kglcm2. Das Verfahren, ist dadurch gekennzeichnet, dass der Reaktionsraum durch eine Wandung begrenzt ist, _ deren innere Oberfläche aus Titan besteht.
Es wurde nämlich gefunden, dass Reaktions räume, deren begrenzende Wandungen aus Titan bestehen oder auf der Innenseite mit . diesem iNletall ausgekleidet sind., sich für .die Melaminerzeugung verwenden lassen und dass sie sowohl gegen Korrosion wie gegen thermische Einwirkung ausserordentlich wi derstandsfähig sind.
So können beispiels weise Autoklaven oder vorteilhaft Reaktions rohre aus gewöhnlichem Baumetall, wie rost freiem Sta,\hl oder ähnlichem, welche-mit einer Titanauskleidung versehen sind, oder aus Titan bestehende Autoklaven oder Reaktions rohre verwendet werden. Die Verwendung sol cher Reaktionsräume ermöglicht eine rasche und kontinuierliche Herstellung von, Melanin hoher Reinheit.
Eine Methode zur Auskleidung eines Re- ; aktionsrohres besteht darin, dass ein Rohr aus rostfreiem Stahl oder aus andern gegen die Einwirkung von hohen Temperaturen wi derstandsfähigen Metallen oder Legierungen, wie Aluminium-Bronze, über ein Rohr aus Titan gezogen wird. Nach einer andern Me thode wird auf ein auf bestimmte äussere Di mensionen bearbeitetes Titan Rohr ein Stütz rohr aus einem gegenüber hohen Tempera turen beständigen Metall aufgeschrumpft.
Die Verwendung solcher Titan-Kessel oder finit Titan ausgekleideter Reaktionsrohre bie tet den Vorteil, dass die zwecks Wieder instandstellung der Apparatur notwendigen Stillegungen viel weiter auseinanderliegen und dass Melamin hergestellt werden kann, das nicht mit von der Korrosion herrühren den: Produkten verunreinigt ist.
Dicyandiamid oder Harnstoff sind die be vorzugten melaminbildenden 'Substanzen. Es können jedoch auch andere inelaminbildende Substanzen verwendet werden, wie Cyanamid, Guanylharnst:aff, Cyanharnstoff, Biuret, Gua- nidin und:
dessen Salze, Cyaniusäure, Amme lid, Ammelin, .7,#Ielam, Melem, M elon und an dere bekannte Substanzen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der vor liegenden Erfindung besteht darin, dal3 der Reaktionsraum als Rohr ausgebildet ist, wel ches auf eine Temperatur von 350 bis 600 C erhitzt wird und durch welches die melamin- bildende Substanz unter einem Druck von 7 bis 350 kg/cm2 kontinuierlich durchgeleitet wird. Wird als melaminbildende Substanz Harnstoff verwendet, so wird: das Durch leiten vorteilhaft unter einem Druck von 53 bis 350 kg/cm2 durchgeführt.
Es ist selbstverständlieh, dass bei dieser bevorzugten Ausführungsform Länge und Durchmesser des Reaktionsrohres zweckmässig der Art der zu verwendenden melaminbilden den Substanz und der .gewünschten Leistungs fähigkeit der Einrichtung angepasst werden. Bei Verwendung von melaminbildenden Sub stanzen, welche wie Dicyandiamid bei höhe ren Temperaturen fast sofort in Melamin übergehen, kann das Rohr ziemlich kurz, zum Beispiel etwa 75 cm lang, sein.
Bei Verwen dung von Substanzen, welche wie Harnistoff, Melam oder andere bei der höheren Tem peratur Melamin langsamer bilden., sollte das Reaktionsrohr entsprechend länger sein, oder es muss dafür gesorgt werden, dass die Durch gangsgeschwindigkeit dieser langsamer rea gierenden Stoffe entsprechend: niedriger ist.
Ob die Melaminherstellung in An- oder Abwesenheit von überschüssigem Ammoniak erfolgt, ist für die Durchführung des erfin- dungsgemässen Verfahrens ohne Belang, da die Titanoberfläche in beiden Fällen nicht angegriffen wird.
Beispiel <I>1:</I> 60 g Harnstoff wurden in einem mit Titan ausgekleideten 300-em3 - Autaklav en während 15 Minuten unter dem sich von selbst einstellenden Druck auf 42511 C erhitzt.
Nach dIem Abkühlen wurde der Überdruck aus dem Autoklaven abgelassen und die Reaktionsmasse zwecks Feststellung des Melamingehaltes ana- lysiert. Die Ausbeute betrug ungefähr 88 % der theoretisch errechneten, Menge. Das er- haltene Melamin war frei von verfärbenden Verunreinigungen.
Die vor der Reaktion neue Titanauskleidungwar nachher stahlblau, sonst aber durchaus unverändert. <I>Beispiel 2:</I> Mit einer Geschwindigkeit von 9 kg/Stunde wurde eine 25prozentige Lösung von Dicyan- diamid in wasserfreiem Ammoniak in das obere Ende eines senkrecht stehenden, mit. Titan ausgekleideten Reaktionsrohres ge- pumpt, dessen innere Abmessungen 2;54X215 Zentimeter betrugen. Die Temperatur der Aussenwand des Reaktionsrohres betrug etwa 450 bis 500 C.
Der Druck im Innern der Apparatur wurde mit Hilfe eines automati schen, am Auslass des Reaktionsrohres ange brachten LTberdritekventils auf etwa 140 kg/cm2 gehalten. Das erhaltene Produkt wurde in ein gekühltes, unter Atmosphärendruck ste hendes Gefäss geleitet.
Es wurde ein Produkt erhalten; in wel- ehem durch Analyse etwa 989/o Melamin fest gestellt wurde. Die Ausbeute betrug 97 0/a der theoretisch errechneten Menge. Das Produkt war frei von verfärbenden Vei-Linreinigungen, und die Titan-Auskleidung zeigte sich so gut wie unbeeinflusst durch c1;ie Reaktion.
Beispiel <I>3:</I> Mit einer Geschwindigkeit von 800 em3 pro Stunde wurde eine 34,6prozentige Lösung von Harnstoff in wasserfreiem Ammoniak aus einem, mit einem Dampfmanitel versehenen Vorratstank durch eine elektrisch geheizte Lei tung zum obern Ende eines senkrecht ste henden, mit Titan ausgekleideten Reaktions rohres gepumpt, dessen innere Abmessungen 1,2'7X76 cm betrugen.
Die 'Temperatur der Aussenwand des Reaktionsrohres wurde unge fähr auf 4'50 C gehalten. Mit Hilfe eines von Hand bedienten, sich am Auslass des Reak tionsrohres befindlichen Nadelventils wurde der Druck im Innern der Apparatur auf 100 kg/em2 eingestellt. Das erhaltene Produkt wurde in einem mit Dampfmantel versehenen Behälter, der unter Atmosphärendruck stand, aufgefangen.
Während 5 Stunden wurde "der oben be schriebene Prozess durchgeführt, wobei ein Produkt erhalten wurde, welches 95 % Mel- amin enthielt. Die Ausbeute betrug 7@3 /o der theoretisch errechneten Menge. Das Produkt war frei von verfärbenden Verunreinigungen und die Titan-Auskleidung zeigte sich so gut wie unbeeinflusst durch die Reaktion,
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Melamin durch Erhitzen von melaminbildenden Sub- stanzen: in einem auf eine Temperatur von 275 bis 600 C erhitzten Reaktionsraum unter einem Druck von mindestens 7 kglem2, da durch gekennzeichnet, dass der Reaktionsraum ,durch eine Wandung begrenzt ist, deren innere Oberfläche aus 'Titan besteht. UNT'ERANS@PRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass er Reaktions raum als Rohr ausgebildet ist, welsches auf eine Temperatur von 350 bis 600 C erhitzt wird und durch welches die melaminbildende Substanz unter einem Druck von 7 bis 350 kgjem2 kontinuierlich durchgeleitet wird.. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, bei welchem als melaminbildende iSubstanz Harn stoff verwendet wird, dadurch gekennzeich net, dass das Durchleiten unter einem Druck von 53 bis 3'50 kg[em2 durchgeführt wird.
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