CH200664A - Verfahren zur Gewinnung von Melamin. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Melamin.

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CH200664A
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Gesellschaft Fuer Chemis Basel
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Chem Ind Basel
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  Verfahren zur     Gewinnung    von     Melamin.       Bei den     bekannten        Herstellungsverfahren     des     Melamins    fällt das     "genannte    Produkt  stets in festem Zustande in der     Form.    von  Kristallen, Pulver oder     als    zusammenhängen  der Kuchen an.

   Um     dieses        Material,    wie     :es     in der     Technik    meist üblich     ist,    durch Rohre  und Ventile aus dem     Reaktionsraum    zu ent  fernen, muss es entweder in die Form     einer     Lösung oder in     -diejenige    einer     Suspension     übergeführt werden.

   Für die erstgenannte       Arbeitsweise    fehlt     bis        heute    noch ein ge  eignetes     Lösungsmittel,    welches :das     Melamin     ohne     Zersetzung    in genügender Menge löst.

    Die     Suspensionsmethode    gelingt auch nur,  wenn     :daz    Produkt in     feinkörniger    Form vor  liegt und selbst dann bietet die     Förderung     von Suspensionen durch Rohre     und        besonders     durch     Ventile        Schwierigkeiten.    Die För  derung der     Reaktionsmasse    wird besonders       schwierig,    wenn die Herstellung :

  des     Melamins     aus den     melaminbildenden        Substanzen    konti  nuierlich in     Reaktionsröhren        vorgenommen     wird. In diesem     Falle    ist :die     C'r#efahr        des            Verstopfens    der Rohre und     Ventile        besonders     schwer zu vermeiden:.

   Die     Verwendung    einer       Lösung    oder einer     Suspension        zwecks    För  derung des Materials hat     ausserdem        noch    den  Nachteil, dass nachträglich das     Lösungs-          bezw.        Suspensionsmittel        wieder    von :dem zu       fördernden        Material        getrennt    werden muss.

           Diese    Nachteile werden gemäss vorliegen  der Erfindung dadurch     überwunden,        dass    das       Melamin    in     :geschmolzenem    Zustande gewon  nen     und        gefördert        wind.     



  Es war     keineswegs    vorauszusehen, dass  es     gelingt,        Melamin    ohne     Zersetzung    zu  schmelzen.     oder        dass    es möglich ist,     melamIn-          bildende        :

  Substanzen        in    guter     Ausbeute    in     ge-          schmolzenes        Melamin        überzuführen    und letz  teres in     dieser    Form zu     fördern,    da     gemäss          Literaturangaben        das        Melamin    beim Erhitzen       sublimiert    und sich unter     Ammon..iakbildung     zersetzt, vgl.

       Richter-Ansehütz,        Chemie    der       Kohlenstoffverbindungen    12.     Aufl.        (192g),          Bd.    1.     Seite    584, 2.     Abschnitt    unter     Melamin,         ferner     Beilstein        III.        Aufl.,        Bd.    1,     Seite    1443,  Zeile 5 v. u., A.     Ostrogovich    (C 1936 I, Seite  554, Zeile 21 v.

   u.)     stellt    zwar für reines  Malamin einen Schmelzpunkt     fest        {3.54          korr.),     erwähnt     aber,        dass    das Schmelzen     unter        Gas-          entw        icklimg    erfolge.  



       Es    hat     sich    nun     .gezeigt,    dass     es    möglich  ist, Malamin aus     melaminbildenden    Substan  zen im     geschmolzenen        Zustande    ohne     Zer-          setzung        herzustellen        und    in dieser     Form    aus  dem     Reaktionsraum    zu entfernen, wenn der  Vorgang     in,

          Gegenwart    von     Ammoniak    aus  geführt     wird.        Es    ist     natürlich    auch möglich,       das        Malamin        zuerst    bei tieferen     Tempera-          turen        herzustellen    und dann auf die     Schmelz-          temperatur    zu     erhitzen.        Das        unter        Ammo-          niakdruck        

  stehende        flüssige    Vielamin kann  durch eine     kleine    Öffnung in eine Vorlage       abgeblasen    und rasch     .gekühlt        werden,    wobei       es    als     feines    Pulver anfällt, oder     es    kann  auch in     flüssiger    Form in     einer    Vorlage     auf-          gefangen        und    dort durch     Kühlung    zur     Er-          starrung    gebracht werden.

       Auf        diese        Weise     ist es     möglich,    je nach den     Ausgangsstoffen     und     nach    dem     Ammoniakdruok        Ausbeuten          bis    zu 100     %    zu erreichen.  



       Die        Schmelztemperatur    der     Reaktions-          produkte        ist        natizrlich    abhängig von     dem          Reaktionsgemisch,    säe     ist    im Bereich von       etwa   <B>350'.</B> Bei so hohen     Temperaturen    wer  den die     Reaktionszeiten        ausserordentlich    kurz.

    Unter solchen     Bedingungen        erweisen        sich          kontinuierliche        Arbeitsverfahren        als    sehr     ge-          eignet.    Die     Durchführung        derselben    erfolgt  dabei in     bekannter    Weise,     beispielsweise     durch ein     Reaktionsrohr.     



  Als     Ausgangsmaterialien        sind.    naturgemäss       diejenigen    am     geeignetsten,    die     ausser        dem     Malamin keine     andern        Produkte    mehr liefern  wie     Cyanamid    und     Dicyandiamid.    Es kom  men aber natürlich     auch        andere    in     bekannter          Weise        melaminbildende        Stoffe        oder    Stoff  gemische     

  in        Betracht,    z. B.     Guanidin    oder  deren Salze, für sich oder im Gemisch mit       Dicyandiamid,        Ammoniumrhodanid,        Sulfo-          eyans@äuremethylaster        oder        Cyanurchlorid          unter        Zusatz    von     Ammoniak    und a. m.

           Beispiel    1:  100     Gewichtsteile        Dicyand'iamid        werden          zusammen        mit    zirka 8     Gewichtsteilen        Ammo-          niak    in     einem        Druckgefäss    auf     zirka    3,

  70       er-          hitzt.        Hierauf        wind        der        Inhalt        in    eine     ge-          kühlte        Vorlage        abgeblasen.    Das Reaktions  gefäss,

       entlert    sich     dabei        vollständig.    Das     ent-          weichende        Ammoniak        wird        aufgefangen    und  in der Vorlage     befindet    sich     ein        feinpulveriges     Produkt.     Die        Analyse        ergibt,    dass     es    zu 1.00     %          aus        Melanvin        besteht.     



  Versuche     mit        verschiedenen        Ammoniak-          drucken    haben     gezeigt,        dass    die     untere        Grenze          des        Ammoniakdruckee,        bei    dem noch     prak-          tisoh        reines        Melanin        entsteht,        bei    etwa  100     Atm.    liegt.

       Bei    zu     geringem        Ammoniak-          druck        entstehen    neben     denn    Malamin auch       Melan        und        andere        Produkte.     



       Beispiel   <I>2:</I>  Ein     Druckgefäss        wind    vollständig mit     Di-          cyandiamid        gefüllt    und hierauf     bis    auf<B>3,

  75'</B>       aufgeheizt.        Dann        wird    der     Inhalt    wie in       Beispiel    1     abgeblasen.        Es        entweicht        Amme-          niak    und man     erhält        in    der     Vorlage        ein        Pro-          dukt,

          das    nahezu<B>90%</B> Malamin neben einigen  Prozent     Melan        entW#t#.#        Das        Dnayandiamid          kann.    auch     kontinuierli;;

  L        unter    hohem     Druck     in     ein    auf zirka MO'     geheiztes        Reaktionsrohr          gepresst        wenden,        wobei    am Ende das     flüssige     Malamin     zusammen    mit einer     geringem        Menge          abgespaltenen        Ammoniaks    so     abgelassen          wird,

          daB    im     Innern    des     Rohres    ein hoher       Druck.        erhalten        bleibt.     



  <I>Beispiel 3:</I>  1     Gewichtsteil        Däayandiamid    wird in  einem     Niederdruckgefäss    in 1,5     Gewichts-     RTI ID="0002.0257" WI="9"HE="4" LX="1192" LY="1875">  teilen        flüssigem        Ammoniak    gelöst.

   Die so     er-          haltene        Lösung        wird    mit einer Hochdruck  pumpe in ein auf<B>380'</B>     geheiztes    Reaktions  rohr     befördert,

      das als     AbschluB    ein     Ventil          besitzt        und    in     eine        Vorlage        mündet.    Im     Reak-          tionsrohr    wird der Druck mit Hilfe     des    Ven  tils auf     zirka    200     Atm.    gehalten.     Es    können       Ablassventile    verschiedenster Art Verwen  dung finden, wie z.

   B.     regelbare    Ventile oder       Federventile,    die sich     beim        gewünschten         Druck automatisch öffnen. Es hat     sich    auch       a-ls        günstig        erwiesen,    als Verschluss     eine    Düse  von     geeigneter        Öffnung    zu     verwenden,,    wobei  der Druck     mit    Hilfe der Fördermenge der  Pumpe     eingestellt    wird.  



  Das     Reaktionsgemisch    wird in eine     ge-          kühlte    Vorlage abgeblasen. Dort     kann        das          feste        Produkt    vom     gasförmigen    Ammoniak       getrennt    werden, oder es     können        geschlossene          Niederdruckvorlagen        verwendet    werden, wo  bei eine     Mischung    von     flüssigem    Ammoniak  und     Melamiu    entsteht,

   die nachträglich ge  trennt     wind.        D'as        erhaltene    Produkt     besteht          aus    nahezu     reinem        Melamin.            Beispiel   <I>4:</I>  3     Gewichtsteile        Cyanamid    werden zu  sammen, mit 1     Gewichtsteil    Ammoniak, wie  in den     Beispielen    1     und    2     angegeben    ist, in         einem        Reaktionsgefäss    behandelt.

   Das erhal  tene     Produkt        besteht    zu 98     7o    aus     Melamin.          Cyanamid    gibt schon     mit    geringen Mengen  Ammoniak zum Beispiel mit 10     75        seines    Ge  wichtes homogene     Lösungen.    Es     ist    zur     kon-          tinuierlichen    Umwandlung in     Melamin    des  halb     besonders        geeignet.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Melamin aus melaminbildenden Substanzen, dadurch gekennzeichnet, dass man das Melamin im Herstellungsprozess in Gegenwart von Ammo- niak bis über die Schmelztemperatur erhitzt und im geschmolzenen Zustand aus dem
    Reaktionsraum entfernt.
CH200664D 1937-09-03 1937-09-03 Verfahren zur Gewinnung von Melamin. CH200664A (de)

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