CH306637A - Verfahren zur Herstellung von Blausäure aus Methan und Ammoniak und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Blausäure aus Methan und Ammoniak und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Blausäure aus Methan und Ammoniak und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Blau säure aus Methan und Ammoniak und eine Einriehtung zur Durchführung des Verfah rens. Letzteres ist dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung des Gasgemisches, das auf 7 Mol Methan mindestens ein halbes Mol Am- noniak enthält, in mindestens einem Reak tionsraum, mit hitzebeständiger Oberfläche bei Temperaturen von mindestens 800 C kon tinuierlich vorgenommen wird.
Die Einrich tung zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen langgestreckten Reaktionsraum auf weist, der eine metallische Oberfläche besitzt, wobei die letztere je Quadratzentimeter lich ten, senkrecht zur Strömungsrichtung des Gasgemisches gemessenen Querschnitts des Reaktionsraumes eine in Richtung der Gas strömung gemessene Länge von wenigstens 6 em aufweist und auf diese Länge mit einer Heizvorriehtung ausgestattet ist.
Die Umsetzung kann an den Innenflächen oder Aussenflächen hitzebeständiger, kataly- tisch wirkender Metallrohre, die z. B. aus Le gierungen von Platinmetallen, wie Platin- Ruthenium, Platin-Osmium, Platin-Iridium, Platin-Rhodium usw. bestehen, stattfinden. Die Rohre lassen sich durch elektrischen Strom, Widerstandsheizung, Induktion, An strahlung, Heizgase (z.
B. bei der HCN-Bil- dung entstehender Wasserstoff) oder in be- liebiger Weise so beheizen, dass die Reak tionstemperatur eingestellt wird und, falls die Gesamtreaktion der Blausäurebildung endotherm verläuft, der Wärmebedarf der selben an das Gasgemisch abgegeben wird. Bei exothermer Blausäurebildung, wie z. B. bei sauerstoffhaltigen Gemischen von Methan und Ammoniak, kann die Beheizung entspre- ehend niedriger eingestellt oder entbehrlich werden.
Bei Gennischen mit Wärmeüberschuss über die zur Einhaltung der gewünschten Reaktionstemperatur erforderliche Menge hinaus können die Metallwandungen entspre chend gekühlt werden, gegebenenfalls unter Ausnutzung der abgeführten Wärme, z. B. zur Vorwärmung der Frischgase, zur Dampf erzeugung usw. Es können auch Rohre aus platinfreien Platinmetallen wie z. B. Ru- thenium oder deren Legierungen benützt wer den, beispielsweise Ruthenium-Osmium, Pal- ladium-Iridium, Ruthenium-Osmium-Palla- dium oder dergleichen.
Es wurde nämlich festgestellt, dass Ruthe- nium ein geeigneter Katalysator für die Her stellung von Blausäure aus Methan und Am moniak in Abwesenheit oder auch in Anwe senheit von .Sauerstoff ist, bzw. als Bestand teil von Katalysatoren hierfür überraschende Vorteile besitzt. Bemerkenswert ist, dass das Ruthenium als Katalysator oder Katalysator bestandteil auch in Abwesenheit von Platin oder in platinarmen Katalysatoren hervorra- gende Eigenschaften aufweist. Die Gemische aus Ammoniak und Methan werden z.
B. in Abwesenheit von Sauerstoff nach der Glei- ehung NHs + CH4 = HCN + 3 H2 oder in Anwesenheit von Sauerstoff nach der Gleichung NHs + CH4 + 1,502 = HCN + 3H2O bei Temperaturen zwischen 800 und 1300 C, vorzugsweisse 950 bis 1100 C, an den genann ten Katalysatoren umgesetzt. Diese Kataly satoren sind, wie weiter gefunden wurde, auch in Gegenwart von Sauerstoff in den Frischgasen sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch ihrer Beständigkeit sehr geeignet. Hervorragend bewährt haben sich Legierun gen aus Platinmetallen oder platinhaltige Le gierungen, die ausserdem Ruthenium enthal ten. Diese Legierungen können in Form von Metallfolien oder Drahtnetzen als Wand- oder Durchgangskataly satoren verwendet wer den.
An Stelle von Legierungen eignen sich auch Mischkontakte, die unter Verwendung von Ruthenium hergestellt sind und z. B. auf Trägerstoffen aufgetragen sind. Es können daher auch keramische Wandungen oder Füll körper Verwendung finden, die mit ruthe- niumhaltigen Metallsalzlösungen behandelt worden sind.
Ruthenium bewirkt eine überraschende Verbesserung sowohl der katalytischen Wirk samkeit als auch insbesondere der Halt barkeit und Lebensdauer der Katalysatoren. Bereits kleine Gehalte unterhalb 1% sind in dieser Richtung von Wert, doch werden im allgemeinen wesentlich höhere Gehalte bevor zugt, z. B. das Gebiet oberhalb 5 bis etwa 35% Ruthenium in Platin oder Platinlegie- rangen, z. B. aus Pt-Pd, Pt-Ir oder derglei chen. In dieser Hinsicht sind besonders dem Ruthenium chemisch nahestehende Elemente, z. B. Osmium, als Legierungsbestandteile oder Bestandteile von Mischkontakten möglich. Auch rutheniumreiche Legierungen bzw. Überzüge bis zu reinem Ruthenium kommen in Betracht. Bei der Auswahl der Zusammensetzung ist auch z.
B. auf die Verarbeitbarkeit Rücksicht zu nehmen, die etwa bei der Herstellung von Drahtnetzen oder dergleichen, z. B. aus Pla- tin-Ruthenium-Legierungen, gut durchführ bar ist, die aber nicht. bei allen Ruthenium- gehalten ohne Schwierigkeiten bleibt, während z. B. Imprägnierungen von den niedrigsten bis zu den höchsten Rutheniumgehalten und auch bei Benutzung beliebiger anderer Mi schungsbestandteile, z. B. Verwendung an derer Platinmetalle, temperaturbeständiger Edelmetalle usw. leicht herzustellen sind.
Durch die Anwendung dieser neuen Kataly satoren und ihre überraschend gute Halt barkeit und Wirksamkeit wird die Durchfüh rung von Blausäurebildungsprozessen in ein fachster Weise ermöglicht, was eine grund legende Änderung dieses Arbeitsgebietes zur Fole hat.
Bei einmaligem Überleiten der Gas gemische über die beschriebenen Katalysatoren werden hohe Ausbeuten bis in das Gebiet oberhalb 95% erzielt, und die Gasgeschwin digkeit kann bei einer der angegebenen Tem peraturen so hoch eingestellt werden, dass eine entsprechende Ausbeute über 90%, z. B. von 95 bis 96%, erreicht wird. Beispielsweise werden an Platin-Ruthenium-Folien mit 10 bis 20% Ru-Gehalt mit Ainmoniak-Methan- Gemischen im Mischungsverhältnis 1:1,05 bei 1000 bis 1100 C Ausbeuten von 96 bis 98%, bezogen auf Ammoniak, erreicht.
Trotz des Überschusses des kohlenstoffhaltigen Gases ist eine C- Absclieidung, vermeidbar, wenn der Katalysator überall die genannte hohe Tem peratur aufweist.
Das neue Verfahren gestattet auch eine technisch günstige Blausäureherstellung, wenn das Methan zusammen mit. Ammoniak in CTe- genwart von gasförmigem Sauerstoff Lind gegebenenfalls weiteren Gasen über bzw. durch einen Rutlieniumgehalt aufweisende Massen geleitet wird.
Weitere Vorteile ergeben sich, wenn man hitzebeständige Metallrohre oder metallische Kammern, die katalytiseli nicht wirksame Wandungen besitzen, mit katalytisch wirken- clen Wandungen oder Überzügen oder der gleichen besonders auskleidet bzw. bedeckt, was innen oder bzw. und aussen geschehen kann. Beispielsweise können Rohre aus hitze beständigen Stählen wie Chrom-Nickel-Stäh len oder dergleichen an der Innenwandung mit Platinmetalle enthaltenden Katalysatoren bedeckt, z. B. mit Platinfolie ausgekleidet oder mit einem Platinmetall enthaltenden Überzug bedeckt werden. Man kann auch ein z. B. platinhaltiges Kontaktrohr in ein hitze beständiges Stahlrohr stecken.
Das umzu setzende Gasgemisch wird dann durch das innere Kontaktrohr geleitet, während das hitzebeständige Stahlrohr von aussen, z. B. durch Heizas, erhitzt wird. Umgekehrt kön nen auch die Aussenwände hitzebeständiger Metallrohre oder -kammern mit katalytisch wirkenden Wandungen oder Überzügen oder dergleichen besonders bedeckt werden, z. B. mit Platinmetalle enthaltenden Folien um kleidet oder mit einer platinmetallhaltigen Masse überzogen werden oder dergleichen, und das umzusetzende Gasgemisch wird dann an den Bedeckungen der Aussenwände umge setzt, während die hitzebeständigen Rohre oder Kammern von innen beheizt werden. An den Kontaktwandungen setzt sich dann das Ammoniak und Methan enthaltende Gas gemisch zu Blausäure um. Das hitzebestän dige Metallrohr kann auch mit oxydisehen Katalysatoren, z. B. Aluminiumoxy d bzw.
aluminiumoxydreichen Massen, ausgekleidet sein. An Stelle von Rohren lassen sich ent sprechend ausgekleidete Metallkammern ver wenden, z. B. aus Nickel-Chromstahl oder Nickel mit Platinfolie.
Es können auch andere Metalle oder Le gierungen je nach Reaktionstemperatur, an gewendetem Gasgemisch usw. benützt werden, z. B. Kupfer, Gold oder deren Legierungen enthaltende Wände, bzw. Eisen und andere Eisenlegierungen enthaltende Wände. Die Anwendung von Metallrohren ermöglicht eine wesentlich bessere Durchführung der Hei zung oder Kühlung bzw. Temperaturregulie rung, Wärmewirtschaft usw. und fortschritt- liehe Bauweise der Apparaturen, gleichzeitig beste katalytische Wirksamkeit.
Das Verfahren nach der Erfindung ge stattet insbesondere, die Reaktion mit Gasmi schungen in der näheren Umgebung bzw. bei der stöchiometrischen Zusammensetzung der selben durchzuführen, d. h. mit Methan-Am moniakmischungen, die auf ein Volumteil Methan mehr als 0,5, z. B. 0,8 bis 1,2 Volum- teile Ammoniak enthalten. Die Verarbeit barkeit nahezu bzw. stöchiometrischer Ge mische erübrigt die Anwendung erheblicher Überschüsse eines Reaktionsteilnehmers, der nicht umgesetzt wird und ausserdem durch die Möglichkeit der Zersetzung den Gesamt- prozess behindern kann.
Die Metallrohre bzw. Kammern lassen sich leer oder mit eingefüllten, den Strö mungsquerschnitt ausfüllenden Kontaktmas sen verwenden. Es ist ein besonderer Vorzug des Verfahrens, hohe Ausbeuten z. B. ober halb 951/o des angewandten Ammoniaks in Form von Blausäure und hohe Durchsätze in überraschendem Ausmass erreichen zu können, ohne den Strömungsquerschnitt ausfüllende Kontaktmassen zu benötigen, und diese Ar beitsweise ohne eingefüllte Kontaktmassen wird besonders bei endothermer Gesamtreak tion bzw. in den Fällen empfohlen, in denen Wärme zugeführt wird.
Sie ist ebenso dann wesentlich, -wenn ein Wärmeüberschuss ab geführt werden muss. In besonderen Ausfüh rungsformen werden die Metallrohre oder -kammern auch mit Metallfolien, Katalysator netzen und dergleichen, die nur teilweise an der Rohrwandung anliegen, ausgerüstet sein und bieten so hohen Wärmeübergang auch bei grösserem Querschnitt, unter teilweiser oder gegebenenfalls weitgehender Ausfüllung des Strömungsquerschnittes.
Es können auch Metallrohre bzw. -kammern aussen mit katar lytisch wirkenden Wandungen bedeckt und die umzusetzenden Gase entlang den kataly tisch wirkenden Alrssenflä:c-hen geführt werden.
Eine weitere Ausführungsform ergibt sich, indem man keramische, z. B. Tonerde oder tonerdereiche Rohre, die innen mit Edel nretallkontakten bedeckt sind, direkt von aussen beheizt oder in hochhitzebeständige Me tallrohre, z. B. Nickel-Chromstahlrohre oder dergleichen, einbringt, wobei die hoehhitze- beständigen Metallrohre in beliebiger Weise, z. B. durch Heizgase, von aussen beheizt wer den. Das in einem Metallrohr angebrachte und durch innere Bedeckung mit einer metal lischen Katalysatorfläche ausgerüstete kera mische Rohr ist dadurch geschützt, und selbst bei einer Beschädigung wird eine unmittel bare Betriebsstörung durch Undiehtigkeit nach aussen vermieden.
Metalle oder deren Legierungen, die die Blausäurebildung katalytisch begünstigen, sind ohne Auskleidung oder dergleichen ge eignet, während solche, die eine unerwünscht hohe Ammoniakzersetzung ergeben oder an denen nicht genügend Blausäure entsteht, wie z. B. Eisen oder Nickel, mit Katalysatoren bedeckt, plattiert, überzogen oder dergleichen werden können, z. B. mit Platin-Ruthenium- Folie, Platin-Rhodium-Plattierung, Kupfer- legierurng, Ceroxyd usw.
Es können daher die jeweils nach Beständigkeit, Verarbeitbarkeit, Temperaturregulierung usw. günstigsten me tallischen Materialien für die Metallrohre oder Metallkammern verwendet werden, ohne Ammoniakzersetzung oder Ausbeutevermin derung befürchten zu müssen, was einen we sentlichen technischen Fortschritt bedeutet.
Es ist bereits erwähnt worden, dass die Blausäure bildenden Gasgemische zweckmässig durch solche langgestreckte Räume mit metal lischen Oberflächen wie Rohre, Kammern oder dergleichen geleitet werden, die pro Quadratzentimeter Strömungsquerschnitt eine wirksame Länge von wenigstens 6 cm auf weisen, wobei vorzugsweise mit einer solchen Strömungsgeschwindigkeit gearbeitet wird, dass die Reaktionsgase mit einer tatsächlichen linearen Geschwindigkeit von mehr als ö Meter/Sekunde die Kontaktzone verlassen. Durch diese Bemessung der Reaktionsräume und die hohe Durchsatzgeschwindigkeit wer den hohe Stoff- und Raumzeitausbeuten gleichzeitig erzielt.
Hervorragend geeignete Vorrichtungen zur Ausübung des Verfahrens bestehen in teilweise innerhalb eines innen aus feuerfesten Steinen, feuerfester Stamptmasse, kerami schem Material oder dergleichen bestehenden bzw. damit ausgekleideten Heizraumes ange ordneten Rohren bzw. Rohrbündeln mit we nigstens einer metallischen bzw. metallisierten Oberfläche, aus ausserhalb des Heizraumes und/oder des Ofens gelegenen Kühleinrich tungen mit Durchlässen für die Katalysator rohre und aus ausserhalb des Heizraumes bzw. Ofens oder/und der Kühleinrichtungen gelegenen Gaszuführ- und Gasableitungs einrichtungen.
Das Verfahren kann natürlich auch in andern V orrichtungen, z. B. solchen ohne Kühleinrichtungen, ausgeübt werden.
Besondere Ausführungsformen einer Ein richtung zur Durchführung des Verfahrens ergeben sieh, indem man z. B. Metallrohre bzw. Rohrbündel durch die Wände eines Heiz raumes derart führt, dass mindestens eine der Durchführungswände aussen durch gekühlte metallene Platten, gekühlte Metallkammern, Kühlschlangen oder dergleichen abgedeckt ist. und dass sich die Anschlüsse bzw. Walzstellen oder dergleichen der Reaktionsrohre ausser halb des Heizraumes befinden.
Die Wände der feuerfesten Heizräume be stehen z. B. innen aus feuerfester Masse, um geben von wärmeisolierenden Massen, wie z. B. Chamottesteinen, Magnesia usw., und sind aussen gegebenenfalls von einem Metall mantel umschlossen. An den Durchführungs wänden, die die Öffnungen zur Aufnahme der Metallrohre enthalten, besteht die äussere Ab deckung dann aus mit Flüssigkeit (z. B. Kühlwasser, Speisewasser) bzw. Dampf (z. B. Wasserdampf) oder gasförmigen Kühlmedien (z. B. Luft) gekühlten Metallplatten, Metall- kammern oder dergleichen.
Die Kühlung kann insbesondere bei kleinen Apparateein heiten von aussen durch Flüssigkeitsrinnen, Kfihlrippen usw. erfol;-en, wird aber im all gemeinen bei grösseren Apparateeinheiten zweckiriässigei@weise als Durehflusskühlung ausgebildet sein, wofür entsprechende Boh rungen, Kanäle, eingegossene Rohre usw. in den gekühlten Meta.llstüeken vorgesehen sind. Für die Kühlr einriehtung können z. B. Eisen, Kupfer, Eisenlegierungen, Kupferlegierungen, gegossen oder geschmiedet, verwendet werden.
Im einfachsten Fall würde es sich z. B. um ein Reaktionsrohrbündel handeln, dessen Rohre die Heizkammerwände durchdringen, welche selbst aus keramischem Material beste hen, wobei die Durchtrittsöffnungen für die Reaktionsrohre mit gekühlten Walzplatten ab gedeckt sind. Die Heizkammer wird dann z. B. mit Feuergasen einer Kohlen- oder Gas feuerung unter bedarfsweiser Anwendung von Massnahmen wie Wärmeaustausch, Heiz gaskreislauf, Vorwärmung, Vorkammern usw. beheizt.
Statt die Walzplatten selbst zu kühlen, können. auch besondere, zwischen Heizkam- merwand und Walzplatte eingefügte Kühl elemente verwendet werden, was den Vorteil hat, die Walzplatten selbst nicht durch Kühl- vorrieltungen zu komplizieren, bzw. die Flä che ganz für die Anbringung von Reaktions rohren ausnützen zu können.
Ebenso kommen solche Ausführungen in Betracht, bei denen die Reaktionsrohre z. B. in einer obern Platte hängen, während die unten aus der Heizkammer ragenden Enden mit beweglichen bzw. Spannungen nachge benden Verbindungen an Registerleitungen oder dergleichen angeschlossen sind.
Die Gaszufuhr und/oder Gasabfuhr der Reaktionsrohre kann vorteilhaft durch in die Reaktionsrohre eingeschobene Rohre vorge nommen werden. Der Aussendurchmesser die ser eingeschobenen Rohre ist dann kleiner oder höchstens gleich dem Innendurchmesser der Reaktionsrohre. Dadurch wird erreicht, dass der Gasstrom beim Eintritt in das mit katalytischer Wandung versehene Reaktions rohr nicht die kühleren Enden, sondern sogleich die in dem Heizraum liegenden Wan dungen trifft und entsprechend beim Austritt verlässt. Zur Erreichung bester Ausbeuten und Vermeidung von Zersetzungen hat sich diese Massnahme als überraschend wirksam erwiesen.
Beispiel 1: Ammoniak und Methan im Volumenver hältnis etwa 1:1, z. B. 1:1,05, werden mit be- trächtlicher Strömungsgeschwindigkeit durch ein hochhitzebeständiges Metallrohr von z. B. 10 oder 60 mm lichtem Durchmesser aus Kruppschem Material Niehrotherm 3 (Mar kenprodukt) geleitet, das mit Platin-Ruthe- nium-Folie von 10% Rutheniumgehalt so ausgekleidet ist, dass das Gasgemisch nur mit der Folie in Berührung kommt. Das hitze beständige Metallrohr wird mit Heizgas oder anderweitig derart beheizt, dass die Tempe ratur der reaktionsgasberührten Folie zwi schen 950 und 1150 C, z. B. bei 1050 C, liegt. Es werden über 95, z. B. 97% des ein geleiteten Ammoniaks bei einmaligem Durch gang mit Methan zu Blausäure und Wasser stoff umgesetzt.
An Stelle eines Rohres kön nen mit gleichem Erfolg und entsprechend vervielfachter Leistung Rohrbündel, z. B. zwischen Registern oder Walzplatten oder sonst beliebiger Anordnung und Verbindung, verwendet werden. An Stelle unverdünnter .c!Lusgangsgase lassen sich in der gleichen Weise auch technische, Ammoniak und Methan enthaltende Gasgemische verarbeiten, die gleichzeitig z. B. Stickstoff, Wasserstoff und sonstige Bestandteile technischer Gas gemische enthalten.
Beispiel. <I>2:</I> Ein Rohr aus einer hochtonerdigen Alumi- niumsilikatmasse (Sillimanitrohr) wurde auf der Innenseite imprägniert mit einer Platin chloridlösung und anschliessend mit einer Am moniumosmiatlösung.
Das Rohr wurde darauf langsam auf mässige Temperatur erhitzt und alles Wasser ausgetrieben, hierauf unter Durchleitung eitles Wasserstoff- Stickstoff- Gemisehes weiter erwärmt, bis die letzten Chlorreste ausgetrieben waren, und hierauf bis auf 1000 bis 1200 C gebracht. Der Kata lysator bestand schliesslich aus 3,6 mg Platin und 0,4 mg Osmium;
em2. Dann wurde der Katalysator langsam aktiviert, indem begon nen wurde, ein Gasgemisch, bestehend aus 1 Volumteil Ammoniakgas zu 0,1 bis 0,2 Vo- lumteil Methangas, zuzuteilen. Langsam wurde darauf der Methangehalt gesteigert, bis schliesslich das Verhältnis von Ammoniak zu Methan 1 Volumteil zu 1 Volumteil erreicht hatte.
Schon nach 17 Stunden wurde ein Umsatz zu Blausäure in bezeg auf CH4 von 90 bis 95 %, in bezug auf NH3 bis auf 70 % erreicht. Nach 62 Stunden betrug der Umsatz sowohl an CH4 wie an NH3 zu Blausäure schon 90%. Der Katalysator erweist sich also als ausserordentlich wirkungsvoll.
Ein Ausführungsbeispiel der zur Durch führung des Verfahrens dienenden Einrich tung ist auf beiliegender Zeichnung schema tisch in senkrechtem Schnitt dargestellt.
Mit 1 ist der feuerfest ausgekleidete Heiz raum bezeichnet. 2 sind die Reaktionsrohre, die im Innern mit metallischen Oberflächen versehen sind, indem sie z. B. mit einer Pla- tin-Ruthenium-Lösung inwendig imprägniert wurden. 3 ist die elektrische Heizung und 4 sind in Abständen angeordnete Öffnungen in der Heizraumwandung, durch welche die Rohre 2 nach aussen geführt sind. Mit 5 sind Platten, z. B. aus Asbest, bezeichnet, welche die Rohre dicht umschliessen und die Öffnun gen 4 nach aussen abdichten. 6 sind An schlüsse mit Stopfbüchsen und Kühlvorrich tungen, an denen die Rohre 2 gasdicht auf gehängt sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung von Blau säure aus Methan und Ammoniak, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung des Gas gemisches, das auf 1 Mol Methan wenigstens ein halbes Mol Ammoniak enthält, in minde stens einem Reaktionsraum mit hitzebestän diger Oberfläche bei Temperaturen von min destens 800 C kontinuierlich vorgenommen wird. II.Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen langgestreckten Reaktionsraum aufweist, der eine metallische Oberfläche besitzt, wobei die letztere je Quadratzentimeter lichten, senk recht zur Strömungsrichtung des Gasgemi sches gemessenen Querschnitts des Reak tionsraumes eine in Richtung der Gasströ- mang gemessene Länge von wenigstens 6 cm aufweist und auf diese Länge mit einer Heiz- vorrichtung ausgestattet isst. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Gasgemisch durch Rohre geleitet wird, deren 3V andungen aus hitzebeständigen, katalytisch nicht oder nur wenig wirksamen Metallen gebildet sind. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gasgemisch die Metallrohre mit einer linearen Geschwindigkeit von mehr als 5 m pro Sekunde verlässt. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Reaktions räume langgestreckte Kammern verwendet werden, deren Wandungen ans hitzebestän digen, katalytisch nicht oder nur mässig wirk samen Metallen gebildet sind. 4.Verfahren nach Patentansprueh I, da durch gekennzeichnet, dass die Reaktions räume hitzebeständige metallische Oberflä chen aufweisen, die noch mit katalytisch wir kenden Bedeckungen versehen sind, und die Umsetzung an diesen katalytisch wirkenden Bedeckungen erfolgt. 5. Verfahren nach Patentanspruch I und dem Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass die hitzebeständigen metallischen Wandungen mit oxydischen Massen und letz tere mit Edelmetallkatalysatoren bedeckt sind und dass die katalytische Blausäurebil- dung an diesen Edelmetallüberzügen vorge nommen wird. 6.Verfahren nach Pateiitansprueli I, da durch gekennzeichnet, dass als langgestreckte hitzebeständige Reaktionsräume keramische Rohre mit katalytisch wirkenden I4letallbedek- kungen verwendet werden, die vom umzuset- zenden CTasgeiniseli bestrichen werden. 7.Verfahren, nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass ein Katalysator verwendet wird, der wenigstens ein Met.ail der Platingiaippe des periodischen Systems der Elemente enthält. B. Verfahren nach Patentansprueh 1 und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass platinfreie Katalysatoren verwendet werden. 9. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprueh 7, dadurch gekennzeichnet, dass platinarme Katalysatoren verwendet werden. 10. Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unteransprueh 7, dadurch gekennzeichnet, dass Ruthenium enthaltende Katalysatoren ohne Verwendung von Platin benutzt werden. 11.Verfahren nach Patentanspruch I und L nteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dlass Katalysatoren verwendet werden, die aus Ruthenium und Platin hergestellt sind. 12. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 7 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass rutheniumhaltige Platinlegie rungen mit etwa 10 % Rutheniumgehalt ver wendet werden. 13. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass ein Katalysator verwendet wird, der Osmium als Bestandteil enthält. 14. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Katalysator verwendet wird, der als Bestandteil wenigstens ein Element der 1. Ne bengruppe des periodischen Systems der Ele mente enthält. 15.Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 7 und 14, dadurch ge kennzeichnet, dass als Element der ersten Ne bengruppe des periodischen Systems Kupfer verwendet wird. 16. Verfahren nach Patentanspruch I unter Verwendung von Katalysatoren, da durch gekennzeichnet, dass die Gasströme mindestens beim Eintritt in die Kontaktzone unmittelbar mit Kontaktflächen von so hoher Temperatur in Berührung gebracht werden, dass eine Blausäurebildung ohne Kohlenstoff abscheidung eintritt. 17. Verfahren nach Patentanspruch I unter Verwendung von Katalysatoren, da durch gekennzeichnet, dass das Reaktions gemisch beim Verlassen der Kontaktzone un- mittelbar von mindestens so heissen Kontakt flächen abgeführt wird, dass dort keine Zer setzung auftritt. 18.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 16 unter Verwendung von Rohren als Reaktionsräume, dadurch gekenn zeichnet, dass der Kontaktzone mindestens an der Gaszufuhrseite Führungsmittel für den Gasstrom in die Reaktionsrohre eingeschoben werden und die Gasströmung durch diese Führungsmittel erfolgt. 19. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Methan und Am moniak enthaltendes Gas in Gegenwart von gasförmigem Sauerstoff an einen Ruthenium- gehalt aufweisenden Massen zu Blausäure umgesetzt wird. 20.Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 16 und 19, dadurch ge kennzeichnet, dass Methan und Ammoniak enthaltende, sauerstoffhaltige Gasgemische über Platin und Ruthenium enthaltende Kata lysatoren geleitet werden, wobei die zur Auf rechterhaltung der Katalysatortemperaturen zuzuführende Wärme wenigstens teilweise durch die exotherme Umsetzung des Sauer stoffes mit Wasserstoff zu Wasser gedeckt wird. 21. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Temperaturen der von reagierendem Gasgemisch berührten, mindestens eines der Platinmetalle enthalten den Oberflächen zwischen 900 und 1300 C gehalten werden. 22.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch ?1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperaturen zwischen 950 und 1150 C gehalten -werden. 23. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet-, dass Methan und Am moniak enthaltende Gasgemische, die auf ein Volumteil Methan 0,8 bis 1,\? Volturteile Am moniak enthalten, bei Temperaturen von 900 bis 1300 C über Platin-Rtithenitun-Kontakte geleitet werden.?4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspl@ieh 21, dadurch gekennzeichnet, dass als Reaktionsräume keramische Rohre von 10 bis 60 mm lichter Weite verwendet wer den, deren Innenflächen mit Platin und Ruthenium enthaltenden Bedeckungen ver sehen sind. 25. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass nur teilweise an der Wandung des Reak tionsraumes anliegende Metallkontakte unter wenigstens teilweiser Ausfüllung des Strö mungsquerschnittes verwendet werden. 26.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Reaktions räume langgestreckte hitzebeständige Rohre verwendet werden, deren Strömungsquer schnitte wenigstens teilweise mit Kontakt massen ausgefüllt sind. 27. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die hitzebestän digen metallischen Wandungen der Reak- tionsräume beheizt werden. 28. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Reaktions räume Rohre aus katalytisch wirkenden, min destens ein Metall der Platingruppe enthalten den Metallegierungen verwendet werden, die an der beheizten Seite durch ein hitzebestän diges Rohr abgedeckt sind. 29.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass aus einer Platin-Ruthenium-Legierung hergestellte Katalysatorrohre verwendet wer den. 30. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Trägerstoffe ver wendet werden, mit denen langgestreckte Reaktionsräume mit hitzebeständiger Ober fläche gefüllt sind und welche mit katalytisch wirkenden Metallen imprägniert sind. 31. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Drahtnetze als Katalysatoren verwendet werden. 32. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahtnetze aus Katalysatormetall elektrisch beheizt werden. 33.Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 7 und 8, dadurch ge kennzeichnet, dass ein Katalysator verwendet wird, der einen Ruthenhungehalt bis 35% Ru aufweist. 34. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktions räume aus keramischen Rohren mit metalli schen innern Oberflächen bestehen. 35. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die hitzebestän digen Oberflächen der Reaktionsräume mit katalytisch wirksamen Stoffen versehen sind, die teilweise in den Strömungsquersehnitt hineinragen. 36. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 35, dadurch gekenn zeichnet, dass die Wandungen der Reaktions räume nur teilweise mit katalytisch wirk samen Stoffen ausgekleidet sind. 37.Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die langgestreck- ten Reaktionsräume mit Kühleinrichtungen versehen sind. 38. Einrichtung nach Patentanspruch II, gekennzeichnet durch teilweise innerhalb eines innen aus feuerfestem Werkstoff beste henden Heizraumes angeordnete hitzebestän dige Rohre, ausserhalb des Heizraumes gele gene Kühleinrichtungen mit Durchlässen für die Rohre sowie ausserhalb des Heizraumes und der Kühleinrichtung gelegene Gaszufuhr- und Gasableitungseinrichtungen.39. Einrichtung nach Patentau aprueh 1I und Unteranspruch 38, dadurch gekennzeich net, dass die Rohre im Innern wenigstens an der Wandung Katalysatoren. für die Blau- sIer ebildung aufweisen. 40.Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeielniet, dass Rohrbündel durch die Wände eines Heizraumes geführt sind, d!ass mindestens eine der Durehfüh- rungswände aussen durch gekühlte Metall körper abgedeckt ist und dass sich die An schlüsse der Reaktionsrohre an die Gas zufuhr- und Gasableitungen ausserhalb des Heizraumes befinden.41. Einrichtung nach Patentausspruch II und Unteranspruch 40, dadurch gekennzeich net, dass sich die Anschlüsse der Reaktions rohre noch ausserhalb der gekiiblten, die Durchführungswände des Heizraumes aussen abdeckenden Metallkörper befinden. 42. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 40, dadurch gekennzeich net, dass die gekühlten Metallkörper selbst als Ansehlussvorrichttungen ausgebildet sind. 43.Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Verbindungen zwischen den Reaktions- räumen und den für die Gaszufuhr und die Gasabfuhr vorgesehenen Leitungen nicht starr und daher spannungsfrei ist. 44. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die metallischen Oberflächen mindestens ein Metall der Pla tingruppe mit Schmelzpunkt über 24400C und mindestens ein weiteres Metall der Pla tingruppe enthalten.
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH306637D CH306637A (de) | 1949-06-01 | 1950-05-31 | Verfahren zur Herstellung von Blausäure aus Methan und Ammoniak und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH306637A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0074504A1 (de) * | 1981-09-03 | 1983-03-23 | Degussa Aktiengesellschaft | Rohrofen zur Durchführung von Gasreaktionen |
-
1950
- 1950-05-31 CH CH306637D patent/CH306637A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0074504A1 (de) * | 1981-09-03 | 1983-03-23 | Degussa Aktiengesellschaft | Rohrofen zur Durchführung von Gasreaktionen |
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