CH307792A - Verfahren zur Herstellung von Glycocyamin. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Glycocyamin.

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CH307792A
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  Verfahren zur Herstellung von Glycocyamin.



   Es sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von in   a-Stellung    mit dem Guanidylrest substituierten Fettsäuren bekannt. So wird beispielsweise   Glycocyamin    (auch   Gua-    nidylessigsäure genannt) durch Erhitzen von Guanidinearbonat mit Glyein unter Abspaltung von Wasser und   Kohlendioxyd    hergestellt. Ferner kann das   Glycocyamin    auch durch Umsetzung von Glyein mit Cyanamid in Gegenwart von Ammoniak oder durch Umsetzung von freiem Guanidin mit einer Halo  genessigsäure    oder einem Ester einer solchen   herDestellt    werden.



   Die erste Reaktion liefert geringe   Ausbeu-    ten an   Glycocyamin,    die im allgemeinen zwischen   25    und   40  /o liegen. Für    die zweite Reaktion werden als maximale Ausbeuten 60 bis 65% angegeben. Die Ausbeute für die dritte   lteaktion wird    mit etwa 60   ouzo    angegeben.

   Die Durchführbarkeit des dritten Verfahrens ist dadureh   besehränkt, dass    es einerseits   schwie-      rig ist, freies Guanidin    in praktisch wasserfreiem Zustand zu erhalten, und anderseits die freie Base in   wässriger Losung    sehr unbeständig ist, im Gegensatz zu ihren Salzen, wie   z.    B. dem   Guanidinhydroehlorid,    die leieht   zugänglieh    sind und ohne Zersetzung in wässeriger   Losung    verwendet werden kön  nen..   



   Es wurde nun ein neues Verfahren zur Herstellung von in a-Stellung mit dem Guani  dylrest    [-NH-C ( : NH) NH2] substituierten Fettsäuren gefunden, das die   Unzulänglich-    keiten und Nachteile der bisher angewendeten Verfahren nicht mehr aufweist und hohe Ausbeuten an reinen a-Guanidylfettsäuren zu erzielen erlaubt. Bei diesem Verfahren wird ein Guanidinsalz in einem   flüssigen Reak-    tionsmedium mit einer   Halogenfettsä. ure    und einem Alkalihydroxyd zur Reaktion gebracht.



   Gegenstand des Patentes ist ein Verfahren zur Herstellung von   Glycocyamin,    welches dadurch gekennzeichnet ist,   dal3    man ein Additionssalz des Guanidins mit einer Säure und ein Alkalihydroxyd in einem flüssigen Medium miteinander mischt und alsdann bei einer Temperatur von   0-60     C Chloressigsäure zur Einwirkung bringt.



   Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens trägt man zweckmässigerweise Na   triumhydroxyd-oder Kaliumhydroxydgrana-    lien in ein flüssiges Medium, das bereits das Additionssalz des Guanidins, wie z. B. Guanidinhydrochlorid,   Guanidinsulfat    oder Guani  dinnitra.

   t, enthält,    ein, rührt das erhaltene Gemisch während etwa   1/2-11/2    Stunden bei einer Temperatur von etwa   5-30     C, vorzugsweise von etwa   15-25     C, versetzt alsdann das kalte Gemisch mit Chloressigsäure, hält die Temperatur des Reaktionsgemisches   wäh-    rend der Zugabe der Chloressigsäure zwisehen etwa 5 und   30     C, vorzugsweise zwischen etwa 20 und   25     C, und rührt hierauf bei etwa 0-60  C, vorzugsweise bei etwa   35-400 C,    bis die Reaktion praktisch beendet ist, das heisst während etwa 6-12 Stunden, worauf  Mol eines   Alkalihydroxyds    ein und rührt während etwa 0, 5-1, 5 Stunden bei einer Temperatur von etwa   5-30     C,

   am besten zwischen etwa 15 und 25  C. Man versetzt alsdann das erhaltene Gemiseh mit etwa 0, 25-1, 0 Mol   Chloressigsä,    ure, wobei man   da. fur    Sorge trägt., dass die Temperatur während der Zugabe nicht über   30     C steigt. Die Temperatur wird vorzugsweise zwischen etwa 20 und 25  C gehalten. Das Reaktionsgemisch wird hierauf während mindestens 6 Stunden bei einer Temperatur von etwa   5-60     C, vorzugsweise von etwa 35-40  C, gerührt. Die festen Bestandteile werden dann vom Losungsmittel   abge-    trennt. Das letztere kann dann wieder verwendet werden.

   Der vom Losungsmittel abgetrennte Niedersehlag, bestehe-nd aus einem Ge  misch    von   Alkalisalz und Glycocyamin, wird    bei Raumtemperatur mit einem   Lösungsmit-    tel, wie z.   B.    Wasser, einem   Wasser-Methanol-    Gemisch oder einem andern Lösungsmittel oder   Losungsmittelgemisch,    in welchem der eine der festen Bestandteile gut   löslieh,    der andere hingegen praktisch unlöslich ist,   aus-      gelaugt.    Es wird vorzugsweise ein   Lösungs-    mittel verwendet, in welehem das   Glycocyamin    unlöslieh ist, und das reine Glycocyamin von der Losung des Salzes abgetrennt,

   mit Wasser gewaschen und   getroeknet.   



   Gute Resultate ergibt auch folgende Arbeitsweise : Man suspendiert etwa 0, 25-1, 0 Mol Guanidinearbonat in einem   Lösungsmit-    tel, wie   z.    B. Äther, versetztdas Gemisch mit etwa 0, 25-1, 0 Mol   Schwefelsä. ure und rührt    so lange, bis die Entwicklung von Kohlendioxyd aufhört. Man versetzt mit etwa   1,    4 bis 4 0 Mol   Natnumhydroxydgranalien    und rührt   das erhaltene Gemiseh während etwa 1    Stunde bei etwa   15-25     C. Das erhaltene Gemisch wird langsam mit etwa 0,   25-1,    0 Mol Chloressigsäure versetzt. Die Temperatur des Gemisches wird während der Zugabe der Chlor  essigsäure zwischen etwa 20 und 25     C gehalten.

   Die Temperatur wird anschliessend während mindestens 6, vorzugsweise 8-12, Stunden zwischen etwa 35 und 40    C geha-lten. Als    dann ist die Reaktion praktiseh beendet. Das erhaltene Gemisch wird nun filtriert und das man das   Glycocyamin    aus dem   Reaktionsge-    miseh isoliert.



   Die Reaktion kann in verschiedenen   Aussi-    gen Medien ausgeführt werden. Es werden höhere Ausbeuten an   Glycocyamin    erhalten, wenn eine Flüssigkeit verwendet wird, in welcher das Alkalihydroxyd praktisch unlöslich ist. Wird die Reaktion beispielsweise in Was  ser ausgeführt,    in welchem das   Alkalimetall-      hydroxyd loslich    ist, so sind die Ausbeuten an   Glycocyamin    kleiner als bei Verwendung von Aceton, Äther, Methylenchlorid oder andern organischen   Losungsmitteln,    in welchen das    Alkalimetallhydroxyd praktisch unlöslich ist,    sofern nieht   ein S ; bersehuss an Alkalihydroxyd    verwendet wird.



   Man verwendet deshalb vorzugsweise ein organisches Losungsmittel, insbesondere Aceton, Äther oder   Methylenehlorid.    In diesem Fall erhält man einen   Niedersehlag,    der aus einem Gemisch von Alkalisalz und   Glyco-      eyamin    besteht. Das   Glycoeyamin    kann durch ituslaugen des Niedersehlages mit einer   Flüs-    sigkeit, in welcher der eine Bestandteil gut loslich, der andere Bestandteil hingegen   prak-    tisch unlöslich ist, isoliert werden.

   Wird beispielsweise Kaliumhydroxyd und   Guanidin-    hydrochlorid verwendet, so sind die Bestandteile des festen Reaktionsproduktes das Glyco  eyamin    und   Kaliumehlorid.    Wird das Ge  mise.    mit Wasser, 50 %igem Methanol oder einem ähnlichen Lösungsmittel versetzt, so löst sich das Kaliumehlorid. Der Rüekstand, der von der Lösung abgetrennt wird, besteht aus reinem   Glycocyamin.   



   Man verwendet wie gesagt vorzugsweise    Guanidinhydrochlorid,-sulfat oder-nitrat, am    besten das Hydrochlorid. Man kann aber auch z. B. von Guanidinearbonat ausgehen und dieses zunächst durch Zusatz von Schwefelsäure oder Salzsäure in das Sulfat oder   Hydroehlorid    überführen.



   Im einzelnen geht man z.   B.    wie folgt vor : Man trägt in ein organisches Losungsmittel, wie z. B. Aceton, etwa 0, 25-1, 0 Mol eines Guanidinsalzes einer   einbasisehen    Säure oder etwa   0,    125-0, 5 Mol eines   Guanidinsalzes    einer zweibasisehen Säure und etwa 0, 50-2, 0   Glycocyamin    in der oben beschriebenen Weise aus dem Filterkuchen isoliert.



   Ferner kann man auch wie folgt vorgehen :
Man trägt etwa 1, 0 Mol Guanidinhydroehlorid und etwa   2, 0 Mol Kaliumhydroxyd-    granalien in etwa 600-800 cm3 3Aceton ein und. rührt das Gemisch während etwa   1    Stunde bei etwa 15-25  C. Das erhaltene Gemisch wird langsam mit etwa 1, 0 Mol Chloressigsäure versetzt. Während der Zugabe der Chloressigsäure wird die Temperatur des Gemisches zwischen etwa 20 und 25  C gehalten. Die Temperatur wird anschliessend während mindestens 6, vorzugsweise etwa 8 bis 12 Stunden zwischen etwa 35 und   40     C gehalten. Dann wird das Gemisch filtriert.



  Der erhaltene   Niedersehlag    von Kaliumehlorid und Glycocyamin wird mit so viel   50  /oigem    Methanol behandelt, dass alles Kaliumehlorid gelöst wird. Das   Glycocyamin, das    in wässriger   Methanollösung unlöslich ist,    wird gewaschen und getrocknet. Das Produkt besteht aus reinem   Glycocyamin.   



   Das Glycoeyamin ist für pharmazeutische Zweeke verwendbar.



   Beispiel 1 :
Zu etwa 47, 7 g   Guanidinhydrochlorid    in   400      em3      Aeeton    gibt man etwa 56 g Kaliumhydroxydgranalien und rührt das Gemisch während etwa 1 Stunde bei etwa   20     C. Dann versetzt man das Gemisch mit etwa 47, 25 g fester Chloressigsäure und hält die Temperatur während der Zugabe der Chloressigsaure auf etwa 25  C. Das Reaktionsgemiseh wird während etwa 8 Stunden bei einer   Tempera,    tur von etwa 35-40    C    gerührt. Man filtriert und versetzt den Filterkuchen mit 350   em3    von etwa 50   feigem    Methanol. Das Kaliumehlorid lost sich im Methanol, während reines Glyeocyamin in einer Ausbeute von etwa 60 % erhalten wird.



   Beispiel 2 :
Etwa 61 g Guanidinnitrat in 400 cm3 Me  thylenehlorid werden    im Verlauf von etwa 1 Stunde bei etwa 20    C    mit etwa 40 g Natriumhydroxydgranalien   gemiseht.    Man versetzt das Gemisch mit etwa 47, 25 g fester Chloressigsäure und hält die Temperatur während der Zugabe der Chloressigsäure auf etwa 25  C. Das Gemisch wird während etwa 8 Stunden bei Rückflusstemperatur (40 bis   43     C) gerührt. Die Reaktionsprodukte werden abfiltriert und zweimal gewaschen, und zwar einmal mit 150 cm und dann mit 100 cm3 Wasser bei Raumtemperatur. Reines   Glycoeyamin    wird in einer Ausbeute von etwa   60       /o    erhalten.



   Beispiel 3 :
Etwa 45 g Guanidinearbonat werden in   400 em3 Äthyläther suspendiert.    Die   Suspen-    sion wird unter Rühren langsam mit 24, 5 g Sehwefelsäure (d   = 1,    84) versetzt. Das Rühren wird so lange fortgesetzt, bis die Entwieklung von   Kohlendioxyd      aufhort,    worauf 40 g Natriumhydroxydgranalien langsam zugesetzt werden, die Temperatur während der Zugabe auf etwa 20  C gehalten und das Rühren während etwa   1    Stunde fortgesetzt wird.

   Man versetzt die ätherische Lösung mit etwa 47, 25 g fester   Chloressigsä. uTe    und hält die Temperatur während etwa 8 Stunden auf etwa   35     C   (Rüekflusstemperatur).    Die Reaktionsprodukte werden abfiltriert, worauf der Filterkuehen zweimal mit 200 em3 und dann mit 150 em3 Wasser gewaschen wird, um die Salze zu entfernen. Reines Glycocyamin wird in einer Ausbeute von etwa   65  /o erhtalten.   



   Beispiel 4 :
Etwa 45 g Guanidinearbonat werden in etwa 400 cm3 Wasser eingetragen. Das Gemisch wird unter Rühren langsam mit etwa 400 g Salzsäure (d = 1, 1878) versetzt. Das Rühren wird so lange fortgesetzt, bis die Entwieklung von   Kohlendioxyd      aufhort,    worauf das Gemisch langsam mit etwa 40 g Natrium  hydroxydgranalien    versetzt wird. Das   erhal-    tene Gemisch wird während etwa 1 Stunde bei etwa 20  C gerührt. Man versetzt die er  haltene Losung    mit etwa 47, 27 g fester Chloressigsäure und hält die Temperatur während der Zugabe der Säure auf etwa 25  C. Das erhaltene Reaktionsgemisch wird hierauf während etwa 8 Stunden bei 3540  C gerührt  Die festen Reaktionsprodukte werden abfiltriert und mit Wasser gewaschen.

   Auf diese Weise wird reines   Glycocyamin    in einer Ausbeute von etwa 50 % erhalten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Glyco- cyamin, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Additionssalz des Guanidins mit einer säure und ein Alkalihydroxyd in einem flüssigen Medium miteinander mischt und alsdann bei einer Temperatur von 0-60 Chloressigsäure zur Einwirkung bringt.
    UNTERANSPRÜCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Alkalihydroxyd Natriumhydroxyd und als flüssiges Medium eine organische Flüssigkeit verwendet wird und dass die Temperatur, bei welcher die Chloressigsäure zur Einwirkung gebracht wird, 5-30 C beträgt.
    2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprueh 1, dadureh gekennzeichnet, dass als organische Flüssigkeit Aeeton verwendet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspmeh, dadurch gekennzeichnet, dass das Reaktionsge- misch während 1/2 und ll Stunden gerührt wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Additionssalz des Guanidins Guanidinhydrochlorid verwendet wird.
CH307792D 1950-12-20 1951-12-19 Verfahren zur Herstellung von Glycocyamin. CH307792A (de)

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