Reitstock mit konischer Spitze an Schleifmaschinen mit Abrichtvorrichtung. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Reitstock mit konischer Spitze an Schleifmaschine, mit Abrichtvorrichtung, für die Halterung eines zylindrischen Werkstük- kes zur Bearbeitung mittels einer Schleif scheibe.
Für das Schleifen von zylindrischen Werk stücken in Maschinen der genannten Art wird nach allgemeiner Übung ein Reitstock bekann ter Bauart verwendet, welcher eine zylin drische oder mehrkantige Hülse aufweist, um die konische Spitze zu halten, welche in übli- eher \'eise einen konischen Schaft besitzt, mit welchem sie in die entsprechende Aus nehmung der Hülse eingesetzt wird.
Weiterhin ist es bekannt, für das Abrich ten der Schleifscheibe einen Diamanten zu verwenden, welcher entsprechend den dia- grammart.igen Darstellungen in Fig.1 und 2 cler beigefügten Zeichnung dann besonders vorteilhaft angeordnet ist, wenn er a.) mit, seiner Spitze so ausgerichtet ist auf die Ebene der Einspannachse 10 des Werkstückes 11 und der Mittelachse 12 der Schleifscheibe 13, da.ss dann,
wenn eine Rela- tivbewegung zwischen dem Diamanten 14 und der Schleifscheibe 13 in Richtung der Werk- st.ilekaehse 10 vorgenommen wird, der Dia mant die Scheibe entlang der gleichen Berüh- rungslinie berührt, auf welcher die Berührung zwischen Scheibe und Werkstück beim Schlei fen vorliegt (Fig.1). Die Anordnung des Dia- manten in dieser Stellung bewirkt eine der artige Herstellung der Schleiffläche der Schleifscheibe, dass die Mantellinien der ab gerichteten Fläche parallel zu der Achse 10 des Werkstückes,
längs welcher dieses an der Scheibe vorbeibewegt wird, liegt, unabhängig von Ungenauigkeiten in der Ausrichtung der Scheibenwelle und der Werkstückeinspann- achse, und b) ausgerichtet ist auf die Berührungslinie zwischen der Schleifscheibe und dem Fertig durchmesser des Werkstückes in einer Ebene senkrecht zu der die Achsen 10 und 12 gemäss a) enthaltenden Ebene, wie es zum Beispiel in Fig. 2 dargestellt ist, in welcher mit 15 der Reitstock und mit 16 dessen konische Spitze bezeichnet ist.
Dieser zweite Faktor für die Anordnung hat den Vorteil, dass dann, wenn die Scheibe durch Bewegung des Diamanten entlang der Einspannachse des Werkstückes abgerichtet werden soll, mittels der Vorschub einrichtung der Maschine die Scheibe in eine Stellung verbracht werden kann, in welcher sie um einen geringen Betrag vor der Stellung liegt, welche sie einnimmt, wenn sie den Fer tigdurchmesser des Werkstückes schleift, und dass Änderungen im Abstand zwischen den Zentren der Schleifscheibe und des Werk stückes infolge von Temperatureinflüssen oder sonstigen Veränderungen durch in geeigneten Zwischenräumen wiederholtes Abrichten der Schleifscheibe ausgeglichen werden können,
und dass die Scheibe so oft als nötig abge richtet werden kann, ohne dass es nötig wird, den Durchmesser des Werkstückes nachzu messen.
Die oben genannten Grundsätze sind be kannt. Um denselben zu entsprechen, wurde nach der bisherigen Praxis der Diamant ent weder zwischen den Werkstückeinspannspit- zen der Maschine (Fig.2) oder aber über der Hülse des Reitstockes für die Aufnahme der konischen Spitze oder schliesslich hinter dem Reitstock angeordnet.
Die erstgenannte Möglichkeit besitzt den Nachteil, da.ss für das Abrichten oder Form gebers der Scheibe der Diamant zwischen den Spitzen jedesmal wieder eingestellt werden muss, wobei die offensichtliche Schwierigkeit vorliegt, dass er für jeden Fall wieder in genau dieselbe Lage gebracht werden muss und dass während des Abrichtens kein Werk- stüek zwischen den Spitzen gehalten werden kann. Im zweitgenannten Fall kann der oben genannten Bedingung a) ohne Schwierigkeit entsprochen werden. Die Bedingung b) kann jedoch nur für Werkstücke von grossem Durchmesser erfüllt werden.
Die Tatsache, dass zumindest die Diamantspitze ausserhalb des Gehäuses liegen muss, in welchem die Hülse für die Aufnahme der konischen Spitze des Reitstockes enthalten ist, legt der Verwen dung dieser Methode der Anordnung des Dia manten eine Begrenzung auf. Ausserdem kann dadurch, dass die Anordnung üblicherweise überhängend vorgenommen wird, zu Unge- naiügkeiten infolge Schwingungen des Dia manten bei dessen Arbeit führen.
Im drittgenannten Fall kann zwar den oben genannten Bedingungen a) und b) ent sprochen werden, jedoch sind die Abmessun gen der normalen Reitstockhülse und des Zu behörs derart., dass dann, wenn Werkstücke von kleinerem Durchmesser als dem der Hülse und des sie aufnehmenden Gehäuses bearbei tet werden sollen, ein besonderer Bewegungs vorgang der Sehleifscheibe nötig wird, das heisst ein Zurückziehen vom Werkstück, eine verhältnismässig lange Axialbewegung zwi schen Werkstück und Schleifscheibe und ein erneutes Vorbringen der letzteren,
damit die Scheibe für die Axialbewegung vom Reitstock freigestellt und für das Abrichten durch den Diamanten hinter dem Reitstock in Stellung gebracht werden kann. In den Fällen, wenn der Werkstückdurchmesser grösser ist als der jenige der Reitstockhülse und des Gehäuses, ist es zwar nicht nötig, ein Zurfick- und Vor bewegen durchzuführen.
Nötig ist. jedoch eine relativ lange Axialbewegung entsprechend der normalen Länge der Reitstoekhülse und des Gehäuses, um die Sehleifscheibe in Ab- richtlage zu verbringen, so dass die Nutzlänge der Schleifmaschine begrenzt, wird.
Der Reitstock mit koniseher Spitze an Schleifmasehine, mit Abriehtvorriehtung, für die Halterung eines Endes eines zylindrischen Werkstüekes zur Bearbeitung mittels einer Schleifscheibe ist nach der Erfindung da durch gekennzeiehnet, dass die konische Spitze auf einem Gleitstüek an der der Schleif scheibe zugekehrten Seite des Reitstoekkör- pers gehalten wird und zum Wegnehmen des Werkstückes zurückziehbar ist,
und dass ein Abrichtdiamant am Reitstoekkörper zwischen den Reitstoekenden so angebraeht ist, dass er mit Spielraum durch eine Öffnung im Gleit- stück tritt und aus diesem vorsteht, das Ganze so, dass die Schleifscheibe mit dem Diamanten abgerichtet werden kann, ohne dass sie mit irgendeinem Teil des Reitstoekes in Berührung kommt.
Bei der oben genannten Anordnung ist das Gleitstück vorzugsweise hochkant angeord net und die Spitze in einem Block angebracht, welcher an der Aussenseite dieses Gleitstückes abnehmbar befestigt ist. Durch diese Befesti gungsart ist ein leichtes Anbringen von Reit stockspitzen verschiedener Grösse ermöglicht, insbesondere wenn Werkstüeke von unter schiedlichen Abmessungen bearbeitet werden sollen.
In der beigefügten Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel des erfindungsgemässen Reit stockes an einer Schleifmaschine mit Abricht- vorrichtung in den Fig. 3 bis 8 dargestellt.
Fig. 3 ist eine Seitenansicht von der Schleifscheibenseite her auf den Reitstock, Fig.4 ist eine Draufsicht auf denselben. Fig. 5 ist eine Ansicht desselben von rück wärts her.
Fig. 6 ist ein Querschnitt gemäss Linie VI-VI der Fig. 3.
Fig.7 ist ein Querschnitt gemäss Linie VII-VII der Fig. 3.
Fing. 8 ist ein Querschnitt gemäss Linie VIII-VIII der Fig. 5.
Bei dem in Fig. 3 bis 8 dargestellten R.eit stoek für Schleifmaschinen zum Einspannen des -#Verkstückes zwischen Spitzen ist eine konische Spitze 40 in einem Block 41 ange- braeht. Dieser Block hat flache Form oder kann sonstwie ausgebildet sein, um, falls er forderlich, den seitlichen Vorstand gegenüber der Spitze zu vermindern.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Block 41 direkt an der Aussenseite eines hochkant am Reitstockkörper 47 auf des sen Sehleifseheibenseite angeordneten Gleit stückes 42 mittels Bolzen 43 abnehmbar be festigt.
Das Gleitstück 42 besitzt hierbei die Form einer Platte mit im allgemeinen recht eckigem Querschnitt, welche entlang ihrer Längsschmalseiten mittels zwei Reihen hinter einanderliegender Kugeln 44 gehalten wird, die je in gegenüberliegenden V-förmigen Nu ten der betreffenden GleitstIlcklängsschmal- seite und der gegenüberliegenden Fläche einer Schiene 45 angeordnet sind, die durch Bolzen 46 am Körper 47 des Reitstockes auf dessen Schleifseheibenseite befestigt ist (Fig. 6).
Das Gleitstück 42 besitzt eine untere Abdeekplatte 48, während eine entsprechende obere Deck platte 49 am Körper 47 befestigt ist.
Unmittelbar hinter dein Block 41 ist das Gleitstück 42 mit einer Längsöffnung 50 ver sehen, durch welche hindurch ein Abricht- diamant 5l. aus dem Reitstockkörper 47 vor steht. Dieser ist in einem zylindrischen Hal ter 52 angebracht und an demselben durch eine Stellschraube 53 gehalten (Fig. 3 und 7). Die Öffnung 50 gewährt Spielraum für den Halter 52, um das Gleitstück am Körper 47 horizontal, ohne Behinderung durch den Dia manten, zu verschieben, wenn ein MTerkstück in die Maschine eingesetzt oder aus derselben herausgenommen werden soll.
Aus dieser An ordnung ist zu ersehen, dass die Spitze wie bei den an sich bekannten Anordnungen am. vor- dern Ende des Reitstockes angebracht ist, dass jedoch der Diamant unmittelbar hinter der Spitze und nur um einen Teil der Länge des Reitstockkörpers hinter dessen Vorderende angeordnet ist und von der erwähnten Kör perseite seitwärts vorsteht und seine Spitze mit der Einspannspitze 40 in einer waagrech ten Linie liegt.
Hierdurch ist es möglich, eine wesentliche Verringerung der erforderlichen relativen Axialbewegung zwischen Reitstock und Schleifscheibe für deren Abrichten zu erreichen, ganz abgesehen von dem Vorteil, dass die eingangs der Beschreibung genann ten zusätzlichen. Bewegungen vermieden wer den. Dabei sind Schleifscheibe und Reitstock relativ zueinander so beweglich, dass die Schleifscheibe vom Diamanten abgerichtet werden kann, ohne dass sie mit irgendeinem Teil des Reitstockes in Berührung kommt.
Die Einstellung des Abstandes zwischen Reit stock und Maschinenspindelspitze für die Be arbeitung von Werkstücken unterschiedlicher Länge wird hierbei natürlich auch durch Ver setzen des gesamten Reitstockes durchgeführt, genau wie es bei den, üblichen Konstruktio- nen der Fäll ist.
Die Bewegung des Gleitstückes 42 kann wahlweise entweder von Hand oder mittels Druckflüssigkeit vorgenommen werden. Im er sten Fall wird diese Bewegung mittels eines Armes 54 bewirkt (Fig.4, in Fig.3 und 5 weggelassen), der mittels einer quadratischen Querschnitt aufweisenden Spindel 55, die in einem am Reitstockkörper festen Block 56 dreh bar gelagert ist, mit einem Hebel 57 verbunden ist, welcher zwei kreisförmig gerundete Enden 58 und 59 besitzt (Fig. 5 und 8).
Das Ende 59 greift in einem Schlitz 60 am Ende des Gleitstückes 42 ein, wogegen das Ende 58 gegen einen Kolben 83 wirkt, welcher unter der Spannung einer Feder 68 steht, so dass die Spitze 40 gegen das Werkstück hin ge drückt wird. Der Arm 54 bewirkt bei seiner Betätigung entgegen der Feder 68 die Zurück ziehung der Spitze. Hierbei ist die Feder 68 um den Schaft 84 des Kolbens 83 herum in einem Gehäuse 85 angeordnet. Der Kolben 83/84 bewegt sich im Gehäuse 85, welches eine Warze 86 aufweist, die in einen Schlitz 87 einer das Gehäuse 85 führenden Büchse ein tritt, welche am Reitstockkörper 47 befestigt ist.
Im Fall der Anwendung von Flüssigkeits druck wirkt die Drnekflüssigkeit durch einen Einlass 66 hindurch auf einen Kolben 67, wel cher gegen das Hebelende 58 zur Anlage kommt und entgegen der Wirkung der Rück holfeder 68 bewegbar ist.
Der Diamant 51 und sein Halter 52 kön nen verstellt werden, um den Betrag zu ver ändern, um welchen der Diamant aus dem Reitstockkörper vorsteht. Der Halter 52 ist für die anfängliche Grobeinstellung des Dia manten quer durch den Reitstockkörper ver stellbar. Sie wird durch Drehen einer Schraube 70 vorgenommen (Fig.7), wonach die Fein einstellung durchgeführt wird, für welche am Halter eine Stange 71 befestigt ist, die mit dem Kolben 72 eines mikrometrischen Mess- gerätes 73 mit Skalenscheibe und Zeiger zu sammenwirkt.
Das Gerät besitzt eine nach unten zeigende Bride 74, mittels der das Gerät auf einer am Körper 47 festen Stützstange 75 in Achsrichtung des Halters 52 entspre chend dem Abrichtmass für den Fertigdurch messer des Werkstückes verschoben werden kann. Die Feineinstellung erfolgt beim wei teren Drehen der Schraube 70 durch Ablesung auf dem Messgerät 73, welches als Kompara- teur ausgebildet ist. Das Verschieben des Kol bens 72 zum Gehäuse des Messgerätes verstellt den im Gehäuse angeordneten Zeiger.
Jedes mal, wenn die Schleifscheibe abgerichtet wer den soll, kann der abzurichtende Betrag am Komparateur abgelesen werden. Eine der artige Feineinstellung ist erforderlich, da von der Stellung des Diamanten der Fertig durchmesser des Werkstückes abhängt.
Nach seiner genauen Justierung wird der Halter des Diamanten mittels im Körper 47 sitzender Klemmschrauben 76 festgelegt und braucht nicht mehr für das Schleifen von Werkstük- ken bewegt zu werden, bleibt also während der Bearbeitung von Werkstücken des glei chen Durchmessers einschliesslich des notwen dig werdenden Abrichtens der Schleifmaschine stets in der gleichen Lage.
Aus vorstehendem ergibt sieh, dass der Reitstock für Werkstiieke anwendbar ist, deren Durchmesser in erheblichem Masse von einander abweichen. Beispielsweise ist in der Darstellung gemäss Fig.7 der Diamant für ein zylindrisches Werkstück 77 von grossem Durchmesser, z. B. etwa 75 mm, eingerichtet, während in Fig.4 ein Werkstück 78 von ge ringem Durchmesser, z. B. etwa 12,5 mm, vor gesehen ist.
In solchen Fällen, wenn der Durchmesser des Werkstiiekes gross ist, kann der Vorstand des Diamanten aus dem Reitstoekkörper her aus so gross werden, dass infolge des Federns des Diamanthalters ein -enaues Abrichten in Frage gestellt wird.
Z m diese Möglichkeit auszuschalten, ist eine Hilfseinrichtung vor gesehen, die an der Aussenseite des Reitstoek- körpers angebracht. werden kann, wie ledig lich in Fig. 7 dargestellt ist, um für den Dia- mantha.lter 52 eine zusätzliche Abstützung beim Abrichten vorzusehen. Diese Hilfsein richtung weist ein Joch 79 auf, welches das Gleitstück und den Diamanten überbrückt und ein Mittelteil mit einer Öffnung 80 be sitzt, die eine Lagerung für das vorstehende Ende des Halters 52 bildet.
Das Joch wird mit Schrauben 81 am Reitstockkörper 47 an geschraubt. Eine Klemmschraube 82 dient dazu, das Aussenende des Halters fest gegen den untern Teil der Öffnung 80 zur Anlage zu bringen.
Aus der obigen Beschreibung ergibt sieh, dass es mit dem Reitstock möglich ist, die ein gangs genannten Bedingungen cr.) und b) restlos zu erfüllen und in der Schleifmaschine Werkstücke sowohl von kleinem als auch gro ssem Durchmesser zu bearbeiten. @@ eiterhin ist es nicht mehr nötig, den Diamanten bei jedem Abriehtvorgang neu einzustellen. Derselbe kann tatsächlich so eingestellt werden, dass der Enddurchmesser des @Z'erkstüekes be stimmt wird und Abweichungen von diesem infolge von Verformungen (z. B. durch Wärme) des Maschinenaufbaues vermieden werden.
Weiterhin ist infolge der Anordnung des Abriehtdiamanten unmittelbar hinter der Reitstoekspitze nur eine relativ kleine Axial- verseliiebLing zwischen Schleifscheibe Lind Reitstock zum Abrichten auszuführen, und eine grössere Sicherheit gegen Beschädigung cler Maschine infolge unvorsichtigen Bewe- gens der Teile, um die Schleifscheibe in die Abriehtstellung zu bringen, erreicht.