CH312161A - Verfahren zur Behandlung von tierischem Blut. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von tierischem Blut.

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CH312161A
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Albert Chemische Werke
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    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23JPROTEIN COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS; WORKING-UP PROTEINS FOR FOODSTUFFS; PHOSPHATIDE COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS
    • A23J3/00Working-up of proteins for foodstuffs
    • A23J3/04Animal proteins
    • A23J3/12Animal proteins from blood

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Description


  Verfahren     zur    Behandlung von tierischem Blut.    Es ist bekannt, dass Blut von frisch ge  schlachteten Tieren durch Zusatz von     Salzen          anhydrischer    Phosphorsäuren vor der schnel  len Gerinnung     bewahrt    und längere Zeit hin  durch lagerfähig gemacht werden kann, Un  ter     anhydrischen    Phosphorsäuren werden  solche Phosphorsäuren verstanden, die wasser  ärmer sind als     Orthophosphorsäure;    hierher  gehören die     Meta-,        Pyro-    und Polyphosphor  säuren.  



  Man kann auf diese Weise     ungerinnbar     gemachtes Blut zur     Herstellung    von Wurst  waren, zum Beispiel Blutwurst, verwenden.  Es ist auch möglich, das stabilisierte Blut  vor seiner Verwendung auf mechanischem  Wege, beispielsweise durch Zentrifugieren, in       Blutkörperchen    oder  Dickblut  und Plasma,  zu trennen;. die abgetrennten     Produkte    kön  nen dann jedes für sich zur Erzeugung von  Fleischwaren eingesetzt werden.  



  Es     wurde        nun    völlig überraschend gefun  den, dass die sogenannten     Kurrolschen    Alkali  metaphosphate, die in Wasser schwer oder  unlöslich sind     und    wie im     Gmelin,    Band       Natrium        1J28,    S. 924, beschrieben hergestellt  werden können, zur     Verhütung    der Blut  gerinnung vorteilhaft eingesetzt werden kön  nen.

   Dies war zunächst nicht zu erwarten,  da diese Salze bekanntlich in Wasser     -tinlös-          lieh    sind     und    daher für die vorliegende Auf  gabe als     ungeeignet    erscheinen mussten.  



  Die bisher zur Verhinderung der Blut  gerinnung angewandten Salze     anhydrischer     Phosphorsäuren ergeben ein stabilisiertes    Blut von verhältnismässig dünnflüssiger Be  schaffenheit. Im Gegensatz dazu kann nach  dem erfindungsgemässen Verfahren Blut mit       Kurrolschem        Alkalimetaphosphat    so stabili  siert werden, dass das Erzeugnis eine Vis  kosität aufweist, welche derjenigen des Blutes  im lebenden Organismus weitgehend ent  spricht.

   Diese     Erhaltung    der natürlichen,       physikalischen    Beschaffenheit des Blutes ist  vor allem von Bedeutung,     wenn    das Plasma  nach     Abtrennung    des Dickblutes für die Her  stellung von Fleischwaren verwendet werden  will, da man so     ein        Wurstbrät    erhalten kann,  welches die zum Einfüllen in die Därme er  wünschte     Konsistenz    besitzt,     und    sich so  Wurstwaren ohne Fehlstellen und ohne Hohl  räume ergeben.  



  Die     Verwendung    von     gurrolschem        Kalium-          metaphosphat    zur     Herstellung    viskoser wässe  riger Lösungen für andere technische Ver  wendungszwecke, zum Beispiel in der Wasch  mittel- und Textilindustrie, ist schon beschrie  ben worden. Neu ist dagegen, diese viskose  löslichen     NIetaphosphate    auf dem Gebiet. der       Fleischwirtschaft    zur Erhaltung der natür  lichen Blutviskosität einzusetzen.  



  Es hat sich gezeigt, dass die     Kurrolschen          Alkalimetaphosphate    ausserdem gute     Fett-          emulgatoren        sind.     



  Wird nach den älteren Verfahren erhal  tenes Blutplasma zur     Herstellung    heller       Wurstwaren    benutzt, so kann fettes     Fleisch     nur in geringen Mengen verwendet werden,  da sonst     Ansammlungen        geschmolzenen    Fettes      in oder neben der Fleischmasse die     Wurst     im     Schnitt        unansehnlich    machen.

   Verwendet  man jedoch Plasma, welches nach dem er  findungsgemässen Verfahren durch Zusatz  von     Kurrolschem        Alkalimetaphosphat    zum  Schlachtblut     gewonnen        wurde,    so kann fettes  Fleisch     mutverwendet,    dadurch die Schmack  haftigkeit der Wurst wesentlich verbessert  und ein     Erzeugnis    mit schöner     :Schnittfläche     erhalten werden.  



  Das normale technische     Kurrolsche        Ka-          liiunmetaphosphat    ergibt in den im folgenden  angeführten Konzentrationen eine mittlere  Viskosität, die der natürlichen Viskosität des  Blutes entspricht.

   Seine Viskosität wird wie  folgt gemessen:  Man löst nach der in der Literatur von  Pascal angegebenen Methode (vgl.     Gmelins     Handbuch der     Anorg.        Chem.    Band Kalium,  S. 1007)     0;236    g     Kurrolsches        Kaliummeta-          phosphat        in    100     cm3    Wasser, die 1,0:2 g     Na-          triumhexametaphosphat        (Grahamsches        Salz)     enthalten.

   Die Viskosität eines normalen tech  nisch     reinen        Kurrolschen        Salzes    schwankt  zwischen 4 und -6     cp.     



  An Stelle von     Kurrolschen        Allialimeta-          phosphaten    allein können auch Mischungen  dieser     Salze        mit    Lösungsvermittlern, zum Bei  spiel Kochsalz, angewendet werden.

   Zweck  mässiger     ist    es, jedoch,     Natriumsalze    an  derer     anhydrischer    Phosphorsäuren, wie  lösliche     Natriiunmetaphosphate,        Natriumpyro-          phosphate    und bzw. oder     Natriumpolyphos-          phate        als        Lösungsvermittler    zu verwenden,  wobei diese     Salze    etwa     bis        zur    10fachen Menge  des eingesetzten     gurrolschen    Salzes ange  wandt werden können.

   Hierbei haben sich  Kombinationen mit     hTatriumpyrophosphat    als  besonders     vorteilhaft    erwiesen. Auch bei die  sen     Salzmischungen    kann die Viskosität der  Lösung der Viskosität des Blutes weitgehend  angepasst werden.

       Eine    besonders günstige  Mischung besteht aus einem Teil     Kurrol-          sehem        Kaliummetaphosphat    mit 4 Teilen Na  triumpyrophosphat, wenn die Viskosität des       Kurrolschen    Salzes, nach der oben angege  benen Methode gemessen,     zwischen    4 und 6     cp.          liegt.    Soll die Mischung weniger     Kurrolsches            Alkalimethaphosphat    enthalten, so muss ein  solches mit erhöhter     Viskosität    angewandt  werden;

   wird umgekehrt ein     Kurrolsches    Al  kalimetaphosphat mit niedrigerer Viskosität       verwendet,    so muss sein Anteil in der Mischung  ein Fünftel übersteigen.  



  Bei allen bisher üblichen Verfahren zur  Verhinderung der Blutgerinnung mit     Hilfe          anhydrischer    Phosphate wird durch die zur  Auflösung der     P'hoghate    notwendige Wasser  menge eine     Viskositätserniedrigung    des Blu  tes herbeigeführt; dieser Nachteil wird nach  dem vorliegenden Verfahren durch die Ver  wendung     viskoselöslicher        Kurrolscher    Alkali  metaphosphate ausgeglichen.  



  Die     Kurrolschen        Alkalimetaphosphate    kön  nen selbstverständlich auch mit sonstigen zur  Behandlung von Blut üblichen Salzen, bei  spielsweise mit     Orthophosphaten,    Natrium  salzen von     Genusssäuren,    wie     Weinsäure,    Zi  tronensäure, oder dergleichen     kombiniert    wer  den.  



  Die     Zugabemenge    an     Kurrolschem        Alkali-          metaphosphat    oder dieses enthaltenden Salz  gemischen, um     eine        Verzögerung    bzw.     Ver-          hinderung    der Blutgerinnung herbeizufüh  ren, liegt zweckmässig bei etwa 0,1 bis 2     1/a.     Im     allgemeinen    verwendet man 0,2 bis 1     O/u,     bezogen auf die zu behandelnde Blutmenge.  Das nach dem beschriebenen Verfahren be  handelte Blut ist bei genügender     Kühlhal-          tung    bis zu mehreren Wochen lagerfähig.

    



  <I>Beispiel Z:</I>  20 g     Kurrolsches        Kaliummetaphosphat     werden in einem     Blutauffanggefäss    mit 100  bis 200     cm3    Wasser angerührt. Man lässt  15 Liter     Schlachttierblut    zufliessen, wobei  zweckmässig einige Male     gerührt    wird. Das  Blut ist     nunmehr    vor der Gerinnung be  wahrt, mehrere Tage lagerfähig und lässt sich  im     Separator        vorzüglich    in Dickblut und  hellgefärbtes Plasma     trennen.     



  <I>Beispiel 2:</I>  70 g     krist.        Tetranatriumpyrophosphat    und  20 g     Kurrolsches        Kaliummetaphosphat    wer  den gut gemischt     und    mit etwas Wasser in      ein     Blutauffanggefäss    hineingegeben. Es ist  dabei nicht notwendig, dass eine völlige Lö  sung des Gemisches eintritt. Das gesamte  Blut eines frisch geschlachteten     Ochsens    wird       nunmehr    hinzugegeben, worauf sich das Salz  gemisch sofort auflöst. Gegebenenfalls kann  einige Male     gerührt    werden.

   Das so behan  delte Blut ist-bis     zu        einer    Woche lagerfähig.    <I>Beispiel 3:</I>  100 g     eines    Gemisches, welches 20g     Kur-          rolsches        Kaliummetaphosphat,    70 g     Natrium-          pyrophosphat        (Dekahydrat)    und 10g Koch  salz enthält, werden in 1 Liter     Wasser    auf  gelöst bzw. suspendiert, wobei das     Kurrol-          sche    Salz     in    feinsten Flocken in der Schwebe  gehalten ist.

   Diese. wässerige Suspension wird  mit 10 bis 15 Liter frischem Schlachtblut  vermischt. Die wässerige     Blut-Phosphat-Mi-          schung    hält sich ohne Gerinnen mehrere Tage  lang.         Beispiel   <I>4:</I>  10 Teile     Dinatriumorthophosphat            Na2HP04,       30 Teile     Natriumpyrophosphat            Na2P207        #    10 H20,    20 Teile     Kurrolsches        Kaliummetaphosphat     und 40 Teile Kochsalz werden miteinander  gemischt.

      Von dieser Mischung werden 150 g zur  Verhütung der Blutgerinnung auf etwa  15 Liter     Schlachttierblut,    wie vorstehend be  schrieben, eingesetzt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Behandlung von tierischem Blut zwecks Gerinnungsverhütung, dadurch gekennzeichnet, dass Blut mit in Wasser schwer oder unlöslichen Kurrolschen Alkali metaphosphaten versetzt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Salzgemische, die Kurrolsche Alkälimetaphosphate enthalten, verwendet werden. 2.
    Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Salzgemische Kurrolsche Kaliummetaphosphat und Na triumphosphat enthalten, wobei das Gewichts verhältnis dieser beiden Bestandteile etwa 1 :4 beträgt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Kurrolsche Alkali metaphosphate dem Blut in Mengen von 0,1 bis 2 % zugesetzt werden. 4.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die Salzgemisehe dem Blut in Mengen von 0,1 bis 2 % zuge- setzt werden.
CH312161D 1952-10-20 1952-10-20 Verfahren zur Behandlung von tierischem Blut. CH312161A (de)

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