Verfahren zur Herstellung von 2,4-Dichlor-6-(2-chloranilino)-s-triazin Die vorliegende Erfindung bezieht. sich auf ein Verfahren zur Herstellung von 2,4- Dicldor-6-(2-chloranilino)-s-triazin, einerneuen Verbindung, die gegenüber Materialien, wel- ehe dein Pilzbefall unterworfen sind, eine i auVer-e-wöhnlich ;
) <B>,</B> hohe Schutzwirkung ausübt.
Die eine grosse Klasse bildenden, als 1,3,5 Triazine oder s-Triazine bekannten Verbin- dungen sind als Zwischenprodukte bereits seit einig-er Zeit bekannt.
Hingegen war bisher nielit bekannt, dass man durch Einführauig ,ewisser (=lrttppen in den 1,3,:5-Triazinhern wielitige und äusserst wirksame Fungizide er- halten kann. Unter fungizid wird nicht nur die Fig:
enseliaft einer Substanz, Pilze zu zer stören, sondern auch deren Eigenschaft, die Keimung von Sporen oder die Sporenbildung zir hemmen, verstanden. Die letztere Ei:gen- sehaft. wird manchmal auch als fungistatisch bezeichnet.
Um empfindliche Materialien gegen Pilz befall zu schützen genügt es gewöhnlich nicht, ein Mittel zu verwenden, (las die Eigenschaft besitzt., Pilze zu zerstören oder die Keimung der Sporen oder die Sporenbildung zrr hem men. Bevor ein Pilzgift kommerziellen Wert erlangt, muss es auch noch andere Eigenschaf ten besitzen, z. B. geringe.
Toxizität gegen über Säugetieren, lang andauernde Witte- rung@be@tändigkeit., Beringe Phytotoxizität, keine Flecken oder Verfärbungen bilden und geringe oder kontrollierbare Flüchtigkeit. Die gemäss der vorliegenden Erfindung herge stellte Verbindung besitzt diese sekundären Eigenschaften in bemerkenswertem Ausmass.
Das 2,4-Dichlor-6-(2-eliloranilino)-s-triazin besitzt die folgende Formel:
EMI0001.0061
Erfindungsgemäss wird diese Verbindung durch Umsetzung von 2-Chloranilin mit Cya- n:ursärrrechlorid hergestellt. Das Produkt kann durch Filtrieren leicht in guter Ausbeute Lind befriedigender Reinheit gewonnen werden.
Cyannrrsäurechlorid und 2-Chloranilin wer den vorzugsweise in etwa äquimolekularen Mengen, entweder in Lösung oder in SLyspen- sion, verwendet. Als Lösungsmittel können Kohlenwasserstoffe, z. B. Benzol, Toluol, Xy- lol, Naphtha, Kerosen und dergleichen, oder Verbindungen mit funktionellen Gruppen, wie z. B.
Aceton, Methyl-isopro:pyl-keton, Äthanol, Trichloräthy len und dergleichen, verwendet werden. Iin allgemeinen ist es zweckmässig, das erfindungsgemässe Verfahren bei verhältnis- mässig niederen Temperaturen und insbeson dere im Bereich von etwa - 20 bis -i- 40 C durchzuführen. Der Druck isst nicht wichtig. Hingegen ist es der Einfachheit. wegen zweck mässig, bei atmosphärischem Druck oder bei angenähert atmosphärischem Druck zu arbei ten.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das erfindungsgemässe Verfahren konti nuierlich durchgeführt., indem Lösungen oder Suspensionen der beiden Reaktionskomponen ten in einem organischen Lösungsmittel in einen mit Mitteln zur Ableitung der Reak- tionswärme ausgerüsteten Reaktionsbehälter eingeführt werden, das aufgeschlämmte Reak tionsprodukt kontinuierlich abgezogen und das feste Produkt. in bekannter Weise, bei spielsweise durch Filtrieren, Zentrifugieren, Dekantieren und dergleichen,
kontinuierlich aus dem Schlamm gewonnen werden.
In den folgenden Beispielen sind alle Mengen gewichtsmässig angegeben.
<I>Beispiel 1</I> In einen mit einer Rührvorrichtung, einer Vorrichtung zur Temperattiraufnahnie und einer Kühlvorrichtung versehenen Reaktions behälter, der 1000 Teile zerstossenes Eis ent: hält, wird eine Lösung von 73,8 Teilen Cya.- nursäurechlorid in 310 Teilen Aceton einge führt. Der kräftig gerührten Suspension des Cyanursäurechlorids wirdlangsameineLösimg von 51.,2 Teilen o-Chloranilin in 150 Teilen Aceton zugesetzt.
Nachdem die Zugabe des o-Chloranilins beendet. ist, wird eine Lösung von 16 Teilen Natriumhydrohyd in 300 Tei len Wasser im Verlaufe einer halben Stunde zugesetzt. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Temperatur des Reaktionsgemisches auf etwa 20 C steigen gelassen und das Gemisch wäh rend einer weiteren Stunde gerührt. Das aus gefallene 2,4-Dichlor-6-(2-chloranilino)-s-tii- azin wird durch Filtrieren abgetrennt, mit Wasser gewaschen und getrocknet.
Die Aus beute des Rohproduktes, das für die. meisten Zwecke verwendbar ist, beträgt. 1.36 Teile, ent, sprechend 98,7 0/0. Nach Kristallisation aus einem Gemisch von Benzol und Isohexanen liegt der ,Schmelzpunkt. des kristallinen Pro- duktes bei 155-157 C.
Die Analyse ergibt, dass dieses Produkt 38,1% Chlor enthält, während der für die Formel C9H5N@Cl, be- rechnete Wert. 38,6 % beträgt.
Beispiel <I>,3</I> Die Arbeitsweise des Beispiels 1 wird da hingehend abgeändert, dass eine benzoli.elie Lösung von C@-anursäureehlorid und eine benzolische Lösung von o-Chloranilin in glei chen Gewichtsmengen wie im Beispiel 1. ver wendet werden. Das Produkt, 2,4-Diehlor-6- (2-cliloranilino)-s-triazin, wird in praktisch gleicher Ausbeute und Reinheit wie im Bei spiel 1 erhalten.
j'm die fungizide Wirksamkeit des ?,4- Diehlor-6-(2-ehloranilino)-triazins praktisch auszunützen, wird es vorzugsweise zusammen mit verhältnismässig inerten, oberflächen aktiven Substanzeau, Verdiinnungsmitteln, Streckmitteln oder andern Zusätzen verwen det. hm z.
B. eine Oberfläche, beispielsweise die Oberfläche eines Anstrichs, eine Holzober fläche, die Oberfläche einer Frucht, eines Stengels oder Blattes oder eine Betonober fläche itsur., in wirksamster Weise zu schüt zen, wird die neue Substanz in innige Berüh rung mit. der Oberfläche gebracht, zugleich aber gut dispergiert. Bei der Behandlung von mehr oder weniger porösem Material, wie z. B. Stoff, Filztextilien und gewobenen Faisern, ist es wichtig, das Fungizid in die feinen Zwi schenräume zwischen den Strukturelementen dieser Materialien hineinzubringen und damit in innige Berühiaing zu bringen.
Die oben genannten oberfläehenalztiven Substanzen wir ken so, dass zur Erzielung eines wirksamen Schutzes nur kleine Mengen 2,4-Dielilor-6-(?- chloranilino)-tria.zin erforderlich sind. Ein weiterer Vorteil, der durch das Verdünnen der fungiziden Substanz erzielt wird, besteht darin, dass das Fungizid nach bequem durch führbaren Verfahren in der Feldbehandlung eingesetzt und eine vollständige Übemiehung des zu schützenden Gutes erzielt werden kann.
Das 2,4-Diehlor-6-(?-eliloranilino)-t.riaziu kann in Form einer wä.ssrigen Suspension, die vorzugsweise ein oberflächenaktives Mittel in zur Dispergierung und Suspendierung des Fungizids genügender Menge enthält, verwen det werden.
Die Löslichkeit, des 2,4-Dichlor-6-(2-ehlor- anilino)-s-triazins in organischen Lösungsmit teln ist- überdies derart, dass es mit. Vorteil in Form von Lösungen in solchen Lös-iingsmit- teln verwendet werden kann. Für gewisse Zwecke wird vorzugsweise diese Applikations- nietliode angewendet.
Bei der Behandlung von Tuch, Leder oder sonstigen Artikeln aus Faserstoffen, beispielsweise, wird das Fun- gi7id vorzugsweise in Form einer Lösung in einem flüchtigen Lösungsmittel verwendet. Nach dem Aufbringen verdampft. das flüch tige Lösungsmittel, so da.ss die gesamte Ober fläche des Gegenstandes mit der fungiziden Substanz imprägniert. ist.
Die dispergierte Form des Fungizids hat sich als sehr vorteil haft ei-wiesen. Beim Aufbringen des Fungi- zids auf glatte Oberflächen, beispielsweise bei der Behandlung von Holzoberflächen zum Schutz gegen Pilzbefall oder zur Hemmung des Pilzwachstums auf feuchten Betonober flächen, kann es am zweckmässigsten sein, zum Aufbringen eines Schutzfilms durch Auf streichen, Zerstäuben oder Tauchen eine Lö- mung zu verwenden.
Ausser in der flüssigen Form kann das 2,4- Dichlor-6-(2-ehloranilino.) t.riazinauchinForm fester Gemische verwendet. werden, in wel- elien es mit Talk, Ton, celliilosehaltigen Pul vern oder andern festen Streckmitteln ge- streekt ist.
Solche Gemische eignen sieh be- sonders für die Behandlung von Saatgut, wenn die Gefahr besteht, dass durch die wäss- rigen Apiplikationsformen eine vorzeitige Kei- mung beschleunigt wird oder ein lösungs= niittellialtiges Produkt die Samen sehäd'igen könnte.
Für gewisse Feldkulturen wird vor zugsweise ein staubförmiges Produkt ver wendet, wenn durch Verwendung nasser Pro- dukte. -ewvsse unerwünschte Nebenwirkungen auftreten könnten.
Für gewisseZweeke wird d,asFungizidvor- zirg@sweise in Form von Öl-in-Wasser-Emiilsio- nen veinvend'et. So kann man beispielsweise in einem wasserunlöslichen Lösungsmittel ein Konzentrat des Fungizids herstellen und diese konzentrierte Lösung in ein oberflächen aktives Mittel enthaltendem Wasser dispergie- ren oder emulgieren.
Es wurde gefunden, dass es möglich ist, die oben beschriebenen Methoden der Applikation des Fungizids- zu kombinieren. So kann man den staubförmigenProdukten ein oberflächen aktives Mittel zusetzen, um ein netzbares Pul ver zu erhalten, das dann in einem wässrigen oder andern flüssigen '2liedium suspendiert. werden kann.
Für diese Art- von Produkten eignen sich -besonders die Wasch- und Netz mittel auf der Grundlage von Alkyl- oder Alkjrlary lsulfonaten.
Ferner kann man den Produkten ein Klebemittel, wie z. B. pflanzliche Öle, natür lich vorkommende Gummis und andere Kleb stoffe, zusetzen. Ausserdem können den Pro dukten Befeuchturigsmitt.el einverleibt wer den. Die beschriebenen Produkte können über dies im Cxemisch mit andern fungiziden Sub stanzen oder .andern Biotiden, wie z. B. Insek tiziden, Larviziden, Bakteriziden, Vermiziden, Mitiziden, oder mit andern Substanzen, die zusammen mit dem neuen Fungizid, zur Ver wendung gelangen sollen, wie z. B.
Herbizi den oder Düngemitteln, verwendet werden.
Von besonderer Wichtigkeit bei der Be handlung von landwirtschaftlichen Kulturen ,gegen Pilzkrankheiten ist die Empfindlich keit der Pflanzen gegen durch das verwendete Pilzgift, verursachte Schädigungen.
Die erfin dungsgemäss hergestellte Verbindung ist in dieser Beziehung besonders vorteilhaft, da bei einer grossen Zahl verschiedener Prüfver suche keinerlei Anhaltspunkte für eine Giftig keit der vorliegenden fungiziden Verbindung gegenüber Pflanzen oder eine Heminang der Funktionen der Pflanzen oder der Keimung von Samen gefunden wurden.
Die Unschäd lichkeit der vorliegenden fungitoxisehen Pro dukte wurde dadurch festgestellt, dass ganze Blätter von Mais-, Sojabohnen-, Tomaten-, Gurken- und Baumwollpflanzen in Suspen sionen d er fungiziden Präparate mit Konzen trationen von bis zu 10 000 Teilen pro Million eingetaucht wurden.
An den auf diese Weise behandelten Pflanzen oder Blättern wurden keine schädlichen Wirkungen festgestellt. Fer ner wurde jede der genannten Pflanzen mit Dispersionen der fungiziden Präparate in Wasser bei einer Konzentration von<B>10000</B> Teilen pro Million vollständig besprüht,
ohne dass schädliche Wirkungen auf die Pflanzen fe3t-estellt werden konnten. Selbst wenn die fungiziden Präparate in Form einer Lanolin- pa,ste auf die Stengel junger Pflanzen der oben angeführten Arten aufuebracht wurden, konnten keine schädigenden Wirkungen be obachtet werden.
Im all-emeinen ist das erfiirdttn "sge- mäss erhaltene Triazin mit einem grossen Be reich von Konzentrationen wirksam.
So kann man mit Konzentrationen bis ztt 50 000 Teilen pro Million ein wirksames fmigizides Produkt erhalten, das für landwirt.seha.ftliehe Zwecke gefahrlos ist und sieh besonders für den Schutz von Textilien und von glatten Ober- fläeheir einet.
Selbst bei Konzentrationen von nur<B>0,1</B> Teil pro Million wird ein Schutz er zielt. Ausserdem können für die Behandlung toter Gegenstände sogar noch höhere Kon7en- trationen verwendet werden.
Es können Pro dukte mit höheren Konzentrationen, beispiels- weise von 50 (Tew. /o Wirksubstanz, verwen- (let werden, die beire Lagern und Transport beständig sind. Der bevorzugte Konzentra tion sbereiclr für eine wirksame Verwendung des Furigizicls liegt jedoch zwischen 0,1 und 10 000 Teilen pro Million.