CH327732A - Verfahren zur Gewinnung von für technische Zwecke bestimmten, lipoiden Substanzen aus pflanzlichen Rohmaterialien - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von für technische Zwecke bestimmten, lipoiden Substanzen aus pflanzlichen Rohmaterialien

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CH327732A
CH327732A CH327732DA CH327732A CH 327732 A CH327732 A CH 327732A CH 327732D A CH327732D A CH 327732DA CH 327732 A CH327732 A CH 327732A
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lipoid
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lipoid substance
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Harris Chayen Israel
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British Glues And Chemicals Li
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Description


  Verfahren     zur        Gewinnung    von     für        technische    Zwecke     bestimmten,        lipoiden    Substanzen  aus     pflanzlichen    Rohmaterialien    Die vorliegende Erfindung bezieht sich  auf ein Verfahren zur Gewinnung von für       technische    Zwecke bestimmten,     lipoiden    Sub  stanzen aus pflanzlichen Rohmaterialien, in  welchen die     lipohlen    Substanzen in Zellen     ent-          lialten    sind.  



  Dieses Verfahren kennzeichnet sich da  durch, dass das Rohmaterial, während es von  einer Flüssigkeit, die mit den Bestandteilen  des Rohmaterials keine schädliche Reaktion  eingeht, und die in einer Menge von mehreren  Malen dem Gewicht des Rohmaterials ange  wendet wird, umgeben ist, der Einwirkung  von sieh wiederholenden, teilweise oder gänz  lich durch diese Flüssigkeit übertragenen       Selilägen    solcher Stärke unterworfen wird,  dass die Membranen der Zellen unter     Infrei-          heitsetzen    der     lipoiden    Substanz zum Bersten  gebracht werden, jedoch praktisch keine Zer  kleinerung bis auf Zellengrösse erfolgt, wobei  ein Gemisch erzeugt wird,

   das die     lipoide          Substanz    und feste Rückstände aus dem Roh  inaterial enthält.  



  Ferner bezieht sich die vorliegende Er  findung auf eine Vorrichtung zur Durch  führung des erfindungsgemässen Verfahrens,  welche dadurch gekennzeichnet ist, dass sie  eine Schlagmühle mit. einem Rotor aufweist,  der an seinem     Umfang    eine Vielzahl von  Schlagorganen     trägt,    wobei der Rotor und die    Schlagorgane in einem Gehäuse eingeschlossen  sind, das für die Zufuhr von Flüssigkeit einen  Einlass und einen     Auslass    aufweist, wobei     zwi-          sehen    den Wänden des Gehäuses und den  Schlagorganen eine solche Distanz vorhanden  ist, dass bei Rotation der Schlagorgane das  Rohmaterial zwischen den Schlagorganen     und     den Gehäusewänden nicht zerstossen wird,

    und dass im     Auslass    ein Rost vorgesehen ist.  



  Eine Ausführungsform einer Vorrichtung,  die sich für die     Durchführung    der Erfindung  eignet, wird in der beiliegenden Zeichnung       eransehaulicht.     



  Unter den     lipoideSubstanzen    enthalten  den pflanzlichen Rohmaterialien gibt es sol  che, die, wenn sie in der oben     beschriebenen     eise in Gegenwart einer Flüssigkeit der  Einwirkung intensiver Schläge unterworfen  werden, Gemische liefern, die durch     Flotieren     schwer trennbar sind.  



  Die Schwierigkeiten, die bei der Abtren  nung der     lipoiden    Substanz aus dem durch  die oben beschriebene Behandlung in der       Flüssigkeit    erhaltenen Gemisch auftreten,  sind durch zahlreiche Faktoren     bedingt.    Zu  diesen Faktoren gehören:

   die Dauer, während  welcher das Rohmaterial in Gegenwart von  Flüssigkeit der     Einwirkung    der Schläge un  terworfen wird, die Grösse der Zellen, in wel  chen das fettige Material     ursprünglich    ent-      halten war, die Grösse der Partikel der in  den Zellen enthaltenen Lipoiden Substanz, die  Dicke und Festigkeit der ursprünglich vor  handenen Zellen, das Verhältnis der spezi  fischen Gewichte der Lipoiden     Substanz    und der  Flüssigkeit, in welcher die Behandlung durch  geführt     wird,    der     physikalische        Zustand    der  Lipoiden Substanz,

   das heisst- ob diese Substanz  bei     Raiuntemperaturen    fest oder     flüssig    ist,  die chemische     Zusammensetzung    der Lipoiden  Substanz, die     Spannung    an den Grenzflächen  zwischen der Lipoiden Substanz und der Flüs  sigkeit und die stabilisierende Wirkung mög  licherweise vorhandener fester Rückstände,  insbesondere feinverteilter fester Rückstände,  die nach der Behandlung in der Flüssigkeit  vorhanden sein können.  



  Bei gewissen Rohmaterialien kombinieren  sich alle diese Faktoren in vorteilhafter Weise,  so dass bei der Schlagbehandlung ein Gemisch  entsteht, dessen Trennung in die Lipoide Sub  stanz einerseits und die Flüssigkeit anderseits  durch     Flotieren    leicht herbeizuführen ist. Es  ist dies ebenfalls der Fall bei gewissen Lipoide  Substanzen enthaltenden pflanzlichen Roh  materialien.  



       Anderseits    gibt es eine     Anzahl    von Lipoide  Substanzen enthaltenden pflanzlichen Roh  materialien, die Gemische liefern, bei welchen  die oben     genannten        Faktoren    hinsichtlich der  Trennung durch     Flotieren    in     ungünstiger     Kombination vorliegen.

   Es hat sich     nun    ge  zeigt, dass es in solchen Fällen zweckmässiger  ist, die     Abtrennung    der in Freiheit gesetzten  Lipoiden Substanz von der Flüssigkeit so  durchzuführen, dass man das Gemisch von       lipoider    Substanz und Flüssigkeit zuerst einer       Zentrifugaltrennung    in einem     Siebzentrifu-          galseparator    mit verhältnismässig kleiner Zen  trifugalkraft unterwirft.

   Wenn man bei der  Trennung durch     Flotieren    auf grosse Schwie  rigkeiten stösst, die durch das Vorhandensein  von eine stabilisierende     Wirkung    ausübenden  festen Rückständen,     insbesondere    feinen  festen Teilchen, verursacht werden, so kann  durch     Zentrifugaltrennung    mit einer verhält  nismässig kleinen Zentrifugalkraft erreicht.  werden, dass sich diese festen Rückstände    grösstenteils von dem die Lipoide Substanz in  Suspendiertem Zustand enthaltenden flüssigen       Clemisch    abscheiden.

   Hierauf wird das von  den festen Rückständen befreite flüssige Ge  misch in einem kontinuierlich arbeitenden       Zentrifugalseparator    mit verhältnismässig gro  sser Zentrifugalkraft einer zweiten     Zentrifu-          galtrennung    unterworfen.  



       Lm    eine möglichst scharfe Trennung zu  erzielen, ist es zweckmässig,     dafür    zu sorgen,  dass die Lipoide Substanz während der zweiten       Zentrifugierung    flüssig ist. Zu diesem Zweck  kann man das flüssige Gemisch vor der Tren  nung über den Schmelzpunkt. der Lipoiden  Substanz erhitzen, sofern das letztere bei der  für die erste     Zent.rifugierting    verwendeten  Temperatur fest sein sollte.  



  Bei den Versuchen, das bei der     Sehlagbe-          handlting    erhaltene Gemisch, entweder vor  oder nach dem Erhitzen über den     Schmelz-          Tkunkt    der Lipoiden Substanz, unmittelbar der  kontinuierlichen     Zentrifugaltrennung    unter  Verwendung einer hohen Zentrifugalkraft zu  unterwerfen, wurde keine scharfe Trennung  der Lipoiden Substanz von der Flüssigkeit  und den festen Rückständen erzielt.  



  Wie aus den folgenden     Ausfühi-tngen     noch hervorgehen     wird,    braucht die während  der Schlagbehandlung verwendete Flüssigkeit  nicht unbedingt. Wasser zu sein, obwohl natür  lich in den meisten Fällen Wasser aus     wirt-          sehaftliehen    Gründen die geeignete Flüssig  keit darstellt.

   Das Verfahren ist. ferner nicht  auf die     Behandlung    von Rohmaterialien       rweeks    Gewinnung echter Fette, das heisst  flüssiger oder fester     Trigly        ceride    von Fett  säuren, beschränkt, sondern ist auch für die  Gewinnung beliebiger     lipoider    Substanzen aus  dieselben enthaltendem Rohmaterial anwend  bar. Die vorliegende Erfindung bezieht sieh  somit auch auf die Gewinnung solcher     lipoider     Substanzen, wie Wachse,     Sterole    oder Deri  vate derselben, wie z.

   B.     Sterolester    oder     Ste-          rolglueoside,    die die gleichen allgemeinen  physikalischen und Löslichkeitseigenschaften  wie echte Fette besitzen, aus dieselben in Zel  len oder zellenähnlichen Gebilden enthalten  den Rohmaterialien. Mit dem in der vorliecen-      den Beschreibung und in den Ansprüchen  verwendeten Ausdruck  Lipoide Substanz   sollen echte Fette und fettähnliche Materia  lien der oben definierten Art umfasst werden.  



  Bei der Durchführung des erfindungsge  mässen Verfahrens kann man folgendermassen       vor=gehen    : Stücke eines     pflanzlichen    Rohmate  rials, das eine Lipoide Substanz in Zellen oder  ähnlichen Gebilden eingeschlossen enthält,  werden in den Einlass einer     Sehlagmühle        a,     in welcher eine Vielzahl von     Sehlagorganen          a1        (Hämmern)    am Umfang eines sich rasch  drehenden Rotors     a2    angebracht sind, einge  führt.

   Der Rotor ist in ein Gehäuse     b    einge  schlossen, dessen unterer Teil     durch    einen       Post    c abgeschlossen ist, der mit Öffnungen,       vorzugsweise    in Form von Schlitzen, solcher       Grösse    versehen ist, dass den     Rohmaterial-          stiieken    der Durchgang so lange gesperrt  bleibt, bis die     Stüeke    in der Mühle in     Bruch-          stüeke    entsprechender Grösse zerkleinert sind.

    Die Dauer der Behandlung des Materials wird       selbstverständlich    ausserordentlich kurz sein  und im allgemeinen nicht mehr als einige Se  kunden, das heisst nicht. mehr als 10 Sekun  den, betragen, wobei das Verfahren derart  durchgeführt wird, dass kein bzw. praktisch  kein Teil des behandelten Materials bis zur       Zellengrösse    bzw. gar weitgehender als bis zur  Zellengrösse     reduziert    wird. Die Rohmaterial  stiieke können einzelne fetthaltige Samen,  Bruchstücke oder ausgeschnittene     Stüeke    von  Rohmaterialien, wie z. B. Oliven, oder Stücke       anderer    fetthaltiger Materialien, wie z. B.  Blätter oder andere Teile gewisser Pflanzen,  die in zellenartigen Gebilden Wachs einge  schlossen enthalten, sein.

   Die in die Mühle       eingeführten        Rohmaterialstiickewerden    in die  Bahn der     Sehlagorgane    geleitet und der Ein  wirkung intensiver Schläge unterworfen, wäh  rend sie von der Flüssigkeit, die gleichzeitig  in die     Mühle    eingeführt wird, umgeben oder  darin suspendiert sind, wobei die Schläge  gänzlich oder teilweise durch die Flüssigkeit  übermittelt werden.

   Zwischen den Enden der  Schlagorgane und den Wänden des Gehäuses  ist ein gewisser     lichter    Raum vorgesehen, so  dass die     Rohmaterialstücke    zwischen den    Schlagorganen und den     Gehäusewandoberflä-          chen    nicht.     zerdrückt    oder zermalmt werden.  



  Die Umfangsgeschwindigkeit der Schlag  organe beträgt im allgemeinen 12,5 bis 150 m  pro     Sekunde.    Die erzeugten intensiven  Schläge, welchen die     Rohmaterialstücke    unter  worfen werden, und die hohe relative Ge  schwindigkeit, die zwischen den     Rohmaterial-          stüeken    und der Flüssigkeit auftritt, bewir  ken, dass die eine Lipoide Substanz enthalten  den Zellen des Rohmaterials bersten, so dass  die Lipoide Substanz freigegeben, aus dem  Rückstand herausgewaschen und in der Flüs  sigkeit suspendiert wird.  



  Die in die Mühle eingeführte Flüssigkeit  wird im allgemeinen Wasser, z. B.     gewöhn-          liehes    Leitungswasser von Raumtemperatur  oder Leitungstemperatur, das heisst von  0 bis     95     C, sein. Die Flüssigkeit kann jedoch  gegebenenfalls auch eine höhere, jedoch unter  ihrem     Siedepunkt    liegende Temperatur     auf-          \vei_sen.Wenn    das Rohmaterial eine wesent  liche Menge fester Substanzen enthält, die in  Wasser     löslieh    sind, beispielsweise lösliche  Proteine, die als fester Rückstand zurückblei  ben :

  sollen, so ist es manchmal möglich, die  Löslichkeit dieser festen Substanzen zu redu  zieren, indem Wasser verwendet wird, das ge  löste     Blektrolyte    enthält, beispielsweise Na  triumsulfat oder Natrium- oder     Calciumchlo-          rid,    die eine      aussalzende     oder unlöslich  machende Wirkung     ausüben.    Ferner kann  man durch Veränderung des     pH    des Wassers  die Löslichkeit gewisser Rückstände redu  zieren.

   Die oben genannten Salze oder andere  Substanzen, die gegenüber der Lipoiden Sub  stanz oder andern in wirtschaftlicher Hinsicht  interessanten Bestandteilen der festen Rück  stände     inert    sind oder keine schädliche Wir  kung     ausüben,    können auch als Mittel zur  Veränderung des     spez.    Gewichtes des Wassers  verwendet werden, wenn die zu gewinnende  Lipoide Substanz ein spezifisches     Gewicht    be  sitzt, das sehr nahe an dasjenige des Wassers  herankommt, um eine befriedigende Abtren  nung der Lipoiden Substanz durch     Zentrifu-          gieren    zu erzielen.

       An    Stelle von Wasser     kön-          nen,auch    andere Flüssigkeiten verwendet wer-      den, in welchen die Lipoide Substanz praktisch       unlöslich    ist, und in welchen vorzugsweise die  festen     rückstandbildenden    Bestandteile des  Rohmaterials gänzlich oder praktisch unlös  lich sind, beispielsweise flüssige einwertige       aliphatische        Alkohole    mit mindestens 3     Koh-          lenstoffatomen        und    Glykole, wie     flüssige        Poly-          alkylenglykole,

      oder andere organische Flüs  sigkeiten, in welchen das fettige Material und  die     rückstandbildenden    Bestandteile des Roh  materials praktisch unlöslich sind. Gemische  von     mit    Wasser mischbaren     Alkoholen    oder  andern mit Wasser mischbaren organischen  Flüssigkeiten mit     Wasser    können ebenfalls  verwendet werden.

   Die wesentlichen Eigen  schaften, die die für die Durchführung des  erfindungsgemässen Verfahrens geeigneten  Flüssigkeiten besitzen müssen, sind unabhän  gig von den chemischen     Eigenschaften    dieser  Flüssigkeiten, sofern die letzteren nicht schäd  liche chemische Reaktionen entweder mit den  zu gewinnenden Lipoiden     Substanzen    oder dem  festen     Rückstand    eingehen. Die Flüssigkeit  wird zweckmässig einen Siedepunkt besitzen,  der etwas höher als der Schmelzpunkt der zu  gewinnenden Lipoiden Substanz ist, wenn die  letztere während der Trennung geschmolzen  werden soll.

   Die     Flüssigkeit    sollte ferner     vor-          zugsweise    ein spezifisches Gewicht aufweisen,  das sowohl von demjenigen der Lipoiden Sub  stanz als auch demjenigen des festen Rück  standes verschieden ist.  



  Die     1Tenge    der in die     Mühle    eingeführten  Flüssigkeit kann etwa 3- bis 30mal, vorzugs  weise 5- bis 10mal, das Gewicht des während  der gleichen Zeit in die Mühle eingeführten  Rohmaterials betragen. Die Mühle liefert ein  Gemisch, in welchem die Flüssigkeit sowohl  die Lipoide Substanz als auch einen Teil oder  die Gesamtheit des festen Rückstandes in  Form von Partikeln suspendiert enthält. Es  ist zu beachten, dass unter  Partikeln  auch  Tropfen von flüssiger     lipoider    Substanz zu  verstehen sind, wenn die Lipoide Substanz bei  der in der     Hühle    herrschenden Temperatur  flüssig ist.

   Obwohl die Partikel der festen  Rückstände im allgemeinen vielfach grösser  sind     als    die Zellen oder zellenartigen Gebilde,    die ursprünglich die Lipoide Substanz enthiel  ten, wird mit gewissen Rohmaterialien     ein    Ge  misch erhalten, das durch     Absetzenlassen    oder       Flotieren    schwer trennbar ist. Indem derartige  Gemische in einem     Siebzentrifugalseparator          zentrifugiert    werden, kann in den meisten  Fällen zwischen dem festen Rückstand und  dem restlichen flüssigen Gemisch, das die  Lipoide Substanz in Suspension enthält, mit  verhältnismässig kleiner Zentrifugalkraft, bei  spielsweise von 200-1000 g, eine Trennung  herbeigeführt werden.

   Als     Zentrifugalseparator     c: kann ein solcher mit einem Siebeinsatz ver  wendet werden, in welchem das zu trennende  Gemisch kontinuierlich in das Sieb eingeführt  und ein flüssiges Material kontinuierlich abge  leitet wird, während die festen Stoffe sich im  Sieb anhäufen. Man kann auch einen     Zent.ri-          fugalseparator    anderer Art verwenden, in  welchem die festen Stoffe ebenfalls konti  nuierlich aus dem Sieb abgelassen werden. In  allen Fällen weisen die abgetrennten festen  Stoffe einen geringen Gehalt an     lipoider    Sub  stanz auf.

   Der Gehalt kann durch Waschen  mit der gleichen Flüssigkeit, wie sie in der       :1lühle    verwendet wurde, oder mit einer  andern     zweekentspreehenden    Flüssigkeit. wei  ter reduziert werden.  



  Das abgetrennte flüssige Gemisch, das die  Lipoide Substanz in suspendierter Form ent  hält, wird dann in einen kontinuierlich arbei  tenden für die kontinuierliche Trennung von  nicht mischbaren, fliessbaren Materialien von       versehiedenen    spezifischen Gewichten bestimm  ten     Zentrifugalseparator    eingeführt. Sofern  die     lipoideSubstanz    bei der Temperatur des aus  dem ersten     Zentrifugalseparator    austretenden  flüssigen Gemisches fest ist, kann dieses Ge  misch mittels einer     zweekentspreehenden        Heiz-          vorrichtung,    vorzugsweise in kontinuierlicher  Weise, über den Schmelzpunkt der Lipoiden  Substanz erhitzt werden.

   Man kann das     Ge-          miseli    auf eine beliebige, zwischen dem  Schmelzpunkt der Lipoiden Substanz und dem  Siedepunkt der Flüssigkeit liegende Tempera  tur erhitzen; im allgemeinen genügt jedoch  eine gerade über dein Schmelzpunkt der Lipo  iden Substanz liegende Temperatur. Der kon-      i     inuierlieh    arbeitende     Zentrifugalseparator        e     sollte eine Zentrifugalkraft von erheblicher  Grösse, beispielsweise von etwa 3000 g oder  mehr, erzeugen.

   Auf diese Weise kann man  !)ei Fehlen der feinverteilten festen Stoffe,  die im ersten     Zentrifugalseparator    entfernt       wurden,    im allgemeinen eine scharfe Tren  nung zwischen einer flüssigen Lipoiden Sub  stanz und dem Wasser oder einer andern in  der     'Mühle        verwendeten    Flüssigkeit herbeifüh  ren.

   In einigen Fällen wird durch das Erhit  zen vor der zweiten Trennungsoperation ein       Gemiseh    erhalten, das sich durch     Flotieren     leicht. trennen lässt, das heisst, wenn sich ver  hältnismässig rasch eine     verhältnismässig          scharf    getrennte Schicht von geschmolzener       lipoider    Substanz auf der Oberfläche der  Flüssigkeit ansammelt. In diesem Fall kann  auf die zweite     Zentrifugaltrennung    verzichtet  werden.

   In den meisten Fällen wird man Je  cloeh die durch Dekantieren erhaltene obere       Sehieht    von geschmolzener     lipoider        Substanz     nochmals zentrifugieren, um. daraus     eine    kleine       Menge    des aus der Mühle herkommenden  Wassers oder einer andern Flüssigkeit abzu  trennen.  



  Frische Oliven sind ein Beispiel eines Roh  materials, das durch     Flotieren    in Wasser       sehwer    trennbare Gemische liefert. Frische  Oliven wurden zusammen mit der fünffachen  Menge ihres Gewichtes an Wasser in eine       Sehlagmühle    der oben beschriebenen Art ein  geführt. In diesem Fall wurden Roste mit       Öffnungen    von 0,8 mm verwendet, um das der  Behandlung unterworfene Material länger       zurüekzuhalten.     



  Das aus der Mühle abgelassene Gemisch,  das feine feste     Olivenpartikel,    Wasser und       Olivenöl    enthielt, wurde     direkt.    einer Siebzen  trifuge zugeführt, die eine Zentrifugalkraft  c an etwa 300 g erzeugte. Der feste Rückstand  blieb im Sieb zurück, während aus der  Maschine kontinuierlich ein     Öl-Wasser-Ge-          niiseh        ausfloss.    Dieses Gemisch wurde konti  nuierlich in einen kontinuierlich arbeitenden       Zentrifugalseparator    eingeleitet., der eine Zen  trifugalkraft von etwa 4500 g erzeugte.    Es wurde eine Ausbeute von etwa<B>90</B>14  des ursprünglich in den frischen Oliven vor  handenen Öls erzielt.

   Das gewonnene Öl wies  eine hohe Qualität und einen niederen Gehalt  an freien Fettsäuren auf. Das im Sieb der  ersten Zentrifuge zurückgehaltene feste Mate  rial wurde mit heissem Wasser gewaschen.  



  Die in der vorliegenden Beschreibung ver  wendeten Ausdrücke  Fett  und  Öl  bezeich  nen echte Fette und fette Öle, das heisst     Tri-          glyceride    von Fettsäuren, die bei gewöhn  lichen Raumtemperaturen entweder flüssig  oder fest. sind. Die Bezeichnung  Lipoide Sub  stanz  soll diese echten Fette sowie andere       fettähnliche    Substanzen, wie z. B. Wachse,       Sterole    und     Sterolderivate,    wie Ester und       Glucoside,    die die allgemeinen physikalischen       Eigenschaften    von Fetten besitzen und bei  Raumtemperaturen entweder fest oder flüssig  sind, umfassen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Gewinnung von für tech nische Zwecke bestimmten, Lipoiden Substan zen aus pflanzlichen Rohmaterialien, in wel chen die Lipoiden Substanzen in Zellen ent halten sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohmaterial, während es von einer Flüssig keit, die mit den Bestandteilen des Rohmate rials keine schädlichen Reaktionen eingeht und die in einer Menge von mehreren Malen dem Gewicht des Rohmaterials angewendet wird, umgeben ist, der Einwirkung von sich wiederholenden, teilweise oder gänzlich durch diese Flüssigkeit übertragenen Schlägen sol- eher Stärke unterworfen wird, dass die Mem branen der Zellen unter Infreiheitsetzen der Lipoiden Substanz zum Bersten gebracht, wer den,
    jedoch praktisch keine Zerkleinerung bis auf Zellengrösse erfolgt, wobei ein Gemisch er zeugt wird, das die Lipoide Substanz und feste Rückstände aus dem Rohmaterial enthält. II. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Schlagmühle mit einem Rotor aufweist, der an seinem Umfang eine Vielzahl von Schlagorganen trägt, wobei der Rotor und die Schlagorgane in einem Gle- häuse eingeschlossen sind, das für die Zufuhr ion Flüssigkeit einen Einlass und einen Aus lass aufweist,
    wobei zwischen den Wänden des Gehäuses und den Schlagorganen eine solche Distanz vorhanden ist, dass bei Rotation der Schlagorgane das Rohmaterial zwischen den Schlagorganen und den Gehäusewänden nicht zerstossen wird, und dass im Auslass ein Rost vorgesehen ist. U,N TER#'-_N SPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das flüssige Ge misch, welches die Lipoide Substanz und min destens einen Teil des festen Rückstandes in Form suspendierter Partikel enthält, unterVer- w endung einer verhältnismässig kleinen Zen trifugalkraft einer Zentrifugaltrennung un- terworfenwird, um die die Partikel der Lipoiden Substanz in suspendierter Form enthaltende Flüssigkeit von den festen Rückständen zu trennen, und dass die abgetrennte Flüssigkeit,
    die die Lipoide Substanz in suspendierter Form enthält, anschliessend unter Verwen dung einer verhältnismässig grossen Zentrifu galkraft einer zweiten Zentrifugaltrennung unterworfen wird, -um die Lipoide Substanz von der Flüssigkeit zu trennen. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch# 1, dadurch gekennzeichnet, dass die während der ersten Zentrifugierung verwendete Zentrifugalkraft 200-1000 g und die während der zweiten Zentrifugzerung ver wendete Zentrifugalkraft mindestens etwa 3000 g beträgt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die zu gewinnende Lipoide Substanz bei Raumtemperatur flüssig ist und dass die bei der zweiten Zentrifugie- rung zu trennenden Materialien eine Tempe ratur aufweisen, bei welcher die Lipoide Sub stanz flüssig ist. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, da.ss die zu gewinnende Lipoide Substanz bei Raumtemperatur fest ist und dass die die Lipoide Substanz enthaltende abgetrennte Flüssigkeit erhitzt wird, um die Lipoide Substanz vor der zweiten Zent.riftugie- rnng flüssig zu machen. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, da.ss als Rohmaterial Oliven verwendet werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Menge der Flüssigkeit, die zugegen ist, während das Roh material der Einwirkung der Schläge unter worfen wird, das 3- bis 30fache des Gewichtes des Rohmaterials beträgt. 7. Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unteransprtuch 6, dadurch gekennzeichnet, da.ss die Flüssigkeitsmenge das 5- bis 10fache des Gewichtes des Rohmaterials beträgt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die sich wieder holenden intensiven Schläge in einer Hammer mühle erzeugt werden. 9. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspt2uch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Sehlag- orga.ne in der Mühle 25-100 m pro Sekunde beträgt. 10. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, da.ss die Flüssigkeit Wasser ist. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, da.ss zur Veränderung des spezifischen Ge wichtes eine wasserlösliche Substanz verwen det wird, die mit den Bestandteilen des Roh- ntaterials keine schädlichen Reaktionen ein geht. 12. Verfahren nach Patentanspruch T und Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasser während der Übertragung der Schläge eine Temperatur von 0-25 C auf weist. 13. Verfahren nach. Patentansprtteh I, da durch gekennzeichnet, dass eine von Wasser verschiedene Flüssigkeit verwendet wird. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspraeh 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskosität der Flüssigkeit in Centi- poisen nicht grösser als 4mal diejenige von Wasser ist. 15. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sie ausserdem zwei Zentrifugen für die Abtrennung der ab- geschiedenen lipoiden Substanz aufweist, wo von die zweite mit grösserer Zentrifugalkraft arbeitet.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2444709A1 (fr) * 1978-12-21 1980-07-18 Jonsson Olof Procede de separation de la chair de noix ou d'amandes en masse fibreuse, huile et liquide cellulaire

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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FR2444709A1 (fr) * 1978-12-21 1980-07-18 Jonsson Olof Procede de separation de la chair de noix ou d'amandes en masse fibreuse, huile et liquide cellulaire

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