Verfahren und Einrichtung zur Bekämpfung von Bränden Bisher bestand keine Möglichkeit, um be deutendere Brände in Orten zu bekämpfen, wo an der Brandstelle keine ausreichende Wassermenge, insbesondere eine genügend leistungsfähige Druckwasserleitung zur Ver fügung stand, weil die Herbeischaffung der zur Sicherung der unterbrechungslosen Lösch arbeit erforderlichen Wassermengen praktisch unüberwindbare Schwierigkeiten verursachte. Für die Wirksamkeit der Löscharbeit ist es aber Grundbedingung, dass diese selbst vor verhältnismässig kurzen Unterbrechungen be wahrt werde.
Das Heranschaffen des Lösch wassers kann wohl mittels fahrbarer Tanks erfolgen, doch ist der Wasserverbrauch einer normalen Feuerwehrpumpe so hoch, etwa i 0 m3 pro Stunde, dass die Versorgung einer solchen mittels Tankwagen nicht in Betracht kommen kann. Deshalb musste man Mittel und Wege suchen, um die Menge des erfor derlichen Wassers durch Erhöhung der Löschwirkung mittels geeigneter Zusätze oder in anderer Weise möglichst herabzumindern.
Die weitgehendste Verringerung der zur wirk samen Löscharbeit erforderlichen Wasser menge wurde durch Zerstäubung des Wassers bis zum feinsten Nebel erzielt, womit der Wasserverbrauch auf etwa 1/5 der üblichen Feuerwehrpumpen heruntergedrückt wurde. Dies bedeutet aber immerhin noch 14 m3 je Stunde, deren Herbeischaffung zur unter brechungslosen Löschung einen unerschwing- liehen Tankwagenpark erfordert. Infolgedes sen waren bisher die in Brand geratenen Güter in Ortschaften, wo keine ausgiebige Druckwasserleitung zur Verfügung stand, in den meisten Fällen der Zerstörung preisge geben.
Die Erfindung betrifft nun ein Feuer- löschverfahren und eine Einrichtung, die die sem Übelstande Abhilfe schafft, indem sich einerseits die Löschwassermenge auf weniger als 1/2c des Wasserverbrauches der üblichen. Feuerlöschpumpen herabsetzen lässt und anderseits die fortlaufende Herbeischaffung dieser Wassermenge und die ununterbrochene Speisung der Löschspritzen ermöglicht wird.
Erfindungsgemäss wird die Löscharbeit mit einer wässrigen Lösung einer Verbindung von Ammoniak und Kohlensäure, wie Ammo- niumcarbonat, Ammoniumbiearbonat oder Ammoniumcarbaixiat oder deren Mischung ausgeführt, die in mindestens zwei Tank wagen an die Brandstätte herangefahren und mittels einer von den Tankwagen mitgeführ ten, jedoch von diesen abmontierbaren Ver- nebelungspumpe über den Brand gebreitet wird, die ein gegabeltes Saugrohr besitzt,
des sen beide Zweige mit .separaten Absperrorga nen und Anschlüssen zur Verbindung mit den Abflussöffnungen der Tanks ausgestattet sind, so dass während des Betriebes des einen Tanks der andere an eine- Wasserquelle gefahren und in wieder aufgefülltem "Zustande zur Brandstätte zurückgefahren und an den jeweils freien Zweig des Pumpensaugrohres angeschlossen wird, um bei Erschöpfung des ersten Tankes sofort mit der Saugseite der Pumpe verbunden werden zu können.
Die ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildende Einrichtung weist mindestens zwei fahrbare Tanks, und eine tragbare Vernebe- lungs-Hochdruckmotorpumpe mit einem ge- gabelten Saugrohr auf, dessen beide Zweige mit Absperrorganen und Anschlussorgänen zur Verbindung mit den absperrbaren Aus flussöffnungen zweier fahrbarer Tanks ausge rüstet sind.
Zweckmässigerweise ist die Einrichtung noch mit einer zweiten Motorpumpe ausge rüstet, deren Mengenleistung ein Mehrfaches, der Förderdruck jedoch nur einen Bruchteil der Vernebelungspumpe beträgt.
Die Motorpumpen sind zweckmässig an einer am hintern Ende des Tankfahrgestelles vorgesehenen, kippbaren Plattform unterge bracht und auf Schlittenkufen aufgebaut, um bei gekippter Plattform vom Fahrgestell leicht auf den Boden herunter und nach Gebrauch leicht nach oben geschoben werden zu können. Als Zusätze, die das Löschen mit möglichst geringem Wasserverbrauch ermöglichen sollen, kommen insbesondere die Ammonium-Kohlen säure-Verbindungen in Betracht, deren wäss- rige Lösung durch hohen Spritzdruck bis zur Nebelfeinheit zerstäubt wird.
Beim Löschen von brennbaren Flüssigkeiten kann auch eine Schaumbildung herbeigeführt werden, was durch einen Zusatz von die Oberflächenspan nung des Wassers vermindernden Stoffen wie Aryl-, Alkyl- oder Alkyl-Aryl-Sulfonate oder durch mechanisches Zumischen oder durch chemische Entwicklung von Gasen in das Wasser bzw. in dem Wasser bewirkt wird.
Die erwähnten Kohlensäure-Ammoniak Verbindungen zersetzen sich in der wässrigen Lösung bei einer Temperatur von 60 C, also bei einer Temperatur, die wesentlich höher ist als die Ziffertemperatur, aber wesentlich niedriger als die Siedetemperatur des Wassers. Die besonders vorteilhafte Wirkung dieser Zu sätze ist die folgende Wenn die Tröpfchen der Lösung oberhalb des Feuers zu schweben kommen, so zersetzt sich das in den Tropfen gelöste Ammonium salz bevor noch das Wasser zur Verdampfung gelangen könnte, vollständig in Kohlensäure und Ammoniak,
verwandelt sich also restlos in Gas und bläst das Wassertröpfchen unter der Wirkung des oberflächenspannmgsver- mindernden Zusatzes ohne zu platzen zu einer verhältnismässig grossen Blase auf, die auch dann verhältnismässig lange über den Feuer sehwebend bleibt, wenn das Wasser nicht bis zur Feinheit eines Aerosols zerstäubt worden ist.
Dadurch entsteht der Vorteil, dass ein wesentlich geringerer Zerstäubungsdruck und zur Erzielung der gleichen Reichweite eine wesentlich geringere Anfangsgeschwindigkeit des Wasserstrahls erforderlich ist, als bei der vollständigen Vernebelung, weil die gleiche Wassermenge in Blasenform länger schwebend bleibt als in voller Tropfengestalt, und weil der aiis grösseren Tropfen gebildete Strahl eine geringere Luftreibung zu überwinden hat als der in feinen Nebel verteilte.
Die Tropfen grösse lässt sich so einstellen, dass das Wasser der Blase möglichst knapp über den Flammen verdampft und die Blase die den Luftsauer stoff verdrängenden Kohlensäure- und Ammo- niakgase möglichst nahe und verlustlos an die Flamme heranbringt, eine Wirkung, die weder durch die Vernebelung des Wassers allein, noch durch mechanisch in .den Wasserstrahl eingebrachte oder chemisch im Strahl ent wickelte Gase, also mittels Gase, die bereits an der Ausgangsstelle des Wasserstrahls vor handen waren, erzielt werden könnte.
Es sind bereits ganz geringe Mengen der Ammoniak-Kohlensäure-Verbindungen wirk sam, so dass bereits ein Zusatz von 21/9 ge nügt.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung dar gestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht eines Zuges und Fig. 2 die Rohranordnung zur unterbre- ehungslosen Feuerlöscharbeit.
Fig. 3 zeigt die das Ab- und Aufladen der, Motorpumpen erleichternde Einrichtung. Fig. 4 ist ein lotrechter Schnitt der Schwimmervorrichtung zur Beobachtung des Flüssigkeitsstandes, und Fig. 5 ist die Anzeigevorrichtung der an nähernden Entleerung des Tankes.
A ist ein Schlepper (Fug. 1) und B1 und B2 sind zwei Tankfahrzeuge mit Tanks T. Die Tankfahrzeuge besitzen an ihrem Hinter ende Plattformen S, auf denen die Motor- punpen M1 und M2 lösbar befestigt sind. Die Motorpumpe M2 ist für eine grössere Mengen leistung, jedoch geringeren Förderdruck ge baut als die andere Motorpumpe M1, die als vernebelnde Feuerlöschpumpe dienen soll, also mit Hochdruck bei geringer Mengen leistung arbeitet, Während die erstere Pumpe den Tank in möglichst kurzer Zeit auffüllen soll und nur einer gringen Förderhöhe bedarf.
Das Saugrohr 1 der Feuerlöschpumpe M1 (Fug. 2) ist gegabelt und mit einem Dreiweg hahn 2 an dem Gabelungspunkt ausgerüstet. Die beiden Zweige 3a und 3b des Saugrohres besitzen je ein Entlüftungsventil 4a bzw. 4b sowie Anschlussgewinde 6a bzw. 6b für den Anschluss der mit gebrochenen Linien ange deuteten beiden Schläuche 7a bzw. 7b, die an die Abflussöffnungen 8a -bzw. 8b des Tanks der Fahrzeuge B1 bzw. B2 angeschlossen wer den können. Mittels des Hahnes 2 kann der jeweils entleerte Tank vom Saugrohr der Feuerlöschpumpe abgeschaltet und der volle Tank angeschlossen werden.
Ausser Gebrauch ist der Tank des hintern Wagens B1 mit der Feuerlöschlösung gefüllt, und die beiden Motorpumpen befinden sich an den Plattformen S der Tankwagen, und zwar die Feuerlöschpumpe am hintern Wagen B1.
Ist der Zug an der Brandstelle angelangt, so wird der hintere Wagen B1 losgekoppelt, worauf der Schlepper A den leeren Tank wagen B2 samt der Ladepumpe an die Wasser quelle heranfährt. Die Motorpumpen der bei den Tankwagen werden von den Plattformen S losgelöst und an geeigneten Stellen am Boden niedergesetzt.
An der Brandstelle wird die Ausflussöffnung 8a des Tankwagens B1 mittels des Schlauches 7a an den Stutzen 6a des Saugleitungszweiges 3a der Feuerlösch- pumpe angeschlossen und der Dreiweghahn 2 in die in Fig. 2 dargestellte Stellung gebracht, in der die Saugleitung der Feuerlösehpumpe mit dem Zweig 3a der Saugleitung verbunden ist.
Nach Öffnen des Ausflussventils 8a des Tanks Bi saugt die angelassene Feuerlösch- pumpe aus dem Tank B1 die Löschflüssigkeit und fördert sie in den an die Druckleitung 10 der Pumpe angeschlossenen Feuerlösch- schlauch 9.
An der Wasserquelle liefert die Lade pumpe M2 mittels Schläuchen, die an ihre Saug bzw. Druckseite angeschlossen sind. Wasser zur Füllöffnung des Tankwagens B2. Infolge der hohen Mengenleistung der Lade pumpe wird diese den leeren Tank während eines Bruchteils der Verbrauchszeitdauer des an der Brandstelle arbeitenden Tankwagens auffüllen, so dass in den meisten Fällen der gefüllte Tankwagen an die Brandstelle zurück kehren kann, bevor der hier arbeitende Tank wagen entleert worden ist, und kann mittels des Schlauches 7b an den freien Zweig 3b der Saugleitung der Feuerlöschpumpe angeschlos sen werden.
Vor vollständiger Entleerung des arbei tenden Tankes wird der Absperrhahn 8b geöff net und der Dreiweghahn 2 ungestellt, worauf die Feuerlöschpumpe unterbrechungslos das Wasser aus dem nunmehr neu angelangten Tank<I>B2</I> in die Feuerlöschsehläuche liefert. Es wird nun der entleerte 'Tankwagen an den Schlepper gekoppelt, um an die Wasserquelle herangefahren zu werden.
Die Tankwagen können mit verschiedenen Einrichtungen versehen sein, die deren Be dienung erleichtern und die Sicherheit der Arbeit fördern sollen.
Das Ab- und Aufladen der Motorpumpen wird dadurch erleichtert, dass sie auf Schlit tenkufen oder Fahruntergestelle 11 gebaut. und die Plattformen S um Zapfen 13 des Fahrzeuguntergestelles 14 in der Weise kipp bar gelagert sind, dass der Schwerpunkt Q der Motorpumpen gegen den Tank zu etwas hinter den Zapfen 13 liegt. Die Zugstange 15 hält die Plattform S in waägrechter Lage. Die Zugstange 15 ist einerseits am Hinterende 12 der Plattform lnd anderseits an dem Gelenk zapfen 16 des Hebels 17 befestigt, der um den Gelenkzäpfen 18 schwingbar ist.
Beim Drehen des Hebels 17 in der Richtung des Pfeils 19 gelangen der Hebel, die Zugstange und die Plattform in die mit gebrochenen Linien an gedeutete, genügend schiefe Lage, um die Motorpumpe von selbst nach unten gleiten oder mit geringer Kraft nach unten schieben zu lassen. Mittels des um die Rollen 22 und 23 geführten Seils 20 kann auch der Schlep per die Motorpumpe hochziehen.
Um die annähernde Entleerung des Tankes anzuzeigen, damit das Umstellen des Drei weghahnes rechtzeitig besorgt werden kann, ist in einem durchsichtigen Wasserstandsrohr ein gleichfalls durchsichtiger, farbiger Schwim mer und hinter dem Wasserstandrohr in der kritischenHöhe eine Lampe angebracht, so dass beim Erreichen des kritischen Wasserstandes die Farbe des Lichtes geändert wird.
Die einfachste Ausführungsart des Schwim mers ist eine hohle, farbiges ans Glas oder Kunstharz. Zweckmässiger besteht der Schwin- mer aus einem zylindrischen, durchsichtigen Rohr 25 (Fig. 4), das an beiden Enden durch an ihrer Aussenseite kuppelförmig abgerun dete Pfropfen 26 verschlossen ist. Das Rohr 25 isst mit einer zum Beispiel rot gefärbten Flüs sigkeit 27 gefüllt. Die Bleischrotfüllung 28 sichert die lotrechte Lage des Schwimmers.
Das Wasserstandrohr ist durch eine federnde Aufhängung (Fug. 5) und durch ein Metallgehäuse 30 gegen Bruch gesichert, wel ches mehrere Beobachtungsfenster besitzt. Das untere Ende des Rohres 29 ist mittles eines untere Ende des Rohres 29 ist mittels eines Gummisehlauches mit dem starren, vom Tank boden 35 ausgehenden Rohr 34 verbunden, während das obere Ende des Rohres 29 mit tels eines zweiten Gummischlauches 36 auf das am Fahrgestell 31 befestigte Metallrohr 37 aufgehängt ist, das oberhalb des höchsten Wasserstandes ins Freie mündet. Die Enden des Glasrohres 29 durchsetzen die Gummi membranen 38, die über die Endöffnungen des Metallgehäuses 30 gespannt sind. Die sieh gegen die Membranen stützenden Gummiringe 39 sicleri die Höhenlage des Rohres 29.
Die in der kritischen Höhe des Wasserstandes liegende, elektrische Glühlampe 40 leuchtet während der Arbeit der Maschine mit weissem Licht, solange der Wasserstand über der kri tischen Höhe liegt. Sobald aber der Wasser stand die kritische Höhe erreicht hat, gelangt der Schwimmer vor die Trampe ind deren Licht färbt sich rot, worauf das weitere Sin ken des Wasserstandes beobachtet werden muss.
Anschläge 43 des Kükens 44 des Ausfluss hahnes 8 stossen in der Offenstellung des Hahnes gegen den im Stromkreis der Batterie 41 der Lampe 40 liegenden Unterbrecher 42, , so dass die Lampe beim Öffnen des Hahnes 8 selbsttätig aufleuchtet.