CH330663A - Verfahren zur Herstellung von Podophyllotoxinglucosid aus Podophyllumarten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Podophyllotoxinglucosid aus Podophyllumarten

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CH330663A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H17/00Compounds containing heterocyclic radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H17/04Heterocyclic radicals containing only oxygen as ring hetero atoms

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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 Verfahren zur Herstellung von    Podophyllotoxinglucosid   aus    Podophyllumarten   Es wurde gefunden, dass man aus den    Rhizomen   von    Podophyllumarten,   insbesondere aus der indischen,    Podophyllum      emodi   Wall., ein    Glucosid,      Podophyllotoxinglucosid,   gewinnen kann, dem eine    mitosehemmende   und    tumorzerstörende   Wirkung zukommt.

   Dieses    Glucosid   wird hergestellt, indem man die durch Extraktion mit einem chlorierten Kohlenwasserstoff von der Harzfraktion befreite Droge mit einem wasserlöslichen Alkohol    auszieht,   den Extrakt konzentriert und dann mit    -Wasser   verdünnt, diese Lösung zur Trennung des    CTerbstoff-Cllucosid-Komplexes   mit    gerbstoffällenden   Mitteln behandelt, die Fällung abtrennt, die    zuriiekbleibende   Lösung vom organischen Lösungsmittel weitgehend befreit und mit    -Wasser   verdünnt, die wässerige    Lösung   zur    Entfernung   von Begleitstoffen mit. einem mit.

   Wasser nicht,    misehbaren   Lösungsmittel extrahiert., dann das    Glueosid   mit einem mit Wasser    nicht      misehbaren   Lösungsmittel, das höchstens 10     /a   eines wasserlöslichen Alkohols enthält, ausschüttelt, das in die    orga-      nisehe   Phase übergegangene    Podophyllotoxin-      glricosid   nach    Abdestillieren   des Lösungsmittels in fester Form gewinnt und weiter reinigt. 



  Es war bekannt.,    da.ss   die    Rhizome   von    Podophyllumarten   Wirkstoffe enthalten, die Krebsgewebe in therapeutisch günstigem Sinne beeinflussen können. Die wichtigste von den bisher untersuchten wirksamen Verbindungen ist das in Wasser praktisch unlösliche    Podophyllotoxin,   das aus der Harzfraktion der Droge isoliert werden konnte. Es war aber bisher nicht gelungen, aus    Podophyllum   irgendein    Glykosid   von einer der wirksamen Komponenten zu erhalten.

   Nach dem erfindungsgemässen Verfahren, das besonders auch der Empfindlichkeit und der    leiehten   enzymatischen    Spaltbarkeit   von    glykosidisclren   Wirkstoffen Rechnung trägt, kann aus    Podophyl-      luma.rten   ein    Glueosid   erhalten werden, das in Wasser löslich ist und als    Podophyllotoxin-fl-      D-glucosid   identifiziert werden konnte. 



  Dass therapeutisch    wichtige   pflanzliche Drogen, deren    wirksaanes      Prinzip   zu den    Glucosiden   gehört, diese in Form von Komplexen an Gerbstoffe gebunden enthalten, war schon länger bekannt. Die    sehweiz.   Patentschrift    Nr.102141   beschreibt ein Verfahren zur Herstellung der herzwirksamen    Glucoside   aus der Meerzwiebel. Hierbei wird der Droge der    GIucosid-Gerbstoff-Komplex   durch Extraktion entzogen und in dem Extrakt durch    Behandlung   mit    gerbstoffällenden   Mitteln aufgetrennt. In der Schweiz.

   Patentschrift    Nr.130021   wird die Isolierung und Reinigung dieses    Glueosid-Gerb'stoff-Komplexes   in fester Form    beschrieben   sowie die Gewinnung des reinen    Glucosidgemisches   daraus durch Fällung des Gerbstoffes. Die Schweiz. Patentschrift    Nr.134217   mit Zusatzpatent    Nr.142364   hat ein Verfahren zum Gegenstand für die    Auftrennung   des    Glucosidgemisehes   der Meer- 

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    zwiebel,   das auf der verschiedenen Löslichkeit der    Glucosid-Gerbstoff-Komplexe,   der sogenannten     Reintannoide ,   in gewissen Lösungsmitteln oder    Lösungsmittelgemischen   beruht.

   Auch hier werden die reinen    Glucoside   schliesslich durch Behandlung der    Reintannoide   mit    gerbstoffällenden   Mitteln gewonnen. Auch die    Glucoside   der    Digitalisblätter   liegen in der Pflanze an Gerbstoffe gebunden vor und können erst durch Fällung der Gerbstoffe rein dargestellt werden. Siehe    schweiz.   Patentschrift    Nr.154657.      Ferner   sei auf    Helv.      Chim.   Acta,    Bd.16,   703 und 1049 (1933) verwiesen.

   Auch das bisher unbekannte    mitosehem-      mende   und tumorzerstörende    Podophyllotoxin-      glucosid      liegt   in den    R.hizomen   der    Podophyl-      lumarten   als    Glucosid-Gerbstoff-Komplex   vor. Dieser Komplex wird bei der Behandlung mit    gerbstoffällenden   Mitteln, z. B. Bleisalzen, nach dem vorliegenden    Verfahren   aufgetrennt, wonach das freie    Glucosid   aus dem Filtrat von der Fällung nach bekannten Methoden gewonnen und gereinigt werden kann.

   Es hat sich im vorliegenden Fall als nicht notwendig, ja sogar als nicht zweckmässig erwiesen, den    Glucosid-Gerbstoff-Komplex   vor seiner    Auftrennung   in festem Zustand zu isolieren. Das    Verfahren   gemäss der vorliegenden Erfindung arbeitet viel rationeller, wenn der genannte Komplex in der durch Extraktion der Droge erhaltenen Lösung direkt durch Behandlung mit    gerbstoffällenden   Mitteln aufgetrennt wird.

   Das    Podophyllotoxin-gluco-      sid   hat die    Zusammensetzung      C28H3201s   und schmilzt bei    149-152 .   Es    zeigt   in MethanollOsung die optische Drehung    [a1      ri   = -75 , in    Pyridinlösung      [cc1D   = -117 . Das    Gluco-      sid   ist in Alkohol und in Wasser löslich. Bei der enzymatischen Spaltung und bei der Hydrolyse mit Säure wird das    Glueosid   in    Podo-      phyllotoxin   und    D-Glucose   zerlegt.

   Das    verfahrensgemäss   aus    Podophyllum-      arten   dargestellte neue    Glucosid,   das sich gegenüber den bis jetzt bekannten zuckerfreien Wirkstoffen besonders durch seine Löslichkeit in Wasser auszeichnet, soll für therapeutische Zwecke    verwendet   werden. Beispiel Getrocknete    Podophyllumrhizome   werden fein gemahlen und dann mehrmals bei gewöhnlicher    Temperatur   mit Chloroform extraliiert.. Das so    vorgereinigte   Pflanzenmaterial wird nun mit Methanol ausgezogen, worauf man die    vereinigten   gelb gefärbten Auszüge auf etwa 1/3 konzentriert    Lind   dann mit dem gleichen Volumen Wasser versetzt.

   Die    wässe-      rig-methanolische   Lösung wird nun zur Trennung des    Gerbstoff-G@lueosid-Komplexes   mit. einer konzentrierten wässerigen Lösung von Bleiacetat, solange eine Fällung entsteht, versetzt. Nach dem    Abfiltrieren   der entstandenen Fällung wird die Lösung durch Konzentrieren im Vakuum möglichst vollständig von Methanol befreit und mit Wasser verdünnt und dann mehrmals mit etwas reinem Chloroform ausgeschüttelt.

   Diese    Vorfraktion   enthält neben harzigen Begleitstoffen auch schon kleine Mengen des neuen    Glucosids.   Die wässerige Restlösung wird anschliessend mehrmals mit Chloroform, dem 10     /o   Alkohol zugesetzt sind, ausgeschüttelt, worauf man die vereinigten, fast farblosen    Chloroformauszüge   eindampft, den    Eindampfrückstand   mit Äther wäscht und trocknet. 



  Dieses    Clucosidpräparatwird   in Essigester gelöst und zur    Reinigung   in einer Säule aus    Silicagel      chromatographiert.   Beim    Eluieren   der Säule mit Essigester, dem 1-5 0/0 Methanol beigemischt sind, erhält man nach einer    Vorfraktion,   die hauptsächlich noch gefärbte, etwas harzige Anteile enthält, Fraktionen, die das    Podopliyllotoxin-glucosid   enthalten. Das    Glucosid   wird daraus nach Eindampfen und Umfällen aus    Aceton-Äther   in reiner Form erhalten. Dieses Präparat besitzt die oben erwähnten Eigenschaften.

   Die Ausbeute an    Podophyllotoxin-glucosid   aus den    getroekne-      ten      Rhizomen   (Handelsdroge) beträgt etwa    0,5-10/0.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung des freien nii- tosehemmenden und tumorzerstörenden Podo- phyllotoxin-glucosides aus Podophyllumarten, dadurch gekennzeichnet., dass man die durch <Desc/Clms Page number 3> Extraktion mit.
    einem chlorierten Kohlenwasserstoff von der Harzfraktion befreite Droge zeit einem wasserlöslichen Alkohol auszieht, den Extrakt konzentriert und dann mit Wasser verdünnt, diese Lösung zur Trennung des Gei>bstoff-Glucosid-Komplexes mit gerbstoff- fällenden Mitteln behandelt, die Fällung abtrennt, die zurückbleibende Lösung vom organischen Lösungsmittel weitgehend befreit und mit Wasser verdünnt, die wässerige Lösung zur Entfernung von Begleitstoffen mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel extrahiert, dann das Glucosid mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, das höchstens 10 Oh, eines wasserlöslichen aliphati- sehen Alkohols enthält, ausschüttelt,
    -das in die organische Phase übergegangene Podo- liliyllotoxin-glueosid nach Abdestillieren des Lösungsmittels in fester Form gewinnt und weiter reinigt. Das Podophyllotoxin-glucosid ist. eine weisse, pulverige Substanz, die in Wasser löslieh ist. Der Schmelzpunkt liegt bei 149 bis 15? ; die optische Drehung in Methanollösung liegt. bei [al D = -75 . Mit ss-Gluco- sidase wird die Verbindung in Podophyllo- toxin und D-Glucose zerlegt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Gerbstoffe aus dem Clucosid-Gerbstoff-Komplex mit Bleisalzen ausfällt und so das Glucosid in Freiheit setzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Extraktion des Glucosids aus der wässerigen Lösung, die man nach Entfernung der Gerbstoffe erhält, ein Gemisch eines chlorierten Kohlenwasserstoffes mit einem wasserlöslichen Alkohol verwendet. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet., dass man zur Extraktion des Glucosids aus der wässerigen, von den Gerbstoffen befreiten Lösung Essigester verwendet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Podo- phvllotoxin-glucosid durch Verteilungschro- matographie an einer Säule aus einem inerten Trägermaterial weiter reinigt. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man das Podophyllotoxin-glucosid aus der Säule mit Essigester, dem höchstens 5 % Me- thanol zugesetzt sind, eluiert. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass, man das Podophyllotoxin-glucosid aus der Säule mit Chloroform, dem höchstens 5 % Methanol zugesetzt. sind, eluiert. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Podo- phyllotoxin-glueosid durch Verteilung zwi- sehen Wasser und Essigester, dem höchstens 10 1/o Methanol zugesetzt sind, einer weiteren Reinigungsoperation unterwirft. B.
    Verfahren nach Patentansprueh, dadurch gekennzeichnet, dass man das Podo- phyllotoxin-glucosid durch Verteilung zwischen Wasser und Chloroform, dem höchstens 10 /o Alkohol zugesetzt sind, reinigt.
CH330663D 1954-10-13 1954-04-28 Verfahren zur Herstellung von Podophyllotoxinglucosid aus Podophyllumarten CH330663A (de)

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