CH335680A - Verfahren zur Herstellung von am Indolstickstoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von am Indolstickstoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe

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CH335680A
CH335680A CH335680DA CH335680A CH 335680 A CH335680 A CH 335680A CH 335680D A CH335680D A CH 335680DA CH 335680 A CH335680 A CH 335680A
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lysergic acid
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acylated
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acetoacetyl
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Stoll Arthur Dr Prof
Albert Dr Hofmann
Franz Dr Troxler
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Sandoz Ag
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      Verfahren        zur        Herstellung    von am     Indolstickstoff        acylierten    Derivaten der     Lysergsäure-Reihe       Es wurde gefunden, dass man zu am     Indolstick-          stoff        acylierten    Derivaten der     Lysergsäure-Reihe    der  Formel I  
EMI0001.0011     
    worin     R1    eine     Alkoxyl-,

          Monoalkylamino-    oder       Dialkylamino-Gruppe    und  eine     -CH2-    CH < - oder     -CH=C < -                  Gruppe    bedeuten,  gelangen kann, indem man ein     Lysergsäurederivat     der Formel     II     
EMI0001.0022     
    in einem polaren Lösungsmittel mit gasförmigem       Keten    behandelt und aus dem entstehenden Ge-    misch von     Acetyl-    und     Aceto-acetyl-Verbindungen     das     N,-        Acetoacetylderivat    isoliert.

   Bisher sind in  der Fachliteratur noch keine     Acylierungsprodukte     der     Lysergsäure    oder von einfachen     Lysergsäure-          derivaten    beschrieben worden. Das liegt     darin    be  gründet, dass es mit den üblichen     Acylierungsme-          thoden    nicht gelingt,     Acylreste    in das     Lysergsäure-          molekül        einzuführen.    Die üblichen     Acylierungsmittel,

       wie zum Beispiel     Essigsäureanhydrid    oder     Acetyl-          chlorid,    reagieren unter milden Bedingungen nicht.  Wird zur Erzwingung der Reaktion die Temperatur  gesteigert, dann finden tiefgreifende Veränderungen  am     Lysergsäuremolekül    statt, und der grösste Teil  der     bekannterweise    sehr empfindlichen Verbindun  gen wird     zerstört.    Erhitzt man zum Beispiel     Lyserg-          säure    oder     Dihydrolysergsäure    mit     Essigsäureanhy-          drid,    dann findet eine weitgehende Umwandlung des  Moleküls statt.

   Der stickstoffhaltige Ring D wird  aufgespalten, und es bildet sich in sekundärer Re  aktion ein     Lactam    [A.     Stoll,    A. Hofmann und F.       Troxler,        Helv.    32, 506 (1949)], aber eine     Acety-          lierung    findet auch in diesem Falle nicht statt.  



  Durch das vorliegende neu aufgefundene Ver  fahren sind nun am     Indolstickstoff        acetoacetylierte     Derivate der     Lysergsäure-Reihe    zugänglich gewor  den. Das Verfahren wird beispielsweise so ausge  führt, dass man ein     Lysergsäurederivat    der Formel       II    in einem polaren Lösungsmittel     auflöst    und durch  die Lösung einen     Keten-Strom    leitet. Das Reak  tionsgemisch kann nach bekannten Methoden auf  gearbeitet und schliesslich das Reaktionsprodukt     chro-          matographisch    gereinigt werden.  



  Die als Ausgangsmaterial verwendeten     Lyserg-          säurederivate    der Formel     1I    sind zum Beispiel nach  A.     Stoll    und A. Hofmann     [Helv.        Chim.    Acta 26,  944 (1943)] sowie A.     Stoll,    J. Rutschmann und W.           Schlientz        [Helv.        Chim.    Acta 32, 375 (1950)] zu  gänglich.  



  Als polares Lösungsmittel eignet sich beispiels  weise Aceton. Neben den gewünschten     1-Aceto-          acetylverbindungen    bilden sich auch     1-Acetylverbin-          dungen.    Die Reaktion kann ohne Wärmezufuhr von  aussen     durchgeführt    werden. Sie verläuft unter ge  ringer Selbsterwärmung.  



  Bei der Behandlung mit     Keten    bilden sich stets  auch     Keten-Polymerisationsprodukte,    die sich aber  von den gesuchten     Acylierungsprodukten    der     Lyserg-          säure-Reihe    auf Grund des basischen Charakters  der letztgenannten Verbindungen nach den üblichen  Methoden leicht abtrennen lassen.  



  Die neuen     1-Acetacetylderivate        sind        grösstenteils     gut kristallisierte Verbindungen, die kristallisierte  Salze bilden. Sie lassen sich von den Ausgangs  stoffen mittels der     Kellerschen    Farbreaktion leicht  unterscheiden.

       Während    bei den nicht     acylierten     Derivaten der     Lysergsäure    und der     Dihydrolyserg-          säure    mit     eisenchloridhaltigem    Eisessig und konzen  trierter Schwefelsäure beim Durchschütteln momen  tan die typische blaue Färbung     auftritt,    geben die  neuen     1-Acetoacetylderivate    vorerst eine farblose  Lösung, aus der sich erst im Verlauf von einigen       Minuten    eine charakteristische Farbe entwickelt.

    Bei den     1-Acetoacetyl-lysergsäure-    oder     -dihydroly-          sergsäurederivaten    erhält man mit Kellers Reagens  eine grüne Färbung.  



  Die neuen     1-Acetoacetylderivate    sind gegen ver  dünnte Säure beständig. Beim Erwärmen mit Soda  lösung oder beim Stehenlassen mit Alkali dagegen  wird der     1-Acetoacetylrest    hydrolytisch abgespalten.  



  Die neuen, am     Indolstickstoff        acetoacetylierten     Derivate zeigen im allgemeinen die     pharmakodyna-          mischen    Eigenschaften der entsprechenden nicht       acylierten        Lysergsäurederivate    und sollen als Pharma  zeutika sowie als Zwischenprodukte zur Herstellung  solcher Verwendung finden.    <I>Beispiel 1</I>       1-Acetoacetyl-lysergsäure-methylester     Durch die Lösung von 0,65g     D-Lysergsäure-          methylester    in 50     cm3    Aceton wird während 50 Mi  nuten ein lebhafter     Ketenstrom    geleitet.

   Nach dieser  Zeit ist die Reaktion bereits beendet. Man versetzt  die Lösung mit 300 cm?- Wasser und schüttelt den  Ansatz während 11/2 Stunden. Dann trennt man  die nichtbasische Ausscheidung durch     Filtration    ab,  setzt aus der sauren Lösung die     Acylierungspro-          dukte    mit     Natriumbicarbonat    frei und extrahiert  dieselben mit Chloroform.

   Der     Eindampfrückstand     des     Chloroformextraktes    wird zur Reinigung in       Benzollösung    durch eine Säule aus 30 g Aluminium  oxyd     filtriert.    Aus den rascher wandernden Frak  tionen gewinnt man 0,21 g     1-Acetyl-lysergsäure-          methylester.    Dieser     kristallisiert    aus Aceton beim  Verdünnen mit     Petroläther    in massiven kurzen Pris-         men.        Smp.    172-173 . [a] D =     -@    15  (c = 0,5  in Chloroform).  



       C10H2003N2        Ber.    C 70,35 H 6,22 N 8,64     0io          Gef.    69,92 6,11     8,350/0     Beim Weiterentwickeln des     Chromatogramms          mit        Benzol,        das    2     '%        Alkohol        enthält,        wird        der     besser haftende     1-Acetoacetyl-lysergsäure-methylester     herausgelöst.

   Man kristallisiert die Verbindung um,  indem man in Aceton löst und mit     Petroläther    ver  dünnt, wobei kurze Spiesse vom     Smp.    168-l69  er  halten werden. Bei der     Kellerschen    Farbreaktion  gibt die Verbindung eine     gelbstichig    grüne Färbung.  [a]20 = -7,5  (c = 0,5 in Chloroform).  



       C21H2204N2        Ber.    C 68,83 H 6,05 N 7,65 0/0       Gef.    68,98 6,18 7,64     Q/o       <I>Beispiel 2</I>       1-Acetoacetyl-dihydrolysergsäure-methylester     Man leitet durch die Lösung von 2,0 g     Di-          hydrolysergsäure-methylester    in 60     cm3    Aceton wäh  rend 1 Stunde einen lebhaften     Ketenstrom.    Dann  wird mit 500     cm3    Wasser verdünnt,

   2 Stunden ge  schüttelt und hierauf von den ausgeschiedenen nicht  basischen Nebenprodukten     abfiltriert.    Aus der sauren  Lösung setzt man die     Acylierungsprodukte    mit     Bi-          carbonat    frei und extrahiert sie mit Chloroform. Der  Rückstand der     Chloroformlösung    wird in Benzol  gelöst und an einer Säule aus 90g Aluminiumoxyd       chromatographiert.     



  Beim     Eluieren    mit Benzol wird der     1-Acetyl-          dihydrolysergsäure-methylester    ins Filtrat gewaschen.  Als     Eindampfrückstand    des Filtrats erhält man  0,49 g kristallisierten     1-Acetyl-dihydrolysergsäure-          methylester.    Beim     Umkristallisieren    aus Benzol schei  det er sich in massiven Prismen ab, die bei 182-183   schmelzen.     Kellersche    Farbreaktion:     Grünstichig     blau. [a] D = -98  (c = 0,5 in     Pyridin).     



       C19H2203N2          Ber.    C 69,92 H 6,79 N 8,58     Acetyl    13,19 0/0       Gef.    69,61 6,67 8,78     12,280/0     Mit Chloroform lässt sich aus dem     Chromato-          gramm    der besser haftende     1-Acetoacetyl-dihydroly-          sergsäure-methylester        eluieren.    Der     Eindampfrück-          stand    (0,61 g) wird aus Benzol umkristallisiert, wobei  Kristallplättchen vom     Smp.   <B>190-1910</B> erhalten wer  den. [a120 = -114  (c = 0,5 in     Pyridin).     



       Kellersche    Farbreaktion: Grün.  



       C21H2404N2        Ber.        C        68,46        H        6,57        N        7,60%          Gef.        68,51        6,66        7,65%.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von am Indolstick- stoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe der Formel<B>1</B> EMI0003.0001 worin R1 eine Alkoxyl-, Monoalkylamino- oder Dialkylamino-Gruppe und eine -CH2 CH < - oder<B>-CH</B> =C < - Gruppe bedeuten, dadurch gekennzeichnet,
    dass man ein Lysergsäure- derivat der Formel 11 EMI0003.0012 in einem polaren Lösungsmittel mit gasförmigem Keten behandelt und aus dem entstehenden Ge misch von Acetyl- und Acetoacetyl-Verbindungen das Ni-Acetoacetylderivat isoliert.
CH335680D 1954-12-29 1954-12-29 Verfahren zur Herstellung von am Indolstickstoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe CH335680A (de)

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