CH336079A - Verfahren zur Herstellung von am Indolstickstoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von am Indolstickstoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe

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CH336079A
CH336079A CH336079DA CH336079A CH 336079 A CH336079 A CH 336079A CH 336079D A CH336079D A CH 336079DA CH 336079 A CH336079 A CH 336079A
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Stoll Arthur Dr Prof
Albert Dr Hofmann
Franz Dr Troxler
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Sandoz Ag
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  Verfahren     zur        Herstellung    von am     Indolstickstoff        acylierten    Derivaten der     Lysergsäure-Reihe       Es wurde gefunden, dass man zu am     Indolstick-          stoff        acylierten    Derivaten der     Lysergsäure-Reihe     der Formel I  
EMI0001.0010     
         worin        R1    eine     Alkoxyl-,

          Monoalkylamino-    oder       Dialkylamino-Gruppe    und  x y eine     CH.-CH < -    oder     -CH=C < -          Gruppe    bedeuten,  gelangen kann, indem man ein     Lysergsäurederi-          vat    der Formel     1I     
EMI0001.0022     
    in einem Lösungsmittel mit gasförmigem     Keten     behandelt.    Bisher sind in der Fachliteratur noch keine     Acy-          lierungsprodukte    der     Lysergsäure    oder von einfachen       Lysergsäure-Derivaten    beschrieben worden.

   Das liegt  darin begründet, dass es mit den üblichen     Acylie-          rungsmethoden    nicht gelingt,     Acylreste    in das     Lyserg-          säuremolekül    einzuführen. Die üblichen     Acylierungs-          mittel,    wie zum Beispiel     Essigsäureanhydrid    oder       Acetylchlorid,    reagieren unter     milden    Bedingungen  nicht.

   Wird zur Erzwingung der Reaktion die Tem  peratur gesteigert, dann finden tiefgreifende Verän  derungen am     Lysergsäuremolekül    statt, und der  grösste Teil der     bekannterweise    sehr empfindlichen  Verbindungen wird zerstört. Erhitzt man zum Bei  spiel     Lysergsäure    oder     Dihydrolysergsäure    mit Essig  säureanhydrid, dann findet eine weitgehende Um  wandlung des Moleküls statt. Der     stickstoffhaltige     Ring D wird aufgespalten, und es bildet sich in  sekundärer Reaktion ein     Lactam    [A.     Stoll,    A.

   Hof  mann und F.     Troxler,        Helv.    32, 506 (1949)], aber  eine     Acetylierung    findet auch in diesem Falle nicht  statt.  



  Durch das vorliegende neu aufgefundene Ver  fahren sind nun am     Indolstickstoff        acetylierte    Deri  vate der     Lysergsäure-Reihe    zugänglich geworden.  Das Verfahren wird beispielsweise so ausgeführt, dass  man ein     Lysergsäure-Derivat    der Formel     1I        in    einem  Lösungsmittel auflöst und durch die Lösung einen       Keten-Strom    leitet. Das Reaktionsgemisch kann nach  bekannten Methoden aufgearbeitet und     schliesslich     das Reaktionsprodukt     chromatographisch    gereinigt  werden.  



  Die als Ausgangsmaterial verwendeten     Lyserb          säure-Derivate    der Formel     1I    sind zum Beispiel nach  A.     Stoll    und A. Hofmann     [Helv.        Chim.    Acta 26, 944  (1943)] sowie A.     Stoll,    J. Rutschmann und W.           Schlientz        [Helv.        Chim.    Acta 32, 375 (1950)] zu  gänglich.  



  Als Lösungsmittel eignen sich Benzol,     Toluol,     Aceton und andere organische Verbindungen, die  selbst mit     Keten    nicht reagieren.  



  In     unpolaren    Lösungsmitteln, wie zum Beispiel  in Benzol, entstehen nur     Acetylderivate,    in Aceton  dagegen bilden sich infolge teilweiser     Polymerisation     des     Ketens    neben     Acetylderivaten    auch     Acetoacetyl-          verbindungen.     



  In     unpolaren    Lösungsmitteln lässt sich ein glatter  Verlauf der     Acetylierungsreaktion    erzielen, wenn  man eine geringe Menge einer tertiären Base,     zum     Beispiel     Trimethylamin,    zusetzt. In polaren Lösungs  mitteln, zum Beispiel in Aceton, genügt die     Basizi-          tät    der zu     acylierenden    Verbindung für den glatten  Verlauf der Reaktion. Die Reaktion kann ohne  Wärmezufuhr von aussen     durchgeführt    werden. Sie  verläuft unter geringer Selbsterwärmung.  



  Bei der Behandlung mit     Keten    bilden sich stets  auch     Keten-Polymerisationsprodukte,    die sich aber  von den gesuchten     Acetylierungsprodukten    auf Grund  des basischen Charakters der letztgenannten Ver  bindungen nach den üblichen Methoden leicht ab  trennen lassen.  



  Die neuen     1-Acetyl-Derivate        sind    grossenteils gut  kristallisierte Verbindungen, die kristallisierte     Salze     bilden. Sie lassen sich von den Ausgangsstoffen mit  tels der     Kellerschen    Farbreaktion leicht unterschei  den.

   Während bei den nicht     acylierten    Derivaten der       Lysergsäure    und der     Dihydrolysergsäure    mit eisen  cWoridhaltigem Eisessig und konzentrierter Schwefel  säure beim Durchschütteln momentan die typische  blaue Färbung auftritt, geben die neuen     1-Acetyl-          derivate    vorerst eine farblose Lösung, aus der sich  erst im Verlauf von einigen Minuten eine charak  teristische Farbe entwickelt.

   Die     1-Acetyl-lyserg-          säure-Derivate    sind durch eine     violettblaue    Färbung  gekennzeichnet, während die     1-Acetyl-dihydrolyserg-          säure-Verbindungen    eine     grünstichig    blaue     Farbreak-          tion    geben.  



  Die neuen     Acetylderivate        sind    gegen verdünnte  Säure beständig. Beim     Erwärmen    mit     Sodalösung     oder beim Stehenlassen mit Alkali dagegen wird  der     Acetylrest    hydrolytisch abgespalten.  



  Die neuen, am     Indolstickstoff        acetylierten    Deri  vate zeigen im allgemeinen ähnliche     pharmakodyna-          mische    Eigenschaften wie die entsprechenden nicht       acetylierten        Lysergsäure-Derivate.    Immerhin wirkt  sich zum Beispiel die     Acetylierung    aber nicht bloss  als Modifizierung sämtlicher Qualitäten nach der  selben Richtung aus, sondern führt zu     differenzierten     Änderungen.

   Die     Serotoninhemmung    durch     Lyserg-          säure-diäthylamid    beispielsweise ist im Falle der       1-Acetylverbindung    bis auf das     2,5fache    verstärkt,  während die Toxizität rund zehnmal geringer ist.       Lysergsäure-diäthylamid    bewirkt Temperatursteige  rung nach Verabreichung in hohen Dosen bei der  Ratte. Diese Wirkung fehlt dem     1-Acetyl-lysergsäure-          diäthylamid,    das, eher wie zum Beispiel      Hydergin        (eingetragene Marke), nur temperatursenkend wirkt.

    Die neuen Verbindungen sollen als     Pharmazeutika     sowie als Zwischenprodukte zur Herstellung solcher  Verwendung finden.  



  <I>Beispiel 1</I>       1-Acetyl-lysergsäure-methylester     Durch die Lösung von 0,65g     D-Lysergsäure-          methylester    in 50     cm3    Aceton wird während 50 Mi  nuten ein lebhafter     Keten-Strom    geleitet. Nach dieser  Zeit ist die Reaktion bereits beendet. Man     versetzt     die Lösung mit 300     cm3    Wasser und schüttelt den  Ansatz während     11/2    Stunden. Dann trennt man die  nichtbasische Ausscheidung durch Filtration ab, setzt  aus der sauren Lösung die     Acylierungsprodukte    mit       Natriumbicarbonat    frei und extrahiert dieselben  mit Chloroform.

   Der     Eindampfrückstand    des     Chloro-          formextraktes    wird zur Reinigung in     Benzollösung     durch eine Säule aus 30 g Aluminiumoxyd filtriert.  Aus den rascher     @    wandernden Fraktionen gewinnt  man 0,21 g     1-Acetyl-lysergsäure-methylester.    Dieser  kristallisiert aus Aceton beim Verdünnen mit     Petrol-          äther    in massiven kurzen Prismen.     Smp.    172-173 .  [a]     ;     _ +15  (c = 0,5 in Chloroform).

    
EMI0002.0084     
  
    C10H.,003N<B>:,</B> <SEP> Ber. <SEP> C <SEP> 70,35 <SEP> H <SEP> 6,22 <SEP> N <SEP> 8,64 <SEP> 0/0
<tb>  Gef. <SEP> 69,92 <SEP> 6,11 <SEP> 8,35 <SEP> 0/0       Beim Weiterentwickeln des     Chromatogramms    mit       Benzol,        das    2     %        Alkohol        enthält,        wird        der        besser        haf-          tende        1-Acetoacetyl-lysergsäure-methylester    heraus  gelöst.

   Man kristallisiert die Verbindung um, indem  man in Aceton löst und mit     Petroläther    verdünnt,  wobei kurze Spiesse vom     Smp.    168-169  erhalten  werden. Bei der     Kellerschen    Farbreaktion gibt die  Verbindung eine     gelbstichig    grüne Färbung.  



  [a] 20  = -7,5  (c = 0,5 in Chloroform).       C211-1.,204N.,        Ber.        C        68,83        H        6,05        N        7,65        %          Gef.    68,98 6,18     7,641/0     <I>Beispiel 2</I>       1-Acetyl-dihydrolysergsäure-methylester     Man leitet durch die Lösung von 2,

  0 g     Dihydroly-          sergsäure-methylester    in 60     cm3    Aceton während  1 Stunde einen lebhaften     Keten-Strom.    Dann wird  mit 500     cm3    Wasser verdünnt, 2 Stunden geschüt  telt und hierauf von den ausgeschiedenen nichtbasi  schen Nebenprodukten     abfiltriert.    Aus der sauren  Lösung setzt man die     Acylierungsprodukte    mit     Bi-          carbonat    frei und extrahiert sie mit Chloroform. Der  Rückstand der     Chloroformlösung    wird in Benzol ge  löst und an einer Säule aus 90 g Aluminiumoxyd       chromatographiert.     



  Beim     Eluieren    mit Benzol wird der     1-Acetyl-          dihydrolysergsäure-methylester    ins Filtrat gewaschen.  Als     Eindampfrückstand    des Filtrats erhält man 0,49 g  kristallisierten     1-Acetyl    -     dihydrolysergsäure    -     methyl-          ester.    Beim     Umkristallisieren    aus Benzol scheidet er  sich in massiven Prismen ab, die bei 182-183   schmelzen.     Kellersche    Farbreaktion:     Grünstichig    blau.

    [a] D = -98  (c = 0,5 in     Pyridin).       
EMI0003.0001     
  
    <B>C19H2203N2</B> <SEP> Ber. <SEP> C <SEP> 69,92 <SEP> H <SEP> 6,79 <SEP> N <SEP> 8,58 <SEP> Acetyl <SEP> 13,19 <SEP> 0/0
<tb>  Gef. <SEP> 69,61 <SEP> 6,67 <SEP> 8,78 <SEP> <B>12,280/0</B>       Mit Chloroform lässt sich aus dem     Chromato-          gramm    der besser haftende     1-Acetoacetyl-dihydroly-          sergsäure-methylester        eluieren.    Der     Eindampfrück-          stand    (0,61 g) wird aus Benzol umkristallisiert,  wobei Kristallplättchen vom     Smp.    190-191  er  halten werden.

       [a]D    = -114  (c = 0,5 in     Pyridin).          Kellersche    Farbreaktion: Grün.  
EMI0003.0013     
  
    <B>C21H2404N2</B> <SEP> Ber. <SEP> C <SEP> 68,46 <SEP> H <SEP> 6,57 <SEP> N <SEP> 7,60 <SEP> %
<tb>  Gef. <SEP> 68,51 <SEP> 6,66 <SEP> <B>7,65%</B>       <I>Beispiel 3</I>       1-Acetyl-dihydrolysergsäure-methylester     0,55 g     Dihydrolysergsäure-methylester    werden  unter Zusatz von 0,1     cm3    33prozentiger wässeriger       Trimethylaminlösung    in 30 cm?, Benzol gelöst.

   Durch  diese Lösung leitet man während 30 Minuten einen  lebhaften     Keten-Strom.    Hierauf dampft man im Va  kuum zur Trockne und     chromatographiert    den Rück  stand an 30g Aluminiumoxyd unter Verwendung  von Benzol als Lösungsmittel. Als     Eindampfrück-          stand    des Filtrats erhält man 0,45 g     kristallisierten          1-Acetyl-dihydrolysergsäure-methylester.    Nach dem       Umkristallisieren    werden aus Benzol 0,30 g analysen  reine Verbindung mit den im vorangegangenen Bei  spiel beschriebenen Eigenschaften erhalten.  



  <I>Beispiel 4</I>       1-Acetyl-lysergsäure-diäthylamid     Durch die Lösung von 1,0g     D-Lysergsäure-di-          äthylamid    in 30     em3    Benzol wird nach Zugabe von  0,1     em3        Triäthylamin    während 30 Minuten     ein          Keten-Strom    geleitet. Man dampft die Lösung zu  Sirupkonsistenz ein, verdünnt mit 30     cm3    Aceton  und schüttelt nach Zugabe von 500     cm3    Wasser  und 1,5     cm3    Eisessig während 1 Stunde.

   Die nicht  basischen Nebenprodukte, die sich dabei abscheiden,  werden hierauf     abfiltriert,    worauf man aus dem  sauren wässerigen Filtrat das     Acetylierungsprodukt     nach dem     Alkalisieren    mit     Bicarbonat    mit Chloro  form     extrahiert.    Der     Eindampfrückstand    der     Chloro-          formlösung    wird in Benzol gelöst und durch eine  Säule aus Aluminiumoxyd     filtriert.    Aus dem     Filtrat     gewinnt man 0,47 g     1-Acetyl-lysergsäure-diäthylamid,

       das als Base nicht     kristallisiert.    [a120 = -14   (c = 0,5     Pyridin).     



       Kellersche    Farbreaktion: Violett.  



  Die Verbindung lässt sich durch das wasserlös  liche     kristallisierte    saure     Tartrat    charakterisieren. Zu  dessen Herstellung gibt man     äquimolekulare    Mengen       1-Acetyl-lysergsäure-diäthylamid    und     D-Weinsäure     in Aceton zusammen, aus dem sich das     Bitartrat          sofort    in feinen     Kristallen    abscheidet.     Smp.    178 bis  180      [a]D    =     -6     (c = 0,5 in     Pyridin).     
EMI0003.0062     
  
    C22<B>,-1</B>2702N3 <SEP> ' <SEP> C4H00s
<tb>  Ber.

   <SEP> C <SEP> 60,57 <SEP> C <SEP> 6,45 <SEP> N <SEP> 8,15 <SEP> 0/0
<tb>  Gef. <SEP> 60,67 <SEP> 6,71 <SEP> 8,27 <SEP> %       <I>Beispiel 5</I>       1-Acetyl-lysergsäure-monoäthylamid     0,5g     Lysergsäure-monoäthylamid    löst man in  40     cm3        abs.    Benzol, fügt 0,1     cm3        Triäthylamin     hinzu und behandelt während 10 Minuten mit einem  lebhaften     Keten-Strom.    Nach der gleichen Aufar  beitung wie in den vorangehenden Beispielen wer  den 0,6 g Rohprodukt erhalten,

   das man mit etwas       abs.    Benzol     digeriert.    Der     benzolunlösliche    Teil ist  praktisch reines     1-Acetyl-lysergsäure-monoäthylamid     und kann direkt aus Aceton oder     Chloroform        um-          kristallisiert    werden, wobei ein mikrokristallines  Produkt vom     Fp.    220-223  erhalten wird.

       Chro-          matographiert    man den     benzollöslichen    Teil an einer  Säule von Aluminiumoxyd, so wird eine weitere       Portion    des gesuchten     Acetylierungsproduktes    mit       Benzol        +        1/2        %        Alkohol        eluiert.        Gesamtausbeute:     0,4 g.     Kellersche    Farbreaktion:

   im Laufe einiger  Minuten     violettblau.    [a]20 = -20  (c = 0,4 in       Pyridin).     
EMI0003.0093     
  
    C2oH2302N3 <SEP> Ber. <SEP> C <SEP> 71,19 <SEP> H <SEP> 6,87 <SEP> O <SEP> 9,48 <SEP> %
<tb>  Gef. <SEP> 70,92 <SEP> 7,05 <SEP> 9,971/o

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von am Indolstick- stoff acvlierten Derivaten der LvserQsäure-Reihe der Formel I EMI0003.0098 worin R1 eine Alkoxyl-, Monoalkylamino- oder Dialkylamino-Gruppe und x y eine CH.-CH < - oder -CH=C < - Gruppe bedeuten, dadurch gekennzeichnet,
    dass man ein Lysergsäure- Derivat der Formel II EMI0003.0109 in einem Lösungsmittel mit gasförmigem Keten be handelt.
CH336079D 1954-12-29 1954-12-29 Verfahren zur Herstellung von am Indolstickstoff acylierten Derivaten der Lysergsäure-Reihe CH336079A (de)

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