Fernsteuereinrichtung für Eisenbahnsicherungsanlagen Die vorliegende Fernsteuereinrichtung für Eisen bahnsicherungsanlagen ist eine Verbesserung der im Hauptpatent Nr.331111 definierten Erfindung.
Bei der vorliegenden Fernsteuereinrichtung für Eisenbahnsicherungsanlagen erfolgt die Übertragung von unterschiedlichen Befehlen, zum Beispiel Ein und Aus -Befehle, durch Gleichstromimpulse ver schiedener Polarität über ein Aderpaar von einer Sendestelle nach einer Empfangsstelle. Diese Gleich stromimpulse werden zum Beispiel durch Betätigen des Ein/Aus-Schalters erzeugt und erregen vorteil- hafterweise Anschaltrelais, deren Kontakte die zuge ordneten Gleichstromimpulse auf das Aderpaar schal ten.
In der Sendestelle sowie in der Empfangsstelle sind synchron arbeitende Schalteinrichtungen vor handen, zum Beispiel Schrittschaltwerke oder Relais ketten, deren synchrone Arbeitsweise mindestens teil weise überwacht ist. Diese Schalteinrichtungen wei sen eine Anzahl Schaltstellungen auf, die in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sind, wobei jedem Befehl, das heisst Gleichstromimpuls, eine bestimmte Schaltstellung dieser Schalteinrichtung entspricht. In der Sendestelle und in der Empfangsstelle wirken diese Gleichstromimpulse je auf Impulsrelais, zum Beispiel zwei Impulsrelais. Kontakte der beiden in der Empfangsstelle befindlichen Impulsrelais betäti gen Empfangsrelais, zum Beispiel zwei Empfangs relais.
In der Empfangsstelle ist ein Schaltorgan vorhanden, welches durch Kontakte der Impulsrelais und Kontakte der Empfangsrelais dann beeinflusst wird, wenn der Gleichstromimpuls gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Impuls auf ein und derselben Schaltstellung der Schalteinrichtung die ent gegengesetzte Polarität aufweist.
Nach der vorlie genden Erfindung ist die Einrichtung dadurch gekennzeichnet, dass, nachdem mittels eines Kon taktes des Schaltorgans und eines Kontaktes des Impulsrelais ein Empfangsrelais betätigt worden ist, welches den übertragenen Gleichstromimpuls als übertragenen Befehl festhält, über einen Kontakt eines Empfangsrelais und einen Kontakt eines Impulsrelais sowie einen Kontakt des Schaltorgans eine Gleich stromquelle auf das Aderpaar geschaltet wird, in der Weise, dass diese Gleichstromquelle mit der Gleich stromquelle in der Sendestelle in Serie zu liegen kommt, wodurch im Aderpaar eine grössere Strom stärke als die normale Impulsstromstärke erzeugt wird und in der Sendestelle der Gleichstromimpulse durch eine Empfangseinrichtung empfangen wird, welche in einer der beiden Verbindungsleitungen liegt,
wobei Kontakte dieser Empfangseinrichtung eine ver zögert arbeitende Störungsmeldeeinrichtung und über Kontakte eines Impulsrelais in der Sendestelle sowie über einen Kontakt eines Sendekontrollrelais ein Schaltorgan steuern, welches über seine Kontakte die Anschaltrelais der Gleichstromimpulse und die Störungsmeldeeinrichtung, welche infolge der Ver zögerung noch nicht gearbeitet hat, abschaltet, wo durch die Impulsrelais stromlos werden und mittels ihrer Kontakte die Schalteinrichtungen auf die nächste Schaltstellung bringen und die Schaltorgane veran lassen, in ihre Grundstellung zurückzukehren.
Anhand der Fig. 1 bis 6 sei ein Ausführungs beispiel der Erfindung beschrieben.
Fig. 1 stellt den Übertragungsstromkreis dar, wel cher die Sendestelle S und die Empfangsstelle E über die Adern I und Il verbindet. Mit<I>A, B,</I> C und D sind die Impulsrelais bezeichnet, die polarisierte Re lais sind, aber auch Relais mit Ventilzellen sein können. Mit Hilfe der Kontakte X1 und X2 des Anschaltrelais <I>X</I> sowie den Kontakten Y1 und<I>Y2</I> des Anschaltrelais Y werden die Gleichstromimpulse auf die Adern I und 1I geschaltet. Über die Kon takte AB1 des Schaltorgans<I>AB</I> (Fig.6) und den Kontakten A3 bzw.
B3 der Impulsrelais A und B, den Kontakten EP2 bzw. EM2 der Empfangsrelais EP und<I>EM,</I> wird in der Empfangsstelle E die Batterie N in Serie zur Batterie M in der Sende stelle S auf das Aderpaar geschaltet. In der Sende stelle S wird das Relais W durch die grössere Strom stärke zum Arbeiten gebracht.
Fig. 2 stellt den Stromkreis der Impulsanschalt- relais <I>X</I> und<I>Y</I> für die Gleichstromimpulse dar. Die ser Stromkreis enthält den Kontakt CD1 des Schalt organs<I>CD,</I> den Läufer der Schalteinrichtung SchS, welche in der Zeichnung auf der Schaltstellung 3 steht, die Impulsschalter Ein und Aus , die entsprechend dem zu übertragenden Befehl zu be tätigen sind, und die Spulen der Anschaltrelais X bzw. Y sowie die zu den Impulsschaltern parallel geschalteten Selbstschaltekontakte X3 und Y3 der Relais X bzw. Y.
Fig. 3 stellt den Stromkreis des Schaltorgans<I>CD</I> in der Sendestelle S dar. Dieser Stromkreis enthält den Kontakt<I>W 1</I> der Empfangseinrichtung <I>W</I> (Fig. 1), die Kontakte C 1 und D 1 der Relais C bzw.
D, welche je nach der Polarität des Gleich stromimpulses, der dem gegebenen Ein - oder Aus -Befehl entspricht, geschlossen sind und die Kontakte SP1 und SM1 von nicht dargestellten Sendekontrollrelais SP bzw.<I>SM</I> sowie die Spule des Schaltorgans<I>CD.</I> Die Selbsthaltekontakte CD2 bzw. CD3 parallel zu den Kontakten SP1 bzw. SMl halten den Anker des Schaltorgans<I>CD</I> in seiner angezogenen Lage, wenn die Kontakte SPl bzw.
SMl der Sendekontrollrelais SP bzw.<I>SM</I> wieder öffnen. Der Anker des Relais, welches in der Zeich nung das Schaltorgan<I>CD</I> darstellt, ist angezogen, wenn Strom durch die Spule des Relais fliesst und abgefallen, wenn kein Strom fliesst. Es ist aber auch denkbar, dass der Anker dieses Relais abgefallen ist, wenn Strom durch die Spule fliesst und angezogen wird, wenn kein Strom fliesst. Das Schaltorgan kann auch als Relais mit mechanischer oder magnetischer Abstützung versehen sein oder aus mehreren Relais bestehen.
Fig.4 stellt den Stromkreis der Störungsmelde-' einrichtung dar. Dieser Stromkreis enthält den Kon takt<I>W2</I> der Empfangseinrichtung<I>W</I> (Fig. 1), den Kontakt CD4 der Schalteinrichtung<I>CD</I> (Fig. 3) und die Spule des Relais V, welches mit einer nicht dargestellten Verzögerungseinrichtung versehen ist. Der Anker des Relais V ist abgefallen, wenn kein Strom durch die Relaisspule fliesst.
Es ist aber auch denkbar, dass der Anker angezogen ist, wenn kein Strom fliesst. Die eigentliche Verzögerungseinrich tung kann dabei mechanischer oder elektrischer Art sein, wobei zur Verwirklichung einer elektrischen Verzögerung Relaisspulen mit Kurzschlusswicklun- gen oder Kondensatoren verwendet werden.
Fig. 5 stellt den Stromkreis der Empfangsrelais EP und<I>EM</I> dar. Dieser Stromkreis enthält den Kontakt AB4 des Schaltorgans<I>AB</I> (Fig.6), die Kontakte A1 und B1, die entsprechend der Polarität des über- tragenen Gleichstromimpulses geschlossen sind, und die Spulen der Empfangsrelais EP und<I>EM</I> sowie die Schalteinrichtung SchE, deren Läufer im gezeich neten Beispiel auf der Schaltstellung 3 steht.
Durch eine gegenseitige mechanische Abstützung der Re lais EP und<I>EM</I> wird der übertragene Befehl im stromlosen Zustand der Relais EP bzw.<I>EM</I> festge halten. Die dargestellte Lage entspricht dem Ein Befehl. Es ist auch denkbar, diese Relais mit Selbst haltung oder mit magnetischer Abstützung zu ver sehen.
Fig. 6 stellt den Stromkreis des Schaltorgans<I>AB</I> in der Empfangsstelle E dar. Dieser Stromkreis ent hält die Kontakte A2 und<I>B2</I> der Relais<I>A</I> bzw.<I>B,</I> welche je nach der Polarität des Gleichstromimpul ses, der dem empfangenen Befehl entspricht, ge schlossen sind und die Kontakte EP1 und EM1 sowie die Spule des Schaltorgans<I>AB.</I> Selbsthalte kontakte AB3 bzw. AB2, parallel zu Kontakten EP1 bzw. EMl halten den Anker des Schalt organs<I>AB</I> in seiner angezogenen Lage, wenn die Kontakte EP1 bzw. EMl der Empfangsrelais wie der öffnen.
Der Anker des Relais, welches in der Zeichnung des Schaltorgans<I>AB</I> darstellt, ist ange zogen, wenn kein Strom durch die Spule des Relais fliesst und abgefallen, wenn kein Strom fliesst. Es ist aber auch denkbar, dass der Anker des Relais abgefallen ist, wenn Strom durch die Spule fliesst und angezogen, wenn kein Strom fliesst. Das Schalt organ kann auch als Relais mit mechanischer oder magnetischer Abstützung versehen sein oder aus mehreren Relais bestehen.
Wie der Vergleich von Fig. 5 und Fig. 6 zeigt, ist es möglich, Teile der Schaltanlagen der Sende- und der Empfangsstelle so zu bauen, dass sie min destens teilweise aus Relais und Kontakten der Schaltorgane mit derselben Schaltfunktion bestehen.
Wenn nun zum Beispiel der Befehl Aus von der Sendestelle S zur Empfangsstelle E übertragen werden soll, das Empfangsrelais EP (Fig.5) also auf Ein steht, und dieser Befehl einem Gleich stromimpuls entspricht, der gegenüber dem un mittelbar vorangegangenen die entgegengesetzte Polarität aufweist, so spielen sich folgende Vor gänge ab:
Das Relais Y (Fig.2) wird über den Kontakt Aus und den Kontakt CD1 erregt und hängt sich über seinen Selbsthaltekontakt Y3 auf; die Kontakte Y1 und Y2 (Fig. 1) schliessen den Strom kreis von Batterie Minus über Kontakt Y2, der Spule des Impulsrelais D, Ader 1I, Kontakt<I>ABI,</I> Spule des Impulsrelais B, Ader I, Kontakt Y1 auf Batterie Plus. Relais<I>D</I> und<I>B</I> ziehen an.
Dadurch wird der Stromkreis des Schaltorgans<I>AB</I> (Fig.6) in der Empfangsstelle E und dem geschlossenen Kontakt EMl, entsprechend der Stellung Ein der Relais EP und<I>EM</I> (Fig.5) geschlossen. Das Relais<I>AB</I> zieht an und schliesst den Stromkreis des Empfangsrelais EM von Batterie Plus über Kontakt AB4, Kontakt B l, Spule des Relais<I>EM,</I> Schaltstellung 3 und dem Läufer der Schalteinrich tung SchE auf Batterie Minus.
Das Empfangs relais EM zieht an und löst die mechanische Ab stützung von Relais EP aus. Der Kontakt EMl (Fig. 6) des Relais EM öffnet; dies hat aber keine Folgen, da der Selbsthaltekontakt AB2 des Relais <I>AB</I> parallel zu diesem Kontakt geschlossen ist. Das Relais EM hält den übertragenen Befehl Aus fest.
Die Kontakte B3,<I>B4</I> und ABl (Fig.l) in der Empfangsstelle E sind nun auch geschlossen und schalten über den geschlossenen Kontakt EM2 die Batterie N in Serie mit der Batterie M an die Schleife I bis 1I. Dadurch steigt der Strom in der Schleife an und das Relais W wird erregt, wo durch die Kontakte Wl und W2 (Fig.3 und 4) geschlossen werden.
Das verzögert arbeitende Re lais V (Fig. 4) erhält Spannung über den geschlos senen Kontakt<I>W2</I> sowie den Kontakt CD4. Gleich zeitig erhält auch das Relais<I>CD</I> (Fig. 3) Spannung über die geschlossenen Kontakte<I>W 1</I> und<I>D 1</I> sowie den Kontakt SMl. Da das Relais CD jedoch schneller anzieht als das verzögert arbeitende Re lais V, wird mit dem Kontakt CD4 der Stromkreis des Relais V unterbrochen, bevor dessen Anker ge arbeitet hat. Kontakte der Relais<I>CD</I> und<I>D</I> steuern Sendekontrollrelais SP und<I>SM,</I> deren Stromkreise nicht dargestellt sind.
Der Kontakt SMl des Sende- kontrollrelais <I>SM</I> wird geöffnet, aber das Relais<I>CD</I> bleibt gleichwohl erregt, da sein Selbsthaltekontakt CD3 den Kontakt SMl überbrückt. Mit dem Kon takt CD1 (Fig.2) des Relais<I>CD</I> wird der Strom kreis des Relais Y unterbrochen, so dass dasselbe abfällt und mittels der Kontakte Y1 und Y2 den Gleichstrom von dem Aderpaar 1 bis 1I abschaltet.
Dadurch fallen die Relais<I>D</I> und<I>B</I> wieder ab und öffnen die Stromkreise der Relais<I>AB</I> (Fig. 6), <I>EM</I> (Fig.5) und<I>CD</I> (Fig.3), wonach die Relais <I>AB</I> und<I>CD</I> wieder in ihre Grundstellung zurück kehren, während Relais EM mechanisch abgestützt bleibt. Über nicht gezeichnete Kontakte der Relais <I>A</I> bzw.<I>B</I> und C bzw.<I>D</I> werden die Schalteinrich tungen auf die nächste Schaltstellung gebracht.
Falls jedoch der für einen übertragenen Befehl als Quittungsimpuls wirkende Strom, hervorgerufen durch die Serieschaltung der Batterien M und N, durch störende Einflüsse ausbleiben sollte, so wer den auf der Sendestelle S der Gleichstromimpulse die Empfangseinrichtung W und in der Folge das Schaltorgan<I>CD</I> (Fig. 3) nicht arbeiten, was bewirkt, dass der Stromkreis der Impulsanschaltrelais X oder Y dauernd geschlossen bleibt und der Gleichstrom nicht abgeschaltet wird.
Die Schalteinrichtungen SchS und SchE (Fig. 2 und 5) können in diesem Fall nicht fortschalten. Über hier nicht darge stellte Mittel wird auch in diesem Fall die Störung gemeldet.
Die gezeichnete Ausführungsform der Erfin dung schliesst die Möglichkeit ein, auf den soge nannten Leerstellungen der Schalteinrichtungen, das heisst denjenigen Schaltstellungen, welche nicht durch Anschaltrelais für Befehle belegt sind und für den Weiterausbau als Reservestellungen dienen, Prüf stellungen anzuordnen. Beim Umlauf der Schalt einrichtungen. wird bei jedem Wiederkehren dieser Prüfstellungen ein Gleichstrom auf diese Prüfstel lungen geschaltet, dessen Polarität den gegenüber dem normalen Impuls vergrösserten Strom auslöst. Dadurch werden die Schaltorgane zwangläufig ge prüft.
Die Fernsteuereinrichtung kann auch derart aus gebildet sein, dass ein Teil der Schaltstellungen der Schalteinrichtung in der Sendestelle auch als Emp fangseinrichtung wirkt und derselbe Teil der Schalt stellungen der Schalteinrichtung als Sendeeinrich tung wirkt. Dadurch können mit einer Fernsteuer einrichtung Befehle in beiden Richtungen übertra gen werden. Besonders wenn die Schalteinrichtung in der Sendestelle identisch ist mit derjenigen in der Empfangsstelle, wirkt sich diese Massnahme relaissparend aus.