Instrument für Flugzeugnavigation Die vorliegende Erfindung betrifft ein Instru ment für Flugzeugnavigation mit wenigstens zwei relativ zueinander verschiebbaren und drehbaren Teilen, wobei der erste, plattenförmig ausgebildete Instrumententeil eine Driftwinkelskala sowie eine be züglich des Zentrums dieser Skala durch konzen trische Kreisstücke gebildete Flugzeuggeschwindig- keitsskala trägt, während der zweite,
als Windrich- tungs-Gradscheibe ausgebildete Teil eine bezüglich des Zentrums der Gradscheibe durch kon zentrische Kreise gebildete Windgeschwindigkeits- skala aufweist. Bei bekannten Instrumenten dieser Art ist der plattenförmige Instrumententeil als Schieberplatte ausgebildet, auf welcher eine Schieber hülse gelagert ist, die ihrerseits auf der Seite der Driftwinkelskala der Schieberplatte die drehbar ge lagerte, aus durchsichtigem Material bestehende Gradscheibe trägt.
Die Rückseite der Schieber platte und der Schieberhülse trägt üblicherweise weitere Mess- und Ableseskalen, so dass praktisch alle für die Flugzeugnavigation erforderlichen Daten mittels eines einzigen Instrumentes berechnet bzw. von diesem abgelesen werden können.
Der Hauptnachteil dieser bekannten Instrumente besteht in ihrem relativ hohen Gewicht und den unvermeidlich grossen Herstellungskosten, was zur Hauptsache eine Folge der notwendigerweise sta bilen und komplizierten Bauart der Schieberhülse ist.
Die vorliegende Erfindung vermeidet diesen Nach teil, da sie die Verwendung einer speziellen Schieber hülse überflüssig macht. Erfindungsgemäss ist das Instrument dadurch gekennzeichnet, dass die Längs ränder des plattenförmigen Instrumententeils zur Schaffung von Führungsnuten für die Gradscheibe einwärtsgebördelt sind, und dass die mit ihrem Rand in diese Führungsnuten eingreifende, über den genannten Skalen des plattenförmigen Instrumenten- teils verschiebbare und drehbare Gradscheibe aus durchsichtigem Kunststoff besteht.
Man spart bei dieser Ausführungsart nicht nur das Material und die Arbeit zur Herstellung einer Schieberhülse, sondern man erhält ausserdem ein Instrument, dessen Rückseite in keiner Weise durch Teile einer Schieberhülse verdeckt ist und somit vollständig zur Aufnahme weiterer Mess- bzw. Ab leseskalen zur Verfügung steht.
Der Erfindungsgegenstand ._ c der beiliegen den Zeichnung beispielswei dargestellt; es zeigt: Fig. 1 das Instrument x Draufsicht und Fig.2 einen Querschnitt durch das Instrument nach der Linie II-11 in Fig. 1.
Das dargestellte Instrument besitzt einen platten- förmigen Teil 1, der zweckmässig durch einen Blech streifen aus anodisch oxydiertem Leichtmetall ge bildet ist. Auf der in Fig.l ersichtlichen Ober seite des Blechstreifens 1 ist eine Driftwinkelskala 2 angebracht, die einen Ausschnitt einer kreisförmigen Gradskala darstellt. Ferner ist auf dieser Blech streifenseite eine Fluggeschwindigkeitsskala 3 an geordnet,
welche durch konzentrische Kreise mit Mittelpunkt im (auf der Zeichnung nicht darge stelltem) Zentrum der Driftwinkelskala gebildet ist. Die Längsränder la des Blechstreifens 1 sind nach der Oberseite des Streifens hin einwärtsgebördelt. Da durch sind auf der Streifenoberseite nach innen offene Randnuten 4 (Fig.2) geschaffen, welche dem durch eine Gradscheibe 5 aus biegsamem, durchsichtigem Kunststoff gebildeten zweiten In strumententeil als Führung dienen.
Diese mit einer 360 -Teilung versehene, als Flug- und Windrich tungsskala dienende Gradscheibe greift mit ihrem Rand lose in die Nuten 4 und ist demzufolge auf der Oberseite des Blechstreifens 1 von Hand frei verschiebbar und drehbar; ihr Zentrum liegt auf dem 0 -Radius der Driftwinkelskala 2, der parallel zu den Längsrändern des Blechstreifens 1 bzw. zur Richtung der Relativverschiebung der Instru- mententeile 1 und 5 verläuft.
Die Gradscheibe 5 ist ausserdem mit einer bezüglich des Scheiben zentrums durch konzentrische Kreise gebildeten Windgeschwindigkeitsskala 6 versehen. Auf der Rückseite des Blechstreifens 1 sind in an sich be kannter Weise weitere Mess- und Ableseskalen (Mass-, Temperatur- und Geschwindigkeitsumrech- nungsskalen, Brennstoffverbrauchsmessskalen usw.) vorgesehen, die beim gezeichneten Beispiel eine weitere, am Blechstreifen drehbar gelagerte Grad scheibe 7 umfassen.
Das beschriebene Instrument kann so mit allen nötigen Hilfsmitteln versehen sein, um die ver schiedenen Berechnungen vorzunehmen, welche bei der Flugzeugnavigation benötigt werden. Angenom men, es soll mit einer Geschwindigkeit von 160 Knoten von<I>A</I> nach<I>B</I> (zum Beispiel 345 ) geflogen werden bei Windrichtung 60 , und einer Windge schwindigkeit von 40 Knoten; gesucht sind in diesem Fall der Driftwinkel und die tatsächlich zu flie gende Geschwindigkeit.
Man schiebt zu diesem Zweck die Gradscheibe 5 mit ihrem Zentrum derart auf die Marke 160 der Fluggeschwindigkeitsskala 3, dass die Kurslinie 345 der Gradscheibe in Richtung der zunehmenden Fluggeschwindigkeit auf den 0 -Radius der Driftwinkelskala 2 zu liegen kommt (Fig. 1).
Unter dem Schnittpunkt a des 60 - Radius der Gradscheibe 5 (Windrichtung) mit dem 40-Knoten-Kreis dieser Scheibe (Windgeschwindig keit) kann nun auf der Driftwinkelskala 2 des In- strumententeils 1 der Driftwinkel abgelesen werden, der im vorliegenden Fall etwa 13 beträgt. Gleich zeitig kann unter dem genannten Schnittpunkt a auf der Fluggeschwindigkeitsskala 3 die zu fliegende Geschwindigkeit abgelesen werden, die bei der ge zeichneten Einstellung 174 Knoten beträgt.
Im Zentrum der Gradscheibe 5 ist zweckmässig ein Messfaden befestigt, der es, wie leicht ersicht lich, gestattet, die Gradscheibe 5 zur Karten-Winkel- messung heranzuziehen.
Um ein unerwünschtes Herausfallen der Grad scheibe 5 aus ihren Führungsnuten zu verhindern, sind die Enden der einwärtsgebördelten Ränder la auf den Blechstreifen 1 aufgenietet oder unter Schliessung der Nuten 4 an diesen Stellen gegen den Blechstreifen 1 gepresst; dadurch sind Anschläge geschaffen, welche den Verschiebungsweg der Grad scheibe 5 begrenzen. Ein Einsetzen der Gradscheibe 5 in ihre Führungsnuten 4 bzw. ein Auswechseln dieser Gradscheibe kann durch entsprechendes Biegen der aus elastischem Kunststoff bestehenden Gradscheibe von der Oberseite des Blechstreifens her erfolgen.
Sowohl das Material der Gradscheibe 5 als auch die Oxydschicht des Blechstreifens 1 ermög lichen ohne weiteres das Auftragen von leicht weg wischbaren Hilfsvermerken auf den Instrumenten teilen mittels eines Bleistifts.
Das beschriebene Instrument ist leicht, einfach zu handhaben und relativ billig in der Herstellung trotzdem bietet es für die Flugzeugnavigation alle Möglichkeiten, wie sie bei bisher verwendeten teureren Instrumenten dieser Art vorhanden sind.