Geteilte Rohrmuffe Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine geteilte Rohrmuffe, insbesondere zum Anbohren von unter Druck stehenden Rohrleitungen, mit in Aus- nehmungen angeordneten und durch Spannelemente zusammenpressbaren Dichtungen. Die Teile der Rohr muffe werden beim Gebrauch unter Einschluss des Rohres zusammengefügt und sollen dazu dienen, an bereits verlegten Rohrleitungen eine Abzweigleitung zu schaffen, oder aber sie finden Verwendung zum Abdichten von Rundbrüchen bei Rohrleitungen.
Bei bekannten Rohrmuffen werden die beiden Hälften unter Zwischenschaltung von Gummiman schetten zusammengefügt, die durch Spannelemente gegen den Rohrmantel gepresst werden und so an der betreffenden Stelle ein Ausströmen des Mediums ver hindern. Weiter ist bekannt, zur Herstellung von Ab zweigleitungen an unter Druck stehenden Rohrleitun gen Rohrschellen zu verwenden, die mit Anbohrappa- raten zusammenwirken. Die bisher bekannten Vor richtungen dieser Art haben den Nachteil, dass der Querschnitt der von der angebohrten Leitung ab gehenden Abzweigleitung maximal lediglich etwa 351/o des anzubohrenden Rohrquerschnittes beträgt.
In der Praxis ist es jedoch vielfach erwünscht, der Abzweigleitung einen grösseren Querschnitt, etwa den des Hauptrohres, zu geben, was aber mit den bisher bekannten Anbohrschellen nicht möglich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu grunde, eine geteilte Rohrmuffe der genannten Art zu schaffen, bei der die angeführten Nachteile mit einfachen und wohlfeilen Mitteln vermieden sind. Dieses Ziel wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Rohrmuffe gegenüber der abzudichtenden Rohrleitung eine solche Weite hat, dass zwischen Lei- tung und Innenwandung der Rohrmuffe ein freier, ab dichtbarer Raum entsteht.
Vorzugsweise sind zur Ab dichtung des kammerartigen Zwischenraumes in Längsrichtung an den Stirnenden der Rohrmuffe Aus- nehmungen mit einem geneigt zur Rohrmuffenlängs- achse verlaufenden Wandungsteil vorgesehen, der mit einem im Querschnitt keilförmigen, quergeteilten und durch Spannelemente zusammenpressbaren Gummi ring zusammenwirkt.
Durch die erfindungsgemässe Ausbildung der Rohrmuffe ist zunächst das seitliche Anbohren von Rohrleitungen erheblich vereinfacht. Denn mit den bekannten Rohrmuffen ist ein solches seitliches An bohren entweder überhaupt nicht oder nur unter grossem Aufwand möglich, weil vielfach der Platz zur Benutzung, der erforderlichen Bohreinrichtung fehlt oder erst durch grosse Erdarbeiten geschaffen werden muss. Bei der erfindungsgemässen Rohrmuffe kann der kammerartige Zwischenraum zur Weiterleitung des Mediums mit herangezogen werden, was beim Her stellen von seitlichen Anbohrungen ausgenutzt wird.
Man geht in diesem Falle zweckmässig so vor, dass man das Rohr von oben her anbohrt, was in an sich bekannter Weise durch eine Rohrmuffe oder durch den Abzweigstutzen der Rohrmuffe hindurch erfolgt. Danach lockert man die Befestigungsschrauben der Rohrmuffe ein wenig, und zwar so weit, dass ein Schwenken derselben um 90 oder einen davon ab weichenden kleineren oder grösseren Winkel möglich ist. Der Stutzen der Rohrmuffe, der die Abzweiglei tung aufnimmt, ist dann nicht mehr an der Oberseite, sondern seitlich angeordnet. Nach Anziehen der Schrauben ist die seitliche Abzweigstelle geschaffen, wobei - wie gesagt - der kammerartige Dichtraum zur Weiterleitung der Flüssigkeit herangezogen wird.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erfindungs gemässen Rohrmuffe ist, dass die Abzweigleitung im wesentlichen den gleichen Querschnitt haben kann wie die anzubohrende Rohrleitung. Beim Anbohren etwa auftretende Risse oder Brüche können sich nicht schädlich auswirken, weil die Anbohrstelle von dem abgedichteten kammerartigen Raum umgeben ist.
Um die keilförmig .gestalteten Dichtungsringe gegen den Rohrmantel pressen zu können, werden zweckmässig als Spannelemente dienende Schrauben benutzt, die in Längsrichtung der Rohrmuffe wirksam sind und die unter Zwischenschaltung von geteilten Metallringen an den Dichtungen angreifen. Beim An ziehen dieser Schrauben wird eine grosse Kraftkom ponente in radialer Richtung wirksam, wodurch, wie gewünscht, die Dichtung fest gegen den Rohrmantel gepresst wird. Vorteilhaft sind jedem der das Rohr umfassenden Dichtungsringe mehrere, unabhängig voneinander betätigbare Schrauben zugeordnet. Hier durch erhält man eine Anpassungsmöglichkeit an die oft abschnittsweise sich ändernde Beschaffenheit der Oberfläche des Rohres.
Es lassen sich auch somit räumlich begrenzte Risse oder Vertiefungen der Rohr oberfläche gut abdichten. Allgemein kann der durch die Schrauben auf die Dichtungsringe ausgeübte Druck verschieden gross gewählt werden, insbesondere kann der Druck auf den einen Dichtungsring grösser. oder kleiner sein als der auf den auf der gegen überliegenden Seite angebrachten Dichtungsring. Hinzu kommt, dass auch die einzelnen Schrauben ver schieden stark angezogen werden können, um örtliche Unebenheiten zu berücksichtigen.
Die zwischengeschalteten Metallringhälften, die ein Beschädigen der elastischen Dichtung verhindern sollen, können lose auf die Dichtung aufgelegt wer den; jedoch ist es aus montagetechnischen Gründen vorteilhaft, die Metallringhälften in die Dichtungen einzuvulkanisieren. Die Metallteile sind dabei zweck mässig halbringförmig gestaltet und so in den Gummiring eingebettet, dass einmal im Bereich der Trennfuge des Dichtungsringes und zum andern auf der dieser gegenüberliegenden Seite einlagenfreie Teile entstehen. Es ist so eine Art Gelenk gebildet, das zum Aufklappen der beiden Hälften des Gummi ringes benutzt wird und ein leichtes Anbringen auf der Rohrleitung ermöglicht.
Um die einlagenfreien, also nicht geschützten Teile der Ringe vor dem An griff der Spannelemente zu schützen, sind sie zweck mässig kenntlich gemacht. Dies kann beispielsweise derart geschehen, dass in jedem Ring ein zugleich als Handhabe und Markierung dienender Stahl- oder Eisenstift eingelassen ist, der ein Verschwenken des vorher mit Graphit und Glyzerin eingeschmierten Ringes ermöglicht. Mit Hilfe dieser Handhabe kann der Ring vom Monteur immer in seine richtige Lage im Aufnahmeraum gebracht werden, was sich nicht nur günstig auf die Lebensdauer des Rohres, sondern auch auf die Abdichtung selbst auswirkt.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung in mehreren Ausführungsbeispielen dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine zweiteilige, als Abgangsstück ausgebildete Rohrmuffe, Fig.2 einen Querschnitt durch die Rohrmuffe nach Fig. 1, Fig. 3 eine andere Ausführungsform der Rohr muffe in schaubildlicher Darstellung, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3, Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 4,
Fig. 6 einen Dichtungsring in Ansicht und Fig. 7 einen Schnitt durch den Dichtungsring nach der Linie VII-VII der Fig. 6.
Die Rohrmuffe besteht, wie aus den Fig. 1 und 2 der Zeichnung hervorgeht, aus zwei Teilen, dem Ober teil 1 und dem Unterteil 2, die über ein Rohr 3 unter Einschluss desselben gelegt werden. Zur Verbindung der beiden Teile der Rohrmuffe besitzt diese Seitenflansche 4, die von Schrauben 5 durch griffen werden. Zwischen den beiden Teilen 1 und 2 der Rohrmuffe liegen Gummistreifen 6, die, wie aus der Fig. 2 hervorgeht, im Querschnitt etwa V-förmig gestaltet sind und deren Spitzen im dar gestellten Ausführungsbeispiel nach entgegengesetz ten Richtungen weisen.
Die Gummistreifen 6 verlau fen in Längsrichtung des Rohres 3 und dienen zur Abdichtung der Trennfuge, zwischen den beiden Rohrmuffenhälften 1, 2. Die Rohrmuffe 1, 2 besitzt gegenüber der abzudichtenden Leitung 3 eine solche Weite, dass zwischen ihr und der Innenwandung der Rohrmuffe ein freier, abdichtbarer Raum 21 entsteht.
Im Ober- und Unterteil der Rohrmuffe sind für weitere Dichtungskörper 8 Ausnehmungen 7 vorge sehen, die sich nach dem Zusammenbau der Rohr muffenteile zu einer umlaufenden Ausnehmung er gänzen. Der Wandungsteil 9 der Ausnehmung 7 ver läuft geneigt zur Längsrichtung der Rohrmuffe. Mit diesem Wandungsteil wirkt der keilförmig gestaltete, elastische Dichtungskörper 8 zusammen, der zum Beispiel aus Gummi gefertigt ist. Das Anpressen des Dichtungskörpers 8 an den Mantel des Rohres 3 er folgt durch Schrauben 10.
Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 der Zeichnung sind jedem Dichtungskörper sechs unabhängig voneinander be- dienbare Schrauben 10 zugeordnet. Die Schrauben 10 greifen nicht unmittelbar am Dichtungskörper 8 an, sondern unter Zwischenschaltung von aus zwei Hälf ten bestehenden Stahlringen 11, die ebenfalls in der Ausnehmung 7 untergebracht sind.
Der Oberteil 1 der Rohrmuffe besitzt eine Boh rung 12, die die der Einfachheit halber nicht dar gestellte Abzweigleitung aufnehmen soll. Zur Her stellung der Verbindung zwischen Rohrmuffe und Abzweigleitung ist die die Bohrung 12 begrenzende Wandung mit einem Innengewinde 13 versehen.
In den Fig. 3 bis 5 der Zeichnung ist eine andere Ausführungsform der erfindungsgemässen Rohrmuffe dargestellt. Der Oberteil 1 der Rohrmuffe besitzt bei dieser Ausführungsform einen mit einer Bohrung 12 versehenen Stutzen 14, dessen äusseres Ende in einen Flansch 15 übergeht, in dem mit 16 bezeichnete Boh rungen zur Aufnahme von Befestigungselementen wie Schrauben vorgesehen sind, die zum Anschluss der Abzweigleitung dienen. Auch die in Längsrich tung des Rohres verlaufenden Dichtungen 17 an der Trennfuge beider Hälften 1, 2 weisen eine andere Form auf und sind, wie aus der Fig. 4 der Zeichnung hervorgeht, im Querschnitt quadratisch gestaltet. Die streifenförmigen Dichtungen 17 sind gleichgestaltet.
Es sei erwähnt, dass die Dichtungen 17 mit einem handelsüblichen Klebstoff auf die Auflagefläche we nigstens einer der beiden Rohrmuffenhälften geklebt sind, so dass sie nicht verlorengehen können.
Während die Zwischenstücke nach der Fig. 2 der Zeichnung lose in den Ausnehmungen 7 liegen, sind bei der Ausführungsform der Rohrmuffe nach den Fig. 3 bis 7 die mit 18 bezeichneten Metalleinlagen in den Dichtungsring 8 einvulkanisiert. Die Metall einlagen sollen den von den Spannelementen 10 er zeugten mehr oder weniger punktförmigen Druck auf die gesamte Fläche der Ringe 8 übertragen.
Wie aus der Fig. 6 der Zeichnung ersichtlich, sind die beiden Hälften des Metallringes 18 so in den Gummiring 8 einvulkanisiert, dass sie den Bereich der Trennstelle 19 der Gummidichtung und das dieser gegenüber liegende Ringteilstück nicht miterfassen. Auf diese Art und Weise ist auf dem der Trennfuge 19 gegen überliegenden Teilstück eine Art Gelenk entstanden, durch das das Aufklappen des Ringes zwecks über streifens über das Rohr ermöglicht wird. Mit 20 ist eine Handhabe bezeichnet, die in den Ring 8 ein gelassen ist und aus einem abgewinkelten Metallstift besteht.
Dieser Stift 20 dient einmal als Markierung und zum andern als Handhabe, um den Ring 8 in eine bestimmte Lage innerhalb der Ausnehmung 7 bringen zu können, und zwar so, dass die Druck schrauben 10 die einlagenfreien Stellen des aus Gummi gefertigten Ringes 8 nicht erfassen können. Die Anbringung der erfindungsgemässen Rohrmuffe 1, 2 an einem Rohr 3 geschieht wie folgt: Es werden zunächst die beiden Dichtungsringe 8 zu beiden Seiten der anzubohrenden Rohrstelle auf gebracht, was durch die Querteilung des Ringes ohne weiteres möglich ist.
Sie werden dort in einem sol chen Abstand voneinander angeordnet, dass sie beim Anbringen der beiden Rohrmuffenhälften 1, 2 in deren Ausnehmungen 7 zu liegen kommen. Zum Zusam menfügen der beiden Rohrmuffenhälften 1, 2 werden die Muttern der Schrauben 5 angezogen. Dabei er folgt ein Anpressen der Gummistreifen 6, die in Längsrichtung des Rohres 3 verlaufen und die die Trennfuge zwischen beiden Hälften 1, 2 abdichten. Danach können die Spannelemente 10 betätigt wer den. Dabei wird über die zweiteiligen Metallringe 11 bzw. 18 der Druck gleichmässig auf die Dichtungs ringe 8 übertragen.
Hierdurch und im Zusammenwir ken der beiden Schrägflächen wird der Gummiring 8 fest gegen den Rohrmantel gepresst und zugleich auch die Trennfuge 19 des Dichtungsringes 8 fest ver schlossen. Die Abdichtung ist so gut, dass auch bei Einwirkung von Drücken von 40 atü keine Flüssig keit aus der Kammer 21 austreten kann, was Ver suche ergeben haben. Die genannte Kammer 21 kann zum Fortleiten der Flüssigkeit herangezogen werden, was bei Herstellung einer seitlichen Abzweigleitung von Bedeutung ist.
Nachdem die Rohrmuffe in der geschilderten Weise angebracht ist, wird an ihrem Flansch an der Abgangsseite in an sich bekannter Weise ein Keil-oval-Schieber angebracht, worauf in ebenfalls bekannter Weise das Anbohren unter Druck mittels eines Bohrgerätes erfolgt. Das Anbohren und die Anbohrgeräte brauchen im einzelnen nicht be schrieben zu werden, da sie nicht zur Erfindung ge hören. Im Gegensatz zu den bekannten Abgangsstük- ken ist es beim Anmeldungsgegenstand möglich, den Querschnitt des abgehenden Rohres im weiten Um fang zu verändern.
Wählt man diesen etwa gleich dem Hauptrohrdurchmesser, was erstmalig möglich ist, so besteht die Gefahr eines Rundrisses. Dieses bringt aber bei Verwendung der erfindungsgemässen Rohrmuffe keine Nachteile mit sich, da die Rohr muffe über dem anzubohrenden Rohr praktisch ein zweites Rohr bildet und das Ausfliessen von Flüssig keit mit Sicherheit verhindert.
Die erfindungsgemässe Rohrmuffe kann auch zur Abdichtung von Rundbrüchen Verwendung finden. In diesem Falle fehlt - dies ist in den Figuren der Zeichnung nicht dargestellt - der Anschlussstutzen 14 mit dem Flansch 15 bzw. die Bohrung 12 mit der Verschraubung 13. Eine solche Rohrmuffe besteht praktisch aus zwei Unterteilen 2. Die Anbringung der Rohrmuffe erfolgt in diesem Falle in der geschil derten Art und Weise; nur entfällt das Anbohren der Leitung. Vielmehr ist mit dem Anziehen der Schrau ben 5 und 10 die gewünschte Abdichtung erzielt und die Arbeit beendet.
Wie bereits erwähnt, sind die dargestellten Aus führungen nur beispielsweise Verwirklichungen der Erfindung und diese nicht darauf beschränkt, viel mehr sind noch mancherlei andere Ausführungen. und Anwendungen möglich. Die erfindungsgemässe Rohrmuffe lässt sich im Gegensatz zu den dargestell ten Ausführungsbeispielen bei Verwendung von zwei Hälften mit je einem Flanschabgang auch als Doppel- T-Stück verwenden. Eine solche Rohrmuffe umfasst dann zwei Hälften, die beide die Gestalt des darge stellten Oberteils 1 aufweisen.
Erwähnt sei ferner, dass die Anzahl der benutzten Druckschrauben sich in Abhängigkeit von der Nennweite des Rohres 3 ändert, wobei der Richtsatz gilt: je grösser die Nenn weite des Rohres, um so grösser die Anzahl der Druckschrauben.