CH344135A - Selbstausheilender elektrischer Kondensator, der mit einem Zusatzdielektrikum getränkt ist, und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Selbstausheilender elektrischer Kondensator, der mit einem Zusatzdielektrikum getränkt ist, und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Selbstausheilender elektrischer Kondensator, der mit einem Zusatzdielektrikum getränkt ist; und Verfahren zu seiner Herstellung Die Erfindung bezieht sich auf einen selbstaus heilenden Kondensator, der mit einem Zusatzdielek- trikum getränkt ist, und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Die Belegungen selbstausheilender Kondensato ren sind vorzugsweise auf dielektrische Bänder auf gedampft und so dünn, dass sie bei einem Durch schlag um die Durchschlagsstel'le herum wegbrennen.
Es ist bekannt, dass die Selbstausheilung unter ande rem auch in hohem Masse von dem zur Tränkung der Kondensatoren verwendeten Tränkmittel abhängt und dass die für Folienkondensatoren geeigneten Tränkmittel für selbstausheilende Kondensatoren un brauchbar sein können, weil sie unter dem Einfluss des Durchschlaglichtbogens leitende Rückstände bil den, welche die Belegungen an den Durchschlagstel len niederohmig kurzschliessen.
Aus diesem Grunde sind zum Beispiel chlorierte Diphenyle und chlorierte Naphthaline, die als Tränkmittel für elektrische Kondensatoren mit Metallfolien als Belegungen sehr verbreitet sind, weil sie gute dielektrische Eigen schaften haben und nicht brennen, als Tränkmittel für selbstausheilende Kondensatoren an sich nicht brauchbar.
Andere Stoffe, wie zum Beispiel Chlor paraffine, zeigen dagegen ein gutes Ausbrennverhal- ten, bewirken aber eine unerwünschte Korrosion der dünnen, vorzugsweise aus Zink, Kadmium, Alumi nium oder aus andern Metallen bestehenden Belegun gen und greifen sogar das Trägerdielektrikum an. Diese Nachteile werden vermieden, wenn zum Trän ken von selbstausheilenden Kondensatoren gemäss der Erfindung ungesättigte, ganz oder teilweise halo- genierte, nichtaromatische Kohlenwasserstoffe ver wendet werden.
Als besonders geeignet haben sich zu dem angegebenen Zweck teilweise oder vollständig halogenierte, vorzugsweise chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe erwiesen, die insbesondere meh rere, gegebenenfalls konjugierte Doppelbindungen enthalten.
Ein derartiger Stoff, der als nicht brennbares Tränkmittel die dünnen Metallbelegungen und das die Belegungen tragende Dielektrikum von selbstaus heilenden Kondensatoren nicht angreift, ist zum Bei spiel Hexachlorbutadien. Anstelle von Hexachlor- butadien können auch chlorierte Homologe von Buta- dien (Pentadien, Hexadien, Hexatrien, Oktatetraen) und Gemische ungesättigter, aliphatischer,
halogenierter Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Im Hexachlor- butadien sind sämtliche Wasserstoffatome des Bu- tadien durch Chlor ersetzt, es kommen aber auch andere ungesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe in Betracht, die nicht vollständig halogeniert sind, und solche, in denen verschiedenartige Halogene (zum Beispiel Chlor und Fluor) gemeinsam vorhanden sind.
Die Verwendbarkeit der erfindungsgemäss un gesättigten halogenierten nichtaromatischen Kohlen wasserstoffe als Tränkmittel für selbstausheilende Kodensatoren kann dadurch noch wesentlich gefördert werden, dass die genannten Stoffe zuerst einer beson ders sorgfältigen Reinigung unterworfen werden. Die übliche Vakuumdestillation reicht dafür in der Regel nicht aus, während mit einem weiteren Reinigungs verfahren unter Verwendung von aktiven Adsorp- tionsmitteln, wie Aluminiumoxyd und/oder Kiesel gel, ausserordentlich günstige Ergebnisse erzielt wur den.
Das handelsübliche vakuumgereinigte Hexachlor- butadien zum Beispiel weist mit einem spezifischen Widerstand 7,5 bis 2 - 1011 Ohm - cm und einem Ver lustfaktor von 1,5 bis 7,6 0/0o in einem Temperatur- Bereich von 20 bis 601 C verhältnismässig schlechte elektrische Werte auf und wirkt ausserdem korrodie rend auf die vielfach aus Zink bestehenden Belegun gen von selbstausheilenden Kondensatoren. Es hat sich nun gezeigt, dass in dieser Hinsicht durch ge eignete Reinigungsverfahren eine wesentliche Ver besserung erzielt werden kann.
Zur Durchführung einer ersten Reinigungsstufe wurde das Hexachlor- butadien als 30o/oige Lösung in Hexan durch eine mit einem Gemisch von getrocknetem, neutralem und basischem, aktivem Aluminiumoxyd beschickte Glas röhre geleitet, und zwar mit einer Durchlaufgeschwin- digkeit von etwa<B>150</B> cm3/Std. Aus der gereinigten Lösung wurde hierauf das Hexan durch Destillation entfernt.
Nach dieser ersten Reinigungsstufe war der spezifische Widerstand der Lösung in dem Tempera turbereich von 20 bis 600 C bereits auf 21,5 bis 4,2 - 1011 Ohm<B>-</B>cm gestiegen und der Verlustfaktor auf 1,3 bis 4,75 0/0o gesunken. Hierauf wurde dem vorgereinigten Hexaehlorbutadien in einer zweiten Reinigungsstufe 5 bis 10 Gewichtsprozent Kieselgel zugesetzt und das Hexachlorbutadien nach 6 Stunden abdekantiert. Nach dieser zweiten Reinigungsstufe war der spezifische Widerstand des Hexachlorbuta- diens in dem Temperaturbereich von 20 bis 600 C auf 48 bis 10 - 1013 Ohm - cm gestiegen und sein Verlustfaktor auf weniger als 0,
5 0/0o gesunken. In seinen elektrischen Eigenschaften entspricht dem nach das gereinigte Hexachlorbutadien dem üblichen Kondensatoröl durchaus und konnte nun ohne wei teres zur Tränkung von selbstausheilenden Konden satoren verwendet werden.
Ein Kondensator, dessen selbstausheilende Bele gungen aus Zink bestanden und der mit gereinigtem Hexachlorbutadien getränkt war, hatte einen Ver lustfaktor von 4,5 0/0o bei 200 C, 4,0 0/0o bei 600 C und 5,8 0/0o bei 1000C, während ein ebenfalls mit Zinkbelegungen versehener, in bekannter Weise mit Kondensatoröl getränkter Kondensator unter sonst gleichen Bedingungen bei 200 C einen Verlustfaktor von 3,6 0/00, bei 600 C einen Verlustfaktor von 3,8 0/0o und bei 1001 C einen Verlustfaktor von 5,6 0/0o ergab.
Hinsichtlich des Ausbrennverhaltens befriedigen die mit Hexachlorbutadien getränkten Kondensatoren ebenfalls, wenn sie in dieser Beziehung auch etwas hinter den mit Öl getränkten Kondensatoren zurück bleiben. Eine Korrosion der Zinkbelegungen konnte bei den mit gereinigtem Hexachlorbutadien getränk ten Kondensatoren nicht mehr festgestellt werden, was zweifellos ebenso wie die Herabsetzung der Aggressivität auf das Trägerdielektrikum darauf zu rückzuführen ist, dass durch die Reinigung eventuell vorhandener Chlorwasserstoff und Wasser aus dem Tränkmittel entfernt wurden.
Um bei Kondensatoren, die besonders scharfen Betriebsbedingungen ausgesetzt sind, eine Korrosion der Belegungen und eine Zerstörung des Träger dielektrikums auch auf die Dauer ganz auszuschlie ssen, können dem Tränkmittel Stabilisatoren zugesetzt werden. Als solche haben sich Zinntetraphenyl und Bleioxyd besonders bewährt.
Die Wirkung dieser Stabilisatoren beruht darauf, dass sie im Kondensator sich gegebenenfalls neu bil denden Chlorwasserstoff zu binden vermögen.
Ungesättigte halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie Hexaehlorbutadien, oder halogenierte höhere Homo loge des Butadiens können natürlich nicht nur als einziges Kondensatortränkmittel Verwendung finden.
Man kann sie vielmehr auch entweder als Nach- tränkmittel zum Ausfüllen von Schrumpfungshohl- räumen in bei normaler Temperatur festen Tränk- mitteln wie zum Beispiel Schwefel anwenden oder gemischt mit Schwefel oder mit einem nicht haloge- nierten Kohlenwasserstoff wie zum Beispiel Konden- satoröl. Es hat sich gezeigt,
dass der Kondensatoröl- anteil in einem derartigen Gemisch bis auf etwa 40 Volumprozent erhöht werden kann, ohne dass die wesentlichen Eigenschaften der ungesättigten haloge- nierten Kohlenwasserstoffe darunter zu leiden hätten. In manchen Fällen wurden sogar durch die Beimen gung von Kondensatoröl die mit ungesättigten halo- genierten, nichtaromatischen Kohlenwasserstoffen allein erzielbaren Ausbrenneigenschaften verbessert.
Unter Verwendung ungesättigter halogenierter nichtaromatischer Kohlenwasserstoffe zum Tränken von selbstausheilenden Kondensatoren gelang es so mit, zum Beispiel dem gegen diese Kondensatoren erhobenen Einwand, dass die Selbstausheilung an die Verwendung brennbarer Tränkmittel gebunden sei, die Grundlage zu entziehen.
Es gelang nämlich durch eine konsequente Reinigung ungesättigter halogenier- ter nichtaromatischer Kohlenwasserstoffe der ge fürchteten nachteiligen Eigenschaften, wie zum Bei spiel ihrer Aggressivität auf manche Metalle und or ganische Dielektrika, Herr zu werden und ihre Aus- brenneigenschaften zu verbessern. Dadurch wurde er reicht, dass selbst dünne Zinkbelegungen und Kon- densatorpapiere durch die genannten Stoffe nicht mehr angegriffen werden.
Dies schliesst natürlich nicht aus, dass ungesättigte halogenierte nichtaromatische Kohlenwasserstoffe auch zum Tränken von selbstausheilenden Konden satoren verwendet werden, deren Belegungen nicht aus Zink, sondern aus einem beliebigen andern Me tall, und deren Trägerdielektrika nicht aus Papier, son dern aus einer der zahlreichen, neuerdings zur Her stellung von Kondensatoren aller Art verwendeten Kunststoffolien bestehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Selbstausheilender elektrischer Kondensator, der mit einem Zusatzdielektrikum aus nichtaromatischen, ganz oder teilweise halogenierten Kohlenwasserstof- fen getränkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die in dem Tränkmittel enthaltenen, mindestens teilweise halogenierten Kohlenwasserstoffe ungesättigt sind. UNTERANSPRÜCHE 1.Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel volumenmässig mindestens zum grössten Teil aus ungesättigten halo- genierten, aliphatischen Kohlenwasserstoffen besteht. 2. Kondensator nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, d'ass das Tränkmittel aus chlorierten, ungesättigten aliphati- schen Kohlenwasserstoffen besteht. 3.Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die ungesättigten, mindestens teilweise halogenierten Kohlenwasserstoffe mehrere Doppelbindungen enthalten. 4. Kondensator nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ungesättigten, mindestens teilweise halogenierten Kohlenwasserstoffe mehrere konjugierte Doppelbindungen enthalten. 5. Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus einem teil weise oder vollständig halogenierten Butadien besteht. 6.Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus Hexachlor- butadien besteht. 7. Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus teilweise oder vollständig halogenierten höheren Homologen des Butadiens besteht. B. Kondensator nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus Gemischen verschiedener ungesättigter halogenierter nichtaroma tischer Kohlenwasserstoffe besteht. 9.Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus einem Ge misch aus ungesättigten halogenierten nichtaromati schen Kohlenwasserstoffen mit einem nicht haloge- nierten Kohlenwasserstoff besteht. 1.0. Kondensator nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus einem Ge misch von Hexachlorbutadien und einem Konden- satoröl besteht. 11.Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus einem Ge misch von ungesättigten halogenierten höheren Ho mologen des Butadiens mit Kondensatoröl besteht. 12. Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in den Molekülen des als Tränk- mittel verwendeten, teilweise oder vollständig haloge- nierten ungesättigten nichtaromatischen Kohlenwas- serstoffes verschiedenartige Halogene gemeinsam vor handen sind. 13.Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel aus chlorierten und fluorierten ungesättigten nichtaromatischen Koh- lenwasserstoffen besteht. 14. Kondensator nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass dem Tränkmittel mindestens ein halogenwasserstoffbindender Stabilisator beige mengt ist. 15. Kondensator nach Unteranspruch 14, da durch gekennzeichnet, dass als Stabilisator Z_ inntetra- phenyl und/oder Bleioxyd beigemengt ist.PATENTANSPRUCH II Verfahren zur Herstellung eines Kondensators nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel vor der Imprägnierung des Konden- sators durch ein mindestens einstufiges Reinigungs verfahren von den Verlustfaktor und die elektrische Leitfähigkeit erhöhenden Nebenbestandteilen befreit wird. UNTERANSPRÜCHE 16. Verfahren nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel durch Vakuum destillation vorgereinigt wird. 17.Verfahren nach Patentanspruch II und Un teranspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Tränkmittel nach der Vakuumdestillation einer wei teren Reinigung mit aktivem Aluminiumoxyd und/ oder Kieselgel unterworfen wird. 18. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Kond'ensatorwickel zuerst mit einem bei normaler Temperatur festen Imprä gniermittel und in einer zweiten Imprägnierstufe mit einem bei normaler Temperatur flüssigen ungesättig ten halogenierten nichtaromatischen Kohlenwasser stoff getränkt wird. 19.Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensatorwickel mit einem Gemisch eines bei normaler Temperatur festen Imprägniermittels und eines ungesättigten halogenier- ten nichtaromatischen Kohlenwasserstoffes getränkt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE344135X | 1954-12-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH344135A true CH344135A (de) | 1960-01-31 |
Family
ID=6250120
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH344135D CH344135A (de) | 1954-12-21 | 1955-11-11 | Selbstausheilender elektrischer Kondensator, der mit einem Zusatzdielektrikum getränkt ist, und Verfahren zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH344135A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1640188A1 (de) * | 1965-11-18 | 1972-03-02 | Gen Electric | Dielektrikum auf Polyolefinbasis |
-
1955
- 1955-11-11 CH CH344135D patent/CH344135A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1640188A1 (de) * | 1965-11-18 | 1972-03-02 | Gen Electric | Dielektrikum auf Polyolefinbasis |
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