CH344617A - Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12 enthaltenden Futtermitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12 enthaltenden Futtermitteln

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CH344617A
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Bernhauer Konrad Dr Prof
Spaude Siegfried
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Aschaffenburger Zellstoffwerke
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Description


  Verfahren zur Herstellung von Vitamin     B12    enthaltenden     Futtermitteln       In der Schweiz. Patentschrift     Nr.326358    wird  ein Verfahren zur Gewinnung von     Vitamin-B"-Kon-          zentraten    aus Faulschlamm beschrieben, bei dem der       vitamin-B1.,        haltige    Faulschlamm nach Zusatz von  Klärmitteln erhitzt und extrahiert wird.

   Den     wässrigen     Extrakt verarbeitet man sodann mit Hilfe von     Ad-          sorptions-    und     Elutionsmethoden    auf ein     Vitamin-          B12-Konzentrat.    Ferner wird in der Schweiz. Patent  schrift Nr. 342696 ein Verfahren beschrieben, das     in     Abänderung des oben genannten Verfahrens von Pro  dukten ausgeht, die man durch     Methangärung    be  stimmter gewerblicher Abwässer und Abfallprodukte  erhält.  



  Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Verfahren  zur Herstellung von Vitamin     B12    enthaltenden Futter  mitteln aus Faulschlamm, der durch unter Methan  gärung erfolgende     Ausfaulung    von Abwasserschlamm  gewonnen wird. Der Abwasserschlamm kann z. B.  aus gewerblichen Abwässern, wie sie z. B. in Hefe  fabriken,     Antibiotika-Fabriken,    Molkereien, Schlacht  häusern usw. anfallen, gewonnen werden. Bei der  Verarbeitung solcher     Abwässer    erhält man relativ  geringe Mengen an Schlamm, der aber eine besonders  hohe     Vitamin-B,_,-Aktivität    besitzt.

   Nach dem Ver  fahren des Hauptpatentes wird der bei der     Ausfau-          lung    gewonnene Schlamm auf über 100  C erhitzt  und das dadurch in Freiheit gesetzte Vitamin     B12     Stoffen mit Nährwert zugesetzt.

   Ein bei der     Ausfau-          lung    gemäss dem Hauptpatent gewonnener Schlamm  besitzt bei einem     Trockensubstanzgehalt    von etwa       5-6%        eine        Vitamin-Bi.-Aktivität        von        6-8        mg        je     Liter bzw.

   100-160 mg     B,2    -Aktivität je kg     Trok-          kensubstanz.    Die Menge an so gewinnbarem Schlamm       beträgt        jedoch        in        der        Regel        nur        etwa        2-5%        des          Gesamtvolumens        an        Abwasser,

          d.        h.        etwa        95-98        %     des Volumens verlassen die     Gärbehälter    in Form von  sogenannten Faulwasser.    Es wurde nun die überraschende Feststellung ge  macht, dass dieses Faulwasser noch beträchtliche  Mengen an     Vitamin-B"-Aktivität    besitzt, nämlich  etwa 0,3-0,5 mg je Liter, und zwar auch dann,  wenn in dem Faulwasser keine durch Zentrifugieren  oder Filtrieren erhältliche Feststoffe mehr vorhan  den sind.

   Ferner wurde die überraschende Feststel  lung gemacht, dass mit Hilfe von     Flockungsmitteln,     wie Aluminium- oder Eisensalze, die     vitamin-B"     aktiven Substanzen praktisch quantitativ ausgefällt  werden. Die so ausgeflockten Stoffe kann man dann  durch     Absitzenlassen    und schliesslich durch Zentri  fugieren auf ein Konzentrat verarbeiten.  



  Wenn man nun das Faulwasser in der geschilder  ten Weise verarbeitet, so kommt es des öfteren vor,  dass     sedimentierfähige    Schlammstoffe während der       Methangärung    durch die     Gärgase    hochgerissen wer  den und so ins     Trübwasser    gelangen. Dies ist jedoch  unerwünscht, da die betreffenden Schlammstoffe in  der Regel durch Eisensulfid dunkel gefärbt sind,  wodurch die direkte Verwertbarkeit des durch     Flok-          kung    erhältlichen Schlammanteils erschwert wird.

    Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von  Vitamin     B12    enthaltenden Futtermitteln aus bei der       Methangärung    von Abwässern aus der Lebensmittel-,  Futtermittel- oder     Fermentationsindustrie    anfallen  den, Faulschlamm enthaltenden Flüssigkeiten ist da  durch gekennzeichnet, dass die sich aus den Flüssig  keiten absetzenden Schlammstoffe von dem überste  henden Faulwasser getrennt werden und     dieses    mit       Flockungsmitteln    bei Temperaturen unterhalb 30  C  versetzt wird, wonach der dabei ausflockende,

   Vit  amin     B12        enthaltende    Schlamm nach     Absitzenlassen     entwässert und Futtermitteln zugesetzt wird. Man       kann    z. B. derart vorgehen, dass man den Schlamm  spiegel im Faulbehälter durch Ablassen von     absetz-          fähigem    Schlamm     dauernd    so weit absenkt, dass ein      Faulwasser überläuft, das frei von dunklen Schlamm  bestandteilen ist. Dabei muss aber zugleich darauf  geachtet werden, dass nicht zuviel Schlamm entnom  men wird, damit die Gärung nicht beeinträchtigt  wird.

   Die empirisch festzustellende günstigste Höhe  des Schlammspiegels im Faulbehälter muss sodann  eingehalten werden, was bei sorgfältiger Kontrolle  ohne weiteres möglich ist.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren kann z. B. wie  folgt     durchgeführt    werden:  Aus Faulbehältern, in denen eine kontinuierliche       Methangärung    von gewerblichen Abwässern, wie sie  z. B. in Hefefabriken, Antibiotika-Fabriken, Molke  reien, Schlachthäusern usw. anfallen, vor sich geht,  werden die sich     absetzenden    dunklen Schlammteile  fortlaufend bzw. in passenden Zeitintervallen, z. B.  einmal täglich, abgelassen, so dass der Schlammspie  gel so weit abgesenkt bleibt,     dass    das kontinuierlich  überlaufende Faulwasser praktisch frei von solchen  dunklen Schlammanteilen ist.

   Zu dem ablaufenden  Faulwasser werden     Flockungsmittel    wie     Aluminium-          oder        Eisensalze,        evtl.    zusätzlich auch     Flockungshilfs-          mittel,    wie Polyelektrolyte, zugesetzt, wobei die im  Faulwasser vorhandenen kolloidalen     Trübstoffe    aus  geflockt werden.

   Die vorhandenen     vitam.in-B"    akti  ven Stoffe werden in     Fällungsbecken    auf etwa     1/1o     des Ausgangsvolumens absitzen gelassen, wobei man  einen hellgelben Schlamm mit einem     Trockensub-          stanzgehalt        von        etwa        3-4%        erhält.        Der        so        gewon-          nene        geflockte    Schlamm wird     anschliessend    in einer  Schälzentrifuge auf einen     

  Trockensubstanzgehalt    von       etwa        12-16        %        eingedickt.        Der        dabei        erhältliche        ein-          gedickte    Schlamm kann nun unmittelbar einem Fut  termittel zugesetzt werden. Das betreffende Konzen  trat kann aber auch auf ein Trockenprodukt verarbei  tet werden, das eine     Vitamin-Bi.-Aktivität    von 80 bis  100 mg je kg besitzt, und dann einem Futtermittel  zugesetzt werden.  



  Für die     Durchführung    des erfindungsgemässen  Verfahrens eignen sich solche Arten von Faulwäs  sern, die bei der     Methangärung    der im Schweizer  Patent Nr. 342696 genannten Abwässer und Abfall  produkte der Lebensmittel-,     Futtermittel-    und     Fer-          mentationsindustrie    anfallen, die also z. B. auf     Hefe-          und        Spritfabriken,    Molkereien, Schlachthöfen,     Anti-          biotika-Fabriken,    sonstigen Gärungsfabriken, Stärke  fabriken usw. stammen.

   Dagegen sind Faulwässer,  die aus häuslichen Abwässern entstehen, für die  Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens un  geeignet, da sie noch viel zu grosse Mengen an     sedi-          mentierbaren    Schlammstoffen enthalten und ausser  dem keine ausreichende     Vitamin-B1.-Aktivität    be  sitzen.  



  Durch die vorliegende Erfindung worden folgende  Fortschritte gegenüber schon bekannten Verfahren  erzielt:  1. Mit Hilfe des geschilderten Verfahrens ist es  möglich, die in Faulwässern der angeführten Her  kunft enthaltenen, sehr erheblichen Mengen an vit-         amin-B12    aktiven Stoffen aus einem grossen Flüssig  keitsvolumen abzuscheiden und so zu gewinnen.  



  2. Durch die verfahrensgemässe Beseitigung von  dunklen Schlammteilen aus dem     Trübwasser    erhält  man, bei der nachfolgenden     Ausflockung,    Stoffe, die  hellgelb gefärbt sind. Da diese Stoffe keine     Schwer-          metallsulfid'e    enthalten, können sie unmittelbar Bei  futtermitteln zugefügt werden.  



  3. Der erfindungsgemäss gewinnbare Schlamm  enthält keine     pathogenen    Mikroorganismen, so dass  seine Hitzesterilisierung entfallen kann.  



  Dass man verschiedene Abwässer mit chemischen       Flockungsmitteln    behandeln kann, ist natürlich be  reits seit langem bekannt. Dabei ging es aber stets nur  darum, die     betreffenden    Abwässer zu reinigen, also  vor allem von organischen Stoffen zu befreien.

   Im  vorliegenden Fall handelt es sich dagegen darum,  aus einem bei der     Methangärung    bestimmter gewerb  licher Abwässer erhältlichen Faulwasser, aus dem  durch besondere Massnahmen     absetzfähige    Stoffe  ferngehalten werden, durch     Flockungsmittel    jene  Stoffe abzuscheiden und gegebenenfalls durch weitere  Massnahmen zu konzentrieren, die eine so hohe     Vit-          amin-Bi.-Aktivität    besitzen, dass sie unmittelbar Fut  termitteln zugesetzt werden können.

      <I>Beispiel 1</I>  Aus dem Faulbehälter einer Kläranlage, in der  die Abwässer einer Hefe- und     Spritfabrik    verarbeitet  werden, wobei eine     Methangärung    stattfindet, ent  nimmt man aus dem     Grundablassschieber    täglich  8     m3    sedimentierten schwarzen Faulschlamm, wobei  400     m3    Faulwasser in 24 Stunden den Behälter durch  die     tlberlaufleitung    verlassen. Unter diesen Bedin  gungen bleibt das Faulwasser frei von dunklen  Schlammanteilen.

   Es hat einen     pH-Wert    von 7,5, eine  Temperatur von 25-30 C und eine     Vitamin-Bi.-          Aktivität    von 0,4 g je     m3    (ermittelt im mikrobiologi  schen Test mit     Lactobacillus        leichmannii).     



  50     m3    dieses Faulwassers werden in einem       Flockungsbehälter        mit        0,4%        Eisen(III)chlorid,          FeCls    .     6H20,        und        0,0005        %        des        Polyelektrolyts           DOW        Separan        2610;>    versetzt und anschliessend  in ein     Absetzbecken    geleitet. Der PH-Wert der Flüs  sigkeit beträgt um 5,5.

   Nach 2 Stunden haben sich  die Schlammflocken so weit abgesetzt, dass 40     m3     überstehende, praktisch klare Flüssigkeit abgelassen  werden können. Es werden 10 m3 eines Schlammes  mit einem     Trockensubstanzgehalt    von     2,01/o    und  einer     Vitamin-B,2-Aktivität    von 1,6     g/m3    (ermittelt  im mikrobiologischen Test mit     Lactobacillus        leich-          mannii)    erhalten.

   Dieser Schlamm wird mit 85     m3          Hefemilch        (mit        etwa        18%        Trockensubstanzgehalt)     vermischt und getrocknet. Es werden 15 t einer     B12     vitaminisierten Hefe mit 1 mg     Vitamin-B,2-Aktivität     je kg (ermittelt im mikrobiologischen Test mit     Lacto-          bacillus        leichmannii)    erhalten.  



  <I>Beispiel 2</I>  65 m3 eines Faulwassers, das man unter den     im     Beispiel 1 genannten Bedingungen erhält, werden in           einem        Flockungsbehälter        mit        0,4        %        Aluminiumsulfat,          Al.,(S04)3        #        18H.0,        und        0,

  0003        %        des        Polyelektrolyts           DOW        Separan    2610  versetzt und anschliessend in  ein     Absetzbecken    geleitet. Der     pH-Wert    der Flüssig  keit beträgt um 5,7. Nach 5 Stunden haben sich die  Schlammflocken so weit abgesetzt, dass 58     m3    über  stehende, praktisch klare Flüssigkeit abgelassen wer  den können.

   Es werden 7     m3    eines Schlammes mit       einem        Trockensubstanzgehalt        von        3,6%        und        einer          Vitamin-B,2-Aktivität    von 2,9     g/m3    (ermittelt im  mikrobiologischen Test mit     Lactobacillus        leichmannii)     erhalten.

   Dieser Schlamm wird nun mittels einer       Vollmantelzentrifuge    entwässert, wobei man 1,7     m3     Dickschlamm mit     13,21/o        Trockensubstanzgehalt    und  11,5 g     Vitamin-B12-Aktivität    je     m3    (ermittelt im  mikrobiologischen Test mit     Lactobacillus        leichmannii)     erhalten werden. Dieses Produkt wird mit 1,84 t  Hefe trocken gemischt. Es wird ein     Beifuttermittel     mit 10 mg     Vitamin-B12-Aktivität    je kg erhalten.

    <I>Beispiel 3</I>  400     m3    des Faulwassers, das man nach den im  Beispiel 1 genannten Bedingungen erhält, werden  kontinuierlich während 24 Stunden in einen     Flok-          kungsbehälter    geleitet und bezogen auf das Volumen       mit        0,3%        Aluminiumsulfat,        A12(SO4)3.        18H20,        und          0,0003%        des        Polyelektrolyts         DOW        Separan        2610      versetzt.

   Die Flüssigkeit hat nun einen PH-Wert von  6,0 und wird in ein     Absetzbecken    geleitet. Die aus  gefällten hellgelb gefärbten Schlammflocken setzen  sich rasch ab und werden kontinuierlich in einen       Schlammsammelbehälter    abgelassen. Die überste  hende praktisch klare Flüssigkeit wird beseitigt.

   Man  erhält so die     geflockten    Stoffe in Form eines Dünn  schlammes mit einem     Trockensubstanzgehalt    von       etwa        3,8%        und        einem        Gehalt        von        3,1g        Vitamin-B12-          Aktivität    je     m3    (ermittelt im mikrobiologischen Test  mit     Lactobacillus        leichmannii)    in einer Menge von    40 m3     täglich.    Dieser Schlamm wird nun mittels Voll  mantelzentrifuge entwässert,

   wobei man 10     m3        Dick-          schlamm        mit        13,5        %        Trockensubstanz        und        12        g        Vit-          amin-B"-Aktivität    je     m3    (ermittelt im mikrobiologi  schen Test mit     Lactobacillus        leichmannii)    erhält.  



  Ausgehend von diesem     Schlamm    erzeugt man  verschiedene     Beifuttermittel    mit     APF-Wirksamkeit          (Vitamin-B,2    -Aktivität, getestet     mittels        Lactobacillus          ieichmannii)    in folgender Weise:  a) 1     m3    des Dickschlammes wird mit 150 kg  Sojaschrot vermengt und in einem Trommeltrockner  mit Heissluft getrocknet. Man erhält 285 kg     eines    Bei  futtermittels, das 40 mg je kg an     Vitamin-B12    Akti  vität besitzt.  



  b) 1     m3    des Dickschlammes wird mit 500 Liter       Hefemilch    (mit     1811/o    Trockensubstanz)     vermischt     und mit Hilfe eines     Sprühwalzentrockners    getrocknet.  Man erhält 225 kg eines     Beifuttermittels,    das 50 mg  an     Vitamin-Bi.-Aktivität    je kg besitzt.  



  c) Man vermengt 1     m3    des Dickschlammes mit  50 kg     Fischmehl    und trocknet die Masse wie unter a)       beschrieben.    Man erhält 185 kg eines     Beifuttermit-          tels,    das 65 mg     Vitamin-B12    Aktivität je kg besitzt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12 ent haltenden Futtermitteln aus bei der Methangärung von Abwässern aus der Lebensmittel-, Futtermittel- oder Fermentationsindustrie anfallenden, Faul schlamm enthaltenden Flüssigkeiten, dadurch gekenn zeichnet, dass die sich aus den Flüssigkeiten absetzen den Schlammstoffe von dem überstehenden Faulwas ser getrennt werden und dieses mit Flockungsmitteln bei Temperaturen unterhalb 30 C versetzt wird, wo nach der dabei ausflockende,
    Vitamin B12 enthaltende Schlamm nach Absitzenlassen entwässert und Futter mitteln zugesetzt wird.
CH344617D 1957-09-30 1958-09-18 Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12 enthaltenden Futtermitteln CH344617A (de)

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