Klosettspülkasten Bisher werden in der Hauptsache hochhängende Klosettspülkästen verwendet, jedoch haben diese alle den Nachteil, dass sie unschön aussehen, dementspre chend für unsere heutige Wohnkultur veraltet sind. In den letzten Jahren wurden deshalb vielfach Druck spüler verwendet, welche den Nachteil aufweisen, dass sie sehr gross dimensionierte Anschlussleitungen benötigen, wodurch eine starke Verteuerung dieser Anlagen eintritt. Ausserdem verursacht dieser Druck spüler beim Spülen sehr viel Geräusch, das durch das ganze Gebäude dröhnt und sich vor allem in Hotels, Krankenhäusern usw. unliebsam bemerkbar macht.
Es sind auch tiefhängende Spülkästen in verschie denen Ausführungen bekanntgeworden, welche ent weder aus Steingut, Porzellan oder Gusseisen herge stellt sind. In der letzten Zeit ist man auch dazu übergegangen, diese Spülkästen aus Kunststoff anzu fertigen. Alle diese Spülkästen haben jedoch den Nachteil, dass sie in der Fabrikation ausserordentlich teuer sind, gross dimensionierte Bodenventile besitzen, die sofort nach der unvermeidlich eintretenden Ver härtung der Gummidichtungen zu laufen anfangen und somit die bekannten Nachteile undichter Klosett spülungen verursachen. Ausserdem ist es auch nicht möglich, diese tiefhängenden Spülkästen wegen ihrer hohen Herstellungskosten in grossem Rahmen zu ver wenden.
Demgegenüber ist es Zweck der Erfindung, einen Spülkasten zu schaffen, der unmittelbar über dem Klosettkörper als tiefhängender Spülkasten verwendet wird und einen einfachen, betriebssicheren Innen aufbau bei geringen Herstellungskosten besitzt. Eine wesentliche Schwierigkeit, die sich der Verwendung tiefhängender Klosettspülkästen entgegenstellt, ist, dass durch das kurze Spülrohr bzw. den Spülrohr bogen nicht eine ausreichende Saugwirkung erzielt werden konnte, um das Wasser restlos aus dem Spülkasten zu ziehen. Diese Schwierigkeit machte bisher eine empfindliche und teure Innengarnitur des Spülkastens erforderlich.
Demgegenüber wird nach der Erfindung diese Aufgabe dadurch gelöst, dass bei einer Spülkasten innengarnitur, die aus einem mit einer Saugglocke überdeckten Standrohr besteht, das Standrohr an seiner Einlauföffnung mit einem in senkrechter Richtung verschiebbar geführten und mit der Glocke verbundenen, im untern Teil als überschubrohr aus gebildeten und im obern Teil erweiterten Füllrohr versehen ist, das in unbetätigtem Zustand der Spü lung mit seinem obern Rand den Wasserspiegel im Innern des Spülkastens überragt.
Hierdurch wird er reicht, dass bei Betätigung der Spülung durch die Bewegung des an seinem obern Teil einen grösseren Durchmesser besitzenden Füllrohres der Eintritt des Wassers in dieses Rohr begünstigt wird, um eine Saugwirkung einzuleiten, die zur völligen Entleerung des Spülkastens führt. Ein weiterer erheblicher Vor teil der Vorrichtung nach der Erfindung besteht darin, dass die bisherigen, gross dimensionierten Bo denventile in Fortfall kommen. Es besteht jetzt nicht mehr die Gefahr, dass der Spülkasten undicht wird und zu laufen beginnt.
In einer zweckmässigen Ausführungsform der Er findung ist das Füllrohr an der L7bergangsstelle von dem erweiterten, obern Teil in das überschubrohr zu einem Widerlager für einen am obern Aussenrand des Standrohres angebrachten Dichtungsring ausge bildet. Neben der betriebssicheren Führung des Füll rohres in bezug auf das feststehende Standrohr wird hierdurch erreicht, dass der Spülkasten einwandfrei abgedichtet ist, weil sich die Verengung des Füll rohres unter dem Auftrieb der Glocke zuverlässig gegen den Dichtungsring anlegt, der auch im Laufe der Zeit seine guten Dichtungseigenschaften bei behält.
Ein Undichtwerden und Laufen des Spül kastens ist hierdurch praktisch ausgeschlossen.
Zweckmässig ist das Füllrohr im obern Teil der Saugglocke mit Abstand von deren oberem Boden fest angebracht und zusammen mit der Glocke mit dem Betätigungsknopf für die Spülung verbunden. Diese Anordnung ist besonders einfach und betriebssicher.
Um die beweglichen Teile der Spülkasteninnen- garnitur bei der Betätigung in einfacher Weise und betriebssicher zu begrenzen, kann unterhalb des untern Randes des überschubrohres etwa mit glei chem Abstand wie die Tiefe des erweiterten Teils des Füllrohres und geringerem Abstand als der des untern Glockenrandes vom Kastenboden ein Dich tungsring oder Puffer fest am Standrohr angebracht sein. Hierdurch wird erreicht, dass beim Betätigen der Spülung das Füllrohr und die Saugglocke in die für die Saugwirkung günstigste Lage gebracht werden und durch die Saugwirkung in dieser gehalten werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Er findung ist die Saugglocke aus Material mit erheblich geringerem spezifischem Gewicht als Wasser herge stellt. Zweckmässig ist hierbei die Saugglocke aus schaumförmig aufgelockertem Kunststoff und mit wasserdichter Oberfläche hergestellt. Hierdurch wird erreicht, dass, nachdem das Wasser aus dem Spül kasten ausgelaufen und seine Saugwirkung beendet ist, die Glocke mit dem neu eintretenden Wasser hochsteigt und dabei das Füllrohr mitnimmt, bis dieses von unten her gegen den am Standrohr be festigten Dichtungsring gedrückt wird.
Durch die sehr leichte Saugglocke wird somit ein einwandfreies Ar beiten des Spülkastens nach der Erfindung sicher gestellt, ohne dass irgendwelche Federn benutzt wer den. Ausserdem wird hierdurch ermöglicht, den Druckkasten durch einen einfachen Druckknopf zu betätigen, der im Spülkastenbecken geführt ist und sich nach dem Spülen durch das Steigen der schwim menden Glocke von allein wieder in seine Ausgangs stellung begibt.
Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung beispielshalber dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Spülkasten nach der Erfindung in unbetätigtem Zustand im Schnitt. In dem Spül kastengehäuse 1 ist eine Wasserlinie 2 angebracht, bis zu deren Höhe das Wasser auf Grund der Ein stellung des Schwimmerventils ordnungsgemäss stehen muss. Abweichungen über und unter der Wasserlinie können vorgenommen werden. Fest im Boden des Spülkastengehäuses 1 ist das Standrohr 3 einmon tiert. Auf dem Standrohr 3 sitzt das überschubrohr 4 mit dem Füllrohr 5, das an seinem obern Ende offen ist und zur Aufnahme des Ansaugwassers dient.
Der erweiterte Teil 5 mit dem überschubrohr 4 ist in senkrechter Richtung etwa 40 mm beweglich. Im un- betätigten Zustand liegt der erweiterte Füllrohrober- teil 5 mit seiner Einschnürung von unten gegen eine ringförmige Gummidichtung 6, die am obern Ende des Standrohres angebracht ist. Die Dichtung 6 kann auch in der Einschnürung des Füllrohres 5 befestigt sein und sich gegen einen Aussenrand am obern Ende des Standrohres 3 legen.
Als unterer Anschlag für das überschubrohr ist in etwa 40 mm Abstand unterhalb seines untern Randes in unbetätigtem Zustand ein weiterer Gummiring 7 am Standrohr befestigt.
Damit das beim Herunterdrücken des überschub- rohres 4 mit dem erweiterten Einlaufteil 5 in das Standrohr 3 einlaufende Wasser sich noch besser stauen kann, ist das Standrohr 3 in seinem untern Teil mit einer Verengung 8 versehen. Durch diese Verengung 8 wird bewirkt, dass auch bei wenig Wasser, selbst bei schlechter Schwimmerventileinstellung unter der Einschnürung des Füllrohrteils 5, ein An saugen und ein Spülen ermöglicht wird.
Verbunden mit dem Füllrohr 4, 5 ist eine Saug glocke 9 aus Schaumstoff oder dergleichen, die ein sehr niedriges spezifisches Gewicht aufweist und gleichzeitig als Schwimmkörper dient. An dieser Glocke ist ein Druckknopf 10 befestigt, durch wel chen die Glocke zwecks Spülung hinuntergedrückt wird. Diese Glocke 9 hat ausserdem den Vorteil, dass sie durch ihre Schwimmfähigkeit keine Feder oder kein Gegengewicht zum Wiederauftrieb benötigt. Sie wird deshalb infolge ihrer Leichtigkeit bei der Ein leitung des Spülvorganges und während der Spülung durch die Saugfähigkeit des Standrohres um etwa 40 mm bis nahe an den Boden des Spülkastens heruntergezogen, so dass diese 40 mm die gesamte Saughöhe um dieses Mass vermindern.
Das Spülkastengehäuse 1 ist konisch gearbeitet, damit ein schnelleres Entleeren stattfinden kann, zumal die Innengarnitur keinen Raum im Boden bereich des Gehäuses beansprucht. Das Gehäuse 1 ist aus einem der hierfür gebräuchlichen Materialien wie Gusseisen, Steingut, Porzellan oder Kunststoff, hergestellt.
Zur Befestigung des Dichtungsringes 6 und des Anschlagringes 7 ist das Standrohr 3 an seinem obern Rand mit einer Nut versehen und desgleichen auch in der Höhe, in welcher der Anschlagring angebracht ist. Nach oben hin ist das Spülkastengehäuse 1 durch den Deckel 11 abgedeckt, der in seiner Mitte eine Führung für den Druckknopf 10 besitzt und aus dem gleichen Material wie das Gehäuse 1 hergestellt sein kann. Ein Dichtungsring 6 kann dann vermieden werden, wenn der erweiterte Füllrohrteil 5 mit seinem Auslauf unmittelbar oder über einen kurzen Rohr stutzen dicht mit dem obern Ende eines in Längs richtung zusammendrückbaren Schlauches oder Rohres, beispielsweise Faltenbalges, verbunden ist.
Das untere Ende dieses Faltenbalges bzw. zusammen drückbaren Schlauches oder Rohres ist dann dicht mit dem Standrohr 3 verbunden.
Fig. 2 veranschaulicht den Spülvorgang nach Hinunterdrücken des Druckknopfes 10 und der mit ihm verbundenen Saugglocke 9. Während des Hin- unterdrückens strömt das Wasser durch die obern Öffnungen zwischen dem obern Rand des erweiterten Füllrohrteils 5 und dem Boden der Glocke 9 in das Füllrohr und von diesem in das Standrohr 3 ein. Da der obere Füllrohrteil 5 einen erheblich grösseren Durchmesser besitzt als das Standrohr 3, wird durch die Bewegung des Füllrohroberteils der Eintritt des Wassers in dieses Rohr begünstigt und hierdurch eine Stauung verursacht, die einen Sog und dadurch das völlige Entleeren des Spülkastens zur Folge hat.
Würde jedoch auf Grund ungünstiger Einstellung der Wasserhöhe diese Stauung noch nicht zur Er zeugung eines Soges ausreichen; so würde ihre Wir kung dadurch erhöht, dass das durch das Standrohr strömende Wasser an der Verengung 8 weiteres Wasser mitreisst und durch den Hohlraum 12 der Glocke 9 aus dem Spülkastengehäuse 1 absaugt.
Nach erfolgter Entleerung füllt sich das Wasser wieder durch das Schwimmerventil im Spülkasten, steigt bis zur Wasserlinie an, hebt die aus leichtem Schaumstoff bestehende Glocke 9 nebst Druckknopf 10 und Füllrohr 5 mit überschubrohr 4 hoch und bringt diese Teile wieder zur Ausgangsstellung zu einer neuen Spülung.
Neben der beschriebenen Verwendung der Spül kasteninnengarnitur nach der Erfindung in tief hängenden Klosettspülkästen können diese auch mit Vorteil in Verbindung mit bekannten halbhoch hän genden Klosettspülkästen benutzt werden, insbeson dere wegen ihres einfachen Aufbaues und ihrer hohen Betriebssicherheit, insbesondere infolge des Fort falles des Bodenventils.