CH346699A - Verfahren zur Trennung von Niob- und Tantalhalogeniden - Google Patents

Verfahren zur Trennung von Niob- und Tantalhalogeniden

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CH346699A
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Ciba Geigy
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Description


  Verfahren zur Trennung von     Niob-    und     Tantalhalogeniden       Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Trennung von     Niob-(Columbium-)    und     Tantal-          halogeniden    aus Gemischen, worin diese beiden che  misch verwandten und deshalb schwer voneinander  zu trennenden     Halogenide,    deren Metalle in der Natur  meist nebeneinander vorkommen, gleichzeitig und ge  gebenenfalls zusammen mit anderen Halogeniden vor  handen sind.  



  Ausser dem alten     Marignacschen    Verfahren, das  auf der fraktionierten Kristallisation der     Alkalidoppel-          fluoride    (wobei das schwer lösliche     K",TaF-    von der       K.=NbOF.,    enthaltenden Lösung abgetrennt werden  kann) beruht und dessen Hauptnachteil in der Not  wendigkeit, mit     Flusssäure    zu operieren, besteht, sind  noch verschiedene Verfahren bekannt, die zur Tren  nung von     Niob    und     Tantal    eine mehr oder weniger  selektive     Chlorierung        niob-    und     tantalhaltiger    Mate  rialien,

   gegebenenfalls unter vorheriger Reduktion  oder     vorgängiger        Nitridbildung    empfehlen und die  alle sehr hohe Temperaturen, manchmal sogar zwei       Hochtemperaturprozesse,    verlangen.  



  Es ist ferner bekannt, dass gewisse im ionisieren  den Lösungsmittel     Phosphoroxychlorid    lösliche     Me-          tallhalogenide    mit dem     Solvens    definierte isolierbare  Verbindungen     (Solvate)    eingehen können, die je nach  der Natur der ionisierenden Wirkung, die dieses an  sich schwach ionisierte Lösungsmittel auf die gelösten  Elektrolyte ausübt, als     Solvosäuren,        Solvobasen    oder       Solvosalze    charakterisiert werden können.

   Obwohl  meist feste, isolierbare Verbindungen bereits herge  stellt wurden, ist die Konstitution dieser     Phosphor-          oxychlorid-Solvate    bzw. Additionsverbindungen aus  Halogeniden von Metallen anderer Gruppen des peri  odischen Systems nicht in allen Fällen bekannt.  



  Das Verfahren zum Trennen von     Niob-    und     Tan-          talhalogeniden    gemäss der vorliegenden Erfindung ist  dadurch gekennzeichnet, dass man     Halogenidgemische,       die     Niob-    und     Tantalhalogenide    enthalten, mit     Phos-          phoroxychlorid    unter wasserfreien Bedingungen be  handelt und die gebildeten Additionsverbindungen  durch fraktionierte Destillation trennt.  



  Ein besonders wichtiger Fall sind     Halogenid-          gemische,    die     Niob-    und     Tantalpentachloride    ent  halten.  



  Die Umsetzung der     Niob-    und/oder     Tantalpenta-          chloride    mit     Phosphoroxychlorid    kann zum Beispiel  so geschehen, dass man die festen     Pentachloride    in  flüssigem     Phosphoroxychlorid    bei gewöhnlicher oder  bei erhöhter Temperatur löst und das überschüssige       Phosphoroxychlorid    zum Beispiel durch Verdamp  fung entfernt.

   Es ist auch möglich, dampfförmiges       POC13    in Kontakt mit den festen     Pentachloriden    zu  bringen oder die Umsetzung zwischen     dampfförmi-          gem        POC13    und den gasförmigen     Niob-    bzw.     Tantal-          pentachloriden    vorzunehmen.  



  Die so erhaltenen Additionsverbindungen des       Phosphoroxychlorids    mit dem     Niob-    bzw. dem     Tan-          talpentachlorid    sind neu; sie sind bei gewöhnlicher  Temperatur feste Verbindungen, die tiefer als die       Ausgangspentachloride    schmelzen. Ihre genaue Kon  stitution ist noch nicht vollständig aufgeklärt; jedoch  zeigt die Analyse, dass u. a. 1 :     1-Addukte    der     Metall-          pentachloride    mit     POC13    gebildet werden.

   Diese  neuen     Phosphoroxychlorid-Additionsverbindungen    der       Niob-    und     Tantalpentachloride    sind wertvolle Ver  bindungen, die zum Beispiel für die Trennung dieser  beiden Elemente verwendet werden können.  



  Es wurde nämlich gefunden, dass die neuen     Niob-          und        Tantalpentachlorid-Additionsverbindungen    des       Phosphoroxychlorids        unzersetzt    destillierbar sind und  dass man     Niob-    und     Tantal    aus     Halogenidgemischen     bzw.

       Chlorierungsgemischen,    worin sie in     Form    ihrer       Halogenide    nebeneinander und gegebenenfalls zusam  men mit Halogeniden anderer Begleitelemente vor-           handen    sind, vorteilhaft so trennen kann, dass man  solche Gemische mit     Phosphoroxychlorid    unter was  serfreien Bedingungen behandelt und die gebildeten  Additionsverbindungen durch fraktionierte Destilla  tion trennt.  



  Als     Halogenidgemische,    die nach dem erfindungs  gemässen Verfahren getrennt werden können, kom  men insbesondere     Chlorierungsgemische    in Betracht,  die     Niob    und     Tantal    in Form ihrer     Pentachloride     enthalten. Solche     Chlorierungsgemische        können    nach  an sich bekannten Methoden, z. B. durch     Chlorie-          rung    von Materialien, die     Niob    und     Tantal    in oxy  dierter Form enthalten, z. B. Schlacken und insbeson  dere Konzentrate und Erze, welche zwecks Anreiche  rung gegebenenfalls nachbehandelt wurden, bzw.

         Oxydgemische    dieser beiden Metalle, mit Chlorgas  und einem Reduktionsmittel wie Kohle erhalten wer  den. So kann man zum Beispiel die üblicherweise in  der Technik vorliegenden Gemische mit einem Ge  halt an Oxyden des     Niobs    und des     Tantals    oder auch  die Naturprodukte, die die beiden Elemente meist in  Form ihrer Oxyde enthalten, mit Kohle zu Briketts  verarbeiten, die dann mit Chlorgas bei 400 bis 1000   in einem Schacht- oder Rohrofen behandelt werden.

    Die so erhaltenen     Chlorierungsprodukte,    welche ge  gebenenfalls beträchtliche Mengen     Nioboxychlorid     aufweisen, können einer weiteren     Chlorierung    mit  Chlorgas in     Gegenwart    von Kohle unterworfen wer  den, damit eine vollständige Überführung der     Oxy-          chloride    in     Pentachloride    erreicht wird.

   Die Haupt  mengen der bei der     Chlorierung    ebenfalls entstan  denen Chloride der gegebenenfalls neben     Niob    und       Tantal    in den Ausgangsmaterialien vorhandenen Ele  mente, deren Verbindungen üblicherweise als Ver  unreinigungen zugegen sind, wie zum Beispiel die  Chloride der Elemente Titan, Zinn, Mangan usw.,  lassen sich mindestens teilweise in einfacher Art ent  fernen, indem zum Beispiel die Temperatur im     Chlo-          rierungs-    und im Kondensationsraum der Chloride  des     Niobs    und des     Tantals    so eingestellt ist, dass die  Chloride der Begleitelemente, deren Siede- bzw.

       Ver-          flüchtigungspunkte    meistens weit verschieden sind  von denjenigen der     Niob-    und     Tantalchloride,    weit  gehend von den letzteren getrennt werden. So kann  zum Beispiel das schwerflüchtige Chlorid des Man  gans zuerst abgetrennt werden,     während    die leichter  flüchtigen Chloride, z. B. diejenigen des Siliziums, des  Zinns und des Titans, sich erst, nachdem die nach  dem erfindungsgemässen     Verfahren    zu trennenden,       niob-    und     tantalhaltigen        Chlorierungsgemische    kon  densiert sind, z. B. in Kondensationsräumen von nied  rigerer Temperatur niederschlagen.  



  Erfindungsgemäss zu trennende Gemische von       Tantalpentachlorid    und     Niobpentachlorid    können  ebenfalls durch Behandlung der     Niob-    und     Tantal-          oxyde    mit     Phosphorpentachlorid    unter Ausschluss von  Luft und Feuchtigkeit bei erhöhter Temperatur, z. B.  bei etwa 200 , oder durch Erhitzen der Oxyde in  einem Strom von trockenem     Tetrachlorkohlenstoff     oder auch durch Chlorieren von     Niob-    und Tantal-         legierungen,    wie     Ferrocolumbium    usw., erhalten wer  den.  



  Die erfindungsgemässe Trennung der so erhal  tenen     Chlorierungsgemische    mit     Phosphoroxychlo-          rid    kann in der Wärme, vorzugsweise aber bei einer  Temperatur, wo das     POCI,    noch     flüssig    ist, z. B.

    unter gewöhnlichem Druck, bei Raumtemperatur und  unter     Feuchtigkeitsausschluss        erfolgen.    Dabei wird  die Menge des zu verwendenden     Phosphoroxychlorids          zweckmässigerweise    so gewählt, dass pro     Mol    der im       Chlorierungsgemisch    vorhandenen Chloride minde  stens 1     Mol        POC13    zur Anwendung kommt.

   Zweck  mässig wird das rohe     Chlorierungsgemisch    in     Phos-          phoroxychlorid    gelöst, wobei die gebildeten Addi  tionsverbindungen des     Phosphoroxychlorids    mit den  im     Chlorierungsgemisch    als     Verunreinigungen    gege  benenfalls noch vorhandenen Chloriden des     Zirko-          niums    -und des     Titaniums,    welche im     Solvens    schwer  bis nicht löslich sind, sich in kristalliner Form aus  scheiden, wenn sie in genügender Menge vorhanden  sind, und leicht, z. B. durch Filtration, abgetrennt  werden können.

   Nach Abtrennung der in     POC13    un  löslichen     Phosphoroxychlorid-Addukte    kann das  überschüssige Lösungsmittel durch Destillation ent  fernt werden, wobei die entstandenen     Phosphoroxy-          chlorid-Additionsverbindungen    der Ausgangsmetall  halogenide, insbesondere die     Niobpentachlorid-Phos-          phoroxychlorid-    und     Tantalpentachlorid-Phosphor-          oxychlorid-Addukte    als fester Rückstand zurück  bleiben.  



  Zu trennende Gemische von     Phosphoroxychlo-          rid-Addukten    des     Niob-    und     Tantalpentachlorids    kön  nen ebenfalls so hergestellt werden, dass man das  Gemisch der festen     Pentachloride    mit     dampfförmigem          Phosphoroxychlorid,    zweckmässig unter Erwärmung  der     Pentachloride,    auf die Schmelztemperatur der sich  bildenden     Phosphoroxychlorid-Addukte,    das heisst bei  100 bis 180  umsetzt, wobei die Reaktionsprodukte  direkt in flüssiger Form erhalten werden und keine  nachträgliche Entfernung des überschüssigen     POCI.;     notwendig ist.

   Man kann die zu trennenden Gemische  ebenfalls durch Umsetzung der gasförmigen Halo  genide mit dampfförmigem     POCh    herstellen, z. B.  indem man die aus der     Chlorierungszone    herausströ  menden     Metallhalogeniddämpfe    mit     dampfförmigem          Phosphoroxychlorid    oder mit einem     inerten    Gas, das  mit     POC13    Dämpfen beladen ist, in Berührung bringt,  wobei durch Abkühlung direkt die zu trennenden  Additionsverbindungen als flüssige bzw. feste Ge  mische erhalten werden.

   Diese     zuletztgenannte    Her  stellungsweise der     Adduktengemische    ist besonders       vorteilhaft,    da die sonst bei der Kondensation der       Pentahalogenide    oft     auftretrenden    Schwierigkeiten  dadurch leicht vermieden werden können, dass die an  den Wänden des Kondensators haftenden     Addukten-          schichten,    die sich beim Kühlen stark zusammenzie  hen, brüchig werden und von den Wandungen ab  rutschen.  



  Die erfindungsgemässe fraktionierte Destillation  der so erhaltenen Gemische von Phosphoroxychlorid-           Addukten    kann nach an sich bekannten Methoden,  z. B. unter gewöhnlichem Druck, unter     Feuchtigkeits-          ausschluss    und in     inerter    Atmosphäre, z. B. in     trok-          kener    Luft oder unter trockener Stickstoff- oder     Koh-          Icnstoffdioxydatmosphäre,    vorgenommen werden; sie  kann auch unter vermindertem Druck vorgenommen  werden, damit die Destilliertemperatur relativ tief  gehalten werden kann.

   Die fraktionierte Destillation  kann zum Beispiel so geschehen, dass man das zuerst  feste und dann bei steigender Temperatur     wiedcr     schmelzende Gemisch der     Metallhalogenid-Phosphor-          oxychlorid-Additionsverbindungen    im     Kohlendioxyd-          oder    Stickstoffstrom oder unter einem verminderten  Druck der Grössenordnung von etwa 15 mm     Hg    bis  etwa 1 mm     Hg,    vorzugsweise bei etwa 10 mm     Hg,    auf  die     Verflüchtigungstemperatur    erwärmt,

   die sich zu  erst verflüchtigenden Additionsverbindungen konden  siert und abtrennt und so das Gemisch bei verschie  denen Temperaturen in mehrere Fraktionen zerlegt.  Es gelingt auf diese Art in einfacher Weise, z. B. aus  einem Gemisch von     Niob-    und     Tantalpentachlorid-          Addukten    eine bei 143  unter 10 mm     H,-    Druck de  stillierende Fraktion zu isolieren, welche vorwiegend  oder nur das     Niobpentachlorid-POCI.-        Addukt    ent  hält;

   die bei 163  unter 10 mm     Hg    Druck destillie  rende Fraktion enthält das entsprechende     Tantal-          pentachlorid-Addukt,    während das     höhersiedende        Ad-          dukt    des     Zirkoniumchlorids    zusammen mit den vor  der Umsetzung mit     POC13    nicht entfernten Fremd  chloriden, wie     Aluminiumehlorid    und Eisenchlorid,  gegebenenfalls als     Destillationsrückstand    im Destil  lierkessel zurückbleibt.  



  Nach dem erfindungsgemässen Trennverfahren er  haltene Additionsverbindungen des     Phosphoroxy-          chlorids    mit     Niob-    bzw.     Tantalpentachlorid    können  zwecks weiterer Reinigung erneut     destilliert    werden.  Man erreicht aber schon nach der ersten erfindungs  gemässen Destillation in der Regel eine relativ gute  Trennung der beiden Elemente     Niob    und     Tantal;     dies ist dann besonders der Fall, wenn die     Begleit-          elemente    gegebenenfalls durch eine vorherige fraktio  nierte Destillation des     Adduktengemisches,    z.

   B. un  ter Atmosphärendruck, entfernt worden sind.  



  Das     Phosphoroxychlorid-Addukt    von     Niobpenta-          chlorid    und dasjenige aus     Tantalpentachlorid    lassen  sich in ihre Komponenten zerlegen, wenn man sie in  wasserfreien, gegenüber     Phosphoroxychlorid        inerten     Lösungsmitteln zersetzt. Diese Zersetzung erfolgt zum  Beispiel bei leicht erhöhter Temperatur,     vorzugsweise     aber bei Raumtemperatur, durch einfaches Zugeben  der     Addukte    in das Lösungsmittel.

   Als Lösungsmittel  kommen Flüssigkeiten, die     Phosphoroxychlorid        un-          zersetzt    lösen oder anlagern können, wie zum Bei  spiel Lösungsmittel organischer oder anorganischer  Natur in Betracht, z.

   B. flüssige     Kohlenwasserstoffe     und vor allem     halogenierte    Verbindungen, wie Tetra  chlorkohlenstoff, Chloroform, Chlorbenzol, ferner  auch Lösungsmittel, die mit den aus den     Phosphor-          oxychlorid-Addukten    zurückgebildeten     Niob-    und       Tantalpentachloriden    neue Additionsverbindungen    bilden, welche meistens im Lösungsmittel kaum lös  lich sind und bei erhöhter Temperatur instabil sind,  wie z. B. Äther, Ester,     Ketone,    z.

   B.     Athyläther,          Essigsäureäthylester,    Aceton usw.; mit Vorteil ver  wendet man solche Lösungsmittel, worin     Phosphor-          oxychlorid    löslich, die     Metallpentachloride    bzw. die  mit dem Lösungsmittel neu gebildeten     Metallpenta-          chlorid-Addukte    aber nicht löslich sind, so     d'ass    die  Abtrennung der unlöslichen festen Produkte zum Bei  spiel durch einfaches Filtrieren geschehen kann.  



  Nach der Zersetzung der     Halogenid-Phosphoroxy-          chlorid-Addukte    und Entfernung der unlöslichen       Pentahalogenide    bzw. deren neugebildeten     Addukte     kann das     Phosphoroxychlorid    vom Lösungsmittel  nach an sich bekannten Methoden, z. B. durch Destil  lation, befreit werden; das so regenerierte Phosphor  oxychlorid kann für weitere Umsetzungen mit     Niob-          und        Tantalhalogenide    enthaltenden     Halogenidgemi-          schen    verwendet werden.

   Ebenfalls kann das bei der  Regenerierung des     POCIs    zurückgewonnene Lösungs  mittel ohne weiteres dem Prozess wieder zugeführt  werden. So kann man in einem     Kreisprozess        Niob,     und     Tantal    trennen, wobei dem Prozess nur die ver  brauchten Mengen     Niob-    und     Tantalhalogenide    und  gegebenenfalls die wegen allfälliger Verluste fehlen  den Mengen     Phosphoroxychlorid    und Lösungsmittel  neu     zugeführt    werden müssen.  



  Nach dem erfindungsgemässen Verfahren erhal  tene     Phosphoroxychlorid-Additionsverbindungen    von       Niob-    bzw.     Tantalpentachlorid    lassen sich ebenfalls  thermisch in Gegenwart von Kohle spalten;

   so kann  man zum Beispiel     Niob-    und     Tantalpentachlorid    aus  ihren     POC13-Additionsverbindungen    zurückgewinnen,  indem man die     Addukte    in dampfförmigem Zustand  über glühende Kohle in Abwesenheit oder vorzugs  weise in Anwesenheit von Chlorgas leitet, wobei die       Addukte    zu     Niob-    bzw.     Tantalpentachlorid,    Kohlen  monoxyd und     Phosphortrichlorid    zersetzt werden.  



  Nach dem erfindungsgemässen Verfahren können  also schwer zu trennende,     Niob-    und     Tantalhaloge-          nide    enthaltende     Halogenidgemische    in einfacher  Weise in Fraktion zerlegt werden, von denen die  einen hauptsächlich     Tantal    und die anderen     Niob     enthalten und woraus die     Ausgangshalogenide    des       Niobs    und des     Tantals    in einfacher Weise zurück  gewonnen werden können.  



  In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die  Teile, sofern nichts anderes angegeben wird, Ge  wichtsteile, die Prozente Gewichtsprozente und die  Temperaturen Celsiusgrade.  



  <I>Beispiel 1</I>  Ein Gemisch von 10 Teilen     Niobpentachlorid     und 10 Teilen     Tantalpentachlorid    (dies entspricht  44,3     1/a        Nb20,    und 55,7 %     Taz05)    wurde bei Raum  temperatur in 30     Volumteilen    frisch destilliertem       Phosphoroxychlorid    gelöst und die erhaltene Lösung  von ungelösten, festen Verbindungen durch Filtration  befreit. Aus der klaren Lösung wurde das überschüs  sige     Phosphoroxychlorid    durch Erwärmen auf 40       unter 13 mm     H-        Druck    entfernt.

   Der zurückgeblie  bene Rückstand, der bei 100 bis 110  schmolz, wurde  dann unter 13 mm     Hg    Druck in eine erste bei 158  bis 163  und eine zweite zwischen 163 und 169   destillierende Fraktion zerlegt. Gemäss der Analyse       wies        die        erste        Fraktion        einen        Gehalt        von        87,5        %        an          Niob        (gerechnet        als        Nb2O5)

          und        von        12,5        %        an        Tan-          tal    (gerechnet als     Taz05)    auf, während für die zweite  Fraktion folgende Werte gefunden wurden:

    
EMI0004.0026     
  
    Nb205 <SEP> <B>26,01/0</B>
<tb>  Ta205 <SEP> 74,0%,       <I>Beispiel 2</I>  5 Teile Aluminiumchlorid und 19,6 Teile eines  durch Chlorieren von     Columbit-Erz-Kohlebriketten     mittels Chlorgas bei 600  erhaltenen     Festchloridgemi-          sches,    welches neben verschiedenen anderen Metall  chloriden     Niobpentachlorid    und     Tantalpentachlorid     enthielt, wurden in 30     Volumteilen    frisch destillier  tem     Phosphoroxychlorid    bei gewöhnlicher Tempera  tur gelöst.

   Nach Verdampfen des überschüssigen       POCl3    durch Erwärmen der Lösung im trockenen  Kohlendioxydstrom auf<B>110</B> bis 150  unter Atmo  sphärendruck wurde der zurückgebliebene Rückstand  der     POC13        Metallchlorid-Addukte    ebenfalls im Koh  lendioxydstrom und unter Atmosphärendruck destil  liert. Es wurden 21,3 Teile einer zwischen 238 und  272  destillierenden Fraktion aufgefangen und analy  siert.  



  <I>Analyse:</I>  
EMI0004.0037     
  
    Ausgangsgemische <SEP> der <SEP> Destillat
<tb>  Festchloride
<tb>  Niob <SEP> 39,2 <SEP> 0/<B>9</B> <SEP> 73,2 <SEP> 0/0
<tb>  Tantal <SEP> 38,2 <SEP> 0/0 <SEP> 26,3 <SEP> 0/0
<tb>  Eisen <SEP> 12,0 <SEP> 0/0 <SEP>  <  <SEP> 0,17 <SEP> 0/0
<tb>  Aluminium <SEP> 1,5 <SEP> % <SEP>  <  <SEP> 0,3 <SEP> %
<tb>  Titan <SEP>  <  <SEP> 0,15 <SEP> % <SEP> keines
<tb>  Zirkonium <SEP> 0,42% <SEP> keines
<tb>  Wolfram <SEP> 4,2 <SEP> % <SEP> Spur
<tb>  Mangan <SEP>  <  <SEP> 1,4 <SEP> 0/u <SEP> Spur
<tb>  Bor <SEP>  <  <SEP> 1,4 <SEP> % <SEP> keines
<tb>  Silicium <SEP> 0,27% <SEP>  <  <SEP> 0,1 <SEP> 0/0
<tb>  Magnesium <SEP>  <  <SEP> 1,4 <SEP> 0% <SEP> keines       Die Analyse zeigt,

   dass auf diese Art auch eine  weitgehende Trennung der     Niob-    und     Tantalpenta-          chlorid-Addukte    von denjenigen der Begleitelemente  möglich ist.  



  <I>Beispiel 3</I>  340 Teile Festchloride, welche durch     Chlorierung     von     Columbit-Erz-Kohlebriketten    mittels Chlorgas  bei 600  erhalten wurden, und 30 Teile Aluminium  chlorid wurden in 300     Volumteilen        frisch    destillier  tem     Phosphoroxychlorid    gelöst und das überschüs  sige     Phosphoroxychlorid    im     Wasserstrahlvakuum     durch Destillation bei 25 bis 40  zurückgewonnen.  Der aus den     Phosphoroxychlorid-Addukten    beste  hende Rückstand wurde unter 10 mm     Hg        Druck            langsam    erwärmt.

   Für die fraktionierte Destillation  der     Addukte    wurde eine     Füllkörperkolonne    von  25 mm lichter Weite und 450 mm Länge verwendet.  Die Kolonne wurde anfänglich von aussen durch  Wasserdampf erwärmt. Die bei 140  und 10 mm     Hg     destillierende     Vorfraktion,    welche praktisch alles  Titan und wesentliche Mengen Wolfram enthielt,  wurde getrennt aufgefangen.

   Zwischen 142 bis 146   unter 10 mm     Hg        destillierten    226 Teile entsprechend       98        %        des        vorhandenen        Niobs        als        Phosphoroxychlo-          rid-Addukt.    Die zwischen 146 bis 162  unter  10 mm     Hg    überdestillierte Zwischenfraktion enthielt  10,5 Teile     Addukte,    die nicht näher charakterisiert  wurden.

   Im Temperaturbereich von 162 bis 167   unter 10 mm     H-    destillierten 170 Teile des     Tantal-          pentachlorid-Phosphoroxychlorid-Adduktes,    entspre  chend 97 0/0 des vorhandenen     Tantals.    Durch frak  tionierte Destillation der     Phosphoroxychlorid-Addukte     der Festchloride ist es somit möglich,     Niob    und     Tan-          tal    voneinander und von den Begleitelementen, wie  zum Beispiel Fe,     Ti,        Zr,        Hf,    Al, B,     Si,    Mg, Mn,

       Th     und im wesentlichen von Wolfram weitgehend zu  trennen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Trennen von Niob- und Tantal- halogeniden, dadurch gekennzeichnet, dass man Halo- genidgemische, die Niob- und Tantalhalogenide ent halten, mit Phosphoroxychlorid unter wasserfreien Bedingungen behandelt und die gebildeten Additions verbindungen durch fraktionierte Destillation trennt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als Halogenidgemische Chlo- ridgemische, die Niob- und Tantalchloride enthalten, verwendet. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man feste Halogenidgemische in flüssigem Phosphoroxychlorid löst. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man feste Halogenidgemische mit dampfförmigem Phosphoroxychlorid umsetzt. 4.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man dampfförmige Halogenid- gemische mit gasförmigem Phosphoroxychlorid oder mit POC13-Dämpfen umsetzt, die mit einem inerten Trägergas vermischt sind, und die gebildeten Addukte kondensiert. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die fraktionierte Destillation in inerter Atmosphäre unter gewöhnlichem Druck vornimmt. 6.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die fraktionierte Destillation unter vermindertem Druck vornimmt. 7. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die durch fraktionierte Destillation getrennten Addukte mit gegenüber Phosphoroxychlo- rid inerten Lösungsmitteln zwecks Regenerierung der Metallhalogenide zersetzt werden. B.
    Verfahren gemäss Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass man organische Lösungsmittel verwendet, die Phosphoroxychlorid unzersetzt lösen bzw. anlagern. 9. Verfahren gemäss Unteransprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass man die Zersetzung der Addukte durch Behandeln mit organischen Kohlen wasserstoffen oder organischen Halogenkohlenwasser- stoffen durchführt, worin die zurückgebildeten Me- tallhalogenide schwer löslich sind. 10.
    Verfahren gemäss Unteransprüchen 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass man die verwendeten Lösungsmittel und das verwendete Phosphoroxychlo- rid nach erfolgter Trennung regeneriert und dem Pro zess wieder zuführt. 11. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die durch fraktionierte Destil lation getrennten Addukte thermisch in Gegenwart von Kohle zwecks Regenerierung der Metallhaloge- nide zersetzt werden.
    12. Verfahren gemäss Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Zersetzung in Gegenwart von Chlorgas vorgenommen wird.
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