CH347633A - Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfesten Kunststoffbelages und nach diesem Verfahren hergestellter Belag - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfesten Kunststoffbelages und nach diesem Verfahren hergestellter Belag

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CH347633A
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Schweizer Hans Rudolf Ing Dr
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Hug Bodenbelaege Ag
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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfesten Kunststoffbelages und nach diesem Verfahren hergestellter Belag
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfesten Kunststoffbelages, insbesondere auf Fussböden und Wänden, sowie einen so erhaltenen Kunststoffbelag.



   Die bisher bekannten fugenlosen Beläge, die man häufig als Fussbodenbeläge verwendet, werden bekanntlich durch fugenloses Auftragen breiartiger Massen in dünnen Spachtelschichten auf eine feste Unterfläche hergestellt. Mehrere Schichten, nach   Trick2    nung der vorhergehenden Schicht aufeinander aufgetragen, ergeben schliesslich den fertigen Belag. Diese Spachtelmassen bestehen aus wässrigen Kunstharzdispersionen, die mit organischen oder anorganischen Füllstoffen oder Gemischen beider sowie gegebenenfalls Farbpigmenten, Weichmachern und speziellen Zusätzen versetzt werden und die nach der Trocknung eine mehr oder weniger geschlossene Schicht ergeben.

   Als gebräuchlichstes Kunstharz wird Polyvinylacetat in Form einer etwa 50   O/o    wässrigen Dispersion verwendet, da es sich durch hohe Pigmentverträglichkeit, hohes Füllvermögen, Lichtechtheit und Stabilität auszeichnet.



   Indessen ist Polyvinylacetat nicht völlig wasserbeständig, indem es unter Quellung Wasser aufnimmt, welches dann wie ein Weichmacher wirkt. Im besonderen ist ein aus wässriger Dispersion erzeugter Polyvinylacetatfilm gegen Wasser wesentlich empfindlicher als ein Film, der aus einer Lösung von Polyvinylacetat in organischen Lösungsmitteln erzeugt wurde, da die Dispersion wasserlösliche, hydrophile Stoffe als Dispergatoren und Verdicker enthält. Ferner trocknet der aus wässriger Dispersion erzeugte Film bei normaler Temperatur und Feuchtigkeit der umgebenden Luft erst nach langer Zeit vollständig aus. Meist stellt sich sogar ein Gleichgewicht zwischen der im Film enthaltenen und der in der Umgebung enthaltenen Feuchtigkeit ein, ohne dass je eine vollständige Austrocknung erreicht wird.



   Vollständig ausgetrocknete Beläge auf der Basis von Polyvinylacetatdispersionen weisen zwar im   äll-    gemeinen gute mechanische Werte auf, solange sie einer Beanspruchung in trockenem Zustand unterliegen. Unter dem Einfluss von Feuchtigkeit nimmt jedoch ihre Härte und Festigkeit ganz beträchtlich ab, was sich unter anderem in einem starken Ansteigen der Werte für den Nassabrieb bemerkbar macht. Für viele Anwendungsgebiete, wo ein fugenloser Belag zweckmässig wäre, wie Badezimmer, Küchen, Korridore, Spitäler, ist diese Feuchtigkeits- und Wasserempfindlichkeit von grossem Nachteil.



   Zur Behebung dieser Nachteile wurden verschiedene Verbesserungen vorgeschlagen, so ein Zusatz geringer Mengen von Chromaten, ein Zusatz von 3 bis 200/0 an gewissen Aminoplasten sowie ein Zusatz von Umsetzungsprodukten von Athylenimin mit Toluylendiisocyanat. Alle diese Zusätze vermögen zwar die Nassfestigkeiten der genannten Beläge zu verbessern, indessen ist ihre Wirksamkeit eine begrenzte, indem das hauptsächliche Bindemittel, das Polyvinylacetat, infolge seines Wasseraufnahmevermögens ein ungenügende Nassfestigkeit hat, welche durch diese Zusätze nur indirekt, d. h. durch eine Erschwerung der Feuchtigkeitsaufnahme, beeinflusst werden kann.



   Eine weitere, oft ausgeübte Massnahme zur Verbesserung der Nassfestigkeit solcher Beläge besteht darin, dass man sie mit einem im Verhältnis zur gesamten   Belagsdicke    dünnen, hydrophoben und mehr oder weniger feuchtigkeitsundurchlässigen Film  ver  siegelt ,    wobei dieser letztere aus einer dünnen Wachsschicht oder einer Siliconimprägnierung wie auch aus einer Lackschicht bestehen kann, welche aus hinläng  lich bekannten trocknenden natürlichen oder künstlichen Harzen und Ölen besteht. Alle diese aufgebrachten Schichten besitzen indessen-den Nachteil, dass sie im Gebrauch verhältnismässig rasch abgenützt werden, wonach der feuchtigkeitsempfindliche Belag den Umweltseinflüssen wieder ausgesetzt ist.

   Da der Belag ferner auch von der Unterseite her Feuchtigkeit aufnehmen kann, was besonders in Neubauten relativ oft vorkommt, und diese im Falle einer  Versiegelung  nicht nach oben entweichen kann, wird der Belag nach anfänglicher Erhärtung wieder weich und damit unbrauchbar.



   Wesentlich günstigere Eigenschaften hat naturgemäss ein Belag, der durch vernetzende Polymerisation aus geeigneten ungesättigten Verbindungen und inerten Füllstoffen erhalten wird. Derartige Anwendungen von geeigneten ungesättigten Verbindungen wurden zwar schon vorgeschlagen, praktische Ausführungsformen sind aber bisher nicht bekanntgeworden.



  Wie sich nämlich gezeigt hat, sind die ungesättigten Verbindungen, welche alle mehr oder weniger hydrophoben Charakter besitzen, nicht in der Lage, auf den meist hydrophilen Unterlagen eine genügende Haftung zu vermitteln, auch dann nicht, wenn die verwendete Unterlage mit einem der üblichen Hydrophobierungsmittel wie Chrommethacrylchlorid oder Trichlormethylsilan vorbehandelt wird.



   Es wurde nun gefunden, dass man einen in jeder Hinsicht befriedigenden Belag erhält, wenn man diesen aus zwei voneinander verschiedenen Schichten aufbaut, wovon die untere hydrophilen und die obere hydrophoben Charakter besitzt.



   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfesten Kunststoffbelages ist dadurch gekennzeichnet, dass man auf eine Unterlage eine Mischung einer wässrigen Dispersion mindestens eines polymerisierten Kunststoffes mit Füllstoffen in mindestens einer Lage aufträgt und trocknen lässt, um eine hydrophile Grundschicht zu erhalten, dass man hierauf auf diese Grundschicht ein vernetzungsfähiges, giess- bis spachtelbares kunststoffbildendes Gemisch in mindestens einer Lage aufträgt, welches eine monomere Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung und eine weitere Verbindung mit mindestens zwei polymerisationsfähigen Doppelbindungen sowie noch mindestens Füllstoffe und einen Polymerisationsinitiator enthält, und dass man dieses Gemisch auf der Grundschicht mischpolymerisieren lässt, um eine vernetzte, hydrophobe, fest auf der Grundschicht haftende,

   wasserfeste Deckschicht zu erhalten. Ein so erhaltener, fugenloser, wasserfester Kunststoffbelag ist dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe, fest auf der Grundschicht haftende, wasserfeste Deckschicht ein vernetztes Hochpolymer sowie   Füll-und    Farbstoffe enthält, welches Hochpolymer durch vernetzende Mischpolymerisation entstanden ist zwischen einer monomeren Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung und einer Verbindung mit mindestens zwei polymerisationsfähigen Doppelbindungen im gegenseitigen Gewichtsverhältnis von 10-95   O/o    der ersten und 5-90    /Q    der zweiten Verbindung.



   Vorteilhaft wird die die Grundschicht bildende Mischung der wässrigen Kunststoffdispersion mit Füllstoffen in mehreren Lagen auf die zu belegende Unterlage aufgetragen und jede Lage trocknen gelassen, wobei man eine mehr oder weniger harte Grundschicht erhält, in der die dicht aneinander gelagerten Einzelpartikel der verwendeten Kunststoffe und Füllstoffe infolge der Wirkung von Nebenvalenzkräften einen Film bilden, der sich durch seine vorzügliche Haftung auf allen möglichen Unterlagen, wie Beton, Mauerwerk, Verputz, Gips, Klinker, Holz und dergleichen, auszeichnet.

   Die obere Schicht ist hydrophob und wird vorteilhaft so hergestellt, dass man ein vernetzungsfähiges, giess- bis spachtelbares kunststoffbildendes Gemisch einer monomeren Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung und einer zweiten Verbindung mit zwei oder mehr polymerisationsfähigen Doppelbindungen mit geeigneten Füllstoffen und Farbstoffen sowie dem für die Einleitung der Polymerisation günstigen Initiator versetzt und diese Mischung in einer oder mehreren Lagen auf die Grundschicht aufträgt und mischpolymerisieren lässt. Die so erhaltene hydrophobe und wasserfeste Deckschicht stellt bei richtiger Wahl der verwendeten polymerisationsfähigen Verbindungen eine auspolymerisierte, vollkommen vernetzte Kunststoffplatte dar, in welcher die einzelnen Füllstoffpartikel in dem durch Hauptvalenzkräfte zusammengehaltenen organischen Polymerisat eingebettet liegen.



   Zur Herstellung der Grundschicht eignen sich allgemein durch Emulsionspolymerisation hergestellte (filmbildende) wässrige Kunststoffdispersionen, wie sie in grosser Vielfalt im Handel angeboten werden; geeignet sind vor allem wässrige Dispersionen von Polyvinylacetat, Polyacrylsäureestern, Polymetharcylsäureestern sowie von Mischpolymerisaten auf Basis Butadien-Styrol. Der Festkörpergehalt der verwendeten Dispersionen wird zweckmässigerweise zwischen   20    und 70   O/o    gewählt. Es kann sich als zweckmässig erweisen, eine Dispersion von höherem mit einer solchen von niedrigerem Polymerisationsgrad zu mischen.

   Zusätze geeigneter Weichmacher, wie Dioctylphthalat, Trikresylphosphat, Dioctylsebacat oder dergleichen, welche zur Erzielung einer weicheren Schicht dienen, können entweder direkt in eine weichmacherfreie Dispersion eingerührt oder es kann durch Mischung einer weichmacherfreien mit einer weichmacherhaltigen Dispersion der gewünschte Weichmachergehalt der Mischung eingestellt werden.



   Als Füllstoffe für die Grundschicht eignen sich z. B. Sand, Quarzmehl, Kaolin, Asbestpulver, Gips, Kreidemehl, Calciumcarbonat, Kieselsäure, unlösliche Silikate und Papiermehl, ferner Papierfasern, Asbestfasern und kurzstapelige Glasfasern sowie Mischungen der genannten Stoffe, während die Verwendung von Sägemehl und Holzmehl weniger zweckmässig ist. Weiter können der zur Ausbildung der Grundschicht dienenden Mischung noch geeignete orga  nische oder anorganische Farbstoffe einverleibt werden, wie Titandioxyd, Chromgelb, Eisenoxydgelb, Cadmiumgelb, Hansagelb, Chromgrün, Phthalocyaningrün, Phthalocyaninblau, Preussischblau, Ultramarin, Signalrot, Eisenoxydrot, Cadmiumrot, Eisenoxydschwarz, Russ und dergleichen mehr, wobei auch Mischungen dieser Farbstoffe zur Anwendung gelangen können.

   Dem zur Ausbildung der Grundschicht dienenden Gemisch kann auch ein Stoff zur Verhinderung des Absetzens der Füllstoffe einverleibt werden, z. B. Silicagel oder Metallseifen.



   Die Grundschicht besitzt zweckmässig eine Dicke von l   í    Millimeter bis zu mehreren Millimetern, je nach Unterlage und den an den Belag gestellten Anforderungen, wobei es zweckmässig ist, dicke Grundschichten in mehreren Lagen zu erzeugen, deren jede vor der Aufbringung der nächsten trocknen gelassen wird.



   Die Zusammensetzung des zur   Herstellung    der Deckschicht verwendeten Gemisches von polymerisationsfähigen Verbindungen kann sehr stark variieren.



  Aus praktischen Gründen werden mit Vorteil Verbindungen verwendet, deren Siedepunkt oberhalb   500 C    liegt. Ferner ist es zweckmässig, dass mindestens eine der verwendeten ungesättigten Verbindungen flüssig und das Gemisch der beiden organischen Komponenten allein selber noch giessbar ist. Nach Zusatz der Füllstoffe und gegebenenfalls der Farbstoffe erhält man ein giess- bis spachtelbares Gemisch. Der Zusatz von inerten Lösungsmitteln zur Erzielung besserer Verarbeitbarkeit, wie Aceton,   Athylacetat,    Butylacetat, Benzol und dergleichen, ist an und für sich möglich, für die praktische Durchführung indessen unzweckmässig. Das vernetzungsfähige, giess- bis spachtelbare kunststoffbildende Gemisch wird zweckmässig so erhalten, dass zuerst eine Vormischung der polymerisationsfähigen Verbindungen hergestellt wird.



  Diese Vormischung enthält zweckmässig 10-95 Gew. Teile einer monomeren Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung; dafür eignen sich Vinylester (z. B. Vinylacetat, Vinylbenzoat), Acrylsäureester (z. B. Acrylsäureäthylester), Methacrylsäureester (z. B. Methylmethacrylat), Allylester (z. B. Allylacetat) oder andere Vinylverbindungen, wie z. B. Styrol. 5-90 Gew.-Teile können aus einer Verbindung mit mindestens zwei polymerisationsfähigen Doppelbindungen bestehen, welche monomeren oder polymeren Charakter besitzen können.

   Dafür eignen sich Divinylester oder Diallylester von Polycarbonsäuren, wie Divinylisophthalat, Diallylphthalat, Diallyladipat, Triallyltrimesinat, Vinyl- oder Allylester von Carbonsäuren mit einer polymerisationsfähigen Doppelbindung, wie Allylmethacrylat, Diallylmaleat und andere, mindestens zwei polymerisationsfähige Doppelbindungen enthaltende Polyvinyloder Polyallylverbindungen, wie Divinylbenzol, Trivinylbenzol und Triallylcyanurat, ferner feste, viskose oder flüssige hochmolekulare Verbindungen mit mehreren polymerisationsfähigen Doppelbindungen, wie sie durch halbseitige Polymerisation von Diallylestern (z.

   B. vorpolymerisiertes Diallylphthalat) oder durch Polykondensation von Dicarbonsäuren mit zweiwertigen Alkoholen erhalten werden, wovon die eine Komponente eine polymerisationsfähige Doppelbindung aufweisen muss und welche Polykondensate unter dem Begriff  ungesättigte Polyesterharze  bekannt sind. Mit wenigen Ausnahmen sind die erwähnten Verbindungen handelsübliche Produkte.



   Die polymerisationsfähige, noch giessbare Mischung dieser ungesättigten Verbindungen wird sodann mit der geeigneten Menge eines oder mehrerer Füllstoffe angeteigt, bis zur Erreichung der gewünscht   ten giess- bis spachtelbaren I Konsistenz; im gleichen    Arbeitsgang können ferner Farbstoffe zugesetzt werden, sofern ein farbiger Belag gewünscht wird. Als Füllstoffe und Farbstoffe kommen dieselben in Frage, welche bereits im Zusammenhang mit der Herstellung der Grundschicht genannt wurden. Im allgemeinen wird man für die Deckschicht allerdings möglichst feinkörnigen Füllmitteln und Farbstoffen den Vorzug geben,   da - von    Spezialfällen abgesehen - in der Regel eine möglichst ebene Oberfläche der Deckschicht gewünscht wird.



   Der Polymerisationsinitiator dient zur Polymerisationseinleitung. Er wird der Masse normalerweise unmittelbar vor deren Verwendung zugesetzt; dazu eignen sich allgemein Verbindungen, welche mehr oder weniger leicht in geeignete energiereiche Radikale zerfallen. Vorzüglich geeignet sind Peroxyde und Hydroperoxyde, wie Dibenzoylperoxyd, Dilauroylperoxyd, Diacetylperoxyd, Di-tert. Butylperoxyd, tert. Butylperbenzoat, Methyläthylketonhydroperoxyd, Cyclohexanonhydroperoxyd, tert. Butylhydroperoxyd, Cumolhydroperoxyd und andere mehr, ferner gewisse Azoverbindungen, wie Isoazobutyronitril und einige andere.



   Es ist in den meisten Fällen ferner zweckmässig, dem polymerisationsfähigen Gemisch einen Aktivator zuzusetzen, welcher bereits bei niedriger Temperatur eine Spaltung des verwendeten Radikalbildners in die polymerisationsauslösenden Radikale bewirkt. Dazu eignen sich tertiäre Amine, wie Dimethylanilin, ferner gewisse Mercaptane, wie Laurylmercaptane, und organische, öllösliche Kobaltsalze, wie Kobaltoctoat. Die genannten Aktivatoren können dem Gemisch gleichzeitig mit den Füllstoffen oder aber vor der Verarbeitung einverleibt werden. Polyesterharze enthaltenden Mischungen können unter Umständen noch Paraffine einverleibt werden, welche nach dem Auftragen der Deckschicht aus schwitzen und so einen Filmüberzug aus Paraffin bilden, der den störenden Einfluss des Luftsauerstoffes auf die vernetzende Polymerisation der Polyesterharze herabsetzt.



   Die Deckschicht wird erhalten, indem das vernetzungsfähige Gemisch, dem gegebenenfalls der zur Polymerisationseinleitung bei niedriger Temperatur erwünschte Aktivator bereits einverleibt wurde, in der gewünschten Dicke auf die Grundschicht aufgetragen und sich selbst überlassen wird, worauf die Masse im Verlauf von einem bis zwei Tagen mischpolymerisiert,  wonach sie auch in guten Lösungsmitteln nurmehr langsam quillt, nicht aber sich löst. Die Dicke der   Deckschicht kann zwischen 14 4 bis zu mehreren Milli-    metern betragen, wobei man zweckmässigerweise dicke Deckschichten in mehreren Lagen erzeugt, deren jede vor der Aufbringung der nächsten trocknen gelassen wird. Durch geeignete Wahl der polymerisationsfähigen Komponenten kann ferner die Härte und die Elastizität der Deckschicht in weiten Grenzen variiert werden.



   Das erfindungsgemässe Verfahren wird anhand folgenden Beispieles näher erläutert:
A. Bildung der hydrophilen   Grundschrcht.   



   25 kg einer wässrigen, weichmacherfreien Polyvinylacetatdispersion (Festkörpergehalt   54 0/o)    und 5 kg einer wässrigen, weichmacherhaltigen Polyvinylacetatdispersion (54   0h    Festkörpergehalt, wovon   25 ovo    Weichmacher) werden mit 45 kg Quarzmehl und 55 kg Quarzsand (Körnung   0,1-1,0    mm) gemischt und so viel Wasser (etwa 27 kg) zugesetzt, dass eine gut spachtelbare Masse entsteht. Die Masse wird nach sorgfältiger Reinigung einer Betonunterlage in 1 mm dicker Schicht auf dieselbe aufgetragen und zwei Tage trocknen gelassen. Die Körnung des verwendeten Sandes kann variieren und ist der jeweils gewünschten Schichtdicke anzupassen.



   B. Bildung der   Deckschicht.   



   Eine vernetzungsfähige Mischung aus 36,5 kg eines linearen, niederviskosen Polyesters mit polymerisationsfähigen Doppelbindungen (wie man ihn z. B. durch Mischpolykondensation aus vorwiegenden Anteilen Maleinsäureanhydrid, Phthalsäureanhydrid und Athylenglykol erhält) und 23,5 kg monomerem Styrol wird mit 5,0 kg Kreidemehl, 25,0 kg Aluminiumsilikatmehl, 4,0 kg Signalrot und 0,5 kg Kobaltoctoat (etwa 6    /o    Kobaltgehalt) in einer Kugelmühle während mehrerer Stunden angerieben, bis eine giessbis spachtelbare Masse entstanden ist. Unmittelbar vor Gebrauch werden zu 10,0 Litern dieser Paste 0,30 Liter einer Lösung von Methyläthylketonhydroperoxyd in Dimethylphthalat (400/0 Gehalt an aktivem Hydroperoxyd) zugemischt, worauf das kunststoffbildende Gemisch in 1 mm dicker Schicht auf die Grundschicht aufgespachtelt wird.

   Nach 48 Stunden ist die Schicht ausgehärtet und begehbar.



   Die so erhaltene vernetzte, hydrophobe Deckschicht haftet ausgezeichnet auf der Unterlage. Sie ist fugenlos, sehr hart, aber nicht spröde, und wasserfest. Wasser, Feuchtigkeit, schwache Alkalien, schwache Säuren, Reinigungsmittel, Alkohol, Benzin und Öle sind ohne Einfluss; starke Alkalien und starke Mineralsäuren bewirken erst nach mehrtägiger Einwirkung eine   Verfleckung;    starke organische Säuren, wie Essigsäure und Ameisensäure, bewirken Quel  lung    und Fleckenbildung. Hochsiedende, starke organische Lösungsmittel bewirken nach längerer Einwirkung eine Quellung, welche später wieder zurückgeht; niedersiedende organische Lösungsmittel können Quellung verursachen, sofern ihre Verdunstung verhindert wird.



   Die mechanischen und Gebrauchseigenschaften des Belages sind vorzüglich, ebenso die elektrischen Eigenschaften. Hervorzuheben ist, dass der Belag trotz der ausgezeichneten Isolationswirkung der Deckschicht nach den bisherigen Beobachtungen keinerlei Tendenz zu einer elektrostatischen Aufladung der sich darauf bewegenden Personen zeigt, wie sie bei Belägen aus weichgemachtem Polyvinylchlorid häufig beobachtet wird.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfreien Kunststoffbelages, dadurch gekennzeichnet, dass man auf eine Unterlage eine Mischung einer wässrigen Dispersion mindestens eines polymerisierten Kunststoffes mit Füllstoffen in mindestens einer Lage aufträgt und trocknen lässt, um eine hydrophile Grundschicht zu erhalten, dass man hierauf auf diese Grundschicht ein vernetzungsfähiges, giess- bis spachtelbares kunststoffbildendes Gemisch in mindestens einer Lage aufträgt, welches eine monomere Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung und eine weitere Verbindung mit mindestens zwei polymerisationsfähigen Doppelbindungen sowie noch mindestens Füllstoffe und einen Polymerisationsinitiator enthält, und dass man dieses Gemisch auf der Grundschicht mischpolymerisieren lässt, um eine vernetzte, hydrophobe, fest auf der Grundschicht haftende,
    wasserfeste Deckschicht zu erhalten.
    II. Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I erhaltener fugenloser, wasserfester Kunststoffbelag, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe, fest auf der Grundschicht haftende, wasserfeste Deckschicht ein vernetztes Hochpolymer sowie Füll-und Farbstoffe enthält, welches Hochpolymer durch vernetzende Mischpolymerisation entstanden ist zwischen einer monomeren Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung und einer Verbindung mit mindestens zwei polymerisationsfähigen Doppelbindungen im gegenseitigen Gewichtsverhältnis von 10-95 O/o der ersten und 5-90 /o der zweiten Verbindung.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man der Mischung von Kunststoffdispersion und Füllstoffen Weichmacher einverleibt.
    2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man der Mischung von Kunststoffdispersion und Füllstoffen noch mindestens einen Farbstoff einverleibt.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als wässrige Kunststoffdispersion eine wässrige Polyvinylacetatdispersion verwendet.
    4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zur Bildung der Deckschicht verwendeten giess- bis spachtelbaren kunststoffbildenden Gemisch die beiden polymerisations fähigen Verbindungen Siedepunkte von über 500 C aufweisen.
    5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der im genannten giess- bis spachtelbaren kunststoffbildenden Gemisch enthaltenen polymerisationsfähigen Verbindungen flüssig ist.
    6. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das giess- bis spachtelbare kunststoffbildende Gemisch als monomere Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung einen Ester des Allylalkohols enthält.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das giess- bis spachtelbare, kunststoffbildende Gemisch als monomere Verbindung mit einer einzigen polymerisationsfähigen Doppelbindung Styrol enthält.
    8. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die im giess- bis spachtelbaren, kunststoffbildenden Gemisch verwendete Verbindung mit mindestens zwei polymerisationsfähigen Doppelbindungen eine polymere Verbindung ist.
    9. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die polymere Verbindung ein ungesättigtes Polyesterharz ist, wie es durch Polykondensation von Dicarbonsäuren mit zweiwertigen Alkoholen, wovon eine der beiden Komponenten eine polymerisationsfähige Doppelbindung aufweist, so dass das lineare Polyesterharz mehrere statistisch über sein Molekül verteilte polymeri- sationsfähige Doppelbindungen aufweist, erhältlich ist.
    10. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das giess- bis spachtelbare kunststoffbildende Gemisch als Polymerisationsinitiator ein Peroxyd oder Hydroperoxyd enthält.
    11. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das giess- bis spachtelbare kunststoffbildende Gemisch als Aktivator ein tertiäres Amin oder ein Mercaptan oder organische Kobaltsalze enthält.
CH347633D 1957-08-12 1957-08-27 Verfahren zur Herstellung eines fugenlosen, wasserfesten Kunststoffbelages und nach diesem Verfahren hergestellter Belag CH347633A (de)

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