Hydraulisch bremsbarer Türschliesser Die Erfindung betrifft einen hydraulisch brems baren Türschliesser mit einem Schliesszapfen und einer auf Torsion beanspruchten und achsparallel zum Zapfen angeordneten Schliessfeder sowie Gelenkketten zur Verbindung der Schliessfeder mit dem Schliesszapfen, für einen Schwenkbereich der Türe von mindestens 180 .
Hydraulisch bremsbare Türschliesser sind schon in den verschiedensten Ausführungsformen sowold für einseitig zu öffnende Türen als auch für Pendel türen bekanntgeworden. Dabei besitzen die Pendel türschliesser einen Schwenkbereich von 180 , während Türschliesser für einseitig aufschlagende Türflügel in der Regel nur einen Schwenkbereich von 90 auf weisen. Es sind aber auch schon Türschliesser für einseitig zu öffnende Flügel mit einem Schwenk bereich von 180, bekanntgeworden. Schwierigkeiten bereitet es allgemein dabei, den Türschliesser auf relativ kleinem Raum bei einer guten Wirkung der Schliesseinrichtung unterzubringen.
Bisher bekannte Türschliesser weisen Mängel auf, die entweder in den grossen Abmessungen, die einer grossen Bodenöffnung bedürfen, oder in einer schlechten Wirkung als Schliesser oder in beiden bestehen. So finden viel fach an Türschliessern Schraubenfedern Verwendung, die auf Zug oder Druck beansprucht werden. Bei Anordnung dieser Federn liegt die grösste Rückstell- kraft, bedingt durch die Verbindungsmöglichkeiten, nicht in der Nähe der Schliessstellung des Flügels, so dass ein unzureichender Schliessdruck vorhanden ist, während die Federkraft sich in den übrigen Stellun gen stärker auswirkt und das Öffnen des Flügels erschwert.
Ausserdem liegt die Rückstellkraft der Federn unter einem Schwenkbereich von 180 , so dass derartige Schliesser für einseitig zu öffnende Flügel, die zur Vermeidung von Stauungen hinter dem Flügel ohne Vernachlässigung der selbsttätigen Rückstellung um 180 geschwenkt werden sollen, nicht brauchbar sind.
Bei Pendeltürschliessern finden ausser den genann ten, auf Zug oder Druck beanspruchten Schrauben federn, vielfach Spiralfedern Verwendung. Da die Schliessstellung der Pendeltürschliesser mittig im Schwenkbereich von 180 liegt und somit die Rück stellkraft in zwei verschiedenen Richtungen wirksam werden muss, werden die Schliesser mit zwei Spiral federn ausgeführt, wodurch die Abmessungen relativ gross werden. Es ist aber auch schon bekanntge worden, derartige Pendeltürschliesser mit einer einzi gen - Schraubenfeder zu versehen, die je nach der Öffnungsseite des Flügels auf- oder abgewickelt wird. Diese Schraubenfeder erfordert ebenfalls einen grossen Raum und grosse Abmessungen des Schliessers.
Darüber hinaus tritt durch die wechselnde Beanspru chung der Feder schnell eine Werkstoffermüdung ein, die zum Erschlaffen und schliesslich zum Bruch der Feder führt.
Die Erfindung bezweckt nun eine Ausbildung des Türschliessers, bei dem die genannten Nachteile der bekannten Ausführungsformen vermieden sind. Der erfindungsgemässe Türschliesser zeichnet sich da durch aus, dass als Rückstellfeder eine einseitig wir kende Spiralfeder dient, die mit ihrem einen Ende an der Gehäusewand befestigt und mit ihrem anderen Ende mit einem zur Regelung der Federspannung eingerichteten Spannteil verbunden ist, der über als Hebelgestänge nach Art einer Gelenkkette ausge bildete Zugmittel die Feder mit dem Schliesszapfen verbindet, wobei die Hebelverhältnisse zwischen der am Schliesszapfen angreifenden Kurbel und der am Spannteil angreifenden Schwinge in der Schliess stellung des Flügels den grössten Schliessdruck bewir ken,
und wobei der Schliesszapfen zur Steuerung des Schliessdruckes mit dem Kolben eines hydraulischen Dämpferzylinders gekoppelt ist.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 einen Längsschnitt eines Schliessers für Pendeltüren nach der Linie C-D in Fig. 2, Fig. 2 den Schliesser ohne Deckplatte von oben gesehen, zum Teil aufgebrochen und zur besseren Veranschaulichung ohne die in Fig. 4a dargestellten Lagerlinien für die Steuerrolle der Dämpfereinrich- tung, Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie A-B in Fig. 2,
Fig. 4 ein Schema des Hebelsystems nach der Schnittlinie E-F in Fig. 1 bei geschlossenem Flügel, Fig. 4a ein Schema der Verbindung zur Dämp- fungseinrichtung nach der Schnittlinie G-H in Fig. 3 bei der Stellung des Flügels nach Fig. 4, Fig. 5 ein Schema des Hebelsystems bei gegen den Uhrzeigersinn geöffnetem Flügel, Fig. 6 ein Schema des Hebelsystems bei im Uhr zeigersinn geöffnetem Flügel,
Fig.7 den Bremsraum von oben gesehen, bei geschlossenem Flügel, Fig. 8 den Bremsraum bei geöffnetem Flügel, Fig. 9 eine schematische Darstellung der Anord nung der Zugmittel bei geschlossenem Flügel gemäss einer anderen Ausführungsform, Fig. 10 die Zugmittel nach Fig. 9 bei entgegen dem Uhrzeigersinn geöffnetem Flügel, Fig. 11 die Zugmittel nach Fig. 9 bei im Uhr zeigersinn geöffnetem Flügel, Fig. 12 einen Schliesser für einseitig um 180 schwenkbare Flügel von oben gesehen,
geöffnet, Fig. 13 den Schliesser nach Fig. 12 von der Seite gesehen, nach einem Schnitt nach der Linie K-M in Fig. 12, Fig. 14 einen Ausschnitt aus dem Schliesser nach Fig. 12 nach einem Schnitt nach der Linie N-0 in Fig. 13, während die Fig. 15 bis 17 verschiedene Stellungen der Schub stange, schematisch dargestellt, zeigen.
Der Türschliesser nach Fig. 1 bis 8 weist ein Gehäuse 1 zur Aufnahme aller mechanischen Ele mente einschliesslich der hydraulischen Dämpferein- richtung auf, welches Gehäuse durch Deckplatten 2 und 3 schmutzsicher abgeschlossen ist. Ein Schliess zapfen 4 ist in einem Lageransatz 5 des Deckels 2 und in einem Gegenlager 6 im Boden des Gehäuses 1 gelagert.
In der Mitte des Lagers 6 ist als Druck lager zur Aufnahme eines Flügelgewichtes eine grosse Kugel untergebracht, die mit ihrer oberen Hälfte in eine entsprechende Ausnehmung des Schliesszapfens 4 hineinragt. In der Deckplatte 3 ist ein Lageransatz 7 und im Boden des Gehäuses 1 ein Gegenlager 8 zur Lagerung eines Spannteils 9 für eine Schliess feder 14 angeordnet. Auf dem unteren Zapfen des Spannteils 9 ist eine Schwinge 10 gelagert. Diese ist durch eine Kuppelschraube <B>11</B> (Fig. 4, 5, 6) mit dem Spannteil fest verbunden und steht durch als Zugmittel wirkende Koppelstangen 12 und 12' und durch Kurbeln 13 und 13' mit dem Schliesszapfen 4 in Verbindung.
Die Koppelstangen 12 und 12' sind an der Schwinge 10 mittels Zapfen eingelenkt, die beide auf einer Seite der Verbindungslinie Schliess- zapfenachse-Federachse liegen.
Auf der anderen Seite sind die Koppelstangen 12 und 12' an den Kurbeln 13 und 13' angelenkt, die nahezu symmetrisch zur Verbindungslinie Schliess zapfenachse-Federachse angeordnet sind. Die Kur beln liegen aufeinander, sind drehbar auf dem Schliess zapfen 4 gelagert und schliessen zwischen sich einen Mitnehmer 15 ein, der mit dem Schliesszapfen aus einem Stück hergestellt ist.
Eine Schliessfeder 14, z. B. eine Blattfeder, ist mit ihrer Aussenkrampe 14' im Gehäuse 1, mit ihrer Innenkrampe 14" in dem Spannteil 9 eingehakt und zieht, vorausgesetzt, dass sie vorgespannt ist, die Schwinge 10 und die Koppelstangen 12 und 12' ständig in der Pfeilrichtung a (Fig. 4) so weit, dass die Kurbeln 13 und 13' rechts und links am Mitnehmer 15 anliegen. Es besteht somit eine formschlüssige Verbindung von der Schliessfeder 14 bis zu einem Vierkant 16 am Schliesszapfen 4, von wo aus die Schliesskraft der Feder über einen auf den Vierkant aufgesetzten Hebel an den Flügel abgegeben wird.
In der beschriebenen, in Fig. 2 und 4 gezeigten Stel lung bei geschlossenem Flügel wirkt die Vorspann kraft der Feder derart, dass die Kurbeln 13 und 13' fest an die Flächen des Mitnehmers 15 gezogen werden und damit auch den Flügel in der geschlos senen Stellung festhalten.
Die Anlenkpunkte der Koppelstange 12 und 12' sind auf der Federseite wie auch auf der Seite des Schliesszapfens an den Verbindungsstellen mit den Kurbeln 13 und 13' derart gewählt, dass auf den ersten 10-20 des Öffnungsbereiches nach rechts oder links der grösste Schliessdruck gegeben ist. Das bedeutet umgekehrt für die letzten 10-20 des Schliessweges, also gerade in dem für den Schliess vorgang entscheidenden Bereich, den grössten Schliess druck. Hierdurch wird ein kraftvolles Schliessen des Flügels am Ende des Schliessvorganges, ein Festhalten des Pendeltürflügels in seiner Mittelstellung gewähr leistet.
Wird der Flügel in der Pfeilrichtung nach Fig. 5 geöffnet, dann drückt der Mitnehmer 15 gegen den Nocken der Kurbel 13, die Koppelstange 12 zieht die Schwinge nach und spannt die Schliessfeder. Die Bauart lässt ein Öffnen des Flügels nach rechts oder links bis auf 110 zu. Auf dem Weg von 0 bis 110 ist das Drehmoment am Flügel im Bereich der ersten 20 konstant.
3e nach der Stärke der eingelegten Schliessfeder 14 sinkt das Flügeldrehmoment dann um 1/s bis 1,14 ab, wobei der Abfall bei etwa 40 beendet ist. Von 40 bis 110 bleibt das Drehmoment konstant. Hier für ist nicht nur die Länge der Kurbelarme 13 und des Schwingarmes 10, sondern auch die Lage des Schwenkbereiches dieser Arme in bezug auf die Ver- bindungslinie von Schliesszapfen und Federzapfen verantwortlich sowie die mit dem Schwenkwinkel veränderbare Federkraft.
Der Hebelarm der Schwinge ist am Schliessbeginn bei 110 sehr gross, wird immer kleiner, bis der kleinste Hebelarm am Ende des Schliessvorganges erreicht ist. Bei Schliessbeginn ist die Feder 14 viel stärker gespannt als in der Ruhe stellung und überträgt ihre Kraft über die in Ein griff befindliche Kurbel 13 auf den Mitnehmer 15, welcher den Schliesszapfen 4 und damit den Flügel zu schliessen sucht. Die Koppelstange 12' mit der Kurbel 13' macht inzwischen auf der anderen Seite des Schliesszapfens 4 eine Leerbewegung, ohne Kraft zu übertragen oder zu vermitteln.
Wird der Flügel im Uhrzeigersinn, das heisst in der Pfeilrichtung nach Fig. 6 bewegt, so ist der Vorgang der gleiche, nur dass jetzt die Koppelstange 12' mit der Kurbel 13' die Kraft überträgt und vermittelt, wohingegen die Koppelstange 12 und die Kurbel 13 die Bewegung im Leerlauf mitmachen.
Nach der Wegnahme der Deckplatte 3 kann die Feder 14 herausgenommen und, falls erforderlich, gegen eine andere ausgetauscht werden. Um die Vor spannung regeln zu können, hat der obere Zapfen des Spannteils 9 einen Innensechskant 29 zum Auf stecken eines Schlüssels. Mit Hilfe dieses Schlüssels wird der Spannteil 9 in der Spannrichtung der Feder 14 so weit bewegt, bis durch eine in der Deckplatte 3 vorgesehene, verschliessbare Öffnung und durch eine der über den gesamten Umfang des Spannteils 9 verteilten Bohrungen die Kuppelschraube 11 (Fig. 4) sichtbar wird.
Die Kuppelschraube 11 wird so weit nach unten eingedreht, bis sie in eine unten im Ge häuse vorgesehene Zentrierung stösst, wodurch die Schwinge 10 gegen Drehung gesichert, der Spann teil 9 aber entkuppelt ist und relativ zur Schwinge 10 gedreht werden kann. Das Drehen des Spannteils 9 erfolgt so weit, bis wieder eine Bohrung genau über der Kuppelschraube 11 steht, und die Kuppe- lung von Schwinge und Feder wieder erfolgen kann.
Parallel mit der Bewegung der Schliesseinrichtung verläuft die Bewegung der Dämpfeinrichtung. Die ersten 30' des Schliessweges, also von 110-80 , er folgen als Schnellgang, um dann weich in eine regel bar gebremste Bewegung überzugehen. Der Schnell gang soll ein allzulanges Offenstehen des auf dem Rückweg gebremsten Flügels verhindern, ist jedoch so bemessen, dass der Durchgangsverkehr dadurch nicht beeinträchtigt wird.
Der Schliesszapfen 4 trägt, wie Fig.4a zeigt, einen drehfest angeordneten, symmetrischen Nocken 27, dessen Seitenbereiche wirken je nach dem jewei ligen Drehsinn des Zapfens 4 mit einer Anschlag fläche 28 bzw. 28' eines Führungsstückes 18 zu sammen, das mit einem Langloch versehen ist, durch das der Schliesszapfen 4 sich erstreckt. Durch das Zusammenwirken eines der Seitenbereiche des Nok- kens 17 mit einer der Anschlagflächen 28 bzw. 28' wird beim Schwenken der Tür das Führungsstück 18 nach oben verschoben.
Diese Bewegung wird auf einen Hebelarm 20 eines Drehzapfens 21 übertragen, der seinerseits unter Vermittlung einer Kurbel und einer Pleuelstange 22 einen Dämpferkolben 23 in einem Dämpferzylinder 24 verschiebt. Die Rückbewe gung des Dämpferkolbens 23 beim Schliessen des Flügels wird durch eine drehfest auf dem Schliess zapfen 4 sitzende Kurvenscheibe 17 gesteuert, die mit einer an dem Führungsstück 18 sitzenden Rolle 19 zusammenwirkt und sinngemäss das Führungs stück 18 nach unten verschiebt, wobei diese Bewe gung wieder über den Hebelarm 20 auf den Dreh zapfen 21 des der Dämpfungseinrichtung zugeord neten Kurbeltriebes übertragen wird.
Die auf dem Schliesszapfen 4 sitzenden Glieder, nämlich der Nok- ken 27 und die Kurvenscheibe 17 einerseits und die zugeordneten Anlageglieder des Führungsstückes 18, nämlich die Flächen 28 bzw. 28' und die Rolle 19 ergeben demnach bei jeder Drehstellung des Schliess zapfens 4 eine genau bestimmte Stellung des Füh rungsstückes 18 und damit des Dämpferkolbens 23.
Von dem die Pleuelstange 22 aufnehmenden Öl- vorratsraum der hydraulischen Dämpfungseinrich- tung aus erstreckt sich parallel zu der Bohrung des Zylinders 24 eine Längsbohrung, deren Ende durch eine Querbohrung mit dem Arbeitsraum des Zylin ders 24 verbunden ist. In diese Längsbohrung ist ein von einer Schraube gebildetes Regulierventil ge schaltet. Zwischen dem Regulierventil 25 und der erwähnten Querbohrung erstreckt sich von der Längs bohrung aus eine weitere Querbohrung in den Ar beitsraum des Zylinders 24, deren lichte Weite durch eine ein Regulierventil 26 bildende Schraube ein stellbar ist.
Mit der Mündung dieser Querbohrung wirkt ein Längsschlitz im Mantelteil des Kolbens 23 derart zusammen, dass während eines Teils der Kol benbewegung der durch das Ventil 26 geregelte Durchfluss mittels des Kolbenmantels gesperrt ist und nach dem überlaufen eines bestimmten Teils der Kolbenlänge aus der durch das Ventil 26 geregelten Querbohrung Druckflüssigkeit unter Umgehung des Ventils 25 unmittelbar in den Ölvorratsraum rück strömen kann (Fig. 7).
Mit dieser Anordnung wird erreicht, dass zu Beginn des Dämpfungsvorganges, wobei der Kolben sich beim Schliessen der Tür in Richtung des Pfeiles c (Fig. 8) bewegt, zunächst das gesamte durch den Kolben 23 verdrängte Drucköl durch das Ventil 25 abströmen muss. Hiermit ergibt sich eine verhältnismässig kräftige Bremswirkung. Erst im letzten Teil der Schliessbewegung des Flü gels gelangt der erwähnte Schlitz im Mantelteil des Kolbens 23 über die Mündung der durch das Ventil 26 geregelten Querbohrung, so dass nunmehr das durch den Kolben 23 verdrängte Drucköl nicht nur durch das Ventil 25, sondern zusätzlich durch das Ventil 26 in den Ölvorratsraum zurückströmen kann.
Hiermit wird die Bremswirkung vermindert, so dass während des letzten Teils der Schliessbewegung des Flügels eine grössere Geschwindigkeit erzielt wird, die die Schlossglieder des Flügels mit Sicherheit ein schnappen lässt. Das Gehäuse 1 ist in einem Schutzkasten so untergebracht, dass es zum Zwecke der Regulierung von Einbaufehlern in waagrechter Ebene um den Schliesszapfen 4 eingestellt werden kann.
Nach der Ausführungsform nach Fig. 4 bis 11 ist der Schliesszapfen 4 mit zwei Kurbeln 31 ver sehen, die mit dem Schliesszapfen 4 fest verbunden sind. Verbindungsglieder 32 verbinden die Kurbeln 31 mit als Zugmittel wirkenden Koppelstangen 33' und 33", die auf der Gegenseite mit einem Ver bindungsglied 34 an einer gemeinsamen Schwinge 35 des Spannteils 9 angelenkt sind. Das am Verbin dungsglied 34 angelenkte Ende der Koppelstange 33' ist gabelartig ausgebildet und umschliesst das Ende der Koppelstange 33", während das Verbindungs glied 34 als Laschenpaar ausgebildet ist, das die Enden der Koppelstangen 33' und 33" umschliesst.
Die Koppelstangen 33' und 33" sind mit einem gemeinsamen Gelenkbolzen 36 am Glied 34 ange- lenkt. In der aus Fig. 10 ersichtlichen Schliessstellung der Tür liegt das Glied 34 gegen die Fläche 37 der Schwinge 35 an und hebt sich während des öffnens der Tür von dieser ab. Auf der dem Schliesszapfen 4 zugewandten Seite der Gestängeanordnung liegen ferner die mit den Kurbeln 31 gelenkig verbundenen Glieder 32 an Flächen 38 der Kurbeln 31 an, wäh rend weitere Gestängeglieder 32 in den Verlängerun gen von Koppelstangen 33' und 33" liegen, zu deren Führung Anschläge 41 vorgesehen sind.
Beim Öffnen der Tür legt sich jeweils einseitig das mit der Kurbel verbundene Gestängeglied 32 gegen eine Fläche 39 der zugeordneten Kurbel an, während auf der anderen Seite das mit der Kurbel 31 gelenkig verbundene Gestängeglied 32 sich von der Fläche 38 abhebt und zurückschwenkt.
Durch die Verbindung der Koppelstangen über aufwickelbare Glieder mit den Kurbeln und der Schwinge, die sich an Flächen der Kurbeln und Schwinge anlegen und beim Aufwickeln den wirk samen Hebelarm verkleinern, wird die Kraft der rückstellkräftigen Feder auf den Flügel zu Beginn des Öffnungsweges gross und nimmt mit der Grösse des Öffnungsweges ab. Dies entspricht einem grossen Schliessdruck des Flügels. Beim Öffnen der Tür ist daher die grösste Kraft aufzuwenden, wenn der Flügel aus der Schliessstellung gebracht wird.
Sie ist um so eher aufzuwenden, da eine die Tür öffnende Person bei Beginn des Öffnungsweges des Flügels den grössten Hebelarm zur Verfügung hat.
Mit Vergrösserung des Öffnungswinkels verrin gert sich aber der Hebelarm des Flügels, was bei gleichbleibender oder grösserer Federspannung zu erhöhtem Kraftaufwand zum Öffnen führen würde, dies wird aber durch die Verminderung der Rück stellkraft durch die sich verändernden wirksamen Hebelarme ausgeglichen. Die Anlenkung der beiden Koppelstangen mit einem gemeinsamen Gelenkbolzen an einem Verbindungsglied zum Mitnehmen der Tor sionsfeder gestattet dabei die gleichen Hebel- und Kraftverhältnisse in beiden Öffnungsrichtungen des Flügels.
Diese Ausführungsform der Zugmittel ge stattet nun in vorteilhafter Weise eine Vergrösserung des Schwenkbereiches des Flügels auf l80 . Dies ist besonders erwünscht bei einseitig zu öffnendem Flügel, während für Pendeltüren der einseitige Schwenkbereich in der Regel mit 90 ausreicht.
Nach der Ausführungsform des Türschliessers gemäss Fig. 12 bis 17 sind in einem Gehäuse 55, das in bekannter Weise in einem nicht gezeichneten, zweiten Gehäuse in den Boden eingelassen wird, der Schliesszapfen 4 und die Feder 14 angeordnet. In der Feder 14 ist der Spannteil 9 drehbar gelagert, an dem eine Schwinge 57 befestigt ist. An der Schwinge 57 ist ein Verbindungsglied 58 befestigt, das gelenkig mit einer Koppelstange 59 verbunden ist. Der Schliesszapfen 4 ist mit einer Kurbel 61 ver sehen, die durch ein Verbindungsglied 42 mit dem anderen Ende der Koppelstange 59 verbunden ist. Der Schliesszapfen 4 ist im Boden des Gehäuses 55 und einem Deckel 43, der einen vom Innenraum des Gehäuses 55 abgetrennten Dämpferraum 44 über deckt, gelagert.
Das Lager im Deckel 43 ist durch eine Zentrierstopfbuchse 45 verschlossen, die den Deckel 43 in einer Aussparung 46 des Gehäuses 55 zentriert.
Diese Verbindung des Schliesszapfens mit dem Spannteil der Feder durch eine wechselweise sich auf einen der genannten Teile aufwickelnde Gelenkkette ermöglicht es, einen Flügel nach einer Seite um 180 zu schwenken und stellt über den gesamten Schwenk bereich den Flügel selbsttätig wieder in die Ausgangs stellung zurück. Die Verbindungsglieder sind in der Ausgangsstellung um den Spannteil gewickelt, von dem sie sich beim Öffnen des Flügels abwickeln. Gleichzeitig wickeln sich die Verbindungsglieder am anderen Ende der Koppelstange auf den Schliess zapfen auf. Beim Schliessen des Flügels ist der Bewe gungsablauf unter dem Einfluss der Federkraft der gespannten Feder umgekehrt.
Die grösste Rückstell- kraft wird auch bei diesem Schliesser zu Beginn des Öffnungsweges des Flügels wirksam. Hiermit ist ein Festhalten der Tür in der Grundstellung auch bei Verwendung eines Rollfallenschlosses gesichert. Diese grosse Rückstellkraft bleibt über etwa 10-20 des Öffnungsweges konstant und sinkt mit steigendem Öffnungswinkel in einem bestimmten Verhältnis ab, während die direkte Kraft der Feder ansteigt. Jedoch ist auch die geringste Rückstellkraft bei grösstem Öffnungswinkel so bemessen, dass der Flügel die erforderliche kraftvolle Bewegung erhält.
Besonders vorteilhaft ist die konstruktive Gestaltung des Schliessers, die eine einfache und bequeme Montage gestattet. So kann z. B. die Feder durch Lösen von zwei Schrauben, ohne weitere Demontage, aus dem Gehäuse entnommen und ausgewechselt werden.
Der Dämpferraum nimmt nur einen Teil des Gehäuseraumes ein, wodurch nur wenig Dämpfungs- mittel benötigt werden und unabhängig von der Dämpfung alle Teile frei zugänglich sind. Die An ordnung der Dämpfereinrichtung unter dem Deckel gestattet eine relativ einfache Montage der Dämpfer einrichtung.
Der Deckel 43 trägt einen Dämpferzylinder 47, der einen Kolben 48 aufnimmt. Der Kolben 48 ist durch einen Kurbeltrieb mit dem Schliesszapfen 4 ver bunden. Aus dem Zylinderraum der Dämpfereinrich- tung führt ein Abflusskanal 49 in den Dämpferraum 44, dessen Austrittsöffnung in der Grösse veränder lich ist, um die Dämpferkraft einzustellen. In diesen Kanal 49 ist ein Überdruckventil 51 eingesetzt, das bei überdruck im Zylinderraum Dämpferflüssigkeit in den Dämpferraum 44 entweichen lässt.
Die Wirkungsweise des Schliessers nach Fig. 12 bis 17 ist folgende: Bei geschlossener Tür legt sich das Glied 58 an die Fläche 52 der Schwinge 57 an, während das Glied 42 mit der Koppelstange 59 eine gestreckte Linie bildet (Fig. 12 und 15). Somit kommt beim öffnen des Flügels der Hebelarm der Kurbel 61 am Schliesszapfen 4 voll zur Wirkung, während der wirksame Hebelarm der Schwinge 57 auf die Koppel stange 59 nur klein ist. Aus diesem Hebelverhältnis ergibt sich für den Öffnungsbeginn eine grosse Rück stellkraft. Mit Vergrösserung des Öffnungswinkels des Flügels hebt sich das Glied 58 von der Schwinge 57 ab, wodurch sich der wirksame Hebelarm zur Dreh achse des Spannteils 9 vergrössert.
Durch diese Hebel vergrösserung wird die Kraftabgabe an die Koppel stange 59 geringer. Auf der Seite des Schliesszapfens 4 legt sich im Verlaufe der Öffnungsbewegung das Glied 42 an die Fläche 53 der Kurbel 61 an. In der Endstellung von 180 legt sich auch die Koppel stange 59 an eine Fläche 54 der Kurbel 61 an, wodurch der wirksame Hebelarm weiter verkleinert wird. Diese Verkleinerung des Hebelarmes unter stützt nochmals die kraftmindernde Wirkung, die auf der Federseite durch die Vergrösserung des dort wirksamen Hebelsarms erreicht wird. Es wird da durch der erforderliche Kraftaufwand zum Öffnen des Flügels ständig verringert.
Daraus ergibt sich für den Schliessweg der Vorteil, dass sich für den ersten hydraulisch nicht kontrollierten Teil eine nicht zu hohe Anfangsgeschwindigkeit einstellt, im kon trollierten Teil aber durch das jetzt umgekehrt wirk same Hebelverhältnis die Schliesskraft sich ständig vergrössert, bis sie bei 10 vor Schliessende den Höchstwert erreicht hat.
Durch die Anordnung einer einzigen Spiralfeder zur Rückstellung eines um 180 schwenkbaren Flü gels in dem dargestellten Schliesser wird dieser äusserst einfach im Aufbau und braucht nur relativ kleine Abmessungen, die eine kleine Bodenöffnung für den Schliesser ermöglichen. Die Anordnung der Kurbel an dem Schliesszapfen und der Schwinge am Spannteil in der Art, dass in den Schliessstellungen der grösste Schliessdruck bewirkt wird, gibt dem Schliesser bei der weichen Federung einer Spiralfeder einen grossen Schliessdruck und verleiht ihm eine gute Wirkung.
Dabei wird die Feder bei einer Pendeltür nur in einer Richtung beansprucht, so dass die Werk- Stoffermüdung gegenüber einer zweiseitig beanspruch ten Feder wesentlich verringert und die Lebensdauer erhöht ist. Die Beanspruchung der Feder in einer Richtung sowie der grösstmögliche Schliessdruck in der Schliessstellung des Flügels wird durch die Ge staltung der Zugmittel erreicht, die auch die Schliess stellung bestimmen, entweder am Ende des Schwenk bereichs des Flügels für eine einseitig zu öffnende Tür oder in der Mitte des Schwenkbereiches für eine Pendeltür,
so dass der gleiche Schliesser nur durch die Wahl der Zugmittel für einseitig und für zweiseitig zu öffnende Flügel verwendbar ist.
Durch die Verwendung von Zugmitteln mit einer gemeinsamen Schwinge und gegenläufigen Kurbeln wird es möglich, bei gleichförmiger Spannbewegung der Schwinge und einem Schwenkbereich des Flügels über 180 sowie einer mittigen Schliesstellung, also bei einer Pendeltür, ebenfalls nur eine einzige Spiral feder anzuordnen, die den Türschliesser äusserst ein fach zestaltet.