Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Erstzundern von warmgewalztem Bandeisen Die Erfindung geht von einem Verfahren zum kontinuierlichen Erstzundern von warmgewalztem Bandeisen aus, bei welchem das Band zickzackartig über Umlenkwalzen und die bogenförmige Gleit fläche von wenigstens einer Gleitleiste gezogen wird, welche versetzt zueinander angeordnet und gegen einander verstellbar sind, und bei welchem der Zunder durch die im Scheitel eines Biegewinkels angeordnete Gleitleiste gelöst wird.
Das Entzunderungsverfahren wird erfindungs gemäss dadurch verbessert, dass das Bandeisen über die bogenförmige Gleitfläche der Gleitleiste unter einem Biegewinkel und einem grösser als die Band stärke bemessenen Krümmungsradius gezogen wird, so dass ein Teil des durch die Biegung des Bandes von der Bandoberfläche abgelösten und zerdrückten Zunders von dem Band als Gleitmittel zwischen die Gleitfläche der Gleitleiste und die Bandoberfläche gezogen wird, und dass dieser anschliessend durch Bürsten entfernt wird.
Mittels der im Scheitel des Biegewinkels liegen den bogenförmigen Gleitfläche wird eine starke Stauchung der Bandoberfläche und eine Quetschung des Zunders unter hohem Flächendruck erreicht, an derseits jedoch eine scharfe Knickung sowie eine Beschädigung der Bandoberfläche durch die Gleit- leiste vermieden. Dabei wird ein wesentlicher Teil des Zunders zwischen die Gleitfläche der Gleitleiste und die Bandoberfläche hineingezogen, wo er zu einem pulverförmigen Gleitmittel weiter zerkleinert wird.
Durch dieses Gleitmittel wird einmal die weitere Ablösung des Zunders gefördert, anderseits eine Oberflächenbeschädigung des Bandes auch bei hohen Flächenpressungen vermieden. Der zwischen Bandoberfläche und Gleitleiste zerquetschte Zunder löst sich anschliessend zum grössten Teil von selbst von der Bandoberfläche. Der restliche nur noch leicht an der Bandoberfläche haftende Zunder kann anschliessend in einfacher Weise durch umlaufende Bürsten entfernt werden.
Die zur Durchführung der kontinuierlichen Ent- zunderung von warmgewalztem Bandeisen dienende Vorrichtung, die an der Einlaufseite mit gebremsten Führungswalzen für das Bandeisen und an der Aus laufseite mit angetriebenen Zugwalzen versehen ist, ist gemäss der Erfindung so ausgebildet, dass im mitt leren Bereich der Entzunderungsvorrichtung zwi schen zusätzlichen Führungswalzen mindestens eine, gegenüber den benachbarten Führungskörpern in der Höhe versetzt angeordnete Gleitleiste derart höhen verstellbar angeordnet ist, dass das Bandeisen die Schenkel eines zwischen 70 und 120 einstellbaren Winkels bildet,
in dessen Scheitel die gewölbt aus gebildete Gleitfläche der Gleitleiste angeordnet ist, wobei die Gleitleiste in der Nut eines Tragkörpers gegen Leisten anderer Abmessungen auswechselbar eingesetzt ist und Mittel zur Befestigung der Gleit- leiste in dem Tragkörper vorgesehen sind.
Mittels der vorliegenden Vorrichtung kann im Zuge der Entzunderung auch eine Bandstärkenver- ringerung erzielt werden. Zu diesem Zweck wird das Bandeisen gleichzeitig mit dem Erstzundern zwi schen Einlauf- und Auslaufwalzen der Entzunde- rungsvorrichtung derart gespannt, dass durch Ein wirkung der Gleitleiste eine den elastischen Bereich überschreitende Längsdehnung des Bandeisens und eine wesentliche,
gleichmässige Verringerung der Bandstärke herbeigeführt wird. Hierbei lassen sich Bandstärkenverringerungen um etwa 20-30 /m er zielen.
Es ist möglich, zur Erzielung grösserer Band stärkenverringerungen ein Band mehrfach durch die gleiche Vorrichtung oder durch mehrere hinter einandergeschaltete Vorrichtungen hindurchzuziehen, wobei gegebenenfalls zwischen den einzelnen Bear beitungsvorgängen das Band einem Glühprozess unterworfen werden kann.
In der Zeichnung ist die zur Durchführung des Verfahrens dienende Vorrichtung veranschaulicht und auch das Verfahren erläutert: Fig. 1 zeigt im wesentlichen in schematischer Darstellung den Aufbau einer Entzunderungsvor- richtung im senkrechten Mittelschnitt, und zwar für das Entzundern der untern Bandseite.
Fig. 2 zeigt die Fortsetzung der Vorrichtung nach Fig. 1, ebenfalls im senkrechten Mittelschnitt, und zwar zum Entzundern der obern Bandseite.
Fig. 3 zeigt einen Längenabschnitt der Gleitleiste und deren Befestigung im Tragkörper in schaubild licher Darstellung, zum Teil in einem senkrechten Querschnitt.
Fig.4 zeigt in schematischer Darstellung die Anordnung mehrerer Druckleisten zwischen den an den Enden der Vorrichtung angeordneten Ein führungswalzen und den Zugwalzen.
Fig. 5 zeigt in grösserem Massstab einen Quer schnitt durch den obern Teil der Gleitleiste und die Führung des Bandes auf dieser Gleitleiste.
Im nachfolgenden werden zunächst das Ver fahren und die Vorrichtung an Hand der Fig. 1 und 2 beschrieben. Das von einem nicht dargestellten Haspel ablaufende Bandeisen 1 gelangt zunächst zwischen die Einführwalzen 2, von denen mindestens eine angetrieben ist. Mit Hilfe dieser Walzen 2 wird das Bandeisen zwischen den Bremswalzen 3 hin durchgeführt. Es sind hier fünf Walzen vorgesehen, von denen einige unmittelbar oder an ihren Enden gebremst werden. Diese Walzen dienen auch zum Richten des Bandeisens. In der Zeichnung ist das Abbremsen der Walzen 3 mit Hilfe von Bremsvor richtungen 4 schematisch angedeutet.
Die Brems kraft kann durch Federdruck einstellbar sein. Von diesen Walzen gelangt das Bandeisen in den Vor richtungsteil 5, in welchem zur Führung des Bandes die Rollen 6, 7, 8 und 9 gelagert sind. Zwischen den Walzen 7 und 8 ist auf einem Tragkörper 10 eine Gleitleiste 11 angeordnet. Der Tragkörper 10 ist in senkrechter Richtung mit Hilfe der Spindel 12 ver stellbar. Die Walzen 7 und 8 können mit Hilfe der Spindeln 13 in senkrechter Richtung verstellt werden. Unter der Walze 8 ist eine Bürste 14 gelagert, die von dem Motor 15 angetrieben wird.
Das Band eisen 1 wird über die Rollen 6, 7, 8 und 9 und die Gleitleiste 11 zickzackartig geführt, wobei es darauf ankommt, dass das Band in Abhängigkeit von seiner Stärke derart durchgeknickt wird, dass ein Winkel x von den Bandabschnitten<I>a</I> und<I>b</I> gebildet wird, der zwischen 70 und 120 einstellbar ist. Aus dem Vor richtungsteil 5 gelangt das Bandeisen 1 dann in einen Vorrichtungsteil 16, in welchem das Band über mehrere Walzen 17, 18, 19, 20 und 21 wellen förmig geführt wird, wobei unter den Walzen 18 und 20 Bürsten 22 und 23 angeordnet sind, die von dem Motor 24 angetrieben werden.
Dem Vorrichtungs- teil 16 ist der Vorrichtungsteil 25 nachgeschaltet, in welchem die angetriebenen Walzen 26 gelagert sind, um welche das Bandeisen herumgeschlungen ist, und zwar so, dass durch diese angetriebenen Walzen 26 das Band durch die gesamte Entzunderungsvor- richtung hindurchgezogen wird, und zwar gegen den Widerstand der Bremswalzen 3. Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung dient zum Entzundern einer Bandseite.
Für das Entzundern der zweiten Bandseite kann das Band noch einmal durch die Vorrichtung nach Fig. 1 hindurchgeführt werden, jedoch ist dann das Band zuvor um 180 zu wenden, damit die zunächst unten liegende Seite nach der Oberseite gekehrt wird. Für die kontinuierliche Ent- zunderung von beiden Bandseiten wird die in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung nachgeschaltet. Der Aufbau der Vor richtung nach Fig. 2 entspricht im wesentlichen dem Aufbau der Vorrichtung nach Fig. 1.
Es sind nur in dem Vorrichtungsteil 27 die Führungswalzen und die Bürste etwas anders angeordnet oder ein gestellt, und es ist die Gleitleiste 11 mit dem Trag körper 10 durch die nach oben geführte Spindel 12 verstellbar angeordnet, so dass die Gleitleiste auf die Oberseite des Bandeisens aufgepresst wird und der von den Bandabschnitten<I>a</I> und<I>b</I> eingeschlossene Winkel x nach aufwärts geöffnet ist. Die Bürste 14 befindet sich in diesem Falle oberhalb der Führungs walze B. Auch in dem Vorrichtungsteil 28 sind die Bürsten oberhalb der Walzen angeordnet, weil in diesem Falle die Oberseite des Bandes gebürstet wer den soll.
Die in den Vorrichtungsteilen 5 und 27 angeord neten Gleitleisten 11 bestehen aus Hartmetall und haben eine nach einem Bogenabschnitt geformte Gleitfläche 29 (Fig. 5). Der Radius r (Fig. 5) für die bogenförmige Gleitfläche ist etwa fünfmal so gross wie die Dicke S des Bandeisens gewählt. Die Breite y der Leiste 11 soll grösser als der Radius r- sein, jedoch kleiner als der doppelte Radius. Die Bogen fläche 29 wird an den Enden unter Vermeidung von scharfen Kanten gleichfalls bogenförmig in die senkrechten Seitenwände der Gleitleiste übergeführt. Wie Fig. 3 zeigt, ist die Leiste 11 in einem Aus schnitt 30 des Tragkörpers 10 eingesetzt.
Der Trag körper besitzt neben dem Ausschnitt 30 eine ab nehmbare Leiste 31, welche durch Schrauben 32 mit dem festen Teil des Tragkörpers 10 verspannt wer den kann. Der Tragkörper 10 ist gleichfalls mit Hilfe von Schrauben 33 auf einem Körper befestigt, der in einer Führung 34 (Fig. 1) im Maschinenrahmen in senkrechter Richtung verschieblich ist. Die Leiste 11 kann ausgewechselt werden. Dieses Auswechseln erfolgt, wenn Bandeisen von anderer Dicke S ent- zundert werden sollen, weil dann Leisten anderer Breite und mit andern Bogenflächen 29 notwendig sind. Durch die verstellbare Leiste 31 kann man in die Nut 30 Gleitleisten 11 verschiedener Stärke ein spannen.
Das Entzundern des Bandeisens erfolgt in der vorstehend beschriebenen Vorrichtung in folgender Weise: Das Bandeisen ist zwischen den ziehenden Walzen 26 des Vorrichtungsteils 25 und den ge bremsten Walzen 3 eingespannt, so dass bei der Zug bewegung des Bandes die eine Bandseite über die im Vorrichtungsteil 5 angeordnete Gleitleiste 11 ge zogen wird. Das Band wird mithin unter Berück sichtigung seiner Vorziehgeschwindigkeit fortlaufend in einem verhältnismässig kleinen Bogen über die ge wölbte Fläche 29 der Leiste 11 gezogen.
Der zwi schen den Bandeisenabschnitten n und b gebildete kleine Bogen ist gleich gross oder etwas grösser als
EMI0003.0007
s <SEP> - <SEP> Bandstärke <SEP> r <SEP> - <SEP> Radius <SEP> der <SEP> Gleitfläche <SEP> Biegewinkel
<tb> s <SEP> = <SEP> <B>l <SEP> mm</B> <SEP> r <SEP> = <SEP> 5 <SEP> mm <SEP> <SEP> 5111o- <SEP> Toleranz <SEP> 70 <SEP> <SEP> 5,1/o <SEP> Toleranz
<tb> s <SEP> - <SEP> 2 <SEP> mm <SEP> r <SEP> = <SEP> 10 <SEP> mm <SEP> <SEP> 5 <SEP> o/11 <SEP> Toleranz <SEP> 80 <SEP> <SEP> <B>5111u,</B> <SEP> Toleranz
<tb> s <SEP> = <SEP> 3 <SEP> mm <SEP> r <SEP> = <SEP> 15 <SEP> mm <SEP> <SEP> 5 <SEP> %, <SEP> Toleranz <SEP> 90 <SEP> <SEP> 59/o <SEP> Toleranz
<tb> <I>s</I> <SEP> = <SEP> 4 <SEP> mm <SEP> <I>r <SEP> =</I> <SEP> 20 <SEP> mm <SEP> <SEP> 5 <SEP> 0/0:
<SEP> Toleranz <SEP> 100 <SEP> <SEP> 51% <SEP> Toleranz
<tb> s <SEP> = <SEP> 5 <SEP> mm <SEP> r <SEP> = <SEP> 25 <SEP> mm <SEP> <SEP> 511/o; <SEP> Toleranz <SEP> 110 <SEP> <SEP> 5:()/o <SEP> Toleranz Bei der Entzunderung von Bandeisen mit mehr als 5 mm Stärke werden die Biegewinkel gegenüber den angegebenen Werten entsprechend stumpfer ge wählt.
Aus Fig. 5 ist besonders zu erkennen, dass die Leiste 11 auf keinen Fall mit einer scharfen Kante an der Bandinnenseite anliegt, und dass der Zunder in einen gewissermassen keilförmigen Spalt, der zwischen der Leistenoberseite und der Bandinnenseite gebildet wird, hineingezogen wird, wobei dann die Zerquetschung und vollständige Ablösung des Zun- ders erfolgt, ohne dass das Band an der Innenseite beschädigt wird.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung ist gleichzeitig besonders gut geeignet zur Verringe rung der Dicke S des Bandeisens. Es ist möglich, durch Änderung des Bremswiderstandes an den Walzen 3 und bei entsprechend hoher Zugkraft, die von den Walzen 26 erzeugt wird, das Bandeisen im Bereich der Gleitleiste 11 einer solchen Dehnung zu unterziehen, dass eine plastische Verformung ein tritt und eine Bandstärkenverringerung von 20 bis 3011/o der Banddicke erzielbar ist. Infolge der gleich mässigen Ziehgeschwindigkeit des Bandeisens und dem gleichbleibenden Widerstand wird auch eine gleichmässige Bandstärkenverringerung erzielt.
Die als Gleitmittel ausgenutzte Zunderschicht unter stützt den Arbeitsvorgang und verhindert ein Ver klemmen des Bandeisens an dieser Leiste.
Für die Bandstärkenverringerung kann man die Maschine auch in der aus Fig. 4 ersichtlichen Weise aufbauen. Es werden dann in den die Gleitleisten be sitzenden Vorrichtungsteilen 5 bzw. 27 mehrere Gleitleisten 11 gegeneinander versetzt angeordnet, so dass sie nacheinander die obere und die untere Bandseite bearbeiten. Entsprechend der Verringerung der Banddicke wird dann zweckmässig nach der Seite der Zugwalzen 26 hin der Biegewinkel spitzer ein- der Bogen 29, so dass sich der Zunder zwischen die Fläche 29 und die Bandinnenseite einschiebt. Bei dem hohen Druck wird der noch nicht gelöste Zun der zerquetscht und bildet ein Gleitmittel im Bereich dieser kleinen Berührungsfläche von Gleitleiste 11 und dem Band.
Dieser pulverförmige und vollstän dig gelockerte Zunder kann dann durch die nach geschalteten Bürsten 14, 22 und 23 entfernt wer den, wobei sich eine saubere, völlig unverletzte Band oberfläche ergibt.
Zur Behandlung von Bändern verschiedener Stärke werden vorzugsweise die nachstehenden Ab messungen der Maschine angewendet. gestellt, das heisst, der Winkel x' ist kleiner als der Winkel x.