CH351272A - Verfahren zur Herstellung von D,L-a-Amino-caprolactam - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von D,L-a-Amino-caprolactam

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CH351272A
CH351272A CH351272DA CH351272A CH 351272 A CH351272 A CH 351272A CH 351272D A CH351272D A CH 351272DA CH 351272 A CH351272 A CH 351272A
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Max Prof Brenner Carl
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  Verfahren zur Herstellung von     D,L-a-Amino-caprolactam       Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Ver  fahren zur Herstellung von     D,L-a-Amino-caprolac-          tam,    einem wertvollen Zwischenprodukt für die Her  stellung von     Lysin.     



  Die     stereoisomeren        a-Amino-caprolactame    lassen  sich leicht zu entsprechenden     Lysinen        hydrolysieren,     beispielsweise mittels verdünnter Salzsäure.     L(-)-a-          Amino-caprolactam    sowie     D,L-a-Amino-caprolactam     würden sich deshalb als Ausgangsstoffe für die Ge  winnung von     L(-@-)-Lysin    vorzüglich eignen, sofern  sie in einfacher Weise nicht bloss aus letzterem durch       Lactamisierung    und gegebenenfalls     Racemisierung    zu  gänglich wären.  



  Es wurde     überraschenderweise    gefunden, dass man       D,L-(t-Amino-caprolactam    mit     vorzüglichen    Ausbeuten  herstellen kann, wenn man als     Ausgangsstoff        Caprolac-          tam    wählt, dieses aufeinanderfolgend mit     Phosphoroxy-          chlorid,        Phosphorpentachlorid    und     Sulfurylchlorid    be  handelt, das entstandene     a,a-Dichlor-caprolactimchlo-          rid    mit Wasser zersetzt, auf das so erhaltene     a,

  a-Di-          chlor-caprolactam        katalytisch        aktivierten    Wasserstoff  in Gegenwart von einem     Mol    einer anorganischen  oder organischen Base einwirken lässt, das erhaltene       D,L-a-Chlor-caprolactam    mit einem Salz der     Stick-          stoffwasserstoff    säure     umsetzt    und auf das so erhaltene       D,L-a-Azido-caprolactam    katalytisch aktivierten Was  serstoff einwirken lässt.  



  In der ersten Stufe wird das     Phosphoroxychlorid     vorteilhaft auch als Lösungsmittel     benutzt;    als Re  agens führt es das     Caprolactam    teilweise in     Capro-          lactimchlorid    über. Zur vollständigen     Umwandlung     desselben in das     Caprolactimchlorid    lässt man, vor  teilhaft in der Kälte und in einer Menge von     i/2        Mol,          Phosphorpentachlorid    einwirken.

   Für die Substitution  der     a-ständigen    Wasserstoffatome verwendet man       Sulfurylchlorid,    vorzugsweise in einer Menge von    mindestens 2     Mol.        Vorteilhaft    wird das     Sulfurylchlo-          rid    in der Kälte dem     Reaktionsgemisch        zugefügt,    dann  langsam bis auf etwa 40  erwärmt und nach teilweiser       Abdestülation    des     Phosphoroxychlorids    im Vakuum  das Reaktionsgemisch auf Eis gegossen, wobei das       a,a-Dichlor-caprolactimchlorid    sofort     zersetzt    wird.

    Man erhält auf diese Weise das     a,a-Dichlor-capro-          lactam    in Rohausbeuten von     75-801/9    der Theorie,       während        502        (1930),        es        J.        unter        von        alleiniger        Braun        und        Verwendung        A.        Heymons,        von        B.        Phos-        63,

  -          phorpentachlorid    als     Chlorierungsmittel    in Benzol in       Ausbeuten        von        lediglich        30-40%        der        Theorie        ge-          winnen    konnten.  



  Die als zweite Stufe sich     anschliessende    kataly  tische Hydrierung kann beispielsweise mit     Raney-          Nickel    in Methanol als Lösungsmittel durchgeführt  werden. Als Basen können beispielsweise Alkali  hydroxyde,     Alkalicarbonate    oder tertiäre organische  Basen zur Anwendung gelangen. In Methanol als  Lösungsmittel ist die Verwendung von     Triäthanol-          amin    besonders vorteilhaft, da das     Triäthanolamin-          hydrochlorid    während der     Hydrierung    grobkörnig  auskristallisiert und deshalb den Katalysator nicht  verstopft.

   Dessen Aktivität bleibt deshalb bis zum  Schluss der     Reaktion    erhalten. Das     Triäthanolamin-          hydrochlorid    kann hierauf leicht abgesaugt und die  Base daraus zurückgewonnen werden. Es wurde das       D,L-a-Chlor-caprolactam    in Ausbeuten von 85 bis       90%        der        Theorie        erhalten.        Die        Verbindung        wurde     erstmals von H.     Shechter    und J. C.     Kirk,    J. Am.

         Chem.        Soc.    73, 3091 (1951), bei der Einwirkung  von     Stickstoffwasserstoffsäure    auf     2-Chlor-cyclo-          hexanon        in        einer        Ausbeute        von        31,4%        erhalten.     



  In der dritten Stufe kann als Salz der Stickstoff  wasserstoffsäure beispielsweise ein     Alkaliazid,    insbe  sondere     Natriumazid,    verwenden und dessen Umset-           zung    mit dem     D,L-a-Chlor-caprolactam    in neutraler       wässrig-    alkoholischer oder     wässrig-acetonischer    Lö  sung     durchführen.    Beim Abkühlen der Reaktions  lösung     kristallisiert    das     D,L-a-Azido-caprolactam     direkt in guter Reinheit und einer Ausbeute von 80  bis     8511/o    der Theorie aus. Die Verbindung wurde  bisher noch nicht beschrieben, ihr Schmelzpunkt liegt  bei 106-108 .

    



  Die     katalytische    Hydrierung des     D,L-a-Azido-          caprolactams    lässt sich leicht ausführen, z. B. mit       Raney-Nickel    und unter Benützung von Alkohol als  Lösungsmittel. Wird die     Hydrierung    bei Normaldruck  vorgenommen, so kann man den freigesetzten Stick  stoff durch ständiges Durchleiten von     Wasserstoff    ent  fernen. Bei der Hydrierung unter Druck hat die     Stick-          stoffentwicklung    keinerlei Einfluss auf den Reaktions  verlauf.

   Bei der Destillation des rohen     Hydrierungs-          produktes    erhält man das     D,L-a-Amino-caprolactam          in        Ausbeuten        von        90-94%        der        Theorie.     



  Im nachfolgenden Beispiel bedeuten die Teile  Gewichtsteile; diese verhalten sich zu     Volumteilen     wie g zu cm?,. Die Temperaturen sind in Celsiusgra  den angegeben.  



  <I>Beispiel</I>  a) Gewinnung von     a,a-Dichlor-caprolactam:    Man  kühlt in einem mit     Rührer,    Thermometer, Tropftrich  ter und     Rückflusskühler    und daran anschliessendem       Gasableitrohr    versehenen Gefäss unter     Feuchtigkeits-          ausschluss    460 Teile (<B>=</B> 275     Volumteile,    3     Mol)          Phosphoroxychlorid    auf eine Innentemperatur von 0 .

    Unter Rühren trägt man     portionenweise    226,3 Teile  (2     Mol)    pulverisiertes, getrocknetes     Caprolactam    ein,  wobei die Temperatur 10  nie überschreiten darf.  Nach     etwa    dreissig Minuten ist eine klare Lösung ent  standen.

   Zur vollständigen     LUberführung    des     Säure-          amids    ins     Lactimchlorid    werden in die auf 2 bis 5   gekühlte Lösung     portionenweise    insgesamt 230 Teile       (1,l        Mol)        Phosphorpentachlorid    eingetragen, wobei  die Temperatur wiederum nicht über 10  steigen darf.  Die erhaltene Suspension wird noch zwei bis drei  Stunden bei 2-5  gerührt.

   Unter weiterem Kühlen  von aussen gibt man hierauf, anfänglich sehr langsam  und vorsichtig, aus dem Tropftrichter 555     (=    333       Volumteile,    4,1     Mol)        Sulfurylchlorid    zu, wobei die  Temperatur zwischen 0 und 5  gehalten wird, und       rührt    nach beendigtem     Zutropfen    noch zwei Stunden  im     angegebenen    Temperaturbereich.

   Beim anschlie  ssenden langsamen Erwärmen des Gemisches erhält  man eine hellgelbe, klare Lösung; bei     25     beginnen  Schwefeldioxyd- und     HCl-Gas    zu     entweichen.    Man  erwärmt auf 40  und rührt noch eine Stunde bei  dieser Temperatur. Darauf wird das     Phosphoroxy-          chlorid    im Vakuum teilweise     abdestilliert,    indem man  das auf 35 bis 40  erwärmte Reaktionsgemisch 90  Minuten an das     Wasserstrahlpumpenvakuum    an  schliesst. Das zurückbleibende gelbe öl wird in dün  nem     Strahle    auf 2,5 kg zerstossenes Eis gegossen, wobei  das Eis ständig gerührt wird.

   Dabei entsteht durch  Zersetzung des     Lactimchlorids    das farblose, kristalli  sierte     a,a-Dichlor-caprolactam.    Es wird abgesaugt,    zweimal mit Wasser nachgewaschen und im Vakuum  bei 50-60  getrocknet. Ausbeute: 275 bis 291 Teile,  75 bis     801/o    d.     Th.     



  Das obige Produkt, welches noch immer saure  Verunreinigungen enthält, wird aus 280     Volumteilen     Methanol umkristallisiert, wobei     zur    heissen, klaren  Lösung     Natriumacetat    bis zur neutralen Reaktion ge  geben wird. Aus der heiss filtrierten Lösung kristalli  siert beim Abkühlen bis gegen 0  das     a,a-Dichlor-          caprolactam    aus. Es wird abgesaugt und zweimal mit  Methanol von 5  nachgewaschen.

   Ausbeute: 223 bis       237        Teile,        61-65%        der        Theorie.        Smp.        124,5        bis     126,5      korr.    Die Mutterlauge wird auf 1/3 ihres  Volumens eingedampft und kochend mit Wasser     ver-          setzt,    bis eine bleibende Trübung entsteht.

   Nach Ab  kühlen bis gegen 0  gewinnt man noch etwa 32 Teile       gelbstichiges    Produkt     (914    d.     Th.)    vom     Smp.    120  bis 124      korr.    Gesamtausbeute an     umkristallisiertem,          neutral        reagierendem        Produkt:        70-74%        d.        Th.     



  b) Gewinnung von     a-Chlor-caprolactam:    91 Teile  (0,5     Mol)        a,a-Dichlor-caprolactam    werden in 550       Volumteilen    Methanol gelöst. Zu dieser Lösung gibt  man 67,2 Teile (0,45     Mol)        Triäthanolamin    sowie  5 Teile     Raney-Nickel,    welche mit 50     Volumteilen     Methanol hineingespült werden.

   Unter Schütteln der  Lösung lässt man Wasserstoff von Atmosphärendruck  einwirken, innerhalb einer bis eineinhalb Stunden  werden 11500-12 000     Volumteile    Wasserstoff auf  genommen; gleichzeitig scheidet sich grobkristallisier  tes     Triäthanolamin-hydrochlorid    ab. Von diesem so  wie dem Katalysator wird abgesaugt und das     Nutsch-          gut    zweimal mit Methanol nachgewaschen. Dann wird  das Methanol     abdestilliert    und der Rückstand im Va  kuum bei 95  getrocknet. Der kristallisierende grüne  Rückstand wird nun in 150     Volumteilen    Chloroform  gelöst und die Lösung mit 150     Volumteilen    In Salz  säure geschüttelt.

   Die vom Chloroform abgetrennte       wässrige    Lösung wird noch zweimal mit je 50     Volum-          teilen    Chloroform geschüttelt. Die     vereinigten        Chloro-          formextrakte    werden mit Natriumsulfat getrocknet,  das Chloroform wird     abdestilliert,    der Rückstand im       Wasserstrahlpumpenvakuum    bei 95  getrocknet, aus  50     Volumteilen        Toluol    umkristallisiert, zweimal mit  je 15     Volumteilen        Toluol    gewaschen und im Vakuum  getrocknet.

   Ausbeute: 49 Teile     D,L-a-Chlor-caprolae-          tam,        67%        der        Theorie;        Smp.        91-93 .        Dieses        Pro-          dukt    kann für die nächste Reaktionsstufe     verwendet     werden. Seine Reinheit ergibt sich daraus, dass es  im Vakuum ohne Rückstand     destilliert    werden     kann     und dass ein farbloses Destillat erhalten wird.

   Nach  Eindampfen der     Toluol-Mutterlauge        hinterbleibt    ein       kristallisierendes        C51.    Dieses besteht aus einem Ge  misch von     Di-    und     Monochlor-caprolactam    im un  gefähren Verhältnis 1 : 2. Es wird in einem nächsten  Ansatz dem     a,a-Dichlor-caprolactam    beigemischt.

    Zur Hydrierung gelangen in diesem Fall 85 Teile       a,a-Dichlorcaprolactam,    18 Teile des     Mutterlaugen-          rückstands    (enthaltend etwa 6     Teile        a,a-Dichlor-          caprolactam)    und 67,2 Teile     Triäthanolamin.    Man  erhält daraus 63 Teile aus     Toluol    umkristallisiertes           D,L-a-Chlor-caprolactam        (91%        d.        Th.,        bezogen        auf          frisch    eingesetzten Ausgangsstoff)

   und beim Ein  dampfen der     Toluolmutterlauge    wiederum etwa 18  Teile     Mutterlaugenrückstand.     



  c) Gewinnung von     a-Azido-caprolactam:    In einem  mit     Rückflusskühler    versehenen Gefäss     erhitzt    man  36,7 Teile     a-Chlor-caprolactam    (0,25     Mol),    19,5  Teile     Natriumazid    (0,3     Mol),    20     Volumteile          95o/oigen    Alkohol und 50     Teile    Wasser 24 Stunden  auf dem     Dampfbad.    Beim Abkühlen, zuletzt gegen  0 , kristallisiert das     D,L-a-Azido-caprolactam    aus.

    Es wird abgesaugt und einmal mit 15     Volumteilen          20o/oigem    Alkohol und zweimal mit je 15 Teilen  Wasser nachgewaschen. Ausbeute: 30-32,5 Teile,       78-851/o    d.     Th.,        Smp.    105-108      korr.     



       d)    Gewinnung von     a-Amino-caprolactam:    1. Bei  Normaldruck.     In    einem mit     Vibro-Mischer,        Gasein-          leit-    und     Gasauslassrohr    versehenen Gefäss werden  60     Volumteile    95     o/oiger    Alkohol und 2 Teile     Raney-          Nickel    vorgelegt. Nach Zugabe von 6,17 Teilen       a-Azido-caprolactam    (0,04     Mol)    beobachtet man so  fort die Entwicklung von Stickstoffbläschen.

   Man  verdrängt die Luft durch     Wasserstoff,    leitet dann       Wasserstoff    durch die Lösung und setzt den     Vibro-          Mischer    in Gang. Nach drei Stunden wird vom Kata  lysator     abgesaugt,    das Filtrat eingeengt und im Va  kuum destilliert. Das     D,L-a-Amino-caprolactam    sie-         det    unter 11     mm    Druck bei 162-165 . Ausbeute:       4,60        Teile,        90%        d.        Th.     



  2. Druckverfahren.     In    einen     Schüttelautoklaven     gibt man 380     Volumteile        95o/oigen        Alkohol,    5 Teile       Raney-Nickel    und zuletzt 77,1 Teile (0,5     Mol)          a-Azido-caprolactam.    Man drückt 70     at        Wasserstoff     auf und schüttelt während drei Stunden bei Zim  mertemperatur. Dann wird vom Katalysator abge  saugt, das Lösungsmittel     abdestilliert    und der Rück  stand im Vakuum destilliert.

   Man     erhält        D,L-a-          Amino-caprolactam    vom     Kp13    168-172  bei einer       Badtemperatur    von 185-190 . Ausbeute: 60 Teile,       941/o    d.     Th.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von D,L-a-Amino- caprolactam, dadurch gekennzeichnet, dass man Caprolactam aufeinanderfolgend mit Phosphoroxy- chlorid, Phosphorpentachlorid und Sulfurylchlorid behandelt, das entstandene a,a-Dichlor-caprolactim- cWorid mit Wasser zersetzt, auf das so erhaltene a,
    a-Dichlor-caprolactam katalytisch aktivierten Was serstoff in Gegenwart von einem Mol einer anorgani schen oder organischen Base einwirken lässt, das er haltene D,L-a-Chlor-caprolactam mit einem Salz der Stickstoffwasserstoffsäure umsetzt und auf das so erhaltene D,L-a-Azido-caprolactam katalytisch akti vierten Wasserstoff einwirken lässt.
CH351272D 1957-03-15 1957-03-15 Verfahren zur Herstellung von D,L-a-Amino-caprolactam CH351272A (de)

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