Elektrohaushaltgerät zum Staubsaugen und Bohnern In der Regel verwendet die Hausfrau zum Staub saugen und Bohnern zwei voneinander getrennte, elektromotorisch angetriebene Geräte. Bei grösseren Ausführungen von Elektrobohnern ist es bekannt, den von den Bohnerbürsten aufgewirbelten Staub gleichzeitig aus dem Bürstengehäuse abzusaugen. Ferner sind wiederum grössere Elektrobohner bekannt, die auch als reine Staubsauger verwendet werden können, indem ein Saugschlauch mit dem an Ort und Stelle stehenbleibenden Bohner verbunden wird. Die zuletzt genannten Bohnergeräte sind verhältnismässig teuer, so dass die Mehrzahl der Hausfrauen. nicht in der Lage ist, sich ein teures, staubsaugendes Bohner- gerät anzuschaffen.
Infolgedessen besteht ein Bedürfnis nach einem kleineren, wohlfeilen Elektrohaushaltgerät, mit dem Staub gesaugt und auch gebohnert werden kann, wobei gleichzeitig der beim Bohnern entstehende Staub abgesaugt wird. Dieses Bedürfnis wird durch das den Gegenstand der Erfindung bildende Elektro- haushaltgerät befriedigt, welches erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet ist, dass mit der saugseitigen Stirnfläche eines den Elektromotor und das Gebläse enthaltenden Staubsaugergehäuses zum Staubsaugen und Bohnern ein Bohnerkopf und nur zum Staubsaugen ein Saugdeckel verbindbar ist,
wobei mindestens der Bohnerkopf mit einem Staubsack staubdicht zu sammengebaut ist und der Staubsack dabei in das Staubsaugergehäuse eingreift.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des neuen Haushaltgerätes dargestellt.
Fig. 1 zeigt das Gerät im Zusammenbau als staub saugender Bohner, im wesentlichen in einem senk rechten Mittelschnitt gezeichnet.
Fig. 2 zeigt das Gerät als Staubsauger, wiederum teilweise in einem senkrechten Mittelschnitt und in einem gegenüber der Fig. 1 grösseren Massstab ge zeichnet.
Fig.3 zeigt in einem senkrechten Mittelschnitt eine andere Ausführung des Reibscheibenantriebs. Der Hauptbestandteil des Gerätes besteht aus einem zylindrischen Staubsaugergehäuse 1, in welchem in gleichfalls bekannter Weise der Antriebselektromo tor und das auf der Motorwelle sitzende Gebläse bzw. Luftförderrad angeordnet sind. Von den zuletzt ge nannten Teilen ist in der Zeichnung nur ein Ende der Motorwelle 2 dargestellt. Dieses Motorwellen- ende ist zu einer Kupplungshälfte ausgebildet oder mit einer solchen verbunden. Im gezeichneten Beispiel ist die Kupplungshälfte 3 glockenförmig ausgebildet.
Der den Motor und das Luftförderrad enthaltende Raum 4 des Gehäuses 1 ist von dem Staubsackraum 5 des gleichen Gehäuses durch eine Zwischenwand 6 getrennt, die für den Durchtritt der Luft gelocht sein kann. Diese Trennwand 6 bildet einen die Kupplungs hälfte 3 umgebenden Einführungstrichter 7 für einen nachstehend angegebenen Zweck. Anstelle des Trich ters kann auch eine zylindrische Hülse mit aufge- weitetem Rand treten, wie aus Fig. 1 der Zeichnung ersichtlich.
Der in Fig. 1 mit dem Staubsaugergehäuse 1 ver bundene Bohnerkopf ist im gezeichneten Beispiel zweiteilig ausgebildet und besteht aus dem Bürsten gehäuse 8 und dem Anschlusskopf 9. In dem Bürsten gehäuse 8, dessen unterer Rand in an sich bekannter Weise mit einem elastischen Ring 10 versehen sein kann, ist eine Scheibenbürste 11 um eine senkrechte Achse drehbar gelagert. Der Bürstenkörper 11 trägt oben einen konischen Reibbelag 12. Mit den gegabel- ten Lageraugen 13 des inneren Lagerkörpers ist durch eine waagrechte Achse 14 der Anschlusskopf 9 ge lenkig verbunden.
Die waagrechte Gelenkachse ist durch zwei in axialer Übereinstimmung liegende Nieten oder Schraubenbolzen gebildet, weil eine durchgehende Achse nicht verwendet werden kann. Das Bürsten gehäuse 8 besitzt oben eine etwa halbzylindrische konvexe Wandung 8'. Dementsprechend besitzt der Anschlusskopf 9 eine etwa halbzylindrische konkave Wandung 9'. Mit diesen Wandungen bzw. Berührungs flächen 8', 9' sind die beiden Gehäuseteile 8, 9 auf einander abgestützt. Seitliche in Fig. 1 nur gestrichelte Wandungen 9" des Anschlusskopfes 9 sind durch die Achsenteile 14 gelenkig mit den Lageraugen 13 ver bunden.
In dem Bürstengehäuse 8 ist ein Saugkanal 15 ausgebildet, der bei 16 im Innenraum des Bürsten gehäuses mündet. In Übereinstimmung mit dem Saug kanal 15 ist im Anschlusskopf 9 ein Saugkanal 17 aus gebildet, der am oberen Ende durch eine an sich bekannte beispielsweise aus Gummi bestehende Ven tilklappe 18 abgeschlossen ist. Die beiden Saugkanäle 15, 17 stehen durch einerseits in der Wandung 8' und anderseits in der Wandung 9' vorhandene Löcher 19, 20 miteinander in Verbindung. Die Anordnung ist so getroffen, dass die Verbindung der Saugkanäle 15, 17 in jeder Schwenkstellung des Anschlusskopfes 9 aufrechterhalten bleibt.
Der kreisrunde, wulstartig ausgebildete Oberrand des Anschlusskopfes 9 ist von einer elastischen Ring dichtung 21 umfasst, die sich selbsttätig am Anschluss- kopf festhält. In dem Ring 21 greift ein Blechring 22 ein, mit dem der Staubsack 23 fest verbunden ist. Die saugseitige Stirnseite des Staubsaugergehäuses 1 ist mit einem profilierten Ring 24 fest verbunden. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, greift der elastische Dich tungsring 21 in einen durch den Ring 24 gebildeten Sitz ein.
Die Verbindung des Anschlusskopfes 9 mit dem Staubsaugergehäuse 1 erfolgt in an sich bekannter Weise beispielsweise durch zwei Kniehebelverschlüsse, wie sie bei Staubsaugern bekannt sind. Die in der Zeichnung nicht dargestellten Verschlussteile sind einerseits mit dem Anschlusskopf 9, anderseits mit dem Gehäuse 1 verbunden.
Der Antrieb der Bürstenscheibe 11 erfolgt durch eine mehrteilige Antriebswelle. Der untere, das an treibende Reibrad 25 tragende Wellenteil 26 ist in einem Lagergehäuse 27 gelagert, welches um die Ach senteile 24 schwenkbar gelagert ist und welches durch mindestens eine im Bürstengehäuse 8 ausgespannte Zugschraubenfeder 28 stets derartig nach unten ge zogen wird, dass das Reibrad 25 gegen den Reib belag 12 gedrückt ist. Der untere Wellenteil 26 ist durch ein Stück biegsame Welle 29 kraftschlüssig mit einem weiteren Wellenteil 30 verbunden, welches in einem Rohr 31 gelagert ist. Das Rohr 31 ist in ge eigneter Weise fest mit dem hülsenartigen Stutzen 32 des Anschlusskopfes 9 verbunden.
An ihrem oberen Ende kann der Antriebswellenteil 30 die Kupplungs hälfte 33 unmittelbar tragen. Im gezeichneten Beispiel ist zwischen den Wellenteil 30 und die Kupplungs hälfte 33 noch ein kleines Stück biegsame Welle 34 eingeschaltet, wodurch die Kupplungshälfte 33 kraft schlüssig und elastisch mit der Antriebswelle 30 ver- bunden ist. Das Lagerrohr 31 trägt oben eine Hülse 35, deren oberes Ende konisch gestaltet ist. An der mit 36 bezeichneten Stelle ist die Hülse 35 mit dem Boden 23' des Staubsackes 23 fest verbunden. Für den Durchtritt der Antriebswelle, im gezeichneten Bei spiel des biegsamen Wellenstückes 29, ist in der Wandung 8' des Bürstengehäuses ein Loch oder ein Schlitz 39 vorgesehen.
Bei dem Betrieb als reiner Staubsauger ist das gleichbleibende Staubsaugergehäuse 1 durch die oben erwähnten, nicht dargestellten Verschlüsse mit einem Saugdeckel 37 verbunden, in dessen Stutzen 37' der Saugschlauch oder bei einem Handstaubsauger ein Saugrohr eingesteckt wird. Ein dem oben erwähnten Dichtungsring 21 gleichartiger elastischer Dichtungs ring 21' hält sich durch seine Eigenspannung am Rand des Saugdeckels 37 fest. Mit dem Ring 21' ist in der oben beschriebenen Weise ein weiterer Staub sack 38 verbunden.
Saugdeckel 37 und Staubsack 38 bilden eine zu sammenhängende Einheit, genau so, wie dies beim Bohnerkopf 8, 9 und dem Staubsack 23 der Fall ist. Während beim Bohnerkopf das Herausfallen des Staubes aus dem Staubsack 23 durch die Ventil klappe 18 verhindert ist, kann auch aus der Einheit 37, 38 kein Staub nach aussen fallen, weil dem inneren Ende des Stutzens 37' gleichfalls eine vorzugsweise elastische Ventilklappe 18' zugeordnet ist. Die Klappen 18, 18' öffnen sich unter der Saugwirkung.
Die Umwandlung des Staubsaugers nach Fig.2 in den staubsaugenden Bohner nach Fig. 1 erfolgt einfach dadurch, dass der Saugdeckel 37 vom Gehäuse 1 zusammen mit dem Staubsack 38 abgenommen wird, worauf der Bohnerkopf 8, 9 mit seinem Staubsack 23 mit dem Gehäuse 1 verbunden wird. Bei dieser Ver bindung ist durch den Einführungstrichter 7 und durch die elastische Anordnung der Kupplungshälfte 33 mit Sicherheit dafür gesorgt, dass die beiden Kupp lungshälften 3, 33 ineinander eingreifen.
Das Staubsaugergehäuse 1 ist in an sich bekannter Weise mit einem Handgriff oder einem Handhabungs stiel verbunden. Die gefilterte staubfreie Luft kann in bekannter Weise am motorseitigen Ende des Gehäuses 1 austreten.
Es sei erwähnt, dass der Saugdeckel 37 und der Staubsack 38 auch als nicht zusammenhängende Einzelteile verwendet werden können, wie dies beim gewöhnlichen Staubsauger bekannt ist. An die Stelle des Dichtungsringes 21' tritt dann ein gewöhnlicher Dichtungsring.
Während beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 das Reibrad 25 federnd gegen den Reibbelag 12 ge drückt wird, ist in Fig. 3 eine andere Ausführungsform dargestellt. Das erwähnte Lagergehäuse 27 für den unteren, das Reibrad 25 tragenden Wellenteil 26 ist beispielsweise durch Schrauben 40 fest mit einem inneren Gestellteil 41 verbunden. Die den Reibbelag 12 tragende und mit der Bohnerbürste in bekannter Weise verbindbare Scheibe 42 ist auf einer im Gestell teil 41 befestigten senkrechten Achse axial verschieb- bar angeordnet. In die Nabe 42' können besondere Lagerbüchsen 44 eingesetzt sein. Am unteren freien Ende ist die Achse 43 mit einem Bund, z.
B. einem eingespannten Scheibenring, 44 versehen. Auf diesem Bund 44 stützt sich die Scheibe 42 ab, wenn sie in folge ihres Eigengewichtes in ihre unterste Nicht- Arbeitsstellung gelangt ist.
In der Zeichnung ist die Scheibe 42 in ihrer Arbeits lage dargestellt, d. h. die mit der Scheibe 42 verbundene Bürste steht auf dem Fussboden auf und die Achse 43 hat sich infolge des Gewichts des Bohnergestells so weit nach unten verschoben, dass die Antriebsrolle 25 reibungsschlüssig mit dem Reibbelag 12 verbunden ist. Der zum Antrieb erforderliche Reibungsschluss verstärkt sich selbsttätig, wenn das Bohnergestell und die mit ihm verbundenen Teile ein grösseres Eigen gewicht besitzen bzw. wenn durch den Handhabungs stiel des Bohners von der Hand der Bedienungsperson ein grösserer Druck auf den Bohner ausgeübt wird.
Um die Ablagerung von Staub oder dergleichen auf dem Reibbelag 12 zu verhindern, ist mindestens ein Abstreifer der angetriebenen Reibscheibe zugeordnet. Durch einen solchen Abstreifer wird frisch abgelager ter Staub oder dergleichen sofort von der Lauffläche entfernt, so dass der erforderliche Reibungsschluss nicht verschlechtert wird.
Der Abstreifer selbst kann in beliebiger Weise ausgebildet sein; vorzugsweise besteht er aus einer schmalen Bürste, die in der Drehrichtung der Bohner- bürstenantriebsscheibe vor der Antriebsrolle 25 ge legen ist, so dass immer ein gereinigter Teil des Reib belages 12 unter die Antriebsrolle 25 gelangt. Die Abstreifvorrichtung ist nach dem Gesagten ohne weiteres vorstellbar, so dass auf ihre zeichnerische Darstellung verzichtet wurde. Vorzugsweise ist der Abstreifer oder die Abstreifbürste beispielsweise in Fig. 3 mit dem Lagergehäuse 27 fest verbunden.