Brückenartig ausgebildete Hochstrasse aus Beton Die Zunahme des Verkehrs, vor allem in den Grossstädten, erfordert die Errichtung von Strassen für den Schnellverkehr, die zweckmässig als Brücken ausgebildet werden. Wegen der Verkehrsdichte wer den ausgesprochen breite Brücken benötigt, und zwar muss man für die vierspurige Brücke 25 m und für eine sechsspurige Brücke 31m Breite rechnen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wurden in letzter Zeit, vor allem in den USA, Konstruktionen aus Stahlbeton entwickelt. Diese bestehen im allgemei nen aus Säulen, Quer- und Längsträgern sowie aus der Fahrbahnplatte. Die normale Spannweite be trägt dabei 15 m und der Säulenabstandin der Querrich tung 4 m, so dass in einem Brückenquerschnitt sieben Säulen und mehr nebeneinander angeordnet werden müssen. Über diesen Säulen liegen Querträger. Über letztere wird die Fahrbahn als Plattenbalken ge spannt.
Unter der Fahrbahnplatte befindet sich so mit eine Vielzahl von Stützen, was vom ästhetischen Standpunkt aus höchst unbefriedigend ist und weiter hin die Ausnützung des Raumes unter der Brücke stark behindert.
Gegenstand der Erfindung ist eine brückenartig ausgebildete Hochstrasse aus Beton, bei welcher diese Nachteile vermieden werden. Dieselbe besteht aus aneinandergereihten Abschnitten einer Fahrbahn platte, die aus säulenartigen Stützen auskragen, min destens annähernd rechteckige oder quadratische Grundrissform haben und an ihrer Oberseite in der Längs- und Querrichtung vorgespannt sind. Jeder Ab schnitt der Fahrbahnplatte ist in mindestens zwei zu sammenhängende Teilstücke unterteilt,
die sich von den Rändern her zur Mitte hin nach Art einer auf die Spitze gestellten Pyramide verdicken und auf rippen artigen Balken aufliegen, die aus der säulenartigen Stütze auskragen. Die Zeichnung stellt Ausführungsbeispiele des Er findungsgegenstandes dar.
Fig. 1 zeigt eine brückenartig ausgebildete Hoch strasse in Ansicht, Fig. 2 ist eine Ansicht von unten, wobei die säu lenförmige Stütze geschnitten ist, Fig. 3 gibt einen Schnitt nach der Linie III-111 der Fig. 2 wieder, Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 2, Fig. 5 ist ein Schrägbild eines Teiles der brücken artigen Hochstrasse mit einer anderen Ausbildung der Stütze,
Fig. 6 gibt in Stirnansicht eine Ausführungsform der brückenartigen Hochstrasse mit rechteckiger Grundfläche der einzelnen Abschnitte der Fahrbahn platte wieder, Fig. 7 ist eine Ansicht von unten zu Fig. 6.
Bei der in den Fig. 1-5 dargestellten Ausfüh rungsform einer brückenartig ausgebildeten, aus Be ton bestehenden Hochstrasse sind die einzelnen an einandergereihten Abschnitte 1, aus welchen sich die Fahrbahnplatte zusammensetzt, im Grundriss qua dratisch gestaltet und an ihrer Oberseite, das heisst im oberen Bereich des Querschnittes der Fahrbahnplatte, in der Längs- und Querrichtung mit nicht dargestell ten Spannbewehrungen versehen. Die einzelnen Ab schnitte kragen je aus einer säulenartigen Stütze 3 aus.
Jeder Plattenabschnitt ist in vier zusammenhän gende, gleich grosse Teilstücke unterteilt, die nach Art auf die Spitze gestellter Pyramiden gestaltet sind, so dass die Dicke von den Rändern der Teilstücke aus nach deren Mitte 2 zu wächst und dort ihre grösste Stärke hat. Aus der säulenartigen, massiv ausgebilde ten, jeweils im Schwerpunkt eines Abschnittes an- geordneten Stütze 3 kragen diagonal zu den Teil stücken rippenartige Balken 4 aus, die in der Mitte der Teilstücke in die aussenliegenden Pyramidenflä- chen auslaufen.
Die einfachste Grundform eines solchen Fahr bahnabschnittes ist also das Quadrat. Wenn die Brückenstrasse 25 m breit ist, so überdeckt ein Ab schnitt eine Grundfläche von 25 X 25 m. Die Platte von 25 X 25 m Grundfläche hat an den Rändern z. B. eine Stärke (Dicke) von 25 cm und ist in vier Teilstücken von je<B>12,5</B> X 12,5 m Grundfläche ge teilt. Man kann der Fahrbahnplatte unter Beibehal tung der Teilstücke, die nach Art auf die Spitze ge stellter Pyramiden gestaltet sind, aber auch eine recht eckige Umrissform geben, was z.
B. bei schrägen Stra- ssenüberkreuzungen zweckmässig ist.
Bei der Konstruktion nach Fig. 5 ist die säulen artige Mittelstütze in vier symmetrische Einzelstützen 3' aufgelöst. Der Raum zwischen den Einzelstützen 3' kann für beliebige Zwecke, z. B. als Garagen, Ge schäftsräume, Läden usw. ausgenutzt werden.
Wenn sich der Verkehr auf jeder Fahrbahn nur in einer Richtung abwickeln soll, kann man die Fahr bahnabschnitte auf getrennten Überbauten führen. Die einzelnen Abschnitte der Fahrbahnplatte sind in sol chem Fall schmäler und haben die Form von Recht ecken.
Bei solchen Ausbildungen wird jeder Abschnitt der Fahrbahnplatte in nur zwei zusammenhängende, mindestens annähernd rechteckige Teilstücke unter teilt, die sich ebenfalls von ihren Rändern her zur Mitte hin nach Art einer auf die Spitze gestellten Py ramide verdicken und die auf parallel zur längeren Rechteckseite aus der säulenartigen Stütze auskragen den, rippenartigen Balken aufliegen.
In den Fig. 6 und 7 sind zwei derartige parallel nebeneinanderlaufende Fahrbahnen auf getrennt von einander angeordneten Überbauten la, lb dargestellt. Die Fahrbahnplatte eines jeden Überbaues ist im Grundriss rechteckig und besteht aus zwei Teilstük- ken. Die Säulen 3a und 3b sind in der Mitte der Be rührungslinie beider Teilstücke vorgesehen. Die rip penartigen, aus den Säulen 3a, 3b auskragenden Bal ken<I>4n., 4b</I> verlaufen parallel zur Längsseite der recht eckigen Fahrbahnplatte und laufen in die unterseitigen Pyramidenflächen <I>2a, 2b</I> der Teilstücke aus.
Wenn die brückenartig ausgebildete Hochstrasse in Kurven verläuft, so erhalten hier die einzelnen Ab schnitte der Fahrbahnplatte eine Grundrissform, die nur annähernd quadratisch oder rechteckig ist, sich also etwas der Form eines Trapezes oder Kreisring abschnittes nähert.
Bei Brückenstrassen, die in geringer Höhe über dem Niveau des Strassennetzes liegen, ist es nötig, in der Mitte zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stüt zen Trennfugen anzuordnen. Zweckmässig wird hier für eine Konstruktion gewählt, welche Querkräfte übernimmt, der Längsbewegung jedoch Raum lässt. Wenn die Stützen eine grössere Höhe haben, so kann von der Anordnung von Fugen zwischen zwei aufein- anderfolgenden Stützen abgesehen werden, weil dann die Nachgiebigkeit der Stützen den Verzicht auf Fu gen möglich macht.
In solchen Fällen sind Fugen nur in grösseren Abständen nötig. Die Längsspannglieder können in diesem Fall über mehrere Abschnitte durchlaufen. Die Überleitung der auskragenden Rip pen in die Stützen kann in verschiedener Form vor genommen werden.
Durch die beschriebene Hochstrasse werden mit einem Minimum an Beton in den Mittelpunkten der Teilstücke und an der Stütze Konstruktionshöhen er reicht, die es gestatten, als Hauptbewehrung ein qua dratisches Netz von Stahlstäben unmittelbar unter der Oberfläche der Fahrbahnplatte anzuordnen. Dieses Netz bildet die Hauptbewehrung des ganzen Trag werkes. Dieses Bewehrungsnetz ist vorgespannt.
Durch die Konzentration der erwähnten Verstär kungen in den Mittelzonen der Teilstücke und an der Tragsäule werden die Biegemomente aus Eigen gewicht gegenüber den üblichen durchlaufenden Plat ten sehr stark verringert. Das wirkt sich dahin aus, dass die erforderliche Menge an Stahl für die Beweh rungen überraschend gering ist. Die Schalung ist ein fach, da sie nur wenig von der Ebene abweicht und in ihrer Abwicklung die zu überdeckende Grund fläche nur um wenige Prozent übersteigt.
Das Tragwerk zeichnet sich durch übersichtlich keit aus, da sowohl in der Längs- wie in der Quer- und auch in der Schrägsicht, also bei jeder beliebigen Blickrichtung, die Reihe der säulenartigen Stützen optisch erfassbar ist. Die verhältnismässig grosse Kon struktionshöhe über den Stützen, die die Grundlage für die Wirtschaftlichkeit der Konstruktion ist, kommt optisch nicht zur Geltung, da sie auf den Stützpunkt beschränkt ist. Der Raum unter der Fahrbahn zwi schen den Stützen ist völlig frei und weitgehend für andere Zwecke nutzbar.
Die Fahrbahnränder der Brückenstrasse können in bekannter Weise durch Leitplanken 5 gesichert wer den (Fig. 5).