Verfahren zur Spaltung von Racematen von bicyclisch-alicyclischen Verbindungen Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Spaltung von Raeematen von bicy- clisch-alicyclischen Verbindungen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man auf Racemate von bi- eyclisch-alicyclischen Verbindungen, die mindestens eine Oxogruppe aufweisen, Kulturen von Mikro organismen,
welche eine Oxogruppe unter Ausbil dung eines neuen Asymmetriezentrums zu reduzieren vermögen, oder entsprechende Enzyme einwirken lässt, wobei mindestens in einem der optisch aktiven Antipoden die Oxogruppe zur Oxygruppe reduziert wird, und dass man mindestens eine der optisch akti ven Verbindungen isoliert und gegebenenfalls auf eines der entstandenen Hydrierungsprodukte dehy drierende Mittel einwirken lässt.
Als Ausgangsstoffe für das neue Verfahren kom men allgemein Oxoverbindungen der Hydronaphtha- lin- oder der Hydroindenreihe in Betracht, beispiels weise der Dihydro-, Tetrahydro-, Hexahydro-, Octa- hydro- oder Dekahydronaphthalinreihe oder der Di- hydro-, Tetrahydro-,
Hexa- oder Octahydroinden- reihe. Sie können weiter beliebig substituiert sein. Als Substituenten kommen - neben mindestens einer Oxogruppe - besonders in Frage freie bzw.
funk tionell abgewandelte Hydroxyl-, Oxo- oder Carboxyl- gruppen, wie Ester-, Amido-, Nitril-, Äther-, Thio- ester-, Thioäther-, Thiol- und Thionester-, Acetal-, Mercaptal-, Ketal-, Hydrazon-, Semicarbazon- und Enolgruppen,
an beliebiger Stelle des Naphthalin- resp. des Inden-Gerüstes, ferner Halogenatome oder Epoxygruppen. Weiter können die Ausgangsstoffe aliphatische Seitenketten besitzen, z. B. substituierte oder unsubstituierte Alkylreste, wie Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Isopropylreste, ferner z.
B. durch freie oder funktionell abgewandelte Oxy-, Oxo- oder Carboxyl- gruppen substituierte Methyl-, Äthyl- oder Propyl- Reste. Solche Ausgangsstoffe sind u. a. das
EMI0001.0070
d,1-8-Oxo-dekalin,
<tb> d,1-3,8-Dioxo-dekalin,
<tb> d,1-8-Oxo-9-methyl-dekalin,
<tb> d,1-3,8-Dioxo-9-methyl-dekalin,
<tb> d,1-3-Oxy-8-oxo-9-methyl-dekalin,
<tb> d,1-44.1o-3-Oxo-octalin,
<tb> d,1-44.10-3,8-Dioxo-octalin,
<tb> d,1-44#10-3,8-Dioxo-9-methyl-octalin <SEP> und <SEP> seine
<tb> Enolderivate, <SEP> wie <SEP> z. <SEP> B.
<tb> d,1-43.4;
10,5-3-Alkoxy- <SEP> oder <SEP> -Acyloxy-8-oxo-9 methyl-hexahydronaphthaline,
<tb> d,1-44,10-3 <SEP> ,8-Dioxo-9-methyl-4-carboxymethyl-,
<tb> -carboxyäthyl-, <SEP> -carboxypropyl-octaline <SEP> und
<tb> ihre <SEP> funktionellen <SEP> Derivate,
<tb> d,1-41,2-3-Oxo-4,7-dioxy-9-methyl-octalin,
<tb> <B>d,1-,d1,2-3</B> <SEP> - <SEP> Oxo-6,7-isopropyliden-dioxy-9-methyl octalin,
<tb> d,1-d1.2 <SEP> ;
<SEP> 0.7-3-Oxo-9-methyl-hexahydro-naphthalin,
<tb> d,1-1-Oxo-octahydro-inden,
<tb> d,1-1-Oxo-8-methyl-octahydro-inden,
<tb> d,1-1-Oxo-5-oxy-8-methyl-octahydro-inden,
<tb> d,1-1,5-Dioxo-8-methyl-octahydro-inden,
<tb> d,1-44>9-1,5-Dioxo-8-methyl-hexahydro-inden
<tb> und <SEP> seine <SEP> Enolderivate, <SEP> wie <SEP> z. <SEP> B.
<tb> d,1-44,5;3,9_1-Oxo-5-alkoxy- <SEP> oder <SEP> -acyloxy-3 methyl-tetrahydro-indene,
<tb> d,1-44>9-1,5-Dioxo-8-methyl-4-carboxymethyl-,
<tb> -carboxyäthyl-, <SEP> -earboxypropyl-hexahydro indene <SEP> oder <SEP> deren <SEP> funktionelle <SEP> Derivate.
Es wurde die überraschende Beobachtung ge macht, dass bei der verfahrensgemässen Reduktion die enantiomorphen Formen der genannten Racemate je nach der Konstitution des Ausgangsstoffes mit glei cher oder verschiedener Geschwindigkeit umgewan delt werden. So werden z.
B. Racemate der d4.io- 3,8-Dioxo-9-methyl-octalinreihe bei der Einwirkung der genannten Enzyme in zwei diastereoisomere Hy- drierungsprodukte übergeführt, das heisst, die Um setzung der beiden enanthiomorphen Formen erfolgt mit praktisch gleicher Geschwindigkeit.
Die erhaltenen Diastereoisomeren unterscheiden sich in ihren physikalischen Eigenschaften und kön nen infolgedessen leicht voneinander getrennt und in reiner Form isoliert werden.
Unterschiede in der Reaktionsgeschwindigkeit der beiden enantiomorphen Formen werden beispielsweise bei der erfindungsgemässen Reduktion von Race- maten der 44,9-1,5-Dioxo-8-methyl-hexahydro-inden- reihe beobachtet. In diesen Fällen wird praktisch nur eine enantiomorphe Form des Ausgangsstoffes redu ziert, die andere bleibt unverändert.
Man kann die erhaltenen optisch aktiven Hydrie- rungsprodukte dehydrieren und so zu den enantio- morphen Formen der Ausgangsstoffe gelangen.
Die nachstehenden beiden Beispiele dienen zur Illustration der oben erwähnten Beobachtung.
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Racemat
EMI0002.0026
EMI0002.0027
Racemat
EMI0002.0029
Das Verfahren wird vorteilhaft in der Weise durchgeführt, dass man auf den Ausgangsstoff die Kultur eines einzigen Mikroorganismus einwirken lässt. Es kann aber auch so vorgegangen werden, dass man in einem Arbeitsgang mehrere Kulturen auf den Ausgangsstoff einwirken lässt, wobei es sich als vorteilhaft erwiesen hat, die Einwirkung der einzel nen Kulturen zeitlich nacheinander vorzunehmen. Alle diejenigen Mikroorganismen sind für das Verfahren geeignet, die die Ausgangsstoffe zu redu zieren vermögen.
Nachstehend sind einige Beispiele angeführt:
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Saccharomyces <SEP> cerevisiae,
<tb> Bacterium <SEP> putrificus,
<tb> Streptomyces <SEP> coelicolor,
<tb> Streptomyces <SEP> lavendulae,
<tb> Curvularia <SEP> falcata,
<tb> Rhizopus <SEP> nigricans,
<tb> Rhizopus <SEP> arrhizus,
<tb> Ophiobolus <SEP> herpotrichus. Die in dieser Zusammenstellung figurierenden Mikroorganismen sind Pilze oder Bakterien, z. B. von der Klasse der Actinomyceten.
Zur Durchführung des Verfahrens kann man die Ausgangsstoffe mit Kulturen der genannten Mi kroorganismen unter an sich bekannten anaeroben, ferner auch aeroben Bedingungen inkubieren. Das Wachstum erfolgt in Oberflächenkultur oder, tech nisch vorteilhafter, submers, wobei man schüttelt oder rührt. Die Kulturen enthalten assimilierbaren Kohlen stoff, insbesondere Kohlehydrate, sowie gegebenen falls Wuchsstoffe, beispielsweise Maisquellwasser oder Bierwürze, und anorganische Salze. Es sind so- mit natürliche, synthetische oder halbsynthetische Nährlösungen brauchbar.
Das praktisch einfachste Verfahren ist im folgenden geschildert: Man züchtet die Organismen in Apparaturen und unter ähnlichen Bedingungen, wie sie bei der Antibiotika-Fabrikation als sog. Tieftankverfahren bekannt sind. Nach Ent wicklung der Kulturen gibt man die genannten Aus gangsstoffe in feiner Dispersion oder Lösung, bei spielsweise in Methanol, Aceton oder Äthylenglykol zu und inkubiert weiter.
Schliesslich trennt man vom Mycel ab, extrahiert das Filtrat und;'oder die Mycel- masse und isoliert aus dem Extrakt die d-Formen und/oder die 1-Formen der Hydrierungsprodukte und(oder enantiomorphe Formen der Ausgangsmate rialien in an sich bekannter Weise, z.
B. durch Ent- mischungsverfahren, Adsorption, Chromatographie, Kristallisation, überführung in funktionelle Derivate, wie Girard-Verbindungen und dergleichen. Man kann auch die wirksamen Enzyme von den Kulturen der genannten Organismen abtrennen und unter Aus schluss der wachsenden Kulturen verwenden. So kann man z. B. das Mycel abtrennen, in Wasser oder Pufferlösungen suspendieren, die genannten Aus gangsstoffe diesen Aufschlämmungen zugeben und inkubieren. Es ist auch möglich, die Enzyme aus den Kulturen zu extrahieren, und die so erhaltenen Extrakte für die Umsetzungen zu verwenden.
Sollen in einem Arbeitsgang mehrere Mikro organismen zur Entwicklung gelangen, so kann man beispielsweise wie folgt vorgehen: Nach Entwicklung der Kulturen des ersten Organismus gibt man die genannten Ausgangsstoffe in feiner Dispersion oder Lösung, beispielsweise in Methanol, Aceton oder Äthylenglykol zu und inkubiert weiter, bis die maxi male Reaktion erreicht ist. Dann gibt man, ohne vorher zu filtrieren oder das Umsetzungsprodukt zu isolieren, zum Reaktionsgemisch eine ausgewachsene Kultur des zweiten Organismus und nötigenfalls ent sprechende Nährsubstanzen und Wuchsstoffe zu und fährt mit der Inkubation fort. Der Verlauf der ein zelnen Reduktionen kann papierchromatographisch verfolgt werden.
Allgemein ist die Racematspaltung nach dem neuen Verfahren besonders einfach, weil sich die er haltenen optisch aktiven Hydrierungsprodukte infolge ihrer verschiedenen Polarität leicht trennen lassen.
Bereits seit den klassischen Untersuchungen von Pasteur hat man zwar gelegentlich mikrobiologische Methoden zur Gewinnung des einen Antipoden aus Racematen angewandt. Dabei wurden gewöhnlich Pilze oder Bakterien verwendet, die die Ausgangs stoffe assimilierten, und zwar den natürlichen (d) Antipoden rascher als den unnatürlichen (1). Nach diesem Verfahren musste man also, um ein optisch reines Präparat zu erhalten, so lange mikrobiologisch behandeln, bis mindestens die eine Form, und zwar meist die biologisch interessantere, völlig zerstört war. Demgegenüber liefert das neue Verfahren auch bei nur teilweiser Umsetzung die Hydrierungspro- dukte in optisch reiner Form.
In den nachfolgenden Beispielen sind die Tempe raturen in Celsiusgraden angegeben. <I>Beispiel 1</I> In einem Schüttelgefäss werden 40 g Rohrzucker, 40 g Difco Trypton (Markenprodukt, 8 g Natrium nitrat, 4 g Dikahumphosphat, 2 g Magnesiumsulfat, 2 g Kaliumchlorid und 40 mg Ferrosulfat in 4 Liter Wasser gelöst, auf pH 7 eingestellt, mit 10 g CaCO3 versetzt, sterilisiert und mit einer Kultur von Cürvu- laria falcata beimpft.
Nach 3tägigem Schütteln bei 27 gibt man eine Lösung von 1 g d,l-d4.lo-3,8- Dioxo-9-methyl-octalin in 15 cm3 Aceton zu und lässt weiter schütteln. Nach 3 Tagen wird das Mycel abgetrennt und mit Wasser und Essigester gewaschen. Man schüttelt die vereinigten Filtrate mit Essigester aus und wäscht die Extrakte mit verdünnter Salz säure, Kaliumhydrogencarbonatlösung und Wasser, trocknet sie und dampft sie im Vakuum ein.
Die pa- pierchromatographische Untersuchung des Rück standes (1,6 g) zeigt die Anwesenheit von d4,1o-3- Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin und von wenig Aus gangsmaterial. Der Rückstand wird an 80 g Alumi niumoxyd nach der Durchlaufmethode chromatogra- phiert, wobei mit Benzol, Benzol-Äther-Gemischen, Äther und mit Äther-Essigester-Gemischen eluiert wird.
Die papierchromatographische Untersuchung der einzelnen Fraktionen (je 80 cm3) zeigt, dass die ersten Benzolfraktionen Ausgangsmaterial enthalten, welches optisch inaktiv ist. In den Benzolfraktionen 5 und 6 findet sich ein negativ drehendes Öl, das mit p-Nitrobenzoylchlorid in Pyridin in sein p-Nitro- benzoyl-Derivat (F. 106,5-107,5 , [a]D = -26 ) übergeführt wird.
Es enthält kein a,ss-ungesättigtes Keton, und die Elementaranalyse passt auf die Sum menformel C18H2105N. Die mit Benzol eluierten Fraktionen 7-23 bestehen aus einem Öl, welches eine positive optische Drehung besitzt und das (+)-d4,1o- 3-Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin darstellt.
Mit Äther und mit Äther-Essigester-Gemischen wird eine stark negativ drehende, kristalline Substanz eluiert, die aus Äther - Petroläther - Gemischen umkristallisiert wird (F. 94-95 , [a]D = -129 ) und das (-)-d4.10-3-Oxo- 8 - oxy - 9 - methyl - octalin darstellt.
Analyse: Gef. C = 73,00,1/0, H = 9,0611/o; UV-Absorptionsspek- trum in Feinsprit: d."x 240 m,a (log. ± = 4,15); p-Nitro-benzoat: F. 122,5 , [a]D =<B>+87>.</B>
Das ölige (+)-d4.1o-3-Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin bildet ein kristallines p-Nitrobenzoat: F. 195 , lab = + 159 . Durch Verseifung mittels methanolischer Kalilauge wird der freie Alkohol zurückerhalten. Er wird im Hochvakuum destilliert: [a]D = + 203 , UV Absorptionsspektrum in Feinsprit: A",", 240 mu (log. s = 4,15).
<I>Beispiel 2</I> In einem Schüttelgefäss werden 4 Liter einer Nährlösung, die auf 1 Liter Leitungswasser 20 g Pepton, 5 cm3 Maisquellwasser (Comsteepliquor) und 50g Rohglukose enthält, auf pH 6,3 gestellt, sterili siert und mit einer Kultur von Ophiobolus herpo- trichus beimpft. Man lässt 3 Tage lang bei 27 schüt teln, gibt dann unter sterilen Bedingungen eine Lö sung von 1 g d,1-d4,10-3,8-Dioxo-9-methyl-octalin in 15 cm?- Aceton zu und lässt weiter bei der gleichen Temperatur schütteln.
Nach 3 Tagen wird das Mycel abgetrennt und mit Wasser und Essigester gewaschen. Man schüttelt die vereinigten Filtrate mit Essigester aus und wäscht die Extrakte mit verdünnter Salz säure, Kaliumhydrogencarbonatlösung und Wasser, trocknet sie und dampft sie im Vakuum ein. Die papierchromatographische Untersuchung des Rück standes (l,01 g) zeigt die Anwesenheit von 44.10-3- Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin und von Ausgangsmate rial. Der Rückstand wird wie in Beispiel 1 beschrie ben aufgearbeitet.
Man erhält neben wenig, optisch inaktivem Ausgangsmaterial das kristalline (-)-d4.10- 3-Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin (F. 94-95 , [a]D = -129 ) und das ölige (+)-44.10-3-Oxo-8-oxy-9- methyloctalin ([a]D = + 203 ).
<I>Beispiel 3</I> Beimpft man die in Beispiel 2 beschriebene Nähr lösung mit einer Kultur von Rhizopus nigricans an stelle von Ophiobolus herpotrichus, und inkubiert man auf gleiche Weise d,1-44.10-3,8-Diketo-9-methyl- octalin, so erhält man nach analoger Extraktion und Aufarbeitung neben wenig Ausgangsmaterial das kristalline () - d4.10 - 3 - Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin vom F.
94-95 , [a]D =-129 und das ölige (+)-J4.10- 3-Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin ([a]D = + 203 ).
<I>Beispiel 4</I> In einem Schüttelgefäss wird eine Lösung von 40 g Rohglucose, 20 g Pepton, 15g Fleischextrakt (Oxo, Lab. Lemco) und 20 g Natriumchlorid in 4 Liter Wasser mit 40 g Calciumcarbonat versetzt, auf pH 7,5 gebracht, sterilisiert und dann mit einer Kultur von Streptomyces coelicolor beimpft.
Nach 4tägigem Schütteln bei 27 gibt man, wie in Beispiel 1 beschrieben, eine Lösung von 1 g d,1-44.10-3,8- Dioxo-9-methyl-octalin in 15 cm3 Aceton zu und lässt weiter bei 27 schütteln. Nach 10 Tagen wird gemäss den Angaben in Beispiel 1 aufgearbeitet und chromatographiert. Man erhält neben wenig Aus gangsmaterial das kristalline (-)-d4.10-3-Oxo-8-oxy- 9-methyl-octalin vom F.
94-95 , [a]D = -126 und das ölige (+) - 44>i0 - 3 - Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin [a]D = + 203 ).
Die gemäss obigen Beispielen erhaltenen optisch aktiven Hydrierungsprodukte können wie in den fol genden zwei Beispielen beschrieben in die entspre chenden Oxoverbindungen übergeführt werden.
<I>Beispiel 5</I> Eine Lösung von 250 mg (-)-d4,1o-3-Oxo-8-oxy- 9-methyl-octalin in 4 cm3 Pyridin wird mit 4 em3 einer Pyridin-Chrom-(V1)-oxyd-Komplex-Suspension, entsprechend 340 mg Cr03, versetzt. Man lässt das Gemisch bei Zimmertemperatur stehen und gibt nach 2 Tagen 20 cm3 Wasser zu. Dann wird die Lösung im Vakuum bei 35 konzentriert und mit einem Benzol-Äther-Gemisch ausgeschüttelt. Die Extrakte werden neutral gewaschen, getrocknet und eingedampft.
Man chromatographiert den Rückstand an 8 g Aluminiumoxyd nach der Durchlaufmethode, wobei mit Benzol-Petroläther-Gemischen, Benzol, Benzol-Äther-Gemischen und mit Äther eluiert wird. Die Benzol-Petroläther- und die Benzol-Eluate ent halten ()-44.10-3,8-Dioxo-9-methyl-octalin, das aus einem Äther-Petroläther-Gemisch kristallisiert wird.
F. 50,5 , [a]D = -100 , UV-Absorptionsspektrum in Feinsprit: 2",", 244 mir (log. E = 4,10). Die mit Benzol-Äther-Gemischen und mit Äther eluierten Fraktionen enthalten noch etwas Ausgangsmaterial. <I>Beispiel 6</I> 250 mg (+)-44.10-3-Oxo-8-oxy-9-methyl-octalin werden wie in Beispiel 5 beschrieben mit Pyridin- Chromoxyd-Komplex oxydiert, aufgearbeitet und chromatographisch gereinigt.
Man erhält neben etwas Ausgangsmaterial das (+)-d4,10-3,8-Dioxo-9-methyl- octalin, das aus einem Äther-Petroläther-Gemisch umkristallisiert wird. F. 50 , [a]D = + 100 , UV Absorptionsspektrum in Feinsprit: i:"," <I>244</I> my, (log. E = 4,10).
<I>Beispiel 7</I> In einem Schüttelgefäss werden 40 g Rohrzucker, 40 g Difco Trypton, 8 g Natriumnitrat, 4 g sek. Ka- liumphosphat, 2 g Magnesiumsulfat und 40 mg Ferrosulfat in 4 Liter Wasser gelöst, auf pH 7 ein gestellt, mit 10 g Calciumcarbonat versetzt, sterilisiert und mit einer Kultur von Curvularia falcata beimpft.
Man lässt die Kultur 36 Stunden bei 27 schütteln und gibt dann unter sterilen Bedingungen eine Lö sung von 430 mg d,1-A4,0-1,5-Dioxo-8-methyl-hexa- hydro-inden in 10 cm3 Aceton zu, worauf weiter bei 27 geschüttelt wird. Nach 3 Tagen trennt man das Mycel ab, wäscht es mit Aceton und Essigester. Die vereinigten Filtrate werden erschöpfend mit Essig ester extrahiert. Man wäscht die Extrakte mit ver dünnter Salzsäure, Natriumhydrogencarbonatlösung und Wasser, trocknet sie und dampft sie im Vakuum ein.
Der Rückstand wird an 100 g Aluminiumoxyd nach der Durchlaufmethode chromatographiert, wo bei mit Benzol, Benzol-Äther-Gemischen, Äther, Äther-Essigester-Gemischen, Essigester und Methanol eluiert wird. Die einzelnen Fraktionen (je 200 cm3) werden im Vakuum eingedampft und papierchromato- graphisch (System Propylenglykol-Toluol) untersucht.
In den ersten beiden Benzol-Fraktionen befinden sich nur ölige Verunreinigungen, während die weiteren mit Benzol eluierten Fraktionen eine Substanz enthal ten, die sich im Papierchromatogramm wie Ausgangs material verhält (Rr = 0,68). Diese Fraktionen wer den vereinigt und im Hochvakuum destilliert. Aus einem Ätller-Petroläther-Gemisch erhält man Kri stalle, die bei 58-60 schmelzen, [a]D = -3l2 (in Benzol). Das UV- und IR-Absorptionsspektrum ist identisch mit demjenigen des Ausgangsmaterials.
Die Substanz stellt somit das 1-A4.0-1,5-Dioxo-8-methyl- hexahydro-inden dar. Die mit Benzol-Äther-Gemischen <B>(19:</B> 1 und 9 : 1) eluierten Anteile bestehen aus d-44.9-5-Oxo-l-oxy-8- methyl-hexahydro-inden, das einen RF-Wert von 0,12 besitzt und in Form eines rechtsdrehenden und UV-absorbierenden Öls gewonnen wird.
Mit Benzol- Äther-Gemischen (4 : 1) werd-,n kleine Mengen eines linksdrehenden und UV-absorbierenden Öls eluiert, das sich papierchromatographisch gleich verhält und das 1-J4.9-5-Oxo -1- oxy- 8 -methyl-hexahydro-inden darstellt. Die mit Äther, Äther-Essigester-Gemischen, Essigester und Methanol eluierten Fraktionen zeigen keine optische Aktivität.
<I>Beispiel 8</I> In einem Erlenmeyerkolben werden 100 cms Bierwürze sterilisiert und mit einer Kultur von Rhizopus nigricans beimpft. Nach 24stündigem Schütteln bei 25 gibt man unter sterilen Bedingungen eine Lösung von 30 mg d,1-44,9-1,5-Dioxo-8-methyl- hexahydro-inden in 1,5 cm3 Aceton zu. Man lässt weitere 5 Tage bei<B>25-1</B> schütteln und extrahiert dann die Kultur mit Essigester.
Die Prüfung des Extrak tionsrückstandes im Papierchromatogramm zeigt die Anwesenheit von 1-a4.9-1,5 - Dioxo - 8 - methyl-hexa- hydro-inden (R1,. = 0,68), von d-44,9-5-Oxo-l-oxy-8- methyl-hexahydro-inden (RF = 0,12) und von einer weiteren UV-absorbierenden Substanz vom RF - 0,05.
<I>Beispiel 9</I> In einem Erlenmeyerkolben werden 100 em3 einer sterilen Nährlösung, die auf 1 Liter Leitungs wasser 20 g Pepton, 5 cm3 Maisquellwasser und 50 g Glukose enthält, mit einer Kultur von Ophiobolus herpotrichus beimpft. Nach 24stündigem Schütteln bei 25 gibt man unter sterilen Bedingungen eine Lösung von 30 mg d,1-44,9-1,5-Dioxo-8-methyl-hexa- hydro-inden in 1,5 cm3 Aceton zu. Man lässt weitere 5 Tage bei 25 schütteln und extrahiert dann die Kultur mit Essigester.
Die Prüfung des Extraktions rückstandes im Papierchromatogramm zeigt die An wesenheit von 1-44.9-1,5-Dioxo-8-methyl-hexahydro- inden (RF = 0,68), von d-44.9-5-Oxo-l-oxy-8-me- thyl-hexahydro-inden (RF - 0,12) und von einer weiteren UV-absorbierenden Substanz vom RF = 0,05.
<I>Beispiel 10</I> In einem Erlenmeyerkolben werden 100 em3 einer sterilen Nährlösung, die auf 1 Liter Leitungs- wasser, 10 g Glukose, 5 g Pepton, 3 g Fleisch extrakt (Oxo, Lab. Lemco), 5 g Natriumchlorid und 10 g Calciumcarbonat enthält, mit einer Kultur von streptomyces coelicolor beimpft.
Nach 24stündigem Schütteln bei 25 gibt man unter sterilen Bedingun gen eine Lösung von 30 mg d,l- 4,9-1,5-Dioxo-8-me- thyl-hexahydro-inden in 1,5 cm3 Aceton zu. Man lässt weitere 5 Tage bei 25 schütteln und extrahiert dann die Kultur mit Essigester.
Die Prüfung -=des Extraktionsrückstandes im Papierchromatogramm zeigt die Anwesenheit von 1-d4,9-1,5-Dioxo-8-methyl- hexahydro-inden (RF = 0,68) und von d-44,9-5-Oxo- 1-oxy-8-methyl-hexahydro-inden (RF = 0,68).