Verfahren und Vorrichtung zur Konservierung von Lebensmitteln durch Erhitzung in einem Behälter aus thermoplastischem Kunststoff Zum Konservieren von Lebensmitteln in Glas- oder Metallgefässen sind verschiedene Arten und Ge räte bekannt. Ihr Nachteil ist jedoch, dass der Preis dieser Glas- oder Metallgefässe unverhältnismässig hoch ist. Diesem Nachteil könnte in einem beträcht lichen Masse begegnet werden, wenn es möglich wäre, die Lebensmittel in Behältern aus thermoplastischem Kunststoff, z.
B. aus Polyvinylchlorid, aufzubewahren. Dies aber bringt das grosse Problem mit sich, dass der thermoplastische Kunststoff, aus dem die Behälter ge fertigt werden, nicht gegen die Temperatur, die bei der Konservierung verlangt wird, geschützt und somit gegen Verformung widerstandsfähig ist. Wenn die Behälter z. B. aus Polyvinylchlorid hergestellt sind, wird bei einer Temperatur von 60 C dieser Stoff ge wöhnlich so weich, d'ass die Behälter völlig verformt werden.
Wenn es wünschenswert ist, die Lebensmittel in Behältern aus Polyvinylchlorid mit einer Tempera tur von l00 C oder höher zu konservieren, so werden Behälter, die ursprünglich zylindrisch waren, zu sehr eigenartigen Gebilden verformt. Die Folge davon ist, dass sie in ihrer ungewöhnlichen Form, die sie bekommen haben, nicht mehr länger verwendbar sind. Das letztere tritt insbesondere dann ein, wenn der Be hälter durch Tiefziehen hergestellt ist, weil beim Tief ziehen innere Materialspannungen entstehen, die beim erneuten Erhitzen während des Konservierens frei werden und versuchen die ursprüngliche Gestalt zu rückzubilden.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Lebens mittel in Kunststoffbeuteln zu konservieren. Ein Beutel aus Kunststoff hat aber nicht genügend eigene Festigkeit, um mit einer flüssigen oder breiigen Sub stanz gefüllt zu werden. Es entsteht dann ein nicht verkäuflicher Gegenstand. Die Folie .ist auch zu schwach, um beim Konservieren dem inneren Druck zu widerstehen, und deshalb hat man derartige Kunst stoffbeutel immer mit Behältern aus Metall oder Pappe unterstützt, die den Beutel dicht umschliessend umgeben.
Nach der Konservierung ist es jedoch wei terhin notwendig, diese Beutel in Dosen aus Blech, Pappe oder anderem Material zu verpacken bzw. in den während der Konservierung unterstützenden Dosen zu belassen, was naturgemäss,einen grossen Ma- tarialverbrauch mit sich bringt und keine Verbilli- gung gegenüber der Verwendung von Glas- oder Blechbehältern bedeutet.
Ausserdem wird dabei ein zusätzlicher Verpackungsvorgang .erforderlich, und durch die besondere Verpackung .in Beutel und um gebende Schutzpackung ist man an. ganz bestimmte, nur wenig verschiedene Verpackungsformen gebun den.
Zweck der Erfindung ist es nun, ein Verfahren zu schaffen zur Konservierung von Lebensmitteln durch Erhitzung in einem geschlossenen Behälter, der aus einem weichmacherfreien, thermoplastischen Kunst stoff durch Tiefziehen hergestellt und vermittels eines aufgeschweissten Deckels geschlossen wird, wobei die Behälter ihre ursprüngliche Form ganz oder im we sentlichen behalten sollen und :
ein Lösen, der Schweiss naht des aufgeschweissten Deckels unter Einfluss der beim Erhitzen frei werdenden Materialspannungen vermieden werden soll.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass zum Konservieren mindestens die Aachen oberen und unteren Wände des Behälters belastet werden.
Durch die Belastung der flachen oberen und unteren Kunststoffwände erreicht man überraschenderweise, dass die beim Erhitzen im Ma terial freiwerdenden Materialspannungen keine will kürliche Verformung des Behälters zustande bringen, und die Schweissnaht des Deckels nicht beeinträch- tigen. Die übrigen Wände, welche nicht belastet wer den, können sich verformen, doch beeinträchtigen sie damit nicht das Aussehen des Behälters, ebensowenig wie die Befestigung des Deckels.
Die Belastung der flachen oberen und unteren Wände wird zweckmässig dadurch erreicht, dass man die Behälter zwischen flachen Platten stapelt. Dabei kann es vorteilhaft sein, diese Platten mit einer Pro filierung zu versehen, wodurch man nicht nur Auf schriften anbringen kann, sondern auch eine während der Konservierung eine bessere Haftung der belasteten Flächen an den Platten erreicht.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird eine wesentliche Verbilligung der Verpackung von vielen Lebensmitteln möglich, beispielsweise von konser- vierten Gemüsen, Fleischwaren, Obst und derglei chen. Die billigen und doch genügend steifen Behälter können ausserdem in vielfältigen Formen hergestellt werden, was mit Blechbüchsen oder Glasbehältern nicht der Fall ist. Die Formgebung kann man ausser dem durch zusätzliche Abstützung der Seitenwände beeinflussen. Bei relativ hohen Behältern und bei be sonders hoher Temperatur, über l00 C, ist es rat sam, die Wände, die nicht mit den Platten in Berüh rung stehen, durch Ringe, die ringsum angepasst sind', zu unterstützen.
Die Zeichnung enthält ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Fig. 1 zeigt einen Behälter vor dem Konservie rungsvorgang.
Fig.2 zeigt einen Behälter nach dem Konser vierungsvorgang gemäss dem Verfahren der Erfin dung.
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt eines Ofens, in dem eine grosse Zahl von Behältern gleichzeitig erwärmt werden.
Fig.4 zeigt einen Querschnitt eines Ringes zur Unterstützung der Seiten.
Fig. 1 stellt einen Behälter dar, der aus einem Gefäss 1 mit einem Deckel 2 besteht, der bei Hitze entlang dem Rand 3 zusammengeschweisst wird. Die ser Behälter enthält Nahrungsmittel zur Konservie rung.
Fig. 2 stellt den gleichen Behälter nach dem Kon servierungsvorgang, bei dem die Ober- und Unter seite gehalten waren, dar. Wie aus der Zeichnung er sichtlich, sind die Ober- und Unterseite flach geblie ben. Nur die Seitenwände sind leicht gerundet. Der Deckel ist an den Rändern ebenfalls leicht gebogen. So hat der Behälter eine Form erhalten, die einer Schale oder einer Schüssel ähnelt und sehr gefällig ist. Dies gilt besonders, wenn bei der Herstellung des Behälters ganz oder teilweise farbiges oder durch sichtiges Material verwendet wird.
Fig. 3 stellt einen Ofen 4 dar, in dem eine grosse Anzahl von Gefässen gleichzeitig erwärmt wird. Die Behälter 5 sind in Lagen gestapelt. Unter allen liegt die Grundplatte 6. Zwischen den einzelnen Lagen befindet sich je eine Platte 7. Die Belastung wird durch das Gewicht der Behälter und Platten wie auch durch die Befestigung der obersten Platte erhalten.
Fig. 4 stellt einen Ring dar, der dazu bestimmt ist, :einen Beutel zu umschliessen und seine Wände zu stützen. Der Ring ist aus einem gut wärmeleitenden Metall, z. B. Leichtmetall, hergestellt und hat an seinem unteren Rand Schlitze, durch welche das die Erhitzung zustande bringende Medium hindurch zum Beutel treten kann. Der Ring kann viel Spiel zum umschlossenen Beutel haben. Wenn der Beutel bei hoher Temperatur, z. B. bei einer Konservierung oberhalb 100 C, weich wird und sich demzufolge aus dehnt, finden die Beutelwände eine Stütze an dem Ring und schmiegen sich an diesen an. Nach dem Erkalten des Beutels wird der Ring wieder entfernt.
Das bevorzugte Material für die Behälter ist Poly- viny,Ichlorid, dem keine Weichmacher zugefügt wer den, da die Weichmacher im allgemeinen giftige Wir kung haben.