Zugmaschine Man kennt heute Ein- und Zweiachsschlepper, Geräteträger und weitere Zugmaschinen, von denen jede für eine Gruppe von Arbeitsverrichtungen be sondere Eignung aufweiset. Im besonderen aber ist bei der heute noch allgemein üblichen Beschränkung auf ausschliesslichen Radantrieb nur Gelände mit verhältnismässig geringer Neigung einer alle bäuer lichen Arbeitsgänge umfassenden Mechanisierung zu gänglich.
Der Bauer mit teilweise oder ausschliesslich haldigem Kulturland benötigt eine Zugmaschine, die geeignet ist, einerseits mit ihrem Radantrieb im ebenen bis möglichst steilen Gelände sich sicher fort zubewegen (Schichtenlinientraktor / Geländewagen) und andererseits in der Fallinie im Seilselbstaufzug mit oder ohne Radantrieb sich fortbewegen und Ar beit leisten kann,
wenn die seitliche Abtrift im Schichtenlinienbetrieb die Erreichung von genügend Zugkraft ausschliesst und oft auch aus Gründen der Arbeitsqualität die Schichtenlinie verlassen werden muss (Fallinientraktor).
Die Erfindung bezweckt demgemäss, eine Zug maschine zu schaffen, welche die vorstehend ge nannten Anforderungen durch besondere konstruk tive Massnahmen erfüllt.
Während bisher der Land bau der Ebene und in Schichtenlinie bei mässiger Neigung eine Zugmaschine für Radantrieb mit eige nen Geräten erforderte und der Fallimenbetrieb auf Grundstücken von stärkerer Neigung nach einer Zug winde und speziellen Seilzuggeräten (Bergpflüge, Bergeggen usw.) verlangte., gibt die vorliegende Erfin- dung eine Zugmaschine an, die in beiden Gelände kategorien einsetzbar ist.
Es ist daher die Zugmaschine, bei welcher der Fahrzeugmotor sowohl die Räder als auch eine Seil zugvorrichtung antreibt, erfindungsgemäss derart aus gebildet, dass die Seilzugvorrichtung das Seil mit einer Seilgeschwindigkeit transportiert, die kleiner als die Radumfangsgeschwindigkeit ist.
Dadurch wird bewirkt, dass bei gleichzeitigem Antrieb des Fahrzeuges durch das Rad und durch Seilzug die Antriebsräder einen gewissen Schlupf aufweisen, wodurch sich eine für den praktischen Betrieb befriedigende Verteilung der Zugkräfte auf Radumfang und auf Zugseil erreichen lässt.
Hierbei ist es günstig, wenn die Seilgeschwindigkeit in einem konstanten Verhältnis zur Radumfangsgeschwindig- keit steht.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Seilzug- vorrichtung als Seilspill auszubilden. Zweckmässi- gerweise wird die Seilgeschwindigkeit um 10 Prozent kleiner gewählt als die Radumfangsgeschwindigkeit.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Verhältnis zwischen Seilgeschwindigkeit und Rad umfangsgeschwindigkeit veränderlich einstellbar. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass sich verschiedene optimale Verhältnisse ergeben, wenn eine Zug maschine mit Radantrieb und gleichzeitigem Zug seilbetrieb entweder hangaufwärts (vorwärts) oder aber hangabwärts (rückwärts) fährt.
Für eine gute Lenkbarkeit der Zugmaschine im Seilselbstaufzug ist es günstig, wenn im Bereich des Schwerpunktes des Fahrzeuges ein Paar Umlenkrol- len angeordnet ist, über welches das an einem Ge- ländestützpunkt befestigte Zugseil ans Fahrzeug ge führt und sodann an die Seilzugvorrichtung weiter geleitet wird.
Im nachfolgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
Es zeigen Fig. 1 einen als Einachstraktor ausgebildeten vor deren Maschinenteil (Frontachse genannt) mit An triebs- und Steuerelementen in Draufsicht ; Fig. 2 ein durch Zusammenkoppeln der Front- achse mit einem zweiten Fahrzeugteil gebildetes Fahrzeug in Seitenansicht ;
Fig. 3 die in Fig. 1 dargestellte Frontachse von hinten gesehen, teilweise im Schnitt<B>;</B> Fig. 4 einen an der Frontachse zu befestigenden Längsträger mit Nachlaufachse in Seitenansicht, und Fig. 5 eine andere Ausführungsform der Zug maschine von hinten gesehen.
Der Motor 1 treibt über die im Gehäuse 2 an geordnete Kupplung das Schaltgetriebe 3, an welches die Achswellen 4, 4' sowie eine Zapfwelle 5 ange schlossen sind. Am Wechselgetriebe befinden sich ferner der Schalthebel 6 für den Radantrieb und der Schalthebel 7 für die Zapfwelle. Die Räder 8, 8' werden über die Gelenkwellen 9, 9' angetrieben und mittels eines an sich bekannten Lenkmechanismus gelenkt.
Dieser besteht aus den auf den Bolzen 11 und 11' gelagerten Lenknaben 12 und 12', die mit tels Lenkhebel 10, Schubstange 15, Lenkgetriebe 14 und Lenkrad 13 sowie der Spurstangenhebel 17, 17' und Spurstange 16 betätigt werden. Die Bedienung der Zugmaschine erfolgt vom Sitz 18 aus. In be quemer Reichweite vom Sitz sind Kupplungspedal 19 und Bremspedal 20 für den Radantrieb und die Bedienungshebel 34, 35, 39 für die Seilzugvorrich- tung angeordnet.
Die Geräteschiene 21 kann mittels eines Gelenk- anschlusses in der Höhe eingestellt und das. Gerät auch ausgehoben werden. Die Hebel 22 und 22' bewegen sich ausschliesslich in der durch ihre Lage auf den Achsen 29 und 29' gegebenen Vertikalebene.
Der zum Gelenkanschluss gehörende Hebel 23 ist in der Länge einstellbar und dessen Anlenkpunkt am Chas sis ist in bestimmtem Bereich wählbar.
Die Lage der Geräteschiene zur Bodenoberfläche ist durch Längen verstellung der Hebel 24 und 24' einstellbar. Die Höhe der Geräteschiene ist mittels eines in ein Seg ment einklinkenden Hebels 25 einstellbar. DieGeräte- aushebung erfolgt durch einen Hubzylinder 26, der auf die durch die Achse 28 gekuppelten Hebearme 27 und 27', die Hebel 24 und 24' und die Hebel 54 und 54' wirkt,
welche mittels Büchsen auf den Ach sen 29 und 29' mit den zu hebenden Hebeln 22 und 22' verbunden sind.
30 bezeichnet die Seilzugvorrichtung, im vorlie genden Fall eine Trommelseilwinde. Der Antrieb er folgt über den Kettenkasten 31 von der Zapfwelle 5 aus, und zwar über die unter einstellbarer Feder vorspannung stehende Rutschkupplung 32 mit Trom- melfreilauf-Stellhebel 34. Der Bremshebel 35 wirkt auf das Band 36 und damit direkt auf die Seiltrom mel.
Das gegenüberliegende Trommelschild ist als Klinkenrad 38 ausgebildet, dessen Klinke mittels Hebel 39 hebbar ist. Das Zugseil 40 geht unter der Maschine über die an der verstellbaren Schiene 41 beliebig einstellbare Rolle 42 zu der Rolle 43 und von ihr ablaufend innerhalb des Trägers 44' zu der mit dem Zapfen 44 schwenkenden Rolle 45 und auf die Windentrommel 46.
Die Umschaltung von Radan trieb auf Seilzug entlang des ausgelegten und im Ge lände verankerten Seiles erfolgt durch Wahl der ent- sprechenden Schaltstellung mittels der Hebel 6 und 7 sowie über die Motorkupplung, also über die auch für den Radantrieb zu verwendenden Bedienungs hebel. Die Anflanschteile zum Ankuppeln einer zwei ten Laufachse bzw. von Geräten mit Laufachse sind mit 47 und 48 bezeichnet.
In den Fig. 2 und 4 sind Beispiele solcher An flanschachsen gezeigt. In Fig. 4 ist eine sogenannte Geräte-Tragachse gezeichnet, bestehend aus einem Längsträger 33, der einerseits in den Kuppelteil 47 der Einachs-Zugmaschine eingesteckt wird und an dererseits, in der Länge verschiebbar, das senkrechte Verbindungsstück zur hinteren Laufachse 50 mit Rä dern 51 trägt,
welche entsprechend dem jeweiligen Verwendungszweck auf ihrer Achse spurveränderlich einstellbar sind. Unter dem Längsträger bleibt ge nügend Raum für die verschiedenen, an der Geräte schiene anzukuppelnden Geräte. Anstelle der hinte ren Laufachse kann ein Arbeitsgerät, z. B. eine Walze oder rotierende Egge, verwendet werden.
Fig. 2 zeigt die Zugmaschine mit einem Einachs- Hinterwagen, der mit dem Kuppelstück 52 am Teil 48 mit zentraler Zapfwelle gekuppelt wird und des sen Hinterachse 53 angetrieben ist.
Eine solche Kom bination wird mit Ladeaufbauten zusammen als Ge- lände-Transport-Fahrzeug eingesetzt oder als vierrad angetriebener Geräteträger unter Verwendung der entsprechenden Arbeitsgeräte. Einachsige Arbeits maschinen, welche bisher in die Zugvorrichtung eines Traktors eingehängt wurden und eventuell den An trieb über eine Gelenkwelle vom Traktor abnehmen mussten, können an der Zugmaschine angeflanscht werden, und die Kraftübertragung ist mittels einer einfachen, gelenklosen Welle möglich.
Dadurch ent steht eine motorisierte Arbeitsmaschine anstelle eines Gespannes . Bei nur kurzer Gesamtlänge des Fahrzeuges ergibt sich eine verbesserte Wendigkeit, und die Gefahr der Beschädigung von Kreuzgelenken bei Wendemanövern am Ackerrand entfällt voll ständig.
Solche Arbeitsmaschinen können sein : Heuernte- maschinen, Bindemäher, Erntemaschinen, Feldsprit zen usw., jedoch auch einfache ohne Zapfenwellen antrieb wie Sämaschinen, Ackerwalzen, Einachsfahr- gestelle usw. Auch Planierschaufeln, Ladegeräte usw. passen an den Kuppelteil.
Es ist wesentlich, dass die Arbeitsmaschine ohne Veränderung sowohl im Radantrieb als auch mittels Seilselbstaufzug sieh vorwärtsbewegen und Arbeit leisten kann.
In der Praxis. kommt es darauf heraus, dass soweit als möglich mittels Radantrieb gearbeitet wird, d. h. in ebenen und mässig geneigten Grund stücken, in geneigten hauptsächlich in der Schichten- linie. Bei Überschreiten der zulässigen Neigung be steht die Möglichkeit, sich mit Seilhilfe aus einer festgefahrenen Lage zu befreien.
Ist jedoch die Nei gung für Radantrieb in Schichteilinie zu gross:, wird man die Zugmaschine von Anfang an als Fallinien- traktor mit Seilselbstaufzug einsetzen. Durch ein fache Umschaltung kann auf Radantrieb übergegan gen werden, zum Beispiel für die Rückwärtsfahrt (bei Fallinienarbeit wird im allgemeinen .nur berg wärts Arbeit verrichtet).
Bei der vorsehend beschriebenen Konstruktion sind alle Elemente des Antriebs, der Zugkrafterzeu- gung, der Lenkung, der Bedienung, der Kraftabgabe, der Geräteaufnahme und der Geräteeinstellung sowie der Ankupplung in einem Aggregat auf einer Achse vereinigt, das für die Arbeitsvorrichtung mit belie bigen Nachlaufachsen, d. h.
mit Einachstransportan- hängern mit oder ohne Antrieb der Achse, Geräte- Tragachsen und Arbeitsmaschinen u. a. m. durch ein- faches Anflanschen, d. h. durch Herstellen einer me chanisch starren, aber leicht lösbaren Verbindung zu sammengekuppelt werden kann, wobei die so ent standene Zugmaschine entweder mittels Radantrieb oder Seilselbstaufzug fortbewegt werden kann.
Aus- serdem gestattet die Zugmaschine den Einsatz als selbstfahrende Motorwinde.
Bei gleichzeitigem Radantrieb und Seilantrieb ist dafür gesorgt, dass die Seilwinde das Seil mit einer Geschwindigkeit transportiert, die kleiner als die Radumfangsgeschwindigkeit ist, um die Mitwirkung des Radantriebes sicherzustellen.
In Fig. 5 ist eine andere Ausführungsform des Einachstraktors dargestellt. Hierbei ist die vom Mo tor antreibbare Seilzugvorrichtung als Seilspill 55 ausgebildet, bei welcher die Seilgeschwindigkeit stets proportional der Antriebsdrehzahl ist. Die Antriebs elemente für das Seilspill sind derart ausgebildet, dass dieses bei auf Radantrieb geschaltetem Motor wahlweise zusätzlich einschaltbar ist.
Hierbei steht die Seilgeschwindigkeit in einem konstanten Ver hältnis zu der Radumfangsgeschwindigkeit, und zwar derart, dass die Seilgeschwindigkeit auch hier etwas kleiner ist als die auf den wirksamen Halbmesser be zogene Radumfangsgeschwindigkeit.
Hierbei ist es günstig, wenn die Seilgeschwindig keit um ca. 10 % kleiner als die Radumfangsge- schwindigkeit ist, so dass das Drahtseil erst nach einem bestimmten Schlupf der Räder zunehmend be ansprucht wird. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Verhältnis zwischen Seilgeschwindigkeit und Radumfangsgeschwindigkeit veränderlich ein stellbar ist.
Bei dieser Ausführungsform geht das Zugseil un ter der Maschine auf die Rolle 42, von dieser über eine westere Umlenkrolle zu dem Seilspill 55 und von dort über eine weitere Umlenkrolle 56 auf die Seiltrommel 57.