Vorrichtung zum Reinigen von Textilgut mit flüchtigen oder flüssigen Behandlungsmitteln Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Reinigen von Textilgut mit flüchtigen oder flüs sigen Behandlungsmitteln mit Hilfe von auf einer geschlossenen Bewegungsbahn verschiebbar ange ordneten Einzelmaschinen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Reinigungsvorrichtung zu schaffen, die mit Hilfe von Einzelmaschinen kontinuierlich arbeitet, wobei die Nachteile der bekannten Einrichtungen ausgeschaltet sind.
Gemäss der Erfindung ist die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, je einen geschlossenen Kreislauf bildende Behandlungsgruppen für Nass- und Trockenbehandlung mit je mindestens zwei Einzel maschinen vorgesehen sind. Die Einzelmaschinen auf mindestens zwei Stationen für Nassbehandlungs- gruppe können an ein kontinuierliches Durchfluss- system angeschlossen sein.
Der Stand des Behand lungsmittels in den Einzelmaschinen ist zweckmässig durch den Querschnitt von Zufluss- und Abflussöff- nung des kontinuierlichen Durchflusssystems von selbst einstellbar.
Um möglichst bald den gewünschten Stand des Behandlungsmittels zu erreichen, kann die Zufluss- öffnung für das Behandlungsmittel in die Einzel maschinen mindestens doppelt so gross sein wie die Abflussöffnung. Wenn der Stand des Behandlungs- mittels in den weiteren Stationen auf gleicher Höhe gehalten werden soll, sind Zufluss- und Abflussöff- nung gleich gross.
Ausserdem kann jede Einzel maschine mit einem Überlauf versehen sein.
Hierbei hat es sich als zweckmässig erwiesen, die Abflussöffnung im Überlauf vorzusehen. Die Abfluss- öffnung kann sich im Standrohr oder im Boden des Überlaufes befinden. Es kann auch je eine Abfluss- öffnun.g im Standrohr und im Boden des Überlaufes angeordnet sein.
Beim Arbeiten mit flüchtigen Behandlungsmit teln, ist es besonders vorteilhaft, die Anlage durch eine mit Be- und Entladeöffnung versehene sowie an einem Ventilator angeschlossene Kapselung von der Aussenluft abzuschliessen.
Nachstehend ist die erfindungsgemässe Vorrich tung an Hand eines Ausführun:gsbeispieles näher er läutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Schnitt durch die Nassbehandlungs- gruppe, wobei die vordere Trommel-Einzelmaschine weggelassen ist, Fig. 2 eine Draufsicht der Nassbehandlungsgruppe, Fig. 3 eine Draufsicht der gesamten Vorrichtung,
Fig.4 die gesamte Vorrichtung im Schnitt und Fig. 5 einen Schnitt durch eine Trommel-Einzel- maschine mit Überlauf.
Die Vorrichtung besteht aus der Nassbehandlungs- gruppe W mit vier Trommel-Einzelmaschinen auf den Stationen<I>A, B, C, D</I> und der Trockenbehand- lungsgruppe T mit ebenfalls vier Trommel-Einzel- maschinen auf den Stationen E, F,<I>G, H.</I> Zwischen der Nass- und der Trockenbehandlungsgmppe ist ein endloses Förderband 72 vorgesehen., das über die Umlenkwalzen 81 geführt und von dem Motor 79 über Kettenräder 78,
77 und die Kette 76 angetrie ben wird. Jede Gruppe kann durch ein Gehäuse 70, 73, 74, 80, 86 abgeschlossen sein, damit beim Arbei ten mit flüchtigen Behandlungsmitteln die Dämpfe von dem Arbeitsraum ferngehalten werden. Jedes Gehäuse ist über die Saugkanäle 83 an einem von einem Motor 84 getriebenen Ventilator 82 angeschlos sen. In den Gehäusen ist in Höhe dies endlosen För- derbandes 72 je eine Tür 75 vorgesehen.
Ausserdem sind noch je eine Türe 71 in den Gehäuses neben dem endlosen Förderband 72 angeordnet, damit der Arbeiter an die Trommel-Einzehnaschinen zum Be- und Entladen herantreten kann. Mit 85 ist die Öffnung der Trockenbehandlungsgruppe T bei geöff neter Tür 71 bezeichnet.
Die beiden Behandlungsgruppen .sind als Karussel ausgebildet. Der Einfachheit halber ist nur das Karus- sel der Nassbehandlungsgruppe erläutert. Es besteht in der Hauptsache aus den vier Trommeln 51 und ist auf einem Fuss angeordnet, der sich aus einer Grundplatte 1, einem zylindrischen Teil 2, Halteble chen 3 und einer Deckplatte 4 zusammensetzt. Der zylindrische Teil 2 dient gleichzeitig als Halterung für einen Hohlzylinder 11, der in den Lagern 6 und 15 gelagert ist.
Mit dem Hohlzylinder 11 fest ver bunden ist ein Zahnkranz 5, der über ein Ritzel 14 von dem Motor 13 angetrieben. wird, wodurch das Karussel in die gewünschten Stellungen gefahren wird. Der Motor 13 ist an dem Halteblech 12 befe stigt. Mit dem Hohlzylinder 11 fest verbunden ist ausserdem eine Halteplatte 9 mit Versteifungsblechen B. An der Halteplatte 9 sind Verstrebungen 7 befe stigt, auf deren äusseren Enden senkrechte Wände 30 angeordnet sind. Die Verstrebungen 7 sind mit Querstreben 10 zur sicheren Abstützung versehen.
Ausserdem sind die äusseren Enden der Verstrebun gen 7 durch Streben 27 miteinander verbunden. Die Wände 30 sind mit umgebördelten Rändern 31 ver sehen, die bei 32 miteinander verbunden sind. Zur weiteren Abstützung sind noch Streben 18 vorgese hen, die an :der Platte 16 oberhalb des Lagers 15 be festigt sind.
An den senkrechten Wänden 30 des Karussels sind gegenüberliegend vier Trommel-Einzehnaschinen 51 mit ihrer Rückwand 28 angeordnet. Jede Trommel besteht aus dem Trommelgehäuse 51 mit Zufluss- stutzen 56 und Abflussstutzen 57 sowie dem perfo rierten Trommeleinsatz 52, der durch die in dem Lager 35 gelagerte Welle 36 in Umdrehungen versetzt wird. Die Welle 36 läuft in einer Führung 34, die über Streben 33 bei 29 an den Wänden 28, 30 fest gelegt ist.
Die Welle 36 wird über die Keilriemen scheibe 38, Keilriemenscheibe 39, Welle 40, Keil riemenscheibe 41, den Keilriemen 42, die Keil riemenscheibe 45 von dem Motor 44 angetrieben. An jeder Trommel 51 ist eine mit Handgriff 54 und Scharnier 55 ausgebildete Tür 53 vorgesehen. Zu jeder Trommel 51 führt eine Leitung 50, die an die Stutzen 23 des Drehkopfes 19, der als Flottenverteiler dient, angeflanscht sind.
Der Drehkopf 19 ist auf die zylindrische Halterung 17 aufgesetzt und in Abteile 20 untergliedert. Den Ab teilen 20 wird kontinuierlich Waschflüssigkeit zuge leitet, und zwar in der einen Stellung 100 1, d.h. in der Station B, in der nächsten Stellung 25 1, d.h. in der Station C (die Leitungen sind nicht dargestellt). An den Stationen<I>A, D</I> sind keine Leitungen für die Waschflüssigkeit angebracht.
Durch den zylindrischen Fussteil 2 und den Hohlzylinder 11 kann noch eine Dampfleitung 92 zu dem Drehkopf 19 geführt wer den, um die Flotte wahlweise zu erhitzen; zum Ab leiten des Dampfes sind die Anschlüsse (Flansch und Ausströmöffnung) 21, 22 vorgesehen; die Dampfzu fuhr ist aber nicht unbedingt erforderlich.
Jede Trommel 51 ist mit einem Überlauf 60 ver sehen, der mit der Trommel 51 über die Leitung 62 und ein an den Abflussenden 57 angeflanschtes Rohr stück 58 verbunden ist (Fig. 5). An dem Rohrstück 58 befindet sich eine Abflussöffnu:ng 59. Eine weitere Abflussöffnung 63 ist im Boden der zum Überlauf 60 gehörigen Leitung 62 vorgesehen. Der eigentliche Überlauf 60 besteht aus dem Gehäuse 61 und dem Standrohr 68 mit der trichterartig erweiterten über- lauföffnung 65, durch -die der Flottenspiegel in der Trommel 51 bestimmt wird.
Im Standrohr 68 ist ebenfalls eine Abflussöffnung 66 vorgesehen, etwa in Höhe des tiefsten Punktes der Trommel 51. Um Ver stopfungen vorzubeugen, ist das Standrohr 68 von einem auswechselbaren Sieb 64 umgeben.
Der Arbeitsablauf gestaltet sich etwa folgender massen: Das zu behandelnde Textilgut wird z. B. auf einem Wagen an das Gehäuse der Nassbehandlungsgruppe herangefahren, die Tür 71 wird geöffnet und die Trommel-Einzelmaschine auf Station A beladen.
Die auf Station A frisch mit Textilgut gefüllte Ma schine wird selbsttätig auf Station B gerückt und kommt hier in den kontinuierlich. -n Durchflu.ssbereich des Behandlungsmittels. Der Maschine laufen auf Sta tion B z. B. 100 1 Behandlungsmittel pro Minute zu. Durch die Öffnung am tiefsten Punkt der Maschine laufen z. B. 25 1 in der Minute ab. Die Menge des Zu laufs und des Ablaufs ist durch den Querschnitt der Zuflussöffnung bzw. der Abflussöffnung bestimmt. Die Einzelmaschinen haben weder Ventile noch sind sie mit Rohrleitungen untereinander verbunden.
Durch den kontinuierlichen Zulauf befinden sich demnach auf Station B nach einer Minute 75 1 Behandlungs mittel in der Maschine, nach 2 Minuten 150 1, nach drei Minuten 225 1, nach vier Minuten 300<B>1</B> usw. Während dieses Zeitraumes laufen stets 25 1 Behand lungsmittel pro Minute ab und sorgen dafür, dass das mit Staub und Schmutz angereicherte Behandlungs- mittel kontinuierlich abgeführt wird, wodurch die Gefahr der Vergrauung des Textilgutes verhindert wird. Da der Zufluss grösser ist als der Abfluss, hebt sich der Spiegel des Behandlungsmittels in der Ma schine und würde, wenn nicht gesteuert, die Maschine total füllen und zum Überlaufen bringen.
Um dies zu verhindern, ist an dem Aussenmantel der Maschine der überlauf 60 vorgesehen. Nach z. B. 5 Minuten rückt die Maschine von Station B selbsttätig auf Station C vor, wobei sich der Behandlungsmittelzu- stand auf der gewünschten Höhe befindet. Auf Sta tion C tritt die Maschine in den zweiten kontinuier lich zulaufenden Behandlungsmittelstrom ein, wobei hier jedoch nur z. B. 25 1 pro Minute zufliessen. Die Abflussöffnung auf dieser Station ist von gleicher Grösse, so dass auch 25 1 Behandlungsmittel pro Mi nute abfliessen. Damit bleibt der Stand des Behand lungsmittels auf gleicher Höhe erhalten. Nach z. B.
5 Minuten rückt die Maschine von Station C selbst- tätig auf Station D vor. Hier findet kein Zulauf an Behandlungsmittel statt, sondern das in der Maschine befindliche Behandlungsmittel ;läuft ab. Das Textilgut tropft ab, und die Maschine wird nach z. B. weiteren 5 Minuten von Station<I>D</I> selbsttätig nach Station<I>A</I> weitergerückt, dort entladen und anschliessend be laden.
Das auf Station A entnommene Textilgut wird bei geöffnaten Türen 75 auf ein Förderband 72 ge legt, zur Beladestelle E der Trockenbehandlungs- gruppe geführt und in die dort bereitstehende Ma schine eingefüllt. Wie bei der Nassbehandlungsgruppe erfolgt auch bei der Trockenbehandlungsgruppe das Vorrücken der Maschinen selbsttätig, z. B. alle 5 Mi nuten. Auf Station F wird eine Zentrifuge in Betrieb gesetzt und das Behandlungsmittel aus dem Textil gut ausgeschleudert.
Der gleiche Vorgang vollzieht sich auch auf Sta tion G, während die Maschine auf Station H einem Heissluftstrom ausgesetzt wird, der das Textilgut fertig trocknet und geruchlos macht.
Der Arbeitsablauf kann auch so erfolgen, dass die Abflussöffnung 59 geschlossen ist und das Behand lungsmittel in den Überlauf 60 strömt. Durch die Abflussöffnung 63 bzw. 66 fliesst das Behandlungs- mittel ab. Es ist jeweils nur eine Öffnung wirksam. Falls an einer Öffnung Verstopfungen auftreten, kann auf die zweite Öffnung zurückgegriffen werden.
Durch die Anordnung der Abflussöffnung im Cberlauf ist einmal der Vorteil gegeben, dass sich Verunreinigungen bereits am Boden des Überlaufes absetzen können, so dass die Gefahr einer Verstopfung der Abflussöffnung vermindert wird. Sollte sich wirk liche eine Verstopfung einer Abflussöffnung ergeben, dann kann der kontinuierliche Arbeitsahlauf durch Öffnen der anderen Abflussöffnung gesichert werden.
Der besondere Vorteil dieser Ausbildung des Über laufes besteht darüber hinaus darin, dass sich der Überlauf bei geöffneten Abflussöffnungen im Abfluss stutzen und/oder im Boden des Überlaufes durch Rückspülung auf einfache Weise schnellstens säubern lässt.
Statt der karussellartigen Anordnung der Nass- und Trockenbehandlungsgruppen können diese - z. B. an Ketten oder dergleichen angeordnet - bei spielsweise auf einer ovalen oder ähnlichen Umlauf bahn angeordnet sein.
Die Haltezeit auf jeder Station kann auch kurz oder kürzer als 5 Minuten sein.; die Durchlaufmenge der Flüssigkeit (Flotte) kann andere Grössenordnun gen (statt 100 1 und 25 1) aufweisen.