CH379852A - Verfahren zur Herstellung eines Feuerwehrschlauches und nach diesem Verfahren hergestellter Feuerwehrschlauch - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Feuerwehrschlauches und nach diesem Verfahren hergestellter Feuerwehrschlauch

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    • B29D23/001Pipes; Pipe joints
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description


  
 



   Verfahren zur Herstellung eines Feuerwehrschlauches und nach diesem Verfahren hergestellter Feuerwehrschlauch
Klassische Feuerwehrschläuche bestehen aus einem stark geschlagenen Gewebe, durch welches das Druckwasser beim Gebrauch des Schlauches durchsickert und das gesamte Gewebe vollständig netzt.



  Die Gewebefasern quellen hierbei und dichten den Schlauch soweit, dass die restlichen Sickerwasserverluste praktisch nicht mehr ins Gewicht fallen. Die vollständige Durchnässung des Schlauches und das ständige Nachsickern von Wasser stellen einen wirksamen Schutz für den Schlauch gegen Hitzeeinwirkung dar, was bei Feuerwehrschläuchen aus naheliegenden Gründen sehr erwünscht ist. Der grosse Nachteil dieser Schläuche besteht darin, dass sie in gebrauchtem, nassem Zustand derart hart werden, dass sie praktisch nicht mehr auf die Haspel gerollt werden können und daher in gestreckter Lage zum Trocknen aufgehängt werden müssen.



   Es wurden daher in neuerer Zeit häufig Feuerwehrschläuche mit einer vollständig dichtenden Innenauskleidung beispielsweise aus Gummi, Kunstgummi oder Kunststoff verwendet. Das Gewebe dieser Schläuche bleibt abgesehen vom Wasser, das von aussen an sie gelangt, vollständig trocken, so dass diese Schläuche nach Gebrauch verhältnismässig leicht wieder aufgehaspelt werden können. Die gute Geschmeidigkeit dieser bekannten Schläuche liegt zum Teil auch darin begründet, dass das Gewebe verhältnismässig lose und schwach geschlagen ausgeführt werden kann, da es nicht die Aufgabe hat, übermässige Wasserverluste durch die Schlauchwand zu vermeiden.

   Der grosse Nachteil dieser mit vollständig dichter Innenverkleidung versehenen Feuerwehrschläuche besteht darin, dass das Gewebe normalerweise überhaupt nicht   genetzt    wird, und daher bei Hitzeeinwirkung leicht beschädigt oder vollständig zerstört wird.



   Die vorliegende Erfindung beruht nun auf der Idee, die Vorteile der vollständigen Durchnässung des Schlauchgewebes, die bei den bekannten Rohschläuchen auftrat, mit den Vorteilen der mit einem Dichtungsmittel behandelten Schläuche zu verbinden und damit einen auch in nassem Zustande leicht biegbaren und wickelbaren, aber trotzdem hitzebeständigen Feuerwehrschlauch zu schaffen. Beim Verfahren nach vorliegender Erfindung geht man zur Herstellung eines solchen Feuerwehrschlauches so vor, dass man ein Schlauchgewebe erzeugt und dasselbe mit einem Dichtungsmittel in solchem Masse behandelt, dass seine Durchlässigkeit herabgesetzt, jedoch nicht vollständig behoben wird. Der so hergestellte Feuerwehrschlauch kennzeichnet sich dadurch, dass an der Schlauchwand ein Dichtungsmittel in poröser Schicht vorhanden ist, derart, dass ein Wasserverlust nicht verhindert wird.

   Auch in diesem Fall kann also wie bei den oben erwähnten, absolut dichten Schläuchen ein lose geschlagenes Gewebe verwendet werden, welches auch bei vollständiger Durchnässung noch biegsam bleibt. Wird dieses an sich lose Gewebe noch in beschränktem Masse mit einem Dichtungsmittel, beispielsweise Gummi, Kunstgummi oder Kunststoff behandelt, welches Dichtungsmittel an sich auch elastisch oder plastisch verformbar ist, entsteht ein Schlauch, welcher nicht vollständig dicht ist und somit im Betrieb in der erwünschten Weise durchnässt und damit gegen Hitzeeinfluss geschützt wird, welcher aber infolge des lose geschlagenen Dichtungsmittels auch in nassem Zustand geringe Steifigkeit aufweist und somit sofort nach Gebrauch leicht wieder auf die Haspel gerollt werden kann.



   Die Herstellung des erfindungsgemässen Schlauches kann beispielsweise wie folgt vorgenommen werden: Der rohe Schlauch wird in üblicher Weise  auf einer Rund oder Flachwebmaschine mit einer Dichte von 22 Zettel pro 5 cm und 21 Schuss pro   5 cm    bei einem Gewicht von 29-31kg pro   100 m    bei 55 mm Durchmesser hergestellt. Der so hergestellte Rohschlauch wird nun einseitig verschlossen und anderseitig an eine Druckwasserleitung angeschlossen und mit Druckwasser gefüllt, so dass das Gewebe vollständig durchnässt wird. Der Schlauch wird dann in vertikaler Lage in einen Behandlungsturm gehängt, worauf während etwa 10 Sekunden ein Dichtungsmittel ohne Druck von oben in den Schlauch eingelassen wird, so dass die ganze Schlauchfläche berieselt und mit dem Dichtungsmittel benetzt wird.

   Hierauf wird das eine Schlauchende verschlossen und dasselbe oder gegebenenfalls ein ähnliches Dichtungsmittel während einer Minute mit einem Druck von 5 Atmosphären in den Schlauch eingeführt. Als Dichtungsmittel wird beispielsweise vorvulkanisierter Latex in 60% iger Emulsion, beispielsweise das unter der eingetragenen Marke   Revultex   bekannte Mittel, verwendet. Es wird bei dieser Behandlung rund 1 kg dieser   60% igen    Emulsion auf ein Schlauchstück von 10 m Länge und 55 m Durchmesser, also auf eine Fläche von 1,7   m2,    aufgebracht.



  Da der Schlauch vorher vollständig durchnässt worden ist, dringt besonders bei der zuletzt beschriebenen Druckbehandlung das Dichtungsmittel gleichmässig in das nicht besonders gut dichtende Schlauchgewebe ein, wobei auf der Innenseite der Schlauchwand eine poröse, lose zusammenhängende Latex-Schicht entsteht, durch welche Unebenheiten der Schlauchinnenwand weitgehend ausgeglichen werden, welche jedoch keine vollständige Dichtung gegen Wasserverlust nach aussen darstellt.



   Ein in dieser Weise hergestellter Schlauch hatte einen Wasserverlust von 1-1,2 Liter auf einer Länge von 10 m in 5 Minuten. Ein stark geschlagener, roher, unbehandelter Schlauch hat bei gleichen Dimensionen und unter entsprechenden Voraussetzungen einen Wasserverlust von 2,5 Liter. Der gesetzlich vorgeschriebene Maximalwert des   Wasserveriustes    beträgt 6 Liter. Trotz dieses sehr geringen Wasserverlustes, welcher jedoch hinreicht, um den Schlauch gegen den Einfluss grosser Hitze zu schützen, bleibt der Schlauch auch bei vollständiger Durchnässung seines Gewebes viel geschmeidiger als ein Rohschlauch. Ausserdem ist der Durchflusswiderstand im erfindungsgemässen Schlauch bedeutend geringer als in Rohschläuchen entsprechender Dimensionen, da, wie erwähnt, das aufgetragene Dichtungsmittel Unebenheiten an der Schlauchinnenwand weitgehend ausgleicht.

   Dieser Ausgleich bezieht sich vor allem auch auf Webfehler, die bei den bekannten Rohschläuchen im allgemeinen zur Unbrauchbarkeit des betreffenden Schlauchstükkes geführt haben, weil durch Webfehler unzulässige lokale   Wasserverluste    verursacht wurden. Beim erfindungsgemässen Schlauch werden solche durch   Web-    fehler verursachte Undichtigkeiten durch besonders intensiven Auftrag des Dichtungsmittels an den fehlerhaften Stellen unschädlich gemacht. Es entsteht daher bei dem erfindungsgemässen Schlauch auch weniger Ausschuss als bei den bekannten Rohschläuchen, so dass beim Weben geringere Sorgfalt aufgewendet werden muss. Ausserdem können natürlich die Kosten der Herstellung des   Rohgewebes    deshalb erheblich gesenkt werden, weil das Gewebe nur lose geschlagen ist.

   Gegenüber den im obenstehenden Herstellungsbeispiel angeführten Zahlen für den zu behandelnden Rohschlauch beträgt das Gewicht eines bisher üblichen stark geschlagenen Rohschlauches 34 kg pro 100 m und das Gewebe weist ca. 25 Zettel und Schüsse auf je 5 cm auf. Da das Gewebe des erfindungsgemässen Schlauches weniger dicht ausgeführt werden kann, ist es auch möglich, ein gröberes, festeres Garn für den Schuss zu verwenden, wodurch eine höhere Reissfestigkeit des Schlauches erzielt wird als bei den bisher üblichen Rohschläuchen.



   Da der erfindungsgemässe Schlauch ein lockereres Gewebe aufweist als die bekannten Rohschläuche und ausserdem durch den Dichtungsmittelauftrag an der Innenseite nicht sehr intensiv durchnässt wird, nimmt der Schlauch gesamthaft gesehen wesentlich weniger Wasser auf als die bekannten Rohschläuche, so dass er dementsprechend auch wesentlich rascher trocknet als ein entsprechender Rohschlauch.



   Anstelle von   vorvulkanisiertem    Latex können natürlich auch andere geeignete Dichtungsmittel verwendet werden, beispielsweise irgendwelche Kunstgummi arten, wie Neopren, wobei allerdings den oben beschriebenen Verfahrensschritten noch ein Vulkani  siervorgang    folgen muss. Natürlich könnte auch ein geeigneter, verhältnismässig weicher Kunststoff in solchem Masse aufgetragen werden, dass der Schlauch nicht vollständig gedichtet wird und somit sein Gewebe beim Gebrauch benetzt wird. Die angegebenen Dichtungsmittel können in beliebiger, geeigneter Konzentration angewendet werden. Z. B. kann Latex in   40% Der    Verdünnung verwendet werden.

   Das Gewebe kann vorzugsweise nach der Dichtung mit einem fäulnishindernden und/oder wasserabstossenden Mittel imprägniert werden, welches jedoch die Wasserdurchlässigkeit des Schlauches nicht erheblich beeinflusst.



   Natürlich ist man auch in der Art des Auftragens des Dichtungsmittels nicht an die obenstehenden Angaben gebunden, da es viele Möglichkeiten zur Erzielung einer die gewünschte Durchlässigkeit aufweisenden Abdichtung gibt. Es kann beispielsweise nur in der erwähnten Weise das Dichtungsmittel während genügender Zeit ohne Druck von oben durch den Schlauch durchgeleitet werden. Anderseits kann man sich auf die oben beschriebene Behandlung durch Füllung des Schlauches mit dem unter Druck stehenden Dichtungsmittel beschränken.



   Die oben angegebenen Schlauchgewichte bzw.



  Schuss- und   Zettelzahlen    gelten für Naturfasergewebe.



  Sind geringere oder höhere Druckfestigkeiten verlangt, so können natürlich entsprechend leichtere oder schwerere Gewebe in Frage kommen. Andere Verhältnisse ergeben sich selbstverständlich auch bei   Verwendung von Kunstfasern, wie z. B.   Terylen   oder   Trevira   (eingetragene Marken), welche bei wesentlich geringerem Gewicht die erforderliche Zugfestigkeit aufweisen. Bei Verwendung von ganz aus Kunstfasern bestehenden oder Kunstfasern enthaltenden Garnen können Gewichte des nachträglich zusätzlich zu dichtenden Rohschlauches von 20-22 kg für die oben angegebenen Abmessungen erzielt werden.



   Anstatt in der oben beschriebenen Art ein flüssiges Dichtungsmittel in freiem Gefälle durch den hängenden Rohschlauch durchzuleiten, und/oder den Schlauch mit unter Druck stehendem Dichtungsmittel zu füllen, kann der Rohschlauch auch über eine, z. B. magnetisch festgehaltene Spritzdüse gezogen werden, aus welcher das Dichtungmittel in gleichmässiger Verteilung gegen die Innenwand des Rohschlauches gespritzt wird. Da ohnehin eine Zuleitung zur Düse erforderlich ist, wird man sie normalerweise an einer Zuleitung durch den Schlauch ziehen, bzw. an der Zuleitung befestigen und den Schlauch über die Düse ziehen.



   Schliesslich wäre es auch denkbar, den Schlauch durch ein Bad eines geeigneten Dichtungsmittels durchzuführen und die Schlauchwand im geeigneten Ausmasse zu dichten.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung eines biegsamen, hitzebeständigen Feuerwehrschlauches, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Schlauchgewebe erzeugt und dasselbe mit einem Dichtungsmittel in solchem Masse behandelt, dass seine Durchlässigkeit herabgesetzt, jedoch nicht vollständig beseitigt wird.
    II. Feuerwehrschlauch, hergestellt nach dem Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass an der Schlauchwand ein Dichtungsmittel in poröser Schicht vorhanden ist, derart, dass ein Wasserverlust nicht verhindert wird.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gewebe herstellt, welches in rohem Zustande einen über dem gesetzlich zulässigen Maximum liegenden Wasserverlust aufweist, und dass die Durchlässigkeit des Gewebes durch die Behandlung mit dem Dichtungsmittel soweit reduziert wird, dass höchstens noch der gesetzlich vorgeschriebene, maximale Wasserverlust eintritt.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens annähernd 1 kg 60%iger vulkanisierter Latex auf einen Schlauch von 10 m Länge und 55 mm Durchmesser, d. h. auf eine Schlauchfläche von 1,7 m2 aufgebracht wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der gewobene Schlauch vorerst genetzt, dann ein Dichtungsmittel ohne Druck durch den Schlauch durchgeleitet und schliesslich das Dichtungsmittel mit Druck in den Schlauch eingeführt wird.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsmittel vorerst während rund 15 Sekunden drucklos durch den Schlauch geleitet, und dann während rund einer Minute unter ungefähr 5 Atmosphären Druck in den Schlauch gepresst wird.
    5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsmittel in den vertikal hängenden Schlauch eingeführt wird.
    6. Feuerwehrschlauch nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sein Gewebe ein Gewicht von rund 20-31 kg auf 100 m Länge bei 55 mm Durchmesser aufweist, und dass es 21 bis 22 Schuss und Zettel pro 5 cm aufweist.
    7. Feuerwehrschlauch nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass ein elastisch verformbares Dichtungsmittel, z. B. Gummi, Kunstgummi oder Kunststoff vorhanden ist.
    8. Feuerwehrschlauch nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsmittel an der Schlauchinnenwand eine, Unebenheiten des Gewebes auffüllende, Schicht bildet, so dass der Durchflusswiderstand des Schlauches herabgesetzt wird.
    9. Feuerwehrschlauch nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sein Gewebe mit einem fäulnisverhindernden und Wasser abstossenden Mittel imprägniert ist.
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