Kamera mit selbsttätigem Blendenregler Die Erfindung betrifft eine Kamera mit selbst tätigem Blendenregler, bei welcher ein von einem lichtempfindlichen Element beeinflusster Strom ein Messglied dreht, welches zwei miteinander gekup- pelte Blendenflügel gegensinnig verschwenkt.
Es ist bekannt, mit dem Messglied einen Stift zu verbinden, der in einen Schlitz jedes Blendenflügels greift. Da die Schlitze aufgrund der erforderlichen Bewegungscharakteristik und der Lage der Teile schräg zur Bewegungsbahn !des Stiftes verlaufen, er geben sich beträchtliche Komponenten der vom Stift auf die Flügel ausgeübten Kraft, welche in Richtung auf die Drehachse der Flügel gerichtet sind, zum Bewegungsantrieb also nichts beitragen, sondern nur die Reibung am .Schlitz und an der Drehachse vermehren.
Dasselbe tritt ein, wenn der Stift .des Messglieds nur in den Schlitz eines B endenflügels greift und dieser erst den zweiten Flügel mitnimmt. Dazuhin muss bei diesen Bauformen, wenn das Messglied einen grossen Schwenkwinkel überstreicht - was im Interesse einer genauen Messung erwünscht ist die Entfernung zwischen der Drehachse des Mit nahmestiftes und dem Drehpunkt des mitgenom menen Flügels recht gross sein, damit die Reibungs kräfte in wenigstens noch erträglichem Rahmen bleiben.
Nach einem bekannten Beispiel beträgt diese Entfernung das Viereinhalbfache des Halbmessers der Bahn des Mitnehmerstifts. Die Energiedes Stroms und das Drehmoment :des Messglieds werden trotz dem noch schlecht ausgenützt.
Diese Nachteile werden nach der Erfindung da durch vermieden, dass mit dem Messglied ein Zahn kranz verbunden ist, welcher in ein Zahnsegment eines Blendenflügels greift, und dass dieser Flügel, wie an sich bekannt, durch eine zwischen den Dreh achsen beider Flügel angeordnete Stift-Schlitz-Ver- bindung mit dem zweiten Blendenflügel gekuppelt ist.
Bei einer derart ausgebildeten Kamera wirkt am Zahneingriff das Drehmoment des Messgliedes in voller Grösse als Drehmoment auf den ersten Blen- denflügel ein, und die 17bersetzung zwischen den Drehwinkeln beider Teile kann. beliebig gross ge macht werden. Eine wirkungslose Kraftkomponente entsteht nicht. Zum sicheren Betätigen der Einrich tung genügen daher schon verhältnismässig kleine Ströme.
An der Stift-Schlitz-Kupplung der Blenden flügel treten dagegen nur kleine Wege auf, so dass hier so gut wie keine Energie verloren geht. Das Messglied ist vom Objektiv noch so weit entfernt, dass es bequem in die Kamera eingebaut werden kann ; andererseits liegt die ganze Einrichtung zwi sdhen dem Messglied und dem Objektiv eng zusam mengebaut und raumsparend angeordnet. Die Dreh achse des das Zahnsegment tragenden Blendenflü- gels kann z.
B. von der Achse des Zahnkranzes eine Strecke entfernt sein, die nur dem dreifachen Halb messer des Zahnkranzes entspricht.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung wiedergegeben. Es zeigen Fig. 1 eine Kamera von der Seite gesehen, zum Teil im Schnitt, in vereinfachter Darstellung; Fig. 2 die Kamera von vorn gesehen ; Fig. 3 Messglied und Blendenflügel in vergrös- serter Darstellung.
In das Gehäuse 1 einer Kamera sind in der üblichen Weise ein Objektiv 2, ein Sucher 3 und eine Fotozelle 4 eingebaut. Der von .der Fotozelle entsprechend dem einfallenden Licht erzeugte Strom wird über zwei Leitungen 5, 6 einem Messwerk 7 zugeleitet, in dem ein Messglied in Form eines von dem Strom der Fotozelle durchflossenen Rähmchens 8 drehbar gelagert ist. Das Rähmchen ist mit einem Zahnkranz 9 verbunden.
In diesen greift das Zahn segment 10 eines Blendenflügels 11, der mit einem Stift 12 drehbar zwischen in ,dem Gehäuse 1 befestig ten Platten 13, 14 gelagert ist. Die spitzen Enden des Stifts 12 werden in an sich bekannter Weise von nicht dargestellten Lagersteinen aufgenommen:. Zwi schen dem Stift 12 und dem Zahnsegment 10, näher bei dem Stift 12 liegend, hat der Blendenflügel 11 einen Mitnehmerstift 15.
Ein zweiter Blendenflügel 16 ist, mit einem Stift 17 drehbar gelagert, in glei cher Weise wie der andere Flügel zwischen den Plat ten 13 und 14 aufgenomen. Der Stift 17 liegt zwi schen dem Stift 12 und dem Zahnkranz 9 etwa in der Mitte ; die Entfernung zwischen Zahnkranz, Stift 17 und Stift 12 entspricht jeweils etwa dem Halbmesser des Zahnkranzes.
Der Blendenflügel 16 hat .in der Nähe seiner Drehachse einen Schlitz 18, der mit engem Spiel den Mitnehmerstift 15 umgreift.
An ihren unten liegenden Enden sind die Blen- denflügel 11 und 16 verbreitert und haben einander zugekehrte, im wesentlichen etwa keilförmig ver laufende Aussparungen 19, 20. Diese bilden zusam men die Öffnung der Aufnahmeblende und liegen symmetrisch im Strahlengang 'hinter dem Objektiv 2. Hinter dieser Blende liegt das Filmfenster 21, hin ter dem der zu belichtende Film 22 vorbeigeführt wird.
An dem Rähmchen 8 kann in an sich bekannter Weise eine Feder angebracht sein, die bestrebt ist, das Rähmchen und die mit ihm verbundenen Blen- denflügel in .die Stellung nach Fig. 2 zu bringen.
Statt durch die Feder kann auch durch eine beson dere Ausbildung des Messwerks erreicht werden, dass das Rähmchen bei jeder Stärke des durchflies- senden Stroms eine bestimmte Winkellage einnimmt. Die Blendenflügel behalten die Stellung nach Fig. 3 bei, so lange der von der Fotozelle 4 erzeugte Strom unter :einem bestimmten Wert bleibt.
Fällt mehr Licht ein, so steigt die Stromstärke im Messwerk 7 und das Rähmchen 8 verdreht sich entgegen dem Uhr zeigersinn. Der Zahnkranz 9 nimmt daher das Zahn segment 10 fast reibungsfrei mit; die übertragungs- kraft steht dabei stets senkrecht auf den Flächen am Berührungspunkt.
Der Blendenflügel 11 wird so geschwenkt, dass seine Aussparung 19 in den Be reich des Aufnahme-Strahlenbündels tritt und von seiner Seite her das Objektiv mehr und mehr ab blendet. Der Mitnehmerstift 15 bewegt sich dabei im Uhrzeigersinn um den Stift 12 und nimmt über den Schlitz 18 den Blendenflügel 16 so mit, dass dessen Aussparung 20 von der anderen Seite her in den Aufnahmestrahlengang tritt und zum Abblen den des Objektivs beiträgt.
Da .die Schwenkwinkel der Blendenflügel 11 und 16 nicht gross sind, ste hen auch an der Stift-Schlitz-Verbindung 15, 18 die Mitnehmerkräfte im wesentlichen senkrecht auf der Bewegungsrichtung des Berührungspunkts, so dass auch dort so gut wie keine unwirksamen Kompo nenten der Mitnehmerkraft entstehen.
Es genügt da her schon ein kleiner im Messwerk 7 wirksamer Strom, um die Blendenflügel 11 und 17 mit Sicher heit in die erforderliche Stellung zu bringen, bei der sie dem einfallenden Licht, d. h. der Helligkeit des aufzunehmenden Objekts entsprechend das Auf nahmeobjektiv abblenden.
Für ein empfindliches und genaues Arbeiten des Messwerks kann es sich empfehlen, dem Rähmchen 8 einen grossen Schwenkwinkel zwischen beiden Grenzstellungen zuzuordnen. Die übersetzung zwi schen dem Zahnkranz 9 und dem Zahnsegment 10 kann in weiten Grenzen verändert und so ausgebildet werden, dass auch bei grossem Schwenkwinkel des Rähmchens 8 die Blendenflügel nur einen verhält- nismässig kleinen Ausschlag machen, der eben zum Abblenden des Objektivs ausreicht und an der Stift Schlitz-Kupplung 15, 18 .günstige Bewegungsver hältnisse aufrecht erhält.
Statt des Rähmchens 8 kann auch ein Messglied anderer, bekannter Art verwendet werden, z. B. ein der Messtromstärke ent sprechend bewegter Anker.