CH398551A - Verfahren zur Herstellung des Tetracyanäthylens - Google Patents

Verfahren zur Herstellung des Tetracyanäthylens

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CH398551A
CH398551A CH1146561A CH1146561A CH398551A CH 398551 A CH398551 A CH 398551A CH 1146561 A CH1146561 A CH 1146561A CH 1146561 A CH1146561 A CH 1146561A CH 398551 A CH398551 A CH 398551A
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cyan
tetracyanoethylene
sulfide
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Vest Robert Du Val
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Du Pont
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung des   Tetracyanäthylens   
Die bekannten Verfahren der Synthese vonTetra  cyanäthylen    erfordern kostspielige, nicht leicht ver  fügbare    Ausgangsstoffe und stellen im allgemeinen verhältnismässig komplexe Verfahren dar, wodurch die Entwicklung der   Cyankohlenstoffchemie    behin  dert worden    ist.



   Es wurde nun ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von   Tetracyanäthylen    unter   Verwen-    dung des   Tetracyanäthylcnion-Radikals    als Zwischenprodukt gefunden.



   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von   Tetracyanäthylen    ist dadurch gekennzeichnet, dass man a) ein heterocyclisches Cyansulfid der Formel C8N4Sn, in welcher n 2 oder 3 bedeutet und der heterocyclische Ring die Gruppe
EMI1.1     
 enthält, mit einem Cyanid eines   Alkali-oder    Erdalkalimetalls umsetzt und b) das   Umsetzungsprodukt zum Tetracyanäthylen    oxydiert, wobei die beiden Schritte a) und b) in einer organischen Flüssigkeit durchgeführt werden, die wenigstens ein teilweises Lösungsmittel für die Reaktionspartner des Schrittes a) bzw. das Tetra  cyanäthylen    ist.



   Die Oxydation kann mit Chlor oder Brom erzielt werden.



   Beispiele von   cyclischen      Cyansulfiden,    welche sich als Ausgangsmaterial für das erfindungsgemässe Verfahren eignen, sind :   I.    Tetracyan-l, 4-dithiin :
EMI1.2     
   II.      p-Dithiino-    [c]-isothiazol-3, 5,   6-tricarbonsäure-    nitril :
EMI1.3     
 III. 4, 5-Dicyan-1,   3-dithiol-d2,-malonsäureniril,    auch   2-Dicyanmethylen-4, 5-dicyan-1,    3    dithiolen    genannt :
EMI1.4     
 IV.

   Ein Cyansulfid der Formel   C8N4S3,    dessen
Struktur auf Grund von Ultrarot- und Ultra    violettspektralwerten die    eines Isothiazolderivats ist :
EMI1.5     
 das ist   3-Cyan- [1, 3]-dithiolo- [4, 5-c]-isothiazol-       #5,α-malonsäurenitril.   



   Jedoch schliessen die Spektralwerte nicht völlig die Möglichkeit einer alternativen Struktur aus, nämlich die des 5, 6-Dicyan-1, 2,   4-trithiin-#3,α-malon-      säurenitils    der Formel :
EMI2.1     

Von diesen Stoffen wird Tetracyan-1, 4-dithiin, welches leicht aus preiswerten Reaktionspartnern (Schwefelkohlenstoff, Natriumcyanid und Chlor) hergestellt werden kann, bevorzugt.



   Setzt man diese   Cyansulfide    mit einem   Alkali-      oder Erdalkalicyanid    um, so wird das   Tetracyanäthy-      lenanion-Radikal gebildet.    Dessen Gegenwart in der   Reaktibnsmischung    kann durch die Analyse der paramagnetischen   Elektronenresonanz    oder durch   Priifung    des sichtbaren Spektrums im Bereich von 400 bis 465   ma    gezeigt werden.



   Der   Tetracyanäthylenanteil    liegt in Form eines   Ion-Radikals vor,    welches ein   volIständig      übertra-    genes Elektron trägt. Dieses Ion-Radikal hat eine ionische Ladung   von-1    im herkömmlichen Sinne.



  Wenn Verbindungen, welche dieses Ion-Radikal enthalten, in verdünnter Lösung nach der Bestimmungsmethode der paramagnetischen   Elektronenresonanz    geprüft werden, so zeigen sie ein charakteristisches Lmienspektrum, in welchem die relativen   Intensitäts-    verhältnisse der Linien
1 : 4 : 10 : 16 : 19 : 16 : 10 : 4 : 1 und die Zwischenräume zwischen den Linien 1,   60          0, 01 Gauss betragen. Dies ist eine empfindliche Prüfung auf die Gegenwart des Tetracyan äthylenanion-Radikals. Das Anion-Radikal kann in verschiedener Weise durch die Formeln
CN CN CN CN CC oder C=C
CN CN CN CN oder in einfacherer Form durch   dieFormeln (C6N4.)    dargestellt werden.

   Die   Metalltetracyanäthylenide    können durch die Formel   M+X    (C6N4.-)x wiedergegeben werden, in welcher x die Wertigkeit des Metalls bedeutet, beispielsweise ist K+ (C6N4-) die Formel für   Kaliumtetracyanäthylenid.   



   Ausser dem Cyansulfid werden auch andere Reaktionsprodukte gebildet, deren Natur nicht in allen Fällen mit Sicherheit bekannt ist. Bei Verwendung von Tetracyan-1, 4-dithiin wird angenommen, dass die Umsetzung entsprechend der folgenden Gleichung (a) verläuft, in welcher Kaliumcyanid als Beispiel eines   Metallcyanids verwendet    wird :
EMI2.2     

Einen Nachweis für die Bildung des   DikaEum-    bis-[1,2-dicyan-2-mercapto)-vinyl]-disulfids als Nebenprodukt der obigen Umsetzung ist die Absorption im sichtbaren Spektrum bei 378 m .

   Ein weiterer Beweis ist, dass bei Umwandlung   des TetracyanH      äthylenion-Radikals    in   Tetracyanäthylen    gleichzeitig Tetracyan-1, 4-dithiin unter Freisetzung von Schwefel   zurtickgebildet wird,    offenbar durch gleichlaufende Oxydation des   Dikalium-bis-      [ (1,    2-dicyan-2-mercapto)vinyl]-disulfids.

   Der Ablauf der Oxydation wird in der folgenden Gleichung (b) gezeigt, in welcher Chlor als Beispiel eines   Oxydationsmittels    verwendet wird :
EMI2.3     
 
Dieser Sachverhalt wirkt sich ausserdem sehr günstig für das Verfahren aus, weil wenigstens etwas von demjenigen Teil des Tetracyan-1, 4-dithiins, welcher nicht in   Tetracyanäthylen umgewandelt wird,    zurückgewonnen und wieder verwendet werden kann.



     Gewünschtenfall,    kann man auch das Nebenprodukt Schwefel zurückgewinnen, entweder als Schwefel oder in Form der Schwefelhalogenide, welche sich bei der Oxydation durch Nebenreaktion des verwendeten Halogens mit elementarem Schwefel bilden.



   Als   Alkali-oder      Erdalkalijcyanid    kann man beispielsweise Natrium-, Kalium-,   Rubidium-,    Caesium-, Calcium-oder   Bariumcyanid    verwenden. Die bevor  zugten      Reaktionsteilnehmer smd    die Cyanide von Alkalimetallen mit Atomgewichten von   11    bis 55 und besonders Natrium-und Kaliumcyanid.



   Man verwendet vorzugsweise das Metallcyanid in solchen Anteilen, dass wenigstens etwa 2   CN--    Ionen je Mol   CyansuHM.    verfügbar sind. Jedoch ist das nicht wesentlich. Will man diese Mengen je Mol Cyansulfid verwenden, so benötigt man wenigstens etwa 2 Mol   Alkalicyanid    oder etwa   1    Mol Erd  alkalicyanid. Man kann    die   Metallcyanide    im   tuber-    schuss über   difese    Menge verwenden. Dies ist bei der bevorzugten Ausführungsform, welche unten beschrieben wird, erwünscht, bei der die Oxydation des   Tetracyanäthylenion-Radikals    in einer gesonderten Reaktionszone durchgeführt wird.



   Die Umsetzung wird in emem organischen, flüssigen Medium vorgenommen, welches wenigstens ein teilweises Lösungsmittel für die Reaktionspartner und das   Tetracyanäthylen    darstellt. Die Cyansulfide   smnd    in den meisten organischen Lösungsmitteln löslich und verursachen daher keine   Löslichkeits-    schwierigkeiten. Das   Metatetracyanäthylenid    ist ebenfalls weitgehend in den meisten Lösungsmitteln löslich, ebenso wie   Tetracyanäthylen    selbst. Das Me  tallcyanid    braucht nur in einem sehr geringen Ausmasse löslich zu sein, welches beispielsweise nur   0,    01 Gew. % betragen kann.

   Das Reaktionsmedium soll natürlich im wesentlichen inert gegenüber den Reaktionspartnern und den Reaktionsprodukten unter den Verfahrensbedingungen sein. Vorzugsweise soll es nicht unangemessen   reaktionsfähig gegenüber    Halogenen sein, fall's ein Halogen als Oxydationsmittel verwendet wird, so dass die Oxydation in dem gleichen Medium vorgenommen werden kann. Jedoch kann ein gewisser   Reaktivitätsgrad    gegenüber Chlor oder Brom geduldet werden.

   Geeignete Reaktionsmedien sind organische Verbindungen, die flüssig bei Reaktionstemperatur und frei von nichtaromatischer   Kohlenstoff-Kohlenstoff-Ungesättigtheit    sind und welche nur aus Kohlenstoff, Wasserstoff und wenigstens einem   zusätzHbhen    Element bestehen, wobei das letztere aus wenigstens einem Element der Gruppe Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff gebildet wird und die Wasserstoffatome nur mit Kohlenstoff verknüpft sind.



   Die Verbindung ist also frei von aktivem Wasserstoff, das heisst von Wasserstoff, welcher mit dem   bekannten Zerewitinoff-Test festgestellt    werden kann.



  Beispiele derartiger Verbindungen sind : acyclische oder   cyclische    Äther, wie    Di-n-butyläther,    1,   2.-Dimethoxyäthan,   
1,   2-Diäthoxyäthan,    Tetrahydrofuran,
Dioxan, Anisol ; Carbonsäureester, wie
Methylacetat, Äthylacetat,   n-Octylacetat,   
Methylbutyrat,   Äthylbenzoat    ; Nitrite, wie
Acetonitril, Propionitril,   Butyronitnl,       Adipinsäuremtril, Benzonitril    ; Nitro-und Nitrosoverbindungen, wie
Nitromethan,   Nitroäthan,    Nitrobenzol,    p-Nitrotoluol, Methyl-p-nitrobenzoat,   
N-Nitrosodimethylamin ;

   N,   N-Dihydrocarbyl'amide,    wie
N,   N-Dimethylformamid, N, N-Dimethylacetamid,   
Tetramethylharnstoff ; Sulfide,   Sulfoxyde    und Sulfone, wie   
Diäthyllsulfid, Di-n-butylsulfid,
Dimethylsulfoxyd, Diäthylsulfoxyd,    cyclisches   Tetramethylensifon.   



   Die bevorzugten Reaktionsmedien sind die   ali-    phatischen Nitrile, aliphatischen   Diäther,      cyclischen    Äther und N, N-Dihydrocarbylamide, und insbeson  dere    solche Verbindungen, welche   1    bis 10 Kohlen  stoffatome aufweisen.    Das   Reaktilonsmedium    muss nicht völlig wasserfrei sein.

   Die Zugabe einer geringen Wassermenge hilft vielmehr bei der Lösung des Metallcyanids und ist manchmal vorteilhaft, vorausgesetzt, dass die vorhandene Menge   ungenü-    gend ist, um eine unerwünscht rasche Hydrolyse des   Tetracyanäthylens herbeizuführen.    Daher kann die Gegenwart von bis zu 10 Gew. % Wasser, bezogen auf das Gesamtgewicht des Reaktionsmediums, ge  duldet    werden. Die Menge des vorhandenen Reaktionsmediums ist   xnicht kritisch.    In der Praxis ist es zweckmässig, das Reaktionsmedium in der etwa 3bis etwa   100fachen    Gewichtsmenge des   Cyansulfids    zu verwenden.



   Die Umsetzung zwischen dem   CyansulSd    und dem Metallcyanid ist spontan und rasch und erfordert keine Wärmezuführung von aussen. Die Reaktion ist schwach exotherm. Die Temperatur bei dieser Umsetzung ist daher nicht kritisch. Die Umsetzung geht bei Aussentemperaturen vor sich, die beispielsweise so niedrig wie-50  C sein können.



  Ein besonderer Vorteil bei Durchführung der Umsetzung bei Temperaturen oberhalb etwa   25     C wird nicht erreicht. Jedoch kann man, falls gewünscht, schwach erwärmen, beispielsweise bis zu   125     C.



  Der bevorzugte Bereich der Verfahrenstemperatur liegt zwischen-15   und +50 C. Es ist    nur eine kurze Kontaktzeit notwendig, in der Grössenordnung von einigen wenigen Minuten bis etwa   1    Stunde. Lösungen von organischen Lösungsmitteln, welche das   Tetracyanäthylenion-Radikal enthalten,    sind dunkel braun gefärbt. Die Umsetzung kann abgebrochen werden, wenn die Intensität der Färbung nicht länger merklich zunimmt.



   Es ist wünschenswert, wenn auch nicht wesentlich, den Zutritt von Sauerstoff zum   Umsetzungs-    gefäss zu verhindern, da Sauerstoff eine schädliche Wirkung auf   Metalltetracyanäthylenide    besitzt. Jedoch ist die vollständige Ausschliessung von Sauerstoff nicht notwendig, und das Verfahren kann auch in Gegenwart von Luft durchgeführt werden.



   Bei einer Ausführungsform des   erfindungsgemä-    ssen Verfahrens gibt man das Cyansulfid,   vorzugs-    weise in Lösung in einem geeigneten Lösungsmittel, allmählich oder auf einmal zu dem   Metallcyanid,    welches teilweise oder vollständig in dem gleichen oder einem andern Lösungsmittel gelöst ist, und lässt die Umsetzung dann vonstatten gehen. Ander  seits    kann man die Reihe der Zugabe der zwei   Re-    aktionspartner auch umkehren. In diesem Falle ist das Rühren der Reaktionsmischung nützlich.

   Bei einer andern Ausführungsform des erfindungsge  mässen Verfahrens, welche wegen    ihrer besseren Ausbeuten bevorzugt wird, lässt man eine Lösung   des Cyansulfids    in einem geeigneten Lösungsmittel durch eine   KoIonne    fliessen, die mit überschüssigem,   festem Metallcyanid gefüllt    ist. Diese letztere Ver  fahrensweise,    bei welcher die Reaktionszone von der Zone getrennt ist, welche im Falle einer nachfol  genden    Oxydation verwendet wird, hat auch den Vorteil, dass man kontinuierlich oder   halbkontinuier-    lich arbeiten kann. Bei jedem der beiden Verfahren erhält man als Reaktionsprodukt eine Lösung, welche das   Metalltetracyanäthylenid    und das Nebenprodukt enthält.

   Diese Lösung kann, falls gewünscht, dann unmittelbar mit dem   Oxydationsmittel    zur Herstellung des   Tetracyanäthylens    behandelt werden.



   Die Oxydation kann man in der Weise vornehmen, dass man das Halogen (Chlor oder Brom) in Mengen von wenigstens   1    Mol je Mol verwendetes Cyansulfid, vorzugsweise in geringem   tYberschuS    über diese Menge, in Kontakt mit dem   Reaktions-    produkt bringt, wie es unmittelbar aus der ersten Verfahrensstufe erhalten worden ist, das heisst mit der Lösung, welche das   Metalltetracyanäthylenid    und alles eventuell   vorhandeneNebenprodukt enthält.   



  Das Verfahren geht einfach in der Weise vor sich, dass man gasförmiges Chlor durch die Lösung   hin-    durchleitet oder flüssiges Brom zu der Lösung hinzugibt, und zwar entweder allmählich oder auf einmal, falls gewünscht, gelöst in einem der obenangegebenen geeigneten Lösungsmittel. Das Ende der Umsetzung wird durch das Verschwinden der dunkelbraunen Färbung angezeigt, welche für das Tetra  cyanäthylenion-Radikal    charakteristisch ist. Wenn diese Färbung verschwindet, so verbleibt als Reak  tionsprodukt    eine hell gefärbte Lösung, im allgemei  nen    von   fahlgelber    oder   gelboranger    Färbung, die in Suspension die anorganischen Nebenprodukte (Me  tallhalogenid    und Schwefel) enthalten kann.



   Um Nebenreaktionen, wie die Halogenierung des Lösungsmittels, zu vermindern, wird die Behandlung mit Chlor oder Brom vorzugsweise bei einer Temperatur von nicht merklich über etwa   30       C    durchgeführt. Man kann diese Behandlung bei sehr niedrigen Temperaturen,   beispielsweise-50  C,    vornehmen, die bevorzugten Temperaturen liegen zwischen-30 und + 25  C.



   Die Gewinnung des   Tetracyanäthylens    aus der Reaktionsmischung nach der Oxydation wird   zweck-    mässig durch Abtrennung aller in der Reaktionsmischung vorhandenen festen Stoffe durch Filtration (diese Massnahme ist jedoch in keiner Weise wesentlich) und Verdampfen der grössten Menge oder des ganzen Lösungsmittels vom Filtrat durchgeführt.



  Das   Tetracyanäthylen    kann man von den   andem    im Rückstand vorhandenen Stoffen durch Sublimation isolieren, vorzugsweise unter vermindertem Druck, oder durch andere Methoden, wie Extraktion mit einem geeigneten Lösungsmittel. Für viele Zwecke, beispielsweise für die Herstellung von Derivaten, wie aromatischen Tricyanvinylaminen, ist die Isolierung   des Tetracyanäthylens    nicht wesentlich, da die Umsetzung unmittelbar in der Lösung durchgeführt werden kann.



   Die verschiedenen Cyansulfide, die zur   Verwen-    dung in dem erfindungsgemässen Verfahren geeignet sind, können durch eine der im nachfolgenden be  schriebenen    Methoden hergestellt werden :    I.    Tetracyan-1,   4Zithün.   



   Diese Verbindung wird am   zweckmässigsten    hergestellt, indem man   Dinatrium-dimercaptomalon-      säurenitril    entweder mit   Schwefelmonochlorid,      Schwefeldichlorid,    Thionylchlorid oder Sulfurylchlorid in einem inerten Lösungsmittel umsetzt. Statt eines vorgeformten binären   Schwefelchlorids    kann man auch Schwefel und Chlor verwenden. Sehr geringe   Schwefelmengen    sind ausreichend, da Schwefel während der Reaktion freigesetzt wird.

   Das Verfahren wird durch die folgenden Gleichungen unter Verwendung von   SOC12    und   SC12    erläutert :
EMI4.1     
 
EMI5.1     

Das Ausgangsmaterial   Dinatriumdimercaptomalon-      säurenitril    ist von Bahr und Schleitzer in Berichte Band 90, Seite 438 (1957) beschrieben worden.   Esf    ist ein gelber, kristalliner, fester Stoff, den man leicht durch spontane Kupplung von   Natriumcyandithio-    formiat unter Verlust von Schwefel in   wässriger oden      Chloroformlösung    herstellen kann. Natriumcyan  dithioformiat    selbst wird durch Umsetzung von Na  triumcyanid    mit Schwefelkohlenstoff hergestellt.

   Im folgenden werden zwei Beispiele der Herstellung von Tetracyan-1,4-dithiin gegeben :
A. Man gibt zu einer gerührten Suspension von 3 g   Dinatriumdatmercaptomalonsäurenitril in    30 ml 1, 2-Dimethoxyäthen bei   0  C    innerhalb von 40 Minuten eine Lösung von 1, 92 g Thionylchlorid in   5    ml 1,   2-Dimethoxyäthan.    Die sich während der Umsetzung   entwickelnde wemnrote Färbung verblasst    rasch gegen Ende der Zugabe, und es verbleibt eine fahlgelbe Suspension. Diese Suspension befreit man durch Filtrieren von Natriumchlorid und Schwefel und   verdiinnt    das Filtrat mit 100   ml      Petroläther.   



  Man erhält so 1, 8 g Tetracyan-1, 4-dithiin (Ausbeute   100%)    als lohfarbenen Niederschlag. Man   kristalli-    siert die Verbindung zweimal aus Toluol um und erhält das reine Produkt in Form leuchtend gelber Nadeln, F. 207 bis   209  C.   



   Analyse : C8N4S2 ber. : C 44,   43%    N 25, 91% S 29, 66% % gef. : C 44, 63 % N 25, 89% S 29, 96%
B. Man rührt eine Suspension von 0, 1 g Schwe  fel    in 30 ml 1, 2-Dimethoxyäthan bei   0     C 10 Minuten, während ein langsamer   Chlorstrom    in die Suspension eingeleitet wird. Dann fügt man auf einmal 3 g   Dinatriumdimercaptomalonsäurenitril      hi, nzu.    Man setzt die   Chlorzugabe    etwa 1, 5 Stunden fort, bis die   tiefro, te Färbung    der Reaktionsmischung zu gelb   verblasst    ist.

   Man filtriert die Mischung und verdünnt das Filtrat mit   PetroIäther.    Der   ausgefal-    lene,   lederfarbene    Tetracyan-1, 4-dithiin wiegt 1, 40 g (Ausbeute   80%).    Es schmilzt ohne Reinigung bei 208 bis 209  C.



     II.      p-Dithiino- [c]-isothiazol-3, 5,    6-tricarbon säurenitril.



   Man erhält dieses Produkt zusammen mit Tetracyan-1, 4-dithiin durch Umsetzung von Dinatrium  dimercaptomalonsäurenitril    (vergleiche oben I) mit   1,    2-Dichlor-1,   2-dicyanäthylen.    Die letztere Verbindung wird nach bekannten Verfahren (vergleiche   USA-Patentschriift    Nr. 2443 494) hergestellt) ; sie kann entweder in der   Cis-Form      (Dichlormalonsäure-    nitril) oder in der   Trans-Form (Dichlorfumarsäure-    nitril) verwendet werden.



   Man gibt zu der gerührten und gekühlten Suspension von 22, 2 g   Dinatriumdimercaptomalonsäurenitril    in 350 ml 1,   2-Dimethoxyäthan    17, 4 g   Dichlormalon-      säurenitril.    Es setzt eine exotherme Reaktion ein.



  Die Mischung färbt   sich tiefrot.    Man setzt das Rühren 72 Stunden bei Raumtemperatur fort. Das suspendierte, feste Material sammelt man durch Filtration und wäscht es mit wenig 1,   2-Dimethoxy-    äthan. Dieser feste Stoff besteht weitgehend aus Na  triumchlorid    und Schwefel. Das Filtrat wird in einem Stickstoffstrom zur Trockne verdampft. Den so erhaltenen festen Rückstand extrahiert man mit 500 ml warmem Benzol, wodurch man eine Lösung und einen kristallinen Rückstand erhält, welcher   spärlich    in Benzol löslich ist.

   Durch Sublimation des festen Rückstandes bei 140 bis   150  C    und einem Druck von   1    mm erhält man 6 g etwas unreines Tetracyan-1, 4-dithiin, F. 196 bis   198  C.    Die   Umkristalli-    sation aus heissem. Benzol ergibt 5, 5 g des im wesentlichen reinen Materials, F. 207 bis   208  C.   



   Der wie oben beschrieben erhaltene Benzolextrakt wird auf etwa die Hälfte seines   ursprüngli-    chen Volumes verdampft und in Eis gekühlt. Man gewinnt 10, 2 g eines gelben, kristallinen Produktes vom F. 174 bis   176     C. Zusätzliche 3, 1 g dieses Produktes erhält man aus den Filtraten, so dass die Gesamtausbeute 13, 3 g beträgt. Die   Umkristallisa-    tion dieses Materials aus Benzol ergibt reines   p-Di-      thiino-[c]-isothiazol-3,    5, 6-tricarbonsäurenitril in Form gelber Nadeln, F. 181 bis   182     C.



     Analysa    :   CN4S3    ber. : C 38, 69% N 22,   56%    S 38, 74% gef. : C 39,   46%    N 22, 59% S 38, 58%
Die Spektralanalyse dieses Produktes zeigt die folgenden charakteristischen   Absorptionsbanden    :
Ultrarot : 4, 49 u   (stark),    6,   50,      a    (stark),
6,   70,      u,    7,   62,    u (stark), 8,   60,    u (stark),
8,   70    u, 8,90  , 9,   70,    u,   10,      0,    u, 10, 51, u,
12, 17,   p    und 12,   32,      a    (stark).



   Ultraviolett :    (#max in CH2Cl2): 240 m  (#    =   11 400)    ;
268   ma      u (s    =   6 950)    ;
285   m,      u (# = 7950)   ;
334   m,      u (#    = 19   500)    ; und eine mögliche Schulter bei    350 m  (# = 3850).    



   III. 4,   5-Dicyan-1,      3-dithiol-42. a-malonsäure-    nitril.



   Man stellt dieses Produkt her, indem man 1, 2 Dichlor-1,   2-dicyanäthylen    (das ist   Dichlormalon-      säurenjjtril    oder   Dichlorfumarsäurenitril,    vergleiche oben   II)    mit Dikalium-oder Dinatrium-l, l-dimercapto-2,   2-dicyanäthylen    nach der folgenden Gleichung umsetzt :
EMI6.1     

A.   Dikalium-1,    l-dimercapto-2, 2-dicyanäthylen.



   Man gibt in einen   1-1-Dreihalskolben,    welcher mit Rührer, Thermometer und Tropftrichter versehen ist, eine Lösung von 60 g Kaliumhydroxyd in 650 ml denaturiertem Äthylalkohol. Man kühlt die Lösung auf   0  C    und gibt auf einmal 35, 4 g (0, 536 Mol) frisch destilliertes   Malonsäurenitril    und anschliessend tropfenweise 41 g (0, 54 Mol) Schwefelkohlenstoff bei 0 bis   10  C    hinzu. Gegen Ende der Zugabe beginnt ein   kanariengelbes    Salz auszufallen. Nach weiterem   lstündigem Rühren bei    0 bis   5     C sammelt man den festen Stoff auf einem Filter und wäscht mit   50    ml kaltem Äthylalkohol.

   Nach Trocknen bei   80     C und weniger als   1    mm Druck bis zur Gewichtskonstanz erhält man 109   g    (Ausbeute 94%) Dikalium-1, 1-dimercapto-2,   2 dicyanäthylen als    gelben, wasserlöslichen, festen Stoff, welcher nicht unterhalb   250     C schmilzt.



   Analyse :   C4N2S2K2    ber. : C 22, 01% S 29, 36% gef. : C 21, 76% S 29, 23%
B.   4,5-Dicyan-1,3-dithiol-#2-α-malonsurenitril.   



   Man gibt zu einer Lösung von 2, 50   g    (0,   0115    Mol) Dikalium-1, l-dimercapto-2, 2-dicyanäthylen in 50 ml Methanol auf einmal 1, 47 g (0, 01 Mol) Dichlor  fumarsäurenitril    bei Raumtemperatur. Nach 15 Minuten Rühren giesst man die Reaktionsmischung in 300 ml Wasser und sammelt den ausgefallenen festen Stoff auf einem Filter (1, 12 g). Die   Umkristallisa-    tion aus heissem Toluol nach Behandlung mit ent  färbender    Kohle ergibt 0, 99 g gelber Nadeln, F. 208 bis   209  C.    Die   Elementar-und    Spektralanalyse zeigt, dass es sich bei der Verbindung um 4,   5-Dicyan-    1,   3-ditiol-#2,α-malonsäurenitril    handelt.



   Analyse : C8N4S2 ber. : C 44, 43% S 29, 64% % gef. : C 43, 97% S   30, 01 %       Weitere Umkristalliisationen    aus Toluol ergeben ein Produkt mit etwas höherem Schmelzpunkt (212 bis   214  G.   



   IV.   3-Cyano- [1, 3]-dithiolo- [4,    5-c]-isothiazol d5,   malonsäurenitfil.   



   Diese Verbindung stellt man durch Sulfurierung von 4,   5-Dicyan-1, 3-ditb, iol-d2,a-malonsäurenitril    (Verbindung III oben) mit elementarem Schwefel in alka  lischem    Medium her. Die Umsetzung wird vorzugsweise in alkoholischer Lösung in Gegenwart geringer Mengen, beispielsweise von 0, 05 bis 0, 10 Mol je Mol Cyansulfid, an   Natriumäthylat    durchgeführt, wobei man, falls gewünscht, ein Colösungsmittel, wie Tetrahydrofuran, zur Steigerung der Löslichkeit der Reaktionspartner und des Reaktionsproduktes verwendet. Eine Herstellung wird unten erläutert.



   Man gibt eine Lösung von 1, 08 g (5   mMol)    4, 5  Dicyano-1,3-dithiol#2-α-malonsäurenitril    in 10   ml    absolutem Alkohol und 15   ml    Tetrahydrofuran zu einer siedenden Lösung von   0,    24 g (7, 5   mMol)    Schwefel in 10 ml absolutem Alkohol und 15 ml Tetrahydrofuran, zu welcher man 0, 02 g einer   55      % igen Natriumhydridemulsion    in Mineralöl zugefügt hat. Man kocht die Reaktionsmischung 15 Minuten, verdünnt mit   50      ml    Alkohol und kühlt in einem Eisbad. Die gebildeten feinen, gelben Nadeln werden gesammelt und an der Luft getrocknet.

   Man erhält so 1, 20 g (Ausbeute   100S) 3-Cyan-[1,    3]-di  thiolo-[4,5-c]-isothizol-#5,α-malonsäurenitril,    einen gelben, festen Stoff, welcher bei 215 bis   218  C    schmilzt und die folgenden charakteristischen Absorptionsbanden zeigt :    Ultrarot    : 4, 5,   p    (stark), 6, 7, u (stark),
6, 75, u (stark), 7, 73, u (stark), 8, 7  , 10, 1,   u,   
10,   3,      u,    10, 85,   u,    11, 4, u, 11, 9, und 12, 4, u  (stark).



   Ultraviolett :    (#max in CH2Cl2): 282 m  (#    = 6 830) ;
355   m, u (e    = 30 700) ; und 368   mlt (e.    = 35 200).



   Die   Ultrarotanalyse zeigt, dass    dieses Produkt identisch mit demjenigen ist, welches in einer andern Darstellung erhalten worden ist und bei 219 bis   220  C    schmilzt. Das Produkt hat die folgende Zusammensetzung :
Analyse :   C8N4S3    ber. :   C    38,8% N 21, 7% S 38,7% gef. : C 39,3% N 21,   4%    S   38, 6%   
In den folgenden Beispielen sind alle Teile, wenn nichts anderes angegeben ist, auf das Gewicht be  zogen.   



   Beispiel 1
Man gibt eine Lösung von 1, 68 g (0, 025 Mol)
Kaliumcyanid in 50   ml    Acetonitril innerhalb 5 Mi nuten zu einer gerührten Lösung von 2, 16 g (0, 01 Mol) Tetracyan-1, 4-dithiin in 200 ml Acetonitril, welches 2, 0   ml    Wasser enthält. Die Reaktion wird bei etwa   20     C und   in einer Stickstoffatmosphiire    vorgenommen.

   Die erhaltene, dunkelbraune Lösung, welche das   TetracyanäthyIenionARadikal enthält    (wie in gesonderten Versuchen durch Messungen der paramagnetischen   Elektronenresonanz    und durch spektroskopische Messungen im sichtbaren Bereich gezeigt wird), kühlt man auf eine Temperatur zwischen-5 und   0  C    und leitet Chlor mittels eines   Gaseinlei-    tungsrohres langsam durch die Lösung, bis die dunkle Färbung verschwindet. Dann lässt man die Reaktionsmischung sich auf etwa Raumtemperatur erwärmen und filtriert, um unlösliches Kaliumchlorid (1, 71 g), welches sich gebildet hat, zu entfernen.

   Nach Entfemen des Lösungsmittels aus dem   fahlgelben    Filtrat unter vermindertem Druck bleibt ein fester Rückstand zurück, aus welchem man nach Sublimation   b ; i    100 bis   200  C    unter 0, 1 mm Druck   0, 307    g   Tetracyanäthylen    erhält (Ausbeute 24%, bezogen auf Tetracyan-1, 4-dithiin). Die Verbindung wird identifiziert durch ihre Farbreaktion mit N,   N-Dimethylanilin    (blau, welches sich in rot ändert) und mit Anthracen   (unbeständige grüne Fär-    bung, welche vor Bildung des weissen, kristallinen Diels-Alder-Adduktes auftritt).



   Beispiel 2
Unter Verwendung im wesentlichen der gleichen Verfahrensweise wie der in Beispiel   1    beschriebenen, gibt man eine Suspension von 1, 32 g (0, 02 Mol) Kaliumcyanid in   100      ml      Acetonitril, welches 2, 0 ml    Wasser enthält, während 30 Minuten zu einer ge  rührten    Lösung von 2, 16 g (0, 01 Mol) Tetracyan1,   4-dithiin in 100rnI Acetonitril,    die auf   eine Tempe-    ratur zwischen-10   und-14     C gekühlt   iist.    Nach Lagerung   bei-80  C über    Nacht lässt man   die dün-    kelbraune Lösung, welche   Kaliumtetracyanäthylenid    enthält, sich auf 0  C erwärmen,

   kühlt dann wie  derum    auf eine Temperatur zwischen-20 und -30  C ab und fügt bei dieser Temperatur Chlor hinzu, bis die   dunkellbraune Färbung    durch eine klare, gelbe Färbung ersetzt worden ist. Nach   Ent-      fernung    der anorganischen, festen Stoffe durch Filtration und Verdampfung des Filtrats unter vermindertem Druck erhält man 3, 2 g eines festen   Rück-    standes, welcher aus einer Mischung von Tetracyan äthylen und Tetracyan-1, 4-dithiin besteht.

   Die Sublimation von   1    g dieses Rohproduktes bei 100 bis 200  C und   einemDruckvon    0, 1 mm ergibt 0,   1255    g   Tetracyanäthylen,    das wie in Beispiel   1      gekennzeich-    net ist. Die Kristallisation des   Sublimationsrück-    standes aus Methylendichlorid ergibt etwas   zurück-      gewonnenes Tetracyan-1, 4-dithiin    als gelbbraune Nadeln, F. 199 bis   205     C, welches sich weiter durch Vergleich seines   Ultrarotspektrums    mit dem  jenigen      eider      authentischen    Probe kennzeichnet.

   Die Ausbeute an   Tetracyanäthylen beträgt    31 % der Theorie.



   Die Vorrichtung in diesem Beispiel besteht aus einem Dreihalskolben, welcher mit Magnetrührer,   Gaseinlassrohr,      Rückfl'usskühler    und   emer    vertikal angeordneten Kolonne (einer modifizierten chromatographischen Kolonne), welche als Reaktionsgefäss für die Umsetzung zwischen dem Alkalicyanid und dem Cyansulfid dient, ausgerüstet ist. Der Kolben dient als getrenntes   Umsetzungsgefäss    für die Behandlung der aus der Kolonne fliessenden Lösung (dem Eluat) mit Halogen in   dex    Oxydationsstufe. Die Kolonne ist mit einer Flüssigkeitsfalle zur   Verhin-      derung    des Zuganges von Halogendämpfen zum   Alkalicyanid    ausgerüstet.

   An den Kopfteil der Kolonne ist ein druckausgleichender Tropftrichter angefügt. Oberhalb und unterhalb der Kolonne hält man eine Stickstoffatmosphäre aufrecht.



   Die   Reaktorkolonne    ist mit annähernd 10 g (einem grossen Überschuss) an Kaliumcyanid gefüllt.



  Man lässt eine Lösung von 6, 48 g (0, 03 Mol) Tetracyan-1, 4-dithiin in 175   ml    Acetonitril innerhalb 1, 5 Stunden bei Umgebungstemperatur (20 bis   25  C)    durch die   Reaktorkolbnne    tropfen. Danach wird die   Colonne    mit 100 ml Acetonitril gewaschen. Eluat und Waschflüssigkeit, welche das   Kaliumtetracyan-      äthylenid    enthalten, werden in dem Kolben unterhalb der   Reaktorkolonne    gesammelt. Wenn die dunkelbraune Lösung in den Kolben fliesst, in welchem sie auf eine Temperatur zwischen-20   und30  C ge-    kühlt wird, wiird Chlor gleichzeitig durch den Kolben : mit einer solchen Geschwindigkeit geleistet, dass es in geringem   Dberschuss    vorhanden ist.

   Am Ende dieser Massnahme ist die Lösung in dem Kolben fahlgelb. Man entfernt die   suspendierten, anorgani-    schen, festen Stoffe durch Filtration und verdampft das Filtrat im Vakuum bei Raumtemperatur. Man gibt eine kleine Menge Diatomeenerde zum halbfesten Rückstand, um seine Überführung in eine   Sublimationsvorrichtung    zu   erleichtem.    Die Sublimation bei 70 bis   170     C und   1    mm Druck ergibt 2, 31 g   Tetracyanäthylen      (Ausbeute 60 %).    Aus dem   Sublimationsrückstand erhält man    0, 25 g Tetracyan1, 4-dithiin und 0, 04 g   Tetracyanthiophen,    F.

   188 bis   192  C.    Die letztere Verbindung entsteht aus der Pyrolyse während der Sublimation eines Teils des   wiedergewonnenen    Tetracyan-1, 4-dithiins.



   Beispiel   4   
Man wiederholt die Verfahrensweise des Beispiels 3 mit der Abänderung, dass man in der Reaktorkolonne statt des   Kaliumcyanids    annähernd   10    g Natriumcyanid (überschüssig) verwendet. Aus 2, 16 g (0, 01 Mol) Tetracyan-1, 4-dithiin in 200   ml      Aceto-    nitril erhält man   eiin    Eluat von   dunkelbrauner    Färbung. Die Chlorierung   bai    einer Temperatur zwischen-20 und-10  C ergibt eine   unbeständige    grüne Lösung, auf welche eine gelbe Lösung, die suspendierte, feste Stoffe enthält, folgt.

   Die anschliessende Aufarbeitung, entsprechend der in Bei spiel   3    geschilderten Verfahrensweise, ergibt Tetra  cyanäthylen    in 25 % iger Ausbeute.



   Beispiel 5
Gemäss der Verfahrensweise des Beispiels 3, leitet man eine Lösung von 4, 32 g (0, 02 Mol) Tetracyan-1, 4-dithiin in   150    ml Acetonitril durch die Ka  liumcyanid-Reaktorkolonne    innerhalb von 30 Minuten. Die gleichzeitige Zugabe von 6, 4 g (0, 04 Mol) von in 50   ml    Acetonitril gelöstem Brom zu dem Eluat bei   etwa-20  C führt zu    einer   unbeständigen    grünen Färbung, auf welche die Bildung einer orangen Lösung, die suspendierte, anorganische feste Stoffe enthält, folgt.

   Die anschliessende Aufarbeitung nach der im Beispiel 3 beschriebenen   Verfahrens-    weise ergibt   0,    83 g   Tetracyanäthylen    (Ausbeute 32,   5 ils)    in Form eines weissen, kristallinen, festen Stoffes, welcher durch   die üblichen Farbprüfungen    identifiziert wird.



   Wie bereits erwähnt, bilden sich während der Oxydation durch die Behandlung mit einem Halogen normalerweise wenigstens bis zu einem gewissen Grade   Schwefelhalogenide.    In dieser Hinsicht bietet die Verwendung von Brom statt der von Chlor einen gewissen Vorteil, da die Gegenwart von Schwefelchloriden die Abtrennung des   Tetracyanäthylens    durch Sublimation oder Destillation   kompliert.    Anderseits wird wegen der dem Schwefelbromid innewohnenden Instabilität diese Verunreinigung bei der Gewinnung von   Tetracyanäthylen    nicht beobachtet, wenn Brom als   Oxydationsmittel    verwendet wird.



   Beispiel 6
Man rührt eine Lösung von 4,   32    g (0, 02 Mol) Tetracyan-1, 4-dithiin in 150 ml Acetonitril bei   23  C, während    eine Suspension von 3, 78 g (0, 02 Mol) fein gemahlenes   Bariumcyanid in 200    ml Acetonitril innerhalb   1    Stunde zugefügt wird. Die Umsetzung wird in Luft und mit technischem (ungereinigtem) Acetonitril durchgeführt.

   Die   Prufung    des sichtbaren Spektrums der   rötlichbraunen    Lösung zeigt auch   Absorptionen    des   Tetracyanäthylenion-    Radikals im   Bereich von 400 bis    465   m, u.    Nach einer weiteren halben Stunde kühlt man die Reaktionsmischhung   auf-30     C und behandelt mit gasförmigem Chlor. Die   rötlichbraune    Färbung   verblasst    zu einem   unbeständigen    leuchtenden Grün, und zu   allerletzt    erhält man eine gelbe Lösung, welche suspendierte feste Stoffe enthält. Man entfernt die festen Stoffe durch Filtration und fügt zu dem Filtrat eine geringe Menge Diatomeenerde zu.

   Die Entfernung der Lösungsmittel vom Filtrat und die Sublimation bei   135  C    und   0,      1    mm Druck ergibt 0, 44 g   Tetracyanäthylen    (Ausbeute 17   %),    welches durch die üblichen   Farbprüfungen    identifiziert wird.



   Beispiel 7
Man verwendet die   Vornichtung    und das Verfahren, welche im Beispiel 3 beschrieben werden, jedoch ein anderes Cyansulfid. Man leitet eine Lösung von 3, 86 g   (0,    0179 Mol) 4, 5-Dicyan-11,   3-di-      thiol-/      a-malonsäurenitri    in 120 ml Acetonitril innerhalb   30    Minuten bei 20 bis   25  C    durch die   Kaliumcyanid-Reaktorkolonne.    Danach wäscht man die Kolonne mit 80 ml Acetonitril. Diese exotherme Umsetzung ergibt ein schwarzes Eluat. Die spektroskopische Analyse im sichtbaren Bereich zeigt, dass das Eluat das   Tetracyanäthylenanion-Radikal    enthält.

   Man chloriert die Lösung   bei-20  C    und erhält eine orangebraune Lösung, welche einige   suspen-    dierte, feste Stoffe enthält. Nach Filtration entfernt man das Lösungsmittel durch Verdampfung im Va  kuum    von dem Filtrat. Die Sublimation des   Rück-    standes bei   60    bis   190  C    unter vermindertem Druck ergibt 0, 17 g rohes   Tetracyanäthylen,    welches sich durch seine Farbreaktionen mit Anthracen und N,   N-Dimethylanilin    kennzeichnet.



   Beispiel 8
Man verwendet das in Beispiel 3 beschriebene Verfahren, jedoch ein anderes Cyansulfid als Quelle für   Tetracyanäthylen.    Eine Lösung von 2, 5 g (0, 01 Mol) 3-Cyan- [1,   3]-dithiolo- [4, 5-c]-isothiazol-45, a¯      malonsäurenitril    in annähernd 800   ml    Acetonitril wird durch die   Kaliumcyamd-Reaktorkolonne    innerhalb annähernd 2 Stunden bei 20 bis   25  C    geleitet.



  Das Eluat ist gelborange gefärbt. Die   spektrosko-    pische Prüfung zeigt, dass das Eluat das Tetracyan  äthylenanion-Radikal enthält.    Man behandelt das Eluat mit Chlor   bei-20     C, obgleich man gegen Ende sich die Reaktionsmischung auf Raumtemperatur erwärmen   vint.    Man erhält in dieser Weise eine   fahlgelbe    Lösung, welche suspendiertes, anorganisches Material enthält.

   Nach Filtration und Entfernung des Lösungsmittels im Vakuum gibt man eine geringe Menge Diatomeenerde zu, um die Überführung des halbfesten Rückstandes in eine Sublimationsvorrichtung zu   erleichtem.    Die Sublimation ergibt 1, 01 g rohes   Tetracyanäthylen    (Ausbeute 78   %)    (welches   einige Schwefelchloride enthält),    das durch die üblichen   Farbprüfungen    identifiziert wird.



   Beispiel   9   
Man verwendet Vorrichtung und Verfahren, wie sie in Beispiel   3    erläutert werden, jedoch zusammen mit einem andern Cyansulfid. Man leitet eine Lösung von 2, 48 g (0, 01 Mol)   p-Dithiino- [c]-isothiazol-    3, 5,   6-tricarbonsäurenitriL    in 150   rnl    Acetonitril innerhalb 30 Minuten bei 20 bis   25  C    durch die Ka  liumcyanid-Reaktorkolonne.    Zum Auswaschen der Kolonne verwendet man   100    ml Acetonitril. Die Spektralwerte zeigen, dass das dunkel gefärbte Eluat das   Tetracyanäthylenanion-Radikal    enthält. Die Behandlung mit Chlor   bei-20     C ergibt eine gelbe Lösung, welche suspendiertes, anorganisches, festes Material enthält.

   Nach Filtration und Entfernung des Lösungsmittels im Vakuum erhält man durch Sublimation des Rückstandes 0, 31 g   Tetracyanäthy-      len    (Ausbeute   24 S),    welches durch die üblichen   Farbprüfungen    identifiziert wird.



     Tetracyanäthylen    ist eine vielseitige Quelle   fi ! T    neue Chemikalien, die für viele und verschiedene Anwendungszwecke verwendbar sind. Das wird durch die in den letzten Jahren erfolgte Ausgabe von zahlreichen Patenten gezeigt, welche auf wertvolle neue Verbindungen der   unterschieMchsten    Art gerichtet sind, die zu ihrer Herstellung als Ausgangsmaterial alle   Tetracyanäthylen    erfordern. Um nur einen der zahlreichen Verwendungszwecke des   Tetracyanäthy-    lens zu. nennen, sei die Umsetzung mit tertiären,   aro-    matischen Aminen genannt. Diese Reaktion ist ganz allgemein und führt zu einer neuen Klasse von Farbstoffen, welche die   Tricyanvmylgruppe    enthalten.



  Diese Farbstoffe sind intensiv gefärbt und geben leuchtende orangerote oder blaue Färbungen auf synthetischen, hydrophoben Fasern, wie   Polyäthylen-    terephthalat und   Polyacrylsäurenitril.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Tetracyanäthylen, dadurch gekennzeichnet, dass man a) ein heterocyclisches Cyansulfid der Formel C8N4Sn, in welcher n 2 oder 3 bedeutet und der heterocyclische Ring die Reste EMI9.1 enthält, mit einem Cyanid eines Alkali-oder Erd alkallimetalls umsetzt und b) das Umsetzungprodukt zum Tetracyanäthylen oxydiert, wobei die beiden Schritte a) und b) in einer organischen Flüssigkeit durchgeftihrt werden, die wenigstens ein teilweises Lösungsmittel fur die Reaktionspartner des Schrittes a) bzw. für das Tetra cyanäthylen ist.
    UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Cyansulfid Tetracyan-1, 4-dithiin, p-Dithüno-[c]-isothiazol-3, 5, 6-tricarbonsäure- nitril, 4, 5-Dicyan-1, 3-dithiol-#2-α-malonsäurenitril oder 3-Cyan-[1,3]-dithiolo- [4, 5-c]-nsothiazol-d5, a¯ malonsäurenitril verwendet.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Cyanid Natrium-oder Kaliumcyanid verwendet.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Cyanid in solchen Anteilen verwendet, dass wenigstens 2 CN--Ionen je Mol verwendetes Cyansulfid verfügbar sind.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als organische Flüssigkeit eine Verbindung mit 1-10 Kohlenstoffatomen, insbesondere ein aliphatisches Nitril, einen aliphatischen Diäther, einen cyclischen Ather oder ein N, N-Di hydrocarbylamid verwendet.
    5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsmischung bis zu 10 Gew. % Wasser, bezogen auf das Gesamtgewicht der organischen Flüssigkeit, enthält.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung zwischen dem Cyansulfid und dem Cyanid zwischen-15 und + 50 C vorgenommen wird.
    7. Verfahren, nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Lösung des Cyansulfids in der organischen Flüssigkeit durch eine Kolonne leitet, die mit überschüssigem Cyanid gefüllt ist.
    8. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxydation mit Chlor oder Brom erfolgt.
    9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man bei der Oxydation wenigstens 1 Mol Halogen je Mol verwendetes Cyansulfid verwendet.
    10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Oxydation mit dem Halogen bei einer Temperatur zwischen-30 und + 25 C vornimmt.
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