CH403740A - Verfahren zur Herstellung von Harnstoff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HarnstoffInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Harnstoff Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Ammoniak und Kohlendioxyd unter solchen Bedin gungen, dass sich ein bemerkenswert geringerer Ver brauch an Dampf ergibt, welcher für die Verfahrens kosten eine erhebliche Rolle spielt.
Es ist bekannt, dass Harnstoff aus Ammoniak und Kohlendioxyd durch Drucksynthese in einem Auto klaven bei Temperaturen über 150 C und einem Druck von etwa 200 atm hergestellt werden kann, wobei aber nur etwa 40 % der Ausgangsstoffe in Harnstoff umgesetzt werden, während der Rest Ammoniumkarbamat ergibt.
Es ist ferner bekannt, dass das nicht umgesetzte Carbamat in einem Zweistufenverfahren in Harn stoff umgewandelt werden kann, indem das Carbamat in der ersten Stufe durch Destillation bei einem Druck von etwa 20 atm vom gebildeten Harnstoff abgetrennt und in einer zweiten Stufe durch Kon densation als Flüssigkeit in den Autoklaven zurück gepumpt wird.
In dieser Stufe werden etwa 75 % des Carbamates in den Kreisprozess zurückgeführt, während die rest lichen 25 % in der wässrigen Harnstofflösung ver bleiben. Diese Lösung wird bei Atmosphärendruck erneut destilliert, das abgetrennte Carbamat wieder kondensiert und in den Autoklaven zurückgepumpt, so dass schliesslich im wesentlichen die ganze Menge der Ausgangsstoffe in Harnstoff übergeführt werden kann.
Es liegt auf der Hand, dass die zweifache Destilla tion des Carbamats in zwei verschiedenen Apparaten einen bedeutenden Verbrauch an Dampf und eine komplizierte Anlage für die Zurückführung des rest lichen Carbamats in den Kreislauf erfordert.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Ammoniak und Kohlendioxyd unter vollständigem Umlauf der nicht umgesetzten Reaktionsteilnehmer in den Autoklaven, ist nun da durch gekennzeichnet, dass die Abtrennung der nicht zu Harnstoff umgesetzten Reaktionsteilnehmer in zwei Stufen, einer Destillation und einer Kondensa tion, durchgeführt wird, so dass die in der ersten Stufe bei der Kondensation des gebildeten Carbamats gewonnene Wärme zur Destillation des Carbamats in der zweiten Stufe verwendet wird.
Zur Durchführung dieses Verfahrens wird in der ersten Stufe zweckmässigerweise der Druck und die Kondensationstemperatur des Carbamats erhöht, wo durch der Wärmeaustausch zwischen der Lösung der ersten und der zweiten Stufe durch eine relativ be scheidene Übertragungsfläche erfolgen kann.
Eine besondere Ausführungsart des erfindungs gemässen Verfahrens wird durch das folgende Beispiel mit Bezug auf die beiliegende Zeichnung erläutert.
Durch die Leitungen<I>a</I> und<I>b</I> wird Ammoniak und Kohlendioxyd unter einem Druck von 200 atm in den Autoklaven 1 eingepresst. Die Harnstoff und Ammoncarbamat enthaltende Lösung, welche durch das Ventil 2 bei einem Druck von 35 abs. atm ab gelassen wird, wird im Dampferhitzer 3 destilliert. Die dabei entstehende flüssige Phase aus einer wäss rigen Lösung von Harnstoff und Carbamat wird im Abscheider 4 angesammelt, während die Dampfphase mit Ammoniak und Kohlendioxyd im sich darunter befindlichen Kondensationsapparat 5 abgeschieden wird, in welchem man eine konstante Temperatur von 135 C bei einem Druck von 35 abs. atm aufrecht erhält.
Die Wärme, welche während der Carbamat- kondensation frei wird, wird durch den Austauscher 12 an die Lösung abgegeben, welche vom Abschei- der 4 aufliesst und durch das Ventil 7 auf einen Druck von 1,3 abs. atm entspannt wird. Bei diesem Druck destilliert der in der Lösung enthaltene Carba- matrest bei einer Temperatur unter 114 C.
Auf diese Weise kann ein wirksamer Wärmeaustausch erfolgen, indem also die Destillation des in der zwei ten Stufe vorhandenen Carbamats auf Kosten der in der ersten Stufe durch die Kondensation der Carba- matdämpfe frei gewordenen Wärme geschieht.
Die letztere Kondensationswärme beträgt beinahe 600000 kgcal pro t Harnstoff, während sich die Wärmemenge zur Destillation des Carbamats in der zweiten Verfahrensstufe nur auf etwa 320000 kgcal beläuft. Daher ist es notwendig, einen zusätzlichen Wärmeaustauscher 6 einzuschalten, mit welchem die überschüssige Wärme abgeleitet werden kann.
Diese Wärme kann man z. B. zur Vorerwärmung des Ammoniaks und der Kohlensäure verwenden, bevor diese Ausgangsstoffe in den Autoklaven 1 eingeführt werden.
Die in der ersten Verfahrensstufe kondensierte Carbamatlösung wird mit Hilfe einer Pumpe 8 in den Autoklaven 1 zurückgeführt, während die im Wärmeaustauscher 12 destillierte Lösung in den Ab- scheider 9 geleitet wird. Die grösstenteils carbamat- freie wässrige Harnstofflösung wird durch das Ventil 16 abgelassen, und die Carbamatdämpfe werden im über dem Abscheider 9 befindlichen Kühlraum 10 kondensiert. Die Kondensationswärme wird in der Kühlanlage 11 bei einer Temperatur von etwa 30 C abgeleitet. Zur vollständigen Absorption von Ammo niakdämpfen wird der Kondensationsturm 15 mit einer kleinen Menge Wasser berieselt.
Die sich im unteren Teil des Kühlturms 10 ansammelnde kohlen- säure- und ammoniakhaltige Lösung wird mittels einer Pumpe 13 in den Waschturm 14 geleitet, wo das in den inerten Gasen enthaltene Ammoniak zu rückgewonnen und dann dem Carbamat der ersten Stufe wieder zugeführt wird. Die im Waschturm 14 gewaschenen inerten Gase werden durch das Ventil C abgeleitet.
Ausser einer bemerkenswerten Ersparnis an Dampf im Vergleich zu bekannten Verfahren ermög licht das erfindungsgemässe Verfahren die Verwen dung von Apparaten, die einfacher gebaut sind, wo durch sich auch Einsparungen an Installations- und Verfahrenskosten sowie ein geringerer Verbrauch an Kühlwassermengen ergeben.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Ammoniak und Kohlendioxyd unter vollständigem Umlauf der nicht umgesetzten Reaktionsteilnehmer in den Autoklaven, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung der nicht zu Harnstoff umgesetzten Reaktionsteilnehmer in zwei Stufen einer Destillation und einer Kondensation durchgeführt wird, so dass die in der ersten Stufe bei der Kondensation des Carbamats gewonnene Wärme zur Destillation des Carbamats in der zweiten Stufe verwendet wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die erste Stufe bei einem Druck von 25 bis 50 abs. atm und die zweite Stufe bei einem Druck von 1 bis 3 abs. atm durchgeführt wird.2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Carbamatkondensation während der ersten Stufe ge wonnene Wärme direkt durch eine im Kondensations raum eingebaute Oberfläche an das in der zweiten Stufe zur Destillation gelangende Carbamat über tragen wird.
Applications Claiming Priority (2)
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| CH842362A CH403740A (de) | 1961-07-14 | 1962-07-13 | Verfahren zur Herstellung von Harnstoff |
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1962
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